Ein Ring, sie zu knechten, sie alle zu finden,

Ins Dunkel zu treiben und ewig zu binden

Im Lande Mordor, wo die Schatten drohn.

(aus „Der Herr der Ringe“)

 

Die Regierung schert sich einen Dreck um die Bevölkerung und zieht ihr Ding gnadenlos durch. Deutschland und der Rest der Welt driften immer mehr in Richtung Dystopie.

Das läuft zwar seit vielen Jahren in diese Richtung; dass das jetzt aber so schnell und so rücksichtslos durchgezogen wird – damit hätte auch der Wurm nicht gerechnet.

 

Lockdown und Wissenschaft

 

Boris Reitschuster: „Noch am 1. September hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in Bottrop versichert: „Man würde mit dem Wissen von heute… keinen Einzelhandel mehr schließen. Das wird nicht nochmal passieren.“ Aber genau das ist nun passiert. Auf der Bundespressekonferenz habe ich heute dazu den Sprecher von Spahn, Hanno Kautz, gefragt, warum der Minister sein Wort gebrochen habe. Und welche validen Zahlen dafür vorliegen, dass es im Einzelhandel zu vermehrten Ansteckungen komme und damit der Kurswechsel gerechtfertigt sei.

Kautz antwortete: „Der Minister hat sich wiederholt dazu geäußert, Herr Reitschuster. Er hat gesagt: Das Problem ist nach wie vor nicht die Infektion in den Läden, sondern der Weg zu den Läden. Ein Weihnachtseinkaufsgeschehen passt nicht zur aktuellen Pandemielage.“

Meine Nachfrage: „An dem Weg hat sich ja wohl nichts geändert und der Lockdown dauert ja auch über Weihnachten hinaus. Noch einmal die Frage: Welche validen Daten liegen vor, die das rechtfertigen?“

Darauf Kautz: „An den Zahlen hat sich aber etwas geändert, Herr Reitschuster. Wir verzeichnen momentan 400, 500 Todesfälle am Tag. Das war damals nicht der Fall. Wir haben gesehen, dass die Maßnahmen, die ergriffen wurden, zu einem Abflachen, aber nicht zu einem Sinken der Kurve geführt hat. Deswegen sind diese Entscheidungen gefallen.““

https://reitschuster.de/post/spahns-corona-wortbruch/

Klaus Peter Krause: „Nun beschränken sie unsere Freiheit noch massiver. Bundeskanzlerin und Ministerpräsidenten der Bundesländer haben unter dem Corona-Vorwand am 13. Dezember entschieden, die Freiheitsbeschränkungen vom 16. Dezember an drastisch zu verschärfen. Schon vorher hatten sich führende Politiker darin überboten, „schnelle und harte Maßnahmen“ zu fordern oder anzukündigen. Der Bundespräsident, ohne Zweifel im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte, behauptete: „Die Lage ist bitterernst.“ Der Bundeswirtschaftsminister, ebenfalls bei klarem Verstand, fürchtete drohend, die Corona-Pandemie könne völlig außer Kontrolle geraten. Doch nicht das Virus gerät außer Kontrolle, sondern die Bundesregierung. Sie hat mit ihrer Corona-Panikmache auch ihre Selbstkontrolle verloren, denn jedes Mitglied im Kabinett spielt unverdrossen gehorsam mit, keines erhebt Widerspruch. Die Regierenden in Bund und Ländern sind von einem anderen Virus befallen. Es heißt Machtmissbrauch. Gegen das allerdings hilft nur dieses eine Medikament: die Abwahl. Das aber will die Mehrheit der deutschen Bürger nicht anwenden, denkt noch nicht einmal im Traum daran. Zu tief sitzt die ihr erfolgreich eingejagte Angst.

Bei den immer noch weiteren Verschärfungen und Verlängerungen der staatlichen Anti-Corona-Diktate packt einen die Wut. Es ist ohnmächtige Wut, denn wer sich widersetzt, wird strafbewehrt verfolgt und wer warnt, eines Tages wohl gar wegen „Volksverhetzung“ verurteilt. Vorstellen kann man sich inzwischen alles. Politische Führung und die meist links-grün verseuchten Mainstream-Medien sind sachlicher Aufklärung und vorgebrachten Tatsachen nicht zugänglich. Dass die Folgen der Maßnahmen gegen eine Corona-Infizierung politisch und wirtschaftlich folgenreicher, schlimmer und gefährlicher sind als die Folgen des Virus für die menschliche Gesundheit, schert sie einen Kehricht.

Viele Bürger treibt um, was in und mit Deutschland geschieht sowie mit der westlichen Welt insgesamt. Und was die Menschen hier und dort mit sich geschehen lassen. Dabei ist die „Plandemie“ durch das Virus SARS-CoV-2 (kurz Coronavirus oder Covid-19) nur ein Teil dieses Geschehens. Aber die politische Instrumentalisierung dieses Virus und damit ihre politische Gefährlichkeit rechtfertigen es, nein, gebieten es geradezu, dass auch ich diesem Thema immer wieder besondere Aufmerksamkeit gebe und wiederholt darüber informiere, wie es durch freie und unabhängige Köpfe auch anderswo im Internet geschieht.

Daher hier ein weiterer Hinweis: Eine besonders umfassende und allgemein verständliche Darstellung der Fakten gibt es vom Schweizer Forschungs- und Informationsprojekt Swiss Policy Research (SPR). Im August habe ich auf SPR schon einmal hingewiesen. Diese Darstellung ist hervorragend. Sie wird regelmäßig auf den jeweils aktuellen Stand gebracht und verdient, weithin verbreitet zu werden. Es sind, wie SPR schreibt „von Fachleuten präsentierte, vollständig referenzierte Fakten zu Covid-19, die unseren Lesern eine realistische Risikobeurteilung ermöglichen sollen“. Die jüngste Aktualisierung stammt jetzt aktuell vom Dezember 2020. Wegen der Länge der Darstellung gebe ich nur die länderübergreifende Übersicht wieder. Das Folgende ist ihr Wortlaut.

- Letalität: Laut den neuesten immunologischen Studien liegt die Letalität von Covid-19 (IFR) in der Allgemeinbevölkerung in den meisten Ländern bei insgesamt circa 0,1 bis 0,5 Prozent, was vergleichbar ist mit den mittelstarken Grippepandemien von 1957 und 1968.

- Behandlung: Bei Personen mit hohem Risiko oder hoher Exposition ist eine frühzeitige und prophylaktische Behandlung entscheidend, um eine Progression der Erkrankung zu vermeiden.

- Altersprofil: Das Medianalter der Verstorbenen liegt in den meisten Ländern bei über 80 Jahren und nur circa fünf Prozent der Verstorbenen hatten keine ernsthaften Vorerkran­kungen. Das Alters- und Risikoprofil der Covid-Mortalität entspricht damit im Unterschied zu Grippepandemien im Wesentlichen der normalen Sterblichkeit und erhöht diese proportional.

- Pflegeheime: In vielen westlichen Ländern ereigneten sich bis zu zwei Drittel aller Todesfälle in Pflegeheimen, die einen gezielten und humanen Schutz benötigen. Teilweise ist nicht klar, ob die Bewohner wirklich an Covid-19 starben oder an wochenlangem Stress und Isolation.

- Übersterblichkeit: Bis zu 30 Prozent aller zusätzlichen Todesfälle wurden nicht durch Covid verursacht, sondern durch die Folgen von Lockdowns, Panik und Angst. So ging etwa die Behandlung von Herzinfarkten 40 Prozent zurück, da sich Patienten nicht mehr in die Kliniken wagten.

- Antikörper: Bis im Sommer 2020 erreichten globale Hotspots wie New York City oder Bergamo Antikörper-Werte von circa 25 Prozent. Metropolen wie Madrid, London und Stockholm lagen bei circa 15 Prozent. Weite Teile Europas und der USA lagen indes noch bei fünf Prozent.

- Symptome: Bis zu 40 Prozent aller infizierten Personen bleiben symptomfrei, circa 80 Prozent zeigen höchstens milde und circa 95 Prozent höchstens moderate Symptome und müssen nicht hospitalisiert werden. Milde Verläufe werden unter anderem durch kreuzreaktive T-Zellen erklärt, die durch den Kontakt mit früheren Coronaviren (Erkältungsviren) entstanden sind.

- Long Covid: Circa zehn Prozent der Erkrankten berichten von post-akutem Covid, das heißt von Symptomen über mehrere Wochen oder Monate. Dies betrifft auch jüngere und zuvor gesunde Menschen mit starker Immunantwort. Das post-virale Syndrom ist bereits von starker Influenza bekannt.

- Übertragung: Die Übertragung des Coronavirus erfolgt nach derzeitigem Kenntnisstand hauptsächlich durch Aerosole in Innenräumen sowie durch Tröpfchen, während Aerosole im Freien sowie die meisten Objektoberflächen eine untergeordnete Rolle zu spielen scheinen.

- Masken: Für die Wirksamkeit von Masken in der Allgemeinbevölkerung gibt es weiterhin kaum Evidenz und die Einführung einer Maskenpflicht konnte die Epidemie in kaum einem Land eindämmen oder verlangsamen. Bei unsachgemäßer Verwendung können Masken das Infektionsrisiko sogar erhöhen und in manchen Fällen zu Atemproblemen führen.

- Kinder und Schulen: Im Unterschied zur Influenza ist das Erkrankungs- und Übertragungsrisiko bei Kindern im Falle von Covid-19 sehr gering. Für die Schließung von Grundschulen oder andere besondere Maßnahmen für Kinder gab und gibt es deshalb keinen medizinischen Grund.

- Contact Tracing: Eine WHO-Studie von 2019 zu Maßnahmen gegen Grippepandemien ergab, dass Kontaktverfolgung aus medizinischer Sicht „unter keinen Umständen zu empfehlen“ ist. Auch Contact-Tracing-Apps auf Mobiltelefonen sind in den meisten Ländern bereits gescheitert.

- PCR-Tests: Die international verwendeten Virentestkits können teilweise falsch positive und falsch negativ Resultate ergeben sowie auf nicht infektiöse Virenfragemente einer früheren Infektion reagieren. Eine wichtige Kennzahl ist dabei der Zyklusschwellenwert.

- Fehlbehandlungen: In den USA und einigen anderen Ländern kam es zu teils tödlichen Fehlbehandlungen von Covid-Patienten aufgrund fragwürdiger finanzieller Anreize und ungeeigneter Methoden. In den meisten Ländern sank die Covid-Letalität inzwischen deutlich.

