Der Mensch hinter dem Wurm: Wer ich bin und was ich will

 

Für wen werden die Wurm-Beiträge geschrieben?

 

Ausschließlich für mich selbst. Jeder einzelne Beitrag bringt mich weiter. Ich erhalte neue Erkenntnisse und lese wunderbare Bücher und Texte, die ich sonst nicht gelesen hätte. Meine Erkenntnisse stelle ich öffentlich zur Verfügung. Wenn andere mit dem ein oder anderen Beitrag etwas anfangen können, würde mich das freuen. Wenn sich auch sonst keiner freuen sollte – ich tue es auf jeden Fall.

 

Wer schreibt die Wurm-Beiträge? Gibt es Helfer?

 

Die Beiträge schreibe ich selbst. Eine große Stütze ist meine Lebensgefährtin, die soziologisch wesentlich besser ist als ich es bin. Ab und zu bekomme ich von anderen Lesern Hinweise oder dadaistische Texte.

 

Welches sind die Ziele des Wurms?

 

Der Wurm will wiederkehrende Muster im Verhalten des Menschen erkennen. Vor allem die Widersprüche sind interessant: wie stellt sich der Mensch dar und wie ist er tatsächlich? Wo lügt er, um seine Mitmenschen zu beeinflussen und warum glauben die meisten alles, was ihnen erzählt wird?

Weitere Punkte: wo kommen Entwicklungen her, wo führen sie hin?

Ob aktuelle Ereignisse, Gedenktage, neue Filme im Kino, Bedeutendes im Fernsehen, neue Bücher, neue Studien oder aktuelle Vorträge als Anlass dienen: alle Themen gehen der Frage nach, wie sich der Mensch bzw. bestimmte Gruppen des Menschen verhalten. Die Frage nach den Strukturen bzw. wiederkehrenden Mustern: bei gleichen Randbedingungen verhalten sich die Menschen gleich. Wie verhalten sie sich, wenn welche Randbedingungen in welcher Richtung geändert werden?

 

War der Wurm von Anfang an so geplant?

 

Nein. Zuerst wollte ich 1x in der Woche irgend ein aktuelles Ereignis abseits des Geschehens aufgreifen und in Form einer Glosse kommentieren. Der erste Wurm, „Der Berg ruft“, erinnert an die Anfänge.

Sehr schnell bin ich dann auf Themen gestoßen, die mich interessierten und über die ich mehr wissen wollte.

Mit der Zeit gab es mehr Links, mehr und mehr wurde aus diesen Links zitiert, die Beiträge wurden länger, ab und zu werden Fotos integriert, seit April 2016 gibt es am Schluss der meisten Beiträge dadaistische Texte und Bilder.

 

Was hat es mit Dada auf sich?

 

Zu 100 Jahre Dadaismus gab es einen Beitrag zu eben diesem mit dem für mich überraschenden Resultat, dass ich den Dadaismus seitdem für nicht viel mehr als eine Luftnummer halte. Und da ich recht viele dadaistische Fotos von so beabsichtigten (oder auch nicht) Motiven habe, wollte ich diese als Zugabe zu den künftigen Beiträgen einstellen.

 

Warum ist der Wurm so negativ?

 

Wenn die Menschen ausschließlich gut wären und sich daran hielten, bräuchte sich der Wurm keine Gedanken zu machen. Deshalb häufig negative Sachen.

Der Wurm spendet aber auch Trost: ein Problem kann nur dann gelöst werden, wenn es klar beim Namen benannt wird. Wenn der Wurm dies anspricht und zahlreiche Links gibt, zeigt das, dass sich doch einige Menschen um die Lösung des Problems Gedanken machen.

Der Wurm hat sich aber auch schon recht häufig äußerst positiv über bestimmte Menschen oder Sachverhalte geäußert.

So wurden die besprochenen Filme ca. zu 1/3 positiv bewertet, ca. 1/3 neutral und ca. 1/3 negativ.

 

Wie werden die Themen ausgewählt?

 

Das jeweilige Thema muss mich interessieren, sollte nicht schon früher behandelt worden sein. Wenn es eine einmalige Sache ist, hat das Thema größere Chancen, behandelt zu werden; ansonsten wird es aufgeschoben, bis es nicht mehr geht („Die siechen Griechen“ oder „Der Gefangene von Landsberg“ gehören etwa dazu).

Zu meiner Überraschung gibt es keinen Mangel an zu behandelnden Themen, so dass es mir manchmal tief in meiner Seele weh tut, ein bestimmtes Thema nicht behandeln zu können.

 

Gibt es eine bestimmte Herangehensweise? Ist das Ergebnis schon vorher klar?

 

Nein. Meistens gehe ich neutral an eine Sache ran. Wenn ich vorher schon zu einer bestimmten Tendenz tendierte, hatte ich während der Recherchen bei mehreren Themen meine Meinung gewechselt.

