Untergang des Abendlandes

 

https://www.youtube.com/watch?v=1Js6B0_1-v4

 

Die Befürchtungen waren groß, dass aus der „Odyssee“ von Christopher Nolan ein woker Multikulti-Blödsinn wird.

Beim Ansehen des Films wird allerdings sehr schnell klar, dass es sich um keine Nacherzählung des antiken Stoffes handelt, sondern darum, was er für die Gegenwart bedeutet.

Mensch kann über viele Teil-Aspekte des Films reden und schreiben – in erster Linie geht es um eine zeitlose Verdammung des Krieges und um eine aktuelle Aushebelung des Völkerrechts und deren katastrophale Folgen.

Um Stefan Piasecki zu zitieren: „So verwandelt sich Homers Epos in eine Reflexion über Interventionen, Besatzungen und moralisch aufgeladene Kriege der Moderne. Nicht die Vergangenheit wird erzählt, sondern die Gegenwart erkannt.“

https://overton-magazin.de/hintergrund/kultur/christopher-nolans-die-odysee-ist-politische-bildung/

 

Christopher Nolan

 

Lukas Bergmann: „Wer den neuen Blockbuster von Christopher Nolan "Die Odyssee" besucht, wird schon nach den ersten Minuten im Kinosessel merken, es ist mal wieder alles anders. Kein Spoiler, deswegen nur so viel: Das so oft als heroische Schönheit dargestellte trojanische Pferd ist bei Nolan alles andere als heroisch. Umgeben von Wellen droht es langsam im Meersand zu versinken.

Es ist nur der Anfang des dreistündigen Kinoerlebnisses, doch diese Szene steht so sinnbildlich für die Karriere von Regisseur Christopher Nolan wie keine andere. Nicht etwa, weil diese im Sand zu versinken droht – in Hollywood gibt es gerade wohl kaum einen Regisseur, der so viel Narrenfreiheit genießt –, aber diese Szene hat Nolan schon seit über 20 Jahren im Kopf.

Denn im Jahr 2003 soll Christopher Nolan ein anderes Werk Homers verfilmen, die "Ilias", für den Film "Troja". Er ist damals Mitte 30 und hat gerade erst durch seine erste Oscarnominierung für sein Drehbuch für "Memento" auf sich aufmerksam gemacht. Und griechische Mythologie fasziniert ihn. Wie er selbst heute sagt, ist er immer auf der Suche nach einer "Lücke", etwas das noch nie gemacht wurde. Und griechische Mythologie ist damals noch kein Teil des Blockbuster-Kinos. Schon damals plant Nolan das trojanische Pferd, so wie es noch nie dargestellt wurde.

Aber es kommt alles anders. Der deutsche Regisseur Wolfgang Petersen, bekannt unter anderem für "Das Boot", kriegt den Zuschlag für Troja. Die Warner Studios vertrauen Nolan eine andere Aufgabe als Trostpreis an. Er soll nichts anderes schaffen als das Batman-Franchise zu retten, nachdem der Film "Batman & Robin" Ende der 90er für Unmut bei den Fans gesorgt hatte.

Eine Entscheidung, die zum Schlüsselmoment für Nolans Karriere wird. Für die Rolle des Jokers in "The Dark Knight" möchte Nolan Heth Ledger, einen Schauspieler, der bis dahin als Hollywoods neuer Herzensbrecher aus "Casanova", "10 Dinge, die ich an dir hasse" oder "Brokeback Mountain" bekannt war. Die Warner Studios, Nolans Bruder Jonathan, Co-Autor des Drehbuchs, und die Fans sind nicht überzeugt. "Der schlimmste Cast aller Zeiten" heißt es zum Beispiel in den damaligen Filmforen.

Einen Herzensbrecher als Bösewicht verkaufen, das hat schon fast etwas von der trojanischen Pferd-Idee von Odysseus selbst. Und wie der griechische Held selbst lässt sich Nolan von den digitalen Sirenen dieser Welt und ihrem Shitstorm nicht vom Weg abbringen. Er castet Heath Ledger und die Dark-Knight-Trilogie revolutioniert das Superheldenkino. Düsterer, authentischer und viel näher an der realen Welt statt Slapstickdialogen und comichafter Action.

Und es wird nicht das einzige trojanische Pferd bleiben, das Nolan seinem Publikum andrehen wird. "Inception", ein Film über einen geplanten Goldraub, in dem sich die philosophischen Ansätze von Siegmund Freuds Traumdeutung verstecken. Oder "Interstellar", auf den ersten Blick eine Weltraumreise, aber eigentlich ist es eine detaillierte Abhandlung über die String-Theorie und die Grenzen unserer Vorstellungskraft, wenn es um die Physik geht. Nach Batman scheint Nolan das uneingeschränkte Vertrauen für seine teilweise verrückten Ideen zu bekommen.

Nolan unterhält und setzt Denkanstöße. In seinen Blockbustern verstecken sich existenzielle Fragen. Seine Fangemeinde, die er sich damit aufgebaut hat, ist riesig. Auf dem Filmplakat zu "Die Odyssee" ist es nicht der namhafte Cast um Zendaya und Matt Damon sondern der Name des Regisseurs selbst, der den zentralen Platz der Werbefläche einnimmt.

