Bestellt, bezahlt und abgeholt: Ware Mensch

Hendrick Streeck und sein Partner Paul Zubeil haben verkündet, „Eltern“ geworden zu sein. Wesentlich mehr ist darüber nicht bekannt, aber die Umstände lassen darauf schließen, dass sie die Dienste für eine bezahlte Eizellabgabe und einer bezahlten Schwangerschaft in Anspruch genommen haben und eine 6-stellige Summe in Dollar für dieses Projekt bezahlt haben.

 

„Trotz Verbot: CDU-Politiker Hendrick Streeck und das Geschäft mit der Leihmutterschaft

Deutsche Gesetze sind ihm egal: Der Bundestagsabgeordnete Hendrik Streeck (CDU) und sein Ehemann haben sich in den USA ein Kind „gekauft“. Es wurde per Leihmutterschaft und Eizellenspende ausgetragen; die Mutter verliert alle Rechte an dem Kind, das sie neun Monate ausgetragen hat. In Deutschland ist diese Praxis illegal. Doch für Hendrik Streeck sind solche Gesetze offenbar nur ein geringes Hindernis.

Und obwohl Leihmutterschaft und Eizellenspende gerne als altruistischer Dienst am Kind dargestellt werden, ist die Realität eine andere: Sie degradieren Menschen zu einer Handelsware, die nach Belieben bestellt werden kann – und wenn das „Produkt“ nicht dem Liefervertrag entspricht, wird das Neugeborene eben zurückgegeben.

Maximilian Tichy spricht zu diesem Thema mit Anna Diouf. In der Redaktion bearbeitet sie das Thema Leihmutterschaft und Lebensschutz und erklärt: Hinter den Kulissen ist Leihmutterschaft nichts anderes als gewerblicher Kinderhandel.“

 

 

https://www.youtube.com/watch?v=Vzxv_0TJbqU

 

Geschäft in der Praxis

 

Olivia Maurel

 

Aus dem Jahr 2024: „Kürzlich fand im tschechischen Parlament eine internationale Konferenz zum Thema Leihmutterschaft statt. Auf ihr sprach auch Olivia Maurel. Sie wurde von einer Leihmutter in den USA geboren. Das beschäftigt sie ihr ganzes Leben. Warum Maurel heute eine der vehementesten Stimmen gegen Leihmutterschaft ist.

Olivia Maurel: „Als meine Eltern Pläne für ein zweites Kind machten, waren beide auf dem Höhepunkt ihrer Karrieren. Meine Mutter hatte bereits einen Sohn aus erster Ehe und war zu dem Zeitpunkt 48 Jahre alt und hatte Probleme mit Unfruchtbarkeit. Aber mein Vater wollte ein Kind aus seinen eigenen Genen. Eine Adoption kam für ihn nicht in Frage. Meine Eltern leben in den USA und sie entschieden sich für eine Leihmutter bei einer Agentur in Kentucky, Louisville. Genug Geld hatten sie. Die Leihmutter wurde nach ihrer Ähnlichkeit zu meiner Mutter ausgesucht. Es war eine traditionelle Leihmutterschaft, es gab keinen Eizellentransfer von einer Eizellspenderin. Meine Leihmutter ist also auch meine biologische Mutter.

Es heißt, die Agenturen prüfen die Psyche der Leihmütter. Das ist eine Lüge.

Es heißt immer, die Agenturen würden die Psyche der Leihmütter überprüfen, ob sie auch wirklich bereit dafür wären, ein Kind für andere auszutragen und es herzugeben. Das stimmt nicht. Und das wissen auch alle, die sich damit beschäftigen. Es reicht, sich den Markt anzuschauen. 14 Milliarden Dollar wurden 2023 durch Leihmutterschaft verdient. Agenturen sehen nur das, was sie sehen wollen. Und das ist in erster Linie das Geld, das die Frauen ihnen bringen.

Mein Fall ist das beste Beispiel dafür. Meine Leihmutter hatte nicht nur große psychische Probleme und Depressionen, sie hatte auch kurz vor der Leihmutterschaft ihren zweieinhalbjährigen Sohn in einem tragischen Unfall verloren. Sie war also alles andere als bereit für eine Schwangerschaft. Sie war in Not. Sie konnte nicht mehr arbeiten, hatte aber Rechnungen zu bezahlen.

Mein Geburtstermin wurde auf den 10. Dezember festgelegt, ich sollte ein Weihnachtsbaby werden. Ich wurde per Kaiserschnitt entbunden und direkt meinen Adoptiveltern übergeben.

Das Gefühl verlassen worden zu sein, verfolgt mich mein ganzes Leben. Ich habe als Kind gespürt, dass etwas mit meiner Familie nicht stimmt. Ich habe auch ehrlich gesagt nicht besonders gut in sie hineingepasst. Ich war ein kompliziertes Kind, hatte psychische Probleme. Ich habe immer einen blinden Fleck auf mir gespürt.

Mit 31 fand ich durch einen DNA-Test heraus, was ich instinktiv immer gefühlt habe: dass ich nicht mit meiner Mutter verwandt bin. Nicht zu wissen, wo ich herkomme, hat verhindert, mich zu finden. Ich weiß, dass es vielen Kindern so geht, die adoptiert wurden, die ihre leiblichen Eltern verloren haben. Viele leiden unter Verlustängsten. Irgendetwas ist in uns, das uns suchen und nicht zur Ruhe kommen lässt.

Meinetwegen wurde eine Frau ausgebeutet. Sie wurde entmenschlicht.

Heute möchte ich den Kindern von Leihmüttern eine Stimme geben. Viele von uns fühlen sich wie ein Produkt. An uns klebt ein Preisschild. Wir wurden bestellt, bezahlt und abgeholt. Dazu kommt das Wissen, dass eine Frau meinetwegen ausgebeutet wurde, ja entmenschlicht wurde. Sie war in so großer Not, dass sie ihr Baby verkauft. Zu wissen, dass ich dieses Kind bin, liegt wie ein Schatten auf mir.

Ich habe heute selbst drei Kinder. Ein Kind zu verkaufen, kommt mir unethisch, ja unmenschlich vor. Wie kann jemand das Kind, das er geboren hat, verkaufen? Wie kann ein Kind zur Ware werden? Ein Mensch, ein kleines Kind darf doch nicht Gegenstand eines Vertrags sein! Eine Frau darf doch kein Inkubator sein!

