Martina Meister: „Catherine Deneuve und andere prominente Französinnen warnen in einem offenen Brief vor einer „puritanischen Säuberungswelle“ als Folge der MeToo-Debatte. Sie fürchten den Verlust sexueller Freiheiten in einem „totalitären Klima“.

„Wir fordern die Freiheit, aufdringlich werden zu dürfen“, unter diesem Titel hat ein Kollektiv französischer Frauen am Dienstag eine Kampfschrift veröffentlicht, in der sie die Folgen der MeToo-Debatte für das Verhältnis der Geschlechter beklagen. Es ist ein empörter Aufschrei gegen ein „totalitäres Klima“ in Sachen Sexualität, der vermutlich nur aus Frankreich kommen konnte, wo die Libertinage erfunden wurde. Wollte man ihn in einem Slogan zusammenfassen, so müsste er vermutlich „Nicht mit mir“ lauten.

Der offene Brief, der am Dienstag in der französischen Tageszeitung „Le Monde“ erschienen ist und den unter anderem die Schauspielerin Catherine Deneuve, die Schriftstellerinnen Catherine Millet und Catherine Robbe-Grillet unterzeichnet haben, hebt die Debatte um sexuelle Aggression auf eine neue Ebene.“

https://www.welt.de/politik/ausland/article172335715/Franzoesinnen-gegen-MeToo-Die-Freiheit-aufdringlich-zu-werden.html

Und auf dieser neuen Ebene befindet sich der Wurm. Es läuft einiges drunter und drüber, aber der Wurm versucht, die Thematik zusammenzufassen.

 

Der Fall Weinstein

 

Aus „Wikipedia“: „Beim Weinstein-Skandal im Oktober 2017 berichteten The New York Times und The New Yorker, dass Dutzende von Frauen den US-amerikanischen Filmproduzenten Harvey Weinstein der sexuellen Belästigung, der sexuellen Nötigung oder der Vergewaltigung beschuldigten. Viele andere Frauen aus der Filmindustrie berichteten anschließend darüber, ähnliche Erfahrungen mit Weinstein gemacht zu haben. Weinstein stritt ab, „nicht einvernehmlichen Sex“ gehabt zu haben.

Kurz nach der Veröffentlichung der Vorwürfe wurde Weinstein von seinem Unternehmen entlassen und aus der Academy of Motion Picture Arts and Sciences sowie anderen Berufsvereinigungen ausgeschlossen. Seine Frau Georgina Chapman gab die Trennung bekannt. Politiker, die er unterstützt hatte, distanzierten sich von ihm …

Gerüchte über Weinsteins „Besetzungscouch“-Praktiken hatten in Hollywood seit Jahren die Runde gemacht; Unterhaltungskünstler machten gelegentlich entsprechende Andeutungen. 1998 sagte Gwyneth Paltrow bei der Late Show with David Letterman, dass Weinstein dazu nötige, „ein oder zwei Dinge zu tun“. 2005 riet Courtney Love jungen Schauspielerinnen in einem Interview: „Wenn Harvey Weinstein dich zu einer Privatparty in das Four Seasons einlädt, geh nicht hin.“ 2010 machte ein Artikel mit dem Titel Harvey’s Girls eine Anspielung auf Weinsteins „Besetzungscouch“: „Alle paar Jahre sucht sich Harvey ein neues Mädchen als sein Mäuschen.“ 2012 sagte ein Charakter in der Fernsehserie 30 Rock: „Ich habe keine Angst vor irgendjemandem im Showgeschäft, ich habe den Geschlechtsverkehr mit Harvey Weinstein bei nicht weniger als drei Gelegenheiten abgelehnt – von fünf.“ Bei der 2013-Oscars-Zeremonie scherzte der Gastgeber Seth MacFarlane bei der Ankündigung der als beste Nebendarstellerin Nominierten: „Glückwunsch, ihr fünf Ladys müsst nicht länger so tun, als würdet ihr Harvey Weinstein attraktiv finden.“ Und 2015 schrieb Jordan Sargent in einem Gawker-Artikel Tell Us What You Know About Harvey Weinstein’s ‘Open Secret’, dass „Gerüchte über den mächtigen Produzenten, der sich seine Industriemacht für sexuelle Befriedigung zunutze macht – einvernehmlich oder sonstwie –, dazu tendierten, unausgesprochen zu bleiben, begrenzt auf gedämpftes Getuschel und schäbige Gerüchte-Blog-Kommentare“.

