Mit dem Regenwurm ist es so eine Sache. Meist nimmt ihn keiner wahr und ernst nehmen tut ihn kaum jemand. Und doch: meist ist er da und oft auch wichtig. Ein eigenes Leben hat er allemal, wenn auch überwiegend unter der Erde - da wühlt und gräbt er sich durch alles durch und kommt mit allem in Kontakt, was es da so gibt im Wurzelbereich und drunterhinaus. Was dahin gerät - und das meiste kommt früher oder später mal da an - betrifft ihn und seine Freunde. Ab und zu kommt Rupert (so der Name des Regenwurms) an die Erdoberfläche, um zu sehen, was die da oben schon wieder alles treiben. Und gibt Kunde davon seinen staunenden Kumpels im Erdreich und jenen über der Erde, die sich für ihn interessieren.

 

Thomas Kliemann: „Die Bonner Ausstellung von Marina Abramovic endet mit einem Traumergebnis: 62.000 Besucher sahen „The Cleaner“ in der Bundeskunsthalle. Es ist eine der bestbesuchten Ausstellungen zeitgenössischer Kunst …

62.000 Besucher haben „The Cleaner“ gesehen. Für eine Ausstellung zeitgenössischer Kunst ist das eine Traumzahl. Entsprechend gut aufgelegt ist Susanne Kleine, die Kuratorin der Schau. „Das war hier eine der bestbesuchten Ausstellungen zeitgenössischer Kunst“, freut sie sich. Auch für sie selber sei es ein besonderes Erlebnis gewesen, „es war eine sehr intensive Zeit“, erzählt sie. Was sie beeindruckt habe, sei die hochemotionale Reaktion der Besucher gewesen: „Die Resonanz war außergewöhnlich positiv, weil die Leute sehr betroffen waren“, sagt sie, „mich hat am Ende einer Führung sogar eine Besucherin umarmt – mit Tränen in den Augen“.

http://www.general-anzeiger-bonn.de/news/kultur-und-medien/bonn/Zehntausende-besuchen-Abramovic-Ausstellung-in-Bonn-article3920043.html

Der Wurm war auch dabei und hatte keine Tränen in den Augen. Vielmehr fragt er sich, wer diese Leute sind, die vom Werk der Marina Abramovic so ergriffen sind.

Ein Volk, das solche Boxer, Fußballer, Tennisspieler und Rennfahrer hat, kann auf seine Uniwersitäten ruhig verzichten“

http://www.edition-staeck.de/pl263-pl-universitaeten.html

Der Spruch stammt vom Plakat-Künstler Klaus Staeck, siehe auch http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/32-staeck-brief.html

Mensch frage sich, wie viele Sportler er kennt und wie viele Wissenschaftler. Und was für ein Land wichtiger ist: die Qualität seiner Sportler oder die seiner Wissenschaftler?

Einer dieser Wissenschaftler ist Peter Scholze, der letzte Woche die Fields-Medaille, den „Nobelpreis für Mathematiker“ gewonnen hat.

 

Michael Horeni: „Viele wissen nicht, dass es schon früher Fotos von Özil und Erdogan gab. Die Reaktionen auf das jüngste Bild vor der WM symbolisieren eine dramatische deutsche Entwicklung weit über den Fußballplatz hinaus …

Es gibt auch eine Aufnahme, auf der Özil dem türkischen Präsidenten ein Fußballtrikot seines damaligen Klubs Real Madrid überreicht, das er selbst und einige andere Spieler von Real unterschrieben hatten. Dieses Foto ist sieben Jahre alt. Es hat, wie alle anderen Fotos, die von Özil und Erdogan vor dem Jahr 2018 gemacht und veröffentlicht wurden, die Deutschen nicht interessiert. Viele wissen nicht einmal, dass es sie gibt. Aber weil das so ist, sind diese Fotos, die jeweils den türkischen Präsidenten mit einem deutschen Nationalspieler mit türkischen Wurzeln zeigen, der ihm sein Fußballtrikot schenkt, ein eindrückliches Dokument dafür, wie dramatisch sich die Zeiten verändert haben.“

http://www.faz.net/aktuell/sport/fussball-wm/deutsches-team/reaktion-auf-erdogan-fotos-symbole-deutschen-scheiterns-15668200.html

Wie sehr hat sich Deutschland in den letzten 7 Jahren verändert, dass der einst als „Muster für Integration“ gefeierte 92-malige Nationalspieler und 5-malige „Nationalspieler des Jahres“ Mesut Özil aus „der Mannschaft“ zurücktreten musste?

In Helsinki gab es ein Gipfeltreffen zwischen den USA und Russland.

Es ist immer gut, wenn geredet wird. Die älteren Leser mögen sich an alte Zeiten erinnern, als die Russen bzw. die Sowjets noch die „Bösen“ waren. Wie haben da die westlichen Medien über jene Gipfel berichtet? So ziemlich alle positiv, dass es überhaupt zu Gesprächen kommt und erst recht positiv, wenn der Gipfel gute Ergebnisse gebracht hat.

Der Gegensatz zu heute ist eklatant: die westlichen Medien ärgert es schon, dass überhaupt ein Gipfel zustande kommt und versuchen alles mögliche, dass die Besprechungen schlecht ausgehen.

Einmal mehr zeigen die westlichen Staats-Medien, allen voran die deutschen, ihre heutige Verkommenheit und Kriegstreiberei.

Die Fußball-WM ist vorbei.

Was bleibt? Neben allem anderen sticht vor allem ein Thema heraus: Identität.