„Die anhaltend hohen Umfragewerte der AfD sorgen im Vorfeld der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt für zunehmende mediale Aufmerksamkeit. Mehrere Mainstreammedien veröffentlichten zuletzt scharf formulierte Beiträge über die Partei und ihren Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund.
Die Süddeutsche Zeitung forderte ein Parteiverbot, während der Spiegel Siegmund auf dem Titel seiner aktuellen Ausgabe zum "gefährlichsten Mann Deutschlands" erklärte.
Das Spiegel-Cover fiel dabei durch die bedrohlich wirkende Inszenierung des AfD-Spitzenkandidaten im Stil eines Fahndungsfotos auf.
Siegmund ließ sich die Gelegenheit für einen Seitenhieb nicht entgehen und signierte nun offenbar gut gelaunt entsprechende Spiegel-Hefte. Auf die Coverstory angesprochen, reagierte der AfD-Politiker demonstrativ gelassen.“
https://freedert.online/kurzclips/video/288762-gefaehrlichste-mann-deutschlands-siegmund-spottet/
„Der SPIEGEL bezeichnet AfD-Politiker Ulrich Siegmund auf seinem aktuellen Titel als „gefährlichsten Mann Deutschlands“. Im WELT-Interview kritisiert Publizist Ulf Poschardt das Cover scharf und spricht von einem „journalistischen Offenbarungseid“. Er wirft dem Magazin vor, journalistische Standards zugunsten politischer Haltung aufzugeben und sieht darin sogar einen Vorteil für die AfD. Außerdem ordnet Poschardt ein, warum solche Titel aus seiner Sicht ihre Wirkung verlieren und welche Folgen sie für das Vertrauen in Medien haben könnten.“
https://www.youtube.com/watch?v=6Eq3z7NqJHU
Personalisierung
Sebastian Friedrich: „Siegmund ist ein politisches Talent, aber kein übermächtiges. Viele Fans wie Gegner überschätzen in diesen Tagen den Anteil Siegmunds an der aktuellen Stärke der AfD in Sachsen-Anhalt. Die AfD steht in den Sonntagsfragen zur Landtagswahl derzeit je nach Umfrageinstitut bei 41 bis 43 Prozent. Das ist selbstredend viel. Aber wie viel davon lässt sich tatsächlich Ulrich Siegmund zuschreiben?
Ein Vergleich mit der letzten Wahl in Sachsen-Anhalt lässt zumindest Zweifel am Siegmund-Faktor aufkommen. Bei der Bundestagswahl Anfang 2025 holte die AfD im Land bereits 37,1 Prozent. Sollte sie bei der Landtagswahl tatsächlich auf dem Niveau der aktuellen Umfragen landen, würde sie gegenüber der Bundestagswahl also ungefähr fünf Prozentpunkte zulegen. Das klingt zunächst nach viel, relativiert sich aber, wenn man den allgemeinen Aufwärtstrend der Partei berücksichtigt.
Bundestagswahlergebnisse und Landtagswahlumfragen sind nicht deckungsgleich, einen Hinweis liefern die Vergleiche dennoch: Bundesweit kommt die AfD in Umfragen aktuell auf etwa 28 Prozent und damit deutlich mehr als die 20,8 Prozent bei der Bundestagswahl 2025. Anders gesagt: Für die Bundes-AfD geht es seit der Bundestagswahl sogar noch steiler nach oben als für AfD Sachsen-Anhalt mit ihrem Spitzenkandidaten Siegmund. Die verfügbaren Zahlen liefern also keine Belege dafür, dass Siegmund den entscheidenden Unterschied macht.
Neben dem Vergleich zum Bundestrend gibt es noch ein weiteres Indiz, das gegen einen herausragenden Siegmund-Faktor spricht. Die AfD Sachsen-Anhalt ist auch im Vergleich mit anderen ostdeutschen Landesverbänden kein Sonderfall. In Thüringen liegt die AfD aktuell bei 40 Prozent. In Sachsen landete die AfD bei der letzten Umfrage bei jenen 42 Prozent, bei denen die AfD auch gerade in Sachsen-Anhalt steht. Die AfD schafft es auch ohne einen supercharismatischen Gute-Laune-Populisten, in Umfragen über die 40-Prozent-Marke zu kommen. Dafür braucht es also keinen Siegmund.
