Mit dem Regenwurm ist es so eine Sache. Meist nimmt ihn keiner wahr und ernst nehmen tut ihn kaum jemand. Und doch: meist ist er da und oft auch wichtig. Ein eigenes Leben hat er allemal, wenn auch überwiegend unter der Erde - da wühlt und gräbt er sich durch alles durch und kommt mit allem in Kontakt, was es da so gibt im Wurzelbereich und drunterhinaus. Was dahin gerät - und das meiste kommt früher oder später mal da an - betrifft ihn und seine Freunde. Ab und zu kommt Rupert (so der Name des Regenwurms) an die Erdoberfläche, um zu sehen, was die da oben schon wieder alles treiben. Und gibt Kunde davon seinen staunenden Kumpels im Erdreich und jenen über der Erde, die sich für ihn interessieren.

In Helsinki gab es ein Gipfeltreffen zwischen den USA und Russland.

Es ist immer gut, wenn geredet wird. Die älteren Leser mögen sich an alte Zeiten erinnern, als die Russen bzw. die Sowjets noch die „Bösen“ waren. Wie haben da die westlichen Medien über jene Gipfel berichtet? So ziemlich alle positiv, dass es überhaupt zu Gesprächen kommt und erst recht positiv, wenn der Gipfel gute Ergebnisse gebracht hat.

Der Gegensatz zu heute ist eklatant: die westlichen Medien ärgert es schon, dass überhaupt ein Gipfel zustande kommt und versuchen alles mögliche, dass die Besprechungen schlecht ausgehen.

Einmal mehr zeigen die westlichen Staats-Medien, allen voran die deutschen, ihre heutige Verkommenheit und Kriegstreiberei.

Die Fußball-WM ist vorbei.

Was bleibt? Neben allem anderen sticht vor allem ein Thema heraus: Identität.

Die Urteile im NSU-Prozess sind gefallen. Was der politisch-mediale Komplex dazu zu sagen hat, ist albern, weshalb der Wurm sich mit dessen Thesen erst gar nicht auseinandersetzt.

Tatsache ist: mit staatlichem Wissen wurden Morde an unbescholtenen Mitbürgern begangen. Und staatlicherseits wurde alles getan, um Spuren zu verwischen. Sowohl was die Morde betrifft als auch die drei sehr merkwürdigen Todesfälle, die Zeugen betreffen, die kurz davor waren, auszusagen. Spuren wurden auch danach in den Behörden verwischt, die mit dem NSU zu tun hatten.

 

Zur Zeit läuft in den Kinos der Film „Vom Ende einer Geschichte“. Der ist gut und schön, hat aber vor allem den Vorteil, auf das gleichnamige Buch von Julian Barnes aufmerksam zu machen. So unscheinbar es daherkommt, behandelt es doch Grundprobleme der Menschen so gekonnt wie kaum ein zweites Buch:

- sich-schön-reden bzw. verdrängen von Ereignissen

- mangelnde Kommunikation

- mangelnde Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung

Julian Barnes trifft diese Punkte dermaßen genau, dass der Wurm näher auf sie eingehen möchte.

Hanna Decker: „Die Meldung sorgte für Empörung: Versandhändler Amazon soll gigantische Mengen an Waren vernichten – obwohl sie eigentlich noch zu gebrauchen wären. So berichteten es „Frontal 21“ und die „Wirtschaftswoche“ am Dienstagabend. Waren im Wert von mehreren zehntausend Euro habe sie jeden Tag zerstören müssen, sagt eine Mitarbeiterin. Nicht nur Kleidung, sondern auch Waschmaschinen, Kühlschränke, Rasenmäher. Manchmal mit kleinen Macken, aber grundsätzlich neuwertig.

Amazon bestreitet nicht, dass Produkte vernichtet werden. Für den Versandhändler scheint die Entsorgung zumindest in einigen Fällen die günstigste Lösung zu sein …“

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/diginomics/amazon-und-die-retouren-wie-machen-es-otto-und-zalando-15638099.html

Sollte die empörte Bevölkerung tatsächlich nicht wissen, dass viel für den Müll produziert wird, so trägt sie doch einen großen Teil der Schuld an dieser Praxis.