Mit dem Regenwurm ist es so eine Sache. Meist nimmt ihn keiner wahr und ernst nehmen tut ihn kaum jemand. Und doch: meist ist er da und oft auch wichtig. Ein eigenes Leben hat er allemal, wenn auch überwiegend unter der Erde - da wühlt und gräbt er sich durch alles durch und kommt mit allem in Kontakt, was es da so gibt im Wurzelbereich und drunterhinaus. Was dahin gerät - und das meiste kommt früher oder später mal da an - betrifft ihn und seine Freunde. Ab und zu kommt Rupert (so der Name des Regenwurms) an die Erdoberfläche, um zu sehen, was die da oben schon wieder alles treiben. Und gibt Kunde davon seinen staunenden Kumpels im Erdreich und jenen über der Erde, die sich für ihn interessieren.

Wie nach dem Wahlergebnis nicht anders zu erwarten (siehe http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/300-generation-anything-goes.html ), steht die neue rechte österreichische Regierung. So reibungslos wie das vonstatten ging, lässt Kanzler Sebastian Kurz Angela Merkel und die deutsche Politik mit ihrer schleppenden Regierungsbildung ganz schön lang aussehen.

Mittlerweile scheint es zumindest im westlichen Europa egal zu sein, ob sich eine Regierung als „links“ oder als „rechts“ bezeichnet – das Ergebnis ist immer das gleiche: Aufrüstung im Sicherheits-Apparat, Steuersenkungen für die Reichen, Sozial-Abbau.

Das ist bei der neuen österreichischen Regierung nicht anders. Bemerkenswert ist allerdings der Ort, an dem diese Regierung und ihr Programm vorgestellt wurde. Und der hat es in sich: am Kahlenberg.

Ein kleiner Preis einer kleinen Zeitung und so viel Wirbel darum. Und ein deutliches Zeichen, wo die Partei der Linken und die Linke überhaupt steht und wer dort die vernünftigen bzw. unvernünftigen Leute sind.

Der Berliner Kultursenator (Die Linke) Klaus Lederer am 13.11.2017:

„Wie ich heute erfahren habe, soll im Dezember im Kino Babylon die Verleihung eines Preises für „engagierte Literatur und Publizistik“ an Ken Jebsen stattfinden. Der Preisträger und mehrere an dieser Veranstaltung Beteiligte sind in der Vergangenheit durch offenen, abgründigen Israelhass, die Verbreitung typisch antisemitischer Denkmuster und kruder Verschwörungstheorien in Erscheinung getreten. So die Band „Die Bandbreite“, die mit ihren vor Rechtsesoterik triefenden Texten bis tief in rechtsradikale Milieus wirkt, dort auch aufgetreten ist und sich des Beifalls von NPD bis Jürgen Elsässer versichern konnte.

Ich bin entsetzt, dass ein Kulturort in Berlin diesem Jahrmarkt der Verschwörungsgläubigen und Aluhüte eine Bühne bietet. Vom Geschäftsführer des Kinos Babylon würde ich mir angesichts dessen die Courage wünschen, zu sagen: Als Plattform für diesen Wahnsinn stehen wir nicht zur Verfügung.“

https://www.facebook.com/DrKlausLederer/posts/1627515903967481

 

Klare Kante gegen Querfront

 

Beschluss des Parteivorstandes vom 3. Dezember 2017

Anlässlich der Ankündigung einer Kundgebung am 14. Dezember 2017 auf dem Rosa-Luxemburg-Platz vor der Parteizentrale der LINKEN, die sich gegen den LINKEN Berliner Kultursenator Klaus Lederer richtet, fasst der Parteivorstand der LINKEN folgenden Beschluss:

Der Parteivorstand bekräftigt sinngemäß seinen Beschluss 2014/215 vom 25./26. Mai 2014: "DIE LINKE distanziert sich unmissverständlich von Aktivitäten von Rechtspopulisten, Nationalisten, Verschwörungstheoretikern und Antisemiten, die […] rechtspopulistische Welterklärungsmuster und 'Querfront'-Strategien salonfähig […] machen (wollen). […] DIE LINKE wird mit diesen Kräften ganz grundsätzlich nicht zusammenarbeiten."

Der Parteivorstand erklärt sich solidarisch mit allen Linken, die Querfrontbestrebungen kritisieren und dafür angegriffen werden, darunter dem LINKEN Kultursenator Klaus Lederer und seinem Recht, sich kritisch zur sogenannten Preisverleihung an Ken Jebsen im Berliner Kino Babylon zu äußern.

Der Parteivorstand erwartet, dass Mitglieder der LINKEN diese Kundgebung nicht unterstützen und sich daran nicht beteiligen.“

https://www.die-linke.de/partei/parteistruktur/parteivorstand/2016-2018/beschluesse/detail/news/klare-kante-gegen-querfront/

Der Nestlé Konzernchef Peter Brabeck-Letmathe erklärt im Film „We feed the World“ die Einstellung Nestlés zu Trinkwasser:

„Wasser ist natürlich das wichtigste Rohmaterial, das wir heute noch auf der Welt haben. Und es geht darum, ob wir das normale Wasserversorgen der Bevölkerung privatisieren oder nicht.

