Mit dem Regenwurm ist es so eine Sache. Meist nimmt ihn keiner wahr und ernst nehmen tut ihn kaum jemand. Und doch: meist ist er da und oft auch wichtig. Ein eigenes Leben hat er allemal, wenn auch überwiegend unter der Erde - da wühlt und gräbt er sich durch alles durch und kommt mit allem in Kontakt, was es da so gibt im Wurzelbereich und drunterhinaus. Was dahin gerät - und das meiste kommt früher oder später mal da an - betrifft ihn und seine Freunde. Ab und zu kommt Rupert (so der Name des Regenwurms) an die Erdoberfläche, um zu sehen, was die da oben schon wieder alles treiben. Und gibt Kunde davon seinen staunenden Kumpels im Erdreich und jenen über der Erde, die sich für ihn interessieren.

Der Kassenbon ist seit Januar 2020 Pflicht. Egal ob beim Bäcker, Frisuer, Kiosk oder der Eisdiele: Geschäfte, die über elektronische Kassensysteme verfügen, müssen ihren Kunden beim Bezahlen einen Kassenbon aushändigen. Die Bon-Pflicht ist Teil der "Kassensicherungsverordnung", die 2016 beschlossen wurde. Die neue Regelung wirkt sich nun vor allem auf Geschäfte aus, die viele, günstige Produkte verkaufen - beispielsweise Bäckereien oder Eisdielen. Ob der Kunde den Beleg überhaupt haben möchte, ist dann egal.“

 

https://www.youtube.com/watch?v=WoK3LJedJz8

 

Im Jahre 2016 wurde ein Gesetz beschlossen, das seit dem 1. Januar 2020 gilt.

Wer gegen dieses Gesetz ist, braucht jetzt auch nicht mehr daherzukommen und sich Vorwände dagegen ausdenken.

Die Umwelt! Die Umwelt!

Oder, wie Wirtschaftsminister Peter Altmaier, auf den fahrenden Zug der Kritiker aufzuspringen und sich kurz vor Toresschluss einfallen zu lassen, dass das jetzt doch keine so gute Idee sei.

Auch, wenn es für den Konsumenten auf den ersten Blick nach bürokratischem Unfug aussehen mag – letztendlich ist die Kassensicherungsverordnung eine gute Sache.

 

Sahra Wagenknecht: „Was für eine bittere Niederlage für Labour. Und das trotz des mutigsten Programms, das eine sozialdemokratische Partei in Europa in den letzten Jahren hervorgebracht hat: Labour wollte das Gesundheitswesen, die Bahn, die Post, die Wasser- und Energiebetriebe sowie einen Teil der British Telecom wieder in öffentliche Verantwortung zurückholen, eine Million Jobs in den verarmten ehemaligen Industriegebieten im Norden schaffen, den Sozialstaat erneuern und ausbauen.

Ist ein solches Programm unpopulär?

Umfragen in Großbritannien belegen das Gegenteil. Viele wünschen sich nach Jahrzehnten neoliberaler Demütigung nichts sehnlicher als einen Staat, der das Heft des Handelns zurückgewinnt, aktiv für Arbeitsplätze und soziale Sicherheit sorgt und sie vor den Unbilden der Globalisierung schützt.

Warum hat Labour dann so dramatisch verloren?

Weil es in diesem Wahlkampf letztlich nur ein zentrales Thema gab: den Brexit. Eine Partei, die sich dazu nur ein verzagtes Jein leisten konnte, weil sie in dieser Schlüsselfrage selbst gespalten war, hatte in einem solchen Umfeld keine Chance. Boris Johnsons „Get Brexit done“ war eine klare Antwort – wo Labour überhaupt keine gab. Hätte Corbyn Johnsons Plänen einen entschlossenen Left Brexit entgegensetzen können, also das Vorhaben, ein Ende der neoliberalen EU-Verträge für einen sozialen Umbau der britischen Gesellschaft zu nutzen, wäre ein anderes Ergebnis durchaus möglich gewesen. Traurige Ironie dieses Wahlkampfes: Labours großes Sozialstaatsprogramm ist innerhalb der heutigen EU überhaupt nicht umsetzbar.

Man muss bedenken: Selbst das Geld, das die Bundesregierung im Rahmen des Klimapakts für einen Ausbau des Bahnnetzes zur Verfügung stellen will, scheitert voraussichtlich an den EU-Beihilferegeln. Eine Ausweitung öffentlichen Eigentums an Schlüsselbereichen der Daseinsvorsorge, Vorrang für Gemeinwohl statt Rendite, all das ist mit den Vorgaben der EU-Verträge schlicht unvereinbar.

