Mit dem Regenwurm ist es so eine Sache. Meist nimmt ihn keiner wahr und ernst nehmen tut ihn kaum jemand. Und doch: meist ist er da und oft auch wichtig. Ein eigenes Leben hat er allemal, wenn auch überwiegend unter der Erde - da wühlt und gräbt er sich durch alles durch und kommt mit allem in Kontakt, was es da so gibt im Wurzelbereich und drunterhinaus. Was dahin gerät - und das meiste kommt früher oder später mal da an - betrifft ihn und seine Freunde. Ab und zu kommt Rupert (so der Name des Regenwurms) an die Erdoberfläche, um zu sehen, was die da oben schon wieder alles treiben. Und gibt Kunde davon seinen staunenden Kumpels im Erdreich und jenen über der Erde, die sich für ihn interessieren.

Timo Kirez: „"Fake News": Angehender US-Botschafter in den Niederlanden blamiert sich kolossal in Interview

Ab 2018 soll Pete Hoekstra der neue Botschafter der USA in den Niederlanden werden. Schon im Vorfeld sorgte Hoekstra mit Äußerungen über vermeintliche "No-Go-Zones" in den Niederlanden für Ärger. Ein holländischer Journalist hakte nun noch einmal nach – nicht zum Vorteil von Hoekstra.

Das Interview beginnt harmlos - doch dann geht es schnell zur Sache: Der Journalist der niederländischen TV-Sendung Nieuwsuur erinnert den kommenden US-Botschafter an Äußerungen, die dieser in einer Debatte getätigt habe:

Sie haben mal in einer Debatte erwähnt, dass es in den Niederlanden "No-Go-Zonen" gäbe. Und das Autos und Politiker angezündet würden...

Aber der Journalist kann seine Frage kaum zu Ende formulieren - da fällt ihm der Botschafter schon ins Wort:

Das habe ich nicht gesagt. Das ist nicht korrekt zitiert. Wir würden das "Fake News" nennen. Ich habe das nie gesagt.

Der Journalist hakt noch einmal kurz nach:

Aber das haben sie doch gesagt...

Doch Hoekstra bleibt bei seiner Sicht der Dinge:

Ich habe das nicht gesagt.

Dann passiert, was passieren musste. In das Video-Interview wird ein Ausschnitt genau der Debatte eingeblendet, in der Hoekstra für alle klar hörbar unter anderem folgendes sagt:

"[...] Chaos in den Niederlanden... Autos werden angezündet... Politiker werden angezündet... Und, ja: Es gibt "No-Go-Zones" in den Niederlanden."

Jetzt wird es erst richtig skurril: Denn wer nun glaubt, dass Hoekstra klein beigibt, sieht sich schnell eines Besseren belehrt. Der Journalist sagt nach dem Video-Ausschnitt zu dem Diplomaten, dass er ja gerade von "Fake News" gesprochen habe, doch prompt unterbricht ihn Hoekstra wieder:

Das habe ich nicht Fake News genannt. Ich habe das Wort heute nicht benutzt.

Der verdutzte Reporter fragt nach:

Nein?

Darauf Hoekstra:

Nein.

Das Interview verbreitete sich wie ein Lauffeuer im Internet und wurde schnell zu einem viralen Hit. Man darf auf die Memes gespannt sein.“

https://deutsch.rt.com/international/62623-fake-news-angehender-us-botschafter-in-den-niederlanden-blamiert-sich-kolossal-in-interview/

 

 

Auf den ersten Blick hört sich das tatsächlich skurril an – ist aber ein typischer Bestandteil menschlicher Kommunikation, der nur selten dermaßen deutlich, prominent und nachprüfbar zutage tritt.

„Die US-Streitkräfte haben in Jemen "mehrere Bodenoperationen und mehr als 120 Luftschläge im Jahr 2017 durchgeführt", heißt es in einer Erklärung des US Central Command in Tampa, Florida. Das US-Militär hoffe, al-Qaida auf der arabischen Halbinsel [AQAP] und den Islamischen Staat daran zu hindern, den Jemen "als Drehscheibe für terroristische Rekrutierung, Ausbildung und Operationsbasis für den weltweiten Export von Terror zu nutzen", heißt es in der Erklärung.

