Mit dem Regenwurm ist es so eine Sache. Meist nimmt ihn keiner wahr und ernst nehmen tut ihn kaum jemand. Und doch: meist ist er da und oft auch wichtig. Ein eigenes Leben hat er allemal, wenn auch überwiegend unter der Erde - da wühlt und gräbt er sich durch alles durch und kommt mit allem in Kontakt, was es da so gibt im Wurzelbereich und drunterhinaus. Was dahin gerät - und das meiste kommt früher oder später mal da an - betrifft ihn und seine Freunde. Ab und zu kommt Rupert (so der Name des Regenwurms) an die Erdoberfläche, um zu sehen, was die da oben schon wieder alles treiben. Und gibt Kunde davon seinen staunenden Kumpels im Erdreich und jenen über der Erde, die sich für ihn interessieren.

Gerhard Piper im Jahr 2003: „Am 26. April 1937 bombardierten deutsche Soldaten der "Legion Condor" die spanische Stadt Guernica. Es war der erste Auslandseinsatz der neuen NS-Reichsluftwaffe und der erste vernichtende Luftangriff auf ein ziviles Flächenziel in der Militärgeschichte. Wieviele Flugzeuge an diesem Angriff beteiligt und wieviele Opfer zu beklagen waren, konnte bis heute nicht geklärt werden. Bis Mitte der siebziger Jahre wurde - sowohl in Spanien als auch in Deutschland - dieser Luftangriff verdrängt und vertuscht. Zu einer Versöhnung mit dem früheren Feind war die Bundesregierung bis heute nicht bereit. In diesem Jahr eröffnete das Friedensmuseum in Guernica ein Dokumentationszentrum, das alle Veröffentlichungen zu der Bombardierung sammelt und dabei insbesondere auf Hilfe aus Deutschland angewiesen ist. Noch immer ist der Name "Guernica" ein Symbol für militärische Zerstörung und militaristisches Verbrechen. Dies zeigte sich zuletzt am 5. Februar 2003 im UN-Sicherheitsrat in New York. Bevor US-Außenminister Colin Powell seine Falschmeldungen über das irakische ABC-Potential weltweit verkündete, ließ er die dort befindliche Kopie des Anti-Kriegsgemäldes "Guernica" von Pablo Picasso zuhängen.“

http://www.ag-friedensforschung.de/themen/Kriegsgeschichte/piper.html

„Einer der bekanntesten Bergsteiger der Welt ist tot: Der Schweizer Ueli Steck verunglückte bei einer Expedition am Mount Everest. Rettungskräfte fanden die Leiche des 40-Jährigen in der Nähe des 7000 Meter hohen Nuptse-Berges.

Steck zählte weltweit zu den besten Extremkletterern. Unter Bergsteigern trug er den Spitznamen "Schweizer Maschine" - denn er hielt mehrere Rekorde für besonders schnelle Begehungen hochalpiner Routen. Unter anderem hatte er vor zwei Jahren alle 82 Viertausender der Alpen innerhalb von 62 Tagen erklommen.

Steck war immer auf der Suche nach neuen Extremen. In Nepal wollte er erneut einen Weltrekordversuch wagen: Eine Besteigung des Mount Everest, mit 8848 Metern der höchste Berg der Welt, und des daneben gelegenen Lhotse (8616 Meter) - innerhalb von 48 Stunden, ohne künstlichen Sauerstoff.“

http://www.spiegel.de/reise/aktuell/ueli-steck-toedlich-am-mount-everest-verunglueckt-a-1145511.html

Der allererste Beitrag des Wurms beschäftigte sich mit einer Schlägerei am Mount Everest, in die Ueli Steck verwickelt war (allerdings nicht als Schläger): http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/17-der-berg-ruft.html

Nun ist Ueli Steck tot.

Und der Wurm stellt sich die Frage: warum bringen sich Menschen freiwillig in Lebensgefahr?

„Kritisches Denken und fundiertes Urteilen setzt voraus, dass es verlässliche Kriterien gibt, die es erlauben, die Wertigkeit von Informationen einzuordnen. Die gründliche Erforschung unserer Welt und die anschließende Einordnung der Erkenntnisse, die dabei gewonnen werden, ist die Aufgabe von Wissenschaft. Wenn jedoch wissenschaftlich fundierte Tatsachen geleugnet, relativiert oder lediglich „alternativen Fakten“ als gleichwertig gegenübergestellt werden, um daraus politisches Kapital zu schlagen, wird jedem konstruktiven Dialog die Basis entzogen. Da aber der konstruktive Dialog eine elementare Grundlage unserer Demokratie ist, betrifft eine solche Entwicklung nicht nur Wissenschaftler/innen, sondern unsere Gesellschaft als Ganzes.

Am 22. April 2017 werden deshalb weltweit Menschen auf die Straße gehen, um dafür zu demonstrieren, dass wissenschaftliche Erkenntnisse als Grundlage des gesellschaftlichen Diskurses nicht verhandelbar sind.