2015 berichtete die New York Times, Weinstein sei von der Polizei befragt worden, nachdem eine 22-jährige Frau ihn beschuldigt hatte, sie unangemessen berührt zu haben. Die Frau war das italienische Model Ambra Battilana Gutierrez. Sie wurde damals von einigen Boulevardmedien als aufstrebende Opportunistin und angebliche Erpresserin dargestellt und mit Bunga-Bunga-Sexpartys des früheren italienischen Premierministers Silvio Berlusconi in Verbindung gebracht. Der Bezirksstaatsanwalt von Manhattan, Cyrus Vance Jr., erhob aus Mangel an Beweisen keine Anklage.

Über substanzielle Beschuldigungen von sexuellem Fehlverhalten Weinsteins hatten zuerst am 5. Oktober 2017 die Journalistinnen Jodi Kantor und Megan Twohey von der New York Times berichtet. Ihr Artikel beschuldigte Weinstein der sexuellen Belästigung über drei Dekaden und berichtete von Zahlungen in acht Vergleichen an Schauspielerinnen und Produktionsassistentinnen, Zeitarbeiterinnen und andere Angestellte der Firmen Miramax und Weinstein Company.

Am 10. Oktober 2017 berichtete der NBC News-Korrespondent Ronan Farrow im The New Yorker über weitere Anschuldigungen, wonach Weinstein 13 Frauen sexuell genötigt oder belästigt und drei vergewaltigt habe. Farrow sagte, er habe das Material schon Monate früher auf NBC bringen wollen, deutete aber an, dass der Sender unter Druck stand, es nicht zu veröffentlichen. NBC dementierte dies, andere Zeitungen hingegen bestätigten und kritisierten ebendies an NBC. Farrow zufolge sagten 16 frühere oder derzeitige Führungskräfte und Assistenten aus Weinsteins Umfeld, dass sie Weinsteins unerwünschte sexuelle Avancen beobachtet hätten oder darüber informiert gewesen seien. Vier Schauspielerinnen gaben ihren Verdacht weiter, dass Weinstein sie von Filmprojekten abgezogen hatte oder andere überredete, sie in Filmprojekten nicht zu besetzen, nachdem sie seine sexuellen Avancen zurückgewiesen und sich über ihn beschwert hatten. Der New Yorker veröffentlichte auch den Mitschnitt einer belastenden Tonaufnahme aus einer Sting-Operation der „Special Victims Unit“ des NYPD aus dem Jahr 2015. Darin räumte Weinstein ein, Ambra Gutierrez begrapscht zu haben.

Nachdem die Artikel in der New York Times und im New Yorker erschienen waren, erhoben viele Frauen aus der Unterhaltungsindustrie ähnliche Anschuldigungen gegen Weinstein. Ihren Berichten zufolge lud er junge Schauspielerinnen oder Models in ein Hotelzimmer oder Büro unter dem Vorwand ein, deren Karriere zu besprechen, und verlangte dann Massagen oder Sex von ihnen. Ehemalige Kollegen und Mitarbeiter von Weinstein sagten den Reportern, dass diese Aktivitäten durch Angestellte, den Mitarbeiterstab und Agenten ermöglicht wurden, die diese Meetings anberaumten, sowie Rechtsanwälte und Pressesprecher, die Beschwerden mittels Zahlungen und Drohungen unterdrückten. Eine ehemalige Assistentin meldete sich und verwahrte sich gegen derartige Vorwürfe der „Kollaboration“. Sie und ihre Arbeitskolleginnen hätten selber gelitten und in einem „System von Manipulation und Unterdrückung“ gelebt. Sie mache sich aber im Nachhinein Vorwürfe, jenes „System der Demütigung und Ausbeutung“ nicht früher verlassen zu haben …

Heidi Klum äußerte, ein Verhalten wie das von Weinstein sei weder in Hollywood noch anderswo ein Einzelfall. Sie sagte: „Es wäre sicher schwer, eine Frau zu finden – mich eingeschlossen –, die sich noch nie eingeschüchtert oder bedroht gefühlt hat von einem Mann, der seine Macht, Position oder körperliche Statur ausnutzt“ …