Über 20 Jahre nach dem geplatzten Troja-Projekt darf Christopher Nolan jetzt also endlich einen Stoff von Homer umsetzen. Nach Superhelden, Heist-Movies und Weltraumfilmen folgt jetzt also die Revolution für Sandalenfilme? Zumindest mal für das trojanische Pferd. Er ist quasi am Ziel seiner eigenen filmischen Odyssee angekommen.“

https://www.br.de/nachrichten/kultur/der-film-die-odyssee-der-regisseur-der-alles-darf,VPXvoTm

 

Odyssee

 

 

https://www.youtube.com/watch?v=14FIYO3oIz4

 

 

https://www.youtube.com/watch?v=FMyV4MQ2XNk

 

Aus „Wikipedia“: „Die Odyssee ist neben der Ilias das zweite traditionell dem griechischen Dichter Homer zugeschriebene Epos. Beide gehören zu den ältesten schriftlich fixierten und einflussreichsten Dichtungen der abendländischen Literatur. Im 8. oder 7. Jahrhundert v. Chr. wahrscheinlich in Ionien entstanden, gehörte die Odyssee spätestens seit Mitte des 6. vorchristlichen Jahrhunderts zum klassischen Bildungskanon der griechischen Antike, später auch der römischen Kultur. Sie hat sämtliche Gattungen der altgriechischen Dichtkunst, also Epos, Lyrik und Drama, grundlegend geprägt und gehört bis heute zu den meistadaptierten Narrativen nicht nur der Literaturgeschichte, sondern auch des Theaters, der Oper oder des Films.

Wie die Ilias gliedert sich auch die Odyssee in 24 Gesänge. Sie schildern die Abenteuer des Königs Odysseus von Ithaka nach dem Ende des zehnjährigen Trojanischen Kriegs. Nach Seefahrten, die mit Unterbrechungen weitere zehn Jahre dauern und auf denen er alle seine Gefährten verliert, kehrt er schließlich in seine Heimat zurück. Aufgrund dieses zentralen Teils des Epos ist der Begriff „Odyssee“ in vielen Sprachen zum Synonym für lange Irrfahrten geworden. Eingerahmt wird der Hauptteil von zwei weiteren Handlungssträngen. Darin geht es zum einen um die Suche von Odysseus’ Sohn Telemachos nach seinem Vater, zum anderen um die schließliche Heimkehr des Helden und seine Rache an den Freiern, die in seiner Abwesenheit seine Frau Penelope bedrängt und seinen Besitz verprasst haben.

Seit 1795, als der Altphilologe Friedrich August Wolf in seinem Werk Prolegomena ad Homerum die Homerische Frage aufwarf, ist die Urheberschaft an Odyssee und Ilias umstritten. In der Antike wurde Homer als alleiniger Autor beider Epen kaum je angezweifelt, heute schreiben sie viele Forscher verschiedenen Verfassern zu. Dies wird auch mit der ursprünglich mündlichen Überlieferung der Epen begründet, an der viele Dichter hätten mitwirken können. Andere Altphilologen, wie Wolfgang Schadewaldt und Joachim Latacz, gehen weiterhin davon aus, dass beide Werke von einem Autor stammen …“ 

https://de.wikipedia.org/wiki/Odyssee

 

Gert Scobel: „Was, wenn Christopher Nolans Odyssee gar nicht in erster Linie von Heimkehr, Monstern und antiken Göttern erzählt, sondern davon, warum unsere eigene Zivilisation ihr moralisches Fundament zu verlieren droht? Homers fast 2.700 Jahre altes Epos stellt eine erstaunlich moderne Frage: Was schulden wir einem fremden Menschen, bevor wir wissen, wer er ist?

Heute geht es um Christopher Nolans „The Odyssey“, Homers Odyssee und die Philosophie hinter dem Film. Im Mittelpunkt steht Xenia, das antike Gesetz der Gastfreundschaft und die Frage, warum Nolan dieses Prinzip ins Zentrum seiner Geschichte rückt. Dazu kommen Adorno und Horkheimer, ihre „Dialektik der Aufklärung“ und Odysseus als Urbild instrumenteller Vernunft: Ein Mensch, der durch List überlebt und dabei Gefahr läuft, sich selbst und den anderen aus dem Blick zu verlieren. Schließlich führt die Spur zu Friedrich Nietzsche und seinem berühmten Satz „Gott ist tot“.

Was bedeutet Moral, wenn kein Gott mehr für sie garantiert? Können Menschenrechte, Asylrecht, Völkerrecht und demokratische Werte bestehen, wenn ihre Regeln zwar jeder kennt, sie aber immer häufiger gebrochen werden? Damit führt Nolans Film mitten hinein in aktuelle Debatten über Migration, Krieg, Fremde, Demokratie, Trump, Vance, die Zukunft der liberalen Ordnung und macht aus einem antiken Mythos eine verblüffend gegenwärtige philosophische Geschichte.

Ist Nolans „Odyssee“ ein philosophisches Meisterwerk oder hat Homer-Übersetzerin Emily Wilson recht und hinter der grandiosen Oberfläche bleibt eine Leerstelle?“

https://scobel.podigee.io/83-neue-episode

 

 

https://www.youtube.com/watch?v=xx4facVJFJQ

 

Odysseus

 

 

https://www.youtube.com/watch?v=jnEC0e-s8fM

 

Thomas Ribi: „Er lacht nie. Wirkt bedrückt, reagiert manchmal mürrisch. Verständlich. Es ist nicht leicht, Odysseus zu sein. In Christopher Nolans neuer Verfilmung erst recht nicht. Matt Damon spielt jede Szene, als ob er die Last der ganzen Menschheit auf seinen Schultern tragen würde. Oder zumindest die Schuld an der Zerstörung Trojas. Das ist genug für ihn und womöglich mehr, als er erträgt. Auch wenn ihm die Schutzgöttin Athene persönlich beisteht …

Das 8.Jahrhundert v. Chr., in dem die «Odyssee» entstand, ist zu weit weg, als dass man sich eine klare Vorstellung von den politischen und sozialen Bedingungen machen könnte, unter denen die Menschen damals lebten. Die Welt des späten 2. Jahrtausends v. Chr., das sich in den Erzählungen über den Kampf um Troja spiegelt, ist noch viel schwerer greifbar.