Wähler haben einen feinen Instinkt für solche Widersprüche. Dass vor allem die obere Mittelschicht und die gebildeten Großstädter in Großbritannien gegen den Brexit waren, während ehemalige Industriearbeiter und die Ärmeren für ihn stimmten, ist nicht irrational. Irrational ist, dass sie einen neoliberalen Tory wählen mussten, der ihnen noch weniger Schutz, noch weniger soziale Leistungen und noch miesere Löhne bringen wird, um die endlose Bexit-Hängepartie zu beenden.

Bitter, dass es nun so ausgegangen ist. Doch bei aller Dramatik sollte man auch nicht vergessen: Von einem Ergebnis von mehr als 32 Prozent können andere sozialdemokratische Parteien in Europa nur träumen.

Das Scheitern von Labour ist daher definitiv kein Grund, eine Linkswende der Sozialdemokratie andernorts abzublasen.“

https://www.facebook.com/sahra.wagenknecht/posts/3207989379218437

 

 

https://www.youtube.com/watch?v=3Q-a513uNWk

 

Kai Biermann: „Ohne das beherzte Eingreifen von David Datuna wäre die Banane vergammelt. Und bestimmt auch weniger berühmt. Doch von vorn. Der italienische Künstler Maurizio Cattelan hat auf der Art Basel in Miami Beach, einer großen Kunstverkaufsmesse, eine Banane ausgestellt. Er klebte sie mit Duct Tape an die Wand und gab dem Ganzen den Titel "Comedian".

Ob das komödiantische Kunstwerk eine Kritik an dem längst dematerialisierten Kunstmarkt sein sollte, ist nicht überliefert. Klar ist hingegen, dass es Liebhaber fand.

Laut New York Times wurde das Kunstwerk, beziehungsweise dessen Idee, gleich dreimal verkauft. Zwischen 120.000 und 150.000 Dollar hätten drei Käufer für eine limitierte Ausgabe bezahlt, so die Zeitung. Jeder habe dazu ein Zertifikat der Echtheit und Anweisungen für die Erneuerung der Banane und des Klebebandes erhalten.

Die wurde schneller notwendig als möglicherweise geplant. Denn am vorletzten Tag der Art Basel nahm der Performance-Künstler David Datuna sie von der Wand, schälte und aß sie – und machte sie auf diese Art zu seiner eigenen Kunst. Zumindest biss er mit den Worten hinein: "Kunst-Performance ... hungriger Künstler."

Er veröffentlichte den Akt anschließend als Video auf Instagram und schrieb dazu: "Ich liebe die Kunst von Maurizio Cattelan und ich liebe wirklich diese Installation. Sie ist sehr lecker."

Zuschauende Besucher waren begeistert, die Galerie, die das Objekt ausgestellt hatte, weniger. Lucien Terras, der Sprecher der Galerie Perrotin, konnte der Aktion wenig abgewinnen. Datuna habe dem Objektraum "viel Spannung und Aufmerksamkeit" bereitet, sagte er der Zeitung Miami Herald. "Und wir haben nichts für Spektakel übrig."

Vielleicht war es aber auch geplant, schließlich brachte der Akt der Banane und den beteiligten Künstlern weltweite Aufmerksamkeit, wie letztlich auch der hier vorliegende Text beweist.

Und vernichtet hatte Datuna das Werk damit auch nicht. Schließlich war eine Installation mit einem vergänglichen und daher austauschbaren Gut verkauft worden. Kurz darauf hing denn auch eine neue Banane an der weißen Wand und viele Besucher fotografierten sich begeistert vor ihr. Denn, wie der Galeriesprecher sagte: "Er hat das Kunstwerk nicht zerstört. Die Banane ist die Idee."

Als Kunstkonzept ist das alles nicht neu. Joseph Beuys nutzte beispielsweise Fett für einige seiner Werke – eines davon, die sogenannte Fettecke, wurde versehentlich vom Hausmeister entfernt. Woraufhin ein anderer Künstler die in einem Abfalleimer entsorgten Reste sogleich als eigenes Kunstwerk anmeldete, Titel: "Reste einer staatlich zerstörten Fettecke". Kunst ist schließlich das, was ein Künstler oder eine Künstlerin als Kunst definiert.“

https://www.zeit.de/kultur/kunst/2019-12/banane-kunst-art-basel-miami-maurizio-cattelan

Bei allem Respekt: eine an die Wand geklebte, für über 100.000 Euro gekaufte, ausgestellte und gefressene Banane sagt viel über „Kunst“, „Künstler“, Kunstmarkt, Galerien, Museen und Zuschauer aus. Wohl auch über zu niedrige Steuersätze bei sehr gut Verdienenden. Wer so viel Geld für eine an die Wand geklebte Banane ausgibt, dem schadet es nicht, mehr Geld an den Staat zu zahlen.