Im Dezember 2017 äußerte „Herr der Ringe“-Regisseur Peter Jackson in einem Interview mit dem Online-Portal „Stuff“, dass er in den 1990er Jahren die Schauspielerinnen Ashley Judd und Mira Sorvino für seine „Hobbit“- und „Herr der Ringe“-Filmprojekte in Betracht gezogen habe, sie jedoch wegen Warnungen der Weinstein-Brüder vor einer Zusammenarbeit mit ihnen nicht mehr für diese berücksichtigte. Mit Bekanntwerden der Anschuldigungen gegen Weinstein halte er dessen Warnungen rückblickend für den Teil einer „Schmutzkampagne in vollem Gange“ gegen Schauspielerinnen. Judd und Sorvino bedankten sich bei Jackson für dessen Offenlegung. Weinsteins Sprecher dementierte die Vorwürfe.“

https://de.wikipedia.org/wiki/Weinstein-Skandal

Heidi Klum bringt das Ganze auf den Punkt: „Es wäre sicher schwer, eine Frau zu finden – mich eingeschlossen –, die sich noch nie eingeschüchtert oder bedroht gefühlt hat von einem Mann, der seine Macht, Position oder körperliche Statur ausnutzt“.

Darauf wird der Wurm später noch zurückkommen.

 

Die Waffen der Frau

 

Aus zwei früheren Beiträgen des Wurms:

„Durch Darstellung in Zeitschriften und Werbung mit nackten oder halbnackten Frauen bzw. „harmlose“ Texte wie „Wir lieben junges Gemüse“, werden Frauen als allseits willig hingestellt und ihnen öffentlich klar gemacht, wie sie auszusehen haben. Natürlich kommt kaum eine Frau vom Gesicht oder der Figur her an die Top-Models heran. Ist auch gar nicht möglich, da es zumindest bei den Gesichtern kaum einen Quadrat-Zentimeter gibt, der nicht hinterher foto-technisch bearbeitet worden wäre. Nichtsdestotrotz werden dadurch ein Ideal und eine Erwartungshaltung aufgebaut, die nicht gut sind.“

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/103-heimat-grosser-soehne.html

„Von Frauen wird erwartet, dass sie schön sind, einen schönen Körper haben, diesen pflegen und diesen durch Äußerlichkeiten wie Kleidung „verkaufen“. Der Erfolg der eigenen Attraktivität macht sich bemerkbar in der Männerwelt (frau bekommt eher den für sie attraktiven Mann), im Beruf (frau bekommt eher die für sie attraktive Arbeit mit höherem Gehalt) und beim Einkaufen (frau wird deutlich freundlicher bedient).

Das wissen Frauen und investieren entsprechend viel Geld und Zeit in ihr Äußeres: eine durchschnittliche mitteleuropäische Frau verwendet täglich durchschnittlich ca. 2 Stunden dafür (vor allem waschen, eincremen, Pflege der Haupthaare, Entfernen von Körperbehaarung, Pflege von Finger- und Fußnägeln, Gesichtsmasken, dekorative Kosmetik). Zusammen mit sportlicher Betätigung, Sammeln von Informationen (wie Lesen von Frauenmagazinen) und Einkaufen der entsprechenden Artikel sind das täglich durchschnittlich ca. 3 Stunden. Was davon notwendig, sinnvoll oder von der Mode-Industrie eingeredet ist, mag dahin gestellt sein …

Männer haben die Angewohnheit, alles auf sich zu beziehen. Wenn sie eine attraktive Frau sehen, die viel auf ihr Äußeres hält, heisst das für sie, dass sie etwas von ihnen „will“. Entweder von ihnen persönlich oder allgemein von der Männerwelt. Dass sie das auch rein für sich selbst tun könnte, kommt diesen Männern nicht in den Sinn.

Entsprechend sind die Reaktionen ...“

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/259-zwang-zur-schoenheit.html

Seit sehr langer Zeit gab es für Frauen kaum eine andere Möglichkeit, „etwas zu werden“ als über ihren Körper die gesamte Männerwelt oder einen bestimmten Mann zu beeindrucken.

Vor allem im Bereich der Schauspielerei ist das heute noch so: sexy Aussehen und Übersexualisierung (wie bei Gala-Kleidungen) gehören zum Berufsbild. Die meisten Schauspielerinnen kommen über ihr Aussehen hoch (sonst werden sie erst gar nicht genommen) und Flirten gehört zu ihrem „täglichen Brot“.

