Mit dem Regenwurm ist es so eine Sache. Meist nimmt ihn keiner wahr und ernst nehmen tut ihn kaum jemand. Und doch: meist ist er da und oft auch wichtig. Ein eigenes Leben hat er allemal, wenn auch überwiegend unter der Erde - da wühlt und gräbt er sich durch alles durch und kommt mit allem in Kontakt, was es da so gibt im Wurzelbereich und drunterhinaus. Was dahin gerät - und das meiste kommt früher oder später mal da an - betrifft ihn und seine Freunde. Ab und zu kommt Rupert (so der Name des Regenwurms) an die Erdoberfläche, um zu sehen, was die da oben schon wieder alles treiben. Und gibt Kunde davon seinen staunenden Kumpels im Erdreich und jenen über der Erde, die sich für ihn interessieren.
Susanne Dagen hat eine unabhängige, freie Buchmesse für kritische Geister aus dem Boden gestampft. Veranstalter wie Besucher waren friedlich und offen für den Dialog.
Der große Erfolg zeigt, wie notwendig die neue Buchmesse war.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hielt zum 9. November eine Rede an die deutsche Elite, in der er zu Maßnahmen gegen die AfD aufruft (die zwar nicht namentlich genannt, aber deutlich gemeint war).
Die Rede endete mit „Vertrauen wir uns selbst! Tun wir, was getan werden muss!“
Notfalls mit Gewalt.
Dabei sind Steinmeier & Konsorten nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems. Verfall von Demokratie, Grundrechten und Meinungsfreiheit gehen genauso auf ihr Konto wie Kriegstreiberei und wirtschaftlicher Niedergang. Hass und Hetze gegenüber Andersdenkenden gehen mehr von ihnen aus als von der Gegenseite.
Es sind nicht die braunen Horden, die zu Gewalt gegen andere Parteien aufrufen, gegen deren Parteitage, deren Versammlungen, deren Wahlstände, deren Plakate – sondern umgekehrt. Es werden bei weitem mehr AfD-Mitglieder tätlich angegriffen als die aller anderen Parteien.
„Tun wir, was getan werden muss!“ – damit rechtfertigen die geistigen Brandstifter um den Bundespräsidenten nicht nur die bisher begangenen Gewalt-Taten, sondern erst recht die noch kommenden.
Viel perverser geht es nicht mehr: Die NATO erhält den Westfälischen Friedenspreis. Kein Wunder – die Jury bestand vornehmlich aus Kriegshetzern.
Unmittelbar davor gingen der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels sowie der Friedens-Nobelpreis an Menschen, die Hass und Hetze verbreiten, die sich für Krieg oder gewaltsame Regime-Wechsel aussprechen.
Das geht schon seit Jahren so: Kriege werden vorbereitet oder verlängert. Auch und gerade medial. Kriegerische Personen und Institutionen werden mit Friedens-Preisen geehrt.
„Auf einer Pressekonferenz am 14. Oktober in Brandenburg hatte Merz gesagt: "Bei der Migration sind wir sehr weit. Wir haben in dieser Bundesregierung die Zahlen August 24, August 25 im Vergleich um 60 Prozent nach unten gebracht, aber wir haben natürlich immer im Stadtbild noch dieses Problem, und deswegen ist der Bundesinnenminister ja auch dabei, jetzt in sehr großem Umfang Rückführungen zu ermöglichen und durchzuführen. Das muss beibehalten werden, das ist in der Koalition verabredet."
Auf die Frage, wie er die Aussage gemeint habe, sagte er einige Tage später: "Fragen Sie mal ihre Töchter" - und blieb weiter vage. Von ihnen würde man auf die Frage, was er mit seiner Äußerung gemeint habe, vermutlich eine ziemlich klare und deutliche Antwort bekommen.“
Eigentlich nichts Dramatisches, was Friedrich Merz da gesagt hat, auch nichts Neues.
Cem Özdemir hatte 2024 über seine Tochter gesagt: „In Berlin jedoch habe sie auch ein anderes Problem: "Wenn sie in der Stadt unterwegs ist, kommt es häufiger vor, dass sie oder ihre Freundinnen von Männern mit Migrationshintergrund unangenehm begafft oder sexualisiert werden", so der Landwirtschaftsminister.
Das sei auch auf die patriarchalen Strukturen und die Rolle der Frau in vielen islamisch geprägten Ländern zurückzuführen, führt er weiter aus. Seine Tochter rede nicht gerne über solche Erlebnisse, "weil sie nicht möchte, dass Rechtsradikale daraus Kapital schlagen."
„Männer mit Migrationshintergrund“ sind allerdings nur eines von vielen Problemen im deutschen Stadtbild. Gerade hier zeigt sich der Niedergang des Landes.