Frauen sitzen am Steuer und fahren Auto. Eigentlich nichts Bemerkenswertes. Außer in Saudi-Arabien. Da ist das nämlich verboten. Frauen ist es dort gesetzlich nicht erlaubt, Auto zu fahren. Und das ist nicht das einzige, was sie nicht dürfen.

http://www.krone.at/Welt/Saudi-Araberinnen_machten_gegen_Fahrverbot_mobil-14_Festnahmen-Story-380633

Auch, wenn die Aktion von reichen Frauen initiiert wurde, die ihren Führerschein im Ausland gemacht haben und die nichts im Sinn haben mit der Verbesserung der Lage der Millionen von Gastarbeiterinnen, die (etwa als Dienstmädchen) in ihren Augen „niedere Arbeiten“ verrichten und teilweise wie Sklavinnen gehalten werden: es ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung und in die „Normalität“.

http://www.berliner-zeitung.de/politik/frauenrechte-in-saudi-arabien-vorsichtiges-ueben-eines-protestes,10808018,24799674.html

Wenn es in Saudi-Arabien um Frauen geht, ist alles problematisch. Allein das Vorhandensein von Frauen und deren Anblick ist problematisch. Wikipedia schreibt zur Stellung der Frauen:

„In Saudi-Arabien sind die Rechte der Frauen eingeschränkt, das Land hat die UN-Frauenrechtskonvention am 7. September 2000 mit Vorbehalten gegen Art. 9 Abs. 1 und Art. 29 Abs. 1 ratifiziert, das Zusatzprotokoll zur Frauenrechtskonvention bisher nicht ratifiziert.

Inzwischen ist es zwar Pflicht, dass jede Frau einen Personal- bzw. Reiseausweis besitzt, aber eine Frau darf das Land ohne Genehmigung durch ihren Vormund nicht verlassen. Seit Anfang 2008 dürfen Frauen alleine in einem Hotel wohnen, dies war ihnen vorher nur in der Begleitung eines „männlichen gesetzlichen Vormundes“ gestattet.

Einheimische Frauen unterliegen in der Regel einer gesetzlichen männlichen Vormundschaft. Der immer männliche Vormund ist bis zur Ehe in der Regel der Vater, die Brüder oder ggf. ein Onkel. Ab der Ehe ist der Ehemann der Vormund. Der Vormund ist für Straftaten, die eine Frau begeht, mitverantwortlich; bei kleineren Delikten ist es oft der Fall, dass der männliche Vormund sich vor Gericht zu verantworten hat, bei größeren Delikten in der Regel beide. Seit 2004 dürfen Frauen ihre Firmen selbst führen d. h. die eigene Verantwortung dafür tragen.

Frauen können sich vor Gericht von der ihnen auferlegten Zwangs-Vormundschaft entbinden lassen, müssen dafür aber nachweisen können, dass der Vormund sie misshandelt, vergewaltigt, gequält hat oder zwingt, Dinge zu tun, die nicht mit dem Islam vereinbar sind (z. B. Prostitution oder analer Geschlechtsverkehr). Der Vormund wird für diese Vergehen daraufhin zur Rechenschaft gezogen, außer es gibt nach der Entbindung eine außergerichtliche Einigung zwischen dem Ehepaar (z. B. Entschädigungssumme).

Frauen ist das Lenken von Kraftfahrzeugen in der Stadt untersagt, im Oktober 2005 bestätige König Abdullah, dass sich daran in nächster Zeit nichts ändern werde. Der König selber unterstützt die Aufhebung des Fahrverbotes, macht diese jedoch von der Zustimmung der Allgemeinheit abhängig. Erst seit 1966 dürfen Frauen Schulen besuchen. Inzwischen ist im Bildungssektor die Liberalisierung so weit vorangeschritten, dass die Mehrheit der Studenten Frauen sind. Sie müssen die Vorlesungen von männlichen Dozenten am Bildschirm verfolgen, da in der Universität wie im gesamten öffentlichen Raum der Grundsatz gilt, dass Frauen keinerlei persönlichen Kontakt zu nichtverwandten Männern und Männer keinerlei persönlichen Kontakt zu nichtverwandten Frauen haben dürfen. Deswegen sind im Königreich oft Bereiche anzutreffen, die nur einem Geschlecht vorbehalten sind, zum Beispiel Busse, Einkaufscenter oder Restaurants. Hessah Al-Oun, die Vorsitzende des Stadtrates von Rawda, eines Stadtteils von Dschidda, setzte im März 2008 den Bau eines öffentlichen (staatlichen) Freizeit- und Sportparks für Frauen durch. Bis dahin wurden solche Einrichtungen nur von privaten Besitzern angeboten.

Frauen besitzen erst seit kurzem das passive Wahlrecht, das aktive Wahlrecht sollte 2009 folgen. In den beratenden Ministerrat (Schura) des saudischen Regierungsrates, dem vorher nur Männer angehörten, wurden im Juni 2006 erstmals sechs Frauen berufen.

