Mit dem Regenwurm ist es so eine Sache. Meist nimmt ihn keiner wahr und ernst nehmen tut ihn kaum jemand. Und doch: meist ist er da und oft auch wichtig. Ein eigenes Leben hat er allemal, wenn auch überwiegend unter der Erde - da wühlt und gräbt er sich durch alles durch und kommt mit allem in Kontakt, was es da so gibt im Wurzelbereich und drunterhinaus. Was dahin gerät - und das meiste kommt früher oder später mal da an - betrifft ihn und seine Freunde. Ab und zu kommt Rupert (so der Name des Regenwurms) an die Erdoberfläche, um zu sehen, was die da oben schon wieder alles treiben. Und gibt Kunde davon seinen staunenden Kumpels im Erdreich und jenen über der Erde, die sich für ihn interessieren.

„Für ihre barbusige Protestaktion auf dem Altar des Kölner Doms ist die Femen-Aktivistin Josephine Witt zu einer Geldstrafe von 1200 Euro verurteilt worden. Das Amtsgericht Köln befand sie der Störung der Religionsausübung für schuldig.

Die 21 Jahre alte Hamburgerin hatte während des Gottesdienstes am ersten Weihnachtstag vergangenen Jahres Parolen gerufen - nur mit einem Slip bekleidet und mit der Aufschrift «I am god» (Ich bin Gott) auf den Brüsten. Die aus der Ukraine stammende Gruppe Femen kämpft immer wieder mit nackten Brüsten für Frauenrechte und gegen Sexismus.

Mit 60 Tagessätzen à 20 Euro folgte das Gericht im Wesentlichen der Bewertung der Staatsanwaltschaft, die eine Geldstrafe von 1600 Euro gefordert hatte. Witt, eine Studentin der Zahnmedizin, verteidigte ihr Verhalten. Sie habe damit gegen die Missachtung von Frauenrechten in der katholischen Kirche und gegen Kardinal Joachim Meisners Einstellung zum Thema Abtreibung protestieren wollen.“ 

Für die Bewohner des Erdreichs ist es manchmal schon eine Qual, mit Menschen zu tun haben zu müssen. Die glauben jeglichen Unfug, der ihnen erzählt wird.

Das ist zwar interessant für Jeremias Juchtenkäfer und seine Arbeitsgruppe REA (Religiöses, Esoterisches, Abstruses), aber grauenhaft für alle anderen.

Je größer der Blödsinn, umso mehr wird er geglaubt. Es gibt auf der Welt mehrere tausend Glaubensgemeinschaften, die sich selbst als Religion bezeichnen. Anders ausgedrückt: vorausgesetzt, dass überhaupt eine einzige Religion stimmt, sind mehrere tausend Religionen vollkommener Blödsinn. Dazu zählen natürlich auch die „ausgestorbenen“ Religionen, die heute belächelt werden. Da die Anhänger der „einzig wahren“ Religion nicht in Frage gestellt hätten, was ihnen erzählt wird, wenn sie an einem vollkommen anderen Ort zu einer vollkommen anderen Zeit aufgewachsen wären, sind die auch nicht ernst zu nehmen. Alle anderen sollen quasi ein Brett vor dem Kopf haben, nur die eigene Glaubensgruppe nicht. 

„Ich glaube, es wäre mir genauso ergangen wie Herrn Herrhausen.“

Dies war die Antwort des damaligen Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank, Josef Ackermann, als er 2011 in einer Fernsehsendung nach einem Schuldenerlass für Griechenland gefragt wurde.

https://www.youtube.com/watch?v=mn6HRKvqiNk

Nachdem der damalige Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Alfred Herrhausen, Ende der 1980er einen Schuldenerlass für Entwicklungsländer gefordert hatte, wurde er vor 25 Jahren, am 30.11.1989, ermordet. Bis zum heutigen Tage ist der Öffentlichkeit nicht bekannt, wer die Täter waren.

Josef Ackermann scheint zumindest zu wissen, in welchem Umfeld die Auftraggeber zu finden sind. Wenn er meint, bei seiner Unterstützung für einen (äußerst sinnvollen) Schuldenerlass Griechenlands wäre es ihm „genauso ergangen wie Herrn Herrhausen“, heisst das, dass ihm sein Leben lieb und teuer ist und er deshalb einen Schuldenerlass Griechenlands nicht unterstützt.

„Wir brauchen Berichterstattung und Kommentierung der Wirklichkeit, nicht der Unwirklichkeit. Wir müssen sagen, was ist. Bemühen wir uns also um Offenheit. Wir brauchen Glasnost für den Kapitalismus – auch und gerade für den Kapitalismus.“

Dies ist ein Zitat von Alfred Herrhausen, das einem Buch von Gerhard Wisnewski, Wolfgang Landgraeber und Ekkehard Sieker voran gestellt ist. Und aus dem der Wurm noch häufiger zitieren wird. Wenn nicht anders angegeben, stammen die Zitate aus diesem Buch. 

Mit Klaus Johannis wurde erstmals ein Rumäniendeutscher Präsident von Rumänien. Durchgesetzt hatte er sich gegen den Ministerpräsidenten Victor Ponta. Hauptgrund für seine Wahl dürfte gewesen sein, dass ihm noch am ehesten zugetraut wird, gegen die unsägliche Korruption im Lande vorzugehen.