- Lockdowns: Die WHO erklärte, dass Lockdowns eine „schreckliche globale Katastrophe“ ausgelöst haben. Laut Uno sind durch Lockdowns 1,6 Milliarden Menschen vom akuten Verlust ihrer Lebensgrundlagen sowie 150 Millionen Kinder von akuter Armut bedroht. Arbeitslosigkeit, Konkurse und psychologische Probleme haben weltweit Höchstwerte erreicht.

- Schweden: In Schweden liegt die Gesamtsterblichkeit ohne Lockdown bisher im Bereich einer starken Grippewelle. 70 Prozent der schwedischen Todesfälle erfolgten in Pflegeeinrich­tungen, die zu wenig rasch geschützt wurden. Das Medianalter der Todesfälle liegt bei 84 Jahren.

- Medien: Viele Medien berichten oftmals unseriös über die Pandemie und haben dadurch eine Maximierung der Angst sowie eine massive Überschätzung der Mortalität durch Covid-19 bewirkt. Einige Medien verwendeten sogar manipulative Bilder, um die Situation zu dramatisieren.

- Impfstoffe: Zahlreiche Fachleute bezeichneten forcierte Impfstoffe gegen das Coronavirus als risikoreich. So führte etwa der Impfstoff gegen die sogenannte Schweinegrippe von 2009 zu teilweise schweren neurologischen Schäden und Klagen in Millionenhöhe. Auch bei Tests von Corona-Impfstoffen kam es bereits zu ernsthaften Komplikationen.

- Ursprung: Der Ursprung des neuen Coronavirus bleibt unklar, aber die beste Evidenz deutet derzeit auf einen Covid-artigen Pneumonie-Vorfall in einer chinesischen Mine von 2012 hin, deren Virenproben vom Virologischen Institut in Wuhan gesammelt, gelagert und erforscht wurden.

- Überwachung: NSA-Whistleblower Edward Snowden warnte, dass die Covid-Pandemie für den permanenten Ausbau von Überwachung genutzt wird. Weltweit kam es während Lockdowns zum Monitoring der Zivilbevölkerung durch Drohnen und zu teilweise massiver Polizeigewalt.

So weit der SPR-Überblick zur aktuellen Lage. Die vollständige Faktensammlung finden Sie am Ende des Artikels. Zum Ausbau der staatlichen Überwachung hatte SPR in der September-Aktualisierung dies festgehalten: „Über 600 Wissenschaftler haben vor einer „beispiellosen Überwachung der Gesellschaft“ durch problematische Apps zur Kontaktverfolgung gewarnt. In einigen Ländern wird diese Kontaktverfolgung bereits direkt vom Geheimdienst durchgeführt.“

Was SPR über „Deutschland im Corona-Winter“ zusammengetragen hat, finden Sie am Ende des Artikels. Bemängelt wird darin dies: „Ein Konzept zur ambulanten Prophylaxe und Frühbehandlung von Risikogruppen, mit dem Hospitalisierungen und Todesfälle laut internationalen Studien um bis zu 80 Prozent reduziert werden können, besteht in Deutschland bisher nicht. Auch ein gezielter Schutz der Risikogruppen wird – mit einigen beachtlichen Ausnahmen wie der Stadt Tübingen – kaum versucht.

Vor Corona“ galt man bis zum Beweis des Gegenteils als gesund, heute „mitten in Corona“ gilt man bis zum Beweis des Gegenteils als krank. Das ist wie eine willkürliche Beweislastumkehr. „Vor Corona“ wurde der Beweis durch Symptome und ärztliche Diagnosen erbracht, heute „mitten in Corona“ wird er durch einen Test geliefert, der dafür weder vorgesehen noch geeignet ist. Fällt der Test „positiv“ aus, heißt das allenfalls, dass die getestete Person „infiziert“ ist. Aber infiziert bedeutet nicht, dass man auch erkrankt. Und stets werden nur die aktuellen Infiziertenzahlen verbreitet. Die Zahl der Fälle sei schon wieder gestiegen, liest oder hört man dann. Aber unter dem Wort „Fälle“ versteht der normale Mensch „Krankheitsfälle“. Das soll er auch so verstehen, um seine Angst zu verstärken und ihn für die Freiheitsberaubungen gefügig zu machen und gefügig zu halten.

Diese Fehlinformation, diese Verfälschung, ist das Werk von Interessenten im Hintergrund, gefördert von Politikern und Medien. Politische Führung und Mainstream-Medien, auch System- oder Regime-Medien genannt, haben sich im Verbreiten von immer mehr Angst gegenseitig hochgeschaukelt. Sie alle müssten es besser wissen. Die auch ihnen bekannten Tatsachen sprechen gegen sie. Sie wollen es aber nicht besser wissen. Sie ziehen es vor, mit tiefen Eingriffen in die Lebensabläufe der Menschen deren Interessen und Freiheitsrechte schwer zu verletzen. Sie sind für die Corona-Grippe-Bekämpfung weder angemessen noch erforderlich noch geeignet. Angesichts der (unterdrückten) Tatsachen sind diese Eingriffe grob unverhältnismäßig und daher in hohem Maße rechtswidrig.“

https://reitschuster.de/post/da-packt-einen-die-wut/

Boris Reitschuster: „Angela Merkel fordert einen neuen, harten Lockdown. Sie stützt sich dabei auf ein Papier der Akademie der Wissenschaften Leopoldina, für die auch ihr Mann tätig ist, und das heftig kritisiert wird. „Diese Stellungnahme verletzt die Prinzipien wissenschaftlicher und ethischer Redlichkeit“ – so die vernichtende Kritik eines Leopoldina-Wissenschaftlers an dem Papier aus dem eigenen Haus, das nur viereinhalb Seiten Inhalt umfasst und das Schicksal von 83 Millionen Menschen in Deutschland bestimmen könnte, wenn es nach der Kanzlerin geht.

Was nicht vorkommt in diesem Papier und was auch die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten vergessen zu haben scheinen, wie auch die Presse: Offizielle Vertreter der Weltgesundheitsorganisation WHO warnen vor genau solch einem Lockdown. So etwa Dr. David Nabarro in einem Interview mit Spectator TV. Nabarro ist Arzt und einer von sechs Sonderberichterstattern der WHO, die anlässlich der SARS-CoV-2-Pandemie ernannt wurden. Nabarro sagt in dem Gespräch: „Wir müssen lernen, einen Weg zu finden, mit diesem Virus zu koexistieren, und zwar einen, der nicht in großem Maß mit Leiden und Tod verbunden ist. Das heißt, wir brauchen einen Mittelweg: Das Virus in Schach halten und gleichzeitig die Wirtschaft und das soziale Leben am Laufen zu halten. Wir denken, das ist machbar.“

Weiter führte der Arzt aus: „Wir bei der Weltgesundheitsorganisation befürworten Lockdowns nicht als Hauptmittel, um das Virus zu kontrollieren. In unseren Augen sind Lockdowns nur dafür gerechtfertigt, um Zeit zu gewinnen. Und zwar Zeit, um umzuorganisieren, um sich neu aufzustellen, um die eigenen Ressourcen neu auszutarieren, und um medizinisches Personal zu schützen, das erschöpft ist. Aber im Großen und Ganzen raten wir von Lockdowns ab.“

Ich habe am 28. Oktober auf der Bundespressekonferenz Merkels Sprecherin Martina Fietz, mit der ich früher gemeinsam beim Focus gearbeitet habe, das Zitat des WHO-Mannes vorgetragen und gefragt, wie die Bundesregierung zu diesen Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation steht. Und vor allem, ob diese vier Punkte, die Nabarro aufzählte, in Deutschland zutreffen. Fietz sagte, sie kenne die Aussage im Einzelnen nicht. Sie führte aus: „Wir sind in keiner Situation, in der unser Gesundheitswesen schlecht aufgestellt wäre. Im Gegenteil!“ Jeder könne angemessen behandelt werden. Es sei wichtig, dies auch bei steigenden Corona-Zahlen zu gewährleisten. Alle Wissenschaftler seien sich einig, dass zur Eindämmung der Neuinfektionen eine Reduzierung der persönlichen Kontakte notwendig sei. Ich fragte nochmals nach, ob ich ihre Aussage dahingehend werten kann, dass keiner der vier Punkte, die laut WHO für einen Lockdown sprechen, in Deutschland erfüllt sei. Fietz antwortete erneut ausweichend: „Ich möchte jetzt nicht auf diese Äußerung eingehen, weil ich sie nicht genau kenne. Ich habe Ihnen dazu gesagt, was ich dazu sagen kann“.

Das ist bemerkenswert. Hier taucht zwangsläufig die Frage auf: Wollen Bundesregierung und Landesregierungen gegen eine Empfehlung der WHO handeln? Oder verschweigen sie uns, dass doch einer der Punkte, welche die WHO als Legitimation für einen Lockdown sieht, in Deutschland zutreffen? Wäre dies der Fall – und ein Lockdown nötig, um Zeit zu gewinnen, „um umzuorganisieren, um sich neu aufzustellen, um die eigenen Ressourcen neu auszutarieren, und um medizinisches Personal zu schützen, das erschöpft ist“, würde dies die Frage nach einem möglichen Regierungsversagen aufwerfen: Denn warum wurde all dies nicht in den vergleichsweise ruhigen Sommermonaten getan?

Warum greifen die Medien nicht die Empfehlung der WHO auf und konfrontieren unsere Regierungen damit?

Unter anderem warnt Nabarro auch vor einem starken Anstieg der Armut in Folge der Anti-Virus-Maßnahmen. Weltweit könne die Armut rasant zunehmen, so der Mediziner. Insbesondere die Unterernährung von Kindern werde sich verdoppeln wegen ausfallender Schulmahlzeiten: „Das ist eine schreckliche weltweite Katastrophe. Deshalb appellieren wir an alle Regierungschefs: Hört auf damit, Lockdowns als Hauptmittel einzusetzen, um das Virus zu kontrollieren. Entwickelt ein besseres System, um dies zu tun. Arbeitet zusammen und lernt voneinander”. Weiter sagt der Mediziner: „Denken Sie daran, Lockdowns haben vor allem eine Folge, die man nie unterschätzen darf: Sie machen die Armen noch ärmer!“

Faszinierend, dass dies in unserer Politik und unseren Medien, für die Armut sonst regelmäßig ein zentrales Thema ist, heute eher eine untergeordnete Rolle spielt. Corona hat die politischen Maßstäbe neu gesetzt. Je hilfloser, ja chaotischer das Handeln der Regierung wirkt, umso mehr scheint ein striktes Einhalten ihrer Linie heute über allem zu stehen."

https://reitschuster.de/post/lockdown-trotz-who-warnungen/

Boris Reitschuster: „Die Pläne für einen „harten Lockdown“ begründete Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit einem Papier der „Leopoldina“, für die auch ihr Mann, Joachim Sauer, tätig ist. Man müsse auf die Wissenschaft hören, so die Kanzlerin im Bundestag, als sie ihre Forderungen darlegte. Das Papier, auf welchem massivste Einschnitte ins Leben und in die Grundrechte basieren sollen, besteht aus sieben Seiten. Wenn man nicht mitrechnet, dass auf Seite sechs und sieben nur die Mitwirkenden aufgelistet sind, bleiben viereinhalb Seiten übrig. Einer dieser „Mitwirkenden“ ist der Virologe Christian Drosten. Nach seinen Worten „enthält das Papier allerdings keinen Rat, sondern eine ,deutliche und letzte Warnung der Wissenschaft´“, wie die Welt in einem leider hinter einer Bezahlschranke versteckten, brillanten Beitrag schreibt: „Wenn die Politik nicht auf diese Warnung höre, dann habe „sie sich auch nicht mehr für die Wissenschaft entschieden“.

