Ansichten eines Regenwurms

Mit dem Regenwurm ist es so eine Sache. Meist nimmt ihn keiner wahr und ernst nehmen tut ihn kaum jemand. Und doch: meist ist er da und oft auch wichtig. Ein eigenes Leben hat er allemal, wenn auch überwiegend unter der Erde - da wühlt und gräbt er sich durch alles durch und kommt mit allem in Kontakt, was es da so gibt im Wurzelbereich und drunterhinaus. Was dahin gerät - und das meiste kommt früher oder später mal da an - betrifft ihn und seine Freunde. Ab und zu kommt Rupert (so der Name des Regenwurms) an die Erdoberfläche, um zu sehen, was die da oben schon wieder alles treiben. Und gibt Kunde davon seinen staunenden Kumpels im Erdreich und jenen über der Erde, die sich für ihn interessieren.

Präventiv-Krieg

Auch der Wurm hatte nicht damit gerechnet, dass Russland Ernst macht und die Ukraine angreift.

Was auch immer alles im Hintergrund abgelaufen sein mag – über die Jahre hinweg wurde Russland von der NATO gedemütigt, umzingelt und musste immer mehr damit rechnen, selbst angegriffen zu werden. Der Wurm hatte das die Jahre vorher schon beschrieben und erst vor Kurzem zusammengefasst: http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/531-sicherheits-garantien.html

Für den Wurm eindeutig ein Präventiv-Krieg: wehre dich solange es noch Zeit ist, bevor es dir selbst an den Kragen geht.

 

Gabriele Rathjen

„Nancy Faeser zum zweiten Jahrestag des rassistischen Anschlags in Hanau …

wir gedenken heute der Opfer des rassistischen Anschlags, der Hanau und unser ganzes Land vor zwei Jahren zutiefst erschüttert hat …

Wir trauern um neun junge Menschen, die furchtbar brutal aus unserer Mitte gerissen wurden …

Wir werden Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtović, Vili Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu, Ferhat Unvar und Kaloyan Velkov nie vergessen. Sie alle waren einzigartig. Sie alle hatten so viel vor in ihrem Leben.“

https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/reden/DE/2022/faeser-gedenken-hanau.html

 

Es ist schön, dass die Bundesinnen-Ministerin die Namen der Opfer nennt.

Weniger schön ist, dass sie mit diesen Namen Politik macht. Denn bewusst hat sie den Namen eines Mord-Opfers unterschlagen, weil er nicht in ihr System passt: Gabriele Rathjen.

 

Politisch-digitaler Totalitarismus

Anselm Lenz: „Angesichts der erfolgreichen Konvois der Kanadier in ihre Hauptstadt fragt sich, wann die Demokratiebewegungen zum Erfolg gelangen. Seit über 10 Tagen ist Ottawa von der Demokratiebewegung besetzt. Der Präsidentensohn im Amt, Justin Trudeau, ist auf der Flucht. Die Unterstützung aus der Bevölkerung ist riesig. Es sind die mit Abstand größten und anhaltendsten Demonstrationen, die es in der nordamerikanischen Geschichte jemals gegeben hat.“

https://apolut.net/montagsspaziergaenge-und-konvois-von-anselm-lenz/

 

Endlich sind in größerem Umfang Arbeiter an den Maßnahmen-Protesten beteiligt. Wenn sich in anderen Ländern LKW-Fahrer und weitere Arbeiter den Protesten anschließen würden, dann wäre sehr schnell ein Ende mit dem ganzen Unfug.

Auf der anderen Seite schlägt das Imperium zurück. Unter anderem werden die Finanz-Ströme incl. Versicherungen für die Protestierer wie deren Unterstützer gesperrt. Die Schein-Demokratie in Kanada wie in der ganzen „westlichen“ Welt wird zum Totalitarismus bzw. ist es bereits.

 

Sicherheits-Garantien

Michael Lüders ab der 23. Minute: „Das Problem dieser Sichtweise ist, dass sie völlig ausblendet den westlichen Anteil an dieser Eskalation mit Russland, die es gegeben hat. Ich sage mal so: ohne den Versuch, die Ukraine um jeden Preis in Richtung NATO, in Richtung EU zu bringen, ohne Rücksicht auf die Interessen Russlands und ohne Rücksicht auch auf die Interessen der russisch-sprachigen Bevölkerung, wäre das wahrscheinlich alles so in dieser Form nicht gelaufen.

