Mit dem Regenwurm ist es so eine Sache. Meist nimmt ihn keiner wahr und ernst nehmen tut ihn kaum jemand. Und doch: meist ist er da und oft auch wichtig. Ein eigenes Leben hat er allemal, wenn auch überwiegend unter der Erde - da wühlt und gräbt er sich durch alles durch und kommt mit allem in Kontakt, was es da so gibt im Wurzelbereich und drunterhinaus. Was dahin gerät - und das meiste kommt früher oder später mal da an - betrifft ihn und seine Freunde. Ab und zu kommt Rupert (so der Name des Regenwurms) an die Erdoberfläche, um zu sehen, was die da oben schon wieder alles treiben. Und gibt Kunde davon seinen staunenden Kumpels im Erdreich und jenen über der Erde, die sich für ihn interessieren.

„Kritisches Denken und fundiertes Urteilen setzt voraus, dass es verlässliche Kriterien gibt, die es erlauben, die Wertigkeit von Informationen einzuordnen. Die gründliche Erforschung unserer Welt und die anschließende Einordnung der Erkenntnisse, die dabei gewonnen werden, ist die Aufgabe von Wissenschaft. Wenn jedoch wissenschaftlich fundierte Tatsachen geleugnet, relativiert oder lediglich „alternativen Fakten“ als gleichwertig gegenübergestellt werden, um daraus politisches Kapital zu schlagen, wird jedem konstruktiven Dialog die Basis entzogen. Da aber der konstruktive Dialog eine elementare Grundlage unserer Demokratie ist, betrifft eine solche Entwicklung nicht nur Wissenschaftler/innen, sondern unsere Gesellschaft als Ganzes.

Am 22. April 2017 werden deshalb weltweit Menschen auf die Straße gehen, um dafür zu demonstrieren, dass wissenschaftliche Erkenntnisse als Grundlage des gesellschaftlichen Diskurses nicht verhandelbar sind.

Alle, denen die deutliche Unterscheidung von gesichertem Wissen und persönlicher Meinung nicht gleichgültig ist, sind eingeladen, sich an dieser weltweiten Demonstration für den Wert von Forschung und Wissenschaft zu beteiligen – nicht nur Wissenschaftler/innen!“

http://marchforscience.de/

Letzten Samstag fand der „Marsch für die Wissenschaft“ statt. Hört sich theoretisch ganz gut an, ist in der Praxis aber nicht viel anderes als ein Aufstand mietbarer Zwerge.

Aus einem Beitrag des Wurms aus dem Jahr 2013: „Die Menschen sind schon merkwürdige Wesen: Über 100.000 Tote und mehrere Millionen Flüchtlinge interessieren die meisten nicht. Erst nachdem ein Einsatz von Giftgas bekannt wird, bei dem es etwa 1% zusätzliche Tote gibt, die Massenmedien aber groß damit aufmachen, weiss jetzt jeder, dass es in Syrien einen Bürgerkrieg gibt.“

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/34-feinde-syriens.html

Es hat mal wieder einen Giftgas-Anschlag in Syrien gegeben.

Wem nutzt es?

Besser gefragt: wem schadet es?

Auf jeden Fall schadet es der syrischen Regierung, die drauf und dran ist, militärisch den Bürgerkrieg zu gewinnen.

Die Art und Weise, wie der gesamte westliche politisch-mediale Komplex aufgejault, auf die emotionale Tränendrüse gedrückt und massive Konsequenzen für die syrische Regierung gefordert hat, macht deutlich, wem der Anschlag nutzt und wer ihn mit größter Wahrscheinlichkeit durchgeführt hat.

Wohlgemerkt: ohne die geringsten Beweise zu haben, wurde sofort von allen führenden westlichen Medien mit aller Macht drauf los gehauen.

Da die Sache sehr klar zu sein scheint, legt der Wurm deshalb keinen Wert darauf, näher darauf einzugehen.

Was ihn allerdings näher interessiert, sind die Reaktionen speziell in Deutschland und den USA.

