Mit dem Regenwurm ist es so eine Sache. Meist nimmt ihn keiner wahr und ernst nehmen tut ihn kaum jemand. Und doch: meist ist er da und oft auch wichtig. Ein eigenes Leben hat er allemal, wenn auch überwiegend unter der Erde - da wühlt und gräbt er sich durch alles durch und kommt mit allem in Kontakt, was es da so gibt im Wurzelbereich und drunterhinaus. Was dahin gerät - und das meiste kommt früher oder später mal da an - betrifft ihn und seine Freunde. Ab und zu kommt Rupert (so der Name des Regenwurms) an die Erdoberfläche, um zu sehen, was die da oben schon wieder alles treiben. Und gibt Kunde davon seinen staunenden Kumpels im Erdreich und jenen über der Erde, die sich für ihn interessieren.

„Das Zentrum für politische Schönheit erregt mit seiner subversiven Kunstaktion "Die Toten kommen" die Gemüter der Nation. Tausende Menschen haben am Sonntag symbolische Gräber vor dem Reichstag ausgehoben, um gegen die tödliche Abschottungspolitik an den europäischen Außengrenzen zu protestieren. Aufgebrachte Stimmen mussten nicht lange auf sich warten lassen. Doch möchten wir wirklich in einer Gesellschaft leben, die sich mehr über einen zerstörten Rasen als über das Massensterben im Mittelmeer empört?

Wie werden einst künftige Historiker auf unsere heutige Gesellschaft blicken? Werden sie ihr, angesichts des vermeidbar gewesenen Elends auf der Welt, etwas anderes als Selbstbezogenheit attestieren können? Es ist unbestreitbar: Der Kampf um die Menschenrechte wird viel zu höflich geführt. Angetrieben von dieser tragischen Erkenntnis vertritt die Künstlergruppe um das Zentrum für politische Schönheit einen "aggressiven Humanismus". Es ist ein Humanismus, der dazu bereit ist, Grenzüberschreitungen zu wagen, sofern dies der Verteidigung der Menschenrechte dient.

Widerstand und Provokation können dabei nicht ausgeschlossen werden. Das Zentrum nutzt dafür nicht nur die Mittel der Kunst, sondern auch den straffreien Raum, der durch sie ermöglicht wird. Das Material der Aktionskünstler ist die Gesellschaft, die es zu gestalten gilt. In Zeiten emotionaler Kälte ist das Zentrum für politische Schönheit ein kreatives Sprachrohr menschlicher Wärme, ein gesellschaftliches Korrektiv.

Es war ein Akt politischer Schönheit, als am Sonntag mehr als 5.000 Menschen die Wiese vor dem Reichstag eigenverantwortlich besetzten und couragiert symbolische Gräber aushoben. Von reiner Zerstörungswut oder gar Vandalismus kann nicht die Rede sein. Denn hinter dem entschlossenen aber weitgehend friedlichen Ungehorsam stand ein ernsthaftes Anliegen. Allein in einer einzigen Woche im April 2015 starben über tausend Flüchtlinge im Mittelmeer. Mitverantwortlich ist die europäische (Anti-)Flüchtlingspolitik, die Grenzen statt Menschen schützt. Wer möchte bestreiten, dass die unterlassene Hilfeleistung ein Skandal ist? Ist es nicht verständlich, ja notwendig, dass gegen diese tödliche Abschreckungspolitik revoltiert wird?“

http://hpd.de/artikel/11884

Zur Flüchtlings-Problematik mit Gründen und Lösungs-Ansätzen hatte sich der Wurm bereits an anderer Stelle geäußert (http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/154-krokodilstraenen-der-internationalen-verbrecherbande.html ) und wird das nicht noch mal tun. Hierzu nur so viel: Es geht nicht darum, alle, die wollen, in Europa aufzunehmen, sondern dafür zu sorgen, dass sie in ihren Heimatländern ihr Auskommen haben. Bei entsprechendem politischen Willen der westlichen Länder wäre dies sogar machbar.

Allein: der politische Wille zur Lösung bei denjenigen, die das Schlammassel überhaupt erst angerichtet haben, ist nicht oder nur wenig vorhanden. Umso mehr bedarf es solcher Aktionen, um die lethargische Bevölkerung aufzurütteln und der Politik Feuer unterm Arsch zu machen. Ob jede Aktion gut oder unterstützenswert ist, sei dahin gestellt. Aber es wird etwas getan.

„Der CDU-Abgeordnete Helmut Brandt sagt am Rednerpult, dass er ganz eindeutig dafür stehe, die Ehe in der jetzigen Form beizubehalten und sie nicht für gleichgeschlechtliche Paare zu öffnen. Die Stimmung im Saal ist aufgeheizt. Mal gibt es Applaus aus den Reihen der CDU, dann wieder Zwischenrufe von Grünen-Abgeordneten.