Peter Haisenko: „Fälschlicherweise wird immer davon ausgegangen, dass eine unbotmäßige sexuelle Avance vom triebstärkeren Mann ausgeht. Das ist unzulässig angesichts einer Fülle von Beispielen, wo sich Sekretärinnen oder Kindermädchen einen höheren Sozialstand erobert haben, indem sie ihren Chef – wie auch immer – dazu gebracht haben, aus der bestehenden Ehe auszubrechen. Dafür gibt es unzählige prominente Beispiele, auf die ich mich hier im Einzelnen nicht einlassen will …

Was den Sexismus in dieser Branche angeht, weiß ich aus eigener Erfahrung, dass in nicht wenigen Eingangslehrgängen für Stewardessen Wetten abgeschlossen werden, wer sich wohl als erste einen Kapitän „an Land ziehen“ wird.“

https://www.anderweltonline.com/klartext/klartext-2017/sexismusdebatte-flirten-nur-noch-nach-vorschrift/

Zwei der bekanntesten deutschen Unternehmerinnen hatten es auf diese Weise geschafft. „Wikipedia“ über Friede Springer: „Die Tochter eines Gärtnermeisters und einer Hauswirtschaftsleiterin hatte eine Lehre als Hotelkauffrau abgebrochen, bevor sie ab 1965 als Kindermädchen im Hause des Verlegers Axel Springer in Hamburg-Blankenese Anstellung fand. Noch während Axel Springer mit seiner vierten Frau Helga verheiratet war, wurde sie seine Geliebte. 1978 wurde sie Springers fünfte Ehefrau.“

https://de.wikipedia.org/wiki/Friede_Springer

Über Liz Mohn: „Nach der Volksschule nahm Liz Mohn zunächst eine Lehrstelle als Zahnarzthelferin an. Später bewarb sie sich als Telefonistin bei Bertelsmann und arbeitete fortan für den Buchclub. Im Alter von 17 Jahren lernte sie Reinhard Mohn kennen. 1963 heiratete sie den Lektor Joachim Scholz, 1978 trennte sich das Paar. 1982 wurde die erste Ehe von Reinhard Mohn geschieden, Liz und Reinhard Mohn heirateten noch im selben Jahr. Er adoptierte die gemeinsamen Kinder Brigitte, Christoph und Andreas Mohn.“

https://de.wikipedia.org/wiki/Liz_Mohn

Selbst der edelste und treueste Mann, der in einer herausgehobenen Position steht, wird Mühe haben, den Versuchungen des Lebens (sprich: Frauen, die ihn für ihren Aufstieg benutzen wollen) zu widerstehen.

Bei älteren Sekretärinnen, die mit sich selbst und ihrem Schicksal hadern, kann mensch mit großer Sicherheit davon ausgehen, dass diese sich selbst Vorwürfe machen, kein Verhältnis etwa mit einem Professor gehabt zu haben bzw. nicht genügend darauf gedrängt zu haben, dass dieser seine Ehefrau für sie verlässt.

Wenn dieser Mann jetzt allerdings nicht so edel und treu ist, wird er es für völlig normal halten, dass ihm untergebene Frauen bereit sind, ihren Körper für ihn einzusetzen. Wenn sie sich dagegen sträuben, gehört das für ihn zum „Spiel“ dazu. Schließlich gibt es ja jede Menge „Liebesfilme“, bei denen die Frau zuerst nicht will und der Mann sie auf die eine oder andere Art „bedrängen“ muss, bevor es zum glücklichen Ende kommt.

Wenn die Frau aber dann doch nicht will, wird sie auf’s Übelste beschimpft und das Ende ihrer Karriere ist nahe.

So sehr einem das Verhalten von Harvey Weinstein und anderer auch abstoßen mag, kann mensch davon ausgehen, dass es zuvor zahlreiche Frauen gegeben hat, die es völlig normal fanden, ihren Körper für ihr eigenes Fortkommen bei diesen eingesetzt zu haben.

