Mit dem Regenwurm ist es so eine Sache. Meist nimmt ihn keiner wahr und ernst nehmen tut ihn kaum jemand. Und doch: meist ist er da und oft auch wichtig. Ein eigenes Leben hat er allemal, wenn auch überwiegend unter der Erde - da wühlt und gräbt er sich durch alles durch und kommt mit allem in Kontakt, was es da so gibt im Wurzelbereich und drunterhinaus. Was dahin gerät - und das meiste kommt früher oder später mal da an - betrifft ihn und seine Freunde. Ab und zu kommt Rupert (so der Name des Regenwurms) an die Erdoberfläche, um zu sehen, was die da oben schon wieder alles treiben. Und gibt Kunde davon seinen staunenden Kumpels im Erdreich und jenen über der Erde, die sich für ihn interessieren.

„Der Tod ist Privatsache - da waren sich alle Parlamentarier einig. Immer wieder wurde das an diesem Freitag in der Bundestagsdebatte um die Neuregelung des Gesetzes zur Sterbehilfe betont: Jeder Mensch solle selbst entscheiden können, ob er im Fall einer todbringenden Krankheit aus dem Leben scheiden will oder nicht. Der Staat dürfe hier nicht regulieren. 

Gleichzeitig hat die Politik nun kommerzielle Sterbehilfevereine, wie sie etwa der ehemalige Hamburger Justizsenator Roger Kusch gegründet hatte, verboten - und eben doch eingegriffen.

Wie uneins sich die Abgeordneten über sämtliche Parteigrenzen hinweg tatsächlich waren, zeigte sich schon an den vier verschiedenen Entwürfen, die von einer deutlichen Liberalisierung bis hin zum totalen Verbot alles beinhaltet hatten - am Ende entschieden sich die 602 Abgeordneten mit 360 Ja-Stimmen für einen Entwurf der Abgeordnetengruppe um Michael Brand (CDU) und Kerstin Griese (SPD).

Nach der neuen Regelung ist geschäftsmäßige Sterbehilfe verboten und dies im Strafgesetz verankert. Bisher war es möglich, sich etwa mithilfe eines Sterbehilfevereins das Leben zu nehmen. Die Organisation besorgte die tödlichen Substanzen - der Patient musste sie dann selbst nehmen oder zumindest den Knopf für eine automatische Spritze betätigen. Das ist jetzt vorbei.

In der Debatte wurde vor allem ein Wort diskutiert: "geschäftsmäßig". So stand es im Entwurf von Brand/Griese. Genau darin sahen Kritiker ein Problem. Denn ein Mediziner handele bereits geschäftsmäßig, wenn er eine Leistung regelmäßig durchführe. Befinden sich Ärzte also weiter in einer Grauzone?

"Palliativmediziner, die ihrer normalen ärztlichen Tätigkeit nachgehen, brauchen keine Angst zu haben, dass sie sich strafbar machen", sagt der Medizinrechtler Oliver Tolmein. Sogar Beihilfe zum Suizid ist nach Einschätzung Tolmeins theoretisch möglich - wenn der Arzt sich dazu jeweils strikt auf den Einzelfall bezogen entscheidet und nicht auf Wiederholung angelegt handelt.

Aber genau hier sehen Medizinethiker wie Urban Wiesing das Problem. Ab wann ist das Handeln eines Arztes auf Wiederholung angelegt? Bei zwei Fällen von Sterbebeihilfe? Oder bei zehn? "Die Unsicherheit wird steigen, die Grauzone bleibt bestehen - sie zu entfernen, wäre aber die Aufgabe eines neuen Gesetzes gewesen", sagt Wiesing. Auch Tolmein fürchtet: "Wer häufiger Beihilfe leistet, sollte sich darauf einstellen, dass es Ermittlungen geben kann. Wenn er aber nur strikt einzelfallbezogen handelt, sollte es noch nicht mal zu einer Anklage kommen." Deshalb rät er Medizinern, sich mit einer guten und gründlichen Dokumentation des Handelns vor Ermittlungen zu schützen.

