„Und Gott segnete Noah und seine Söhne und sprach: Seid fruchtbar und mehrt euch und erfüllt die Erde. Furcht und Schrecken vor euch sei über alle Tiere auf Erden und über alle Vögel unter dem Himmel, über alles, was auf dem Erdboden kriecht, und über alle Fische im Meer; in eure Hände seien sie gegeben. Alles, was sich regt und lebt, das sei eure Speise; wie das grüne Kraut habe ich's euch alles gegeben.“   (1. Buch Mose 9; 1-3)

http://www.bibel-online.net/buch/luther_1912/1_mose/9/#1

Es liegt in der Natur der Dinge, dass ein Wurm solche Sätze gar nicht gern hört. Vor allem dann nicht, wenn diese Sätze maßgeblich zur Einstellung großer Religionsgemeinschaften zur Natur beitragen.

Und so war der Wurm gespannt, was der gerade in den Kinos angelaufene Film „Noah“ zu sagen hat. Um es vorweg zu nehmen: es war schlimmer als befürchtet. 

 

Die „Sintflut“ ist kein biblisches Phänomen. Über eine alles verschlingende Flut wird zu unterschiedlichen Zeiten in vielen Kulturkreisen berichtet als Auswirkung mehr oder weniger lokaler Naturkatastrophen. Die bekannteste Erzählung ist das Gilgamesch-Epos, das als Vorlage für die Noah-Erzählung in der Bibel gedient haben dürfte.

http://de.wikipedia.org/wiki/Sintflut

http://de.wikipedia.org/wiki/Gilgamesch-Epos

Es ist schon merkwürdig, was Religion mit Menschen alles machen kann. Uns Tieren gegenüber benehmen sie sich so, als hätten sie – und nur sie – Verstand und könnten besser denken als wir Tiere. Dass wir Tiere da sehr viel anderer Meinung sind, hat der Wurm in seiner kleinen Kolumne ja schon gezeigt. Aber kaum kommt Religion ins Spiel, da werden sie ganz narrisch und schalten das bisschen Verstand, das sie haben, zur Gänze aus.

Da glauben sie wortwörtlich, was in den religiösen Schriften steht. Und auch heutzutage gibt es welche, die daran glauben, dass die Erde vor ca. 6000 Jahren erschaffen worden ist. Dinosaurier werden von denen nicht geleugnet, aber „die hatten keinen Platz auf der Arche Noah“. Uns schaudert es jedes Mal, wenn wir uns solche Sätze anhören müssen.

So richtig schauderhaft muss es in früheren Zeiten gewesen sein, in denen dieser Unfug sehr verbreitet war und diejenigen Probleme bekamen, die etwas anderes behauptet hatten.

Dankenswerterweise hat die Universität Gießen einen äußerst interessanten Vortrag des Geologen Richard Weyl aus dem Jahr 1958 zum Thema „Leonardo da Vinci und das geologische Erdbild der Renaissance“ zugänglich gemacht. Hier einige Ausschnitte daraus:

„So mag es für uns heute erheiternd wirken, daß ein Medizinerkollegium aus Gotha im .Jahre 1699 eiszeitliche Elefantenknochen für Gebilde aus Mergel und Bolus erklärte, daß ein hochangesehener Gelehrter wie Johann Jacob Scheuchzer 1726 einen fossilen Salamander als das Beingerüst eines verruchten Menschenkindes beschrieb, um dessen Sünde willen das Unglück der Sintflut über die Welt hereingebrochen, oder daß noch 1780 der kgl. Preußische Konsistorial- und Baurat Johann Esaias Silberschlag die Arche Noah nachkonstruierte, um die Richtigkeit der Sintflut und die technische Möglichkeit zu Noahs Rettungstat zu erweisen …