Und vor allem ist die «Odyssee» kein Geschichtsbuch, sondern eine Mischung aus Roman und Märchen, in der sich die Lebensverhältnisse verschiedener historischer Epochen vermischen. Die mythische Welt der Helden, Paläste und Kriege ist in der Erzählung von der Heimkehr aus Troja nur noch eine ferne Erinnerung. In Odysseus’ Reisen in unbekannte Länder, zu fremden Menschen spiegelt sich die Gegenwart des «Odyssee»-Dichters: die Kolonisationszeit, in der junge Griechen aus dem Mutterland auswanderten, um in Sizilien, am Schwarzen Meer, in Libyen neue Städte zu gründen, und in der von Griechenland aus Handelsbeziehungen bis nach Asien und Afrika gepflegt wurden.

Eine Zeit des Aufbruchs. Vielleicht deshalb ist die «Odyssee» ein Buch, das heute noch von Interesse ist, obwohl es vor zweieinhalbtausend Jahren verfasst wurde. Um es zu verfilmen, braucht es weder historisch korrektes Dekor noch griechische Hauptdarsteller, wie einige griechische Politiker verlangten. Man muss die Geschichte nicht historisierend erzählen. Aber so, dass sie verstanden wird. Und die Figuren so zeichnen, dass sich Menschen von heute in ihnen erkennen können.

Da liegt das Problem. Achilles, Agamemnon, Ajax, Menelaos und seine Gefährten, die Troja zehn Jahre lang belagerten und schliesslich zerstörten – sie sind uns heute fremd. Ihr Verständnis von Ruhm, das sich nach Mut und der Zahl getöteter Feinde bemisst, hat in unseren postheroischen Zeiten ausgedient. Im Westen ist ihr Heldentum, das den Kampf bis zum Tod als Ideal verherrlicht, in den Trümmern zweier Weltkriege untergegangen.

Nur, Odysseus ist kein Held wie die anderen, die vor Troja kämpften. «Immer der Beste sein und die anderen übertreffen»: So definiert der Dichter der «Ilias» das Selbstverständnis des adligen Kriegers. Das trifft auf Odysseus zu. Er ist der Beste. Aber auf ganz besondere Weise. In der «Ilias» wird er als Mann geschildert, der auf den ersten Blick unscheinbar schien: «Er stand da, mit zum Boden gesenktem Blick, seinen Stab hielt er fest in den Händen, ohne ihn zu bewegen, wie einer, der es nicht gewohnt ist, vor anderen aufzutreten», heisst es an einer Stelle: «Aber sobald er zu sprechen begann, flogen die Worte aus seinem Mund, wie Schneeflocken im Winter vom Himmel fallen, und niemand hätte es mit ihm aufnehmen können.»

Odysseus steht auf der Schwelle zwischen der untergegangenen heroischen Epoche und einer neuen Zeit, in der sich Machtverhältnisse und Lebensformen in Griechenland grundlegend veränderten. Die Seefahrt entwickelte sich, der Handel blühte, die östliche Mittelmeerwelt erlebte einen Boom. Nicht militärische Eroberung, sondern Handel war der Motor der Entwicklung. Und das heisst: Das Ideal des klassischen homerischen Helden hatte ausgedient. Um in der neuen Welt zu bestehen, reichte es nicht aus, tapfer zu kämpfen. Man musste wendig sein, sich anpassen, verhandeln. Gewalt brachte keinen Erfolg, es brauchte Klugheit, Raffinement, um ans Ziel zu gelangen.

Genau diese Fähigkeiten schreiben die Homerischen Epen dem Odysseus zu. In der «Odyssee» wird er mit verschiedenen festen Beiwörtern charakterisiert. Er wird als «erfindungsreich», «listenreich» oder «standhaft» bezeichnet. Manchmal auch als «vielduldend» – oder eben «vielgewandt». Dass er besonders gerecht oder tugendhaft sei, wird nie gesagt. Er weiss sich immer zu helfen, aber betrachtet den Ehrenkodex der adligen Krieger als Richtschnur, von der man auch abweichen darf, wenn die Verhältnisse es verlangen. Das macht ihn zum Prototyp einer Zeit des Umbruchs. Aber es macht ihn nicht unbedingt sympathisch.

Odysseus ist kein strahlender Held, sondern ein Überlebenskünstler, der in jeder Situation einen Ausweg findet. Er ist auf den eigenen Vorteil bedacht, trickst Gewalt mit List aus, lügt, wenn es ihm geraten scheint, und ist bereit, das Leben von Gefährten aufs Spiel zu setzen. Auch ohne Not. Beispielsweise weil er die Insel des Kyklopen Polyphem inspizieren will. Aus reiner Neugier, ohne dass es dafür eine Notwendigkeit gegeben hätte.