Und da gibt es zwei verschiedene Anschauungen. Die eine Anschauung – extrem würde ich sagen – wird von einigen von den NGOs vertreten, die darauf pochen, dass Wasser zu einem öffentlichen Recht erklärt wird. Das heisst, als Mensch sollten Sie einfach Recht haben, um Wasser zu haben. Das ist die eine Extrem-Lösung.

Und die andere, die sagt, Wasser ist ein Lebensmittel. So wie jedes andere Lebensmittel sollte das einen Marktwert haben. Ich persönlich glaube, es ist besser, man gibt einem Lebensmittel einen Wert, so dass wir alle bewusst sind, dass das etwas kostet und dann anschließend versucht, dass man mehr spezifisch für diesen Teil der Bevölkerung, der keinen Zugang zu diesem Wasser hat, dass man dann dort etwas spezifischer eingreift und da gibt es ja verschiedene Möglichkeiten.“

 

 

http://we-feed-the-world.at/

https://de.wikipedia.org/wiki/We_Feed_the_World

Trotz aller Verzweiflung über das manipulative Schaffen der Medien-Treibenden gibt es ab und zu Grund zur Freude, dass es noch aufrichtige Journalisten gibt, die gute, aufklärerische Arbeit machen.

Dazu gehört Yorgos Avgeropoulos, dessen Film „Bis zum letzten Tropfen - Europas geheimer Wasserkrieg“ über Privatisierung von Wasser diese Woche auf arte ausgestrahlt wurde.

„An Winckelmann

 

Wenn ich der Frömmler Gaukelei’n entkommen,

So sei der Dank dafür an dich gewendet:

Wohl fand dein Geist, was nie beginnt noch endet,

Doch fand er’s nicht im Predigtbuch der Frommen.

 

Dir ist das Licht des Göttlichen entglommen

Im Werk der Heiden, die es reich gespendet;

Denn himmlisch ist, was immer ist vollendet,

Und Christus selbst gebietet: Seid vollkommen!

 

Zwar möchten gern gewisse schwarze Röcke

Den Geist verwickeln, der sich will befreien,

Wo nicht, uns stellen in die Zahl der Böcke.

 

Doch laßt nur ab, die Heiden zu beschreien!

Wer Seelen hauchen kann in Marmorblöcke,

Der ist erhaben über Litaneien.“

 

Dieses schöne Sonett von August von Platen aus dem Jahre 1826 ist Johann Joachim Winckelmann gewidmet, der vor 300 Jahren geboren wurde, der bis heute Einfluss ausübt und ohne den Deutschland und Teile der Welt anders aussähen.

Aus „Wikipedia“: „Johann Joachim Winckelmann (* 9. Dezember 1717 in Stendal; † 8. Juni 1768 bei Triest) war ein deutscher Archäologe, Bibliothekar, Antiquar und Kunstschriftsteller der Aufklärung. Er gilt, neben Flavio Biondo, als der Begründer von wissenschaftlicher Archäologie und Kunstgeschichte und als geistiger Begründer des Klassizismus im deutschsprachigen Raum.“

https://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Joachim_Winckelmann

„Leser lassen sich in drei Teile teilen – die oberflächlichen, die unwissenden und die gelehrten; ich habe meine Feder mit viel Glück dem Genius und dem Vorteil eines jeden angepasst. Der oberflächliche Leser wird wunderbar zum Lachen gereizt werden; das Lachen aber reinigt Brust und Lungen, es ist ein herrliches Mittel gegen die Hypochondrie und die unschuldigste aller urintreibenden Medizinen. Der unwissende Leser (der Unterschied zwischen ihm und dem vorgenannten ist ausserordentlich fein) wird geneigt sein, offenen Mundes zu starren; das hilft wunderbar gegen kranke Augen; es dient dazu, die Lebensgeister aufzurichten und anzufeuern und unterstützt die Schweissbildung wunderbar. Aber der wirklich gelehrte Leser, zu dessen Wohl ich wache, wenn andre schlafen, und schlafe, wenn andre wachen, wird hier des Stoffes genügend finden, um für den Rest seiner Tage seine Spekulationen zu beschäftigen.“

http://gutenberg.spiegel.de/buch/ein-marchen-von-einer-tonne-7224/3

Oft ist es traurig, was sich ein Wurm mit den meisten Menschen und deren Treiben antun muss. Umso erfreulicher ist es, wenn er sich einem Menschen widmen darf, der ihm großen Grund zur Freude bereitet.

In diesem Falle ist es Jonathan Swift, der vor 350 Jahren geboren wurde und aus dessen „Ein Märchen von einer Tonne“ die Eingangsworte stammen.