Eine der offiziellen „Lehrmeinungen" war die Deutung der Versteinerungen als Überreste der Sintflut. Wir finden sie schon in vorchristlicher Zeit in Verbindung mit der Deukalionischen Flut, und die Kirchenväter griffen diesen Gedanken als willkommenen Beweis für die Richtigkeit ihrer Lehre auf. Sie erlebte auf italienischem Boden in der Renaissance eine besondere Blüte, vor allem durch das Werk Ristoro d'Arrezos „La Composizione del mondo", das die Sintflut durch neue Versteinerungsfunde zu beweisen versuchte. Hiergegen wendet nun Leonardo ein, daß die Muscheln durch die Flut auf die Höhe der Berge hätten getragen werden müssen, auf denen man sie findet, daß dies aber durch die bergab laufenden Regenwässer der Sintflut nicht möglich sei. Wenn man aber behaupten wolle, daß die Muscheln aktiv vom Meere auf die Höhen der Berge gewandert seien, wie verträgt sich die Dauer der Sintflut von 40 Tagen mit ihrer beobachtbaren Wandergeschwindigkeit oder richtiger Langsamkeit? Mit einer Bewegung von drei bis vier Ellen am Tage könnten die Muscheln nicht 250 Meilen vom Adriatischen Meer bis an den Montferrato in der Lombardei gewandert sein, „wie einer behauptet, der diese Zeit genau beobachtet hat", wird bissig hinzugefügt.

„Wie aber wollen wir erklären, warum am Montferrato jeden Tag zerfressene Korallen gefunden werden, und zwar an die Felsen geheftet, die von den Strömungen der Flüsse freigelegt worden sind'? Und die genannten Felsen sind auch alle bedeckt mit Stöcken und Familien von Austern, die sich nicht bewegen können, sondern mit einer ihrer Schalen immer an den Felsen geheftet bleiben und die andere öffnen, um sich von kleinen Lebewesen zu ernähren, die im Wasser herumschwimmen." Und schließlich, wenn die Wasser der Sintflut die ganze Erde bedeckt hätten, wohin hätten sie dann ablaufen sollen?“

http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2014/10729/pdf/NaGiHo_Bd_27_1958_109_121.pdf

Jeremias Juchtenkäfer, Leiter der Arbeitsgruppe REA (Religiöses, Esoterisches, Abstruses), kennt sich natürlich in der Thematik gut aus: Es gibt drei Stellen in der Bibel, die für das Verhalten der Christen gegenüber der Natur verantwortlich zeichnen. Die erste ist die eingangs erwähnte, in der „Furcht und Schrecken“ über die Tiere verbreitet werden soll.

Die anderen beiden Stellen haben unmittelbar mit Jesus zu tun: Er lässt Dämonen in eine Schweineherde fahren, die er ohne das geringste Mitleid in dem nahen See ertrinken lässt und er verflucht einen Feigenbaum, der im Frühjahr keine Früchte trägt.

Der Kommentar hierzu von Kirchenvater Augustinus: „Christus selbst zeigt, dass es höchster Aberglaube ist, sich des Tötens von Tieren und des Zerstörens von Pflanzen zu enthalten …“

Hier sind diese zwei Stellen:

 „… Als er aber Jesus von ferne sah, lief er und warf sich vor ihm nieder, schrie mit lauter Stimme und sprach: Jesus, du Sohn Gottes, des Höchsten, was habe ich mit dir zu schaffen? Ich beschwöre dich bei Gott, daß du mich nicht peinigest! Denn er sprach zu ihm: Fahre aus, du unreiner Geist, aus dem Menschen! Und er fragte ihn: Wie heißest du? Und er antwortete und sprach: Legion heiße ich; denn wir sind viele! Und er bat ihn sehr, sie nicht aus dem Lande zu verweisen. Es war aber dort an den Bergen eine große Herde Schweine zur Weide. Und die Dämonen baten ihn und sprachen: Schicke uns in die Schweine, damit wir in sie fahren! Und alsbald erlaubte es ihnen Jesus. Und die unreinen Geister fuhren aus und fuhren in die Schweine. Und die Herde stürzte sich den Abhang hinunter in das Meer (ihrer waren etwa zweitausend), und sie ertranken im Meer. Die Hirten aber flohen und verkündigten es in der Stadt und auf dem Lande. Und sie gingen hinaus zu sehen, was da geschehen war. Und sie kommen zu Jesus und sehen den Besessenen, der die Legion gehabt hatte, dasitzen, bekleidet und vernünftig; und sie fürchteten sich. Und die es gesehen hatten, erzählten ihnen, wie es mit dem Besessenen zugegangen war, und das von den Schweinen. Da fingen sie an, ihn zu bitten, er möge aus ihren Grenzen weichen.“   Markus 5; 1-17