Gewissensbisse hat er keine. Davon ist in der «Odyssee» nie die Rede. Im Gegenteil. Odysseus freut sich, wenn er Erfolg hat und seinen Feinden schaden kann. Wenn etwas schiefgeht, beklagt er das Schicksal, aber ohne sich zu fragen, ob er selbst einen Anteil daran haben könnte. Es ist ihm wichtig, von anderen geschätzt zu werden und nicht als Verlierer dazustehen. Sich selbst stellt er nie infrage. Moralisch zu denken, liegt ihm fern. In dieser Hinsicht ist er noch der archaische Held.

Ganz im Gegenteil zu Christopher Nolans Odysseus. Nolan zeichnet Odysseus als gebrochenen Mann, der die Last dessen, was er getan hat, kaum tragen kann. Er macht sich Vorwürfe, kämpft mit seinem Gewissen. Mit der Idee, eine Vorhut von Soldaten im Bauch eines hölzernen Pferdes in die Stadt zu schleusen, um die schlafenden Trojaner zu überfallen, hat er die Zerstörung der Stadt ermöglicht. Und gegen das «Gesetz des Zeus» verstossen, das festschreibt, dass Gastfreundschaft unter allen Umständen respektiert werden muss. Auch am Tod der Gefährten gibt er sich die Schuld.

Da liest Nolan die «Odyssee» genial gegen den Strich. Gastfreundschaft war im antiken Griechenland heilig. Aber auf die Idee, dass die List des Odysseus gegen das Gesetz der Gastfreundschaft verstiesse, wäre niemand gekommen, und der Vorstellung, Zeus sei Hüter der Gerechtigkeit, hätte der «Odyssee»-Dichter wohl kaum zugestimmt. Der Feldzug gegen Troja war legitime Vergeltung. Darin sind sich die «Ilias» und die «Odyssee» einig. Dass Odysseus sich deswegen Vorwürfe machen muss, hätte erst recht niemand verstanden. «Schuld» als psychische Disposition, als Lebensgefühl war noch nicht erfunden. Das kam erst mit den Christen in die Welt.

Ein schuldiger Held. Ein Held, der an einer Schuld zerbricht, für die er sich selbst verantwortlich macht – das war in der Antike undenkbar. Ödipus, der seinen Vater tötet und seine Mutter heiratet, Orestes, der seine Mutter ermordet, um den Tod seines Vaters zu rächen – das waren Beispiele für die unerforschlichen Ratschlüsse der Götter, unter denen die Menschen zu leiden haben. Sie waren unwissend schuldig geworden und wurden auf die eine oder andere Weise erlöst. Schuld wären allenfalls die Götter. Wenn es damals schon ein Wort für Schuld gegeben hätte, das über die Regelung von einfachen Verbindlichkeiten und Geldschulden hinausgeht.

Christopher Nolans Odysseus ist eine Figur des 20. Jahrhunderts. Ein Mann, der unter dem leidet, was er getan hat. Ein Held, der selbst nicht mehr an sein Heldentum glaubt – aber trotzdem die Freier tötet, die sich in seinem Palast eingenistet haben. In einem brutalen, völlig unverhältnismässigen Akt, nach dem nur der Göttervater Zeus wieder geordnete Verhältnisse schaffen kann. Odysseus ist überzeugt, zu tun, was er tun muss, auch wenn er am Ende von Nolans Film dafür ins Exil muss.“

https://www.nzz.ch/feuilleton/der-gebrochene-mann-christopher-nolan-hat-aus-odysseus-einen-menschen-der-gegenwart-gemacht-der-selbst-nicht-mehr-an-sein-heldentum-glaubt-ld.10020044

 

Nora Henze: „Odysseus steht allerdings nicht dauerhaft auf der moralisch richtigen Seite. Seine Männer betreten fremde Orte, bedienen sich an Lebensmitteln und reagieren häufig mit Gewalt, sobald ihnen Widerstand begegnet. An anderer Stelle überleben sie nur, weil Unbekannte bereit sind, ihnen zu helfen. Der Film macht aus Zeus’ Gesetz daher keinen einfachen Test, den nur Monster und Bösewichte nicht bestehen.

Die wichtigste Erweiterung gegenüber Homers Epos betrifft das Trojanische Pferd. Es wurde den Trojanern als Geschenk präsentiert, brachte aber Odysseus und weitere griechische Soldaten hinter die Mauern der Stadt. Odysseus gewann den Krieg, indem er ein Zeichen friedlicher Absichten in eine tödliche Falle verwandelte. Im Film empfindet er diese List als seinen eigenen großen Verstoß gegen Zeus’ Gesetz. Nach Troja kann jedes Geschenk eine Waffe und jeder Gast ein versteckter Angreifer sein. Odysseus fordert auf seiner Heimreise Schutz und Gastfreundschaft, obwohl sein größter Erfolg darauf beruhte, das Vertrauen anderer auszunutzen.“

https://guides.justwatch.com/de/zeus-gesetz-die-odyssee-erklaert

 

 

https://www.youtube.com/watch?v=5LZqO-hLzfA

 

Gesetz des Zeus

 