Brandt fährt fort. Die klassische Ehe zwischen Mann und Frau beruhe auf dem Prinzip der Fruchtbarkeit. Sie "führt nun einmal dazu, wenn auch nicht immer, leider, dass man sich fortpflanzt". Lautere Zwischenrufe - diesmal auch von der Regierungsbank, auf der Roth sitzt, da weder Außenminister Steinmeier noch Kanzlerin Merkel anwesend sind. "Und was ist mit der Bundeskanzlerin?", ruft Roth.

Redner Brandt hält inne, wirkt irritiert. "Wer hat das gerufen?", fragt er ins Plenum. Er schaut in die Richtung der Regierungsbank und sagt: "Sie schämen sich dafür. Ich möchte Sie bitten, sich dafür zu entschuldigen." Diese Aussage sei eine "Unverschämtheit". Und er werde eine Rüge prüfen lassen. Zwischenrufe von Abgeordneten sind nach der Geschäftsordnung des Bundestages zulässig, nicht jedoch von der Regierungsbank …

Inhaltlich stehe er weiterhin zu dem Kommentar, so Roth. "Die Ehe dient nicht in erster Linie der Reproduktion, sondern ist das Bekenntnis zweier Menschen, dass sie lebenslang füreinander einstehen wollen. Es gibt zudem viele kinderlose Ehen, wie auch die der Bundeskanzlerin", sagte Roth. "Die Gründe dafür gehen den Staat allesamt nichts an. Die Debatte um die gleichgeschlechtliche Ehe wird mit merkwürdigen Argumenten geführt. Das wollte ich zum Ausdruck bringen."“

http://www.welt.de/politik/deutschland/article142380500/Zwischenruf-zu-Merkels-Kinderlosigkeit.html

Die Bewohner des Erdreichs sind ja immer wieder erstaunt, was die Menschen so denken und tun. Und über die geistig militanteste Gruppe auf Erden: Eltern, vor allem Mütter. Das erkennt mensch dann, wenn diese Gruppe Menschen gegenüber steht, die keine Kinder haben. Aus welchen Gründen auch immer.

Wenn es aus medizinischen Gründen nicht möglich ist: gut, dann ist es halt so. Menschen, die lieber für sich alleine bleiben, werden schief beäugt. Aber Paare, die bewusst keine Kinder haben wollen, sind die reinsten Hassfiguren.

Möglicherweise ist die Kanzlerin davon ausgenommen. Wenn, dann aber auch nur die.

Hier ist das, was sie selbst dazu sagt – als ob sie sich dazu rechtfertigen müsste:

„Sie bedauert nach eigenen Angaben nicht, dass ihre beiden Ehen kinderlos blieben. "Das hat sich so ergeben. Ich hadere mit diesem Schicksal nicht, aber es war auch keine prinzipielle Entscheidung", sagte sie.“

http://www.rp-online.de/panorama/leute/merkel-haette-ohne-die-politik-frueher-geheiratet-aid-1.1596120

Was fällt mensch ein, wenn er den Namen Josef Mengele hört?

Wem dazu nichts einfällt – der Wurm hilft gerne nach:

„Nach einem Fronteinsatz als Truppenarzt bei der 5. SS-Panzer-Division „Wiking“ wurde Mengele von Mai 1943 bis Januar 1945 als Lagerarzt im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz eingesetzt. In dieser Funktion nahm er Selektionen vor, überwachte die Vergasung der Opfer und führte menschenverachtende medizinische Experimente an Häftlingen durch. Er sammelte Material und betrieb Studien zur Zwillingsforschung, zu Wachstumsanomalien, zu Methoden der Unfruchtbarmachung von Menschen und Transplantation von Knochenmark sowie zur Therapie von Fleckfieber und Malaria. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde er zwar als NS-Kriegsverbrecher gesucht, aber nie gefasst.“

https://de.wikipedia.org/wiki/Josef_Mengele

Was hält mensch von solch einem Menschen?

Falls es negative Gedanken sind: sind Studien zu „Transplantation von Knochenmark sowie zur Therapie von Fleckfieber und Malaria“ nicht etwas Positives für die Menschheit? Auch dann, wenn dafür einzelne Menschen sterben mussten, die ohnehin dem Tod geweiht waren?

Was hält mensch von solchen Medizinern bzw. Wissenschaftlern, die in der Zeit des Nationalsozialismus gegen den Willen von Menschen Experimente an diesen vollführten?

Auch dann, wenn es dem Wohle der Wissenschaft diente?