Vor 40 Jahren wurde der Generalbundesanwalt Siegfried Buback ermordet. Aus „Wikipedia“:

„Siegfried Buback (* 3. Januar 1920 in Wilsdruff; † 7. April 1977 in Karlsruhe) war ein deutscher Jurist. Vom 31. Mai 1974 bis zu seinem Tod amtierte er als Generalbundesanwalt am Bundesgerichtshof. Seine Ermordung durch Mitglieder der Roten Armee Fraktion wird gemeinhin als Auftakt des Terrorjahres 1977 betrachtet, das im Deutschen Herbst gipfelte …

Am 7. April 1977 saß Siegfried Buback auf dem Beifahrersitz seines Dienstwagens, auf dem Fahrersitz sein Fahrer Wolfgang Göbel, 30 Jahre alt, auf dem Rücksitz Georg Wurster, der Leiter der Fahrbereitschaft der Bundesanwaltschaft, 43 Jahre. Sie waren auf dem Weg von Bubacks Wohnung in Neureut zum Bundesgerichtshof. Der Mercedes wartete an der Kreuzung Linkenheimer Landstraße (heutige Willy-Brandt-Allee) und Moltkestraße an einer roten Ampel.

Rechts neben ihnen hielt nun ein Motorrad, Typ Suzuki GS 750, mit zwei Personen, die olivgrüne Integralhelme trugen. Ohne von der Sitzbank abzusteigen, feuerte eine der Personen aus einem halbautomatischen Gewehr vom Typ HK43 fünfzehn Schüsse auf den Mercedes ab. Alle drei Männer im Pkw wurden getroffen. Nachdem der angeschossene Fahrer das Fahrzeug verlassen hatte, rollte der mit manuellem Schaltgetriebe ausgestattete Wagen einige Meter weiter, bevor er gegen einen Pfosten stieß.

Buback und Göbel starben noch am Tatort, Wurster erlag am 13. April seinen Verletzungen. Zu der Tat bekannte sich das „Kommando Ulrike Meinhof“ der Roten Armee Fraktion, zuvor war es als „Aktion Margarine“ in Anlehnung an ein Produkt, dessen Namen mit den Initialen von Siegfried Buback übereinstimmte, im Jargon der RAF bezeichnet worden.“

https://de.wikipedia.org/wiki/Siegfried_Buback

So weit so schlecht. Das Ungeheuerliche an der Ermordung Siegfried Bubacks ist jedoch, dass der deutsche Geheimdient vorher Bescheid wusste, dass und wie diese Tat passieren würde.

Freundlich geschrieben.

Mit großer Wahrscheinlichkeit war es der deutsche Geheimdienst, der Siegfried Buback hat ermorden lassen.

Warum Siegfried Buback Opfer des Geheimdienstes wurde? Es gibt rationale Erwägungen, die aber letztendlich Spekulation bleiben und an der sich der Wurm nicht beteiligen möchte.

Unzweifelhaft dürfte aber sein, dass der deutsche Geheimdienst seine Finger im Spiel hatte.

Im politisch-medialen Komplex gibt es ab und zu den einen oder anderen Lichtblick zu sehen. Einer davon ist „Die Anstalt“. Der Wurm freut sich immer darauf und hatte eine Folge in einem eigenen Beitrag gewürdigt: http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/95-kriegshetzer.html

Diese Woche war es wieder soweit, wobei die Macher der Sendung vor allem zum Thema „Rente“ eine Glanzleistung setzten.

 

 

Albrecht Müller: „Wer den von der Anstalt belegten Ausverkauf bei Rente und Autobahn begriffen hat, versteht nicht mehr, dass CDU, CSU und SPD überhaupt noch Wähler haben.

Sie arbeiten für Banken und Versicherungen. Und nicht für Sie.

Das wurde in der „Der Anstalt“ des ZDF vom 4.4.2017 meisterhaft gezeigt und belegt.

Die etablierten Parteien haben die Leistungsfähigkeit der Gesetzlichen Rente ruiniert und stürzen so Millionen Menschen in Altersarmut. Und sie haben unser Volksvermögen zum großen Teil schon verscherbelt; sie machen mit der De facto-Privatisierung der Autobahnen damit weiter und verkleistern diesen Vorgang mit allerlei Tricks.

Der Titel der Sendung lautete mit Recht: Die Demokratie ist in Gefahr.