In jedem Fall muss jemand, der solche Warnungen ausspricht, schon ziemlich fundierte Argumente für seine Forderungen liefern“, heißt es in dem Blatt: „Die Argumente, die das offenbar unter hohem Zeitdruck entstandene Papier an die Hand gibt, sind allerdings fast ausschließlich Autoritätsbeweise. Das ganze Dokument enthält lediglich zwei Verweise auf wissenschaftliche Studien.“ Umso mehr Platz nimmt dafür die Schilderung ein, welche genauen Funktionen die Mitglieder der Arbeitsgruppe haben, die als „Mitwirkende“ des Papiers gelistet sind. Die Welt meint dazu: „Eine seltsam unscharfe, an eine Schultheateraufführung erinnernde Formulierung, im Wissenschaftsbetrieb spricht man eigentlich klar von Autoren, wenn es darum geht, wer die Verantwortung für einen Text übernimmt.“

Tatsächlich sind viereinhalb Seiten Text für eine fundierte wissenschaftliche Abhandlung ausgesprochen dürftig. Die Zeitung kommt zu dem Schluss: „Wenn ein wissenschaftliches Dokument dieser Kürze überhaupt sinnvoll zu einem aktuellen Geschehen Stellung nehmen soll, dann müsste es umfangreich auf gesicherte Studien verweisen“. Die sogenannte Ad-hoc-Stellungnahme der Leopoldina sei „alles andere als ein wissenschaftliches Dokument“, ja sie sei nicht einmal eine wissenschaftliche Zusammenfassung eines Forschungsstandes: „Sie ist ein Sammelsurium von sorgenvollen Aussagen über die aktuelle Situation, kombiniert mit einigen drastischen Vorschlägen, die ihre Autorität daraus ziehen sollen, dass die Autoren nun einmal in leitenden Funktionen im Forschungsbetrieb tätig sind.“

Das Blatt geht sogar noch weiter: „Der wissenschaftliche Gehalt ist so gering, dass wohl jede aufmerksame Zeitungsleserin, jeder ‘Tagesschau‘-Zuschauer und jede internetaffine Gymnasiallehrerin den Text hätte verfassen können, einschließlich der Diagramme, die den Infektionsverlauf in Irland und in Deutschland miteinander vergleichen – eine Grafik, die der Autor dieser Zeilen innerhalb von weniger als einer Minute auf einer bekannten Datenplattform zusammenklicken könnte.“

Mit dieser Grafik wollen die „Mitwirkenden“ etwa belegen, dass ein harter und kurzer Lockdown wirksam sei und verweisen darauf, in Irland seien die Zahlen der positiv Getesteten nach Lockdown gesunken, im Gegensatz zu Deutschland mit seinem leichten Lockdown. Dazu die Welt: „Man muss sich das einmal genau durch den Kopf gehen lassen: Da argumentiert man im Streit mit Klimawandelleugnern und Wissenschaftsfeinden seit Jahren, dass Korrelation keine Kausalität sei und dass man bei komplex vernetzten Systemen keinesfalls aus dem zeitlichen Zusammentreffen von Ereignissen auf einen kausalen Zusammenhang schließen könne – und dann wird von einer ,wissenschaftlichen Arbeitsgruppe‘ (man kann in diesem Zusammenhang diesen Begriff nur in Anführungsstrichen verwenden) mal eben eine vermutete Kausalität aus zwei unterschiedlichen Verläufen in Irland und Deutschland abgeleitet.“

Auch an einer zweiten Grafik aus dem Leopoldina-Papier lässt das Blatt kein gutes Haar:

Hier werden die Fallzahlen mit „Prognosen“ aus einer „Modellrechnung“ kombiniert. Gezeigt werden soll so, welche Auswirkungen eine veränderte Reproduktion auf die Fallzahlen hat. Dazu die Welt: „Die Aussage der Darstellung – ‘wenn sich weniger Menschen anstecken, sinken die Infektionszahlen‘ – ist allerdings trivial. Warum eine ‘strenge Verschärfung‘ zu einem R-Wert von 0,7 führt, verrät die Darstellung nicht.“

Die Zeitung verweist auch darauf, dass der Tag, an dem die Lockdown-Maßnahmen wirksam werden sollten, bei Betrachtung des Verlaufs der Infektionszahlen der vergangenen Wochen nicht zu finden sei. Stattdessen sei ein Übergang von der Wachstumsphase in die Stabilitätsphase um den 20. Oktober herum zu erkennen. Also nicht nach dem Lockdown, wie zu erwarten war, sondern bereits bevor er in Kraft trat. Ein Lockdown mit rückwirkendem Effekt? Dass die Politik derzeit auf das Verhalten der Menschen schimpft, könne eigentlich nur daran liegen, „dass man Schuldige braucht, die dafür verantwortlich sind, dass die prognostizierten Erfolge des November-Lockdowns nicht eintreffen.“ Schließlich könne „die Wissenschaft“ nicht einfach sagen: „Wir haben eigentlich keine Ahnung, was hier wirklich passiert, wir können nicht erklären, warum in Sachsen die Infektionszahlen steigen und in Rheinland-Pfalz nicht“. Deshalb müssten „die Bürger selbst zu Schuldigen erklärt werden.“

Das Fazit der Zeitung: „Der Schaden, den die Funktionäre der Wissenschaft damit anrichten, ihre eigene Unwissenheit in der Zeit der Pandemie nicht offen einzugestehen, ist unermesslich – gerade mit Ausblick auf die weiteren großen Herausforderungen, vor denen die Gesellschaft steht. “ Und weiter: „Für keine der geforderten Maßnahmen nennt die Stellungnahme eine belastbare wissenschaftliche Quelle, nennt sie wissenschaftlich gesicherte kausale Zusammenhänge. Nichts wird nachvollziehbar belegt … Es ist somit auch nicht im Ansatz nachvollziehbar, woher die Autoren ihre Überzeugung nehmen, dass die geforderten Maßnahmen zum einen wirklich notwendig sind, und zum anderen auch die erhoffte Wirksamkeit zeigen werden.“

Ganz offen gestanden hat mich dieser Beitrag in der Welt außerordentlich positiv überrascht. Journalismus vom Feinsten, der kritisch hinterfragt und die Finger in die Wunden der Regierenden legt bzw. derjenigen, die sie beraten. Umso bedauerlicher, dass solche Stücke zum einen eine absolute Ausnahme sind in den großen deutschen Medien. Und, zum zweiten, dass der Beitrag hinter einer Bezahlschranke steht und damit nur eine sehr überschaubare Zahl von Menschen ihn lesen kann. Sein Inhalt müsste in den großen Abendnachrichten in ARD und ZDF aufgearbeitet und in den großen Talkshows durchdiskutiert werden. Wetten, dass dies nicht geschieht?“

https://reitschuster.de/post/pseudo-wissenschaft-fuer-den-lockdown/

Boris Reitschuster: „Die Forderung nach einem harten Lockdown begründet die Bundesregierung mit einem viereinhalbseitigen Papier der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina. Die Welt hat eine vernichtende Analyse über dieses Papier veröffentlicht. Aber auch innerhalb der Akademie regt sich Widerstand. Prof. Dr. Michael Esfeld, Wissenschaftsphilosoph an der Universität von Lausanne und selbst Akademie-Mitglied, hat den Leopoldina-Präsidenten Gerald Haug mit einer Protestnote aufgefordert, die besagte Stellungnahme der Leopoldina zurückzuziehen. Hier die Protestnote im Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Kollege Haug,

mit Bestürzung habe ich die heute veröffentlichte Stellungnahme der Leopoldina zur Kenntnis genommen, in der es heißt:

Trotz Aussicht auf einen baldigen Beginn der Impfkampagne ist es aus wissenschaftlicher Sicht unbedingt notwendig, die weiterhin deutlich zu hohe Anzahl an Neuinfektionen durch einen harten Lockdown schnell und drastisch zu verringern.“

Diese Stellungnahme verletzt die Prinzipien wissenschaftlicher und ethischer Redlichkeit, auf denen eine Akademie wie die Leopoldina basiert. Es gibt in Bezug auf den Umgang mit der Ausbreitung des Coronavirus keine wissenschaftlichen Erkenntnisse, die bestimmte politische Handlungsempfehlungen wie die eines Lockdowns rechtfertigen. Wir haben es mit der üblichen Situation einer wissenschaftlichen Kontroverse zu tun, in der verschiedene Standpunkte mit Gründen vertreten werden:

Innerhalb des engeren Kreises der Experten von Virologie und Epidemiologie ist die Strategie zum Umgang mit der Ausbreitung des Coronavirus umstritten. Der Seite von Virologen und Epidemiologen, die scharfe politische Maßnahmen fordern, steht eine andere Seite von Virologen und Epidemiologen gegenüber, die mit Gründen einen nur auf die Risikogruppen fokussierten Schutz empfehlen, ausgedrückt zum Beispiel in der von führenden Medizinern verfassten Great Barrington Declaration.

Im weiteren Kreis der Wissenschaftler ist höchst umstritten, ob der Nutzen scharfer politischer Maßnahmen wie ein Lockdown die dadurch verursachten Schäden aufwiegt – und zwar Schäden an zukünftigen Lebensjahren, die in Deutschland und anderen entwickelten Ländern infolge eines Lockdown verloren gehen, Todesfälle durch einen erneuten Anstieg der Armut in den Entwicklungsländern usw. Es gibt zahlreiche wissenschaftliche Studien, gemäß denen die verlorenen Lebensjahren den maximal erreichbaren Nutzen geretteter Lebensjahre um ein Vielfaches übersteigen werden.