http://www.bibel-online.net/buch/schlachter_1951/markus/5/#1

Mensch stelle sich mal vor, er hätte eine Herde von 2.000 Schweinen gehabt. Denjenigen, der diesen Besitz zu Grunde gerichtet hätte, hätte mensch wohl auch „gebeten“, aus seinen Grenzen zu weichen.

„Und als sie am folgenden Tage Bethanien verließen, hungerte ihn. Und als er von ferne einen Feigenbaum sah, der Blätter hatte, ging er hin, ob er etwas daran fände. Und als er zu demselben kam, fand er nichts als Blätter; denn es war nicht die Zeit der Feigen. Und Jesus hob an und sprach zu ihm: Es esse in Ewigkeit niemand mehr eine Frucht von dir! Und seine Jünger hörten es.“   Markus 11; 12-14

http://www.bibel-online.net/buch/schlachter_1951/markus/11/#1

Ein friedfertiger, vernünftiger  Mensch hätte weder erbarmungslos 2.000 Schweine getötet noch einen Feigenbaum verflucht, der keine Früchte trägt („denn es war nicht die Zeit der Feigen“), nur weil er gerade Hunger hat und meint, alles und jeder hätte ihm zu Diensten zu sein.

Um noch mal den Kirchenlehrer Augustinus zu zitieren: „Christus selbst zeigt, dass es höchster Aberglaube ist, sich des Tötens von Tieren und des Zerstörens von Pflanzen zu enthalten …“

Und es wurde (und wird) getötet, zerstört und Furcht und Schrecken verbreitet: aus theologischen Gründen wurde geleugnet, dass Tiere leiden können – schließlich hat Adam in den Apfel gebissen und nicht irgend ein Hund. Der maßgebliche Kirchenlehrer Thomas von Aquin unterstrich mit der ganzen Kraft seiner Autorität, dass Tiere keinerlei Rechte hätten und – vom christlichen Standpunkt aus – nichts Falsches daran sei, Tiere zu martern. Im 19. Jahrhundert weigerte sich Papst Pius IX., die Gründung einer Gesellschaft zur Verhinderung von Grausamkeiten gegen Tiere zu gestatten. Er meinte, es sei eine Gotteslästerung, wollte man gegen das Abschlachten von Tieren aufbegehren.

Wer sich näher für das Thema interessiert, sei an „Die Lehre des Unheils“ von Edgar Dahl und an „Animal Liberation“ von Peter Singer verwiesen. Und an zwei Seiten im Internet, die sich ausführlich mit dem Thema beschäftigen:

http://www.verbrechenderkirche.de/index.php?option=com_k2&view=item&id=1%3Atierleid&tmpl=component&print=1&Itemid=1

http://www.freiheit-fuer-tiere.de/broschueren-filme-musik/dertierleichenfresser/millionenfaches-tierleid-.html

Letztere Seite zeigt auf, was die Katholische Kirche und die Evangelische Kirche heute zum Thema sagen:

„Die tierfeindliche Kirchenlehre ist heute im Katechismus der katholischen Kirche festgeschrieben:

»(2417) Gott hat die Tiere unter die Herrschaft des Menschen gestellt, den er nach seinem Bild geschaffen hat. Somit darf man sich der Tiere zur Ernährung und zur Herstellung von Kleidern bedienen. Man darf sie zähmen, um sie dem Menschen bei der Arbeit und in der Freizeit dienstbar zu machen. Medizinische und wissenschaftliche Tierversuche sind in vernünftigen Grenzen sittlich zulässig, weil sie dazu beitragen, menschliches Leben zu heilen und zu retten.