Es geht mir immer um die Sache. Auch dann, wenn ich bestimmte Personen oder Institutionen nicht mag. Als Beispiel dafür dient die vehemente Verteidigung von Tebartz van Elst („Flug, Lug und Betrug“).

Wenn ich jemanden bzw. dessen Werke mag, scheue ich mich nicht, Aspekte anzuführen, wo ich anderer Meinung bin wie etwa bei Rupert Neudeck („Menschen-Fischer“).

 

Gibt es Lieblings-Beiträge des Wurms?

 

Ja. Dann, wenn es um die großen Humanisten, Einzelkämpfer und die Opfer von Manipulation geht (etwa Bertha von Suttner, Jean Jaurès, Fritz Bauer, Mary Shelley).

 

Gibt es Kommentar-Möglichkeiten?

 

Ich war in meinem Leben mit genügend Alpha-Tieren konfrontiert, die sich im Besitz der alleinigen Wahrheit wähnten und nicht willens waren, sich mit anderen Meinungen auseinanderzusetzen. – Ich lege keinen Wert darauf, dieser Sorte von Mensch hier ein Forum zu bieten.

Wer möchte, kann mich gerne anschreiben und auf diese Weise seinen Kommentar abgeben bzw. mit mir diskutieren.

 

Gibt es Möglichkeiten der Mitarbeit?

 

Ich bin für alle Hinweise dankbar und freue mich über dadaistische Texte oder Bilder.

Wer selbst eine Idee hat oder einen ganzen Wurm-Beitrag schreiben möchte, kann mich gerne kontaktieren. Oder etwas illustrieren möchte - vielleicht gibt’s ja die eine oder andere Möglichkeit.

Vielleicht hat jemand Ideen für eine neue Rubrik der Homepage – ich bin offen für neue Ideen.

 

Persönliches

 

Ich bin ein universell denkender Mensch. Losgelöst von seiner Form: unabhängig von äußeren Merkmalen wie Geschlecht, Alter, Aussehen, Herkunft. Ich sehe die Dinge vom Standpunkt eines Menschen und nicht etwa wie von einem 50jährigen weisshäutigen Mann, der in Deutschland aufgewachsen ist und dort lebt. Dieses universelle Denken, losgelöst von jeglichem Egoismus, erwarte ich auch von meinen Mitmenschen. Auch, dass es ihnen immer um die Sache geht und nicht um nachgeordnete Interessen.

Ich hasse Dogmatismus und dass der Versuch unternommen wird, mir sinnlose Verhaltens-Regeln aufzuzwängen.

Wenn ich ein bestimmtes Gedanken-Gebäude habe, bin ich in der Lage, dann, wenn ich neue Informationen habe oder bessere Argumente höre, sofort in die gegenteilige Richtung einzuschwenken. Ich erwähne das deshalb, weil sehr viele Menschen dazu nicht in der Lage sind, lieber bei den alten Gewohnheiten bleiben oder sich in Lebenslügen flüchten.

 

Wie hältst Du es mit der Religion?

 

Ich stamme aus einem zutiefst katholischen Dorf, in dem man sich mehr oder weniger streng an die Regularien hielt. Der Inhalt war bei den meisten weniger wichtig.

Bevor ich auch nur „papp“ sagen konnte, war ich Mitglied dieser Religions-Gemeinschaft. War im katholischen Kindergarten, hatte 13 Jahre katholischen Religions-Unterricht und machte anfangs alles mit, was man mir erzählt hat.

Gegen teilweise heftige Widerstände schüttelte ich das Joch ab und ließ alles hinter mir. Irgend wann betete ich nicht mehr, ging Freitag morgens nicht mehr zum Gottesdienst, ging Sonntag mittags nicht mehr zum Gottesdienst, ging Sonntag vormittags nicht mehr zum Gottesdienst, beichtete nicht mehr.

Im Alter von ca. 14 Jahren kam ich zur folgenden Meinung, die heute noch ihre Gültigkeit hat: angeblich gibt es ca. 5.000 Religionen, von denen jede behauptet, im Besitz der alleinigen Wahrheit zu sein. Alle anderen jetzigen, vergangenen und zukünftigen Religionen müssen wohl oder über falsch sein. Also jede. Jeder, der mir erzählt, dass seine Religion die wahre ist, würde, wäre er woanders aufgewachsen, genauso inbrünstig eine andere Religion für das Optimum erklären. Rational hört sich das nicht an.