Ethisch gibt es insbesondere in der auf Immanuel Kant zurückgehenden Tradition Gründe, grundlegende Freiheitsrechte und die Würde des Menschen auch in der gegenwärtigen Situation für unantastbar zu halten. Zur Würde des Menschen gehört dabei insbesondere die Freiheit, selbst entscheiden zu dürfen, was die jeweilige Person als ein für sie würdiges Leben erachtet und welche Risiken sie für diesen Lebensinhalt einzugehen bereit ist in der Gestaltung ihrer sozialen Kontakte.

In einer solchen Situation wissenschaftlicher und ethischer Kontroverse sollte die Leopoldina ihre Autorität nicht dazu verwenden, einseitige Stellungnahmen zu verfassen, die vorgeben, eine bestimmte politische Position wissenschaftlich zu untermauern. Ich möchte Sie daher höflichst bitten, die entsprechende Stellungnahme umgehend als Stellungnahme der Leopoldina zurückzuziehen.

Hochachtungsvoll

Prof. Dr. Michael Esfeld

Lehrstuhl Wissenschaftsphilosophie Universität Lausanne

Mitglied der Leopoldina seit 2010

https://reitschuster.de/post/widerstand-in-der-leopoldina-gegen-lockdown-papier/

 

Mit Volldampf Richtung Demokratur

 

René Schlott: „„Das Reich des Guten“ lautet der Titel eines Buches von Philippe Muray, das im Frühjahr dieses Jahres erstmals in deutscher Übersetzung erschien. Anfang der 1990er-Jahre hatte der französische Philosoph darin eine Dystopie entworfen, die der Lage unseres Landes am Ende dieses annus horribilis ähnlich ist, wenn Muray beschreibt, was das „Reich des Guten“ charakterisiert: Bürokratie, Denunzierung, die Ausschaltung des Kritikvermögens, „die obszöne Dressur der Massen“ und „die Uniformierung der Lebensweisen“.

In Murays „Reich“ ist man ausschließlich einer Sache verpflichtet: dem „Guten“. Menschliche Leidenschaften oder gar Exzesse gelten als verpönt, der Gesundheit allein hat sich alles unterzuordnen. „Die zeitgenössische Hölle ist mit wohlmeinenden Ergebenheiten gepflastert“, hieß es bei Muray schon vor 30 Jahren.

Und mit Ergebenheit nahmen wir 2020 untertänig hin, was uns von einer wohlmeinenden Exekutive als Therapie verordnet wurde. Wie schnell gewöhnt man sich an ein Leben, in dem der Staat sich anmaßt, über alle sozialen Kontakte selbst innerhalb der Familie und der eigenen vier Wände zu entscheiden und notfalls alle gesellschaftlichen Beziehungen – womöglich in irreversibler Weise – zu kappen.

Wie rasch wird das vollständige Verbot von Kunst und Kultur zu einer mit Gleichgültigkeit hingenommenen Selbstverständlichkeit, bei der es auf die eine oder andere Lockdownverlängerung schon nicht mehr ankommt. Unter Verdacht und Rechtfertigungsdruck stehen heute nicht mehr diejenigen, die Freiheiten einschränken, sondern diejenigen, die sie einfordern.

Denn wir leben Ende 2020 in einem eindimensional normierten Maßnahmenstaat, der in vermeintlich ironischen, eigentlich aber zynischen Videobotschaften nicht etwa den Gesundheitsschutz durch Bewegung und eine ausgewogene Ernährung propagiert, sondern die von Fernsehen, Chips und Cola begleitete Lethargie zum Ideal stilisiert.

Wie sehr sich zum Ende dieses Jahres hin die einst geltenden Maßstäbe verschoben haben, zeigt die hohe Angstkonformität, mit der sich die Menschen nicht nur dem Virus, sondern auch dem starken Staat und seinen Exekutivorganen unterordnen, denn die haben im Laufe der letzten Monate mehrfach demonstriert, wie sie mit einem Federstrich Millionen von Bürgerinnen und Bürgern die Existenzgrundlage rauben und sie zu Almosenempfängern machen können.

Mit schwarzer Pädagogik, vor der jeder Erziehungsratgeber warnt, werden Staatsbürgerinnen und Staatsbürger von oben herab diszipliniert: Wer sich jetzt abschottet, dem wird erlaubt, vielleicht Weihnachten zu feiern.

Eventuell darf bald wieder Sport im Verein treiben oder im Chor singen, wer sich regelkonform verhält – wobei sich diese Regeln ständig ändern können. Die infantilisierende Wenn-dann-Rhetorik ist einer aufgeklärten Demokratie unwürdig. Doch nur das Wohlverhalten wird belohnt. Allein die „Vernunft“ regiert.

2020 hat aus jedem Mitmenschen zuallererst einen potenziellen Virenträger und damit „Gefährder“, ein Terminus aus der Terrorismusbekämpfung, gemacht. Und weil das die Zahlen nicht hergeben, wird Kants „kategorischer Imperativ“ zu einem „pandemischen“ pervertiert: Jeder solle sich einfach so verhalten, als sei er infektiös.

Dabei ist nicht weniger als eine Zäsur zu konstatieren, die das sich dem Ende neigende Jahr markiert: Die offene Gesellschaft steht unter Pandemievorbehalt. Wenn Corona der von der Politik ausgerufene Charaktertest für unsere Gesellschaft ist, dann legt er offen, dass der Mehrheit der Deutschen ihre Vorräte an Toilettenpapier und Konserven wichtiger sind als ihre Grundrechte.

Es steht zu befürchten, dass uns selbst eine Impfung nicht hinter die ins Autoritäre und in die Totale gerückten Verhaltensregeln zurückführen wird. Denn in Umfragen werden sie stets von einer Mehrheit goutiert, fordert eine nicht unbeträchtliche Minderheit sogar ihre Verschärfung. Wer noch abweicht, wird geächtet. Dabei warnte schon Hannah Arendt, dass „massenhafte Übereinstimmung […] nicht das Ergebnis einer Übereinkunft, sondern ein Ausdruck von Fanatismus und Hysterie“ ist.

Begleitet werden die exekutiven Exzesse von einem besorgniserregenden Neusprech in Politik und Medien, in der die Maske „als Instrument der Freiheit“ und die Inzidenzziffer „als Mutter aller Zahlen“ gilt und in Zeitungen geschichtsvergessene Slogans wie „Leid lehrt Disziplin“, „nationale Kraftanstrengung“ und „Disziplin ist Freiheit“ zu lesen sind. Mit Worten wird so eine Wirklichkeit geschaffen, die der Dystopie Murays gefährlich nahekommt.“

https://www.deutschlandfunkkultur.de/pandemie-und-freiheitsrechte-die-offene-gesellschaft-steht.1005.de.html?dram:article_id=488282

Boris Reitschuster: „Nein, wir leben nicht in einer Diktatur. Zumindest nicht nach der bisherigen, klassischen Definition. Aber in kaum einer Diktatur griff der Staat so tief in privateste Belange der Bürger ein und schränkte ihre Rechte in ihrem ganz persönlichen Umfeld so massiv ein wie heute in Deutschland. Statt ständig auf die Gefahren zu starren, die wir aus der Vergangenheit kennen, und alles eins zu eins an diesen zu messen, sollten wir endlich verstehen, dass die aktuellen Herausforderungen in ganz neuem Gewand erscheinen, und viele dazu neigen, sie sträflich zu unterschätzen, ja: nicht ernst zu nehmen. Genau daran sind wohl auch schon 1917 in Russland und 1933 in Deutschland ganze Gesellschaften gescheitert.

Aktueller Auslöser für diesen Artikel ist ein Video aus Frankfurt am Main, auf dem zu sehen ist, wie ein Polizist einen Menschen ermahnt, er möge seinen Apfel schneller essen – weil dies sonst für ihn so aussehe, als wolle er durch das langsame Essen der Frucht die Maskenpflicht umgehen. Ich habe eine lange Erfahrung mit Diktaturen. Aber dass die Ordnungskräfte dort Menschen vorschreiben, wie schnell sie essen sollen, ist mir neu. Ohne auch nur ansatzweise ein „Polizeistaat“ in der klassischen Definition zu sein, verwandelt sich Deutschland in einen „Polizeistaat“ im umgangssprachlichen Sinne: Einen Staat, in dem die Polizei massiv präsent ist und alles kontrolliert, tief in das Private eingreift und auch mit unnötiger, demonstrativer Brutalität durchgreift. Auch das generelle Schließen von Restaurants, Sport- und Kultureinrichtungen habe ich in Diktaturen nicht erlebt. Umso mehr, als die Regierung keine einzige valide Zahl zur Begründung solcher Schritte vorlegen kann. Auch aus den Geschichtsbüchern sind solch drastische Eingriffe nicht ersichtlich, von Kriegen abgesehen.

Ansehen können Sie sich die Apfel-Szene hier. Auch die Länge des Kaffee-Trinkens wurde in Frankfurt von der Polizei kontrolliert (siehe hier): „Ich beobachte Sie schon die ganze Zeit, Sie haben den Kaffee seit zehn Minuten in der Hand“. Passkontrolle für Langsam-Trinken inklusive eine Dame dagegen erhält Lob vom Polizisten: „Sie haben das relativ gut gemacht, dass Sie das nur zum Trinken abgemacht haben!“

Was sind das für Zustände? Sehen unsere Regierenden Deutschland als Heim für schwer erziehbare Jugendliche?

Bis vor kurzem ebenfalls unvorstellbare Szenen scheinen heute Alltag. Wie diese aus Dresden – wo Menschen die Weiterfahrt verboten und ihre Personalien festgenommen werden, weil die Polizei davon ausgeht, sie seien auf dem Weg zu einer verbotenen Demonstration. Hätten sie nur sagen müssen, sie seien von der Antifa und würden für die Regierung demonstrieren? In einem weiteren Video, das mir vorliegt, sagt ein Polizist ganz klar: „Corona- und regierungskritische Demonstrationen sind verboten“.

Laut Duden ist eine Diktatur eine „unumschränkte, andere gesellschaftliche Kräfte mit Gewalt unterdrückende Ausübung der Herrschaft durch eine bestimmte Person, gesellschaftliche Gruppierung, Partei oder Ähnliches in einem Staat“. Wir haben zwar ein weitreichendes politisches Monopol bestimmter Kräfte, aber weder ist dieses unumschränkt, noch werden die anderen Kräfte mit Gewalt unterdrückt. Hier erfolgt eher eine manipulative Einschüchterung derselben durch diverse Tricks und undemokratische Maßnahmen. Etwa der sogenannte „Kampf gegen Rechts“, für den 1.150 Millionen Euro ausgegeben werden und bei welchem der Verdacht auf der Hand liegt, dass die vorherrschenden linksgrünen Kräfte (inklusive der „vergrünten“ Merkel-Union) damit ihre politisch weniger links stehende Konkurrenz piesacken will – etwa mit Hilfe vermeintlicher „Nicht-Regierungs-Organisationen“ wie der Amadeu-Antonio-Stiftung der ehemaligen Stasi-IM Anetta Kahane, die längst zu einer outgesourcten Oppositions-Bekämpfungsorganisation geworden ist. Hier handelt es sich um einen beispiellosen Missbrauch von Steuergeldern zur Machtsicherung. Regierungskritische Demonstrationen werden reihenweise verboten, während regierungstreue Gegendemonstrationen erlaubt bleiben. Auf denen werden Sprüche skandiert wie „Nie wieder Deutschland“. Die Millionen für den „Kampf gegen Rechts“ im (Straßen-)Einsatz?