Alle, denen die deutliche Unterscheidung von gesichertem Wissen und persönlicher Meinung nicht gleichgültig ist, sind eingeladen, sich an dieser weltweiten Demonstration für den Wert von Forschung und Wissenschaft zu beteiligen – nicht nur Wissenschaftler/innen!“

http://marchforscience.de/

Letzten Samstag fand der „Marsch für die Wissenschaft“ statt. Hört sich theoretisch ganz gut an, ist in der Praxis aber nicht viel anderes als ein Aufstand mietbarer Zwerge.

Aus einem Beitrag des Wurms aus dem Jahr 2013: „Die Menschen sind schon merkwürdige Wesen: Über 100.000 Tote und mehrere Millionen Flüchtlinge interessieren die meisten nicht. Erst nachdem ein Einsatz von Giftgas bekannt wird, bei dem es etwa 1% zusätzliche Tote gibt, die Massenmedien aber groß damit aufmachen, weiss jetzt jeder, dass es in Syrien einen Bürgerkrieg gibt.“

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/34-feinde-syriens.html

Es hat mal wieder einen Giftgas-Anschlag in Syrien gegeben.

Wem nutzt es?

Besser gefragt: wem schadet es?

Auf jeden Fall schadet es der syrischen Regierung, die drauf und dran ist, militärisch den Bürgerkrieg zu gewinnen.

Die Art und Weise, wie der gesamte westliche politisch-mediale Komplex aufgejault, auf die emotionale Tränendrüse gedrückt und massive Konsequenzen für die syrische Regierung gefordert hat, macht deutlich, wem der Anschlag nutzt und wer ihn mit größter Wahrscheinlichkeit durchgeführt hat.

Wohlgemerkt: ohne die geringsten Beweise zu haben, wurde sofort von allen führenden westlichen Medien mit aller Macht drauf los gehauen.

Da die Sache sehr klar zu sein scheint, legt der Wurm deshalb keinen Wert darauf, näher darauf einzugehen.

Was ihn allerdings näher interessiert, sind die Reaktionen speziell in Deutschland und den USA.

Vor 40 Jahren wurde der Generalbundesanwalt Siegfried Buback ermordet. Aus „Wikipedia“:

„Siegfried Buback (* 3. Januar 1920 in Wilsdruff; † 7. April 1977 in Karlsruhe) war ein deutscher Jurist. Vom 31. Mai 1974 bis zu seinem Tod amtierte er als Generalbundesanwalt am Bundesgerichtshof. Seine Ermordung durch Mitglieder der Roten Armee Fraktion wird gemeinhin als Auftakt des Terrorjahres 1977 betrachtet, das im Deutschen Herbst gipfelte …

Am 7. April 1977 saß Siegfried Buback auf dem Beifahrersitz seines Dienstwagens, auf dem Fahrersitz sein Fahrer Wolfgang Göbel, 30 Jahre alt, auf dem Rücksitz Georg Wurster, der Leiter der Fahrbereitschaft der Bundesanwaltschaft, 43 Jahre. Sie waren auf dem Weg von Bubacks Wohnung in Neureut zum Bundesgerichtshof. Der Mercedes wartete an der Kreuzung Linkenheimer Landstraße (heutige Willy-Brandt-Allee) und Moltkestraße an einer roten Ampel.

Rechts neben ihnen hielt nun ein Motorrad, Typ Suzuki GS 750, mit zwei Personen, die olivgrüne Integralhelme trugen. Ohne von der Sitzbank abzusteigen, feuerte eine der Personen aus einem halbautomatischen Gewehr vom Typ HK43 fünfzehn Schüsse auf den Mercedes ab. Alle drei Männer im Pkw wurden getroffen. Nachdem der angeschossene Fahrer das Fahrzeug verlassen hatte, rollte der mit manuellem Schaltgetriebe ausgestattete Wagen einige Meter weiter, bevor er gegen einen Pfosten stieß.

Buback und Göbel starben noch am Tatort, Wurster erlag am 13. April seinen Verletzungen. Zu der Tat bekannte sich das „Kommando Ulrike Meinhof“ der Roten Armee Fraktion, zuvor war es als „Aktion Margarine“ in Anlehnung an ein Produkt, dessen Namen mit den Initialen von Siegfried Buback übereinstimmte, im Jargon der RAF bezeichnet worden.“

https://de.wikipedia.org/wiki/Siegfried_Buback

So weit so schlecht. Das Ungeheuerliche an der Ermordung Siegfried Bubacks ist jedoch, dass der deutsche Geheimdient vorher Bescheid wusste, dass und wie diese Tat passieren würde.

Freundlich geschrieben.

Mit großer Wahrscheinlichkeit war es der deutsche Geheimdienst, der Siegfried Buback hat ermorden lassen.

Warum Siegfried Buback Opfer des Geheimdienstes wurde? Es gibt rationale Erwägungen, die aber letztendlich Spekulation bleiben und an der sich der Wurm nicht beteiligen möchte.

Unzweifelhaft dürfte aber sein, dass der deutsche Geheimdienst seine Finger im Spiel hatte.