Die Anzahl von 120 Luftangriffe im Jemen würden eine Verdreifachung im Vergleich zum Vorjahr bedeuten. Vor der Erklärung vom Mittwoch gab es nur wenige offizielle Enthüllungen über das Ausmaß der militärischen Beteiligung der USA im Jemen. Im Gegensatz zum Kampf gegen den IS in Syrien und dem Irak hat das Pentagon es vermieden, regelmäßige Briefings über Boden- oder Luftoperationen im Jemen abzuhalten.

Es gab bisher sporadische Berichte über US-Militäraktivitäten im Land. Das US-Central-Command gab Anfang des Monats an, dass fünf al-Qaida-Militaristen bei einem US-Luftangriff am 20. November im Gouvernement al-Baida’ im Jemen getötet wurden.

Zuvor herrschte weitgehend Unklarheit, das Pentagon hatte lediglich eingeräumt, dass die USA im Jemen "Leute vor Ort" haben. Medienberichten zufolge haben die US-Sondereinsatzkräfte die Bodenoperationen im Jemen im April intensiviert, aber Militärbeamte haben die Angelegenheit nicht weiter ausgeführt. Weiterhin bleibt unklar, wie viele US-Truppen auf jemenitischem Boden im Einsatz sind. Ein Bericht des Weißen Hauses, der dem Kongress letzte Woche vorgelegt wurde, in dem die US-Militäroperationen weltweit detailliert beschrieben wurden, konnte die Anzahl der im Jemen stationierten US-Truppen nicht offenlegen.

Im Februar wurde bekannt, dass bei einem verpfuschten US-Angriff im Land mindestens 25 Zivilisten und ein Navy SEAL ums Leben kamen. Untersuchungen zur Katastrophe ergaben, dass der Überfall keine nennenswerten geheimdienstlichen Erkenntnisse erbrachte, aber die Trump-Administration lobte die Mission dennoch als Erfolg. Abgesehen von den Todesfällen wurde auch ein 70 Millionen Dollar-teurer Militärhubschrauber zerstört.“

https://deutsch.rt.com/international/62581-pentagon-usa-hat-2017-zahlreiche-bodenoperationen-ueber-120-luftschlaege-rechtmaessigkeit-fraglich/

Eine indirekte Beteiligung der USA an der Bombardierung Jemens war zwar klar, aber nicht die direkte. Nun ist auch das erwiesen. Wahrscheinlich wird das mit Menschenrechten, Demokratie oder dem Verhindern eines jemenitischen Hitler begründet.

Wie nach dem Wahlergebnis nicht anders zu erwarten (siehe http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/300-generation-anything-goes.html ), steht die neue rechte österreichische Regierung. So reibungslos wie das vonstatten ging, lässt Kanzler Sebastian Kurz Angela Merkel und die deutsche Politik mit ihrer schleppenden Regierungsbildung ganz schön lang aussehen.

Mittlerweile scheint es zumindest im westlichen Europa egal zu sein, ob sich eine Regierung als „links“ oder als „rechts“ bezeichnet – das Ergebnis ist immer das gleiche: Aufrüstung im Sicherheits-Apparat, Steuersenkungen für die Reichen, Sozial-Abbau.

Das ist bei der neuen österreichischen Regierung nicht anders. Bemerkenswert ist allerdings der Ort, an dem diese Regierung und ihr Programm vorgestellt wurde. Und der hat es in sich: am Kahlenberg.

Ein kleiner Preis einer kleinen Zeitung und so viel Wirbel darum. Und ein deutliches Zeichen, wo die Partei der Linken und die Linke überhaupt steht und wer dort die vernünftigen bzw. unvernünftigen Leute sind.

Der Berliner Kultursenator (Die Linke) Klaus Lederer am 13.11.2017:

„Wie ich heute erfahren habe, soll im Dezember im Kino Babylon die Verleihung eines Preises für „engagierte Literatur und Publizistik“ an Ken Jebsen stattfinden. Der Preisträger und mehrere an dieser Veranstaltung Beteiligte sind in der Vergangenheit durch offenen, abgründigen Israelhass, die Verbreitung typisch antisemitischer Denkmuster und kruder Verschwörungstheorien in Erscheinung getreten. So die Band „Die Bandbreite“, die mit ihren vor Rechtsesoterik triefenden Texten bis tief in rechtsradikale Milieus wirkt, dort auch aufgetreten ist und sich des Beifalls von NPD bis Jürgen Elsässer versichern konnte.