Zur Diktatur macht all das die Bundesrepublik nicht. Auch Gleichsetzungen mit 1933 sind absurd. Nicht hingegen Vergleiche. Vergleichen kann man alles. Und wenn man 1933 mit heute vergleicht, findet man bei allen gigantischen Unterschieden durchaus auch gewisse Ähnlichkeiten, die Angst machen. Gab es damals ein Wiederaufleben des Hurra-Patriotismus, so erleben wir heute einen in Teilen nicht weniger irrational anmutenden Corona- und Impf-Patriotismus. Damals wie heute werden Menschen mit anderer Meinung stigmatisiert. Damals als „Nicht-Nazis“ („Volksverräter“), heute als Nazis. Die Begriffe sind ausgetauscht, die Mechanismen dahinter ähnlich. Dass heute die Verbrechen der Nationalsozialisten missbraucht werden für innenpolitische Auseinandersetzungen, etwa indem Regierungskritiker als „Nazis“ diffamiert oder umgekehrt Corona-Maßnahmen mit dem Holocaust gleichgesetzt werden, ist eine ungeheuerliche Verharmlosung der Schrecken von damals und eine Verhöhnung ihrer Opfer.

So sehr wir unseren unerträglichen Hang zum Einsatz historischer „Atombomben“ in der Auseinandersetzung beenden müssen – so sehr müssen wir aufhören, die aktuelle Gefährdung von Demokratie und Freiheit zu verharmlosen und schönzureden. Die Geschichte zeigt vor allem eines: Die Gefahren und Katastrophen der Vergangenheit wiederholen sich nicht eins zu eins. Wer heute Angst hat vor einer Wiederholung des Sozialismus in einer seiner bekannten Formen oder eines Nationalsozialismus, wie wir ihn aus der Geschichte kennen, starrt in die falsche Richtung.

In Deutschland drohen uns heute zwei Gefahren: Dass auf den massiven Linksruck der letzten Zeit ein Rückschlag des Pendels weit nach rechts erfolgt. Aktuell mag die Immunität gegen Rechtsextremismus hoch sein. Je stärker allerdings die herrschenden Ideologen das Staatsschiff gegen die Eisberge der Realität steuern – durch die Umwandlung in ein realitätsfernes „Narrenschiff Utopia“ (Zitat von Franz Josef Strauß), umso größer wird die Gefahr der Umkehr ins Gegenteil. Viel aktueller ist allerdings, dass die derzeit fast schon hegemonial in Regierung und Medien tonangebenden linksgrünen Kräfte in Kooperation mit den Globalisierungsgewinnlern unter den großen Konzernen, von Amazon bis Google, und Bill Gates und Soros nicht zu vergessen, die Bundesrepublik in einen Gesinnungsstaat mit massiven Überwachungs- und Erziehungsmomenten und autoritärer Herrschaft nach Chinesischem Vorbild verwandeln. In einen autoritären Staat mir demokratischer Fassade: Eine Demokratur. Genau dieser Prozess ist in vollem Gange. Er hat zu einer Spaltung der Gesellschaft geführt, die man beinahe schon als mentalen Bürgerkrieg bezeichnen könnte.

Heute bestimmt der Staat, wen wir in unseren Wohnungen empfangen dürfen, mit wie vielen Menschen wir uns im Freien treffen dürfen, ob wir Sport machen können oder nicht, ob wir ins Restaurant dürfen oder nicht, ob wir an der Ostsee Urlaub machen dürfen, ob wir ins Museum und ins Kino dürfen, ob wir uns massieren lassen oder eine Maniküre oder Pediküre machen lassen dürfen. So viel Fremdbestimmung war nie. Selbst in autoritären Staaten wie Russland oder Weißrussland haben die Menschen heute weitaus mehr individuelle Freiheiten als wir Deutschen. Besonders erschreckend: Sehr viele sehen darin überhaupt kein Problem, sondern geben ihre Freiheit in vorauseilendem Gehorsam auf. Sachsens Ministerpräsident fordert ganz offen „autoritäre Maßnahmen“ zur Corona-Bekämpfung. Eigentlich müsste sich der Verfassungsschutz um ihn kümmern. Doch es gibt nicht einmal den Hauch von Aufregung in Politik und Medien. 30 bzw. 85 Jahre nach dem Ende der beiden Diktaturen in Deutschland ist Autoritarismus offenbar wieder konsensfähig.

Eine gründliche, ehrliche Abwägung zwischen den Freiheitsbeschränkungen und den Gesundheitsgefahren findet nicht statt. Massivste Eingriffe in die Freiheitsrechte werden mit viereinhalbseitigen Papieren gerechtfertigt, die wissenschaftlichen Grundsätzen Hohn sprechen (siehe hier und hier). Kritiker werden mundtot gemacht, ausgegrenzt. Übereifrige Behörden planen bereits, Quarantäne-Verweigerer ins Gefängnis sperren zu lassen. Ärzte werden angeklagt, weil sie Masken-Atteste ausstellen. Auf diesen muss, anders als bei jeder Krankschreibung, eine Diagnose stehen – so dass jeder wildfremde Polizist oder Verkäufer intimste medizinische Details erfahren kann. Datenschutz war gestern. Das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit wird in Frage gestellt – neben vielen anderen. Behörden und Gerichte schaffen im Schulterschluss Grundrechte ab. Öffentlich-rechtliche Sender erklären ungeniert, dass sie Kritiker der Corona-Maßnahmen nicht zu Wort kommen lassen. Große Teile der Bevölkerung werden durch die tägliche Panikmache in den Medien derart in Angst und Schrecken versetzt, dass sie Skeptiker für die Schuldigen der Misere halten. Propagandisten wie „Reza“ und Journalisten verbreiten eine neue Variante der Dolchstoß-Legende. Schuld an allem sind diesmal die bösen Kritiker.

Deutschland tritt wieder auf die Mistgabeln der Geschichte. Wieder angeheizt durch irrationale Ängste, gestützt durch bedingungslosen Kadavergehorsam, einer regelrechten Freude an der Unfreiheit, Lust am Denunzieren und einer Sehnsucht, geführt zu werden. Die altehrwürdige Wiener Zeitung, gegründet im Jahr 1703, warnt: „Ein autoritäres Gespenst geht um“.

Man muss blind sein, um nicht zu sehen, wie hier Unsitten der Vergangenheit, die als überwunden galten, in einem für unmöglich gehaltenen Tempo wiederauferstehen. Mir und vielen meiner ausländischen Freunde macht diese Entwicklung gewaltige Angst. Ich will nicht in einem Land leben, in dem die Polizei überwacht, wie schnell man seinen Apfel isst. Und in dem solche autoritären Auswüchse auch noch die Zustimmung von einem großen Teil der Menschen findet.

Ich halte Corona für gefährlich. Ich bin dafür, gegen die Krankheit alles Zumutbare zu tun. Aber der schwedische Weg ist mir viel näher als der neudeutsch Autoritäre. Eine Preisgabe von Freiheit und Demokratie in vorauseilendem Gehorsam ohne Diskurs, halte ich aber für weitaus gefährlicher als das Virus. Alle Demokraten, egal wie sie zu Corona stehen, müssen zusammenhalten und den Auswüchsen von überforderten, ratlos und chaotisch agierenden Regierungen in Bund und Ländern Grenzen setzen. Die Geschichte zeigt: Da, wo sie verloren gingen, kostete das sehr, sehr viele Menschenleben und führte direkt ins Elend.“

https://reitschuster.de/post/leben-wir-in-einer-diktatur/

Boris Reitschuster: „Hätten Sie vor einem Jahr so eine Schlagzeile gelesen, hätten Sie ihren Augen nicht getraut: „Kanzlerin Merkel gibt Tipps für kalte Klassenräume: ,Mal eine kleine Kniebeuge´ machen und klatschen“, titelte das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Das ist in zweierlei Hinsicht bemerkenswert: Zum einen, weil eine Regierungschefin sich quasi als Ober-Schulmeisterin fühlt und Verhaltenstipps für die Schüler im ganzen Land ausgibt. Hätte man sich so etwas bei einem Helmut Schmidt, Helmut Kohl oder Gerhard Schröder vorstellen können? Eher nicht. Es zeigt, wie weit wir in den Bevormundungs- und Erziehungsstaat abgerutscht sind.

Zum anderen ist es auch erstaunlich, dass ausgerechnet das RND, das zu Teilen der SPD gehört und ausgesprochen Merkel-freundlich ist, die Worte der Kanzlerin zur Überschrift macht – weil die Journalisten dort offenbar so sehr auf Kanzlerinnen-Kurs sind, dass sie gar nicht mehr merken, wie peinlich ihre Aussage ist. Und wie weit sich die Kanzlerin ganz offensichtlich von der Realität entfernt hat, wenn sie meint, ein Klatschen in die Hände würde vor winterlichter Kälte retten. Hier kommen die Arroganz und der Zynismus der Macht ziemlich ungefiltert zum Ausdruck.

Besonders erstaunlich in diesem Zusammenhang: Die gleichen Medien hatten früher eine ganz andere Einstellung zu Kälte-Tipps aus der Politik. „Empörung über Sarrazins Pulli-Provokation“, titelte 2008 der Spiegel, wie der auf solche Vergleiche spezialisierte Blogger „Argo Nerd“ auf Twitter postet: „Einfach warm anziehen und die Heizung drosseln: Berlins Finanzsenator Sarrazin provoziert mit kühl kalkulierten Energiespartipps. Empörung ist ihm sicher: ,Zynisch‘, zischt die CDU, die Grünen empfehlen eine kalte Dusche, und sogar die mitregierende Linke wettert gegen ‘so viel soziale Kälte‘.“

Quod licet iovi non licet bovi“, hieß es im alten Rom: Was dem Jupiter erlaubt ist, ist nicht dem Rindvieh gestattet. Im neuen Deutschland müsste es wohl heißen: Was der grün angehauchten Kanzlerin gestattet ist, ist konservativen Sozialdemokraten nicht erlaubt.

