Mit dem Regenwurm ist es so eine Sache. Meist nimmt ihn keiner wahr und ernst nehmen tut ihn kaum jemand. Und doch: meist ist er da und oft auch wichtig. Ein eigenes Leben hat er allemal, wenn auch überwiegend unter der Erde - da wühlt und gräbt er sich durch alles durch und kommt mit allem in Kontakt, was es da so gibt im Wurzelbereich und drunterhinaus. Was dahin gerät - und das meiste kommt früher oder später mal da an - betrifft ihn und seine Freunde. Ab und zu kommt Rupert (so der Name des Regenwurms) an die Erdoberfläche, um zu sehen, was die da oben schon wieder alles treiben. Und gibt Kunde davon seinen staunenden Kumpels im Erdreich und jenen über der Erde, die sich für ihn interessieren.

Für jeden denkenden Menschen war es klar, dass in den Medien Stimmung erzeugt wird gegen diejenigen, die nicht auf westlichem Kurs sind bzw. die als Feindbild dienen sollen. Letzte Woche wurde in gleich drei Fällen klar, wie das vonstatten geht: Syrien, Russland, China.

 

https://www.youtube.com/watch?time_continue=387&v=yRtAf7MOdwg&feature=emb_logo

 

Putsch in Bolivien!

Die deutschen und westlichen Medien erzählen allerhand Unfug über die Geschehnisse in Bolivien.

Bei den Präsidentschaftswahlen am 20. Oktober erzielte Evo Morales ca. 47% der Stimmen und etwas mehr als 10% mehr als der Zweitplatzierte Carlos Mesa. Nach bolivianischem Recht reicht ein Vorsprung von 10%, um keinen 2. Wahlgang durchführen zu müssen.

Ob es sich um einen Wahlbetrug handelt oder nicht – klar ist, dass Evo Morales sehr gute Chancen im 2. Wahlgang gehabt hätte.

Den Putschisten der Organisierten Kriminalität (Evangelikale, Rassisten, Faschisten, Kapitalisten) ging es aber gar nicht um den Ausgang der Wahlen – sie wollten den Putsch zum Zeitpunkt der Wahl mit Gewalt durchführen. Mit Erfolg: die westlichen Medien erzählten die Geschichte von „Rücktritt“ und „Wille des Volkes“, die offensichtlich gelogen ist.

 

Wer einen Deutschen fragt, was „die Deutschen“ besonders gut gemacht hätten, wird mit großer Sicherheit den Mauer-Fall am 9. November 1989 zu hören bekommen. Auch gegenüber Ausländern wird gerne betont, wie „sie“ alles „richtig“ gemacht hätten, vor allem den Mauerfall.

Das Ergebnis war ja eine schöne Sache – aber das Zustandekommen war, je nach Lesart, ein Versehen oder eine Witz-Nummer. Dass das Verhalten von Günter Schabowski auf der legendären Pressekonferenz vor 30 Jahren aber durchaus rational und gewollt gewesen sein könnte, zeigt der Beitrag von Thomas Petersen, den der Wurm zitieren möchte.

Was mit der DDR verloren ging, zeigen die Bücher von Daniela Dahn, aus denen der Wurm zitieren möchte:

„Westwärts und nicht vergessen – Vom Unbehagen in der Einheit“ (1996)

„Demokratischer Abbruch – Von Trümmern und Tabus“ (2005)

„Wehe dem Sieger! – Ohne Osten kein Westen“ (2009)

„Der Schnee von gestern ist die Sintflut von heute: Die Einheit – eine Abrechnung“ (2019)

Der Wurm konzentriert sich im Wesentlichen auf die DDR als solche. Das unverschämte Benehmen gegenüber den ehemaligen DDR-Institutionen, -Bürgern und -Gepflogenheiten und die dazugehörige Propaganda lässt der Wurm erst mal außen vor.

 

„In den USA sind Zehntausende Menschen durch opioidhaltige Schmerzmittel süchtig geworden. Später wechselten sie meist zu Heroin und Fentanyl. 2017 wurde in den USA der nationale Notstand erklärt: In dem Jahr starben dort 47.000 Menschen an Opioiden, umgerechnet 130 pro Tag.

Am 21. Oktober beginnt in Cleveland im Bundesstaat Ohio ein Modell-Zivilprozeß gegen mehrere Pharma-Konzerne und Großhändler, bei dem mehr als 2000 Klagen gebündelt werden. Den Unternehmen wird vorgeworfen, die Suchtgefahr der Schmerzpillen bewusst verschleiert und die Medikamente aus Gewinnstreben aggressiv vermarktet zu haben.

Die klagenden Städte, Gemeinden und Bundesstaaten hoffen auf hohe Entschädigungssummen, um die Krise in den Griff zu bekommen. Laut einer Schätzung der Klägerseite belaufen sich die Folgekosten der Epidemie auf 453 Milliarden Dollar im kommenden Jahrzehnt. Verschiedene Hersteller haben bereits Vergleiche geschlossen, um Gerichtsverfahren zu entgehen.“

https://www.tagesschau.de/ausland/opioid-krise-101.html

Der Auftakt der Gerichts-Welle wg. Opiod und in einem anderen Fall die kurz darauf folgende Anhörung des Boeing-Vorstandschefs Dennis Muilenburg wg. zweier Flugzeug-Abstürze zeigt deutlich, dass die Skrupellosigkeit wg. zusätzlichen Gewinns ohne ein massives Einschreiten des Staates nicht einzudämmen ist. Leider ist dieser auch auf seinen Gewinn bedacht.

Wg. Gewinn-Strebens gehen die Menschen über Leichen.

 

In Thüringen fand die letzte der 3 Landtagswahlen in den neuen Ländern statt. Mit dem Ergebnis, dass insgesamt gesehen die AfD die stärkste Partei ist. Zwar haben es die Parteien, die den jeweiligen Ministerpräsidenten stellten, noch geschafft, diesen weiter zu stellen und die AfD auf den jeweils 2. Platz zu verweisen – aber die AfD, die überhaupt erst zum zweiten Mal bei den Landtagswahlen angetreten ist, ist nun etabliert und keine vorüber gehende Randerscheinung mehr.

Im Vergleich zu den letzten Landtagswahlen gewann die AfD 11,3% bis 17,8% der Gesamt-Stimmen dazu, während die CDU 7,3% bis 11,8% verlor und die SPD 4,2% bis 5,7% verlor. Mit Ausnahme von Thüringen, wo sie den Ministerpräsidenten stellt und ein Plus von 2,8% erreichte, verlor die Linke 7,9% und 8,5%.

In Sachsen und Thüringen wurde die AfD zur stärksten Kraft unter den Jungwählern; in Brandenburg knapp hinter den Grünen die zweitstärkste: https://www.tagesspiegel.de/politik/landtagswahlen-2019-in-ostdeutschland-nirgendwo-waehlte-die-jugend-so-rechts-wie-in-thueringen/25160742.html

https://www.tagesspiegel.de/politik/ostdeutsch-jung-rechts-die-afd-gewinnt-auch-bei-den-jungwaehlern/24967400.html

Alle medialen Verteufelungen (teils berechtigt, teils nicht) hatten nicht die erhoffte Wirkung: die AfD ist da und wird nicht wieder gehen.