(2418) Auch ist es unwürdig, für sie Geld auszugeben, das in erster Linie menschliche Not lindern sollte. Man darf Tiere gern haben, soll ihnen aber nicht die Liebe zuwenden, die einzig Menschen gebührt.«

Im Evangelischen Erwachsenenkatechismus spielen die Tiere keine Rolle. Auf den fast 900 Seiten steht kein Wort über Massentierhaltung, Tiertransporte, Verzehr von Tieren, Tierversuche oder Jagd. Doch die wenigen Worte, die sich über die Tiere finden lassen, sind erschreckend: Die lutherische Kirche spricht von Tieren als »nicht-personale Kreaturen« - und zieht daraus die Rechtfertigung, ihr Lebensrecht zu missachten.

Bis heute müssen - aufgrund der tierfeindlichen Haltung und Lehre der Kirche - Tag für Tag unzählige Tiere mit ihrem Leben bezahlen.“

Die Menschen kritisieren gerne. Wenn es aber darum geht, Konsequenzen zu ziehen oder gar ihr eigenes Denken zu hinterfragen, machen sie einen gewaltigen Rückzieher. In diesem Fall geht das nach dem Motto „Kirche schlecht – Jesus und Urchristentum gut“ und sie biegen sich alles zurecht, nur damit es noch irgend wie in ihr Weltbild passt.

Aber leider waren weder Jesus noch die Urchristen (von Ausnahmen abgesehen) besonders gute Menschen. Von denen, die es mit der Natur haben, wird gerne verbreitet, dass Jesus selbst Vegetarier gewesen sei.

Sehr wahrscheinlich war er das nicht: seine Gegner bezeichnen ihn als „Fresser und Weinsäufer“ (Matthäus 11; 19) und das hört sich nicht nach Müsli an, ein Vegetarier würde keine wundersame Brot- und Fischvermehrung machen (Matthäus 14; 15-21) und das Abendmahl, „an dem man das Paschalamm schlachtete“ würde ein Vegetarier zumindest kritisieren (Markus 14; 12-16).

Der Wurm möchte noch den Philosophen Theodor Lessing und den Schriftsteller Hans Henny Jahnn zitieren:

„Mit vollstem Rechte könnte der Morgenländer der christlichen Glaubenslehre vorhalten: Wie? Nur Nächstenmoral soll ich üben? Nur meinesgleichen soll ich lieben? Nicht die Sonne? Nicht die Tiere? Nicht Blumen und Kräuter? Nicht Bewohner unbekannter Welten und bessere Gestirne? Es scheint mir, daß bei euch im Abendlande der Mensch aus dem Leben heraus- und der Natur gegenübergetreten ist. Denn immer handelt es sich um eure Not, eure Sehnsucht, eure Erlösung.“

„… Ich möchte Tempel bauen … - aber einem Gott, der dem Menschen gleicht, einem Verantwortlichen, der seine Sache so schlecht macht? Nein. Schon deswegen nicht, weil diese Masse der Frommen das Tier nicht achtet, aber die Technik, die Bomben und das Eisengerüst bejaht …“

Jetzt aber zum Film. Um den zu verstehen, sollte mensch erst mal die Geschichte der Sintflut kennen. Und die beginnt folgendermaßen:

