Zur Beruhigung: Heinrich Heine, Teil 2 - Religion

Religion

 

Deutschland. Ein Wintermärchen (Auszug)

 

Ein kleines Harfenmädchen sang.

Sie sang mit wahrem Gefühle

Und falscher Stimme, doch ward ich sehr

Gerühret von ihrem Spiele.

 

Sie sang von Liebe und Liebesgram,

Aufopfrung und Wiederfinden

Dort oben, in jener besseren Welt,

Wo alle Leiden schwinden.

 

Sie sang vom irdischen Jammertal,

Von Freuden, die bald zerronnen,

Vom Jenseits, wo die Seele schwelgt

Verklärt in ew'gen Wonnen.

 

Sie sang das alte Entsagungslied,

Das Eiapopeia vom Himmel,

Womit man einlullt, wenn es greint,

Das Volk, den großen Lümmel.

 

Ich kenne die Weise, ich kenne den Text,

Ich kenn auch die Herren Verfasser;

Ich weiß, sie tranken heimlich Wein

Und predigten öffentlich Wasser.

 

Ein neues Lied, ein besseres Lied,

O Freunde, will ich euch dichten!

Wir wollen hier auf Erden schon

Das Himmelreich errichten.

 

Wir wollen auf Erden glücklich sein,

Und wollen nicht mehr darben;

Verschlemmen soll nicht der faule Bauch,

Was fleißige Hände erwarben.

 

Es wächst hienieden Brot genug

Für alle Menschenkinder,

Auch Rosen und Myrten, Schönheit und Lust,

Und Zuckererbsen nicht minder.

 

Ja, Zuckererbsen für jedermann,

Sobald die Schoten platzen!

Den Himmel überlassen wir

Den Engeln und den Spatzen.

 

Die Wallfahrt nach Kevlaar

 

I

Am Fenster stand die Mutter,

Im Bette lag der Sohn.

»Willst du nicht aufstehn, Wilhelm,

Zu schaun die Prozession?«

 

»Ich bin so krank, o Mutter,

Daß ich nicht hör und seh;

Ich denk an das tote Gretchen,

Da tut das Herz mir weh.« -

 

»Steh auf, wir wollen nach Kevlaar,

Nimm Buch und Rosenkranz;

Die Muttergottes heilt dir

Dein krankes Herze ganz.«

 

Es flattern die Kirchenfahnen,

Es singt im Kirchenton;

Das ist zu Köllen am Rheine,

Da geht die Prozession.

 

Die Mutter folgt der Menge,

Den Sohn, den führet sie,

Sie singen beide im Chore:

»Gelobt seist du, Marie!«

 

II

Die Muttergottes zu Kevlaar

Trägt heut ihr bestes Kleid;

Heut hat sie viel zu schaffen,

Es kommen viel kranke Leut'.

 

Die kranken Leute bringen

Ihr dar, als Opferspend',

Aus Wachs gebildete Glieder,

Viel wächserne Füß' und Händ'.

 

Und wer eine Wachshand opfert,

Dem heilt an der Hand die Wund';

Und wer einen Wachsfuß opfert,

Dem wird der Fuß gesund.

 

Nach Kevlaar ging mancher auf Krücken,

Der jetzo tanzt auf dem Seil,

Gar mancher spielt jetzt die Bratsche,

Dem dort kein Finger war heil.

 

Die Mutter nahm ein Wachslicht,

Und bildete draus ein Herz.

»Bring das der Muttergottes,

Dann heilt sie deinen Schmerz.«

 

Der Sohn nahm seufzend das Wachsherz,

Ging seufzend zum Heiligenbild;

Die Träne quillt aus dem Auge,

Das Wort aus dem Herzen quillt:

 

»Du Hochgebenedeite,

Du reine Gottesmagd,

Du Königin des Himmels,

Dir sei mein Leid geklagt!

 

Ich wohnte mit meiner Mutter

Zu Köllen in der Stadt,

Der Stadt, die viele hundert

Kapellen und Kirchen hat.