Würde mensch dasselbe denken, wenn die selben Experimente von den selben Wissenschaftlern auf die gleiche Art und Weise in einem anderen Land zu einer anderen Zeit durchgeführt würden?

„Im Rahmen des Projekts Paperclip setzten die USA zahlreiche deutsche Wissenschaftler ein, darunter auch ehemalige deutsche KZ-Ärzte, die erwiesenermaßen in großem Stil an den Experimenten mitwirkten. Sie durften ihre durch das Kriegsende unterbrochenen Menschenversuche im Rahmen von MKULTRA auch in Deutschland fortführen. Dazu gehörten unter anderem:

-Kurt Blome hatte mit Bakterien und Viren, wie Pesterregern, an Menschen experimentiert.

-Walter Paul Schreiber infizierte KZ-Insassen mit Fleckfieber und Malaria und spritzte Phenol als Hinrichtungsmethode.

Der MKULTRA-Bakteriologe Frank Olson war oft beruflich in Europa und wurde Zeuge von derartigen Menschenversuchen ehemaliger NS-Wissenschaftler.“

https://de.wikipedia.org/wiki/MKULTRA

Vor 40 Jahren wurde das „MK Ultra“-Programm des US-Geheimdienstes von der US-Regierung untersucht und beschrieben.

„Die Enthüllungen Colbys waren Teil einer umfassenden Untersuchung der CIA durch den »Ausschuss zu Aktivitäten der CIA in den Vereinigten Staaten«, der unter der Leitung des damaligen Vizepräsidenten Nelson Rockefeller ermittelte. In seinem Bericht vom Juni 1975 an den Präsidenten heißt es: »Das Drogenprogramm gehörte zu einem sehr viel umfassenderen CIA-Programm, in dessen Rahmen mögliche Wege zur Steuerung menschlichen Verhaltens untersucht wurden. Weitere Studien beschäftigten sich mit den Auswirkungen von Strahlung, Elektroschocks, psychologischen, psychiatrischen und soziologischen Verfahren und von Substanzen, die bedrohliche oder unbehagliche Gefühle auslösen.«“

http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/geostrategie/len-kasten/gedankenkontrolle-und-die-neue-weltordnung.html

Mensch stelle sich vor, er hätte die Gelegenheit, mit einer der folgenden historischen Persönlichkeiten einen Abend zu verbringen:

- König Ludwig XIV. von Frankreich („Sonnenkönig“)

- Kaiser Napoleon Bonaparte

- Donatien Alphonse Francois Marquis de Sade, nach dem der „Sadismus“ (sexuelle Erregung durch Quälen anderer Menschen) benannt worden ist

Auf wen würde die Wahl fallen?

Bei der Wahl sollte mensch berücksichtigen, für wie viele Tote die jeweiligen Personen verantwortlich sind: die beiden Erstgenannten haben durch ihre mutwillig angezettelten Kriege jeweils Hunderttausende von Menschen auf dem Gewissen, der Marquis de Sade keinen einzigen.

Mensch sollte sich nicht von Schein und Propaganda täuschen lassen. Bei Ludwig XIV. etwa wird gerne an Versailles und höfische Etikette gedacht.

Aber nicht an seine Kriege, etwa den Pfälzischen Erbfolgekrieg, bei dem viele deutsche Städte und Dörfer wg. „Politik der verbrannten Erde“ zerstört wurden (unter anderem Heidelberg, Mannheim, Durlach, Speyer, Worms).

http://de.wikipedia.org/wiki/Pf%C3%A4lzischer_Erbfolgekrieg

Das „Klima“ unter Ludwig XIV. ist in Buchform beschrieben. „Die 120 Tage von Sodom“ des Marquis de Sade beginnen folgendermaßen:

„Die ungeheuren Kriege, die Ludwig XIV. im Verlaufe seiner Regierung zu führen hatte und welche die Gelder des Staates und die Hilfsmittel des Volkes erschöpften, boten dennoch einer enormen Anzahl von Blutsaugern die Gelegenheit, sich zu bereichern. Diese Blutegel waren immer in der Nähe des Unglücks, das sie noch vermehrten, anstatt es zu verringern, und zogen daraus den größtmöglichen Nutzen für sich selbst. Das Ende dieser im übrigen so glorreichen Regierung ist vielleicht eine jener Epochen des französischen Reiches, in der die meisten jener gewissen geheimen Reichtümer gewonnen wurden, jener Reichtümer, die eine Schwelgerei und Ausschweifung gebaren, so geheim und verschwiegen wie sie selbst. Es war am Ende dieser Regierung, einige Zeit ehe der Regent durch das berühmte Tribunal die Männer des Gerichtshofes wie tolle Hunde losgelassen hatte, um jener Bande von Verrätern die Gurgel abzudrehen – als vier von ihnen die seltsamste Wollust erdachten, die jemals bekannt geworden ist. Man täte unrecht zu meinen, daß nur Diebe sich mit Gelderpressungen abgaben, dieses Gewerbe hatte an seiner Spitze sehr vornehme Herren. Der Herzog von Blangis und sein Bruder, der Bischof von …, die sich beide auf diese Weise unermeßliche Vermögen erworben hatten, sind unantastbare Beweise dafür, daß der Adel ebensowenig wie die anderen die Mittel verschmähte, um sich auf solche Art zu bereichern.“

