https://www.youtube.com/watch?v=z6EzvfGgYvI
Sofern nicht anders angegeben, zitiert der Wurm aus dem Buch „Heinrich Heine – Die Erfindung des europäischen Intellektuellen“ von Rolf Hosfeld.
Vor 170 Jahren starb Heinrich Heine und wird auch heute noch maßlos unterschätzt. Richtig eingeschätzt wurde er ausgerechnet von der damaligen politischen Zensur, die ihn als Staatsfeind Nr. 1 betrachtete und seine Werke verbot.
„Clemens von Metternich war paradoxerweise der gleichen Meinung. Er las die Schrift („Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland") und meinte in ihr die Quintessenz des revolutionären Geistes der Zeit erkannt zu haben, „nämlich die Untergrabung aller und jeder, geoffenbarten wie natürlichen Religion“ und eine daraus folgende „Vergötterung der Sinnlichkeit“. Seien erst einmal die Bande des religiösen und moralischen Lebens zerschnitten, warnte er, so werde sich der staatliche Zusammenhalt und das von ihm kunstvoll geplante System der europäischen Restaurationsordnung bald von selbst auflösen. „Zugleich“, so Metternich, sei das „Heinesche Produkt ein wahres Meisterwerk in Beziehung auf Stil und Darstellung“, weshalb man die Schrift als besonders gefährlich anzusehen habe.“