Mit dem Regenwurm ist es so eine Sache. Meist nimmt ihn keiner wahr und ernst nehmen tut ihn kaum jemand. Und doch: meist ist er da und oft auch wichtig. Ein eigenes Leben hat er allemal, wenn auch überwiegend unter der Erde - da wühlt und gräbt er sich durch alles durch und kommt mit allem in Kontakt, was es da so gibt im Wurzelbereich und drunterhinaus. Was dahin gerät - und das meiste kommt früher oder später mal da an - betrifft ihn und seine Freunde. Ab und zu kommt Rupert (so der Name des Regenwurms) an die Erdoberfläche, um zu sehen, was die da oben schon wieder alles treiben. Und gibt Kunde davon seinen staunenden Kumpels im Erdreich und jenen über der Erde, die sich für ihn interessieren.

Das berühmte Banksy-Schredderbild wird seit Dienstag erstmals in Deutschland präsentiert. Die erste Gelegenheit nutzten in Baden-Baden viele Besucher.

Vier Wochen lang wird das Werk im Museum Frieder Burda kostenlos in Baden-Baden gezeigt. Damit wolle das Museum Banksys Ansätzen einer Demokratisierung der Kunst folgen, so Direktor Henning Schaper. Danach zieht es weiter in die Staatsgalerie Stuttgart.

Am Abend zog das Museum eine erste Bilanz: Nach Angaben einer Sprecherin habe es einen großen Besucherandrang gegeben. Man hoffe nun auf etwa 20.000 zusätzliche Besucher in den kommenden vier Wochen.

Das Kunstwerk, auf dem ein kleines Mädchen mit wehendem Rock einen roten Herzballon steigen lässt, entstand bei einer medienwirksamen Kunstauktion im Herbst vergangenen Jahres: Nach dem Verkauf für 1,2 Millionen Euro wurde es in einem im Rahmen eingebauten Schredder eingezogen und zur Hälfte zerschnitten. Der Künstler gab dem Bild eine Woche später einen neuen Namen, es heißt nun "Love is in the bin", zu deutsch, "Die Liebe ist im Eimer" ...

Bereits gegen 10 Uhr hatten sich vor dem Museum die ersten Warteschlangen gebildet. Besucher kamen aus der Region, manche sogar aus dem europäischen Ausland angereist.“

https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/Schredderbild-erstmals-in-Deutschland-Banksy-Kunst-im-Burda-Museum-Baden-Baden,banksy-106.html

 

 

Die Belagerung Leningrads gehört zu den größten Katastrophen des Zweiten Weltkriegs. Fast 900 Tage lang, vom 7. September 1941 bis zum 27. Januar 1944, hielten die deutsche Wehrmacht im Süden und die finnische Armee im Norden die Stadt vom sowjetischen Hinterland abgeschnitten. Nur über den Ladogasee konnten Lebensmittel in den Belagerungsring gebracht werden: im Sommer per Schiff und im Winter per Lastwagen über die Eisstraße. Diese „Straße des Lebens" ermöglichte es den Leningradern, die deutsche Belagerung zu überstehen. Die Kapazität dieser Versorgungslinie reichte jedoch nicht aus, um die Bedürfnisse der drei Millionen Einwohner zu befriedigen. Die lokalen Verantwortlichen waren gezwungen, die Lebensmittelrationen immer weiter herabzusetzen. Im Dezember 1941 erreichten sie mit 125 Gramm Brot pro Tag ihren Tiefststand. Dieses „Blockadebrot" bestand in jenem Winter zu 40 % aus Ersatzstoffen: Kleie, Futterkuchen, Hülsen, Reiskörnern und Zellulose. Der Hunger nahm schreckliche Formen an. Menschen brachen mitten auf der Straße tot zusammen. In ihrer Verzweiflung aßen die Leningrader alles: Bald waren Hunde und Katzen aus dem Stadtbild verschwunden, auch sind Fälle von Kannibalismus überliefert. Die Kälte verschärfte die Situation. Der erste Kriegswinter war mit Temperaturen bis zu minus 40°C einer der strengsten im 20. Jahrhundert. So hatte auch der Mangel an Brennmaterialien fatale Auswirkungen. Das gesamte Alltagsleben kam zum Erliegen. Die Wasser- und Energieversorgung brach zusammen, seit November fuhren keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr, und Leningrad versank in Dunkelheit. Im Dezember fielen die Heizungen aus, und die Menschen versuchten, ihre Zimmer mit kleinen gußeisernen Öfen selbst zu beheizen. Sie verbrannten ihre Möbel und Bücher, da es schon bald kein Holz mehr in der Stadt gab. Die Bilanz dieser 900 Tage: rund eine Million Tote unter der Leningrader Zivilbevölkerung - das sind rund doppelt so viele Zivilisten wie in Deutschland während des gesamten Kriegs durch die alliierten Luftangriffe umgekommen sind.“

Sofern nicht anders angegeben, stammen die angeführten Zitate aus Jörg Ganzenmüllers Buch „Das belagerte Leningrad 1941 – 1944 – Die Stadt in den Strategien von Angreifern und Verteidigern, 2007“

Hier eine Dokumentation des ORF:

 

 

Nachdem er sich schon lange aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hatte, ist im Alter von 96 Jahren der Stern des Horst Stern erloschen. Vor allem im Vergleich zu den heutigen Irrlichtern wird einem seine Größe so richtig bewusst.

Horst Stern in „Zeugen des Jahrhunderts“:

 

 

Vor 100 Jahren wurden Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht ermordet. Für die gerade stattfindende Revolution in Deutschland war dieses Ereignis eher unwichtig. Was davor und danach passierte, ist diesem geschichtslosen Volk entweder weitgehend unbekannt oder es lässt sich gerne mit Manipulationen blenden – obwohl gerade zu jener Zeit Weichen gelegt wurden, die heute noch wirksam sind.

„Rosa Luxemburg irrte in der Frage der Unabhängigkeit Polens; sie irrte 1903 in der Beurteilung des Menschewismus; sie irrte in der Theorie der Akkumulation des Kapitals; sie irrte, als sie im Juli 1914 neben Plechanow, Vandervelde, Kautsky u. a. für die Vereinigung der Bolschewiki mit den Menschewiki eintrat; sie irrte in ihren Gefängnisschriften von 1918 (wobei sie selbst nach der Entlassung aus dem Gefängnis Ende 1918 und Anfang 1919 ihre Fehler zum großen Teil korrigierte). Aber trotz aller dieser ihrer Fehler war sie und bleibt sie ein Adler ...“

http://luxemburg-lesen.blog.rosalux.de/files/2016/10/Die-eigent%C3%BCmliche-W%C3%BCrdigung-Luxemburgs-durch-Lenin-1922.pdf

So ziemlich das gleiche hätte Rosa Luxemburg über Lenin sagen können.

Der Adler wurde vor 100 Jahren vom politischen Gegner ermordet. Zeit, ihn zu würdigen und die heute noch zahlreichen Gegner zu entlarven.