Mit dem Regenwurm ist es so eine Sache. Meist nimmt ihn keiner wahr und ernst nehmen tut ihn kaum jemand. Und doch: meist ist er da und oft auch wichtig. Ein eigenes Leben hat er allemal, wenn auch überwiegend unter der Erde - da wühlt und gräbt er sich durch alles durch und kommt mit allem in Kontakt, was es da so gibt im Wurzelbereich und drunterhinaus. Was dahin gerät - und das meiste kommt früher oder später mal da an - betrifft ihn und seine Freunde. Ab und zu kommt Rupert (so der Name des Regenwurms) an die Erdoberfläche, um zu sehen, was die da oben schon wieder alles treiben. Und gibt Kunde davon seinen staunenden Kumpels im Erdreich und jenen über der Erde, die sich für ihn interessieren.

Während der Langeweile des Liegens sucht man sich mannigfaltig zu zerstreuen; so vertrieb ich mir einmal die Zeit, indem ich meine Verwundungen zusammenzählte. Von Kleinigkeiten wie von Prellschüssen und Rissen abgesehen, hatte ich im ganzen mindestens vierzehn Treffer aufgefangen, nämlich fünf Gewehrgeschosse, zwei Granatsplitter, eine Schrapnellkugel, vier Handgranaten- und zwei Gewehrgeschoßsplitter, die mit Ein- und Ausschüssen gerade zwanzig Narben zurückließen. In diesem Kriege, in dem bereits mehr Räume als einzelne Menschen unter Feuer genommen wurden, hatte ich es immerhin erreicht, daß elf von diesen Geschossen auf mich persönlich gezielt waren. Ich heftete daher das Goldene Verwundetenabzeichen, das mir in diesen Tagen verliehen wurde, mit Recht an meine Brust.

Der Mann sollte noch lange leben: vor 20 Jahren starb Ernst Jünger im Alter von 102 Jahren als „Mann des 20. Jahrhunderts“, der beträchtlichen Einfluss auf das 21. Jahrhundert hat.

Wie kaum ein zweiter beharrt Ernst Jünger auf seiner Individualität, was ihn jedoch nicht hindert, die Gemeinschaft zu suchen und sich in ihr wohlzufühlen. Probleme mit Menschen hat er keine, ob sie nun von links, rechts, oben oder unten kommen – er redet mit allen, auch, wenn sie anderer Meinung sein sollten. Er kennt seine Schwächen, weiss, dass ihm „Vereinsmeierei“ nicht liegt und lässt es deshalb gleich bleiben.

Was er aber kann, ist beobachten und beschreiben. Ob es sich um Insekten, Menschen oder Situationen handelt. Nüchtern und emotionslos, aber manchmal auch mit esoterischem Geschwurbel.

Restlos zufrieden ist er nie. Sehr zum Leidwesen jener, die sich mit seinen Werken befassen und feststellen müssen, dass es mehrere Fassungen seiner Werke mit stilistischen und inhaltlichen Änderungen gibt.

Ernst Jünger lässt sich nicht leicht einordnen. Die Begriffe „rechts“, „nationalistisch“, „konservativ“ könnten einem als erstes einfallen. Jene Bezeichnung, die auf ihn am ehesten zutrifft, ist das Wort „aber“. Nichts passt so richtig zu ihm, auch nicht die drei zuerst erwähnten Begriffe. Es wäre nicht verkehrt, zu behaupten, dass jeweils das Gegenteil richtig sei.

Die Verlockung, ihn zu verdammen, kommt einem Wurm mehrfach – aber da gibt es ja noch die andere Seite.

Bei aller Kritik, die an Ernst Jünger vorzubringen ist, muss das Umfeld und die Zeit, in der er tätig war, berücksichtigt werden. Große Hilfen waren dem Wurm die großartigen Bücher „Ernst Jünger – Die Biographie“ von Helmuth Kiesel und „Ernst Jünger – Leben und Werk in Bildern und Texten“ von Heimo Schwilk.

Grußwort von Esther Bejarano zur Veranstaltung „Zur Zeit der Verleumder“:

 

 

„Liebe Freundinnen und Freunde,

meine Wegbegleiter Moshe Zuckermann und Rolf Becker haben in Bezug auf die menschenverachtende Politik der Netanjahu-Regierung Israel ausführlich über den Grund unserer Kritik berichtet.

Was Adolf Hitler und die Nationalsozialisten dem jüdischen Volk angetan haben, Vernichtung von 6 Millionen Menschen, Holocaust, darf nicht die Rechtfertigung Israels für die Diskriminierung des palästinensischen Volkes sein.

Es ist ganz besonders wichtig, dass alle in Deutschland, in denen ein menschliches Herz pocht, endlich erkennen, dass Kritik an der Politik Israels nicht mit Antisemitismus gleichzusetzen ist.

Ich habe nicht das Vernichtungslager Auschwitz, das KZ Ravensbrück und den Todesmarsch überlebt, um von sogenannten „Antideutschen“ und Konsorten als „Antisemitin“ beschimpft zu werden.

Konzentrieren wir uns besser auf den Kampf gegen Pegida, AfD und andere rechtslastige Gruppen, die zerstören wollen, was von unserer Demokratie noch erhalten ist.“

Das entscheidende Ereignis im 2. Weltkrieg war nicht die Landung der Alliierten in der Normandie (wies es medial gerne dargestellt wird), sondern die Schlacht um Stalingrad, die vor 75 Jahren statt fand und mit dem Sieg der Sowjetunion endete.

Gedenk-Feierlichkeiten an kriegerischen Jahrestagen werden gerne als Mahnung an den Frieden genutzt.

Dass kein Vertreter der deutschen Regierung zum Gedenken an 75 Jahre Stalingrad zur Mahnung an den Frieden dabei war sowie die bösartigen Reaktionen aus deutscher Politik und Medien lassen das Schlimmste für die nahe Zukunft befürchten.

Wenn sich ein Mensch mit Technikfolgen-Abschätzung auskennt, dann ist es Armin Grunwald. Diese Woche hat er der „Süddeutschen Zeitung“ ein bemerkenswertes Interview gegeben, aus welchem der Wurm zitieren möchte.

Donald Trump lässt ja schon einiges an Unfug vom Stapel, muss selbst aber jede Menge an Falschmeldungen und Lügen über sich ergehen lassen.

Nun hat er zurückgeschlagen und den „Fake News Award“ vergeben.