Wenn es tatsächlich einen Gott gibt, der dieses gigantische Universum erschaffen hat, dann sollte er doch zumindest nicht so kleinlich sein, von jedem unbedeutenden Menschen angebetet werden zu müssen. Und wenn ihn tatsächlich etwas an den Menschen interessieren sollte, dann dessen Taten. Und ich bin kein schlechter Mensch. Ich empfände es als Beleidigung meines Intellekts, wenn es einen Gott gäbe, der Menschen dafür bestraft, dass sie keinen Blödsinn glauben.

Nichtsdestotrotz war mir der christliche Glaube sympathisch, da im Wesentlichen humanistisch. Und da sozial eingestellt, habe ich trotz Nicht-Glaubens brav meine Kirchensteuer bezahlt. Bis ich dann doch offiziell ausgetreten bin.

Dann habe ich privat christliche Fundamentalisten kennengelernt, die mich zu ihren Gottesdiensten einluden. Aus soziologischem Interesse hatte ich mir mehrere Veranstaltungen von denen angeschaut und war eher angetan von deren Treiben: angenehme Menschen, die ihren Glauben ernst nahmen, keineswegs üble Fanatiker.

Einige Sachen hielt ich dann doch für etwas altertümlich, worauf mir geantwortet wurde, dass Gott es so will und dass es so wörtlich in der Bibel stünde.

Neugierig geworden, wollte ich genau wissen, was da drinnen steht und habe deshalb die Bibel Wort für Wort gelesen und für mich in einer Art „Worst of“ zusammengestellt. In mehreren Beiträgen konnte ich deshalb ausgiebig aus Bibel-Zitaten schöpfen.

Und Strukturen erkennen: so sind der Umgang mit Sklaverei, mit Natur, die Ausgestaltung des Kapitalismus durch christliche Strukturen bedingt – selbst dann, wenn heute anderes gepredigt werden sollte.

 

Gab es Wendepunkte im Denken? Etwa 09/11?

 

Ich sauge neue Erkenntnisse in mich auf wie ein Schwamm. Insofern gibt es Wendepunkte jeden Tag.

Starke Verblüffungen gab es mit der Enttarnung der Brutkasten-Lüge, dem Buch „Das RAF-Phantom“ von Gerhard Wisnewski und der Entdeckung, was tatsächlich Anti-Humanistisches in der Bibel steht. Also in allen drei Fällen das Gegenteil von dem, was ich vorher angenommen hatte.

Bei 09/11 hatte ich zwar von Anfang an Gegenteiliges vernommen, was mir aber kaum vorstellbar war. Ich hatte im Grunde die offizielle Version geglaubt. Mittlerweile tue ich das nicht mehr. Dies war eher ein evolutionärer Prozess und die große Überraschung war diese Erkenntnis für mich dann nicht mehr.

 

Erfahrungen in der Wirtschaft

 

Nach der Ausbildung im Lebensmittel-Einzelhandel in einem Warenhaus-Konzern und einem abgebrochenen BWL-Studium war ich über viele Jahre gezwungen, zeitlich befristete Verträge meist im kaufmännischen Bereich anzunehmen und lernte viele Leute, auch Akademiker mit abgeschlossenem Studium, mit einem ähnlichen Schicksal kennen.

Das hatte allerdings den Vorteil, dass ich einige Firmen unterschiedlicher Größe aus unterschiedlichen Branchen von innen kennen gelernt habe. Ich kenne deren Management, kenne deren kleinere und größere Angestellte und kenne jene Leute, denen es alles andere als gut geht (wg. geringer Entlohnung, ungesichertem Status, übergroßem Stress).

Je mehr Zeit ins Land geht, umso abgehobener das Management, das immer weniger bis gar keine Ahnung davon hat, was sich unten an der Basis abspielt und sich im Grunde auch nicht dafür interessiert.

Beim Personal gibt es immer welche, die sich einen mehr oder weniger schönen Lenz machen können, während die Mehrzahl immer mehr und mehr unter Stress gesetzt wird. Worunter das soziale Verhalten gegenüber den Kollegen leidet und der Einzelne unter Burnout leiden kann.

Ich selbst war auch schon mal ausgebrannt. Bei einer zwar relativ kleinen, aber doch nicht unwichtigen Position mit hohem Stress-Gehalt und 400 Überstunden im Jahr (Arbeit hat Spass gemacht, Stress habe ich gerne und die Überstunden habe ich ohne Murren gemacht), war irgend wann mal der Zustand erreicht, an dem ich zu Hause den ganzen Tag die Wand angestarrt habe und zu nichts Sinnvollem zu gebrauchen war. Das Unternehmen wollte Geld sparen, Personal entlassen und mir noch deutlich mehr Arbeit aufbrummen. Nach dem Motto, ich hätte ruhig zu sein und mein Maul zu halten. Die Aufträge werden in den Computer eingegeben und gehen dann von alleine ihren Gang. Was soll es da noch groß zu arbeiten geben?

