PISA

„PISA (Programme for International Student Assessment) ist die größte internationale Schulleistungsstudie. Knapp 700.000 Schülerinnen und Schüler aus 81 Ländern und Regionen haben 2022 daran teilgenommen. PISA fragt nicht Faktenwissen ab, sondern testet, ob die Teilnehmenden ihr Wissen anwenden und Informationen sinnvoll verknüpfen können – Schlüsselkompetenzen, um in der Informationsgesellschaft des 21. Jahrhunderts erfolgreich zu sein. Die PISA-Studie findet alle drei Jahre statt und umfasst die Bereiche Lesekompetenz, Mathematik und Naturwissenschaften. Jeweils einer der drei Bereiche bildet alternierend den Schwerpunkt.

 

Am 5. Dezember 2023 hat die OECD die Ergebnisse der PISA-Erhebung 2022 vorgestellt.

Rund 690 000 Schülerinnen und Schüler aus 81 Ländern und Volkswirtschaften hatten an der Erhebung teilgenommen - stellvertretend für 29 Millionen Schülerinnen und Schüler in aller Welt. Schwerpunktbereich war die Mathematik.

PISA 2022 ist die erste groß angelegte Studie, in die Daten zu den Leistungen der Schülerinnen und Schüler, zu ihrem Wohlergehen und zur Bildungsgerechtigkeit aus der Zeit sowohl vor als auch nach der Pandemie einfließen.

31 Ländern und Volkswirtschaften ist es trotz der schwierigen Umstände gelungen, ihre Mathematikleistungen wenigstens auf dem Niveau von PISA 2018 zu halten.

Insgesamt kam es in der PISA-Erhebung 2022 zu einem beispiellosen Rückgang des OECD-Leistungsdurchschnitts. Verglichen mit 2018 sank er in Lesekompetenz um 10 Punkte und in Mathematik um fast 15 Punkte. Der Leistungsrückgang in Mathematik ist dreimal so hoch wie jede vorherige Veränderung von einer PISA-Erhebung zur nächsten. Auf die Coronapandemie kann der Leistungsrückgang nur teilweise zurückgeführt werden. Die Leistungen in Lesekompetenz und Naturwissenschaften hatten bereits vorher zu sinken begonnen und auch bei den Mathematikleistungen waren in diversen Ländern schon vor 2018 negative Trends zu beobachten.“

https://www.oecd.org/berlin/themen/pisa-studie/

 

Die schulischen Leistungen in Deutschland sind nochmal schlechter geworden.

Einfach erklären lässt sich das durch immer mehr Möglichkeiten zur Ablenkung (wer sich medial den ganzen Tag unterhält, hat keine Lust zu lernen), immer bessere Lernhilfen im Internet (tolle Sache, halten aber durch die einfachen Lösungen oft vom eigenständigen Denken ab) und Inklusion in den unteren Schulstufen.

Gut und schön – aber das ist in anderen Ländern auch nicht anders.

Die für Deutschland spezielle Form der Immigration mit bildungsfernen Familien und Sprach-Schwierigkeiten drückt mit Sicherheit das Niveau.

Das größte Problem ist die Politik, die viel zu wenig tut, um das Problem zu lösen. Das ist weder gut für die Gesellschaft noch für die Wirtschaft.

Harald Neuber hat drei Kommentare zur aktuellen PISA-Studie geschrieben und fasst die Problematik folgendermaßen zusammen: „Es mangelt an Lehrkräften, Räumlichkeiten, Infrastruktur“.

 

„Die aktuelle Pisa-Studie, mit der internationalen Lernleistungen von Schülern verglichen wird, zeigt: Deutsche Schülerinnen und Schüler schneiden so schlecht ab wie noch nie. Die am Dienstag von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) veröffentlichten Ergebnisse offenbaren einen deutlichen Abstieg in den drei untersuchten Bereichen Mathematik, Naturwissenschaften und Lesekompetenz.

Die OECD führt die schwachen Leistungen teilweise auf die Schulschließungen während der Coronapandemie zurück. Jedoch weist sie darauf hin, dass bereits vor der Krise in Deutschland und vielen anderen Ländern ein Trend zu schlechteren Schulleistungen zu verzeichnen war.