Auch bei seinen Persönlichkeitswerten ist Siegmund zwar stark, aber keineswegs überragend. Bei einer Direktwahl des Ministerpräsidenten läge er laut INSA nur knapp vor CDU-Kandidat und Ministerpräsident Sven Schulze. Im Sachsen-AnhaltTREND von Ende Juli zeigten sich 35 Prozent der Befragten mit Siegmunds Arbeit zufrieden, Schulze kam auf 29 Prozent.
Auch diese Zahlen lassen sich anders lesen als in der Erzählung vom unschlagbaren AfD-Posterboy: Siegmunds persönliche Zustimmung liegt deutlich unter den Umfragewerten seiner Partei. Bei Schulze ist es umgekehrt. Seine persönlichen Werte liegen über denen der CDU.
Zusammengenommen sprechen diese Zahlen gegen die Vorstellung, Siegmund sei der entscheidende Grund für die Stärke der AfD in Sachsen-Anhalt. Es ist eher umgekehrt: Siegmunds Stärke speist sich zu einem erheblichen Teil aus der allgemeinen Stärke seiner Partei – und besonders ihrer Stärke in Ostdeutschland.
Ein geringerer Zuwachs als im Bund, Umfragewerte auf einem ähnlichen Niveau wie in Thüringen und Sachsen, bei den Persönlichkeitswerten zwar vorne, aber mit deutlich geringerem Abstand zum Konkurrenzkandidaten als zwischen AfD und CDU: Warum funktioniert die Erzählung vom gefährlichen, beinahe übermächtigen Bösewicht Siegmund dennoch so gut?
Ein Grund liegt in einer alten Logik des politischen Journalismus. Journalistinnen und Journalisten erklären grundlegende politische und gesellschaftliche Entwicklungen gerne über Personen. Personalisierung gehört zu den verbreiteten Mustern des politischen Journalismus in der bürgerlichen Öffentlichkeit. Für den SPIEGEL gilt das in besonderer Weise. Gerade deshalb wirkt die aktuelle Aufregung über das Cover ein wenig merkwürdig.
Seit seiner Gründung orientiert sich der SPIEGEL am US-amerikanischen TIME Magazine. Die von diesem etablierte typische Magazinlogik lautet: Politik muss in eine Story verpackt werden und eine gute Story braucht einen guten Protagonisten, einen Helden oder einen Bösewicht. Dass der SPIEGEL genau das macht, kann man kritisieren, nur sollte es nicht überraschen.
Schon 1957 kritisierte etwa Hans Magnus Enzensberger diese Logik in seinem berühmten Radio-Essay Die Sprache des Spiegel: „Das Gesetz der Story verlangt, daß Geschichte zum biografischen Detail werde“, schreibt er darin. Beim SPIEGEL gebe es, ähnlich wie beim TIME Magazine, die Vorstellung, Nachrichten entstünden vor allem durch Individuen und gerade nicht aus gesellschaftlichen Entwicklungen, Klassenauseinandersetzungen oder Interessengegensätzen. „Damit ist der Held gerechtfertigt; die Geschichte besteht aus Geschichtchen“, so Enzensberger.
Personalisierung und Dramatisierung, die Verdichtung vielschichtiger Entwicklungen auf eine These und, im Idealfall, auf ein einziges Bild auf dem Cover. „Der gefährlichste Mann Deutschlands“ ist nach diesen Kriterien das perfekte Cover.“
https://www.ueberrechts.de/p/siegmund-afd-spiegel-sachsen-anhalt
Der angeblich gefährlichste Mann Deutschlands
Benjamin Berndt: „Ulrich Siegmund ist nicht nur Anwärter auf den Posten des Landeschefs in Sachsen-Anhalt, er ist zudem das, was man als charismatisch, charmant und smart bezeichnen könnte, wenn man ihm wohl gesonnen wäre.