Ich verurteile meine Eltern nicht. Sie konnten diesem Angebot auf dem Silbertablett einfach nicht widerstehen. Aber ich verurteile das System, das Leihmutterschaft ermöglicht. Für die Leihmutterschaft verkaufen wir unser Gewissen, wir schalten unser hochethisches Empfinden für die Würde des Menschen aus. Menschen kaufen Kinder, weil sie unfruchtbar sind; weil sie zu spät entscheiden, ein Kind zu wollen oder weil sie die Strapazen einer Schwangerschaft nicht auf sich nehmen möchten. Sie kaufen ein Kind, weil sie es können. Leihmutterschaft ist zutiefst unethisch. Es kann nur ein Ziel geben: die Leihmutterschaft abschaffen!““ 

https://www.emma.de/artikel/das-kaufkind-340891

 

„Der Politiker Streeck hat also ein sehr eigenwilliges Verständnis von Gesetzestreue. Die verlangt man vom Bürger, aber nicht von den Mächtigen. Und die beiden Männer demonstrieren ihr Glück. Keinerlei Rede ist von der Mutter, in der das Kind gewachsen ist und die es zur Welt gebracht hat. Kinder werden zur Ware, Frauen zur mehrfach genutzten Gebärmaschine. Brauchen wir nur noch Väter, aber Frauen nur noch als Bio-Reaktoren? Sind Kinder beliebig bestellbar? Gibt es irgendeine Beziehung zwischen Mutter und Kind, oder ist Frau nur noch eine Reproduktionsfabrik? Das sind Fragen, die in einem sensationellen Buch behandelt werden.

In „Wo bist du, Mama“ erzählt Olivia Maurel ihre Lebensgeschichte. Eine glamouröse Kindheit, dann Alkohol, Drogen, Suizidversuch. Heilung beginnt, als sie die Lebenslüge entlarvt, die am Anfang ihrer Existenz stand: Olivia wurde von ihren Eltern gekauft. Eine Wunde, die ihr ganzes Leben geprägt hat. Wir wiederholen die Besprechung des Buches von Anna Diouf:

„1991 wurde Olivia Maurel geboren, ausgetragen von einer Leihmutter. Anders als viele andere Betroffene hat sie Angst und Traumata überwunden und spricht offen über das, was Leihmutterschaft für ihr Leben bedeutet.

„Leihmutterschaft ist der Verkauf eines Kindes“, schreibt sie unumwunden. Sie selbst wurde auf diese Weise „zu einer Konsumware degradiert“.

Mit „Wo bist du, Mama“, liegen ihre Erinnerungen und ihr Plädoyer für die Abschaffung von Leihmutterschaft nun in deutscher Übersetzung vor. Ein kurzes, kompaktes Buch, erschütternd in seiner Einfachheit – und eine unverzichtbare Informationsquelle für jeden, der wissen möchte, was Leihmutterschaft bedeutet.

„In den meisten europäischen Ländern ist Leihmutterschaft verboten (…). Dieses Verbot hat nichts mit der ‚progressiven‘ oder ‚konservativen‘ Ausrichtung der jeweiligen Länder zu tun, sondern schlichtweg mit einem bestimmten Verständnis von Humanismus, mit dem Prinzip der Menschenwürde und dem gesunden Menschenverstand“, stellt Maurel klar. Die Atheistin und Feministin will deutlich machen: Hier geht es nicht um links oder rechts, religiös oder säkular. Der Kampf gegen Leihmutterschaft ist in ihren Augen eine humanitäre Verpflichtung.

Einerseits werden hier Fakten zum Leihmutterschafts-Business aufbereitet, andererseits dient Maurels eigenes Schicksal als Fallstudie, die eindrücklich zeigt, wie sich Daten und Fakten im persönlichen Erleben, im individuellen Schicksal manifestieren.

Leihmutterschaft ist eine recht junge Form der Nutzung von Reproduktionstechniken: Ende der 80er Jahre kam sie in den USA auf, die ältesten Kinder, die auf diese Weise auf die Welt kamen, sind heute um die vierzig Jahre alt.

Doch in Windeseile hat sich um die Fruchtbarkeit der Frau und das Kind als Handelsware ein milliardenschwerer globaler Markt entwickelt.

Ein Markt, der nach außen hin von „Reichen und Schönen“ repräsentiert wird, die eine glanzvolle heile Welt vorgaukeln: Mutterschaft ohne Mühen, ohne Wehen und ohne Dehnungsstreifen. Ein Kind auf Bestellung, in vielen Fällen nach Maß: Darf es ein Junge oder ein Mädchen sein? Blonde Haare? Helle Augen?

Leihmutterschaft verspricht, die biologischen Mechanismen zu besiegen: Mit 70 Jahren noch ein Kind? Ein Kind für ein Männerpaar, ohne dass eine lästige Frau dabei eine Rolle spielt? Kein Problem.

Leihmutterschaft ist vor allem ein Geschäft mit der Lüge. Denn natürlich spielt die Frau, deren Körper vermietet wird, eine Rolle. Dafür, dass ein Star wie Paris Hilton mit makelloser Figur als Mutter posieren kann, muss sich eine andere Frau zunächst monatelang einer Hormontherapie unterziehen, einen Knebelvertrag unterschreiben, der ihr nur 10 bis 15 Prozent des mit ihrem Körper erwirtschafteten Geldes zuspricht, dafür aber neun Monate lang ihr Leben strikt reglementiert – von der Teesorte, die sie trinken, bis zum Ort, an dem sie sich aufhalten darf; eine andere Frau muss das – wegen der zumeist notwendigen In-vitro-Fertilisation erhöhte – Risiko für Schwangerschaftskomplikationen und Fehlgeburten tragen, muss in den Wehen liegen, und dann das Kind, das sie geboren hat, unmittelbar nach der Geburt abgeben.

Durch die Komplizenschaft des Staates verschwindet diese Frau nicht nur aus dem Leben des Kindes, sondern auch aus der Geburtsurkunde.

Es scheint, als sei sie nie da gewesen. Vermisst wird sie trotzdem. „Wo bist du, Mama“, ist ein Buch über diesen Verlust, über die Wunde, die ein Mensch sein Leben lang trägt, wenn ihm schon vor seiner Entstehung das Recht auf eine leibliche Mutter vertraglich entzogen wurde.

Nach der Lektüre bleiben dem Leser keine Illusionen über ein schmutziges Business. Maurel legt Wert darauf, nicht „die dunkle Seite“ der Leihmutterschaft zu offenbaren. Denn Leihmutterschaft hat ihrer Ansicht nach keine „helle“ Seite.

Was sich nach außen hin darstellt, ist eine Inszenierung, die Maurel am eigenen Leib zu spüren bekam:

Im Sommer zum Golfen nach Palm Beach, im Winter zum Skifahren in die französischen Alpen. Ein Leben zwischen Pool und Partys. Kindheit und Jugend in einem glamourösen Umfeld.

Doch hinter der Fassade lauert die Lüge, die Olivia Maurels Leben noch vor ihrer Entstehung geformt hat: Ihre Eltern haben sie gekauft, wie eines der vielen Luxusgüter, die sie umgeben.

Schon in ihrer Kindheit spürt Olivia Maurel, dass etwas nicht stimmt. Ihre Eltern belügen sie. Sie wird geplagt von Verlustängsten und dem Gefühl, dass etwas, jemand, fehlt. In ihrer Jugend bricht die Wunde auf, sie flüchtet sich in Alkohol, Drogen, chaotische Beziehungen, die belastet sind durch Bindungsprobleme; schließlich ein Suizidversuch, der das Tor öffnet zu therapeutischer Begleitung und Heilung.