Im Jahr 2001 hatte die erste Pisa-Studie mit deutscher Beteiligung aufgrund der schlechten Ergebnisse einen Bildungsschock ausgelöst, der zu verstärkten Bemühungen in der Bildungspolitik führte und in der Folge zu verbesserten Pisa-Ergebnissen.

Die vorherige Pisa-Studie im Jahr 2018 zeigte bereits einen Rückgang der Leistungen der deutschen Schülerinnen und Schüler in Mathematik, Naturwissenschaften und Lesekompetenz.

Der nun festgestellte erneute Rückgang in den Bereichen Mathematik und Lesekompetenz zwischen 2018 und der aktuellen Studie entspricht dem üblichen Lernfortschritt, den Schülerinnen und Schüler im Alter von etwa 15 Jahren während eines ganzen Schuljahres erzielen.

An dem 2022 durchgeführten Pisa-Test für die neue Veröffentlichung nahmen etwa 690.000 Schülerinnen und Schüler aus 81 Ländern teil, darunter 6116 Teilnehmer aus Deutschland. Die deutschen Schülerinnen und Schüler zeigten Leistungen in Mathematik und Lesekompetenz, die nahe am Durchschnitt der OECD-Staaten lagen, während sie im Bereich Naturwissenschaften leicht darüber lagen.

Die führende Position in allen drei getesteten Kompetenzbereichen nehmen Schülerinnen und Schüler aus Singapur ein. Generell schneiden asiatische Länder und Volkswirtschaften am besten ab, darunter auch Japan, Südkorea und verschiedene chinesische Regionen, die in allen Bereichen zu den leistungsstärksten gehören.

Aus Europa erreichten nur die Schüler aus Estland in allen drei Bereichen Ergebnisse, die sie in die Spitzengruppe katapultierten.

 

Lehrermangel seit langem bekannt

Das erneut verheerende Ergebnis der Pisa-Studie kann freilich niemanden erstaunen. Immer wieder hatten Lehrerverbände, Schüler, Eltern und Fachorganisationen auf immer gravierendere Defizite im deutschen Bildungssystem hingewiesen.

Im Juni vergangenen Jahren – vor eineinhalb Jahren also – hatten die Ergebnisse des "Deutschen Schulbarometers" der Robert Bosch Stiftung bereits ein alarmierendes Bild der Lage an deutschen Schulen gezeichnet.

Fast die Hälfte der Pädagogen (44 Prozent) betrachtete ihren Unterricht damals als eine Form von "Krisenmanagement". Zudem konnten 54 Prozent den Sorgen und Ängsten ihrer Schüler nicht gerecht werden. 80 Prozent beschrieben die Schüler als unkonzentriert oder unmotiviert, und 42 Prozent beobachteten aggressives Verhalten bei den Kindern.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie, insbesondere der zwei monatelange Schul-Lockdowns, haben tiefe Spuren hinterlassen, hieß es in der Studie damals.

In der Befragung von April 2022 stellten Lehrkräfte beinahe doppelt so viele gesteigerte Aggressionen bei Schülern fest im Vergleich zu September 2021. 95 Prozent der Befragten gaben an, seit Beginn der Krise einen deutlichen Anstieg von Verhaltensauffälligkeiten wahrzunehmen.

Lernrückstände wurden von Lehrern signifikant höher eingeschätzt (41 Prozent im Vergleich zu 33 Prozent im Vorjahr), und 13 Prozent berichteten von spürbaren Lerndefiziten bei mehr als 75 Prozent der Schülerschaft.

Die Lehrer selbst sind stark belastet: 84 Prozent fühlten sich derzeit stark strapaziert, 92 Prozent schrieben ihrem Kollegium eine starke Belastung zu. Wochenendarbeit war für 79 Prozent zur Regel geworden, 60 Prozent konnten sich kaum noch in der Freizeit erholen. Körperliche (62 Prozent) und mentale Erschöpfung (46 Prozent), Schlafstörungen (ein Drittel), Kopfschmerzen (25 Prozent) und Angstzustände (sieben Prozent) waren verbreitete Probleme.