Aber manche halten den Spitzenkandidaten der AfD für den falschen Mann. Vom Verfassungsschutz als gesichert-rechtsextrem eingestuft und eine Gefahr für Demokratie und innere Sicherheit.
Schenkt man der allgemeinen Berichterstattung über den 35-Jährigen Glauben, steht Siegmund für Fremdenfeindlichkeit, lehnt Queere ab und möchte Inklusion in Schulen und Alltag abschaffen.
Dennoch: Über 40% der Wahlberechtigten in Sachsen-Anhalt wollen ihn am 06.09.2026 als Sieger im Rennen um das Ministerpräsidentenamt sehen.
Grund genug, ihm zuzuhören, sollte man meinen.
Doch weil das in reichweitenstarken Medien weitestgehend nicht möglich zu sein scheint, habe ich das Gespräch mit Ulrich Siegmund gesucht. In fast 4 Stunden geht es um seinen Weg von der CDU zur AfD, um einen Angriff auf ihn beim Plakatieren, um seine Position zum Thema Remigration und natürlich um seine Pläne für die ersten 100 Tage im Amt des MP - falls er es schafft.
Leider ist es uns nicht gelungen, Sven Schulze von einem gemeinsamen Gespräch zu dritt zu überzeugen. Daher heißt es am 15.08.: Gute Erkenntnisse mit Ulrich Siegmund - {ungeskriptet}“
https://www.youtube.com/watch?v=9J-oOOLwba4
Tatsächlich Gefährliche
Roberto De Lapuente: „Aber gäbe es in Deutschland nicht viel gefährlichere Männer? Typen, die gefährlich sind, weil sie auch die Macht dazu haben? Dürfte man sich mit einiger Berechtigung nicht eher vor Boris Pistorius fürchten? Zumal, wenn man ein junger Mann ist, dem das ganze Leben noch bevorsteht, sofern man 2029 nicht auf völlig abwegige Ideen kommt? Ist Friedrich Merz und seine außenpolitische Irrfahrt – BlackRock-Odysseus – nicht um Längen gefährlicher für Deutschland? Siegmund hatte noch kein Fitzelchen Macht in Händen gehalten. Ist es also nicht leicht übertrieben, ihm dieses Status anzuheften, zumal Siegmund ja nicht Bundeskanzler oder Kaiser würde, sondern Ministerpräsident eines Landes, von dem Blome in seiner aktuellen Kolumne schreibt, dass dort »gerade einmal gut zwei der bundesweit 84 Millionen Menschen« leben.
In der Tat kennt dieses Land gefährliche Männer – und auch Frauen. Ein besonders gefährliches Exemplar Weiblichkeit hat man schon vor Jahren nach Brüssel ausgelagert. Dort ist sie jedoch gefährlicher denn je. Und wenn man innerhalb der Grenzen bleibt, könnte man den Kolumnisten Nikolaus Blome, ein nicht ganz unbedeutender Schreiberling in dieser entrückten Republik, als heißen Kandidaten für diesen Titel nennen. Seine Rhetorik half bei der Grundsteinlegung für die Spaltung in den Corona-Jahren. Er war maßgeblich an der finalen Entzweiung beteiligt – im Laufe der pandemischen Jahre legte er oft nach, die Ungeimpften sollten in ihm offenbar ihren Meister finden. Seine »Gedanken« zur Wahl in Sachsen-Anhalt sind auch so ein Stück kalkulierte Polarisierung. Man hat Kommentatoren in den Sozialen Netzwerken schon für deutlich weniger Hass unterstellt und dann geahndet. Möge die Republik endlich mal mit dem Finger auf ihn zeigen!“
https://overton-magazin.de/kommentar/gesellschaft-kommentar/edelfeder-mit-spaltungsgarantie/
Gefährliche Medien
Der MDR berichtete bereits vor zwei Tagen, auch hier ein sehr ausführlicher Beitrag mit Archivmaterial, dass der AfD-Landesverband Sachsen-Anhalt laut Recherchen des Senders "einen rechtsextremen Aktivisten" mit Vorgeschichte bei den "Autonomen Nationalisten" und der "Identitären Bewegung" eingestellt habe. Auf Nachfrage habe die Partei "auf den Datenschutz verwiesen" und teilte zudem mit, man äußere sich nicht zu einzelnen Anstellungsverhältnissen der Landespartei. Man führe dabei keine "Gesinnungsprüfungen" durch.