Merkels „Tipp“ erinnert etwas an den Ausspruch „Wenn sie kein Brot haben, dann sollen sie doch Kuchen essen!“, der fälschlicherweise der französischen Königin Marie Antoinette zugeschrieben wird und zum Symbol für die Arroganz der adeligen Eliten des Ancien Régime gegenüber den sozialen Problemen des Volkes wurde. Motto: „Wenn sie frieren, sollen sie doch klatschen!““

https://reitschuster.de/post/merkel-als-ober-lehrerin-der-nation/

Der „einsame Wanderer“: „Es geht nur noch darum, zu demütigen, Maßnahmen durchzusetzen – und das ist ein typisches Zeichen der Diktatur: wenn man die Menschen in Dinge zwingen will, die völlig sinnbefreit sind, um sie zu demütigen, um ihnen zu sagen „guck mal, ich zwinge dich jetzt dazu und erzähl dir eine völlig abstruse Story, aber du musst es trotzdem machen, weil ich habe die Macht, dich zu bestrafen“. - Und genau das sehen wir im Augenblick."

 

https://www.youtube.com/watch?v=M95S9uY5-as&t=7s

 

Die Zerstörung Andersdenkender

 

Boris Reitschuster: „1981 wagte der sowjetische Psychiater Anatoli Korjagin das Undenkbare. In der westlichen Wissenschaftszeitschrift „The Lancet“ machte er den Missbrauch der Psychiatrie in der Sowjetunion bekannt. Unter dem Titel „Patienten gegen ihren eigenen Willen“. Ihm passierte daraufhin genau das, was er beschrieben und beklagt hatte: Er wurde eingesperrt und selbst mit antipsychotischen Mitteln zwangsmedikamentiert.

Korjagin hatte eine der schrecklichsten „Traditionen“ im Sozialismus dokumentiert – die er durch seine eigene Arbeit als Psychiater kennengelernt hatte: Dass die Machthaber systematisch Andersdenkende und Dissidenten für psychisch krank erklärten. Sie wurden damit aus der Gesellschaft ausgesondert, aller Rechte beraubt und diskreditiert. Man stellte sie in den Anstalten ruhig. Mit Medikamenten. Und auch mit körperlichen Maßnahmen. Die „Pathologisierung“ von Andersdenkenden, also dass man Menschen, die Kritik an den Zuständen im Lande üben, für psychisch krank oder schlicht verrückt erklärte, ist eines der finstersten Kapitel in der Geschichte des Sozialismus.

Eine der wichtigen Lehren aus der Geschichte ist deshalb, Menschen mit abweichenden und unbequemen Meinungen nicht als psychisch krank oder verrückt hinzustellen. Umso mehr sollte sich dessen jemand bewußt sein, der aus einem System stammt, in dem genau diese schreckliche Methode üblich war. Auch und umso mehr, wenn jemand in diesem System den Herrschenden näher war als den Dissidenten. Wie unsere Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Umso ungeheuerlicher ist es, das sie nun in ihrem Format „Die Bundeskanzlerin im Gespräch“ an die finstere Tradition aus totalitären Zeiten anknüpft.

In einem Auszug aus der Sendung, die das ZDF verbreitete, heißt es schon in der Ankündigung in der Unterzeile: „Merkel: Verschwörungserzählungen sind Angriff auf unsere Gesellschaft.“ Sodann sagt die Christdemokratin, die ihr politisches Handwerk als Sekretärin, also Führungskader bei der sozialistischen Jugendorganisation FDJ in der DDR gelernt hat: „Das übliche Argumentieren hilft da nicht. Und das wird vielleicht auch eine Aufgabe für Psychologen sein oder für … also wir werden da noch sehr viel erforschen müssen: Wie verabschiedet man sich eigentlich aus der Welt der Fakten und gerät in eine Welt, die sozusagen eine andere Sprache spricht und die wir mit unserer faktenbasierten Sprache gar nicht erreichen können? Es gibt ja dann eine richtige Diskussionsverweigerung: Man arbeitet nicht auf einer Ebene. Sie aus dieser Welt wieder in eine Welt zu holen, wo wir uns gegenseitig zuhören können, das wird sehr, sehr schwer sein, und da muss man auch noch mal verstehen, was soziale Medien zum Teil machen, was diese Räume machen, in denen man eigentlich nur sich bestätigt fühlt und hinreichend viele Leute hat, die einen unterstützen, die aber gar keine Verbindung mehr zu anderen Räumen haben. Ich habe darauf die perfekte Antwort nicht, aber das beschäftigt uns in der Politik auch sehr.“

Damit alle auch verstehen, um wen es geht, und gegen wen sich Merkels Worte richten, wird dann vom ZDF auch noch ein Untertitel eingespielt: „Merkel spricht vor allem über die „Querdenken“-Bewegung, die die Gefahr durch Corona leugnet und gegen die staatlichen Maßnahmen hetzt.“

Was Merkels Aussagen zur Blasenbildung und Diskussionsverweigerung angeht, kam hier in den Kommentaren der Hinweis, da handle es sich wohl um Projektion: Einen Abwehrmechanismus, bei dem die eigenen psychischen Konflikte auf andere Personen oder Gruppen abgebildet werden, man also anderen unterstellt, was in Wirklichkeit auf einen selbst zutrifft. Aber lassen wir das – denn wir wollen es nicht Merkel gleich tun und die Psyche anderer zum Thema machen. Stattdessen veranschaulichen wir uns lieber die Worte der Kanzlerin: Sie behauptet, ihre Kritiker würden sich „aus der Welt der Fakten“ verabschieden, seien für Vernunft nicht mehr erreichbar, und seien ein Fall für den Psychologen.

Das ist DDR-Denke pur.

Und Gift für die Demokratie. Für die Meinungsfreiheit. Für den Pluralismus.

Nach der Diskreditierung von Andersdenkenden als „Rechte“, was inzwischen als Synonym für „Nazis“ eingesetzt wird – auch das eine alte Methode aus dem Sozialismus – ist nun von ganz oben die nächste Stufe der Eskalationsspirale eröffnet: Die Pathologisierung von Kritikern.

Ganz neu ist das nicht. Aber neu ist, dass es derart offenkundig und unverhohlen von ganz oben kommt. Auf etwas tieferer Ebene habe ich damit selbst meine Erfahrungen. Wenn auch in sehr milder Form. Wegen meiner Kritik an Angela Merkel warf mir deren früherer Sprecher Georg Streiter öffentlich auf facebook vor, nicht das nötige Vertrauen in die Regierung zu haben. Das ist ein erstaunlicher Vorwurf an einen Journalisten. Vor allem von jemandem, der kurz zuvor noch in bzw. bei der Regierung saß. Ich bin der Ansicht, wir, Journalisten, dürfen eben kein Vertrauen in die Regierung haben – denn wir sind deren Kontrolleure. Offenbar gilt so eine Einstellung bei Merkel und ihren Mitstreitern wie Streiter als altmodisch. Streiter attackierte meine Kritik an Merkel mit den Worten: „Auch als Journalist hat man Verantwortung“. Ja, aber welche? Merkel nicht zu kritisieren und ihr zu vertrauen? Merkels Ex-Sprecher warnte mich noch, „welche Funktion die Verbreitung von Zweifel und Misstrauen auch haben kann“ – nämlich Propaganda. Man muss sich diese Warnung auf der Zunge zergehen lassen.

Streiter versuchte sodann, meinen Mangel an Vertrauen in die Kanzlerin küchenpsychologisch aus meiner Biographie zu erklären: „Wer lange in Staaten wie Russland gelebt hat, neigt offenbar dazu, nichts und niemandem auch nur ein bisschen zu vertrauen. Dieses Misstrauen sollte man dann aber nicht auf alle anderen übertragen.“ Was da zwischen den Zeilen mitschwingt, ist der Vorwurf paranoid zu sein. Also der Versuch, den Kritiker für verrückt zu erklären – wenn auch in diesem Fall dezent und durch die Blume. Die Attacken von Streiter erlauben exklusive Einblicke, wie im engen Umfeld von Merkel und bei deren Presseleuten offenbar über Journalisten und Journalismus gedacht wird, und was für ein Umgang mit Journalisten dort herrscht: Die haben Vertrauen zu zeigen und Zweifel und Misstrauen zu unterlassen. Das erinnert mehr an unfreie Systeme als an eine pluralistische Demokratie …

Ganz egal, wo man politisch steht, ob rechts, links oder in der Mitte: Bei jedem aufrechten Demokraten müssen spätestens mit den Worten der Kanzlerin im ZDF die Alarmglocken läuten. Wenn heute Menschen mit der einen Meinung als psychisch krank dargestellt werden, kann es morgen die anderen treffen. Politischer Streit darf und muss heftig sein: Aber er muss auf so einen Griff in die Giftküche der diktatorischen Vergangenheit verzichten. Es wäre undenkbar gewesen, dass ein Konrad Adenauer, ein Helmut Schmidt, ein Helmut Kohl oder auch ein Gerhard Schröder ihre Kritiker öffentlich als psychisch krank verleumden. Und diese Hetze dann auch damit rechtfertigen, die so Diffamierten würden hetzen. Es ist Zeit, diesem totalitären Denken von ganz oben eine entschiedene Absage zu erteilen – quer über die politischen Grenzen hinweg!“

https://reitschuster.de/post/kanzlerin-erklaert-kritiker-zum-fall-fuer-den-psychologen/

Boris Reitschuster: „Jan Böhmermann, als Kabarettist getarnter Agitator, provoziert wieder einmal auf Kosten von uns Gebührenzahlern im ZDF. Unter dem Titel „WDR-Kinderchor feat. Jan Böhmermann – ‘Meine Oma 2.0‘“ startet er pünktlich zu Weihnachten eine neue Attacke auf den guten Geschmack und auf diejenigen, die seine Arbeit finanzieren. „Meine Oma weiß, es gibt gar kein Corona, Corona, Corona“, lautet diesmal der Refrain des Kinderchors. Und weiter: „Glaubt nicht mehr an Tagesthemen und ans Moma, meine Oma hat das Spiel schon früh durchschaut. Meine Oma feiert Aprés-Ski in Ischgl, in Ischgl, in Ischgl, sie hat keinen Bock auf Social Distancing sucht den Thrill, den Thrill, den Thrill“.

Abgesehen davon, dass man für acht Milliarden Fernsehgebühren zumindest einen halbwegs anständigen Reim erwarten könnte, wird hier weiter das Grundprinzip des gebührenfinanzierten Fernsehens mit Füßen getreten. Wenn sich private Medien über ihr Zielpublikum lustig machen, ist das ihr gutes Recht in einem freien Land. Nur müssen sie dann eben mit den Konsequenzen rechnen: Dass ihre Auflagen zurückgehen und sie ihre eigene Existenzgrundlage gefährden. Die öffentlich-rechtliche Kaste dagegen missbraucht die Gebührenpflicht zur Verhöhnung der Gebührenzahler. Etwa, wenn Böhmermann singen lässt, Husten und Fieber seien der Oma schnuppe und sie stürme in Schwarz-Rot-Gold den Reichstag.

