Mit dem Regenwurm ist es so eine Sache. Meist nimmt ihn keiner wahr und ernst nehmen tut ihn kaum jemand. Und doch: meist ist er da und oft auch wichtig. Ein eigenes Leben hat er allemal, wenn auch überwiegend unter der Erde - da wühlt und gräbt er sich durch alles durch und kommt mit allem in Kontakt, was es da so gibt im Wurzelbereich und drunterhinaus. Was dahin gerät - und das meiste kommt früher oder später mal da an - betrifft ihn und seine Freunde. Ab und zu kommt Rupert (so der Name des Regenwurms) an die Erdoberfläche, um zu sehen, was die da oben schon wieder alles treiben. Und gibt Kunde davon seinen staunenden Kumpels im Erdreich und jenen über der Erde, die sich für ihn interessieren.

Mit der deutschen Bevölkerung ist gut Schlitten fahren. Es gibt kaum ein zweites Volk, das sich zutiefst beleidigen lässt und sich seinen Beleidigern auch noch unterwirft.

Auch, wenn die beiden Fälle nicht miteinander vergleichbar sind, zeigt sich dies in Ereignissen der letzten Woche: Ferda Ataman wird Antidiskriminierungsbeauftragte der Bundesregierung und Andrij Melnyk wird als Botschafter von der Ukraine abberufen.

 

Seit langem erhofft oder befürchtet, auf jeden Fall erwartet: Uwe Tellkamps neues Buch „Der Schlaf in den Uhren“ ist erschienen.

Was mensch auch immer davon halten mag – es offenbart Glanz und Elend des deutschen Bildungs-Bürgertums.

 

Vor 200 Jahren starb E.T.A. Hoffmann.

Aus „Wikipedia“: „E. T. A. Hoffmann (eigentlich Ernst Theodor Wilhelm Hoffmann, * 24. Januar 1776 in Königsberg, Ostpreußen; † 25. Juni 1822 in Berlin) war ein bedeutender deutscher Schriftsteller der Romantik. Außerdem wirkte er als Jurist, Komponist, Kapellmeister, Musikkritiker, Zeichner und Karikaturist.“

https://de.wikipedia.org/wiki/E._T._A._Hoffmann

 

Den dritten Vornamen „Wilhelm“ änderte er aus Bewunderung für Wolfgang Amadeus Mozart in „Amadeus“ (deshalb „E.T.A.“).

Als Schriftsteller tätig war er lediglich die letzten 13 Jahre seines Lebens. Da schuf er Bedeutendes und Wegweisendes. Allerdings sollte mensch es bleiben lassen, ihn in eine Schublade zu stecken. Zu vielschichtig ist sein Werk, um ihn allein als Vertreter von „Romantik“ oder „Phantastik“ gelten zu lassen.

Inspirierend auf nachfolgende Generationen war er auf jeden Fall tätig. Unter anderem in der Oper „Hoffmanns Erzählungen“ von Jacques Offenbach. Anna Netrebko und Elīna Garanča singen das bekannteste Stück daraus:

 

https://www.youtube.com/watch?v=0u0M4CMq7uI

 

Vor 200 Jahren starb E.T.A. Hoffmann, der unter anderem als Schriftsteller, Komponist und Jurist tätig war.

Obwohl er völlig unpolitisch war und sich aus allem Politischen rausgehalten hat, war er in dem Moment, in dem es auf ihn ankam, da, hat als Richter seine unabhängige Arbeit getan und im Sinne des Rechts Großes geleistet.

 

Agnes Sieben: „Die ehemalige bolivianische De-facto-Präsidentin Jeanine Áñez ist vergangene Woche zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Vorvergangenen Freitag verkündete das Strafgericht in La Paz das Urteil gegen Áñez sowie sechs ehemalige Militär- und Polizeikommandierende wegen verfassungswidriger Übernahme der Senatspräsidentschaft und Pflichtverletzungen im Zusammenhang mit dem Putsch im Jahr 2019. Das Urteil wird von Seiten der Staatsanwaltschaft und Regierungsvertretenden als zu milde kritisiert.

Im November 2019 hatte Áñez, im Rahmen eines vom Militär gestützten Putsches gegen den damaligen Präsidenten Evo Morales, verfassungswidrig die Regierungsaufgaben übernommen. Dabei lösten ihre Handlungen eine Phase der Gewalt und Repression gegen indigene, soziale und linke politische Organisationen aus.“

https://amerika21.de/2022/06/258649/bolivien-debatte-um-urteil-anez

 

Nach all den schlechten Entwicklungen Richtung Dystopie gibt es zumindest über Bolivien mal was Positives zu berichten.