Mit dem Regenwurm ist es so eine Sache. Meist nimmt ihn keiner wahr und ernst nehmen tut ihn kaum jemand. Und doch: meist ist er da und oft auch wichtig. Ein eigenes Leben hat er allemal, wenn auch überwiegend unter der Erde - da wühlt und gräbt er sich durch alles durch und kommt mit allem in Kontakt, was es da so gibt im Wurzelbereich und drunterhinaus. Was dahin gerät - und das meiste kommt früher oder später mal da an - betrifft ihn und seine Freunde. Ab und zu kommt Rupert (so der Name des Regenwurms) an die Erdoberfläche, um zu sehen, was die da oben schon wieder alles treiben. Und gibt Kunde davon seinen staunenden Kumpels im Erdreich und jenen über der Erde, die sich für ihn interessieren.

Wirtschaftlich sind die christlichen Kirchen in Deutschland sehr bedeutend. Gesellschaftlich sind sie durch ihre zahlreichen Privilegien relevant. Geistig jedoch gehen sie mehr und mehr in Richtung Bedeutungslosigkeit.

Es gibt kaum etwas, was dies deutlicher machen würde als der Tod von Hans Küng.

Es gibt wohl keinen christlichen Schriftsteller mehr, der seine Leserschaft so sehr inspirierte wie es Hans Küng tat. Gleichzeitig ist allerdings die Leserschaft stark geschrumpft, die noch Interesse daran hatte, sich christlich inspirieren zu lassen.

Während etwa in den 1970er oder 1980er Jahren christliche Themen und Personen sowie innerkirchliche Kontroversen medial sehr präsent waren (auch den Kirchenfernen sind neben Hans Küng solche Namen wie Uta Ranke-Heinemann, Eugen Drewermann und andere sowie etwa die „Theologie der Befreiung" auch heute noch bekannt), ist das öffentliche Interesse heutzutage recht gering.

Selbst der Tod von Hans Küng wurde quasi nur noch nebenbei erwähnt und zur Kenntnis genommen.

 

Aus einem früheren Beitrag des Wurms: „Die politische Korrektheit geht weiter, der Fanatismus und die Radikalität von Gutmenschen und Pseudo-Linken wird sich verstärken, wenn diesen nicht entschieden entgegen getreten wird.“

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/445-bildersturm.html

Alles, was nicht ins eigene Weltbild passt, muss nieder gemacht oder gleich vernichtet werden.

Ziel der unterschiedlichen Attacken in den letzten Tagen waren unter anderem Helmut Schleich, Boris Reitschuster und Bettina Jarasch.

Der Auftraggeber von Helmut Schleich lässt diesen nicht im Stich; Boris Reitschuster ist den Kampf „David gegen Goliath“ gewöhnt und kämpft weiter; Bettina Jarasch wurde zur Selbstkritik gezwungen.

 

Nikolai Binner: Wie Antirassismus immer rassistischer wird

https://www.youtube.com/watch?v=Y_pWv0yVQ2E

 

„Wir wissen, dass abends viele Treffen stattfinden. Das wissen wir aus den Bewegungsprotokollen der Fahrzeuge, aus den Bewegungsprotokollen der Handydaten.“

Karl Lauterbach begründet bzw. fordert damit eine nächtliche Ausgangssperre.

Noch mal: jedes (neue) Auto meldet dem Sicherheits-Apparat, wo es gerade steht und fährt; jedes Handy meldet dem Sicherheits-Apparat, wo es sich gerade befindet.

Angeblich „anonymisiert“.

Tatsächlich ist dies ein weiterer Schritt in Richtung Total-Überwachung.

 

Der „Einsame Wanderer“ bringt‘s wie üblich auf den Punkt:

 

https://www.frei3.de/article/290f22e7-694b-4697-8c5f-ff4f1c70712d

 

HK - Danser encore (Officiel)

https://www.youtube.com/watch?v=SyBEMRyt6Qg&t=2s

 

Letztendlich scharf gegen die Regierung gerichtet, schafft es „Danser encore“, mit einer gewissen Eleganz und Lebensfreude, sich das Leben nicht vermiesen zu lassen. Und nimmt damit auch Unpolitische und Meinungslose mit.

Das mitreissende Lied ist in Frankreich zur Hymne des friedlichen Widerstands geworden und wird Woche für Woche in ganz Frankreich auf offiziellen Demos oder mehr oder weniger belebten Plätzen geplant oder spontan von mehr oder weniger großen Künstlern vorgetragen.

 

On a suivi HK & Les Saltimbanks, le groupe de "Danser encore", l'hymne anti-confinement

https://www.youtube.com/watch?v=VML96Wdf41g

 

Vor 150 Jahren begann die kurze Zeit der „Pariser Kommune“, die als Vorläufer heutiger bürgerlicher Demokratien wie auch sozialer Revolutionen gilt. Deren brutale Niederschlagung (auch mit massiver Hilfe der deutschen Regierung) macht deutlich, dass die herrschende Klasse alles tun wird, damit sich das einfache Volk keinen noch so kleinen Anteil vom zu verteilenden Kuchen nimmt.

Michael Braun fasst die Geschehnisse kurz zusammen: „Die 72 turbulenten Tage der Pariser Kommune vom 18. März bis zum 28. Mai 1871 gelten bis heute als die „schönste Revolution der Weltgeschichte“ (Karl Marx). Die Selbstorganisation der Kommunarden von Paris ist zum mythisch glorifizierten Vorbild aller sozialrevolutionären Bewegungen des 20. Jahrhunderts geworden.

Der Aufstand der Kommune begann nach der Niederlage Frankreichs im Deutsch-Französischen Krieg von 1870, in dessen Verlauf deutsche Truppen Paris zunächst belagert und dann für einige Tage besetzt hatten. In dieser Zeit gab es zwei Machtzentren in Frankreich: die bürgerliche „Regierung der nationalen Verteidigung“ in Bordeaux und die frei gewählte „Föderation der Nationalgarde“, die bewaffnete Bürgerwehr in Paris. Zwischen diesen beiden Machtpolen begann der Bürgerkrieg.

Die Mauer auf dem Friedhof Père-Lachaise, an der am Pfingstsonntag 1871 die letzten 147 Kämpfer der Kommune in einem Akt terroristischer Staatsgewalt erschossen wurden, fungiert bis heute als ein Wallfahrtsort der französischen Linken. Die Geschichtswissenschaft aber hat in der Zwischenzeit den Mythos von der ersten „Diktatur des Proletariats“ ernüchtert.

Der Publizist Sebastian Haffner wies bereits 1971, zum hundertsten Geburtstag der Kommune, darauf hin, dass diese nur wenig mit Kommunismus zu tun gehabt habe, sondern zunächst ein frei gewähltes Stadtparlament gewesen sei, das nicht nur aus Anarchisten, sondern auch aus Linksliberalen und Radikaldemokraten bestand.

Ein Parlament freilich, das Beschlüsse fasste, die heute zum Grundbestand der bürgerlichen Demokratie gehören: ein kostenloses Bildungssystem für alle, die Trennung von Kirche und Staat, die rechtliche Gleichstellung der Frauen. Am 28. Mai 1871 wurde diese erste junge Demokratie in einem Blutbad ausgelöscht. Der brutale Rachefeldzug der alten Machtordnung forderte etwa 30.000 Opfer.“

https://www.deutschlandfunkkultur.de/louise-michel-die-pariser-commune-die-schoenste-revolution.1270.de.html?dram:article_id=491288