Bereits Jahre bevor ein DNA-Test die Wahrheit belegt, weiß Maurel instinktiv, dass sie durch Leihmutterschaft geboren wurde. Die Wunde in ihr ist ein Beweis, der sich nicht verdrängen lässt. Maurel wird bewusst: Sie muss die Welt über Leihmutterschaft aufklären. Denn viele Opfer trauen sich nicht, zu sprechen. Maurel schildert den Loyalitätskonflikt, in dem sich die Betroffenen befinden: Sie verdanken ihr Leben dem Investment der Bestelleltern und fühlen sich ihnen verpflichtet. Und sie fürchten, nochmals verlassen zu werden, die Beziehung zu den Bestelleltern zu verlieren.

Maurel hat diesen Preis bezahlt. Gestützt von ihrer eigenen liebenden Familie, ihrem Ehemann, ihren Kindern und ihren Schwiegereltern, nimmt sie den erneuten Verlust in Kauf, um die Stimme derer zu sein, die stumm sind. Sie gehöre der ersten Generation von Leihmutterschaftskindern an, schreibt sie. Und sie wolle verhindern, dass es weitere gibt.

Ihr falle auf, „dass das Kind im langen Prozess der Leihmutterschaft vollkommen abwesend ist. Wir sprechen über die Rechte der Eltern, ihren unstillbaren Wunsch, aber was ist mit den Rechten des ungeborenen Kindes?“, fragt Maurel. Und schafft Abhilfe, indem sie selbst das Kind in den Mittelpunkt stellt.

Sie macht die Heuchelei und die Widersinnigkeit deutlich, dass immer mehr wissenschaftliche Erkenntnisse über Bindung und vorgeburtliche Erfahrungen vorliegen, und dennoch behauptet wird, das Kind bekomme nichts mit und leide nicht unter dem Bindungsverlust.

Maurels Schilderungen machen betroffen. Sie geht das Risiko ein, persönlich zu sein, weil dies die einzige Möglichkeit ist, das Kind zu Wort kommen zu lassen, das im Leihmutterschaftsbusiness lediglich Produkt ist: bestellt, bezahlt, in Besitz genommen.

Während Maurel im ersten Teil des Buches ihre eigene Lebensgeschichte niederschreibt, handelt es sich beim zweiten Teil um eine kompakte Darstellung der Praxis Leihmutterschaft. Ideal, um sich zu informieren, und um Informationen zu dem Thema weiterzugeben.

Der Leser erfährt, wie die Verträge für Leihmütter aussehen und welche rechtlichen Risiken Leihmutterschaft für die Kinder birgt.

Wie Frauen zur Abtreibung gedrängt werden, weil die Bestelleltern sich umentscheiden, wie Kinder zurückgelassen werden, weil sie eine Behinderung haben, oder weil, wie in der Ukraine, ein Krieg ausbricht und hunderte Kinder nicht abgeholt werden können; wie Kinder von Pädophilen bestellt werden, die sich auf diese Weise ein Opfer frei Haus liefern lassen.

Maurel geht intensiv auf den sozialen Aspekt ein. Denn hier setzt das Marketing der Profiteure ein, die das Wesen der Leihmutterschaft uminterpretieren. Kein Geschäft, sondern eine Liebestat – bei der ganz zufällig nebenbei sehr viel Geld verdient wird.

Frauen ermöglichen anderen Menschen, ein Kind zu haben. Das ist doch selbstlos!

Dieses Narrativ demontiert Olivia Maurel gründlich: „Es ist doch kein Zufall, dass noch nie jemand einer wohlhabenden Frau begegnet ist, die die Rolle einer Leihmutter gespielt hätte.“

In den USA kann eine gutaussehende und erfolgreiche Studentin mit dem Verkauf ihrer Eizellen ein Jahr ihres Studiums finanzieren. Sie verkauft damit ihre Fruchtbarkeit – ausgerechnet in dem Alter, in dem sie selbst am problemlosesten schwanger werden könnte. Sie riskiert, später nicht mehr schwanger werden zu können, und setzt sich einer belastenden Hormontherapie aus.

Und doch werben Kliniken und Agenturen bewusst unter Studentinnen und gaukeln ihnen vor, dadurch unkompliziert an Geld zu kommen – und dabei etwas Gutes zu tun.

Maurel macht die Verknüpfung von Leihmutterschaft mit dem internationalen Menschenhandel deutlich. „Leihmütter sind arme, mittellose Frauen in Indien, Thailand, Nepal und Mexiko, wo der Markt boomt. Es gibt regelrechte Leihmutter-‚Farmen‘, insbesondere in den Ländern des globalen Südens, in denen Frauen bis zu neun Monate eingesperrt werden. (…) Die Reichen mieten die Körper der Armen.“

Das ist es, was sich hinter Agentur-Bildern von lächelnden Paaren mit einem fremden Säugling verbirgt: die Ausbeutung von Frauen und Kinderhandel. Ein Geschäft, das erschreckende Parallelen zu Sklaverei und Prostitution aufweist.

Der internationale Kampf gegen Leihmutterschaft zeitigt bereits erste Erfolge. Allerdings stemmt sich hier eine kleine Gruppe von Menschen ohne Lobby gegen einen milliardenschweren Betrieb, der umgehend in ein anderes Land abwandert, sobald an einem Ort Restriktionen erlassen werden; und gegen ein System aus euphemistischen Narrativen, die die Wirklichkeit verharmlosen.

Olivia Maurels Buch klärt schonungslos auf. Wer noch meint, dass hier doch lediglich kinderlose Paare ihrem Familienglück ein wenig nachhelfen, wird mit einer grausamen, schier unfassbaren Realität konfrontiert. Maurels Fazit ist klar: „Es gibt nur eine Lösung für die Leihmutterschaft“, schreibt sie: „Ihre weltweite Abschaffung“.““

https://www.tichyseinblick.de/meinungen/hendrik-streeck-vater/

 

„Ich hätte beinahe ein Kind gekauft"

 

Aus dem Jahr 2024: „Die von der Ampel eingesetzte "Kommission für reproduktive Selbstbestimmung" schlägt vor, die "altruistische Leihmutterschaft" zu legalisieren. Dabei denkt die Kommission auch an homosexuelle Paare. Die gehören für Leihmutter-Agenturen zur „Goldenen Kundschaft“, besonders für Firmen, die in den USA sitzen. Mirko Hüttner (Name von der Redaktion geändert) hatte die Absicht, zusammen mit seinem Lebensgefährten, das Kind einer Leihmutter zu kaufen. Doch er entschied sich dagegen. Warum er heute vehement gegen Leihmutterschaft kämpft.

Annika Ross: Mirko, Sie haben darum gebeten, dieses Interview anonym führen zu können. Warum?

Wer sich gegen die Leihmutter-Lobby stellt, lebt gefährlich. Ich habe Verschwiegenheits-Erklärungen unterschreiben müssen, als ich ein Kind in den USA kaufen wollte. Einen Rechtsstreit mit einem Star-Anwalt aus Kalifornien kann ich mir finanziell nicht leisten.

Wie sind Sie überhaupt auf die Idee gekommen, ein Kind zu kaufen?