Ich bin entsetzt, dass ein Kulturort in Berlin diesem Jahrmarkt der Verschwörungsgläubigen und Aluhüte eine Bühne bietet. Vom Geschäftsführer des Kinos Babylon würde ich mir angesichts dessen die Courage wünschen, zu sagen: Als Plattform für diesen Wahnsinn stehen wir nicht zur Verfügung.“

https://www.facebook.com/DrKlausLederer/posts/1627515903967481

 

Klare Kante gegen Querfront

 

Beschluss des Parteivorstandes vom 3. Dezember 2017

Anlässlich der Ankündigung einer Kundgebung am 14. Dezember 2017 auf dem Rosa-Luxemburg-Platz vor der Parteizentrale der LINKEN, die sich gegen den LINKEN Berliner Kultursenator Klaus Lederer richtet, fasst der Parteivorstand der LINKEN folgenden Beschluss:

Der Parteivorstand bekräftigt sinngemäß seinen Beschluss 2014/215 vom 25./26. Mai 2014: "DIE LINKE distanziert sich unmissverständlich von Aktivitäten von Rechtspopulisten, Nationalisten, Verschwörungstheoretikern und Antisemiten, die […] rechtspopulistische Welterklärungsmuster und 'Querfront'-Strategien salonfähig […] machen (wollen). […] DIE LINKE wird mit diesen Kräften ganz grundsätzlich nicht zusammenarbeiten."

Der Parteivorstand erklärt sich solidarisch mit allen Linken, die Querfrontbestrebungen kritisieren und dafür angegriffen werden, darunter dem LINKEN Kultursenator Klaus Lederer und seinem Recht, sich kritisch zur sogenannten Preisverleihung an Ken Jebsen im Berliner Kino Babylon zu äußern.

Der Parteivorstand erwartet, dass Mitglieder der LINKEN diese Kundgebung nicht unterstützen und sich daran nicht beteiligen.“

https://www.die-linke.de/partei/parteistruktur/parteivorstand/2016-2018/beschluesse/detail/news/klare-kante-gegen-querfront/

Der Nestlé Konzernchef Peter Brabeck-Letmathe erklärt im Film „We feed the World“ die Einstellung Nestlés zu Trinkwasser:

„Wasser ist natürlich das wichtigste Rohmaterial, das wir heute noch auf der Welt haben. Und es geht darum, ob wir das normale Wasserversorgen der Bevölkerung privatisieren oder nicht.

Und da gibt es zwei verschiedene Anschauungen. Die eine Anschauung – extrem würde ich sagen – wird von einigen von den NGOs vertreten, die darauf pochen, dass Wasser zu einem öffentlichen Recht erklärt wird. Das heisst, als Mensch sollten Sie einfach Recht haben, um Wasser zu haben. Das ist die eine Extrem-Lösung.

Und die andere, die sagt, Wasser ist ein Lebensmittel. So wie jedes andere Lebensmittel sollte das einen Marktwert haben. Ich persönlich glaube, es ist besser, man gibt einem Lebensmittel einen Wert, so dass wir alle bewusst sind, dass das etwas kostet und dann anschließend versucht, dass man mehr spezifisch für diesen Teil der Bevölkerung, der keinen Zugang zu diesem Wasser hat, dass man dann dort etwas spezifischer eingreift und da gibt es ja verschiedene Möglichkeiten.“

 

 

http://we-feed-the-world.at/

https://de.wikipedia.org/wiki/We_Feed_the_World

Trotz aller Verzweiflung über das manipulative Schaffen der Medien-Treibenden gibt es ab und zu Grund zur Freude, dass es noch aufrichtige Journalisten gibt, die gute, aufklärerische Arbeit machen.

Dazu gehört Yorgos Avgeropoulos, dessen Film „Bis zum letzten Tropfen - Europas geheimer Wasserkrieg“ über Privatisierung von Wasser diese Woche auf arte ausgestrahlt wurde.