Parallel unterließ es der Sender in der Sendung "MDR-Wahlarena" zur Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, den Zuschauern den "zufällig" ausgesuchten Studiogast als nachweislichen Linken-Politiker namens Gabriel Rücker vorzustellen. Dieser berichtete wörtlich den Zuschauern über "sehr viel Angst vor AfDlern, die mich auf der Straße auflauern, dadurch, dass ich auch Aktivist bin in der queeren Community". Wörtlich führte er weiter aus, dass es demnach in Magdeburg "regelmäßig Angriffe auf queere Menschen vor allen Dingen von Deutschen, Weißen gibt".
Die Süddeutsche Zeitung (Bezahlschranke) titelte final am Donnerstag mit der Überschrift:
"Zehn Gründe für ein AfD-Verbotsverfahren. Jetzt."
Es braucht laut dem Meinungsbeitrag des Journalisten Ronen Steinke eine zeitnahe Prüfung der AfD vor dem Bundesverfassungsgericht, um "zu klären, welche Gefahr von der Partei ausgeht – und um sie zu verbieten, wenn sie so demokratiefeindlich ist, wie es scheint".
Weitere themenbezogene SZ-Artikel des Autors lauteten bereits im Mai und Juli dieses Jahres: "Die AfD tut harmlos. Aber sie ist es nicht" sowie "Wie die AfD das demokratische System aushebeln könnte" (beide Bezahlschranke).
Zu seiner Thesenfrage, ob sich die AfD "beim Versuch des Regierens nicht ganz schnell selbst entzaubern" würde, erklärt der SZ-Mitarbeiter, dass "ein Blick in die Geschichte und in andere europäische Länder" zeige, dass "die Hoffnung sich bewahrheiten kann, sie kann aber auch bitter enttäuscht werden", um Beispiele aus den Niederlanden, Österreich und Ungarn darzulegen.“
https://freedert.online/inland/288676-medienkampagne-ulrich-siegmund-gefaehrlichste-mann/
Reaktionen
Constantin Schreiber: „Der SPIEGEL nennt AfD-Politiker Ulrich Siegmund den „gefährlichsten Mann Deutschlands“ – aber wem nutzt diese Zuspitzung wirklich? Wen soll das Cover überzeugen? Geht es in Wirklichkeit um Selbstbestätigung der politischen Perspektive der eigenen Leserschaft? Und warum gelten bei Politikern der Linken offenbar ganz andere Maßstäbe? Das Cover sagt viel aus über journalistische Haltung, die Macht der Zuspitzung – und die Frage, ob solche Schlagzeilen die AfD am Ende nicht sogar stärker machen.“
https://www.youtube.com/watch?v=14JXn9Johyw
Boris Reitschuster: „Und ich war froh, als ich sah, dass die Empörung darüber weit über die AfD hinausging. Wolfgang Bosbach empörte sich bei der „Welt“ über das Titelbild und lieferte die Retourkutsche, man könne von der „dümmsten Redaktion Deutschlands“ sprechen:
„„Ich habe keine Ahnung, was man in der Redaktion des ‚Spiegel‘ raucht.“
Sogar Annika Leister vom stramm linken Portal „t-online“ fand auf X kritische Worte: „Ich halte als ausschlaggebend für das Spiegel-Cover nicht Dummheit, sondern eher Skrupellosigkeit der Blattmacher. Man kann 13 Jahre nach Gründung der AfD einen solchen Titel nicht machen, ohne um den drohenden Backlash zu wissen. Imo hat man das eingepreist – um der eigenen Verkaufszahlen willen. Ist das korrekt, diskreditiert sich das Blatt eigentlich vollkommen selbst. Von ganz oben.“
