Mit dem Regenwurm ist es so eine Sache. Meist nimmt ihn keiner wahr und ernst nehmen tut ihn kaum jemand. Und doch: meist ist er da und oft auch wichtig. Ein eigenes Leben hat er allemal, wenn auch überwiegend unter der Erde - da wühlt und gräbt er sich durch alles durch und kommt mit allem in Kontakt, was es da so gibt im Wurzelbereich und drunterhinaus. Was dahin gerät - und das meiste kommt früher oder später mal da an - betrifft ihn und seine Freunde. Ab und zu kommt Rupert (so der Name des Regenwurms) an die Erdoberfläche, um zu sehen, was die da oben schon wieder alles treiben. Und gibt Kunde davon seinen staunenden Kumpels im Erdreich und jenen über der Erde, die sich für ihn interessieren.

Dies ist ein merkwürdiges Land: einerseits ist den meisten alles egal, was nicht sie selbst betrifft; andererseits regen sie sich über Leute auf, denen nicht alles egal ist und die Missstände klar beim Namen nennen oder Themen satirisch überspitzen.

Gerade in den letzten Wochen war dies wieder deutlich zu sehen.

Meinungs- oder Pressefreiheit gilt nur für diejenigen, die festlegen, was politisch korrekt zu sein hat. Wehe dem, wer da nicht mitmacht.

Nachdem der erste Teil schon über 7 Millionen Zuschauer im Kino hatte, steht „Fack ju Göhte 2“ mit über 5 Millionen Besuchern nach gut zwei Wochen auch nicht schlecht da.

Unabhängig davon, wie gut oder schlecht der Film sein mag – bei den hohen Besucherzahlen muss er gesellschaftlich einen Nerv getroffen haben.

Geschichte ist das, was die Gegenwart an ihr interessiert.

Dieser Satz passt sehr gut zur „Heiligen Allianz“, die vor 200 Jahren von Russland, Preußen und Österreich ins Leben gerufen wurde. Die Bewohner des Erdreichs hätte dieser Jahrestag bis vor Kurzem kaum interessiert, aber Ereignisse der letzten Zeit, die eindeutig in eine ungute Richtung weisen, veranlassen den Wurm, sich Gedanken über die „Heilige Allianz“ und das deutsch-russische Verhältnis zu machen.

„Krokodilstränen der internationalen Verbrecherbande“ und „Verbrechen, Dummheit, Irrsinn: europäische Flüchtlings-Politik“ hießen die Beiträge, die der Wurm dieses Jahr der Flüchtlings-Thematik gewidmet hat.

In den letzten Wochen ist gerade die deutsche Politik noch dümmer, irrsinniger, heuchlerischer und vor allem verantwortungsloser geworden bis hin zur eigenen Bankrott-Erklärung. Der „Freeman“ schreibt dazu:

„Was hat die "Mutti aller Flüchtlinge" am Freitag noch verkündet? Es gebe keine Obergrenze für Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen wollen. Alle sind willkommen, nur herein damit. Zwei Tage später ist die Grenze zu Österreich dicht, der Bahnverkehr eingestellt, das Schengener Abkommen ist außer Kraft gesetzt, denn die Flasche Thomas die Misere ordnete die Wiedereinführung von Kontrollen an den Landesgrenzen an. Er musste reagieren, denn die Länderchefs haben den Notfall ausgerufen, weil wegen der Flüchtlingsflut völlig überfordert und verlangen, keine unkontrollierte Einwanderung mehr. Allein an diesem Wochenende trafen 19'000 Migranten in München ein. Was für eine Wende, nach dem Motto, was kümmert mich mein Geschwätz von gestern? Von, alle Tore sind für die Einwanderung der Massen offen, innerhalb kürzester Zeit zu, Deutschland wird dichtgemacht. Nicht zu fassen wie inkompetent, unglaubwürdig und völlig bescheuert das Regime in Berlin ist. Es zeigt den totalen Bankrott von Merkels Flüchtlingspolitik.

Jetzt hat Deutschland wieder die Uhr zurückgedreht und die europäische Steinzeit eingeführt, hat Österreichs Außenminister Sebastian Kurz die Grenzkontrollen und Aussetzung des Bahnverkehrs bezeichnet. Wien wird deshalb ebenfalls die Grenzen kontrollieren müssen, sonst bleiben zigtausende Migranten in Österreich hängen, die Merkel mit ihrer Einladung angelockt hat. Auch Tschechien wird die Grenzen strenger kontrollieren. Frankreich hat es auch vor und Dänemark hat Grenzkontrollen zu Deutschland bereits vollzogen. Den freien Reiseverkehr, den die EU-Turbos immer so stolz als besondere Errungenschaft der EU verkünden, gibt es nicht mehr.“

http://alles-schallundrauch.blogspot.de/2015/09/der-totale-bankrott-merkels.html

„Männer, Frauen und Sprache - der nächste Versuch: Frank Plasberg wird in seiner Talkshow "Hart aber fair" am Montag im Ersten (21 Uhr) dieselben Gäste wie am 2. März begrüßen - und noch zwei weitere. Das teilte die ARD-Programmdirektion am Freitag mit. Der Titel der Sendung lautet: "Der Gender-Streit - Was darf zu Mann und Frau gesagt werden?"

Die Ausgabe "Nieder mit den Ampelmännchen" vom 2. März war von Frauenverbänden und Gleichstellungsbeauftragten heftig kritisiert worden. Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) hatte die Sendung danach zunächst aus der Mediathek genommen und nach Protesten dagegen bald darauf wieder eingestellt.“

http://www.spiegel.de/kultur/tv/hart-aber-fair-zum-gender-thema-neuer-plasberg-talk-in-alter-besetzung-a-1051537.html

Wer glaubt, es gäbe nichts Neues unter der Sonne, der täuscht sich. Erst wird in einer Talkshow Blödsinn daher geredet, dann nach Protesten aus der Mediathek genommen (was gar nicht gefordert wurde), dann nach Protesten wieder in die Mediathek rein genommen und als Höhepunkt mussten der selbe Moderator und die selben Gäste noch mal über das selbe Thema reden.

Sie hätten es auch bleiben lassen können.

http://www.spiegel.de/kultur/tv/hart-aber-fair-zu-gleichberechtigung-experiment-gescheitert-a-1051723.html