Die Ursachen dieser Misere reichten jedoch über die Pandemie hinaus. Schon vorher wurden den Lehrern im Zuge von Reformen immer mehr Aufgaben übertragen, während die Arbeitsbedingungen und die Attraktivität des Lehrerberufs sanken. Dies führte zu einem historischen Lehrermangel, der durch unzureichend ausgebildete Aushilfslehrkräfte weiter verschärft wird.

Um die Abwärtsspirale zu durchbrechen, forderten Bildungsexperten einen radikalen Kurswechsel. Insbesondere mehr Ressourcen, Schulsozialarbeit, schulpsychologische Betreuung und zusätzliches Personal wurden als dringend notwendig erachtet. Andernfalls drohe die Unterrichtsversorgung weiter abzunehmen, und die Qualität der Bildung an deutschen Schulen wird weiter leiden.

 

Koalitionsvertrag bei Bildung wenig wert

So war das Scheitern der Ampel-Koalition in der Bildungspolitik von Beginn an absehbar. Ende 2021 offenbarte eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) eine zunehmende Frustration unter deutschen Schulleitern, verstärkt durch die damals noch anhaltende Corona-Pandemie.

Obwohl Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bereits im Juli 2021 auf die offengelegten Schwachstellen der Digitalisierung hingewiesen hatte, sind seitdem nur geringe Fortschritte zu verzeichnen. Der Lehrermangel bleibt ein drängendes Problem, das sich mit 63 Prozent der Befragten, insbesondere an Förderschulen, weiter verschärfte.

Die Ausstattung der Schulen mit Computern und schnellem Internet ließ trotz gestellter Anträge auf Geld aus dem Digitalpakt zu wünschen übrig. Die damalige Umfrage unterstrich, dass die Motivation der Schulleiter, insbesondere unter den Belastungen der Pandemie, erheblich litt und dies sich negativ auf die Bereitschaft der jüngeren Generation auswirken könnte, den Beruf weiterhin auszuüben. Geändert hat sich an dieser tristen Lage nur wenig.

Mehr als die Hälfte der Befragten gab damals an, dass ihre Schulen unter Lehrermangel leiden, wobei dieser Mangel vor allem an Förderschulen spürbar ist. Lediglich etwas mehr als die Hälfte der Befragten bestätigte die Verfügbarkeit von Breitbandinternet und WLAN in den Klassenräumen.

Die im Koalitionsvertrag skizzierten Pläne zur Steigerung der Bildungsausgaben und zur Einführung eines neuen Digitalpakts bis 2030 werden kritisiert, da der Lehrermangel nicht explizit angegangen wird. Auch die geplante Qualifizierung von Quereinsteigern und die beschleunigte Anerkennung ausländischer Qualifikationen stießen auf Skepsis.

Kritiker bemängelten, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen nicht ausreichend seien, um die Herausforderungen im Bildungsbereich zu bewältigen. Die Zukunft erfordert nach Ansicht von Experten eine dauerhafte Mitfinanzierung des Bundes und die Schaffung von 100.000 neuen Lehrerstellen, um die Bildungschancen nachhaltig zu verbessern.

Insgesamt stehen die aktuellen Entwicklungen im Bildungssystem in starkem Kontrast zu den politischen Zusicherungen im Koalitionsvertrag.

Was ja offenbar auch an der Kompetenz der Autoren liegt.“

https://www.telepolis.de/features/Lehrermangel-Lernrueckstaende-und-Corona-Folgen-Vollversagen-der-Ampel-in-der-Bildungspolitik-9549012.html?seite=all

 

„Wer auch nur im Entferntesten mit Schulen und Kitas zu tun hat, weiß: Die Lage ist länderübergreifend schwierig bis katastrophal. Bekannt ist auch: Es mangelt an Lehrkräften, Räumlichkeiten, Infrastruktur. Die Bildungskrise, die sich unter der SPD-geführten Bundesregierung noch einmal erheblich verschärft hat, gehört zu deren offensichtlichsten Fehlentwicklungen im föderalen System.

Ein aktueller Kurzbericht des Instituts der Deutschen Wirtschaft spricht daher bekannte Wahrheiten aus: Kinder aus zugewanderten Familien benötigen mehr Sprachförderung. Wer hätte das gedacht? Und als wäre das nicht genug, klärt uns der Bericht darüber auf, dass es an Betreuungsplätzen für die Kleinsten mangelt. Braucht es wirklich eine Studie, um zu beschreiben, was Hunderttausende Familien tagtäglich belastet?