Jan Fleischhauer macht sich im „Welt“-Interview lustig, was der „Spiegel“ in seiner Geschichte über Siegmund „enthüllte“, sei Werbung für diesen: „Wenn man dann reinschaut und nachguckt, was macht diesen Mann so gefährlich, gefährlicher als jeden Terroristen? Ich habe es mal zusammengetragen: Er genießt den Wahlkampf, anders als andere, die irgendwie schlapp und müde nach Hause gehen, bezieht er Energie aus der Begegnung mit anderen Menschen, das ist ein Vorwurf, er ist immer freundlich und zugewandt und galt in der Schule als Frauenschwarm. Das sind die Haupt- und Kernvorwürfe. Und natürlich, es gibt hinter ihm ganz, ganz viele gefährliche Männer, die wir aber nicht näher nennen können. Die Beweislage ist ein bisschen dünn, darum machen sich so viele Menschen über den Spiegel lustig.“
https://reitschuster.de/post/nach-hetz-titel-ueber-siegmund-spiegel-verteidigt-sein-eigentor/
Ralf Heimann: „Auch Klaus Brinkbäumer, Dirk Kurbjuweits Vorvorgänger als "Spiegel"-Chefredakteur, begründet im Podcast "Land in Sicht" seine Kritik damit, dass die zugespitzte Behauptung einer Überprüfung nicht standhält. Brinkbäumer sagt:
"Ich finde, dass die Kritik in vielen Teilen unbegründet ist, weil der Spiegel die Wirklichkeit abbilden muss. Und die AfD ist nicht wegen des 'Spiegel' so stark, wie sie nun mal geworden ist. Dann aber finde ich den Superlativ falsch. Der gefährlichste Mann Deutschlands, das ist er nicht. Und dieser Superlativ gibt Siegmund einen Coolness-Faktor, den die AfD nicht haben sollte."“
Michael Hollister: „Bemerkenswert ist, aus welchen Richtungen der Vorwurf kommt, das Cover helfe der AfD. Er stammt nicht aus der Partei allein und nicht nur aus AfD-nahen Medien - er zieht sich quer durch das politische und publizistische Spektrum. Der Linken-Politiker Dietmar Bartsch, früher Fraktionsvorsitzender, nennt die Titelseite gegenüber Welt TV einen „Skandal" und „unverantwortlich"; letztlich sei sie „Wahlkampfhilfe für die AfD". Diese Stimme wiegt schwer, denn sie kommt gerade nicht von rechts: Ein Politiker, der die AfD entschieden ablehnt, warnt davor, dass der Spiegel mit seiner Warnung den Gegner stärkt.
Auch im etablierten Feuilleton fällt das Urteil kritisch aus. Julia Encke, Feuilletonchefin der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, hält fest, der Titel könne jenen, die die Geschichte gar nicht lesen, wie ein Werbeplakat entgegenkommen; das Fahndungsfoto stilisiere Siegmund zugleich zur „Most Wanted Person". In der Süddeutschen Zeitung spottet Willi Winkler über „Faschismus mit menschlichem Antlitz". Und der frühere Welt-Herausgeber Ulf Poschardt nennt die Titelgeschichte einen absoluten Tiefpunkt journalistischer Ethik.