Kurzum: Ich weiss, wie es in der Praxis zugeht und wie Theoretiker in höheren Positionen drauf los schwadronieren ohne den geringsten Bezug zur Praxis und ohne das geringste Interesse an den Menschen, die dahinter stehen.

Es gibt mehrere Beiträge, die sich mit solchen wirtschaftlichen Themen beschäftigen.

 

Kapitalismus-Kritik

 

Trotz aller Kritik: bis Ende der 1980er konnte man in der BRD halbwegs gut leben. Leistung wurde belohnt, Arbeit wurde mehr oder weniger anständig bezahlt, es gab noch halbwegs funktionierende Gewerkschaften, die sich um das Wohl der Arbeiter kümmerten.

Wenn irgend ein Weltfremder (es waren immer Weltfremde) die Errungenschaften des Sozialismus pries, konnte man sehr leicht folgende Fragen stellen:

- bekommen dort die Arbeiter mehr Geld?

- können sie sich mehr davon leisten?

- können sie das kaufen, was sie wollen? Etwa Ersatzteile zur Reparatur?

- wie sieht der Zustand der Infrastruktur ihres Landes aus? Unter anderem der der Straßen?

- wie wird’s dort mit dem Umweltschutz gehalten?

- wohin können die Menschen verreisen, wenn sie das individuell wollen?

- wo können die Menschen ihre Beschwerden vorbringen? Gibt es Demonstrationen in diesem Land?

 

Kurzum: Kapitalismus gut, Sozialismus schlecht.

Nach der Entwicklung, die der Kapitalismus seit 1990 genommen hat, sehe ich den nun wirklich nicht mehr positiv.

Kein Kapitalismus ist auch keine Lösung. „Die“ Lösung gibt es nicht – aber so, mit diesem entfesselten Neoliberalismus, erst recht nicht.

Wer seine Millionen und Milliarden auf ehrliche Art und Weise verdient hat – ich gönne sie ihm.

Das Mindeste, was getan werden müsste, wäre das korrekte Eintreiben der Steuerschulden, Austrocknen der Steueroasen, gerechte Steuersätze für vor allem Großunternehmen. Damit stünden dem Staat alleine in Deutschland jährlich ein 3-stelliger Milliarden-Betrag zusätzlich zur Verfügung. Ohne Steuer-Erhöhungen.

 

Anti-deutsch?

 

Nein. Ich bin Deutscher.

Ob ich will oder nicht, bin ich mit deutscher Kultur, Geschichte und Mentalität aufgewachsen. Und bin deshalb Bestandteil davon. Es gibt Kenntnisse, die ich mit den meisten Deutschen teile – und mit kaum jemand anderem. Mensch frage im Ausland etwa, wer oder was Heinz Rühmann, Rudi Carrell oder „Dinner for one“ ist. Es gibt Redensarten, die die meisten Deutschen kennen, die aus der deutschen Literatur stammen (zu Großteilen aus Goethes „Faust“ und Schillers „Wilhelm Tell“) und die Menschen, die nicht mit dieser Kultur aufgewachsen sind, nicht kennen.

Was mir an deutscher Politik und Gesellschaft gefällt oder nicht gefällt, schreibe ich klar und deutlich. Nur dann, wenn etwas benannt wird, besteht die Möglichkeit, es zu ändern.

 

Anti-amerikanisch?

 

Nun habe ich einiges an der US-Regierung auszusetzen. Das liegt aber hauptsächlich daran, dass das, was diese Regierung tut, deshalb getan wird, weil sie es kann. Jeder andere Staat würde sich ähnlich verhalten, wenn er die entsprechende Macht dazu hätte.

Bei aller Kritik: es wird offen argumentiert, Fehler und Verbrechen werden zugegeben (wenn auch auf Druck und nach einer gewissen Zeit). Man kann die US-Regierung, deren Elite und deren Machenschaften offen kritisieren und hat das Recht auf Einsicht der Regierungs-Akten. Das ist nicht überall der Fall. Unter anderem nicht in Deutschland.

Wenn ich die Regierung der USA kritisiere, heisst das nicht, dass ich etwas gegen deren Bevölkerung habe. Im Gegenteil.

Ich sehe US-Filme, US-Fernsehserien, höre US-Musik, lese US-Bücher, benutze Computer-Technik und soziale Medien aus den USA, reise gerne dort hin, könnte mir vorstellen, dort zu arbeiten.

 

Pro-russisch?

 

Russische Kultur gut und schön, aber sie berührt mich nicht sehr, an Reisen interessieren mich nur die Städte Moskau und St. Petersburg, arbeiten möchte ich dort eher nicht.

Die Aktivitäten der russischen Regierung der letzten Jahre gefallen mir gut bis sehr gut, während mir die Art und Weise, wie westliche Politik und Medien mit Russland umspringen, sehr missfällt.