Aber nicht der Botschafter trägt die Schuld. Solche Berichte wie der des Instituts der Deutschen Wirtschaft, der Lehrergewerkschaft GEW, des Verbandes Bildung und Erziehung, des Deutschen Schulbarometers – sie alle und viele mehr haben immer und immer wieder auf die strukturellen Probleme hingewiesen, die unserer Gesellschaft und ihren schwächsten Mitgliedern, den Kinder, ihre Zukunft nimmt.

Nach Darstellung des Instituts der Deutschen Wirtschaft besteht eine Lücke von 300.000 Betreuungsplätzen für die Jüngsten und 530.000 Ganztagsplätzen für die Grundschüler. Das sind mehr als nur kleine Unannehmlichkeiten.

Und die Prognose von 80.000 fehlenden Lehrkräften bis 2030 lässt zur Gewissheit werden: Deutschland als Land der Dichter und Denker – das war gestern. Auf jeden Fall vor einem Olaf Scholz und einer Bettina Stark-Watzinger.

Die Analyse des Kölner Wirtschaftsinstituts zeigt uns auch, dass die schulische Leistung sinkt und der Zusammenhang zwischen sozioökonomischer Herkunft und Bildungserfolg wächst. Auch das, wenig überraschend.

Ebenso wenig übrigens wie der Verweis darauf, dass häusliche Unterstützung wichtig ist. Dafür müssen Eltern aber Zeit haben und Arbeitsstellen, die eine Unterstützung zulassen.

Doch mit zunehmenden sozialen Probleme steigen die Spannungen in den Familien, die schon vor der Pandemie bestanden und während der Pandemie zugenommen haben. Auch hätte der Bund Gestaltungsspielraum – wenn er denn wollte.

Peinlich für Scholz: Schlechter als zu CDU-Zeiten

Fakt ist: Deutschland weist überdurchschnittlich große Leistungseinbußen in allen drei Bereichen auf und liegt nur noch in den Naturwissenschaften über dem OECD-Durchschnitt. Der Abwärtstrend ist besonders deutlich und die Ergebnisse liegen nun unter dem Niveau der 2000er-Jahre.

Die Empfehlungen aus den Pisa-Ergebnissen betonen die Notwendigkeit einer systematischen Diagnose und Förderung der Sprach- und Lesekompetenz, die kontinuierliche Weiterentwicklung des Unterrichts unter Einbezug digitaler Medien und eine bedarfsorientierte Ressourcenzuwendung, insbesondere für Schulen mit benachteiligten Schülern.

Die Studienleiterin, Prof. Doris Lewalter, betont, dass mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung von Politik, Schulen und Gesellschaft ein Aufschwung möglich ist, ähnlich wie nach der ersten PISA-Studie 2000.

Politisch ist all das ein Armutszeugnis für die Ampel und vor allem Bundeskanzler Olaf Scholz: Dass unter seiner Führung die Bildung – und damit einer der Kernbereiche sozialdemokratischer Politik – im Vergleich zur CDU-geführten Vorgängerregierung heruntergewirtschaftet wurde.

Natürlich ist Bildung Ländersache. Die Misere hat aber längst eine landesweite Dimension und muss daher auch Sache des Bundes sein. Das sehen offenbar auch die Verantwortlichen im politischen Berlin so. Stark-Watzinger hatte im März zum Bildungsgipfel geladen und Verbesserungen angemahnt. Seither ist es bei Worten geblieben – und bei einer präventiven Abfuhr: Vom Bund könne es nicht mehr Geld geben.

Doch das ist offenbar eine Frage des Standpunktes: 100 Milliarden für die Bundeswehr? Die werden ohne Weiteres zugesagt, am Bundestag und den eigenen Genossen vorbei. Acht Milliarden Euro an die Ukraine, die dennoch vor einem militärischen und politischen Zusammenbruch steht. Warum nicht? Geld für Bildung und gegen Kinderarmut im eigenen Land bleibt da keines mehr übrig.