Insgesamt eine sehr gute, sehr ernsthafte Sendung trotz allen Klamauks, der auf der Bühne auch vorkam. Das ist aber aus meiner Sicht die hohe Kunst „Der Anstalt“, ihrer Macher und ihres Teams um Claus von Wagner, Max Uthoff, Dietrich Krauss und ihres Regisseurs Hof: Sie vermitteln Wissen über ernste Vorgänge, leisten Sozialkritik, wie wir es eigentlich von der Sozialwissenschaft erwarten müssten, und meistern diese Aufgabe auf unterhaltsame Weise.

Beim Thema Rente haben die Regisseure der Anstalt einen Österreicher auftreten lassen, der in seiner Person demonstrierte, dass man auch den anderen Weg gehen kann: die Konzentration aller Mittel auf die Stärkung der gesetzlichen Rente – mit dem Erfolg, dass in Österreich der Durchschnittsrentner fast doppelt so viel in der Tasche hat als in Deutschland.

Interessant war auch, wie beim Thema Rente die verschiedenen Säulen visualisiert worden sind. Große Klasse!“

http://www.nachdenkseiten.de/?p=37710

Hier ist der Link zur kompletten Sendung

https://www.zdf.de/comedy/die-anstalt/die-anstalt-vom-4-april-2017-100.html

Und hier der Fakten-Check mit zahlreichen Links:

https://www.zdf.de/assets/faktencheck-zur-sendung-am-4-april-100~original?cb=1494350720342

Was hält mensch von Jesus und seinen Ideen?

Sehr wahrscheinlich hat Jesus ein positives bis sehr positives Image bei den meisten Menschen. Ob zu Recht oder nicht, mag dahin gestellt sein.

Aber: wurden in Jesu Namen nicht brutalste Kriege geführt mit Millionen von Toten? Häufig bei allen Kriegsparteien? Wurden nicht Christen durch Christen getötet, nur weil sie Jesu Worte anders interpretierten? Folterten Christen nicht? Töteten sie nicht? Hatten sie keine Völkermorde begangen? Alles im Namen der Nächstenliebe?

Die meisten Menschen werden sagen, dass böse Taten von Jesus nicht gewollt waren und der nichts dafür kann, was böse Menschen in seinem Namen getan haben. Das Christentum will nur das Beste für die Menschen.

Wer so argumentiert, der sollte bei Karl Marx und dem real existierenden Sozialismus genau so argumentieren.

Während sich der Gegenspieler des Sozialismus, der Kapitalismus, ausnahmslos alles erlauben kann, werden vermeintliche oder tatsächliche Verfehlungen, die im Namen von Karl Marx begangen werden, auf‘s Schärfste gebrandmarkt. Die Verbrechen, die unter Stalin begangen wurden, diskreditieren den Sozialismus zutiefst.

Die Verbrechen, die unter Adolf Hitler begangen wurden, werden nicht im Entferntesten dem Kapitalismus angelastet, obwohl es hier den Kapitalismus in ausgeprägter Form gab: die Wirtschaftspolitik des Nationalsozialismus war von Anfang an daraus ausgerichtet, andere Länder überfallen zu müssen, um dort große Beute machen zu können; wirtschaftlich „unnütze“ Menschen wie geistig Behinderte wurden getötet. Menschen überfallener Länder wurden als Arbeitssklaven beschäftigt und mit industriell Getöteten wurden noch Geschäfte gemacht, in dem Teile ihres Körpers etwa zu Seife oder Seilen (Haare) verarbeitet wurden.

Wenn Verbrechen, die im Namen von Jesus oder dem Kapitalismus begangen werden, nicht nennenswert sind, dafür alles, was auch nur entfernt mit Karl Marx zu tun haben könnte, stark verdammt wird, hat dies natürlich mit Propaganda zu tun.

Dass Karl Marx eine große Bedeutung hatte und hat, ist unbestritten. Dennoch frage sich jeder, der im Westen Deutschlands aufgewachsen ist, wie viele Filme er über Karl Marx schon gesehen hat. Von Dokumentationen abgesehen wahrscheinlich keinen einzigen.

Derzeit läuft der wahrscheinlich erste und einzige Film, der in der Bundesrepublik Deutschland gedreht und sogar gezeigt wird: „Der junge Karl Marx“