Mit dem Regenwurm ist es so eine Sache. Meist nimmt ihn keiner wahr und ernst nehmen tut ihn kaum jemand. Und doch: meist ist er da und oft auch wichtig. Ein eigenes Leben hat er allemal, wenn auch überwiegend unter der Erde - da wühlt und gräbt er sich durch alles durch und kommt mit allem in Kontakt, was es da so gibt im Wurzelbereich und drunterhinaus. Was dahin gerät - und das meiste kommt früher oder später mal da an - betrifft ihn und seine Freunde. Ab und zu kommt Rupert (so der Name des Regenwurms) an die Erdoberfläche, um zu sehen, was die da oben schon wieder alles treiben. Und gibt Kunde davon seinen staunenden Kumpels im Erdreich und jenen über der Erde, die sich für ihn interessieren.

Donald Trump lässt ja schon einiges an Unfug vom Stapel, muss selbst aber jede Menge an Falschmeldungen und Lügen über sich ergehen lassen.

Nun hat er zurückgeschlagen und den „Fake News Award“ vergeben.

Martina Meister: „Catherine Deneuve und andere prominente Französinnen warnen in einem offenen Brief vor einer „puritanischen Säuberungswelle“ als Folge der MeToo-Debatte. Sie fürchten den Verlust sexueller Freiheiten in einem „totalitären Klima“.

„Wir fordern die Freiheit, aufdringlich werden zu dürfen“, unter diesem Titel hat ein Kollektiv französischer Frauen am Dienstag eine Kampfschrift veröffentlicht, in der sie die Folgen der MeToo-Debatte für das Verhältnis der Geschlechter beklagen. Es ist ein empörter Aufschrei gegen ein „totalitäres Klima“ in Sachen Sexualität, der vermutlich nur aus Frankreich kommen konnte, wo die Libertinage erfunden wurde. Wollte man ihn in einem Slogan zusammenfassen, so müsste er vermutlich „Nicht mit mir“ lauten.

Der offene Brief, der am Dienstag in der französischen Tageszeitung „Le Monde“ erschienen ist und den unter anderem die Schauspielerin Catherine Deneuve, die Schriftstellerinnen Catherine Millet und Catherine Robbe-Grillet unterzeichnet haben, hebt die Debatte um sexuelle Aggression auf eine neue Ebene.“

https://www.welt.de/politik/ausland/article172335715/Franzoesinnen-gegen-MeToo-Die-Freiheit-aufdringlich-zu-werden.html

Und auf dieser neuen Ebene befindet sich der Wurm. Es läuft einiges drunter und drüber, aber der Wurm versucht, die Thematik zusammenzufassen.

Timo Kirez: „"Fake News": Angehender US-Botschafter in den Niederlanden blamiert sich kolossal in Interview

Ab 2018 soll Pete Hoekstra der neue Botschafter der USA in den Niederlanden werden. Schon im Vorfeld sorgte Hoekstra mit Äußerungen über vermeintliche "No-Go-Zones" in den Niederlanden für Ärger. Ein holländischer Journalist hakte nun noch einmal nach – nicht zum Vorteil von Hoekstra.

Das Interview beginnt harmlos - doch dann geht es schnell zur Sache: Der Journalist der niederländischen TV-Sendung Nieuwsuur erinnert den kommenden US-Botschafter an Äußerungen, die dieser in einer Debatte getätigt habe:

Sie haben mal in einer Debatte erwähnt, dass es in den Niederlanden "No-Go-Zonen" gäbe. Und dass Autos und Politiker angezündet würden...

Aber der Journalist kann seine Frage kaum zu Ende formulieren - da fällt ihm der Botschafter schon ins Wort:

Das habe ich nicht gesagt. Das ist nicht korrekt zitiert. Wir würden das "Fake News" nennen. Ich habe das nie gesagt.

Der Journalist hakt noch einmal kurz nach:

Aber das haben sie doch gesagt...

Doch Hoekstra bleibt bei seiner Sicht der Dinge:

Ich habe das nicht gesagt.

Dann passiert, was passieren musste. In das Video-Interview wird ein Ausschnitt genau der Debatte eingeblendet, in der Hoekstra für alle klar hörbar unter anderem folgendes sagt:

"[...] Chaos in den Niederlanden... Autos werden angezündet... Politiker werden angezündet... Und, ja: Es gibt "No-Go-Zones" in den Niederlanden."

Jetzt wird es erst richtig skurril: Denn wer nun glaubt, dass Hoekstra klein beigibt, sieht sich schnell eines Besseren belehrt. Der Journalist sagt nach dem Video-Ausschnitt zu dem Diplomaten, dass er ja gerade von "Fake News" gesprochen habe, doch prompt unterbricht ihn Hoekstra wieder:

Das habe ich nicht Fake News genannt. Ich habe das Wort heute nicht benutzt.