Zynisch ist die neue Publikumsbeschimpfung vor allem deshalb, weil gerade viele alte Menschen unter der Isolation durch die Corona-Maßnahmen massiv leiden. Statt „Aprés-Ski in Ischgl“ und „Thrill“, wie Böhmermann suggeriert, leben viele etwa in den Altersheimen weitgehend abgeschottet von der Umwelt.

Am Schluss tritt dann Böhmermann selbst mit einem zynischem Lächeln vor die Kamera und singt mit gespieltem Frohsinn: „Meine Oma liegt seit vorgestern im Koma, im Koma, im Koma. Mit ’nem Plastikschlauch in ihrem Tracheostoma. Pandemie vorbei und meine Oma auch“.

In traditionelleren Gesellschaften wie der russischen, ukrainischen oder georgischen wäre so ein Spott über ältere Menschen in dieser pauschalen, zynischen Form kaum denkbar. Nicht, weil er verboten würde, sondern weil Achtung vor der Lebensleistung von Senioren dort zum gesellschaftlichen Konsens gehört. Und man alten Menschen nicht in dieser spöttischen Form den Tod wünscht. In Deutschland scheint es zumindest bei gewissen Akteuren des öffentlich-rechtlichen Fernsehens umgekehrt zu sein. Ihre Verachtung für die älteren Menschen verbergen sie kaum.

Im vergangenen Jahr hatte zum Jahreswechsel der WDR mit seinem Song „Meine Oma ist ne alte Umweltsau“ für Empörung gesorgt. Später bezeichnete ein Mitarbeiter der Anstalt die Großeltern derjenigen, die seine Arbeit finanzieren, als Nazisäue. Die Jugendwelle „Funk“ der öffentlich-rechtlichen freute sich im März darüber, dass durch Corona vor allem alte Menschen sterben. In einem Hass-Spiel verteilte „Funk“ später Punkte für alle, die Kinder zerquetschen zur Bekämpfung von Corona.

Was darf Satire? Viel. Ja, auch solche Lieder darf sie produzieren. Sie darf sich auch über den Tod lustig machen („Oma vorbei“). Aber bitte nicht zwangsfinanziert auf Kosten der Opfer dieses Zynismus! Früher machten Satiriker auf Kosten der Regierung Witze, so dass die Regierten herzhaft lachen konnten über die Mächtigen. Agitatoren wie Böhmermann machen auf Kosten der Regierten Witze, so dass die Regierenden herzlich über den „Pöbel“ – so werden die Menschen dargestellt – lachen können.

Einziger Trost: Die gebührenfinanzierte Geschmacklosigkeit hatte bis Samstagnachmittag nicht einmal 60.000 Aufrufe auf YouTube. Weniger als durchschnittliche Videos von vielen Bloggern, die keinen Cent Gebühren bekommen und kritisch berichten.

Interessant ist auch, wie sich früher konservative Medien wie die Welt wegducken bei dem Thema. Dort ist ein Artikel zu lesen, in dem der massive Ärger und Protest gegen das Böhmermann-Lied schlicht verschwiegen wird."

https://reitschuster.de/post/freude-im-zdf-ueber-tod-von-corona-skeptikern/

WDR-Kinderchor feat. Jan Böhmermann - "Meine Oma 2.0" | ZDF Magazin Royale:

https://www.youtube.com/watch?v=6MQilDqX52M&feature=youtu.be

Siehe auch http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/217-darf-satire-alles.html und http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/421-scherze-in-zeiten-des-ernstes.html

 

Die Konsequenz

 

Ein sehr bösartiger und nicht immer der Wahrheit entsprechender Artikel von Lars Wienand macht deutlich, was Andersdenkende zu erwarten haben:

Bodo Schiffmann gehört zu den bekanntesten Corona-Leugnern. Jetzt muss er um seine Arztzulassung fürchten. Ein t-online-Bericht spielt dabei eine Rolle. Schiffmann redet schon vom Untertauchen.

Der mit vielfachen Lügen aufgefallene Arzt Bodo Schiffmann steht vor dem beruflichen Aus. Gegen Schiffmann läuft jetzt ein Verfahren, das ihn die Approbation kosten kann. Und das ist nur eine Reaktion auf Schiffmanns Aktionen der vergangenen Monate. Einschläge kommen von allen Seiten. Justiz, Gesundheitsamt, Vermieter, Patienten und Bank gehen gegen ihn vor oder wollen mit ihm nichts mehr zu tun haben.

Schiffmann selbst hat die Entwicklung öffentlich gemacht in einem Video, in dem er Unterstützer um Hilfe bittet. Seit Monaten wirbt er in seinen Kanälen bereits darum, ihn mit Schenkungen ("maximal 19.999 Euro in zehn Jahren") zu unterstützen. Auch jetzt will er Geld, aber auch Zuflucht: Ihm geht es dabei um eine Unterkunft im Ausland, "wo ich untertauchen kann". Es könne möglich sein, "dass viele von denen, die sich exponiert haben, irgendwann irgendwo untertauchen müssen", behauptet er.

Aktuell ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen ihn wegen eines Vorwurfs, der ihm maximal zwei Jahre Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe einbringen könnte. Die Anschuldigung: Er habe mit seinen Attesten zur Maskenbefreiung falsche Gesundheitszeugnisse ausgestellt. Unter anderem durch dieses Verfahren gerät auch seine Zulassung als Arzt in Gefahr. Der Hals-Nasen-Ohren-Arzt hat vier Wochen Zeit für eine Stellungnahme in einem Verfahren, das das Ruhen und den Entzug der Approbation bedeuten kann, bestätigte das Landesgesundheitsamt beim Regierungspräsidium Stuttgart auf Anfrage von t-online.

Der Ärger für ihn hört nicht bei Strafverfahren und Approbation auf. Die GRN-Klinik hat ihm den Mietvertrag für die Praxis in Sinsheim gekündigt, die er mit seiner Frau betreibt – Begründung: "geschäftsschädigendes Verhalten". Es geht um Schiffmanns Auftreten in der Öffentlichkeit und auf Demonstrationen. Er habe die insgesamt 250 Quadratmeter auch als Zentrale für seine Bewegung genutzt, hieß es von der Klinik gegenüber dem SWR. Schiffmann und Mitarbeiter seien auch ohne Maske auf dem Klinikgelände unterwegs gewesen.

Wegen derartiger Beschwerden zu Maskenregeln geht auch das Gesundheitsamt im Rhein-Neckar-Kreis laut Schiffmann Beschwerden über die Praxis nach. Patienten laufen ihm offenbar auch davon: "Das Telefon klingelt seltener", sagt er und erklärt das so: Man wolle nicht bei ihm gesehen werden, sozialer Druck durch die Darstellung in Medien. Für ihn auch eine Erklärung für den nächsten Punkt: Die Deutsche Bank hat ihm sein Konto gekündigt. Um Schenkungen bittet er nun auf ein Konto bei der Apotheker- und Ärztebank.

Seit Monaten gibt es Empörung in der Öffentlichkeit, dass der Hals-Nasen-Ohren-Arzt offensiv und aggressiv mit irreführenden und falschen Informationen Stimmung macht gegen die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus. Zwischenzeitlich hatte er erklärt, bis Ende Oktober werde "das alles" beendet und hatte auch für einen Militärputsch Sympathie gezeigt. Er war auch Initiator eines Netzwerks Tausender Freiwilliger, die Millionen Flyer mit irreführenden Informationen verteilen.

Ende Oktober standen Ermittler in seiner Praxis: Hausdurchsuchung wegen des Verdachts, dass er unrichtige Gesundheitszeugnisse ausstellt. Er hat wie andere Ärzte bundesweit massenhaft Atteste zur Befreiung von der Maskenpflicht ausgestellt. Auch in anderen Praxen gab es Durchsuchungen.

Von der Staatsanwaltschaft Heidelberg ging in Schiffmanns Fall Nachricht ans Regierungspräsidium Stuttgart, welches in Baden-Württemberg zuständig ist für Approbationen. Die Behörde wird aktiv, wenn mögliche Straftaten Hinweise auf Unwürdigkeit oder Unzuverlässigkeit zur Ausübung des ärztlichen Berufs liefern. Das ist jetzt geschehen: Die Behörde bestätigte t-online, dass Schiffmann die Anhörung geschickt wurde. Er soll sich äußern, dann wird entschieden.

Theoretisch denkbar ist, dass das Verfahren eingestellt wird, weil Vorwürfe entkräftet sind. Die wahrscheinlichere Variante: Die Behörde ordnet an, dass die Approbation ruht oder sogar widerrufen wird. Zwar wird in solchen Fällen regelmäßig ein langer Rechtsstreit geführt. Eine Sprecherin sagte aber t-online: "Die Anordnung kann grundsätzlich auch mit Sofortvollzug versehen werden, damit eine etwaige Klage keine aufschiebende Wirkung hat."

Als unwürdig gilt, wer durch sein Verhalten das Ansehen und Vertrauen bei der Bevölkerung verspielt hat, das zur Ausübung des ärztlichen Berufes erforderlich ist. Um Unzuverlässigkeit festzustellen, muss es die gut begründete Annahme geben, dass ein Arzt in Zukunft die berufsspezifischen Vorschriften und Pflichten nicht beachtet.

Dem Brief lag auch eine Verzichtserklärung bei: Das berufsrechtliche Verfahren ist erledigt, wenn Schiffmann selbst die Approbation zurückgibt. In seinem Video bedankt der Arzt sich ironisch, legt aber nach. Eine Approbation wolle er unter den aktuellen Umständen vielleicht gar nicht: Ärzte, die den Impfstoff gegen Covid-19 verabreichten, stünden auf der Stufe von Josef Mengele, dem Lagerarzt im KZ-Auschwitz-Birkenau, der die Vergasung der Opfer überwacht und menschenverachtende medizinische Experimente an Häftlingen durchgeführt hatte, so Schiffmann und er urteilt: "Wenn die Approbation das bedeutet, dann möchte ich kein Arzt sein."

Schiffmann stellt auch die falsche Behauptung auf, der Impfstoff – eigentlich gibt es mehrere, die zugelassen sind oder vor der Zulassung stehen – sei nicht getestet und behauptet, er könne unfruchtbar machen. Dafür gibt es keine Hinweise, Experten halten die Theorie für abstrus.