Sabina Stein: „Christopher Nolan, einer der einflussreichsten Blockbuster-Regisseure der Gegenwart, hat Hollywoods neueste Interpretation von Homers Odyssee produziert, dem antiken griechischen Epos über die lange und gefährliche Heimreise eines Kriegers nach dem Trojanischen Krieg. In Interviews bleibt Nolan vorsichtig gegenüber der Bedeutung, die das Publikum aus seinen Filmen ziehen sollte, und bevorzugt, dass die Zuschauer ihre eigenen Interpretationen bilden. Daher sahen viele in Oppenheimer, dem vorherigen Film des Regisseurs über die Erfindung der Atombombe, eine warnende Geschichte über die zivilisatorischen Bedrohungen durch Künstliche Intelligenz. Nun stehen bei The Odyssey die zivilisatorischen Bedrohungen durch das Ignorieren des Völkerrechts – im Allgemeinen verstanden als Regeln, Normen und Rechtsgepflogenheiten, die die Beziehungen zwischen Staaten, Organisationen und nichtstaatlichen Akteuren bestimmen –, im Mittelpunkt. Diese Interpretation, die letztlich die des Autors dieses Blogs bleibt, lässt sich aus der Behandlung ableiten, die Nolan dem "Zeus-Gesetz" oder Xenia zuteilt, was Parallelen zum Völkerrecht, insbesondere zu den Kriegsgesetzen, einlädt. Während die Produktionsentscheidungen des Films in umstrittenen Gebieten der Westsahara von Menschenrechtsaktivisten kritisiert wurden, konzentriert sich diese Analyse auf Nolans narrative Interpretation von Homers Epos und darauf, was es über die zeitgenössischen Ängste in Bezug auf die globale Politik aussagt.

Im Verlauf des Films scheinen Nolans Figuren sehr an "Zeus' Gesetz" interessiert zu sein, oder wie Homer es als Xenia bezeichnet hätte. Abgeleitet vom antiken griechischen Wort xenos für 'Fremder', war xenia ein ethischer und religiöser Kodex, der die Beziehungen zwischen Gast und Gastgebern regelte und grundlegend für die klassische griechische Zivilisation wurde. In einer Welt voller Inseln und Handel sorgte Xenia dafür, dass Reisende an fremden Küsten Schutz und Nahrung finden konnten. Diese gegenseitige Verpflichtung – dass Fremde stets Gastfreundschaft empfinden und im Gegenzug Gastgeber mit Respekt behandeln würden – trug dazu bei, Handel, Diplomatie und Konfliktprävention zu erleichtern.

Wie das moderne Völkerrecht gab es keinen Durchsetzer von Xenia – es sei denn, wir zählen Zeus und andere Olympier dazu. Obwohl nur von den Eisenzeitgriechen kodifiziert, waren solche Bräuche wesentlich für das stark vernetzte Handelssystem der späten Bronzezeit (ca. 1600–1200 v. Chr.), das verschiedene Zivilisationen und Reiche umfasste. Mit anderen Worten: Xenia war eine grundlegende Grundlage der Weltordnung der Mittelmeer- und Bronzezeit des Nahen Ostens. Dies erinnert daran, dass internationale Systeme im Laufe der Zeit lange auf gemeinsamen Normen der Gegenseitigkeit beruhten, die weniger durch institutionelle Durchsetzung als durch gegenseitiges Interesse aufrechterhalten wurden.

Homer legte großen Wert auf Xenia. In der Ilias wird der Trojanische Krieg als Ergebnis einer Verletzung von Xenia beschrieben, nachdem der trojanische Prinz Paris Helena, die Frau von König Menelaos, entführt, während er als sein Gast in Sparta war. Xenia ist auch in Homers Die Odyssee prominent vertreten, mit mehreren Beispielen für deren Verletzung, sei es durch Freier, die Odysseus' Frau Penelope in ihrem Palast belästigen, oder durch den Zyklopen Polyphemos, der eine Handvoll von Odysseus' Männern isst, wenn sie sich in sein Höhlenhaus wagen.

Bemerkenswerterweise entscheidet sich Nolan, die Plünderung Trojas und das von den Griechen verübte Gemetzel als die ultimative Verletzung von Xenia darzustellen. Diese Interpretation ist Homers Gedicht fremd. Indem er es voranschreitet, scheint Nolan explizitere Parallelen zwischen Zeus' Gesetz und den modernen Kriegsgesetzen, also dem humanitären Völkerrecht (IHL), zu ziehen. Als Bettler verkleidet, sagt Nolans Odysseus zu Penelope, dass die Taten seiner Männer in Troja "alles verletzte haben, was jemals heilig zwischen Menschen ist" und "einen Kampf in eine Jagd verwandelt", sodass "zehn Jahre Wut in einer Nacht in diese Stadt strömen." Seine Darstellung deutet auf Unterschiede zwischen rechtmäßigem oder ehrenhaftem Kriegsführen und ungezügeltem Gemetzel hin. Im gesamten Film wird der homerische Held von Rückblenden gequält, in denen seine Männer Frauen (im heutigen Sinne unbewaffnete Zivilisten) ermorden und Tempel (Gebetsstätten und religiöse Stätten nach internationalem Recht) entweihen.

Abgesehen von Reue, Schuld und PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung), die Nolans Odysseus plagen, stellt die Figur eine direkte Kausalverbindung zwischen der extremen Verletzung von Xenia in Troja und dem Zusammenbruch der Bronzezeit her. Er beschreibt "den Bruch des Zeus-Gesetzes, der sich wie die Pest ausbreitet" und "unser Zeitalter der Bronze [...] zusammenbrechen" als die "Ruinen dessen, was er getan hatte" laut der bedeutenden Klassizistin Mary Beard. Hier unterscheidet sich Nolans Erzählweise am meisten von der Homers. Sie argumentiert, dass Homer keinen kausalen Zusammenhang zwischen der Gewalt des Trojanischen Krieges und dem Niedergang der Bronzezeit herstellte, was viel mehr die Unruhe und Ängste eines 21. Jahrhunderts widerspiegelt.

