https://www.youtube.com/watch?v=GQHC2XCToJE
Vor 500 Jahren starb Jakob Fugger, der damals (und bis heute) reichste Mensch der Welt. Er schuf einen multinationalen Konzern, der führend war in Handel, Bankwesen und Bergbau und ca. 10% des Vermögens des Heiligen Römischen Reiches besaß.
„Erfolg ist eine Wissenschaft; wenn man die Bedingungen kennt und erfüllt, erhält man das Ergebnis.“ - Oscar Wilde
Wie kaum ein anderer hatte Jakob Fugger die Kenntnis und das Gespür, wieviel Geld bezahlt werden musste, um das gewünschte Resultat zu erzielen. Ob es sich um Bestechung einzelner Personen handelte oder um die Investitionen, um einen Krieg zu gewinnen.
Alles und Jeder hat seinen Preis – mensch muss diesen Preis kennen und zu seinem Vorteil ausnutzen.
Allerdings lebte Jakob Fugger ausschließlich in seiner Geschäfts-Welt und es war außerhalb seines Denkens, dass es Idealisten gibt, die nicht käuflich sind und dass mensch etwas gegen abgemachte Geschäfte haben kann.
Massive Kritik am Früh-Kapitalismus und unter anderem am Ablaßhandel (an dem die Fugger kräftig verdienten) führten letztendlich zur Reformation, was für einen Jakob Fugger unvorstellbar war.
Aber das Fugger-Geld führte dazu, dass die „Frühbürgerliche Revolution“ (siehe http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/index.php/361-fruehbuergerliche-revolution-in-deutschland ) brutal beendet wurde.
Seine Angestellten fühlten sich einer Elite zugehörig und für seine Arbeiter erwirkte er eine Lockerung des strengen Fasten-Gebots sowie eine bessere Kranken-Versorgung, so dass sie mehr arbeiten konnten. Ansonsten wurden diese ausgebeutet, so dass es zu Arbeiter-Aufständen kam.
Otto von Bismarck wird folgender Spruch zugeschrieben: „Die erste Generation schafft Vermögen, die zweite verwaltet Vermögen, die dritte studiert Kunstgeschichte, und die vierte verkommt vollends.“
Das lief hier nicht anders. Es waren mehrere Generationen, die Vermögen aufbauten, so dass Jakob Fugger eine solide Grundlage hatte, reichster Mensch der Weltgeschichte zu werden (bis 1525). Er kannte die meisten seiner Geschäfts-Partner und seiner oberen Angestellten persönlich und alle hatten ein gemeinsames Ziel vor Augen.
Sein Neffe Anton Fugger (bis 1560) verwaltete das Vermögen. Dessen Angestellte hatten schon kein Gemeinschafts-Gefühl mehr und arbeiteten für ihren eigenen Profit.
Danach kamen die Kunstgeschichtler und die Verkommenen.
Sorgen um deren Nachfolger muss mensch sich aber nicht machen – keiner von denen muss heutzutage „arbeiten“ im eigentlichen Sinne.
„Wenn du der Bank 100 Dollar schuldest, ist das dein Problem. Wenn du der Bank 100 Millionen Dollar schuldest, ist das das Problem der Bank."
Das ist auch das Problem, welches die Fugger hatten. Sie hatten dem Haus Habsburg immer mehr Kredite gegeben, bis sie in deren Hand waren. Drei Staatsbankrotte und offener Betrug führten zum Niedergang des Hauses Fugger.