Mein Freund und ich haben immer mal von Prominenten wie zum Beispiel Elton John gehört, die ein Kind von einer Leihmutter haben. Plötzlich fing es auch bei uns im Freundeskreis an, es gab die ersten schwulen Paare mit Kind. Dann waren wir zu einem Geburtstag eines Freundes eingeladen. Dort war ein Paar, das gerade ein Kind in Auftrag gegeben hat. Die zwei Männer waren die Stars dieses Geburtstags, wir alle hingen an ihren Lippen. Erst im Nachhinein begriff ich: Die zwei haben gezielt Werbung für Leihmutterschaft gemacht.

Wie kommen Sie darauf?

Erstmal war da die Vorbild-Wirkung. Es waren zwei absolute Vorzeige-Schwule. Gutaussehend, Gutverdiener, eloquent, sympathisch. Sie haben Telefonnummern verteilt, auf Agenturen und Bücher hingewiesen. Mein Freund und ich waren ganz angefixt von der Idee. Als ich mit 16 meine Coming-Out-Phase hatte, war es durchaus schmerzhaft für mich, zu begreifen, dass ich niemals Vater sein werde. Ich komme aus einer liebevollen Familie. Ich wäre gern Papa geworden. Und dann öffnete sich da auf einmal dieser Weg, der mir zunächst modern und sehr progressiv erschien.

Und wie ging es weiter?

Wir haben uns bei den Leihmutterschafts-Agenturen informiert. Wir sind in die vielen Foren und Chatgruppen von schwulen Vätern reingerutscht. Ich habe mich mit Männern aus Los Angeles ausgetauscht, als wäre es um die Ecke. So viele neue interessante Leute, eine neue schwule Community.

Natürlich haben auch viele Hetero-Paare Leihmütter.

Es heißt, die Kindkäufer sind zu 60 Prozent Heterosexuelle und zu 40 Prozent Homosexuelle. Ich will hier gar nicht die schwule Szene angreifen. Es gibt auch viele Schwule, die finden, Leihmutterschaft geht gar nicht. Und das gut situierte Hetero-Pärchen, das sich ein Kind in der Ukraine kauft, finde ich genauso fürchterlich wie das schwule Paar, das in den USA shoppen geht. Die USA sind für Schwule erste Wahl, weil Rechtssicherheit garantiert wird. In Länder wie die Ukraine, Russland oder Griechenland gehen eher die Hetero-Paare, weil Homosexualität dort noch ein Problem ist. Es soll aber auch viele schwule Männer geben, die mit ihrer besten Freundin hinfahren und sich als Hetero-Paar ausgeben, weil Leihmutterschaft in diesen Ländern einfach viel billiger ist. 

Sie rutschten also in diese Szene rein. Trifft die sich auch real?

Ja, rund um Kinderwunschmessen finden auch immer Treffen für schwule Paare statt. Leute aus den Kliniken, Ärzte sind dann vor Ort und all diese schrecklich netten gutaussehenden MitarbeiterInnen der Agenturen, die dir helfen wollen „to make your dream come true“. „Love is Love“ ist das Motto. Die schaffen es, das Ganze als Fortschritt zu verkaufen. Und dann sind natürlich die „Men Having Babys“. Die Organisation hat um die 15.000 Mitglieder und veranstaltet weltweit Konferenzen für Leihmutterschaft. Da geht es ganz konkret um die Finanzierung und um Versicherungsaspekte, ja sogar um Rabatte. Ende April findet wieder eine in Berlin statt. Da trifft sich dann die Szene. Ich frage mich an dieser Stelle, warum Ärztinnen, die Schwangerschaftsabbrüche auf ihrer Homepage anbieten, verklagt werden können, Organisationen wie die „Men Having Babys“ aber für etwas höchstkommerziell werben dürfen, das in Deutschland verboten ist. Angepeilt wird wahrscheinlich die für Agenturen höchst lukrative Leihmutterschaft in den USA. Es werden die Besserverdiener umworben. Normalverdiener können sich das in der Tat kaum leisten, zumindest keine Kinder aus den USA. Die Kunden sind Anwälte, Fernseh-Produzenten, Ärzte, Notare. Power-Couples. Ein Kind aus einer Leihmutterschaft ist auch eine Trophäe. Ein schwules Paar, das eins hat, signalisiert: Hier, wir können uns das leisten.

Was wurde Ihnen über die Leihmütter erzählt?

Es hieß, viele wollen helfen und seien einfach gerne schwanger. An erste Stelle wird immer der Hilfsgedanke gestellt. Es wird erzählt, viele der Leihmütter hätten einen schwulen Bruder und seien so auf die Idee gekommen. Oder – und das finde ich besonders perfide –, dass es oft Frauen seien, die abgetrieben hätten und die Sache so für sich wieder gut machen wollen. Außerdem wäre es ja empowernd für uns alle, so als Gesellschaft. Und das Geld sei eigentlich nur Kompensation für die Schmerzen. Die Leihmutter wird meist „angel“ genannt. „Oh, she is such an angel!“

Ah ja.

Es fällt nie das Wort money. Es heißt: „We received your funds“. Es heißt auch nicht „contract“, sondern „agreement“. Alle sind auf einer „Journey“, die Leihmutter ist auf ihrer „Journey“, wir schwulen Väter sind auf unserer „Journey“. Dazu sind wir noch „stunning“ und „brave“, weil wir ja „Pioneers“ sind.

Wie hat eigentlich Ihr Umfeld reagiert, als Sie noch ein Kind planten?

Das habe ich da lange rausgehalten. Aber die gesamte schwule Szene war auf einmal total pro Leihmutterschaft. Es gab diese Kinderbücher, das „Regenbogen-Väterbuch“ zum Beispiel, oder „Papi, hast du ein Baby im Bauch?“. Es gab die Siegessäulen-Aktion „Bildet Banden“ für queere Familien. Schwule Paare mit einem Leihmutter-Kind saßen plötzlich in den Talkshows – und niemand fand das fragwürdig. Im Gegenteil, es gab Moderatorinnen, die sich über das „veraltete Embryonenschutzgesetz“ lustig gemacht haben. Die Medien berichten bis heute kaum kritisch. Fast alle wollen die hippe Regenbogen-Geschichte erzählen. Und das, obwohl Leihmutterschaft doch in Deutschland verboten ist.

Wie sind Sie denn mit dem Verbot umgegangen?

Ich würde sagen, in Wahrheit haben alle deswegen Bauchschmerzen. Was passiert, wenn was schiefgeht? Wenn wir die Papiere nicht bekommen? Wenn die Leihmutter das Kind nicht rausrücken will? Wenn das Geld nicht reicht? Was, wenn das Baby auf der Intensivstation landet? Denn dort landen fast alle Säuglinge aus einer Leihmutterschaft, weil der Prozess mit den Hormonbehandlungen und den oftmals fremden Eizellen eine große Belastung für Mutter und Kind sind. Aber die schwulen Vorzeige-Väter und Agentur-MitarbeiterInnen wischen alle Bedenken weg. Wer zu viel Bedenken äußert, der kriegt auch plötzlich Druck zu spüren.

Welche Art von Druck?