Obwohl Homer keinen solchen Zusammenhang herstellte, fand der Zusammenbruch der Bronzezeit etwa zur Zeit der Zerstörung von Troja statt. In dem etwa 50-jährigen Zeitraum danach (ca. 1200–1150 v. Chr.) zerfiel fast jede größere Zivilisation der Region und die Alphabetisierungsraten stürzten ein. Historiker haben mehrere kaskadierende Faktoren identifiziert Das trug zum Beginn eines dunklen Zeitalters bei, von inneren Aufständen über den Klimawandel bis hin zur Zerstörung von Handelsnetzwerken und einem sogenannten "Seevolk" – Migrationsgruppen, vermutlich durch Konflikte und Hunger vertrieben, die Küstenkönigreiche angriffen und plünderten.

In Nolans Die Odyssee identifiziert der Held des Trojanischen Krieges seine eigenen Männer als das Seevolk: Die zivilisierten Griechen selbst sind die Plünderer und Zerstörer ihrer eigenen Zivilisation, ihres Handelssystems und ihres Wohlstands. Odysseus weiß, dass es zu spät ist, die Folgen ihrer Taten rückgängig zu machen: "Die Mauern Trojas zu verbrennen bedeutete, die ganze Welt zu verbrennen. Auch [unser] Zuhause." Indem sie Xenia in Troja zerstörten, ließen sie zu, dass alle Xenia zerstörten.

Ob Homer dieser Interpretation zustimmen würde, ist unwichtig. Zu einer Zeit, in der Führer alte Texte paraphrasieren, um die Missachtung des Völkerrechts – von Venezuela und der Karibik bis zum Nahen Osten und zur Arktis – zu rechtfertigen, warnt Nolans filmische Umsetzung von Homers Die Odyssee die Zuschauer, dass solche Exzesse zum Ende von Frieden, Stabilität und Wohlstand für alle Mitglieder der internationalen Gemeinschaft führen können, einschließlich der Großmächte selbst. Für alle einflussreichen politischen Entscheidungsträger im Publikum ist die Botschaft klar: Untergraben Sie das Völkerrecht auf eigene Gefahr, auf die Gefahr hin, selbst zum Zerstörer eines Weltsystems zu werden, das Ihnen – insbesondere dem Westen, der sich so oft als Erbe der antiken griechischen Zivilisation darstellt – so gut gedient hat. "Wir lebten in einer Welt voller Paläste und Handel, Sprache, blind für ihre Schönheit, bis wir sie zerstörten", sagt Odysseus zu Penelope. Die Architekten der Nachkriegsordnung sollten vermeiden, denselben Fehler noch einmal zu machen.“ 

https://css.ethz.ch/en/center/CSS-news/2026/07/what-christopher-nolans-the-odyssey-tells-us-about-the-perils-of-violating-international-law.html

 

Stefan Piasecki: „Christopher Nolans Die Odyssee beginnt dort, wo andere Verfilmungen enden würden. Nicht mit der Heimkehr des Helden, sondern mit dem Sieg. Troja brennt. Rauch steigt über den Mauern auf, Schreie verhallen zwischen den Ruinen einer Kultur, die eben noch existierte. Erst später wird deutlich, dass dieser Auftakt nicht den Triumph einer Armee zeigt, sondern den Beginn einer moralischen Katastrophe. Ausgerechnet der berühmteste Sieg der europäischen Mythologie wird zum Ursprungsbild einer Erzählung über Schuld, Kulturexport und Angriffskrieg. Damit gelingt Nolan eine bemerkenswerte Verschiebung. Er verfilmt Homers Epos nicht als Abenteuer eines listenreichen Königs, sondern als Geschichte eines Mannes, der lernen muss, mit den Folgen seines eigenen Sieges zu leben.

Die Odyssee ist niemals ohne die Ilias zu denken. Während Homers älteres Epos den zehnjährigen Krieg um Troja schildert, erzählt die Odyssee von den zehn Jahren danach. Der Krieg ist gewonnen, Helena zurückgebracht, die Helden kehren heim. Doch was in den klassischen Lesarten als glückliche Heimreise erscheint, verwandelt Nolan in eine Untersuchung über die Unmöglichkeit der Rückkehr. Niemand kehrt wirklich heim, weil niemand derselbe geblieben ist. Die Vergangenheit reist mit.

Die Produktion entfaltet diese Idee mit großer Konsequenz. Nolan nutzt modernste Großformatkameras und reale Schauplätze, verzichtet weitgehend auf digitale Überwältigung und entwickelt stattdessen eine Bildsprache, die den Mythos entzaubert, ohne ihm seine Größe zu nehmen. Gewalt erscheint nicht spektakulär, sondern unerquicklich. Die Kamera verweilt nicht auf heroischen Gesten, sondern auf Gesichtern, die den Preis des Sieges tragen. Gerade die grandiose Inszenierung verweigert sich der Verherrlichung des Monumentalen.

Die eigentliche Erzählung entwickelt sich spiralförmig. Odysseus reist durch das Mittelmeer, begegnet Monstern, Königen, Zauberinnen und Göttern. Doch immer wieder kehrt der Film in Rückblenden nach Troja zurück. Mit jeder Erinnerung verändert sich der Blick auf das Geschehen, es ist eine mit der Zeit aufsteigende Perspektivik, von der aus der Sieg mit seinen Konsequenzen zunehmend vernetzter und verdichteter erscheint. Anfangs wirkt das Trojanische Pferd noch als jener geniale Einfall, der in Schulbüchern als Symbol militärischer Klugheit gilt. Später erkennt man darin ein vergiftetes Geschenk der Zivilisation. Nicht eine Stadt wird eingenommen und eine Königin gerettet, sondern eine Kultur ausgelöscht. Das Pferd trägt keine Hoffnung in sich, sondern den Tod. Was als List gefeiert wurde, erscheint nun als Werkzeug eines Völkermordes.

