Mit dem Regenwurm ist es so eine Sache. Meist nimmt ihn keiner wahr und ernst nehmen tut ihn kaum jemand. Und doch: meist ist er da und oft auch wichtig. Ein eigenes Leben hat er allemal, wenn auch überwiegend unter der Erde - da wühlt und gräbt er sich durch alles durch und kommt mit allem in Kontakt, was es da so gibt im Wurzelbereich und drunterhinaus. Was dahin gerät - und das meiste kommt früher oder später mal da an - betrifft ihn und seine Freunde. Ab und zu kommt Rupert (so der Name des Regenwurms) an die Erdoberfläche, um zu sehen, was die da oben schon wieder alles treiben. Und gibt Kunde davon seinen staunenden Kumpels im Erdreich und jenen über der Erde, die sich für ihn interessieren.

Larissa Holzki: „Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs wirkt wie ein Paukenschlag: Arbeit hat Grenzen! Dass Job und Freizeit immer mehr verschwimmen, dass Arbeitnehmer immer mehr das Gefühl haben, stets erreichbar sein zu müssen, ist unzumutbar. Die Mitgliedstaaten der EU müssen nun Arbeitgeber verpflichten, die tatsächliche Arbeitszeit zu erfassen, sagt der Gerichtshof. Er schützt damit die Arbeitnehmer vor ihren Arbeitgebern. Und er schützt sie auch vor sich selbst. Es war höchste Zeit.

Die obersten EU-Richter haben ihr Urteil ganz hoch aufgehängt. Sie berufen sich auf die Grundrechtecharta. Sie sagen damit, dass die Einhaltung von Höchstarbeitszeiten und Ruhepausen ein Grundrecht ist, das mit großer Sorgfalt geschützt werden muss. Maximal 48 Stunden Arbeit pro Woche, mindestens elf Stunden Ruhezeit am Stück pro Tag und mindestens einmal in der Woche 24 Stunden Ruhezeit: Nicht weniger als die Achtung der Menschenwürde verlangt es, dass Arbeitgeber und Arbeitnehmer sich daran halten. Es gibt Grenzen der Entgrenzung.

Die Arbeitszeit kann zum Beispiel per Chipkarte im Büro erfasst werden, per Programm auf dem Laptop oder per App auf dem Smartphone. Das stellt der Gerichtshof den Mitgliedstaaten frei. Weder für den Betrieb noch den Mitarbeiter muss daraus ein großer bürokratischer Akt werden. Es könnte reichen, wenn sie ihren PC hochfahren. Fest steht: Die Arbeitszeit wird sichtbar werden, und schon das kann sehr viel ändern. Denn wenn Arbeitnehmer ihr Stundenkonto einsehen, wenn sie registrieren, wann sie ihre beruflichen E-Mails gecheckt haben, dann werden sie erkennen, wie viel ihrer Lebenszeit sie betrieblichen Interessen opfern - und wie sehr ihre Arbeit ihr Leben bestimmt. Die Arbeitszeiterfassung könnte wie ein Warnsignal vor dem Burnout wirken.

Für viele, die ihren Beruf mit Leidenschaft machen, steht Arbeitszeiterfassung im Widerspruch zu ihrem Selbstverständnis. Doch das ist gar nicht nötig. Niemand schreibt ihnen vor, dass sie ab sofort nur noch Dienst nach Vorschrift leisten dürfen. Es geht darum, sich bewusst zu werden, was man geleistet hat. Auch künftig wird jeder freiwillig Überstunden machen können. Arbeitgeber dürfen es bloß nicht erwarten, und sie werden sich fragen müssen, ob ihre Mitarbeiter wirklich die Wahl haben. Es gibt heute Mitarbeiter, die bis an die Grenzen ihrer Kräfte um die Gunst der Vorgesetzten wetteifern. Künftig sollte an der Grenze des Erlaubten für alle eine rote Linie zu sehen sein.“

https://www.sueddeutsche.de/karriere/arbeitszeiterfassung-arbeitszeit-kommentar-1.4445599

In aller Ruhe: es wird niemand gezwungen, weniger zu arbeiten. Die getane Arbeitszeit soll lediglich registriert werden. Ob bzw. mehr bezahlt wird, ist wieder ein anderes Thema. Der ins Spiel gebrachte Begriff der „Stechuhr“ ist manipulativ – es gibt, wie Larissa Holzki bereits erwähnte, heutzutage ganz andere Methoden der Zeiterfassung.