Das Versagen der FDP-Bundesbildungsministerin Stark-Watzinger könnte größer nicht sein. Auch in ihrem Fall ist die Prioritätensetzung offensichtlich. Sie hätte längst die Initiative übernehmen müssen, statt sich hinter dem Föderalismus zu verschanzen. Denn in der Pisa-Studie heißt es ja auch nicht, Brandenburg, Berlin oder Bremen hätten versagt.

Die OECD-Studie lässt Deutschland insgesamt schlecht dastehen. Sie zeigt, dass die kommende Generation schlechter aufgestellt ist als die vorhergehenden Generationen. Und schlechter als viele Gleichaltrige aus anderen Ländern. Das ist eine nationale Angelegenheit.

Doch während Kinder, Lehrer und Eltern an der Misere von Kitas und Schulen verzweifelten, reiste die offenbar überforderte FDP-Bildungsministerin nach dem ergebnislosen Bildungsgipfel im März dieses Jahres kurzerhand nach Taiwan, um als erste deutsche Regierungsvertreterin seit einem Vierteljahrhundert irgendwelche Gespräche mit irgendwelchen Funktionären zu führen, für die sie niemand mandatiert hat und die niemanden interessieren.

Ergebnis: Steuergelder verplempert, China verärgert, Bildungsmisere während der unsinnigen Reise ein wenig weiter fortgeschritten. Bettina Stark-Watzinger dürfte damit eines der Gesichter einer der schlechtesten Bundesregierungen seit Bestehen der Bundesrepublik werden.“

https://www.telepolis.de/features/Bildungskrise-in-Deutschland-Das-Land-steigt-ab-die-Regierung-schaut-zu-9549320.html

 

„Die erste Ursache sind die von Beginn an umstrittenen Schulschließungen während der Corona-Pandemie. In Deutschland gaben 71 Prozent der Schülerinnen und Schüler an, dass in ihrem Schulgebäude wegen der Coronakrise mehr als drei Monate lang kein Unterricht stattfand, stellt die OECD fest.

Die zweite Ursache ist, dass auf den migrationsbedingten hohen Ausländeranteil in Schulklassen nicht hinreichend reagiert wurde. Im vergangenen Jahr betrug der Anteil der Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund 26 Prozent. Im Jahr 2012 waren es noch 13 Prozent.

 

Millionen Geflüchtete, keine Hilfe

Diese Migration – etwa aus der Ukraine – war im politischen Berlin gewollt. Fast eine Million Flüchtlinge aus Syrien sind nach Deutschland gekommen, dann kamen eine weitere Million Ukrainer. Hier steht die Bundesregierung in der Pflicht.

Denn ebenso wie bei dem Dauerstreit um Aufnahmeeinrichtungen hält sich der Bund auch vornehm zurück, wenn es um die Bewältigung der Zuwanderung im Bildungssystem geht. Dabei stellte selbst Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) fest: "Aktuell stehen die Schulen zudem vor der Aufgabe, ukrainische Flüchtlingskinder in den Unterricht zu integrieren." Das sagte sie aus Anlass eines "Bildungsgipfels" in Berlin im März dieses Jahres.

Die Veranstaltung war im Koalitionsvertrag angekündigt worden. Dort heißt es auch: "Gemeinsam mit den Ländern werden wir die öffentlichen Bildungsausgaben deutlich steigern und dafür sorgen, dass die Unterstützung dauerhaft dort ankommt, wo sie am dringendsten gebraucht wird."

Die "Bildungsgipfel" sollte im Zusammenspiel von Bund, Ländern, Kommunen, Wissenschaft und Zivilgesellschaft "neue Formen der Zusammenarbeit und gemeinsame ambitionierte Bildungsziele" definieren.

"Unser Bildungssystem muss faire Chancen geben, damit jeder an seine Ziele kommen kann", so Stark-Watzinger damals. Mit eigener Anstrengung und Leistung die eigenen Ziele zu verwirklichen, das sei das Aufstiegs-Versprechen. Und "das ist der Kitt der Gesellschaft", so Stark-Watzinger. Viel zu oft entscheide noch die soziale Herkunft über den Bildungserfolg.

In den Schulen weiß man: Die Versprechen des Koalitionsvertrags und der Ministerin sind nichts wert. Die Lage wird trotz aller Beteuerungen immer schlechter.