Dieser Perspektivwechsel verändert alle Figuren. Helena ist keine gerettete Schönheit mehr. Die einst bewunderte Königin trägt die Spuren des Krieges sichtbar in ihrem Gesicht und in ihrer Haltung. Sie entschuldigt sich für die unzähligen Opfer, die ihre Rückkehr gefordert hat. Ihre Rettung hat niemanden erlöst. Auch die Sieger finden keinen Frieden. Schlaf bedeutet Alpträume, Erinnerungen und Stimmen der Gefallenen. Im Hades begegnet Odysseus jenen Männern, die ihm vertraut hatten. Nun werfen sie ihm Verrat vor. Sie fühlen sich belogen, benutzt und einem höheren Zweck ausgeliefert, dessen moralischer Anspruch mit jedem Toten hohler klingt. Hier erkennt Odysseus sich selbst.

Immer wieder spricht der Film Sätze aus, die weit über den antiken Stoff hinausweisen. „Ein neuer Morgen wird über die Welt anbrechen und die Fehler werden vergessen sein“, heißt es an einer entscheidenden Stelle. Doch genau das geschieht nicht. Die Fehler bleiben. Sie überdauern Generationen. Sie schreiben sich in Landschaften, Erinnerungen und Familien ein. „Wir haben die zerbrechlichen Bande zwischen den Menschen vergiftet.“ Kaum ein Satz beschreibt präziser jene Dynamik, mit der Interventionen im Namen einer höheren Ordnung ganze Regionen destabilisieren und am Ende genau jene Grundlagen zerstören, deren Schutz sie angeblich dienen sollten.

Auch die berühmten Stationen der Reise gewinnen eine neue Bedeutung. Die Expeditionen des Odysseus sollten Rettung bringen. Tatsächlich hinterlassen sie verbrannte Dörfer, geplünderte Küsten und traumatisierte Überlebende. Im Mittelmeer verbreitet sich die Angst vor einer namenlosen Bedrohung, den „Völkern der Meere“. Auch Odysseus und seine Männer hören davon und geraten in Furcht. Lange bleibt offen, wer damit gemeint ist. Erst allmählich begreift man, dass die Geschichten von mordenden, plündernden und vergewaltigenden Fremden ihn selbst und seine Leute beschreiben. Der Held wird selbst zum Monster, vor dem sich die Menschen und auch er selbst fürchten.

Besonders eindringlich gelingt dies in der Begegnung mit Circe. Ihre Verwandlung der Krieger in Schweine ist keine göttliche Laune, sondern ein moralisches Urteil. Sie macht aus ihnen nicht etwas anderes, sondern das, was sie längst geworden sind. Die Magie enthüllt lediglich eine Wahrheit, die der Krieg bisher verborgen hatte.

Noch erschütternder wirkt Nolans Deutung der Episode mit dem Zyklopen. Der einäugige Riese erscheint zunächst als monströse Verkörperung des Fremden. Erst nachdem Odysseus und seine Männer ihm das Auge ausgestochen haben, wird sichtbar, dass Kommunikation möglich gewesen wäre. Das vermeintliche Ungeheuer, ein großes, ungeschlachtes und entstelltes Lebewesen, wimmert vor Schmerz und Hilflosigkeit. Erschüttert stellen Odysseus und seine Leute fest, dass man mit ihm hätte reden können. Nicht der Zyklop ist die eigentliche Bedrohung. Die Eindringlinge sind es. Sie bringen den Tod dorthin, wo sie erscheinen, und nennen ihn Ordnung.

Odysseus erkennt schließlich, dass er etwas Großes verloren hat, um etwas Kleines zu gewinnen. Er hat eine Stadt zerstört, Freunde geopfert und seine eigene Menschlichkeit eingebüßt, um am Ende lediglich nach Hause zurückzukehren. Seine Heimkehr besitzt deshalb nichts Triumphales. Sie ist die Rückkehr eines Mannes, dessen Mythos schwerer wiegt als sein Leben.

Darin liegt die eigentliche Modernität dieses Films. Nolan erzählt keinen antiken Stoff über ferne Zeiten, sondern verfasst ein Bulletin über den Zustand der Gegenwart. Die Odyssee liest sich als Anklage gegen jene politische und kulturelle Selbstgewissheit, die ihre eigenen Werte für universell erklärt und ihre Ausbreitung notfalls mit Gewalt erzwingt. Der Film liest sich wie eine Kritik und Anklage an westlichen Kultur- und Demokratieexport, der notfalls mit Massenvernichtungswaffen durchgesetzt wird, wenn die Massenbeeinflussung durch Hollywood nicht ausreicht. So wirkt das Trojanische Pferd wie das Sinnbild eines „Geschenks“, das Zivilisation verspricht, aber im Kern bereits Zersetzung und Vernichtung birgt. Der Krieg erscheint als Export eines Lebensmodells, das den Menschen aufgezwungen wird, ohne sie zu fragen; das jene vernichtet, die sich ihm widersetzen – aber auch nicht vor den Kriegern selber Halt macht. 

