Ansichten eines Regenwurms

Mit dem Regenwurm ist es so eine Sache. Meist nimmt ihn keiner wahr und ernst nehmen tut ihn kaum jemand. Und doch: meist ist er da und oft auch wichtig. Ein eigenes Leben hat er allemal, wenn auch überwiegend unter der Erde - da wühlt und gräbt er sich durch alles durch und kommt mit allem in Kontakt, was es da so gibt im Wurzelbereich und drunterhinaus. Was dahin gerät - und das meiste kommt früher oder später mal da an - betrifft ihn und seine Freunde. Ab und zu kommt Rupert (so der Name des Regenwurms) an die Erdoberfläche, um zu sehen, was die da oben schon wieder alles treiben. Und gibt Kunde davon seinen staunenden Kumpels im Erdreich und jenen über der Erde, die sich für ihn interessieren.

Perfektion in Person

Montesquieu: „In den Augen der Nachwelt wird das 18. Jahrhundert durch Voltaire und Madame de Pompadour repräsentiert werden“.

Jeanne-Antoinette Poisson, dame Le Normant d’Étiolles, marquise (Markgräfin) de Pompadour, duchesse (Herzogin) de Menars, wurde vor 300 Jahren geboren.

Seit Nero (siehe http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/247-2000-jahre-verleumdung.html ) wurde kaum eine zweite Person in und nach ihrem Leben so sehr in den Dreck gezogen wie sie.

Nichtsdestotrotz hat sie einen bedeutenden Beitrag zum Fortschritt der Menschheit geleistet.

 

Totalität des moralischen Zusammenbruchs

Vor 60 Jahren wurde das Urteil im Eichmann-Prozess gesprochen. Wenig überraschend wurde Adolf Eichmann zum Tode verurteilt.

Hannah Arendt schildert in ihrem Buch „Eichmann in Jerusalem – Ein Bericht von der Banalität des Bösen“ ihre Eindrücke vom Prozess, von der Person Adolf Eichmann und die Zeitumstände, die zu seinen „Taten“ führte.

So weit nicht anders angegeben, stammen die angeführten Zitate aus diesem Buch.

 

Caligulas Pferd

Die neue Regierung ist vereidigt. Und sie haben es tatsächlich fertig gebracht, Karl Knall zum Gesundheits-Minister zu ernennen. Und nicht nur das: seitdem Caligula sein Pferd zum Senator machen wollte, gab es wohl kaum absurdere Minister-Ernennungen wie bei der jetzigen Regierung.

Sollte es darum gegangen sein, Kabarettisten oder Satirikern zu einem ungeahnten Aufschwung zu verhelfen, so war dies eine weise Entscheidung.

 

Wer solche Verteidiger hat, braucht keine Feinde mehr

„Für das Bundesverfassungsgericht war die „Bundesnotbremse“ verfassungsgemäß. Beschwerden wurden zurückgewiesen. Volker Boehme-Neßler, Staats- und Verfassungsrechtler an der Uni Oldenburg, ist „schockiert über dieses Urteil“ und ordnet die Entscheidung ein.“

https://www.welt.de/politik/deutschland/video235381412/Bundesnotbremse-war-verfassungsgemaess-Verfassungsrechtler-schockiert-ueber-das-Urteil.html

 

https://www.bitchute.com/video/flqHR4zcQ5op/

 

Es gibt Schwächen im deutschen Grundgesetz. Eine dieser Schwächen ist, dass Verfassungsrichter vom Bundestag bestimmt werden – also, dass die zu Kontrollierenden ihre eigenen Kontrolleure bestimmen.

Über diesen Sachverhalt hat die letzten Jahrzehnte wohl jede Schulklasse diskutiert, bei der das Grundgesetz Unterrichts-Thema war.

Bisher musste jedoch im politischen Alltag nicht groß darüber geredet werden, da sich die entsprechenden Richter in ihrem Amt relativ unabhängig zeigten und das Grundgesetz verteidigten, teilweise auch der Politik zeigten, wo es lang zu gehen habe.

Ausgerechnet jetzt, wo es darauf ankommt, erweckt das Bundesverfassungsgericht den Eindruck, nicht Recht zu sprechen, sondern der Regierung in ihren Maßnahmen freien Lauf zu lassen.

Das liegt nicht zuletzt an seinem Vorsitzenden Stephan Harbarth, einem Nicht-Verfassungsrechtler, dem der Verdacht der Korruption anhängt genauso wie der Verdacht, exakt deshalb in seinem Amt installiert worden zu sein, um den Willen der Regierung abzusichern.

 

Reise um die Welt

„Des Leutnant der russisch-kaiserlichen Marine, Otto von Kotzebue, »Entdeckungsreise in die Südsee und nach der Berings-Straße zur Entdeckung einer nordöstlichen Durchfahrt, unternommen in den Jahren 1815-18 auf Kosten Sr. Erlaucht des Herrn Reichskanzler Grafen Rumanzow auf dem Schiffe ›Rurik‹. Weimar, 1821. 4.« enthält im dritten Bande meine auf diese Reise, an welcher ich als Naturforscher teilnahm, bezüglichen »Bemerkungen und Ansichten«.“

https://www.projekt-gutenberg.org/chamisso/weltreis/weltr001.html

 

Vor 200 Jahren erschienen von Adelbert von Chamisso die eher wissenschaftlichen, aber leicht zu lesenden und interessanten „Bemerkungen und Ansichten“ und schließlich 1836 der Reisebericht „Reise um die Welt“ der bemerkenswerten Expedition.