„Da aber der HERR sah, daß der Menschen Bosheit groß war auf Erden und alles Dichten und Trachten ihres Herzens nur böse war immerdar, da reute es ihn, daß er die Menschen gemacht hatte auf Erden, und es bekümmerte ihn in seinem Herzen, und er sprach: Ich will die Menschen, die ich gemacht habe, vertilgen von der Erde, vom Menschen an bis auf das Vieh und bis auf das Gewürm und bis auf die Vögel unter dem Himmel; denn es reut mich, daß ich sie gemacht habe. Aber Noah fand Gnade vor dem HERRN.“   (1. Buch Mose 6; 5-8)

http://www.bibel-online.net/buch/luther_1912/1_mose/6/

Dieser „HERR“ ärgert sich also über die von ihm selbst erschaffenen Menschen und will sie mit wenigen Ausnahmen töten. Gut und schön – aber was haben wir Tiere damit zu tun? Warum müssen auch noch die Tiere getötet werden?

Von den Menschen soll lediglich die Familie Noah überleben: Noah selbst, seine Frau, seine drei Söhne und seine drei Schwiegertöchter. Von den „unreinen“ Tieren je ein Paar, von den „reinen“ Tieren je sieben Paare. An dieser Stelle möchte sich der Wurm ganz herzlich bedanken, dass er als „unrein“ und damit minderwertig gilt!

„Noah aber baute dem HERRN einen Altar und nahm von allerlei reinem Vieh und von allerlei reinem Geflügel und opferte Brandopfer auf dem Altar. Und der HERR roch den lieblichen Geruch und sprach in seinem Herzen: Ich will hinfort nicht mehr die Erde verfluchen um der Menschen willen; denn das Dichten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf. Und ich will hinfort nicht mehr schlagen alles, was da lebt, wie ich getan habe.   (1. Buch Mose 8; 20-21)

http://www.bibel-online.net/buch/luther_1912/1_mose/8/

Na ja, hat ja auch seine Vorteile, nicht als Opfer verbrannt und vom „HERRN“ nicht lieblich gerochen zu werden.

Dazu kommt noch die „Furcht und Schrecken“ verbreitende Stelle ganz am Anfang.

Was macht der Regisseur daraus? Es gibt eine Vorgeschichte. Mehrfach wird die Ursünde erwähnt und mehrfach wird erwähnt, dass Kain seinen Bruder Abel erschlagen hat, und die Nachkommen Kains sich hauptsächlich von Fleisch ernähren. Als es immer weniger davon gibt, schrecken sie vor Menschenfleisch nicht zurück.

An der Stelle sollte gesagt werden, dass Kain eigentlich Ackerbauer war. Macht nichts, der heutige Kinozuschauer weiss das eh nicht.

Ferner gibt es im Film noch die „Wächter“. Diese hatten die ersten Menschen bewacht und ihnen geholfen, wurden deshalb von Gott verstoßen und als „gefallene Engel“ in eine Art Steinwesen verwandelt. Und die Menschen haben ihnen ihre Hilfe nicht gedankt, sondern sie auch noch bekämpft. Übrigens: wo auch immer die Geschichte mit den „gefallenen Engeln“ stehen mag – in der Bibel steht sie nicht („Teufel“ und „Hölle“ stehen genauso wenig im Alten Testament – die werden erst von Jesus „erfunden“).

Kennzeichen der verderbten Menschen ist die industrielle Fertigung. Die wird auch so bezeichnet, es sind „Industrie-Ruinen“ zu sehen, bei der Herstellung von Waffen tragen die Menschen einen Gesichtsschutz, wie es ihn heutzutage in Stahlwerken gibt und sie schießen mit Feuerwaffen.

Warum auch immer – es gibt so gut wie gar nichts Grünes mehr, kaum noch jagdbare Tiere. Also werden andere Menschen überfallen und ausgeraubt und zum Schluss auch noch verspeist.

Dem gegenüber steht die Familie Noahs, die die Städte meidet, sich vegan ernährt und keine Blumen pflückt („wir sammeln nur, was wir brauchen"). Also das Idealbild der heutigen ökologischen Familie. Allerdings handelt es sich um keine liebenswerte Familie. Eigentlich ist die Familie schon liebenswert, allerdings ist Noah ein Fundamentalist, der Gottes Meinung so interpretiert, dass die ganze Menschheit außer seiner Familie ausgerottet gehört. Und wenn die Mitglieder seiner Familie gestorben sind, soll es gar keine Menschen mehr geben. Basta!