 

Mensch frage im westlichen Kulturkreis aufgewachsenen Menschen, welche Gemälde er kennt. Mona Lisa“ und „Das Abendmahl“ werden mit Sicherheit dabei sein. Beide von Leonardo da Vinci, der vor 500 Jahren starb.

Umso erstaunlicher, als die Malerei nur eine von mehreren Beschäftigungen war, denen Leonardo nachging. Sein Wert für die Menschheit liegt mit Sicherheit nicht in der Malerei, sondern in der Wissenschaft: für viele gilt er als „erster und größter Naturforscher aller Zeiten“.

 

„„I was born in the year 1632, in the city of York, of a good family, though not of that country, my father being a foreigner of Bremen, who settled first at Hull“, so lautet der erste Satz im Weltbestseller „Robinson Crusoe“ von Daniel Defoe.

Kaum zu glauben, dass die weltweit bekannte Romanfigur Sohn eines Bremer Kaufmanns ist. Ursprünglich hieß Crusoe‘s Vater Kreuznaer, welches sich im Englischen zu Crusoe wandelte. Der Vater wanderte über Hull nach York in Nordengland aus, wo auch Robinson Crusoe aufwuchs.

Noch immer findet man Spuren der Romanfigur in Bremen. Heute steht in der Böttcherstraße das Robinson-Crusoe-Haus. Ludwig Roselius, der Gründer von Kaffee HAG, kaufte nach und nach alle Gebäude der Böttcherstraße auf und ließ sie im Stil des Expressionismus gestalten. Als letztes Gebäude wurde 1931 das Robinson-Crusoe-Haus fertiggestellt. Roselius wählte den Namen als Symbol für hanseatischen Tatendrang und Pioniergeist.“

https://blog.bremen-tourismus.de/bremer-koepfe-robinson-crusoe/

Wer sich wundert, dass die Roman-Figur des Abenteurers Robinson Crusoe für „hanseatischen Tatendrang und Pioniergeist“ steht, hat mit Sicherheit nur die stark verkürzte Version für Kinder bzw. Jugendliche gelesen oder gesehen – tatsächlich ist der vor 300 Jahren erschienene „Robinson Crusoe“ bis heute der Roman des Kapitalismus und Kolonialismus.

Und sein Autor Daniel Defoe einer der bedeutendsten und am meisten unterschätzten Schriftsteller aller Zeiten.

 

 

Stundenlang brannte in Paris die Kathedrale Notre Dame, ein Wahrzeichen nicht nur von Paris, sondern auch von ganz Frankreich und Europa.

Ob es sich um einen „natürlichen“ Brand oder um Brandstiftung handelt, mag dahin gestellt sein und ist zum jetzigen Zeitpunkt reine Spekulation.

So schlimm der Schaden auch sein mag – er dient auf jeden Fall dazu, an die Einigkeit Frankreichs und Europas zu appellieren.

 

Was auch immer die Regierung Ekuadors zu ihrem Entschluss bewogen haben mag: massive Drohungen oder in Aussicht gestellte Wohltaten oder beides zusammen: Ekuador gewährt Julian Assange kein Asyl mehr. Britische Polizisten zerrten ihn aus der Botschaft Ekuadors in London.

 

 

Ein schlimmer Tag für Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, Demokratie. Auch ein schlimmer Tag für jene, die noch an die „westlichen Werte“ glauben.

Sehr wahrscheinlich wird Julian Assange an die USA ausgeliefert, wo ihn nichts Gutes erwartet. Selbst die Todesstrafe ist möglich.