Mit dem Regenwurm ist es so eine Sache. Meist nimmt ihn keiner wahr und ernst nehmen tut ihn kaum jemand. Und doch: meist ist er da und oft auch wichtig. Ein eigenes Leben hat er allemal, wenn auch überwiegend unter der Erde - da wühlt und gräbt er sich durch alles durch und kommt mit allem in Kontakt, was es da so gibt im Wurzelbereich und drunterhinaus. Was dahin gerät - und das meiste kommt früher oder später mal da an - betrifft ihn und seine Freunde. Ab und zu kommt Rupert (so der Name des Regenwurms) an die Erdoberfläche, um zu sehen, was die da oben schon wieder alles treiben. Und gibt Kunde davon seinen staunenden Kumpels im Erdreich und jenen über der Erde, die sich für ihn interessieren.

Das Interesse des Wurms am „Eurovision Song Contest“ hält sich in Grenzen, zumal er sich schon im letzten Jahr ausführlich damit beschäftigen musste. Zu einem sehr großen Teil könnte er seinen Beitrag wiederholen; zumindest wird er Teile daraus zitieren.

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/167-eine-million-stimmen-und-jede-menge-idioten.html

Die Show hat er sich gar nicht erst angesehen und erst mittendrin bei der Stimmverteilung nachgeguckt, was da so passiert: Australien weit vorne, Russland weit abgeschlagen, Deutschland bildet kurz hinter Polen das Schlusslicht. Ja, das war’s und so ging der Wurm schlafen bzw. verkroch sich in sein Erdreich.

Große Überraschung am nächsten Morgen: Sieger wurde die Ukraine, Russland belegte in der Publikums-Wertung den 1. Platz, Polen den 3. Platz und Deutschland blieb nach wie vor Letzter.

Ursprünglich sollte die Veranstaltung der Europäischen Rundfunkunion die nationalen Eigenheiten der europäischen Länder zeigen. Mittlerweile kann jeder mitmachen, der mitmachen will (Australien ist kein typisch europäisches Land), trotz aller Fähnchen-Schwenkerei wurden die Lieder alle mit einer Ausnahme entweder ganz oder teilweise auf Englisch gesungen. Die Ausnahme war der österreichische Beitrag, der auf Französisch gesungen wurde – einer Sprache, die dort nicht landestypisch ist. Von der Musik, von Aussehen, Kleidung und Auftreten her war meistens nicht ersichtlich, woher die Auftretenden kamen. Von den Texten her zumeist auch nicht – das übliche Trallala.

Die Krone aufgesetzt hat dem Ganzen das Abstimmungs-Verhalten der nationalen Jurys. Damit hat sich der Eurovision Song Contest endgültig als Farce erwiesen.

„Ein 84-jähriger Autofahrer ist im baden-württembergischen Bad Säckingen in eine größere Menschengruppe gerast. Der Unfall ereignete sich vor einem Straßencafé im Zentrum. Eine 63 Jahre alte Frau starb noch an der Unfallstelle, ein Mann erlag später im Krankenhaus seinen Verletzungen. Insgesamt seien 13 Menschen in Krankenhäuser gebracht worden, sagte ein Sprecher der Polizei. Auch der 84-Jährige sei in Behandlung.

Laut Polizei war ein Fahrfehler des Mannes der Grund für den Unfall. Der 84-Jährige habe statt zu bremsen stark beschleunigt und mehrere Tische auf der Terrasse des Cafés in der belebten Innenstadt umgefahren, sagte ein Sprecher.“

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/bad-saeckingen-autofahrer-rast-in-strassencafe-zwei-tote-a-1091232.html

Gerne erinnert der Wurm in dem Zusammenhang an einen ähnlich tragischen Unfall in Bretten aus dem Jahr 2013:

„Wie die Karlsruher Polizei auf PZ-Anfrage berichtet, kann ein technischer Mangel am Fahrzeug als Unfallursache ausgeschlossen werden. „Das Unfallfahrzeug hat nach Einschätzung des Gutachters einwandfrei funktioniert“, sagt Ralf Minet, Pressesprecher der Polizei Karlsruhe. Es handele sich, wie vermutet, um einen Renault mit Automatikgetriebe. Das Fahrzeug sei behindertengerecht umgebaut, der 88-Jährige ist schwerbehindert.