In der Bibel haben die drei Söhne Noahs jeweils eine Frau mit auf der Arche, welche die Erde wieder mit Menschen bevölkern sollen. Im Film kommt nur eine junge Frau mit, die wg. einer Verletzung aus einem Überfall der bösen Kain-Nachfolger keine Kinder bekommen kann.

Noah will, dass es kein weiteres menschliches Leben geben soll. Also darf der zweite, sich einsam fühlende Sohn, keine Frau suchen. Er sucht und findet tatsächlich eine, offensichtlich „gute“ Frau, flieht vor der Kain-Sippschaft, wobei sie in eine Tierfalle tappt und er vom ihn suchenden Noah weggezogen wird, also die Frau im Stcih gelassen wird.

Offensichtlich gibt es nicht nur verderbte, sondern auch „gute“ Menschen, die Noah aber nicht interessieren. Es sollen ja keine Menschen überleben. Selbst als ihn seine Familie anfleht, Ertrinkende aus den Fluten zu retten, weigert er sich.

Nachdem die als unfruchtbar geltende Adoptivtochter schwanger wird, tätigt er die Aussage, dass er das Kind, wenn es eine Tochter wird, töten wird. Er verhindert die Flucht von den werdenden Eltern und nach der Geburt (es sind zwei Töchter) lässt er sich erst im allerletzten Moment erweichen.

Schließlich landet die Arche. Selbstverständlich werden im Film keine Brandopfer dargebracht. Die letzten Worte im Film lauten: „Seid fruchtbar und mehrt euch und erfüllt die Erde“.

Wenn mensch davon absieht, dass er während des Films kaum mal Zeit hat, zu denken oder etwas auf sich wirken zu lassen und noch nicht einmal die Zeit hat, das Geschriebene am Anfang des Films vollständig zu lesen, dass es dauernd laut ist und es dauernd Kämpfe und Brutalitäten zu sehen gibt, stellt sich die Frage, was jetzt die Botschaft des Films sein soll.

Eine Interpretation aus christlicher Sicht bietet Gottfried Lochner:

http://www.ref.ch/hauptseiten/aktuell/news/8952/?utm_source=twitterfeed&utm_medium=twitter

Hier noch eine lesenswerte Kritik von Rüdiger Suchsland:

http://www.heise.de/tp/artikel/41/41395/1.html

Auf jeden Fall werden sich christliche und ökologische Fundamentalisten in dem Film wieder finden.

Eine zumindest vegetarische Lebensweise findet der Wurm ja wunderschön: um gut und gesund leben zu können, müssen Menschen Tiere weder quälen noch töten.

Allerdings gibt es aus Sicht der Tiere und des Umweltschutzes ein Hauptproblem. Und das sind die sich immer mehr vermehrenden Menschen, die uns Tieren (und Pflanzen) mehr und mehr Lebensraum nehmen.

Für uns sind Städte ein Segen, da die Menschen dort konzentriert sind und die Familien weniger Kinder haben als auf dem Land. 1.000 Familien, die in der Stadt in mehrgeschossigen Häusern wohnen, haben einen wesentlich geringeren Bedarf an Bodenfläche als 1.000 Familien, die meinen, sich „im Grünen“ breit machen zu müssen. Und es ist davon auszugehen, dass die Stadtmenschen mehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, um zur Arbeit oder zum Einkaufen zu fahren, als es Landmenschen tun.

So merkwürdig es klingen mag: diejenigen Gruppen, die der Natur durch Flächenverbrauch und zahlreichen Nachwuchs am meisten schaden, sind diejenigen, die vorgeben, sich für die Natur am meisten einzusetzen: christliche und ökologische (mehr oder weniger) Fundamentalisten.