„Unerreichbar hoch liegt die Messlatte für Mütter am Anfang des 21. Jahrhunderts: Als perfekt geölte Supermaschine sollten sie die Kinder morgens pünktlich mit vollwertigen Pausenbroten ausgerüstet in der Schule abliefern, sie nachmittags zu Musikunterricht, Theater AG und Fußballtraining chauffieren, dazwischen einen Ganztagsjob in Halbtagszeit erledigen und danach organische gluten-, zucker- und fettfreie und trotzdem leckere Muffins für den Bakesale zaubern, anspruchsvolle Projektarbeiten der Kinder fertigen und beim Elternabend neue Aktionen planen. Und natürlich auch noch gut gelaunt und wunderschön die erotischen Bedürfnisse ihrer Männer erfüllen. So sehr sich Amy (Mila Kunis) auch bemüht, all diesen Ansprüchen gerecht zu werden, sie hechelt immer hinterher und erntet dann auch noch abschätzige Blicke der Alphamütterriege, wenn sie mal eine Minute zu spät ist oder mit gekauftem Kuchen in der Aula auftaucht.“
http://www.epd-film.de/filmkritiken/bad-moms
„Doch diesen äußeren Schein zu wahren erfordert ein großes Maß an Anstrengung. In Wahrheit ist die Vorbild-Mutter gestresst, überarbeitet und steht mit ihrer Erschöpfung kurz vor dem Nervenzusammenbruch. Erst die Begegnung mit zwei weiteren Müttern (Kathryn Hahn und Kristen Bell), denen das Familienleben ebenfalls zu viel abverlangt, stellt einen Befreiungsschlag in Aussicht.
Die drei schließen sich zusammen, um ihre Verantwortung hinter sich zu lassen und einmal ganz unmütterlich nur für sich selbst Spaß zu haben. Und wenn sie dabei zugleich noch der Clique der perfekten Mütter rund um Gwendolyn (Christina Applegate) eine Lektion erteilen können - um so besser!“
http://www.moviepilot.de/movies/bad-moms
http://tobis.de/film/bad-moms/
Zur Zeit läuft der Film „Bad Moms“ (Schlechte Mütter) in den Kinos. Eine Komödie, die das aktuelle Mutter-Dasein widerspiegelt : sie selbst hat perfekt zu sein, die Ehe hat perfekt zu sein, die Kinder haben perfekt zu sein.
Alles hat sich um das Kind bzw. die Kinder zu drehen, deren Leben wie ein Aufenthalt in einem Rundum-Sorglos-Hotel mit Ganztages-Animation zu inszenieren ist.
„Bad Moms“ greift ein wichtiges Thema auf. Leider hält sich der Anspruch des Films in Grenzen. Er spielt ausschließlich in sehr gut verdienenden Kreisen, die ihre Kinder in die entsprechende Schule bringen. Und zum Schluss löst sich alles in Wohlgefallen auf: Männer, Kinder, „gegnerische“ Mütter sind auf einmal genau so, wie es sich die „Bad Moms“ gewünscht hatten.
Der Film ist ganz gut geeignet für gestresste Mütter, die mit ihren Freundinnen ein paar schöne Stunden im Kino und danach verbringen wollen. Vor allem dient er dazu, über die Rolle der Mütter bzw. Familien nachzudenken.
Denn vor einer oder zwei Generationen hat das Familien-Leben noch ganz anders ausgesehen. Geschweige denn zu früheren Zeiten. Die Ansprüche, wie eine Mutter bzw. eine Familie zu sein hat, haben nämlich überhaupt nichts mit „Normalität“ oder „natürlichem Instinkt“ zu tun, sondern werden von außen vorgegeben.