 

Die Bildungskrise nimmt bedrohliche Formen an

Und das ist ein nationales Problem, ein Notstand geradezu. Junge Menschen, die keine grundlegenden Kenntnisse in den Kernfächern mehr vermittelt bekommen, werden dieses Defizit zeitlebens schultern. Schon jetzt gelingt vielen Schulabsolventen der Einstieg in die Berufsausbildung nicht.

Laut dem Berufsbildungsbericht des Bundesministeriums für Bildung und Forschung aus dem vergangenen Jahr brachen im Jahr 2020 25,1 Prozent der Lehrlinge ihre Ausbildung ab. Selbst wenn einige von ihnen erfolgreich in einen anderen Beruf wechseln, bleiben nach Angaben des Arbeitsmarktexperten Stefan Sell etwa zehn Prozent der Jugendlichen, die ihre Ausbildung nicht abschließen und als Ungelernte auf dem Arbeitsmarkt enden.

Sell bezeichnet diese Gruppe als "Hochrisikogruppe", da es für sie schwierig ist, auf dem dynamischen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Er führt dies vor allem darauf zurück, dass diese Auszubildenden den Anforderungen der Berufsschule nicht gerecht werden können. Sell dazu:

Sie können heute einen Mechatroniker im Autobereich nicht mehr mit dem alten Kfz-Schrauber vergleichen. Das gilt aber für ganz viele, eigentlich alle Handwerksberufe, dass dort aufgrund der technologischen Entwicklung auch die Anforderungen, zum Beispiel an Mathematik und so weiter, deutlich gestiegen sind.

"Das Versagen der Auszubildenden in Mathematik muss uns nicht wundern, nahmen doch die Mathe-Leistungen der Schüler in den letzten Jahren ebenso deutlich ab wie die Leistungen in Deutsch", schreibt der ehemalige Gymnasiallehrer Rainer Werner in der Zeitschrift Cicero:

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) beklagt schon seit Jahren, dass die Zahl der Schüler, die nicht ausbildungsfähig sind, unvermindert hoch sei. Schwächen gebe es vor allem in den beiden Hauptfächern Deutsch und Mathematik, wo oft nicht einmal elementare Kenntnisse vorhanden seien. In Zeiten akuten Fachkräftemangels ist es offensichtlich, dass die zutage tretenden schulischen Defizite der Wirtschaft schaden.

 

Bundesregierung streicht Förderprogramme

Die Bundespolitik schadet dem Bildungssystem nicht nur, indem sie die Folgen ihrer Entscheidungen im Pandemie- und Migrationsgeschehen nicht zu bewältigen hilft. Sie streicht sogar Bundesprogramme.

So forderte die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Stark-Watzinger im Oktober auf, unverzüglich ein Konzept für die Weiterentwicklung und Fortführung der "Qualitätsoffensive Lehrerbildung" vorzulegen, die Ende dieses Monats ausläuft. Die Bundesregierung sollte nun die Grundlagen für eine "Qualitätsoffensive 2.0" schaffen.

Andreas Keller, stellvertretender GEW-Vorsitzender und Hochschulexperte, betonte: "Die Qualitätsoffensive, die der Bund mit etwa 500 Millionen Euro unterstützt hat, hat bedeutende Impulse für Innovationen in der Lehrerausbildung gesetzt, insbesondere im Bereich der digitalen Bildung oder inklusiven Bildung. Die Bedeutung der Lehrkräftebildung war nie größer als heute."

Das pädagogische Personal solle die mittlerweile über 150.000 Kinder und Jugendlichen aus der Ukraine an Schule und weitere Tausende an Kitas integrieren, in dem Wissen, dass nicht einmal eine von zehn Schulen über Übersetzungskräfte oder Lehrkräfte aus der Ukraine verfügt, heißt es vom Verband Bildung und Erziehung.

Wenn dann noch Programme, die sich als äußert erfolgreich und immens wichtig etabliert haben, wie das Förderprogramm zur alltagsintegrierten Sprachbildung und Partizipation an Kitas kurzerhand gestrichen werden, wie von der Bundesregierung kürzlich verkündet, bleibt nur noch Fassungslosigkeit.

Bundesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung, Udo Beckmann

Sicher: Die Ampelregierung und ihre glück- oder erfolglose Bildungsministerin hätten die Pisa-Ergebnisse kaum beeinflussen können.

