Ansichten eines Regenwurms
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Ansichten eines Regenwurms

Mit dem Regenwurm ist es so eine Sache. Meist nimmt ihn keiner wahr und ernst nehmen tut ihn kaum jemand. Und doch: meist ist er da und oft auch wichtig. Ein eigenes Leben hat er allemal, wenn auch überwiegend unter der Erde - da wühlt und gräbt er sich durch alles durch und kommt mit allem in Kontakt, was es da so gibt im Wurzelbereich und drunterhinaus. Was dahin gerät - und das meiste kommt früher oder später mal da an - betrifft ihn und seine Freunde. Ab und zu kommt Rupert (so der Name des Regenwurms) an die Erdoberfläche, um zu sehen, was die da oben schon wieder alles treiben. Und gibt Kunde davon seinen staunenden Kumpels im Erdreich und jenen über der Erde, die sich für ihn interessieren.

Zur Beruhigung: Heinrich Heine, Teil 2 - Religion

Religion

 

Deutschland. Ein Wintermärchen (Auszug)

 

Ein kleines Harfenmädchen sang.

Sie sang mit wahrem Gefühle

Und falscher Stimme, doch ward ich sehr

Gerühret von ihrem Spiele.

 

Sie sang von Liebe und Liebesgram,

Aufopfrung und Wiederfinden

Dort oben, in jener besseren Welt,

Wo alle Leiden schwinden.

 

Sie sang vom irdischen Jammertal,

Von Freuden, die bald zerronnen,

Vom Jenseits, wo die Seele schwelgt

Verklärt in ew'gen Wonnen.

 

Sie sang das alte Entsagungslied,

Das Eiapopeia vom Himmel,

Womit man einlullt, wenn es greint,

Das Volk, den großen Lümmel.

 

Ich kenne die Weise, ich kenne den Text,

Ich kenn auch die Herren Verfasser;

Ich weiß, sie tranken heimlich Wein

Und predigten öffentlich Wasser.

 

Ein neues Lied, ein besseres Lied,

O Freunde, will ich euch dichten!

Wir wollen hier auf Erden schon

Das Himmelreich errichten.

 

Wir wollen auf Erden glücklich sein,

Und wollen nicht mehr darben;

Verschlemmen soll nicht der faule Bauch,

Was fleißige Hände erwarben.

 

Es wächst hienieden Brot genug

Für alle Menschenkinder,

Auch Rosen und Myrten, Schönheit und Lust,

Und Zuckererbsen nicht minder.

 

Ja, Zuckererbsen für jedermann,

Sobald die Schoten platzen!

Den Himmel überlassen wir

Den Engeln und den Spatzen.

 

19 February 2026
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Zur Beruhigung: Heinrich Heine, Teil 1

 

https://www.youtube.com/watch?v=z6EzvfGgYvI

 

Sofern nicht anders angegeben, zitiert der Wurm aus dem Buch „Heinrich Heine – Die Erfindung des europäischen Intellektuellen“ von Rolf Hosfeld.

Vor 170 Jahren starb Heinrich Heine und wird auch heute noch maßlos unterschätzt. Richtig eingeschätzt wurde er ausgerechnet von der damaligen politischen Zensur, die ihn als Staatsfeind Nr. 1 betrachtete und seine Werke verbot.

„Clemens von Metternich war paradoxerweise der gleichen Meinung. Er las die Schrift und meinte in ihr die Quintessenz des revolutionären Geistes der Zeit erkannt zu haben, „nämlich die Untergrabung aller und jeder, geoffenbarten wie natürlichen Religion“ und eine daraus folgende „Vergötterung der Sinnlichkeit“. Seien erst einmal die Bande des religiösen und moralischen Lebens zerschnitten, warnte er, so werde sich der staatliche Zusammenhalt und das von ihm kunstvoll geplante System der europäischen Restaurationsordnung bald von selbst auflösen. „Zugleich“, so Metternich, sei das „Heinesche Produkt ein wahres Meisterwerk in Beziehung auf Stil und Darstellung“, weshalb man die Schrift als besonders gefährlich anzusehen habe.“

 

19 February 2026
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Heine subversiv, Teil 2

Hier kommt Teil 2 vom subversiven Heinrich Heine.

 

12 February 2026
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Heine subversiv, Teil 1

 

https://www.youtube.com/watch?v=YHtECgvlxgA

 

Die Söhne des Glückes beneid ich nicht

Ob ihrem Leben, beneiden

Will ich sie nur ob ihrem Tod,

Dem schmerzlos raschen Verscheiden.

 

Im Prachtgewand, das Haupt bekränzt,

Und Lachen auf der Lippe,

Sitzen sie froh beim Lebensbankett -

Da trifft sie jählings die Hippe.

 

Im Festkleid und mit Rosen geschmückt,

Die noch wie lebend blühten,

Gelangen in das Schattenreich

Fortunas Favoriten.

 

Nie hatte Siechtum sie entstellt,

Sind Tote von guter Miene,

Und huldreich empfängt sie an ihrem Hof

Zarewna Proserpine.

 

Wie sehr muß ich beneiden ihr Los!

Schon sieben Jahre mit herben,

Qualvollen Gebresten wälz ich mich

Am Boden, und kann nicht sterben!

 

O Gott, verkürze meine Qual,

Damit man mich bald begrabe;

Du weißt ja, daß ich kein Talent

Zum Martyrtume habe.

 

Ob deiner Inkonsequenz, o Herr,

Erlaube, daß ich staune:

Du schufest den fröhlichsten Dichter, und raubst

Ihm jetzt seine gute Laune.

 

Der Schmerz verdampft den heitern Sinn

Und macht mich melancholisch;

Nimmt nicht der traurige Spaß ein End',

So werd ich am Ende katholisch.

 

Ich heule dir dann die Ohren voll,

Wie andre gute Christen -

O Miserere! Verloren geht

Der beste der Humoristen!

 

Vor 170 Jahren starb Heinrich Heine. Unbestritten einer der größten Dichter des Landes. Und von so ziemlich jedem wurde er auf den Sockel gestellt, selbst von seinen Gegnern. Dabei wird das Offensichtliche nicht wahrgenommen – Heinrich Heine gehört tatsächlich zu den besten Humoristen. Und kaum einer weiß es. Auch nicht die Damen und Herren vom „Literarischen Quartett“.

Der Wurm bietet seinen Lesern eine alphabetisch geordnete Auswahl subversiver und erstaunlicher Gedichte von Heinrich Heine. Völlig subjektiv und alles andere als vollständig. Mensch möge selbst in dessen Gedichten stöbern und wird findig werden. 

Menschen mit freiem Geist, klarem Verstand und Sinn für Humor wünscht der Wurm viel Spaß beim Lesen!

 

 

12 February 2026
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Es ist eine Sache, ein glücklicher Vasall zu sein, und eine andere, ein elender Sklave

 

https://www.youtube.com/watch?v=tlLC0rl8K6k

 

Beim diesjährigen Weltwirtschaftsforum in Davos wurde deutlich, dass die Weltpolitik sich in einem tiefgreifenden Wandel befindet. Vor allem die Rede des kanadischen Premierministers Mark Carney machte dies mehr als deutlich.

 

05 February 2026
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