Patienten, die wegen einer für sie unzumutbaren todbringenden Erkrankung aus dem Leben scheiden wollen, sollten zunächst ein Beratungsgespräch führen. Halten sie danach an ihrem Entschluss fest und der Mediziner signalisiert seine Unterstützung zur Beihilfe, ist das möglich. Aber es ist zu befürchten, dass etliche Mediziner vor Beratung und Beihilfe zurückschrecken werden - schließlich könnten sie nun mit dem Strafgesetz in Konflikt kommen. "Durch das Verbot der Vereine und die unklare Regelung wird der Sterbe-Tourismus in die Schweiz steigen", prognostiziert Wiesing.“

http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/sterbehilfe-geschaeftsmaessige-sterbebeihilfe-in-der-grauzone-a-1061369.htm

„Wikipedia“ ist eine schöne Sache. Worüber sich mensch und wurm auch immer informieren will – zumindest gibt „Wikipedia“ einen groben Überblick über das jeweilige Thema. Und jeder Mensch mit Internet-Zugang kann sein Wissen mit einbringen. Was zur Folge hat, dass es dort sehr viele erstklassige Artikel gibt.

Bei vielen Schreibern gibt es allerdings zu vielen Themen und Personen viele unterschiedliche Meinungen, die teilweise ausgemachter Blödsinn sind. Deshalb macht es durchaus Sinn, innerhalb des „Wikipedia“-Systems Menschen zu haben, die ordnen, gewichten und entscheiden.

Das Problem dabei ist, dass viele dieser Entscheidungen in eine einzige Richtung gehen und noch nicht einmal der Versuch unternommen wird, objektiv zu sein. Da ist es sehr leicht möglich, dass jemand, der Kritik an der Regierungs-Politik übt, sich als „Verschwörungs-Theoretiker“, „Neurechter“ oder „Antisemit“ beschimpfen lassen muss, obwohl er mit all dem nichts zu tun hat.

Etwas Licht hinter das Geschehen bei „Wikipedia“ hat ein Film von Markus Fiedler und Frank-Michael Speer mit dem Titel „Die dunkle Seite der Wikipedia“ gebracht:

 

„Er hat „Jehova“ gesagt. In „Monty Pythons“ Film „Das Leben des Brian“ genügt das Aussprechen dieses einen Wortes, um von einer besinnungslosen Menge gesteinigt zu werden.

Akif Pirinçci hat „KZ“ gesagt. Und allein mit der Verwendung dieses Wortes, so scheint es, hat er sich um seine Satisfaktionsfähigkeit und seine Existenz gebracht. Händler wollen seine Bücher nicht mehr verkaufen, Verlage haben seine alten Romane aus dem Verkehr gezogen, Mitstreiter distanzieren sich. Er ist nicht mehr der umstrittene Autor, sondern der indiskutable.“

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/katzen-des-boesen-akif-pirincci-und-die-medien-13886415.html

„In vielen Schlagzeilen wurde die Bemerkung so verkürzt wiedergegeben, dass der Eindruck entstand, der Autor habe sich gewünscht, dass es noch KZs gebe. Danach kündigten Verlage Pirinçcis Verträge und Buchhändler bis hin zu Amazon nahmen seine Werke aus dem Sortiment. Ein nordrhein-westfälischer Händler hat für das Wochenende sogar eine öffentliche Buchvernichtung angekündigt, zu der Kunden ihre Pirinçci-Bücher mitbringen sollen …

Akif Pirincci: Solange ich aber keine Aufrufe zur Gewalt tätige, darf ich eigentlich sagen, was ich möchte. Inzwischen ist es in Deutschland aber so, dass die Presse es nicht mehr akzeptiert, wenn jemand eine andere Meinung vertritt oder Kritik übt. Dann soll diese Stimme zerstört werden. Alle meine Bücher sind nicht mehr verkäuflich, sie sind weder im Buchhandel noch über das Internet erhältlich, das ist unfassbar. Sogar mein Hauptverlag Random House hat mir alle Verträge gekündigt …

Ärger klingt wohl etwas zu harmlos. Meine Existenz wurde zerstört.“

http://www.heise.de/tp/artikel/46/46362/1.html

„Akif Pirinçci hat im Interview mit der Jungen Freiheit berichtet, dass seine soziale Ächtung nunmehr eine nahezu totale sei, nicht allein dass man seine Bücher beinahe komplett aus dem Handel getilgt habe – einzig die erzliberalen Jungs von Manuscriptum wirken beim volksgemeinschaftlichen Boykott nicht mit –, er werde auch auf offener Straße angepöbelt, in Restaurants nicht mehr bedient, man habe ihm Cola über den Kopf geschüttet (ein vergleichsweise moderater Aversionsakt verglichen damit, was auf Twitter, Facebook, Amazon über den Mann ausgekübelt wird, der angeblich die KZs wieder aufmachen will, obwohl er genau das Gegenteil geäußert hat) etc. pp. In einer Zeitung sei ein Foto seines Bonner Hauses samt Adresse veröffentlicht worden – der auf seine dreißig Silberlinge angewiesene deutsche journalistische Meutenfeigling wagt es zwar selber nicht, handgreiflich zu werden, aber man kann der Straße ja mal einen Wink geben, ob wer vielleicht einen Stein oder Farbbeutel oder, man wird doch träumen dürfen, einen Molli …? Hat ja bei anderen auch schon geklappt! Wieso soll dieser literarische Hetzer denn allein und vor allem unbehelligt in einem so großen Haus wohnen dürfen? Der deutsche Autor Pirinçci existiere nicht mehr, sagte Pirinçci, er überlege, das Land zu verlassen. Und der Gutmensch denkt mit sinnendem Nicken: Ja, das kommt davon, das hat er nun davon …“