Aber sie hätte einen politischen Kurswechsel einleiten können, um die Belastungen zu verringern.

Sie hätte Länder und Kommunen unterstützen können, statt erfolgreiche Integrationsprogramme zu beenden.

Sie hätte Steuergelder dort investieren können, wo sie am dringendsten gebraucht werden: in die Bildung.

Stattdessen fließen 100 Milliarden Euro in die Aufrüstung und acht Milliarden Euro nach Kiew, um einen weitgehend verlorenen Krieg weiterzuführen.

Dafür seien "wir" bereit, "selber (…) einen hohen wirtschaftlichen Preis zu bezahlen, sagte Außenministerin Annalena Baerbock Anfang 2022 in Kiew.

Ihre Kabinettskollegin Stark-Watzinger fügte später mit Blick auf ihren Aufgabenbereich hinzu, das Schuljahr 2023 müsse "ein normales werden, zumindest so normal wie möglich".

In den Ohren der Leidtragenden des Ampel-Vollversagens muss das, freundlich formuliert, wie Hohn klingen.“

https://www.telepolis.de/features/Bildungskrise-in-Deutschland-Warum-die-Verantwortung-in-Berlin-liegt-9567754.html

 

Nichts Neues unter der Sonne

 

Der Wurm im September 2018:

„Die Sommerferien sind vorbei und gleichzeitig wird immer deutlicher, welch katastrophale Zustände in den Schulen herrschen: Investitions-Rückstände im zweistelligen Milliarden-Bereich und Lehrer-Mangel im fünfstelligen Bereich ,,,

Mensch könnte denken, dass die aktuelle Misere an den Schulen durch Trottel hervorgerufen wurde. Teilweise mag das auch stimmen. Ein deutscher Beamter mag zwar weltfremd sein, aber dass er so bescheuert ist und nicht planen kann, was in ein paar Jahren sein wird – damit hätte der Wurm auch nicht gerechnet.

Die fehlenden Gelder für die Infrastruktur an Schulen und die Ausbildung an Lehrern sind wahrlich nicht das einzige Ausgaben-Problem …

Diejenigen, die seit Jahren und Jahrzehnten über den hohen Wert der Bildung daher reden, sind jetzt endgültig als Lügner entlarvt.

Trottel mögen an diesem Spiel auch beteiligt sein – aber hauptsächlich handelt es sich um Kriminelle, die sich und ihren Kumpels aus der internationalen Verbrecher-Bande gegenseitig die Gelder zuschanzen und den öffentlichen Raum verkommen lassen.“

https://www.ansichten-eines-regenwurms.de/index.php/596-bildungsrepublik

 

 

Ich bin Philanthrop, Demokrat und Atheist. Rupert Regenwurm

 

 

Das Böse verlachen

- Satire, Realsatire, ernst Gemeintes -

 

9. Dezember – Wochenkommentar von Ferdinand Wegscheider

„Die erfolgreiche Mission Klima-Glück!“ – Im neuen Wochenkommentar werfen wir einen ausführlichen Rückblick auf das abgelaufene Jahr, besondere Highlights und Schmankerl inklusive. U.a. mit dabei: Der deutsche Gesundheitsminister Karl Lauterbach, Vizekanzler Werner Kogler mit der erfolgreichen Mission Klima-Glück und natürlich die Klima-Ikone Greta Thunberg und die drohende Klima-Katastrophe.

https://www.servustv.com/aktuelles/v/aaagrym6iyvgmc6h9p1p/

 

Simone Solga: Klima, Wetter, Drama | Folge 95

https://www.youtube.com/watch?v=rEjR9gzd6bw

 

Woher nehmen, wenn nicht stehlen / Steimles Aktuelle Kamera / Ausgabe 129

https://www.youtube.com/watch?v=grh80l-5i5Y

 

Weihnachten in Zeiten von Krisen

https://www.youtube.com/watch?v=o78pbvfrNJw

 

HallMack  AfD Verbotsverfahren könnte helfen

https://www.frei3.de/post/9f014d85-afe7-4f61-a8fa-0b5a95c9dbc9

 

HallMack  Skandalrede auf SPD Parteitag

https://www.frei3.de/post/03d11366-c7cf-478a-85a5-987e6709ca87