 

Und neben uns wohnte Gretchen,

Doch die ist tot jetzund -

Marie, dir bring ich ein Wachsherz,

Heil du meine Herzenswund'.

 

Heil du mein krankes Herze -

Ich will auch spät und früh

Inbrünstiglich beten und singen

›Gelobt seist du, Marie!‹«

 

III

Der kranke Sohn und die Mutter,

Die schliefen im Kämmerlein;

Da kam die Muttergottes

Ganz leise geschritten herein.

 

Sie beugte sich über den Kranken,

Und legte ihre Hand

Ganz leise auf sein Herze,

Und lächelte mild und schwand.

 

Die Mutter schaut alles im Traume,

Und hat noch mehr geschaut;

Sie erwachte aus dem Schlummer,

Die Hunde bellten so laut.

 

Da lag dahingestrecket

Ihr Sohn, und der war tot;

Es spielt auf den bleichen Wangen

Das lichte Morgenrot.

 

Die Mutter faltet die Hände,

Ihr war, sie wußte nicht wie;

Andächtig sang sie leise:

»Gelobt seist du, Marie!«

 

Die Engel (Auszug)

 

Freilich, ein ungläub'ger Thomas,

Glaub ich an den Himmel nicht,

Den die Kirchenlehre Romas

Und Jerusalems verspricht.

 

Adam der Erste

 

Du schicktest mit dem Flammenschwert

Den himmlischen Gendarmen,

Und jagtest mich aus dem Paradies,

Ganz ohne Recht und Erbarmen!

 

Ich ziehe fort mit meiner Frau

Nach andren Erdenländern;

Doch daß ich genossen des Wissens Frucht,

Das kannst du nicht mehr ändern.

 

Du kannst nicht ändern, daß ich weiß,

Wie sehr du klein und nichtig,

Und machst du dich auch noch so sehr

Durch Tod und Donnern wichtig.

 

O Gott! wie erbärmlich ist doch dies

Consilium abeundi!

Das nenne ich einen Magnifikus

Der Welt, ein lumen mundi!

 

Vermissen werde ich nimmermehr

Die paradiesischen Räume;

Das war kein wahres Paradies -

Es gab dort verbotene Bäume.

 

Ich will mein volles Freiheitsrecht!

Find ich die g'ringste Beschränknis,

Verwandelt sich mir das Paradies

In Hölle und Gefängnis.

 

Die Götter Griechenlands (Auszug)

 

Ich hab euch niemals geliebt, ihr Götter!

Denn widerwärtig sind mir die Griechen,

Und gar die Römer sind mir verhaßt.

Doch heil'ges Erbarmen und schauriges Mitleid

Durchströme mein Herz,

Wenn ich euch jetzt da droben schaue,

Verlassene Götter,

Tote, nachtwandelnde Schatten,

Nebelschwache, die der Wind verscheucht -

Und wenn ich bedenke, wie feig und windig

Die Götter sind, die euch besiegten,

Die neuen, herrschenden, tristen Götter,

Die schadenfrohen im Schafspelz der Demut -

Oh, da faßt mich ein düsterer Groll,

Und brechen möcht ich die neuen Tempel,

Und kämpfen für euch, ihr alten Götter,

Für euch und eu'r gutes ambrosisches Recht,

Und vor euren hohen Altären,

Den wiedergebauten, den opferdampfenden,

Möcht ich selber knien und beten,

Und flehend die Arme erheben -

Denn immerhin, ihr alten Götter,

Habe ihr's auch eh'mals, in Kämpfen der Menschen,

Stets mit der Partei der Sieger gehalten,

So ist doch der Mensch großmüt'ger als ihr,

Und in Götterkämpfen halt ich es jetzt

Mit der Partei der besiegten Götter.

 

Also sprach ich, und sichtbar erröteten

Droben die blassen Wolkengestalten,

Und schauten mich an wie Sterbende,

Schmerzenverklärt, und schwanden plötzlich.

Der Mond verbarg sich eben

Hinter Gewölk, das dunkler heranzog;

Hochaufrauschte das Meer,

Und siegreich traten hervor am Himmel

Die ewigen Sterne.