In erster Linie „finanzieller“. Ich wusste, ich muss um die 150.000 Euro einplanen. Und man kann ja nicht eben zur Bank gehen und sagen, ich würde gern ein Kind kaufen. Viele aus unserem Bekanntenkreis haben ihre Kinder in den Hausbau mit reingerechnet. Dann gab’s den Kamin halt gar nicht. Mein Freund und ich haben auch einen Kredit aufgenommen und so viel wie möglich nebenher gearbeitet. Dieser permanente finanzielle Druck verstellt einem auch das Gefühl für ethische Fragen. Ständig musst du Entscheidungen treffen. Willst du nochmal ein Screening, ob mit dem Kind alles ok ist? Soll die Leihmutter noch eine Fruchtwasser-Untersuchung machen? Etc. etc.

Wann kamen bei Ihnen denn die ersten Bedenken auf?

Ich hatte zum Beispiel auch einen netten Kontakt zu einem Spanier, der eine Agentur für Leihmutterschaft aufgemacht hat. Plötzlich rief er an und wollte mir eine „Flatrate-Aktion“ andrehen. Nur 20.000 Dollar für die Agentur, für uns exklusiv, wir müssten uns nur schnell entscheiden. Da dämmerte mir zum ersten Mal, dass das nicht richtig ist, was wir da vorhaben. Und einmal hat eine Leihmutter ein Foto bei Facebook gepostet, wie sie mit ihren anderen Kindern in einem Freizeitpark war und Achterbahn gefahren ist. Das war der Aufreger des Abends. „Die soll mit unserem Embryo im Bauch aus der Achterbahn raus, was fällt der ein?!“ echauffierten sich die Kaufeltern. „Da muss die Agentur ran!“ Wenn etwas nicht läuft, werden von der Agentur sofort Zahlungen minimiert oder eingestellt. Laufende Zahlungen von 200 bis 300 Dollar monatlich sind üblich. Mir ist mehr und mehr aufgefallen, wie abschätzig über die Leihmutter gesprochen wurde, wie rau der Ton generell wurde. Mein Freund und ich hatten nur noch Streit. Wir haben uns letztendlich darüber verloren. Auch ich habe mich zum Schlechteren verändert. Auch ich bin rau geworden.

Wann haben Sie die Reißleine gezogen?

Ich saß per Skype vor diesem Arzt in einer Klinik an der Ostküste. Er hatte sein Häubchen auf, das Stethoskop um den Hals, sah aus wie frisch aus dem OP. Er fing direkt an von „Family Balancing“ und „Gender Selection“ zu reden. Wir sollten uns entscheiden, ob wir einen Jungen oder ein Mädchen wollen und wie viele Embryonen wir einfrieren lassen wollen für weitere Geschwister. Ob wir schon wüssten, wo wir das Nabelschnurblut einfrieren lassen wollten. Wir sollten so richtig abgeschöpft werden.

Wenn es zum Geschäftlichen kommt, wird Klartext geredet?

In der Tat. Und bei Kritik. Ich habe angefangen, Fragen zu stellen und habe mir die Gegner von Leihmutterschaft angeschaut, zum Beispiel in dem Netzwerk „Stop Surrogacy Now“. Ich dachte erst, da sind evangelikale Lebensrechtler am Werk. Aber was ich gefunden habe, waren gute Argumente. Die habe ich übrigens auch in EMMA gefunden. Und dann war Schluss für mich. Ich habe die Babysachen, die wir schon hatten, verkauft und einen Schlussstrich unter meinen Kinderwunsch gezogen. Ein Wunsch gibt kein Recht, einen anderen Menschen so auszubeuten.

Und warum kämpfen Sie nun regelrecht gegen Leihmutterschaft?

Weil ich mich für das, was ich da vorhatte, heute schäme. Leihmutterschaft ist ein Verstoß gegen die Menschlichkeit. Es geht nicht um glückliche Familien. Es ist Menschenhandel, mit dem Milliarden verdient werden. Ich will, dass Menschen, egal ob homo oder hetero, auch die reale Seite von Leihmutterschaft sehen. Da werden zwei Menschen zu Ware gemacht. Mutter und Kind. Noch dazu kommt eine Frau, die ihre Eizellen verkauft und damit auch ihre Gesundheit aufs Spiel setzt. Die Leihmütter verkaufen ihren Körper, sie unterschreiben Schweige-Verträge, sie verpflichten sich zu Hormonbehandlungen, dutzenden Untersuchungen. Wird das Kind behindert, müssen sie es abtreiben. Werden es Mehrlinge und die Kaufeltern wollen nur eines, werden die restlichen Föten auch abgetrieben.

Wollen manche Leihmütter das Kind am Ende nicht hergeben?

Ja, das passiert sicherlich oft, das soll die Kundschaft aber nicht mitbekommen. Die Leihmütter müssen das Kind hergeben, aus dem Vertrag kommen sie nicht mehr raus. Sie haben ja auch Erklärungen zum Stillschweigen unterschrieben und dürfen ihre Geschichte nicht offen erzählen. Und sobald das Baby aus ihrem Bauch raus ist, interessiert sich kein Schwein mehr für sie. In Indien ist das ganz extrem, in den USA gibt es manchmal noch eine Art Nanny oder „Tummy-Mommie“- Kontakt, was in erster Linie den Industrie-Charakter der Kinderproduktion verschleiern soll. Diese Vorgehensweise ist zutiefst kolonialistisch. Wie kann eine bürgerliche Linke da denken, Leihmutterschaft hätte auch nur im Geringsten etwas mit „Empowerment“ zu tun?

Die Leihmütter stehen ja auch nie im Fokus. Nur Kaufeltern und die süßen Babys.

Niemand denkt an die Leihmütter! Diese Frauen stehen doch auch nie für sich allein. Oft haben sie Kinder, die wissen wollen, was mit dem Baby im Bauch, ihrem Geschwisterchen, passiert ist. Sie haben Eltern, die es nicht gut finden, wenn die eigene Tochter ihr Baby verkauft. Sie haben Nachbarn, Arbeitgeber, Freunde, die Fragen stellen. Nicht selten gibt es Probleme mit dem Ehemann. In vielen Foren schildern Leihmütter, wie sie mit ihrem Leben nach dem Verkauf des Kindes nicht mehr klarkommen.

Ihr Unbehagen stieg also?

Wenn man einmal etwas zur Ware macht, dann greifen auch alle warenähnlichen Mechanismen. Oh, das Kind hat Down-Syndrom? – Na, dann wollen wir es aber leider nicht. Ein Mädchen? Wir hatten aber einen Jungen bestellt. Zwillinge? Wir wollen nur ein Kind. Wie können wir es als Gesellschaft akzeptieren, dass ein Mensch so verdealt wird? Ich frage mich auch, wie man das später seinem Kind erklärt. Ja, du hast uns 200.000 Euro gekostet und die Frau, die dich geboren hat, mit der haben wir nichts zu tun. Was ist das für ein Menschenbild? Ich wundere mich auch, dass die deutsche Schwulenbewegung nichts dazu sagt. Was sagt denn ein Rosa von Praunheim dazu? Oder ein Martin Dannecker?

Was glauben Sie, warum die nichts sagen?

