„Warum sprechen eigentlich alle über Meinungsfreiheit? Hätten wir sie, müssten wir nicht darüber reden. Warum aber wird gerade die Meinungsfreiheit dort heftig verteidigt, wo sie eingeschränkt werden soll, im Sinne beispielsweise eines Digital Service Acts? Ist es das Verständnis davon, dass der Mensch die „richtige“ Information erst gefiltert bekommen muss, um sie „frei“ konsumieren zu können? Frei von sogenannten desinformativen und hasserfüllten Einflüssen? Vom 3. bis 10. Mai wird die „Woche der Meinungsfreiheit“ in der Paulskirche ausgetragen.
Norbert Häring hat die Veranstaltung und ihre Gastredner genauer unter die Lupe genommen. Hören Sie hierzu seinen Text „Woche der Meinungsfreiheit“, der zunächst bei auf seinem Blog erschienen war.“
https://www.youtube.com/watch?v=XGhTiPAbEwQ
Die Organisatoren der „Woche der Meinungsfreiheit“ sind ein Hohn, vor allem, wenn mensch sich an folgende Beiträge des Wurms zu Gemüte führt:
https://www.ansichten-eines-regenwurms.de/index.php/1476-ministerium-der-wahrheit und https://www.ansichten-eines-regenwurms.de/index.php/1455-meinungsfreiheit-ist-einem-propaganda-kriegsrecht-gewichen
In mehreren Beiträgen hatte der Wurm auf den Roman 1984 von George Orwell und dessen Parallelen zur Gegenwart hingewiesen und tut dies hier erneut.
Thomas Pyczak: „Videoüberwachung, Neusprech, Fake News – George Orwells Roman 1984 erschien wenige Jahre nach dem Ende des 2. Weltkrieges und zeigt uns einen totalitären Überwachungsstaat. Eine zentrale Rolle in dieser Dystopie spielt die Sprache, die verhindern soll, dass das Denken sich eine andere, bessere Welt vorstellt. In diesem Beitrag finden Sie 10 Zitate aus 1984, die mir beim erneuten Lesen besonders aufgefallen sind. Sie zeigen, wie infam die Sprache genutzt wird.
Was passiert im Roman? Die Geschichte wird ständig umgeschrieben. Wahrheit existiert nicht mehr. Das Paradox wird zur Leitidee. Widerstand wird zur Fabel. Krieg zum Alltag. Der Mensch existiert in einer Blase, isoliert, überwacht, kontrolliert, auf Hass getrimmt, zu Spitzeltum erzogen. Das Storytelling konzentriert sich völlig auf Manipulation.
Jenseits von aktuellen politischen Diskussionen ermöglicht dieser Roman, eine schauerliche Welt und deren Machtmechanismen, die bis tief in die Sprache hinein reichen, zu besichtigen, ohne gleich mit dem Finger auf Politiker*innen, Staaten, Gruppierungen, Parteien zu zeigen. 1984 scheint mir insofern ein guter Ausgangspunkt, über unsere Welt zu reden, ohne direkt über unsere Welt zu reden …
„Freiheit ist die Freiheit zu sagen, dass 2+2=4 ist. Sobald das gewährleistet ist, ergibt sich alles andere von selbst“ (Annahme des Protagonisten, der sich gegen den Staat wendet und am Ende scheitert)“
https://www.strategisches-storytelling.de/big-brother-is-watching-you-10-zitate-aus-1984/
Aus „Wikipedia“: „Die Hasswoche ist eine Propagandaveranstaltung, die dem Hass auf politische und militärische Gegner gewidmet ist. Wie austauschbar diese Gegner für das System sind, zeigt eine Episode, in welcher der Hassredner mitten in seiner Rede einen Zettel zugeschoben bekommt, auf dem steht, dass der Gegner gewechselt hat. Ohne zu stocken oder sich einmal zu versprechen, setzt er seine Rede fort; Hassobjekt ist jetzt der neue Gegner. Die kleine Schwester der Hasswoche ist der tägliche Zwei-Minuten-Hass, an dem jeder teilnehmen muss.“
https://de.wikipedia.org/wiki/1984_(Roman)