Viele Berufe waren den Frauen nicht zugänglich, heute ist ihnen fast jeder Beruf zugänglich, allerdings unter der Voraussetzung strikter Geschlechtertrennung am Arbeitsplatz, was ein Problem bei der Beschäftigung bei ausländischen Firmen verursacht, weswegen die strikte Trennung – z.B. für den Kantinenbereich – gelockert werden soll, was aber die orthodoxe Geistlichkeit zu verhindern trachtet.

Seit einigen Jahren bemüht sich die Regierung um partielle Maßnahmen zur Liberalisierung. So wurden bei den letzten Wahlen der Handelskammer auch zwei Frauen in den Vorstand gewählt. Die Vorsitzende des Weltwirtschaftsforums in Saudi-Arabien ist eine Frau. Mit Soraya Obaid ist zum ersten Mal eine saudische Frau die Direktorin des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen.

In der Grundordnung des Königreiches ist der Schleier nicht explizit erwähnt; dass Frauen ihn in der Öffentlichkeit trotzdem tragen müssen, ergibt sich aus den Art. 1, 23 und 45. Der Schleier soll den ganzen Körper mit Ausnahme von Gesicht und Händen bedecken und soll einfach gearbeitet und nicht anziehend sein, so dass Männer nicht darauf aufmerksam werden. In den Zentralprovinzen (Riad und Buraida) sieht man Frauen, die ihr Gesicht und ihre Hände verschleiern, dies wird als besonders „anstandsvoll“ angesehen, ist aber nicht gesetzlich vorgeschrieben.

Weibliche Familienangehörige nicht-islamischer Expatriierter oder andere Besucherinnen des Königreichs müssen den Körper mit einer schwarzen Kutte verhüllen, können die Haare jedoch unverhüllt lassen. Während dies in den inneren Provinzen selten zu beobachten ist, ist es in den Industriestädten am Persischen Golf unter westlichen und fernöstlichen Frauen üblich, die Haare nicht zu verschleiern. Anders als im Iran, in dem die Verschleierung des weiblichen Haars einer Doktrin folgt und ein freizügiges Tragen des Kopftuches sehr verbreitet ist, folgt die saudische Tradition einem pragmatischen Verhüllen der Weiblichkeit. Diese erlaubt es, das Haar unbedeckt zu lassen.“

Im gleichen Artikel heisst es zur Situation der Gastarbeiter (die im Jahre 1996 73% der erwerbstätigen Arbeit im Lande verrichteten), „so müssen zum Beispiel 1,5 Millionen weibliche Hausangestellte ostasiatischer Herkunft im Königreich oft bis zu 20 Stunden am Tag arbeiten und werden vielfach misshandelt.“

Und noch etwas Abstoßendes: „2002 erregte ein Brand in einem Mädcheninternat bei dem mehrere Mädchen durch Mitglieder des CPVPV wieder in das brennende Gebäude zurückgeschickt wurden, weil sie ihre Schleier nicht trugen, in ganz Saudi-Arabien öffentliches Interesse. Nach der Diskussion um die Rechtmäßigkeit dieser Aktion, die auch teilweise in der Presse geführt wurde, wurden mehr öffentliche Diskussionen über Themen geführt, die früher als Tabu galten. Erst im Mai 2010 wurde vom Erziehungsministerium aufgrund dieses Vorfalls erlaubt, dass auch nicht vollständig korrekt gekleidete Frauen von der Feuerwehr gerettet werden dürfen.“

Mensch lese und schaudere:

http://de.wikipedia.org/wiki/Menschenrechte_in_Saudi-Arabien

Die Deutsche Botschaft in Riad gibt folgende Tipps:

http://www.riad.diplo.de/Vertretung/riad/de/04__RK__Visa/Leben_20und_20Arbeiten/Verhalten_20Frauen.html

Das zutiefst korrupte Saudi-Arabien gehört zu den 10 autoritärsten Staaten der Erde, der keine Parteien, keine Gewerkschaften, keine freie Presse kennt. Als Symbol könnte mensch die Strafe des Hand-Abhackens für Diebstahl ansehen. Anbei ein Artikel, der die Zustände im Land beschreibt. Der ist zwar aus dem Jahr 2002 – viel dürfte sich seitdem aber nicht verändert haben.

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-21608746.html

Wenn die Hälfte der Bevölkerung eines Landes auf Grund ihres Geschlechts massiv benachteiligt wird: wann ist etwas „Verletzung der Menschenrechte“, wenn nicht das? Ein Mensch, der nicht wüsste, welches Spielchen gespielt wird, würde jetzt bestimmt sagen, dass doch bestimmt die USA massiv dagegen protestieren würden, denn die haben es doch mit den Menschenrechten.

Hat schon ein Mensch davon gehört, dass die USA den Staat Saudi-Arabien in irgend einer Art und Weise wg. „Verletzung der Menschenrechte“ angeklagt hätten? Nicht? Dann dürfte es wohl daran liegen, dass beide Staaten politisch und wirtschaftlich eng miteinander verbündet sind.

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-21608750.html

Wenn die USA oder andere Staaten sich lauthals über „Verletzung der Menschenrechte“ bei anderen Ländern beschweren, hat das immer was mit Propaganda zu tun, um diese Länder anzuschwärzen. Auch dann, wenn diese Vorwürfe berechtigt sein sollten: wer zu Saudi-Arabien schweigt, ist unglaubwürdig.