So verwandelt sich Homers Epos in eine Reflexion über Interventionen, Besatzungen und moralisch aufgeladene Kriege der Moderne. Nicht die Vergangenheit wird erzählt, sondern die Gegenwart erkannt. Gerade deshalb bleibt nach dem Abspann weniger der Mythos in Erinnerung als eine unbequeme Frage: Welche Geschichten nennen wir Heldentaten, weil wir uns weigern, sie Kriegsverbrechen zu nennen?“

https://overton-magazin.de/hintergrund/kultur/christopher-nolans-die-odysee-ist-politische-bildung/

 

Zurück in die Gegenwart

 

Andre Damon im Januar 2026: „In einem CNN-Interview am Montag verdeutlichte Stephen Miller, stellvertretender Stabschef des Weißen Hauses, den kriminellen Charakter des Angriffs auf Venezuela und des amerikanischen Imperialismus insgesamt. Auf die Frage, was Trump damit gemeint habe, dass die USA Venezuela „führen“ würden, erklärte Miller: „Wir leben in einer Welt, die von Stärke, Gewalt und Macht regiert wird. Das sind die eisernen Gesetze der Welt, die seit Anbeginn der Zeit existieren.“

Miller tat das Völkerrecht als „internationale Nettigkeiten“ ab und erklärte rundheraus: „Die Vereinigten Staaten von Amerika führen Venezuela ... wir haben das Sagen, weil wir das US-Militär vor dem Land stationiert haben. Wir legen die Bedingungen fest. Wir haben ein vollständiges Embargo gegen ihr gesamtes Öl und ihre Handelsmöglichkeiten verhängt.“

Miller stellte klar, dass dieses „eiserne Gesetz“ nicht nur für die ehemaligen Kolonien gilt, sondern auch für das Territorium der europäischen Mächte. Auf Nachfrage erklärte Miller, dass „Grönland Teil der Vereinigten Staaten sein sollte“ und schloss den Einsatz militärischer Gewalt nicht aus. „Niemand wird wegen der Zukunft Grönlands militärisch gegen die USA kämpfen“, spottete er …

Die Offenheit, mit der die Trump-Regierung nun ihre kriminellen Ziele verkündet, bringt die räuberischen Absichten der herrschenden Klasse zum Ausdruck. Die Washington Post, die dem zweitreichsten Mann der Welt, Jeff Bezos, gehört, veröffentlichte am Montag einen Leitartikel mit der Überschrift „Maduros Verhaftung entlarvt juristische Fiktionen“ und dem Untertitel: „Die Regierung erfindet eine juristische Begründung für ein außenpolitisches Ziel. Das ist in Ordnung.“

Die Post schließt mit der Feststellung, dass „das Völkerrecht immer nur eine schwache Einschränkung des staatlichen Handelns darstellt und die Vereinigten Staaten andere Instrumente benötigen, um sich selbst und ihre Freunde zu verteidigen“.

Das Wall Street Journal tat Einwände gegen die Entführung Maduros als „Illusion des ‚Völkerrechts‘“ ab und erklärte, dass „die Demonstration der Entschlossenheit und militärischen Stärke der USA mehr zum Schutz der freien Welt beiträgt als tausend UN-Resolutionen“. Diese Leitartikel sind ein offenes Eingeständnis, dass die Vereinigten Staaten ein Verbrechen begangen haben – verbunden mit der Erklärung, dass die amerikanische Militärmacht über dem Gesetz steht …“ 

https://www.wsws.org/de/articles/2026/01/07/pers-j07.html

 

 

Ich bin Philanthrop, Demokrat und Atheist. Rupert Regenwurm

 

 

Das Böse verlachen

- Satire, Realsatire, ernst Gemeintes -

 

"Arm! Na und?""

 

 

https://www.youtube.com/watch?v=LWEFlLlep78

 

CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze fabuliert ber Reiner Haseloffs Aussage

 

 

https://www.youtube.com/watch?v=qXmOBTLQUWw

 

CDU Sachsen-Anhalt: Es riecht nach einer Öffnung zur Linkspartei

 

 

https://www.youtube.com/watch?v=K3MdBVgCyuQ

 

Simone Solga: Der Duft der Angst | Folge 228

 

 

https://www.youtube.com/watch?v=_FCJeSfqRes

 

HallMack  Aktuelle Kamera 242 - Drohnen-Angriff, das verschweigt die Regierung!

 

 

https://www.frei3.de/post/771980b4-ae7d-4bd8-ba91-54f2a05b2357

 

HallMack  Aktuelle Kamera 243 - Peter Maffay - Klassenkampf im Schloss

https://www.frei3.de/post/e71627c0-d481-450c-84c4-3f77f5e569b7

 

HallMack  Aktuelle Kamera 244 - Todes-Fax von Erfurt

https://www.frei3.de/post/ca34e2d7-26b5-467a-b628-8e311f635b54

 

Dobrindt sieht "hybrides Anschlagsszenario" !

 

 

https://www.youtube.com/watch?v=ytWhUlihvsU

 

1000 Juristen wollen AfD Verbot !

https://www.youtube.com/watch?v=JMQZp5IIjRs

 

Köln 500 Abschiebungen Skandal !!

https://www.youtube.com/watch?v=DjRFInq-nI4

 

Die Migration nach Europa ist gewollt !

https://www.youtube.com/watch?v=1BpCwb7oNjA

 

Mit Hammer und Macheten auf unsere Straßen !!

https://www.youtube.com/watch?v=Jmjw6iGYdI4

 

Wir stehen am Anfang eines größeren Krieges !

https://www.youtube.com/watch?v=G2jFS9LTOMo