Ich glaube, es ist wie bei so vielen Themen gerade. Woke zu sein gibt die Agenda vor. Niemand möchte sich als Andersdenkender aus dem Fenster hängen. Überall wird der Regenbogen aufgezogen, quasi als Flagge der Guten. Deswegen überschneidet sich mittlerweile auch die Lobby für Leihmutterschaft mit der Transgender-Lobby. Anything goes. Wo bleibt die Diskussion? Wo bleiben die Argumente? Es reicht nicht „Love is Love“ zu sagen und damit jede Diskussion im Keim zu ersticken. Ich erschrecke mich jedes Mal über diese Dreistigkeit.

Was genau meinen Sie?

Zum einen die Dreistigkeit, generell auf Argumente zu verzichten und jede Kritik für unzulässig zu erklären. Da ziehen sich plötzlich Transfrauen Frauenquotenplätze rein, holen sich Goldmedaillen im Frauensport oder erklären sich zur schönsten Frau der Welt – und die anderen Frauen stehen lächelnd daneben. Viele Trans- Aktivisten verbitten sich empört jede Art von Diskriminierung, aber sie selbst diskriminieren Frauen auf Teufel komm raus. Ich verstehe auch die Frauen nicht. Warum lasst ihr euch das alles abjagen? Manchmal kommt es mir so vor, als wäre der Gejagte zum Jäger geworden. Lange waren wir die ‚schwule Sau‘, jetzt kommt die große Rache. Letzten Endes ist das auch eine toxische Männlichkeit. Na, und ob wir vorm Supermarkt die Regenbogenfahne flaggen! Und ob wir uns ein Kind kaufen können! Ich will das nicht. Nicht im Namen meiner Homosexualität. Ich will andere Menschen nicht entmenschlichen.“

https://www.emma.de/artikel/ich-haette-beinahe-ein-kind-gekauft-340889

 

Die Würde des Menschen ist antastbar

 

Nach den vorhergehenden Berichten möge mensch sich die Frage nach der Würde der Mutter (also der „austragenden Person“) stellen. Oder nach der Würde des Kindes oder gar nach der Würde des ungeborenen Lebens. Oder auch nach der Würde des armen gegenüber dem reichen Menschen.

 

Johannes Brantl: „Die kinderwunscherfüllende Medizin ist in weiten Teilen ein knallhartes Geschäft, das wie kein anderer Zweig der modernen Medizin mit dem Verlust von Menschenleben verbunden ist. Schließlich kommt es im Zuge der Behandlung regelmäßig zu Problemen bei der Einnistung der in-vitro-gezeugten Embryonen in den Uterus der Frau oder zu Spontanaborten bzw. Fehlgeburten. Schon hier stellt sich die Frage, ob es ethisch zu rechtfertigen ist, wenn die Erfüllung des Kinderwunsches an ein derart hohes Gefahrenpotenzial für das Leben so vieler Menschen im embryonalen Entwicklungsstand gekoppelt ist.

Aber auch sonst bringt die Fruchtbarkeitsmedizin ein nicht geringes Maß an physischen und psychischen Risiken bzw. Belastungen – insbesondere für die beteiligten Frauen – mit sich. Während in Deutschland sowohl Eizellspende als auch Leihmutterschaft verboten sind, lassen weltweit viele Länder kommerzielle oder auch "altruistische" Formen dieser Praktiken zu. Bewusst ist hier die Rede von Altruismus in Anführungszeichen gesetzt, weil es kaum möglich ist, tatsächlich eine "altruistische Leihmutterschaft" von einer "kommerziellen Leihmutterschaft" exakt abzugrenzen. Nicht selten sind nämlich auch mehr oder weniger "altruistische Leihmutterschaften" mit gewissen "Aufwandsentschädigungen" oder Geschenken als Dank für den erwiesenen Dienst verbunden.

Freiwillige, auf Augenhöhe stattfindende und kaum mit finanziellen Interessen verbundene Leihmutterschaften, wie sie von Reproduktionsmedizinern, Politikern und auch Ethikern immer wieder als Modell für Deutschland ins Spiel gebracht werden, sind in der Praxis absolute Ausnahmen.

In Großbritannien beispielsweise wird die "altruistische" Leihmutterschaft mit einer Aufwandsentschädigung von ca. 20.000 Pfund abgegolten. Trotzdem ist die Bereitschaft von Britinnen relativ gering, die Strapazen und Risiken einer Schwangerschaft und Geburt zur Erfüllung des Kinderwunsches fremder Personen auf sich zu nehmen. Viele weichen daher nach wie vor auf andere Länder aus, in denen es kommerzielle Angebote gibt (in Europa etwa in Spanien, Tschechien und in der Ukraine) und ein größeres Wohlstandsgefälle die "Dienstleistung" ärmerer Frauen für zahlungskräftigere Personen begünstigt.

Freiwillige, auf Augenhöhe stattfindende und kaum mit finanziellen Interessen verbundene Leihmutterschaften, wie sie von Reproduktionsmedizinern, Politikern und auch Ethikern immer wieder als Modell für Deutschland ins Spiel gebracht werden, sind in der Praxis absolute Ausnahmen. Deshalb dürfte eine Legalisierung von "altruistischer Leihmutterschaft" hierzulande den Bedarf der Fortpflanzungsmedizin kaum decken können. Das Anliegen einer verantwortungsvollen Ethik und einer an den Menschenrechten orientierten Rechtskultur sollte es daher weit mehr sein, sich Gedanken darüber zu machen, wie man den ausufernden transnationalen Markt medizinisch assistierter Reproduktion einhegen und tatsächlich der Ausnutzung von Frauen unter dem Deckmantel reproduktiver Selbstbestimmung entgegenwirken kann.

Dass auf dem Gebiet der Fortpflanzungsmedizin so sehr mit beschönigenden Begriffen und Verharmlosungen operiert wird, müsste allein schon allen intelligenten und feinfühligen Zeitgenossen zu denken geben.

Überhaupt stellt sich die Frage, ob es nicht längst angebracht wäre, die zwar etablierten, aber eigentlich unzutreffenden und den tatsächlichen Sachverhalt verschleiernden Begriffe wie Samenspende, Eizellspende und Leihmutterschaft durch andere Termini wie "bezahlte Samenabgabe", "bezahlte Eizellabgabe" und "bezahlte Schwangerschaft" zu ersetzen. Denn dass auf dem Gebiet der Fortpflanzungsmedizin so sehr mit beschönigenden Begriffen und Verharmlosungen operiert wird, müsste allein schon allen intelligenten und feinfühligen Zeitgenossen zu denken geben …

Grundsätzlich bleibt beim Thema "bezahlte Schwangerschaft" zu bedenken, dass es hier nicht um einen rein technisch-biologischen Vorgang geht, den auch ein beliebiger "Brutapparat" oder eine "Gebärmaschine" übernehmen könnten. Denn zwischen Mutter und Kind entwickeln sich schon während der Zeit der Schwangerschaft Beziehungen, die für das Gedeihen des Kindes von grundlegender Bedeutung sind. Eine Frau, die sich darauf einstellen soll, das Kind nach der Geburt abzugeben, muss um des eigenen emotionellen Selbstschutzes willen eine solche Beziehung blockieren, wobei Schäden für das Kind und seelische Belastungen für die Mutter nicht unwahrscheinlich sind. Aus diesem Grund ist eine Schwangerschaft, in der von vornherein diese grundlegende personale Beziehung zwischen Mutter und Kind ausgeschlossen ist, mehr als problematisch …

Das ganze Setting rund um die bezahlte Schwangerschaft ist eine Form von Ausbeutung. Die Praxis zeigt übrigens auch immer wieder, dass es einerseits Fälle gibt, in denen sich die Eltern weigern, das Kind anzunehmen, weil es Defekte irgendwelcher Art hatte; in anderen Fällen wiederum ist es die Leihmutter, die sich weigert, das Kind nach der Geburt herzugeben, weil sie natürlicherweise zum Kind eine mütterliche Beziehung entwickelt hat.