Aus einem früheren Beitrag des Wurms:

Wen beeindruckt diese Art von Kunst?

Um es kurz zu machen: Menschen, die keinerlei Bezug zur Realität haben. Grob zusammengefasst „Gutmenschen“, oft akademisch gebildet. Diese hat es schon immer gegeben, aber sie verlieren immer mehr die Bodenhaftung. Immer weniger haben sie Ahnung, was „unter“ ihnen passiert und immer weniger interessiert es sie.“

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/344-die-kraft-die-stets-das-gute-will-und-stets-das-boese-schafft.html

 

https://www.youtube.com/watch?v=GisN21BoKis

 

Politik und Medien geschockt: Sozialdemokraten an die Spitze der SPD gewählt

Ja, sind denn die Genossen jetzt völlig bescheuert geworden? Politiker nahezu aller Parteien sowie Kommentatoren zahlreicher Medien haben am Wochenende geschockt und verstört auf die Nachricht reagiert, dass die SPD zwei Sozialdemokraten an die Spitze der Partei gewählt hat.

"Sozialdemokraten an der Spitze der SPD? Sowas gab's seit 20 Jahren nicht mehr! Das ist ja der komplette Wahnsinn!", schreibt etwa ein Korrespondent auf zeitbildtagesspiegelschauwelt.de und ergänzt. "Das wird der Untergang dieser stolzen Partei sein, die damals bei 40 Prozent stand und nach zwei Jahrzehnten Agenda-Politik und Neoliberalismus noch von 13 Prozent der Bevölkerung gewählt würde."

Dass unter den SPD-Mitgliedern, die online über die Parteiführung abstimmten, offenbar sozialdemokratische Ideen die Runde machen, wurde mit großer Besorgnis aufgenommen. "Der Verfassungsschutz sollte die sofort prüfen!", fordern bereits erste Anhänger von Union und FDP. "Wobei… Sind sozialdemokratische Umtriebe überhaupt verfassungsfeindlich? Egal!"

Ähnlich schockiert zeigte sich Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (Gazprom), der parteiinterne Basisbefragungen offenbar nicht für lupenrein demokratisch hält, wenn sie nicht das gewünschte Ergebnis bringen: "Ich habe das Verfahren für unglücklich gehalten und das Ergebnis bestätigt meine Skepsis."

Experten befürchten, dass der Linksschwenk der SPD langfristig zu einem Abstieg wie dem der portugiesischen (Wahlergebnis: 36,34%) und spanischen (Wahlergebnis: 28%) Sozialdemokraten führen könnte, die derzeit beide mit linken Parteien koalieren. Auch ein grauenhaftes Schicksal wie das der britischen Labour-Partei, die bei der letzten Wahl 40% erreichten (aktuelle Umfragen: 33%), sei nicht auszuschließen.

Die einzige Chance, ein derartiges Desaster abzuwenden, bestehe nun darin, dass die alte Garde um Olaf Scholz und Seeheimer Kreis den beiden Sozialdemokraten das Leben so schwer wie möglich macht.“

https://www.der-postillon.com/2019/12/walter-borjans-esken.html

Die Satire drückt es treffend aus. Der Wurm hat nur sehr geringe Hoffnung für die SPD. Immerhin. Vor Kurzem hatte er überhaupt keine Hoffnung mehr.

 

Nils Melzer, UN-Sonderberichterstatter für Folter:

 

https://www.youtube.com/watch?v=2aPL79lbDbM

 

Bei der Veranstaltung „Medien unter Beschuss“ im Bundestag, die von der Partei Die Linke mit prominenten Vortragenden durchgeführt wurde. Der Wurm wird weiter unten näher auf diese Veranstaltung eingehen.

Es war kein Vertreter anderer Parteien zu Besuch. Eine Schande für diese Parteien, unter anderem für die Grünen, die in ihren Anfangszeiten für Menschenrechte eingetreten sind.

Eine Schande für die westlichen Regierungen, die westlichen Medien und die Gutmenschen, die es einen Dreck interessiert, wie Julian Assange, einer der hervorragendsten Vertreter der Meinungsfreiheit seit Jahren sich nicht aus dem Gebäude bewegen kann, in dem er sich gerade befindet.