http://www.deutschland-von-sinnen.de/

So, wie sich Deutschland in den letzten Jahren präsentiert, so hat sich der Wurm früher die DDR vorgestellt: alles folgt einer Linie und wenn es einer wagt, wider diese Linie zu sein, wird er niedergemacht: die Gewerkschaften machen, was die Regierung will (siehe http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/119-niedere-beweggruende.html ), die reale Wirtschaft macht, was die Regierung will (siehe http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/95-kriegshetzer.html), die Regierung macht, was das Finanzkapital will (siehe http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/120-reichtum-fuer-alle.html). Zumindest muss wurm der früheren DDR zugute halten, dass Letzteres bei ihr nicht der Fall war.

Am Wichtigsten und Entlarvendsten sind jedoch die Staatsmedien, die alles mitmachen. Da wird über wichtige Ereignisse entweder gar nicht oder stark verfälschend berichtet oder es wird gleich massiv manipuliert. Darüber hat der Wurm schon mehrfach berichtet; eine nie versiegende Quelle der Dokumentation ist für solche Sachen die „Propagandaschau“: https://propagandaschau.wordpress.com/

Dass sich die privaten Staatsmedien in ihren Berichten und Kommentaren noch wg. Anzeigen-Aufträgen mit den Mächten der Finsternis verbünden, denen sie meistens auch gehören, ist zwar ärgerlich, aber noch halbwegs nachvollziehbar.

Nicht nachvollziehbar ist, dass sich die öffentlich-rechtlichen Sender, die sich zum größten Teil von ihren Gebührenzahlern finanzieren und diesen gesetzlich verpflichtet sind, auf exakt der selben Schiene bewegen wie die Staatsmedien in privater Hand.

Ein Bild des Jammers bot diese Woche der „ARDCheck“, in dem die Intendaten Tom Buhrow und Lutz Marmor dem Publikum Rede und Antwort standen.

 

 

Womit wir wieder bei der DDR wären: es handelte sich um ausgewähltes Publikum mit ausgewählten Fragen: die ARD wählte 150 Fragen aus, die das Publikum stellen durfte. Und diese Fragesteller waren das Publikum. Den Antwortenden war also von vorneherein klar, welche Fragen gestellt würden (und welche nicht) und wer sich im Publikum befindet.

Ein Bild des Elends und ein Bild des Zustands der Republik.

Die Bewohner des Erdreichs lügen nicht. Den Begriff der „Lüge“ und den Umgang damit kennen sie nur aus dem Studium der Menschen. 

Vor 25 Jahren nahm eine der spektakulärsten und folgenreichsten Lügen ihren Lauf: die Brutkastenlüge. Aus „Wikipedia“:

„Als Brutkastenlüge wird die über längere Zeit als Tatsache verbreitete Lügengeschichte bezeichnet, irakische Soldaten hätten bei der Invasion Kuwaits im August 1990, dem Beginn des Zweiten Golfkriegs, kuwaitische Frühgeborene getötet, indem sie sie aus ihren Brutkästen gerissen und auf dem Boden hätten sterben lassen. Sie hatte Einfluss auf die öffentliche Debatte über die Notwendigkeit eines militärischen Eingreifens zugunsten Kuwaits und wurde unter anderem vom damaligen US-Präsidenten George H. W. Bush und von Menschenrechtsorganisationen vielfach zitiert. Erst nach der US-geführten militärischen Intervention zur Befreiung Kuwaits stellte sich die Geschichte als Erfindung der amerikanischen PR-Agentur Hill & Knowlton heraus. Diese war von der im Exil befindlichen kuwaitischen Regierung bezahlt worden, um eine Rückeroberung Kuwaits mittels Öffentlichkeitsarbeit zu unterstützen.“

https://de.wikipedia.org/wiki/Brutkastenl%C3%BCge

Hier die Kurz-Zusammenfassung mitsamt den Folgen: