Mit dem Regenwurm ist es so eine Sache. Meist nimmt ihn keiner wahr und ernst nehmen tut ihn kaum jemand. Und doch: meist ist er da und oft auch wichtig. Ein eigenes Leben hat er allemal, wenn auch überwiegend unter der Erde - da wühlt und gräbt er sich durch alles durch und kommt mit allem in Kontakt, was es da so gibt im Wurzelbereich und drunterhinaus. Was dahin gerät - und das meiste kommt früher oder später mal da an - betrifft ihn und seine Freunde. Ab und zu kommt Rupert (so der Name des Regenwurms) an die Erdoberfläche, um zu sehen, was die da oben schon wieder alles treiben. Und gibt Kunde davon seinen staunenden Kumpels im Erdreich und jenen über der Erde, die sich für ihn interessieren.

 

 

Matera ist 2019 Europäische Kulturhauptstadt, worüber sich der Wurm freut. Zum Einen, weil es die verdiente Aufmerksamkeit auf sich lenkt – auch von solchen Menschen, die noch nie etwas von Matera gehört haben. Zum Andern, weil vermehrt Touristen nach Matera und in dessen Umland kommen und dort Geld lassen werden, das diese Region dringend braucht.

 

Ullrich Fichtner: „Kurz vor dem Ende seiner Karriere kommen sich Glanz und Elend im Leben des Claas Relotius einmal ganz nah. Es ist der Montag vor drei Wochen, der 3. Dezember, am Abend wird Relotius, SPIEGEL-Mitarbeiter seit sieben, SPIEGEL-Redakteur seit eineinhalb Jahren, in Berlin auf eine Bühne gerufen. Er hat nach Meinung der Jury des Deutschen Reporterpreises 2018 wieder die beste Reportage des Jahres geschrieben, über einen syrischen Jungen diesmal, der im Glauben lebt, durch einen Kinderstreich den Bürgerkrieg im Land mit ausgelöst zu haben. Die Juroren würdigen einen Text

"von beispielloser Leichtigkeit, Dichte und Relevanz, der nie offenlässt, auf welchen Quellen er basiert."

Aber in Wahrheit ist, was zu diesem Zeitpunkt noch niemand wissen kann, leider alles offen. Alle Quellen sind trüb. Vieles ist wohl erdacht, erfunden, gelogen. Zitate, Orte, Szenen, vermeintliche Menschen aus Fleisch und Blut. Fake …

So lässt sich sagen, dass Claas Relotius, 33 Jahre alt, einer der auffälligsten Schreiber des SPIEGEL, ein bereits vielfach preisgekrönter Autor, ein journalistisches Idol seiner Generation, kein Reporter ist, sondern dass er schön gemachte Märchen erzählt, wann immer es ihm gefällt. Wahrheit und Lüge gehen in seinen Texten durcheinander, denn manche Geschichten sind nach seinen eigenen Angaben sauber recherchiert und Fake-frei, andere aber komplett erfunden, und wieder andere wenigstens aufgehübscht mit frisierten Zitaten und sonstiger Tatsachenfantasie. Während seines Geständnisses am Donnerstag sagte Relotius wörtlich:

"Es ging nicht um das nächste große Ding. Es war die Angst vor dem Scheitern." Und "mein Druck, nicht scheitern zu dürfen, wurde immer größer, je erfolgreicher ich wurde".

Die kruden Potpourris, die wie meisterhafte Reportagen aussahen, machten ihn zu einem der erfolgreichsten Journalisten dieser Jahre. Sie haben Claas Relotius vier Deutsche Reporterpreise eingetragen, den Peter Scholl-Latour-Preis, den Konrad-Duden-, den Kindernothilfe-, den Katholischen und den Coburger Medienpreis. Er wurde zum CNN-"Journalist of the Year" gekürt, er wurde geehrt mit dem Reemtsma Liberty Award, dem European Press Prize, er landete auf der Forbes-Liste der "30 under 30 - Europe: Media" - und man fragt sich, wie er die Elogen der Laudatoren ertragen konnte, ohne vor Scham aus dem Saal zu laufen.“

www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/fall-claas-relotius-spiegel-legt-betrug-im-eigenen-haus-offen-a-1244579.html

Der Wurm kann Ullrich Fichtner die Antwort darauf geben: so wie Claas Relotius machen es die meisten Menschen: das „liefern“, was von einem erwartet wird, mit dem Bewusstsein, dass das, was nicht „passt“ erst gar nicht genommen wird. Was nicht passt, wird passend gemacht.

 

Um es vorwegzunehmen: nein, das Jüdische Museum in Berlin ist nicht anti-israelisch, sondern leistet vorzügliche Arbeit. Die israelische Regierung ist da jedoch anderer Ansicht, indem sie die deutsche Regierung auffordert, dem Jüdischen Museum neben anderen ihr missliebigen Organisationen Gelder zu entziehen.

 

Der UN-Migrationspakt (der nichts mit den Themen „Flucht“ oder „Asyl“ zu tun hat) wurde unterzeichnet und das deutsche Einwanderungsgesetz wird noch diesen Monat verabschiedet.

Beides auf Initiative der Wirtschaft, der es vor allem um billige Löhne geht.

Beides gegen die Interessen der einheimischen Bevölkerung.

Beides mit größtenteils Wohlwollen der sich „links“ nennenden Parteien.

Das Zusammenspiel zwischen Staat und Organisierter Kriminalität wird immer dreister. Zumindest in diesem Bereich gibt es noch einen funktionierenden Journalismus, der die Probleme aufzeigt. Wie gerade bei den Cum-Geschäften.