Mit der bezahlten Schwangerschaft und ebenso mit der bezahlten Eizellabgabe bzw. Samenabgabe wird im Grunde der Kern des Menschlichen, nämlich die Weitergabe des menschlichen Lebens, käuflich. Und – wie es ja auch der gängige Begriff der "Reproduktionsmedizin" nahelegt – der Mensch läuft Gefahr, immer mehr als ein "Produkt" im wahrsten Sinne des Wortes gesehen zu werden. Als ein Produkt, das letztlich ein Resultat unseres menschlichen Wünschens, Kalkulierens und Machens, ein Objekt der Verfügung, der Kontrolle und eben auch ein Gegenstand von Dienstleistungsverträgen ist.“

https://www.herder.de/communio/gesellschaft/was-fuer-das-verbot-der-leihmutterschaft-spricht-keine-schoenfaerberei-bitte/

 

Anna Diouf: „Kein Wort erfährt man hier über die gesundheitlichen Risiken, die junge Frauen eingehen, die ihre Eizellen verkaufen, um ihr Studium zu finanzieren. Kein Wort über die höhere Wahrscheinlichkeit von Komplikationen während der Schwangerschaft und unter der Geburt, wenn den Leihmüttern per IVF-erzeugte, genetisch fremde befruchtete Eizellen eingesetzt werden; kein Wort über die hohe Rate an Fehlgeburten.

Ebenso wenig wird hier über organisierte Kriminalität und Menschenhandel im Rahmen von Leihmutterschaft gesprochen, von den Frauen, die mit Versprechungen in fremde Länder gelockt und dort festgehalten werden, und an denen man Hormonbehandlungen vornimmt, oder gar über Pädophile, die sich Kinder bestellen.“

https://www.tichyseinblick.de/meinungen/streeck-leihmutterschaft-einzelfallkampagne/

 

Melanie Grün: „Als Frau und Mutter habe ich hier ein massives Störgefühl: Wo sind die Feministinnen, die wegschauen, wenn Frauen als Brutmaschinen missbraucht werden, wenn geprüft wird, ob sie gesund und robust sind, wenn sie durch ein hartes Screening müssen, Bluttests, Psychotests, Body-Maß-Index-Messung? Manchmal sind es Frauen, die das Geld schlicht brauchen. Es ist ein Business, das gerne einen ideologischen Zuckerguss bekommt. Die Zeitschrift Emma schreibt, es sei „Babykauf“. Von all den Hollywood-Müttern, die zu eitel oder zu alt sind, um ein Kind auszutragen, und sich deshalb mit einer Leihmutter behelfen, wollen wir gar nicht erst anfangen. Die sagen es wenigstens offen …

Ich selbst habe zwei Kinder geboren. Der Gedanke, dass mir nach 20 Stunden Wehen zwei geduschte und gestylte Männer den Säugling wegnehmen, der 40 Wochen lang in meinem Bauch wuchs, der nur meinen Herzschlag kannte – der ist schwer erträglich.“

https://nius.de/kommentar/virologe-hendrik-streeck-leihmutterschaft-idaho-usa-regenbogen-propaganda

 

Das fragwürdige Verhalten von Hendrick Streeck und Paul Zubeil

 

Dass Hendrick Streeck in der Regierung und im Gesundheits-Ausschuss tätig ist, in dem er das Gesetz und seine Partei vertritt, welche für ein striktes „Leihmutter“-Verbot ist – dann aber (weil er es kann) deutsches Gesetz aushebelt, indem er ein Kind bestellt, bezahlt und nach Deutschland bringt, ist schon sehr fragwürdig.

Unabhängig davon: Die beiden Herren unterstützen für ihr vermeintliches Glück einen unmoralischen Geschäfts-Komplex und stürzen potentiell die austragende Person ins psychische Unglück.

Wie wird es dem Kind ergehen? Es wird wahrscheinlich liebende „Eltern“ und finanziell keine größeren Probleme haben. Dies sind nicht die schlechtesten Voraussetzungen.

Aber es wird Fragen stellen: Wer ist die Frau, von der ich genetischer Nachkomme bin, wer ist die austragende Person, die mich nach der Geburt weggeben musste? Wie ging es ihr damit, wie geht es ihr heute?

Fragen, die nie beantwortet werden.

Ein Aspekt, der öffentlich kaum eine Rolle spielt, ist das Alter: Paul Zubeil und Hendrick Streeck könnten locker (vom Alter her) die „Großeltern“ sein. Je älter die Erziehenden, umso weiter entfernt ist deren Lebens-Realität von der des Kindes. Jetzt sind sie noch 48 bzw. 50 Jahre alt – wenn das Kind um die 10 Jahre alt ist und in der Öffentlichkeit auftritt, etwa im Sport oder im musischen Bereich, werden zwei 60jährige ihm bewundernd bei seiner Tätigkeit zusehen.

Was werden die anderen Kinder dazu sagen?

Wenn es um die 20 Jahre alt ist, wird es mit zwei 70jährigen zu tun haben.

Bei Streitigkeiten wird ihm möglicherweise sein hoher Kauf-Preis vorgeworfen („Jetzt haben wir soviel für Dich bezahlt und dann solch ein Benehmen“).

Natürlich wollen sie, dass es „ihrem“ Kind gut geht – aber Sinn und Zweck des Ganzen ist definitiv nicht das Wohl des Kindes, sondern ihr eigenes Wohl.

Letztendlich ist ihr Benehmen egoistisch und unverantwortlich.

 

Moralische Grundsätze verwerfen, weil andere mitmachen?

 

In Deutschland und in anderen Ländern ist bezahlte Schwangerschaft verboten. Doch was nutzt das, wenn diese in anderen Ländern erlaubt ist?

Kapitulieren und auch erlauben? Oder auf ein weltweites Verbot oder zumindest moralische Ächtung hinarbeiten?

 

Anna Diouf: „Die demonstrative Umgehung deutschen Rechts soll zeigen, dass Widerspruch zwecklos ist. Dabei formiert sich der Widerstand gegen Leihmutterschaft gerade erst international – und bleibt keineswegs wirkungslos …

Politik als gefühlsbetonte Einzelfallkampagne zur Durchsetzung der Ziele von Interessengruppen. Diese Herangehensweise zeigt sich nun auch in der Causa Streeck.