Es ist ja richtig, dass die russische Politik gegenüber der Ukraine im Wesentlichen darin besteht, vor allem im Osten, die Ukraine zu destabilisieren und dem Land die Möglichkeit zu nehmen, sich zu finden – sofern das möglich ist unter einer Oligarchen-Regierung mit stark rechts-nationalistischem Ausschlag. Aber auf jeden Fall ist die Destabilisierung der Ukraine ein Mittel zum Zweck russischer Politik.

Wer das kritisiert, und zurecht kritisiert, sollte allerdings auch sehen, dass diese russische Politik das Ergebnis ist, eine Reaktion darauf, was der Westen gemacht hat.

Und dieser letzte Truppen-Aufmarsch, den wir gesehen haben, der immer als Argument angeführt wird: 100.000 russische Soldaten an der Grenze zur Ukraine und Gefahr, die Russen könnten einmarschieren – das ist natürlich, nüchtern besehen, ein Akt der Erpressung. Die Russen wollen auf diese Art und Weise den Westen zwingen, mit Russland zu verhandeln. Das kann man und muss man kritisieren.

Man muss allerdings auch die andere Seite der Medaille betrachten: welche Chancen haben denn die Russen, gehört zu werden im Westen? Egal, was Russland sagt, egal, was Russland macht: Russland wird seit Jahren dermaßen dämonisiert in der hiesigen Politik, in den hiesigen Medien, dass auf der Grundlage von Sinn und Verstand und Interessens-Ausgleich eigentlich es nicht möglich ist, hier miteinander ins Benehmen zu kommen. Das weiss die russische Seite auch und deswegen greift sie zu diesem brachialen Mittel.

Wie gesagt: das kann, das muss man kritisieren – aber zur Wahrheit gehört eben auch, dass dies eine Reaktion ist auf die ständigen Versuche des Westens, in Richtung Russland vorzurücken. Die Ost-Erweiterung der NATO ist ein großer Fehler. Spätestens der Versuch, die Ukraine und Georgien aufzunehmen in die NATO, war zuviel des Guten.“

 

https://www.youtube.com/watch?v=-WAZ8UfGy3s

 

Wir sind Kinderschänder

Gisa Bodenstein: „Mit Spannung war die Vorstellung eines weiteren Missbrauchsgutachtens erwartet worden, diesmal für das Erzbistum München und Freising. Die "Bilanz des Schreckens": 497 Opfer, 65 tatsächliche oder mutmaßliche Täter; in 42 Fällen wird gegen amtierende Würdenträger ermittelt. Bei der gestrigen Vorstellung fanden die Vertreter der beauftragten Kanzlei deutliche Worte.“

https://hpd.de/artikel/muenchner-missbrauchsgutachten-stellt-fehlverhalten-ratzinger-und-marx-fest-20051

 

Hamed Abdel-Samad: „Wann steht der Ex-Papst eigentlich vor Gericht?

Als Kardinal Joseph Ratzinger im Jahr 2005 zum Papst gewählt wurde, titelte die Bild-Zeitung "Wir sind Papst". Viele in Deutschland identifizierten sich mit Benedikt XVI. und fühlten sich stolz, als er zum Papst ernannt wurde. Wo sind all diese Menschen heute und wo ist ihr Stolz? Warum titelt Bild heute nicht "Wir sind Kinderschänder"?

Der höchste Würdenträger der Kirche wusste jahrelang von Vergewaltigungen und Missbrauchsfällen in seinem Bistum. Er schwieg nicht nur über Fälle vor und während seiner Amtszeit in München, sondern vertuschte das Geschehen und verhinderte eine Aufklärung. Wie nennt man das? Komplizenschaft? Mittäterschaft?“

https://hpd.de/artikel/wann-steht-ex-papst-eigentlich-gericht-20053

 

Das Gutachten ist für Außenstehende relativ uninteressant – aber die Tatsache, dass es veröffentlicht wurde, bedeutet einen Wendepunkt der Geschichte.