Erst danach reihen sich die dezidiert alternativen Häuser ein. Cicero-Chefredakteur Alexander Marguier spricht vom „nächsten Rohrkrepierer aus Hamburg"; sein Autor Mathias Brodkorb, SPD-Mitglied und früherer Kultus- und Finanzminister in Mecklenburg-Vorpommern, sagt der Titelgeschichte voraus, sie werde nach hinten losgehen. Bei Tichys Einblick, NIUS, Apollo News und Journalistenwatch fällt das Urteil noch schärfer aus, bis hin zum Vorwurf der Hetze. Wer diese Kette betrachtet - von der Linkspartei über die FAZ-Sonntagszeitung und die Süddeutsche bis zur Welt und den alternativen Portalen -, erkennt: Der Vorwurf der Kontraproduktivität ist kein Partei-Narrativ. Er ist ein fast überparteilicher Befund. Und das ist für die Analyse entscheidend, denn es trennt die Sachfrage - wirkt das Cover kontraproduktiv? - von der politischen Sympathie für oder gegen die Partei, um die es geht.“
https://apolut.net/wann-wird-die-warnung-zur-wahlkampfhilfe-von-michael-hollister/
„Spiegel“ danach
Constantin Schreiber: „Der SPIEGEL nennt AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund den „gefährlichsten Mann Deutschlands“ – und Chefredakteur Dirk Kurbjuweit sieht sich nun veranlasst, diese Titelentscheidung ausführlich zu rechtfertigen. Aber überzeugt seine Begründung? Macht der SPIEGEL Siegmund mit diesem Cover erst größer? Wird aus Journalismus Wahlwerbung? Und was sagt es über Haltung aus?“
https://www.youtube.com/watch?v=_y6ngdQjp4Y
Boris Reitschuster: „Faszinierend, dass die beim „Spiegel“ immer noch nicht merken, dass sie mit ihren Schauermärchen genau das Gegenteil von dem bewirken, was sie erreichen wollen. Die haben in ihrem Elfenbeinturm auch noch den letzten Bodenkontakt verloren.
Mit diesem kurzen Post habe ich auf das unsägliche Spiegel-Titelbild reagiert, dass den AfD-Spitzenkandidaten von Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund, im Stil eines Fahndungsplakats als „gefährlichsten Mann Deutschlands“ diffamierte.
Ich dachte, der Unsinn ist so offensichtlich, dass ein kurzer Post dazu ausreicht …
Die Krone setzte dem Ganzen nun aber Spiegel-Chefredakteur Dirk Kurbjuweit auf. Statt sich die Kritik zu Herzen zu nehmen, – die bekanntlich längst nicht nur von rechts kam – verteidigte er das Cover in seiner „Lage zum Sonntag“ mit ebenso klassischer wie entlarvender Spiegel-Logik.
Siegmund gebe sich freundlich und gewinnend, so der linke Kulturkämpfer mit Karriereinstinkt, auch bei Bürgern, die keine Rechtsextremen seien, aber Veränderungen wollten. Auch weiter kaute Kurbjuweit nur das auf, worüber sich schon Ex-Spiegel-Mann Fleischhauer lustig gemacht hat: Dass sich Siegmund im Hintergrund von einem Netzwerk rechter Extremisten unterstützen lasse. Die steile Schlussfolgerung der „Spiegel“-Redaktion, die zur Blattkritik gleich den Verfassungsschutz eingeladen hatte: Seine Pläne seien „ein Anschlag auf die liberale Demokratie“.
Und dann kommt der Satz, der alles zusammenfasst: „Das zusammen, das Umgängliche und das Extreme, machen Siegmund zu einem gefährlichen Mann, aktuell zum gefährlichsten Mann Deutschlands, aus Sicht liberaler Demokraten. Denn potenziell sind Politiker wirkmächtiger als Kriminelle. Wenn ein Politiker böse Absichten hat – die allermeisten haben das zum Glück nicht –, kann das böse Folgen für Hunderttausende haben, vielleicht für Millionen.“
Man muss den Satz aber noch aus einem zweiten Grund zweimal lesen. „Potenziell sind Politiker wirkmächtiger als Kriminelle“ – nach dieser Logik ist praktisch jeder Kanzler, jeder Ministerpräsident, jeder Verfassungsrichter „potenziell“ gefährlicher als jeder verurteilte Gewalttäter, weil Amtsmacht per Definition mehr Hebelwirkung hat als eine kriminelle Einzeltat – vom Messerangriff bis zur Vergewaltigung. Was für eine Vermessenheit, so etwas zu sagen! Und wie entlarvend! Denn wer so denkt, für den ist Gewaltimport natürlich eher eine Fußnote.