Hiermit ist der Wurm beim Marquis angelangt, der diese Woche vor 275 Jahren geboren wurde. Eigentlich ist es üblich, die Werke eines Schriftstellers aus seinem Leben zu erklären. In diesem Falle macht es Sinn, zuerst auf die Werke und dann auf das Leben einzugehen.

Der „Eurovision Song Contest“ (ESC) ist ein Wettbewerb, bei dem mensch sicher sein kann, dass nicht automatisch das beste Lied gewinnen wird. Die Interpreten müssen im Vorfeld oft gesendet werden und einen sympathischen Eindruck machen. Je öfter und je besser darüber geredet wird, umso besser die Sieges-Chancen. Wie bei allen anderen Wettbewerben auch.

Der ESC hat dazu noch die Besonderheit, dass pro Land je zur Hälfte die Stimmen des anrufenden Publikums und einer „Fachjury“ gewertet wird.

Im Internet sind die Beiträge bereits einige Wochen vorher anzusehen. Anhand der Klickzahlen in den jeweiligen Ländern lässt sich relativ gut vorhersagen, wie die jeweiligen Lieder abschneiden werden.

Und wenn sich da abzeichnet, dass ein Lied aus einem bei den Verantwortlichen unbeliebten Land gewinnen könnte – was könnte da getan werden? Jenes Lied entweder totschweigen oder diffamieren und sich hinter den Kulissen auf den Beitrag eines Landes einigen, dem mensch zutraut, das Lied aus dem unbeliebten Land auf einen der hinteren Plätze zu verweisen.

Einige Jurys sprechen sich ab und in den Medien wird der Favorit präsentiert, der quasi eine Dauer-Präsenz im Fernsehen hat, über den nur positiv berichtet wird, über den gesagt wird, dass er der Favorit sei.

Exakt das ist passiert (zumindest liegt der Verdacht sehr nahe): der russische Beitrag sollte nicht siegen und gegen den wurde der schwedische in Stellung gebracht. Wer die deutschen Fernseh-Berichte im Vorfeld gesehen hat, bei dem blieben drei Dinge „hängen“: der ESC ist schwulen-freundlich, Australien ist mit dabei und Schweden ist der große Favorit – obwohl der schwedische Beitrag so gut jetzt auch wieder nicht war: in einem Jahr wird sich kaum einer mehr an die Melodie erinnern können.

Leidtragender an dieser Mauschelei war noch nicht mal der russische Beitrag, sondern der italienische, der bei den Zuschauern klar vorne lag, zusammen mit den Stimmen der Jurys jedoch nur den dritten Platz erreichen konnte.

Bei den Zuschauern wäre es zu folgender Punkteverteilung gekommen:

Italien:  366 Punkte (Jury: 171 Punkte)

Russland:  286 Punkte (Jury: 234 Punkte)

Schweden: 279 Punkte (Jury: 353 Punkte)

http://de.wikipedia.org/wiki/Eurovision_Song_Contest_2015#Aufteilung_Televoting.2FJuryvoting

Die litauischen Anrufer sahen Russland auf Platz 3, die Jury leider nur auf Platz 20. Das macht insgesamt Platz 11 und damit null Punkte für Russland:

http://www.eurovision.tv/page/results?event=2083&voter=LT

Dass nicht nur beeinflusst, sondern auch direkt manipuliert wird, zeigt sich darin, dass dieses Jahr die Jury-Wertungen von Mazedonien und Montenegro wg. offensichtlicher Manipulation nicht ins Ergebnis einflossen.

Stefan Niggemeier äußert Zweifel an der aserbeidschanischen Jury und schreibt zur deutschen:

„Übrigens gibt es auch bei der deutschen Jury wieder eine erstaunliche Übereinstimmung: Alle Juroren (die sich, wie gesagt, nicht absprechen dürfen) setzten Lettland an die erste Stelle. In vergangenen Jahren haben alle damaligen deutschen Juroren den ersten und den zweiten Platz gleich gewählt.“

http://www.stefan-niggemeier.de/blog/21161/jury-aus-aserbaidschan-beeindruckt-wieder-im-synchronabstimmen/