Der verdutzte Reporter fragt nach:

Nein?

Darauf Hoekstra:

Nein.

Das Interview verbreitete sich wie ein Lauffeuer im Internet und wurde schnell zu einem viralen Hit. Man darf auf die Memes gespannt sein.“

https://deutsch.rt.com/international/62623-fake-news-angehender-us-botschafter-in-den-niederlanden-blamiert-sich-kolossal-in-interview/

 

 

Auf den ersten Blick hört sich das tatsächlich skurril an – ist aber ein typischer Bestandteil menschlicher Kommunikation, der nur selten dermaßen deutlich, prominent und nachprüfbar zutage tritt.

„Die US-Streitkräfte haben in Jemen "mehrere Bodenoperationen und mehr als 120 Luftschläge im Jahr 2017 durchgeführt", heißt es in einer Erklärung des US Central Command in Tampa, Florida. Das US-Militär hoffe, al-Qaida auf der arabischen Halbinsel [AQAP] und den Islamischen Staat daran zu hindern, den Jemen "als Drehscheibe für terroristische Rekrutierung, Ausbildung und Operationsbasis für den weltweiten Export von Terror zu nutzen", heißt es in der Erklärung.

Die Anzahl von 120 Luftangriffen im Jemen würden eine Verdreifachung im Vergleich zum Vorjahr bedeuten. Vor der Erklärung vom Mittwoch gab es nur wenige offizielle Enthüllungen über das Ausmaß der militärischen Beteiligung der USA im Jemen. Im Gegensatz zum Kampf gegen den IS in Syrien und dem Irak hat das Pentagon es vermieden, regelmäßige Briefings über Boden- oder Luftoperationen im Jemen abzuhalten.

Es gab bisher sporadische Berichte über US-Militäraktivitäten im Land. Das US-Central-Command gab Anfang des Monats an, dass fünf al-Qaida-Militaristen bei einem US-Luftangriff am 20. November im Gouvernement al-Baida’ im Jemen getötet wurden.

Zuvor herrschte weitgehend Unklarheit, das Pentagon hatte lediglich eingeräumt, dass die USA im Jemen "Leute vor Ort" haben. Medienberichten zufolge haben die US-Sondereinsatzkräfte die Bodenoperationen im Jemen im April intensiviert, aber Militärbeamte haben die Angelegenheit nicht weiter ausgeführt. Weiterhin bleibt unklar, wie viele US-Truppen auf jemenitischem Boden im Einsatz sind. Ein Bericht des Weißen Hauses, der dem Kongress letzte Woche vorgelegt wurde, in dem die US-Militäroperationen weltweit detailliert beschrieben wurden, konnte die Anzahl der im Jemen stationierten US-Truppen nicht offenlegen.

Im Februar wurde bekannt, dass bei einem verpfuschten US-Angriff im Land mindestens 25 Zivilisten und ein Navy SEAL ums Leben kamen. Untersuchungen zur Katastrophe ergaben, dass der Überfall keine nennenswerten geheimdienstlichen Erkenntnisse erbrachte, aber die Trump-Administration lobte die Mission dennoch als Erfolg. Abgesehen von den Todesfällen wurde auch ein 70 Millionen Dollar teurer Militärhubschrauber zerstört.“

https://deutsch.rt.com/international/62581-pentagon-usa-hat-2017-zahlreiche-bodenoperationen-ueber-120-luftschlaege-rechtmaessigkeit-fraglich/

Eine indirekte Beteiligung der USA an der Bombardierung Jemens war zwar klar, aber nicht die direkte. Nun ist auch das erwiesen. Wahrscheinlich wird das mit Menschenrechten, Demokratie oder dem Verhindern eines jemenitischen Hitler begründet.

Wie nach dem Wahlergebnis nicht anders zu erwarten (siehe http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/300-generation-anything-goes.html ), steht die neue rechte österreichische Regierung. So reibungslos wie das vonstatten ging, lässt Kanzler Sebastian Kurz Angela Merkel und die deutsche Politik mit ihrer schleppenden Regierungsbildung ganz schön lang aussehen.

Mittlerweile scheint es zumindest im westlichen Europa egal zu sein, ob sich eine Regierung als „links“ oder als „rechts“ bezeichnet – das Ergebnis ist immer das gleiche: Aufrüstung im Sicherheits-Apparat, Steuersenkungen für die Reichen, Sozial-Abbau.

Das ist bei der neuen österreichischen Regierung nicht anders. Bemerkenswert ist allerdings der Ort, an dem diese Regierung und ihr Programm vorgestellt wurde. Und der hat es in sich: am Kahlenberg.