 

Auferstehung

 

Posaunenruf erfüllt die Luft,

Und furchtbar schallt es wider;

Die Toten steigen aus der Gruft,

Und schütteln und rütteln die Glieder.

 

Was Beine hat, das trollt sich fort,

Es wallen die weißen Gestalten,

Nach Josaphat, dem Sammelort,

Dort wird Gericht gehalten.

 

Als Freigraf sitzet Christus dort

In seiner Apostel Kreise.

Sie sind die Schöppen, ihr Spruch und Wort

Ist minniglich und weise.

 

Sie urteln nicht vermummten Gesichts;

Die Maske läßt jeder fallen

Am hellen Tage des Jüngsten Gerichts,

Wenn die Posaunen schallen.

 

Das ist zu Josaphat im Tal,

Da stehn die geladenen Scharen,

Und weil zu groß der Beklagten Zahl,

Wird hier summarisch verfahren.

 

Das Böcklein zur Linken, zur Rechten das Schaf,

Geschieden sind sie schnelle;

Der Himmel dem Schäfchen fromm und brav,

Dem geilen Bock die Hölle!

 

 

Zum Lazarus (Auszug)

 

Laß die heil'gen Parabolen,

Laß die frommen Hypothesen -

Suche die verdammten Fragen

Ohne Umschweif uns zu lösen.

 

Warum schleppt sich blutend, elend,

Unter Kreuzlast der Gerechte,

Während glücklich als ein Sieger

Trabt auf hohem Roß der Schlechte?

 

Woran liegt die Schuld? Ist etwa

Unser Herr nicht ganz allmächtig?

Oder treibe er selbst den Unfug?

Ach, das wäre niederträchtig.

 

Also fragen wir beständig,

Bis man uns mit einer Handvoll

Erde endlich stopft die Mäuler -

Aber ist das eine Antwort?

 

 

Ich bin Philanthrop, Demokrat und Atheist. Rupert Regenwurm70

 

 

Das Böse verlachen

- Satire, Realsatire, ernst Gemeintes -

 

Wochenkommentar von Ferdinand Wegscheider | 14.02.

Im neuen Wochenkommentar geht es heute um die Unterscheidung zwischen Faschingsscherzen und realer Politik, um den prompten EU-Beitritt der Ukraine, um gewagte Kleider am Opernball - und um Karl Lauterbach!

https://www.servustv.com/aktuelles/v/aa0qs5zfliqieziwk81t/

 

Eine Erinnerungshilfe für Julian Reichelt

 

https://www.youtube.com/watch?v=XHRwrCHpNCQ

 

Hasstalalista - Serdar hört Zombies im Karneval

 

https://www.youtube.com/watch?v=PYCBQNM7l-g

 

Simone Solga: Dumm, aber gewählt | Folge 203

 

https://www.youtube.com/watch?v=B3IPcBE4XR8

 

Der brennende Engel in Dresden - Steimles Aktuelle Kamera - Ausg.217

 

https://www.youtube.com/watch?v=8K3QIiOdvrM

 

HallMack  Aktuelle Kamera 190 - Hässlich & Dumm? Komm zur JU!

 

https://www.frei3.de/post/8bbe9b1d-0cda-40c1-bf5a-9f174a5ba7a8

 

HallMack  Aktuelle Kamera 191 - Gasmangel, Prinzip Hoffnung

 

https://www.frei3.de/post/1787bd29-bf9d-4172-84e4-2bfcdf8ae2fc

 

Kriminelle abschieben ist NULL Rassismus !!

 

https://www.youtube.com/watch?v=afofi8zR-G4

 

Sie sagt ich bin ein bedauernswertes Objekt omasgegenrechts

https://www.youtube.com/watch?v=WB0Qo9-ynzU

 

3 Veranstaltungen an einem Tag wow !!

https://www.youtube.com/watch?v=fBLO8l46S50

 

Antifa dreht durch nürnberg

https://www.youtube.com/watch?v=q44ranWIvtQ

 

AfD vs Grüne oh oh oh

https://www.youtube.com/watch?v=bCfsIR8M-4A