Auch sind in den vergangenen Tagen insgesamt sechs Zeugen des tragischen Unfalls ausfindig gemacht und vernommen worden. Der Unfallverursacher selbst schweigt nach wie vor zu den dramatischen Geschehnissen auf dem Parkplatz. Er war am vergangenen Montagnachmittag rückwärts aus einer Parklücke gefahren und hatte dabei die 34 Jahre alte Frau erfasst. Sie konnte sich wieder aufrichten, als er ein zweites Mal zurück setzte. Dadurch wurde die Frau zwischen zwei Autos eingeklemmt und starb später im Krankenhaus. Ihre zweijährige Tochter wurde lebensgefährlich verletzt, der Säugling erlitt nur leichte Verletzungen.“

http://www.pz-news.de/region_artikel,-Tragischer-Unfall-in-Bretten-Auto-war-technisch-in-Ordnung-_arid,449061.html

Unabhängig von diesen beiden tragischen Unfällen fahren jede Menge Menschen Auto, die dazu geistig gar nicht mehr in der Lage wären. Und bringen damit Menschenleben in Gefahr. Justiz und Verwaltung haben kaum Möglichkeiten, solche Menschen aus dem Verkehr zu ziehen. Die Politik weigert sich, irgend etwas dagegen zu tun. Und trägt damit zumindest eine Mitschuld an jedem Toten und Verletzten, der völlig unnötig zum Opfer wird.

Zu Ehren des großen Humanisten Karlheinz Deschner (siehe http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/92-aufklaerung-ist-aergernis.html) wird in unregelmäßigen Abständen der Deschner-Preis der Giordano-Bruno-Stiftung verliehen. Dieses Jahr ging er an Raif Badawi und dessen Frau Ensaf Haidar.

Im Mai 2014 schrieb die „Süddeutsche Zeitung“ (nachdem er bereits 2 Jahre zuvor inhaftiert wurde) Folgendes:

„Wegen "Beleidigung des Islam" hat ein Gericht in Saudi-Arabien einen Menschenrechtsaktivisten zu zehn Jahren Haft und tausend Peitschenhieben verurteilt. Der Gründer der Organisation Liberales saudi-arabisches Netzwerk, Raif Badawi, müsse zudem ein Bußgeld von umgerechnet knapp 194.000 Euro zahlen, sagte die Vorsitzende des Netzwerks, Suad Schammari.“

http://www.sueddeutsche.de/panorama/saudi-arabien-tausend-peitschenhiebe-fuer-raif-badawi-wegen-islamkritik-1.1954914

Raif Badawi ist mit seinen Meinungen tatsächlich eine Gefahr für die Regierung Saudi-Arabiens. Darf sich eine Regierung gegen eine tatsächliche Gefahr wehren, dürfen sich einzelne Personen gegen die Regierung wehren? Warum wird auf einmal Saudi-Arabien international kritisiert?

Vor 250 Jahren wurde Madame de Stael geboren, eine Frau, die zu ihrer Zeit im größten Teil Europas bedeutenden Einfluss auf Politik, Gesellschaft und Literatur hatte.

Über ihr Hauptwerk „Über Deutschland“ (das in Frankreich bekannter ist als in Deutschland), übt sie diesen Einfluss auch heute noch aus.

„Auf der Flöte groß und bieder

Spielt der Dadaiste wieder,

da am Fluß die Grille zirpt

Und der Mond die Nacht umwirbt,

Tandaradei.

 

Ach, die Seele ist so trocken

Und der Kopf ist ganz verwirrt,

Oben, wo die Wolken hocken,

Grausiges Gevögel schwirrt,

Tandaradei.

 

Ja, ich spiele ein Adagio

Für die Braut, die nun schon tot ist,

Nenn es Wehmut, nenn es Quatsch,- O

Mensch, du irrst so lang du Brot ißt,

Tandaradei.

 

In die Geisterwelt entschwebt sie,

Nähernd sich der Morgenröte,

An den großen Gletschern klebt sie

Wie ein Reim vom alten Goethe.

Tandaradei.

 

Dadaistisch sei dies Liedlein,

Das ich Euch zum besten gebe,

Auf zwei Flügeln wie ein Flieglein

Steig es langsam in die Schwebe.

Tandaradei.

Denk an Tzara denk an Arpen,

An den großen Huelsenbeck!“

 

Das war die „Dada-Schalmei“ von Richard Huelsenbeck, einem der führenden Dadaisten. Der Dadaismus ist offiziell im Februar 1916 entstanden und erhielt seinen Namen im April 1916, also vor 100 Jahren.

Dem entsprechend werden 100 Jahre Dada in der Kunstwelt und seine Folgen gefeiert. Der Wurm ist sich jedoch ziemlich sicher, dass es so ziemlich alle diese Folgen auch ohne den Dadaismus gegeben hätte. Bei aller Sympathie und allen Denkanstößen war der offizielle Dadaismus dann doch eine Enttäuschung.