Seine Äußerungen zum Impfen spielen auch eine Rolle für die Zulassungsbehörde: Das Regierungspräsidium bezieht sich im Schreiben auf einen Bericht von t-online: Schiffmann hatte zu vorgetäuschten Telefonaten in der Öffentlichkeit aufgerufen, in denen falsche Informationen zum Thema Impfen verbreitet werden sollten. Der Sinsheimer sagt dagegen, er wolle verhindern, dass Menschen "potenziell tödliche Substanzen" bekommen.

Auch zum Thema Maskentragen hatte er die Idee von vorgetäuschten Telefonaten unterstützt. Man solle in den Hörer sagen, Kinder seien durch Maskentragen gestorben. Von Schiffmann stammte auch der Satz, Kinder würden sterben, weil sie eine Maske tragen "gegen eine Krankheit, die es nicht gibt".

Wenn das Ruhen oder der Widerruf der Approbation angeordnet sind, stellt es eine Straftat dar, Patienten zu behandeln.““

https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/id_89174054/corona-leugner-querdenker-arzt-bodo-schiffmann-soll-zulassung-verlieren.html

Von den Diffamierungen Lars Wienands mal abgesehen, ist Bodo Schiffmann tatsächlich an die Öffentlichkeit getreten und hat deutlich gemacht, wie er von staatlichen, halb-staatlichen und privaten Stellen behandelt wird: unter anderem soll ihm die ärztliche Zulassung entzogen werden, das Krankenhaus in Sinsheim hat ihm Räumlichkeiten gekündigt, Bankkonten von ihm wurden gekündigt. Dass der politisch-mediale Komplex widerlich über ihn berichtet und er bösartige Anrufe und Schreiben erhält, zählt schon zur Normalität.

Dies hat er öffentlich gemacht und aus an ihn gerichteten Schreiben zitiert, um zu zeigen, worum es bei den Kritiken gegenüber der Regierung geht. All diejenigen, die immer noch glauben, es gehe lediglich um unterschiedliche Ansichten über die Bekämpfung oder Nicht-Bekämpfung einer angeblich gefährlichen Krankheit, wollte er deutlich machen, um was es tatsächlich geht.

Und dass es so wie ihm allen anderen so oder so ähnlich ergeht, die es wagen, anderer Meinung zu sein.

Aus einem früheren Beitrag des Wurms: „Über das Abdriften in einen immer autoritärerer werdenden Staat siehe auch http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/441-ihr-koennt-mich-alle-am-arsch-lecken.html mit ähnlichen Szenen.

Was jetzt aber ausartet, ist der Versuch der Zerstörung der medialen Opposition. Nachdem alle Register gezogen wurden (etwa Löschung der YouTube- und Facebook-Kanäle, Kündigung der Bankkonten, Kündigung von Arbeit bzw. Nebenerwerb), um politische „Randerscheinungen“ wie Martin Sellner medial zu vernichten, siehe auch http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/380-identitaere-bewegung.html , geht es jetzt allen an den Kragen, die es noch wagen, regierungskritisch zu berichten.

Ken Jebsen mit seinem KenFM mit über 500.000 Abonnenten bei YouTube, hat angekündigt, die Stadt Berlin zu verlassen, nachdem er dort kaum noch Veranstaltungs-Orte, Studios oder Hotels für seine Gäste bekommt. Der YouTube-Kanal steht kurz davor, gelöscht zu werden.

https://kenfm.de/kenfm-verlaesst-berlin/

Bereits gelöscht wurde „Mainz Free TV“ und so ziemlich alle politisch interessanten Kanäle haben dazu sehr deutlich aufgerufen, ihnen auf momentan noch sichere Portale zu folgen.

Kein Zweifel: Der Staat mit seinen Helfern greift jetzt endgültig hart durch. Wer immer noch glaubt, es handle sich um eine Krankheit, dem ist nicht mehr zu helfen.“

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/464-realitaets-verweigerer.html

 

Zum Schluss: Ein Weihnachtsmärchen

 

Boris Reitschuster: „Es gibt sie doch noch: die Weihnachtsmärchen. Zumindest die kleinen. Man muss sie nur erkennen. Eines habe ich selbst erlebt. Und es war zuerst gar nicht als solches zu erkennen. Im Gegenteil. Als ich genau heute vor einem Jahr, am 24. Dezember 2019, die Klage von ARD-Chef-„Faktenfinder“ Patrick Gensing gegen mich in meinem Briefkasten vorfand, war die Weihnachtsstimmung erst einmal verdorben: In meinem Alter rechnet man generell nicht mehr mit einer Bescherung – aber erst recht nicht mit so einer.

Doch was als Schrecken begann, wurde zu einer Erfolgsgeschichte: Ausgerechnet die Klage von Gensing trug dazu dabei, dass ich mich noch mehr hinter meine Seite klemmte, und es kam so viel Unterstützung von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, dass ich heute dem Ausgang des Prozesses (er ist terminiert für den 14. Januar in Köln) sehr gelassen entgegensehen kann. Was – so meine Auffassung – als Versuch gestartet war, mich aus der ARD-Zentrale mundtot zu machen, bewirkte genau das Gegenteil.

Diese Erfahrung macht mir Hoffnung. Dass auch vieles von dem, was wir in diesem Jahr erlebt haben – eine beispiellose Einschränkung unserer Freiheit und unserer Grundrechte, ein endgültiges Umkippen vieler großer Medien zu Propaganda-Instrumenten, und eine Entfernung von großen Teilen unserer Politik von der Realität und den Menschen, wie sie früher undenkbar schien, eine bisher nie gekannte Spaltung der Gesellschaft, dass auch all das wie die Klage Gensings im Endeffekt genau das Gegenteil bewirkt, und der Auftakt zu Veränderungen zum Besseren ist:

- Dass wir uns wieder besinnen auf unsere Freiheit und unsere Grundrechte. Sie wieder zu schätzen lernen, statt sie als selbstverständlich hinzunehmen und deshalb auch ihren schleichenden Verlust zu ignorieren und zu verdrängen.

- Dass die Medien, unter dem Druck von Millionen, wieder zurückfinden zu ihrer Aufgabe: Nicht die Regierten im Sinne der Regierenden zu kontrollieren, sondern umgekehrt.

- Dass sich die Politiker wieder darauf besinnen, dass sie nicht mehr sind als Angestellte ihrer Wähler, auf Zeit.

- Dass die Spaltung dazu führt, dass immer mehr Menschen sehen, dass sie ein Irrweg ist – und dass man über politische Unterschiede hinweg im anderen den Mensch sehen muss, und nicht den „Corona-Leugner“, „Verschwörungstheoretiker“ oder „linksgrün Versifften“.

- Dass das ständige Beharren auf Dogmen und die Diffamierung von deren Hinterfragen uns hilft, wieder zu verstehen, dass es keine regierungsamtliche Wahrheiten geben kann, und auch die Wissenschaft von Zweifeln und vom Hinterfragen lebt.

Viele werden mich jetzt fragen, ob ich naiv bin.

Ich glaube es nicht.

Aber ich würde mich für zynisch halten, wenn ich nicht wenigstens am Heiligabend das ganz offen schreiben würde, was ich mir wünsche. Für unsere Gesellschaft. Für unser Land. Für unsere Demokratie. Für unsere Freiheit.

Nicht aufhören, sich zu wundern!

Oft schreiben mir Menschen, wenn ich Missstände schildere: Warum wundern Sie sich? Warum regen Sie sich denn da überhaupt (noch) auf?

Ich bin überzeugt: In dem Moment, in dem man aufhört, sich über Missstände aufzuregen, sich zu wundern, wird man Teil dieser Missstände. Und Zyniker.

Jetzt an Weihnachten sollten wir uns alle vornehmen, nicht dieser Zynismus-Falle zu erliegen. Weihnachten ist das Fest des Lichts. Resignieren, verdrängen, schweigen – das steht für Finsternis. Ich wünsche uns allen, dass wir die Kraft haben, dieser Finsternis das Licht entgegen zu setzen: Nicht zu resignieren, sondern das Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Nicht zu verdrängen, sondern die Missstände und Probleme klar als solche zu erkennen, auch wenn es schwer fällt. Und nicht nur erkennen, sondern auch benennen.

In den schrecklichsten Zeiten der Menschheit fanden sich immer Menschen, die den Mut hatten, gegen Unrecht aufzustehen. Oft wussten sie, dass ihnen dies das Leben kostet, mindestens die Freiheit. Wir sind, bei allen Problemen in der verhältnismäßig glücklichen Lage, dass uns solche Gefahren nicht drohen. Ich weiß: Auch soziale Ächtung, drohender Verlust des Jobs und damit oft auch der Existenz sind ebenfalls schwerwiegende Übel. Und ich fände es scheinheilig und anmaßend, wenn ich Sie dazu auffordern würde, das zu riskieren. Aber sind wir ehrlich zu uns: Sehr, sehr viele könnten ein klein wenig mehr den Mund aufmachen, ein klein wenig mehr tun, ohne gleich die große Repression zu fürchten. Mein Weihnachtswunsch wäre, dass mehr Menschen das mutiger tun.

Ihnen wünsche ich, dass Weihnachten nicht nur in Sachen Tageslicht wie jedes Jahr eine Wende ist – sondern, dass auch wieder mehr Licht in unseren Alltag, vor allem in unsere Politik und unsere Medien einkehrt! Und dass Sie ein wenig zur Ruhe finden jetzt zum Fest, eine gute Zeit mit ihren Nächsten verbringen, und es trotz allem ein glückliches Fest für Sie wird!

In diesem Sinne: Frohe Weihnacht!!!“

https://reitschuster.de/post/mein-weihnachtsmaerchen-es-begann-mit-der-ard/

Alles wird gut!

 

 

Ich bin Philanthrop, Demokrat und Atheist. Rupert Regenwurm

 

 

Das Böse verlachen

- Satire, Realsatire, ernst Gemeintes -

 

Die Echse erzählt ein Wintermärchen (2020)

https://www.youtube.com/watch?v=TdZX7Z3b7Dw

 

Lockdown | Sieht so eine moderne Diktatur aus?

https://www.youtube.com/watch?v=vvcEuaShCgo

 

Der Wegscheider 12 Dezember 2020

https://www.youtube.com/watch?v=zDQGtUyYBrM

 

Well-Brüder aus ́m Biermoos: Corona Bavariae

https://www.youtube.com/watch?v=hm-AZnhCo9k

https://www.youtube.com/watch?v=K3cDMKftolI

https://www.youtube.com/watch?v=V8FZmZplQ0g

https://www.youtube.com/watch?v=vB5tNLOGFSc

 

Covid-XMas - Top-Covid-Weihnachten-Musik-Chart

https://www.bitchute.com/video/Iumdwcvab7PI/

 

Das Wilde Schaf: Sendung #6

https://vimeo.com/494170982