Leihmutterschaft ist in Deutschland verboten. Allerdings streben Lobbyisten danach, dies zu ändern. Und sie können erste Erfolge verbuchen. Die Frauen Union etwa will das strikte Verbot der Eizellspende lockern. Natürlich nur im eng eingegrenzten Einzelnotfall! Und gerade da macht ganz zufällig die Nachricht die Runde, dass ein homosexueller CDU-Politiker mit seinem Partner im „Babyglück“, so die Bild, schwelgt …

Die Dynamik, die sich nun entfaltet, ist jedoch unabhängig von Streeck selbst: Sie wirft die Frage auf, wer es denn wagen darf, einem Menschen das Familienglück zu versagen. Emotionalisierung als Hebel, um den gesellschaftlichen Diskurs zu steuern.

Das funktioniert hervorragend: Wir sollen nicht über das Kindeswohl sprechen, über das Recht auf Identität und Herkunft, über den Schutz vor Missbrauch oder den Schutz von Frauen vor Ausbeutung. Wir sollen hingegen überzeugt werden von der Machbarkeit von Familie, und davon, dass jeder alles haben kann und darf, was er will …

Denn Leihmutterschaft ist vor allem eines: Ein milliardenschweres globales Business. Es stehen knallharte monetäre Interessen hinter dem Geschäft, das als Dienst an Kinderlosen verkauft wird.

Die Agenturen wandern über den Globus, auf der Suche nach gesetzlichen Lücken und ungeregelten Märkten, um sich immer dort niederzulassen, wo die Hürden am niedrigsten und die Frauen am verfügbarsten sind. Wird Leihmutterschaft in einem Land verboten, zieht die Industrie in ein anderes weiter.

Dasselbe gilt für die Kunden.

Wer viel Geld hat, leistet sich ein Kind aus den USA für eine Viertelmillion Dollar, der Ferrari unter den Kindern, sozusagen. Wer weniger hat, macht entsprechende Abstriche: Vielleicht lässt man die Leihmutter aus Mexiko einfliegen oder transportiert den Embryo nach Kolumbien; vielleicht schaut man sich gleich in einem kostengünstigeren europäischen Land um …

Auch sogenannte altruistische Leihmutterschaft ist ein Geschäftsmodell, nur erhalten die beteiligten Frauen kein Honorar, sondern lediglich „Entschädigungen“. Dies bedeutet einerseits, dass die Zahlungen an die Frauen häufig niedriger ausfallen als bei offen kommerziellen Modellen, andererseits wird das Honorar schlicht als Entschädigung deklariert. Jegliche Form der Lockerung eines Verbots dient also als Einfallstor fürs Geschäft mit dem Kind.

Mit der Casablanca-Deklaration von 2023 wurde jedoch das Ziel der internationalen Ächtung und Abschaffung von Leihmutterschaft ausgegeben.

In den letzten Jahren haben unter anderem Indien, Griechenland aber auch Russland ihre Gesetze verschärft. Die Slowakei hat Leihmutterschaft verboten, Chile steht kurz vor einem Verbot.

Italien unterbindet das, was in Deutschland möglich ist, indem der Kinderkauf den eigenen Staatsbürgern auch im Ausland untersagt ist …

Doch erst vor vierzig Jahren wurde überhaupt das erste Kind durch Leihmutterschaft geboren – damals noch in „traditioneller“ Form: die leibliche und genetische Mutter gab ihr Kind ab. Das komplexe vordergründige Netzwerk aus Agenturen, Kliniken und Kanzleien besteht also erst seit wenigen Jahrzehnten, ebenso wie die kriminellen Strukturen, die vor allem im globalen Süden operieren.

Es ist also nicht verwunderlich, dass sich der Widerstand erst formiert, dass Länder ohne Regelungen jetzt erst beginnen, Gesetze zu implementieren. Es ist also nicht zu spät, gegen Leihmutterschaft vorzugehen, sondern lediglich höchste Zeit.

Das fordert auch die UN-Sonderberichterstatterin für Gewalt gegen Frauen. Reem Alsalem hat einen Bericht über Leihmutterschaft vorgelegt und wendet sich mit unüblich klaren Worten gegen diese Praxis.

Auch Sklaverei oder Folter sind international geächtet. Das bedeutet nicht, dass sie nicht im illegalen Rahmen weiterhin betrieben würden. Aber zumindest werden sie weder erlaubt noch gefördert, noch mit einem sauberen Image versehen.

Ebenso wenig käme jemand auf die Idee, Zwangsprostitution zu erlauben, weil die Freier ja ohnehin nach Thailand fliegen.

Die mediale Hochglanzinszenierung erkauften Familienglücks, wie sie in den USA bereits üblich ist, und nun auch hierzulande Einzug hält, erhärtet den Eindruck, dass der Widerstand gegen eine intuitiv als unmoralisch begriffene Praxis gebrochen werden soll. Durch Emotionalisierung, Normalisierung und durch eine manipulative Machtdemonstration, die nationale Gesetzgebung als wirkungslos vorführt.“ 

https://www.tichyseinblick.de/meinungen/streeck-leihmutterschaft-einzelfallkampagne/

 

 

Ich bin Philanthrop, Demokrat und Atheist. Rupert Regenwurm

 

 

Das Böse verlachen

- Satire, Realsatire, ernst Gemeintes -

 

Wochenkommentar von Ferdinand Wegscheider | 18.04.

Im neuen Wochenkommentar geht es heute um das Glück, in einem Operettenstaat zu leben - und damit alle Krisen dieser Welt besser zu überstehen.

https://www.servustv.com/aktuelles/v/aadtelbgq9heycik9p1j/

 

HateAid weint um staatliche Finanzierung

 

 

https://www.youtube.com/watch?v=KaKs4-nFvic

 

Hasstalavista - Serdar reagiert auf Selenskij

 

 

https://www.youtube.com/watch?v=EhYsFkOjh78

 

Hasstalavista - Serdar reagiert auf Timmy den Hund

 

 

https://www.youtube.com/watch?v=51VRobnt4UE

 

Hasstalavista - Serdar reagiert auf N-Vergleich

 

 

https://www.youtube.com/watch?v=6DJ7DkexG9g

 

Simone Solga: Wir sind Timmy! | Folge 212

 

 

https://www.youtube.com/watch?v=TRv0hzWheBE

 

Lachgas für ALLE | Steimles Aktuelle Kamera #226

 

 

https://www.youtube.com/watch?v=d56B3sUxuuw

 

HallMack  Aktuelle Kamera 203 - Beunruhigende Entwicklung

 

 

https://www.frei3.de/post/254ac561-c7b1-407a-afd4-3146228c9060

 

HallMack  Aktuelle Kamera 204 - Verzicht ist Pflicht

 

 

https://www.frei3.de/post/08c2c455-db07-46d2-b8cf-5e4bda813e14

 

Quote erfüllt ??

 

 

https://www.youtube.com/watch?v=yHbHS4_bLIM

 

Friedrich Merz ist soo geil und so beliebt !!

https://www.youtube.com/watch?v=1d8CkoRNDec

 

Der Rassismus in Südafrika eskaliert !!

https://www.youtube.com/watch?v=xP4LM6nw420