Der Maßstab, den der „Spiegel“ hier anlegt, hat also mit Siegmunds konkretem Handeln nichts zu tun. Aber auch gar nichts. Er ist eine Wette auf das, was er theoretisch anrichten könnte, verpackt als Gegenwartsdiagnose. Damit hätte der „Spiegel“ locker auch Merz oder Klingbeil aufs Cover setzen können, mit derselben Begründung. Warum tut er das nicht? Weil es nicht um Logik geht, sondern um die Zielscheibe, die man sich vorher ausgesucht hat. Um missionarischen Eifer.
Der Mann, der gerade erst mit einem Fahndungsplakat-Titelbild massive Kritik und Spott geerntet hat – von Wolfgang Bosbach über Annika Leister bis Jan Fleischhauer –, erklärt also, warum er genau so weitermachen will. Die eigene Zuspitzung wird nicht hinterfragt, sondern moralisch aufgeladen. Die möglichen negativen Folgen werden nicht als Problem gesehen, sondern als hinzunehmender Kollateralschaden im Kampf gegen das Böse – das die Hamburger Redaktion natürlich selbst definiert, nach Gutdünken.
Das ist kein Journalismus mehr. Das ist die selbstgewisse „Haltung“ einer Redaktion auf Missionarstrip, die den Bodenkontakt längst verloren hat und trotzdem glaubt, sie stehe noch über den Dingen. Während Siegmund die Exemplare signiert und die AfD in Sachsen-Anhalt bei 41 bis 43 Prozent steht, erklärt der Chefredakteur, Relevanz sei das einzige Kriterium – nicht die Frage, wem der Titel nützt oder schadet. Er beruft sich dabei auf Rudolf Augsteins Diktum „Sagen, was ist“. Nur: „Sagen, was ist“ bedeutet Fakten berichten, nicht düstere Zukunftsvisionen im Stile einer Kartenleserin erstellen und sie mit Superlativen aufblasen. Wer so etwas auf den Titel druckt und die Einschränkung erst nachliefert, wenn der Shitstorm da ist, sagt nicht, was ist – er behauptet, was er für richtig hält, und kaschiert es als Nachricht. Das ist Propaganda.
Und genau das ist faszinierend und erschütternd zugleich: Sie merken es immer noch nicht. Oder sie wollen es nicht merken. Weil sie sich für die besseren Menschen halten. Weil sie glauben, im Besitz der Wahrheit zu sein. Und weil sie eine tiefe Verachtung den einfachen Menschen gegenüber haben, die anders denken als sie.“
https://reitschuster.de/post/nach-hetz-titel-ueber-siegmund-spiegel-verteidigt-sein-eigentor/
Ich bin Philanthrop, Demokrat und Atheist. Rupert Regenwurm
Das Böse verlachen
- Satire, Realsatire, ernst Gemeintes -
Gesunder Patriotismus: Bernd Baumann (AfD) vs. Nathanael Liminski (CDU)
https://www.youtube.com/watch?v=CJzl8ZCTLVM
Simone Solga: Der gefährdetste Mann Deutschlands | SPIEGELS Eigentor mit Siegmund | Folge 229
https://www.youtube.com/watch?v=7UaMmh1Nb_I
HallMack Aktuelle Kamera 245 - Ulrich Siegmund der Schwalbenführer
https://www.frei3.de/post/37066b7f-fcaf-421f-9bf1-a4023c197c8c
HallMack Aktuelle Kamera 246 - System hofft auf Briefwahl
https://www.frei3.de/post/f13dedcb-05cc-482f-98a2-53d4b3e6c86e
HallMack Aktuelle Kamera 247 - Hallervordens Schädlingskrieg
https://www.frei3.de/post/f292f933-e874-483f-a3b3-250bebb2b869
Der gefährlichste Mann in Deutschland ??
https://www.youtube.com/watch?v=9n8alzQvMrg
6 Std. schwimmen nur für Schwarze !
https://www.youtube.com/watch?v=xWB-YcQEwAw
Jetzt rappelt es : Wagenknecht vs Höcke!
https://www.youtube.com/watch?v=JIpxHsUm2uo
3 Mio. um Ulrich Siegmund zu stoppen !
https://www.youtube.com/watch?v=HsL-XPbHkwY