Victor Ponta hatte die nationalistische Karte gezogen und sich als „echten“ Rumänen dargestellt, aber dieser Schuss ging nach hinten los.

Warum das so ist, lässt sich an einem Naturschutz-Plakat am Hafen von Tulcea am Donaudelta sehen:

"Die Donau entspringt bei den Deutschen. Fische nach deutscher Art! Also legal."

http://www.geo.de/reisen/community/bildergalerie/reisebericht/547645/549801

http://www.geo.de/reisen/community/reisebericht/547645/2/Unterwegs-in-der-Dobrudscha

"Auf deutsch" oder "nach deutscher Art" hat im Rumänischen immer die Bedeutung von ordentlich, gewissenhaft und legal. Indirekt zeigt das an, was die Rumänen über sich selbst denken. Welche Bedeutung der Ausdruck "nach rumänischer Art" bei den Rumäniendeutschen hat, wird sich mensch denken können.

In einem Gespräch nach der Wahl sagt Klaus Johannis Folgendes:

„Ich wünsche mir ein starkes und prosperierendes Rumänien. Konkret habe ich die Vision eines Landes, in dem jeder seine Arbeit verrichtet, in dem die begonnenen Projekte auch erfolgreich zu Ende gebracht werden, in dem das Gesetz für jeden gilt, in dem Politiker und Institutionen im Dienste der Bürger stehen.“

http://www.dw.de/iohannis-will-den-rechtsstaat-in-rum%C3%A4nien-st%C3%A4rken/a-18072468

http://de.wikipedia.org/wiki/Klaus_Johannis

Anders ausgedrückt: bisher handelt es sich um ein Land, in dem nicht jeder seine Arbeit verrichtet, die begonnenen Projekte nicht erfolgreich zu Ende gebracht werden, das Gesetz nicht für jeden gilt und die Politiker und Institutionen nicht im Dienste der Bürger stehen.

Da sich bislang in Rumänien alle Parteien als korrupt erwiesen haben (inclusive Johannis‘ Partei), werden jetzt keine paradiesischen Zustände ausbrechen. Aber zumindest besteht die Chance, dass es ein klein wenig besser wird.

„In der letzten Woche ist der Spielfilm „Im Labyrinth des Schweigens“ des deutsch-italienischen Regisseurs Giulio Ricciarelli in deutschen Kinos angelaufen. Er setzt sich mit der Vorgeschichte des ersten Auschwitzprozesses vor einem deutschen Gericht auseinander, der Anfang der 1960er Jahre in Frankfurt am Main stattfand …

Ricciarellis Film hält sich weitgehend an die historischen Fakten, baut sie jedoch geschickt in eine fiktive Handlung ein. Dadurch wird jüngeren Zuschauern, für die nicht nur Auschwitz, sondern auch die 50er und 60er Jahre der Bundesrepublik Geschichte sind, ein lebendiger Zugang in diese Zeit ermöglicht. Das Filmteam hat die Prozessakten studiert und sich sowohl von dem letzten noch lebenden Staatsanwalt des Teams von Fritz Bauer wie von Historikern beraten lassen.

Daher ist der Film in allen wesentlichen Fragen authentisch und historisch korrekt. Auf einige Übertreibungen, wie die wilden Alpträume, in denen Radmann Mengele in finsteren Kellerräumen jagt, hätte verzichtet werden können.

Der Film geht der Frage nicht nach, wie es zum Nationalsozialismus und einer derartigen Brutalisierung von Menschen kommen konnte. Die Existenz des Nazi-Regimes, von Auschwitz, Rassismus und Vernichtungskrieg wird nicht hinterfragt, sondern als gegeben genommen. Der Film beschränkt sich auf die Fragen der individuellen Schuld und der Möglichkeit, als Individuum als Antwort auf Auschwitz das Richtige zu tun, wie es einer der Protagonisten im Film ausdrückt.“

https://www.wsws.org/de/articles/2014/11/12/laby-n12.html

http://upig.de/micro/im-labyrinth-des-schweigens.html

Der Film zeigt auch, dass sich kaum einer mit ernsthaften Themen auseinander setzen wollte, vor allem nicht mit negativen Sachen: es war die Zeit des „Wirtschaftswunders“. Die Filme jener Zeit waren an Belanglosigkeit kaum zu überbieten und die Menschen flüchteten ins Privatleben.

Die Vergangenheit war schrecklich. An der waren ein paar Nazis schuld, denen in den „Nürnberger Prozessen“ der Prozess gemacht wurde und ansonsten sollte ein „Schlussstrich“ unter diese Vergangenheit gezogen werden.

Das hieß allerdings: „Die Mörder sind unter uns“ (wie der erste deutsche Nachkriegsfilm hieß) – seitens der deutschen Justiz, die von alten „Seilschaften“ durchsetzt war, gab es keinerlei Interesse an einer juristischen Aufarbeitung der Verbrechen während der Nazi-Zeit. Dagegen kämpfte vor allem einer an: der Generalstaatsanwalt von Braunschweig und später Frankfurt, Fritz Bauer.