 

Normalität

 

Aus einem früheren Beitrag des Wurms: „Auf der einen Seite kommt es in der Gesellschaft manchmal zu Übertreibungen und Haarspaltereien in der „Political Correctness“ – aber gegenüber Frauen darf alles gesagt werden. Mensch stelle sich nur mal vor, was passieren würde, wenn es um „10 nackte Franzosen“, „10 nackte Neger“, „10 nackte Juden“ oder „10 nackte Schwule“ ginge. Das ginge natürlich nicht – aber bei Frauen geht das.

Da werden munter Frauenwitze in der Öffentlichkeit erzählt, auch dann, wenn Frauen dabei sind, und auch vor Millionen-Publikum – alles völlig normal.

Wer glaubt, all dies hätte keine Folgen für das Zusammenleben, täuscht sich. Frauen gelten allgemein (ob bewusst oder unbewusst) als lächerliche Personen.“

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/103-heimat-grosser-soehne.html

Mensch stelle sich vor, er befindet sich in höchsten Schichten. Etwa auf einer Konferenz mit Professoren und Doktoren. Dabei sind Frauen mit gleichen oder ähnlichen akademischen Titeln. Der Abend endet mit geselligem Beisammensein, alkoholischen Getränken und schließlich mit Anzüglichkeiten gegenüber Frauen im allgemeinen, etwa Frauen-Witzen. Das muss noch nicht mal böse gemeint sein.

Von den anwesenden Herren wird dies als Selbstverständlichkeit gesehen. Was machen die anwesenden Frauen? Mit großer Wahrscheinlichkeit werden sie sich nicht wehren und nicht darüber reden. Sonst würden sie als „zickig“ oder als „Spaßbremse“ beschimpft.

Junge Wissenschaftlerinnen haben zwei Möglichkeiten, auf die Anzüglichkeiten zu reagieren: entweder sie machen mit oder sie gehen dem Ganzen aus dem Weg – müssen dann aber damit rechnen, berufliche Nachteile zu haben.

 

Respekt

 

Aus einem früheren Beitrag des Wurms: „Aber es gibt ja noch die Männer, die vor Frauen „Respekt“ haben und ihnen etwa in den Mantel helfen. Da der Wurm schon beobachtet hat, dass Frauen das ganz gut alleine können, ist das kein Vorteil. Im Gegenteil: „Hilfe“ in diesem Fall und sonstiges Verhalten, was in diese Richtung geht, wird generöserweise vom Starken dem Schwachen gewährt und ist ein Ausdruck dessen, wer tatsächlich der „Stärkere“ ist. So macht es Sinn (und wird auch gemacht), einem Kind oder einem Behinderten in den Mantel zu helfen. Es kommt jedoch nicht vor, dass ein Mann etwa seinem Vorgesetzten in den Mantel hilft.

Einer, der so großen „Respekt“ vor Frauen hat, ist sehr leicht zu entzaubern. Mensch braucht ihn nur zu fragen „Möchtest du eine Frau sein?“ Zumindest von dieser Sorte Mann hat der Wurm noch keinen erlebt, der „ja“ gesagt hätte.“

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/103-heimat-grosser-soehne.html

Übrigens wollen die meisten Behinderten nicht, dass ihnen bei Alltags-Dingen geholfen wird, weil sie oft die Empfindung haben, die Hilfe käme "von oben herab" und sie kein Mitleid haben wollen.

Bei Ländern, in denen bzw. über die berichtet wird, dass Frauen dort großer „Respekt“ entgegen gebracht wird, kann mensch davon ausgehen, dass es dort um die Rechte der Frauen sehr schlecht bestellt ist.

Seriöse Frauen ziehen gleiche Rechte und gleiche Bedingungen dem „Respekt“ gegenüber vor.

 

Gegen-Entwurf

 

Aus zwei früheren Beiträgen des Wurms:

„Die skandinavischen Frauen sind die selbstbewusstesten in ganz Europa. Das hat auch mit dem in Skandinavien vorherrschenden Menschenbild zu tun: Keimzelle des Staates ist nicht die Familie (wie in Deutschland), sondern das Individuum. Folge davon ist die neben Frankreich höchste Geburtenrate Europas: Die skandinavischen Frauen bekommen im Schnitt 1,9 Kinder pro Frau, während in Deutschland die Zahl 1,4 Kinder pro Frau beträgt. Neben wirtschaftlichen Gründen (die wirtschaftlichen Daten sind deutlich besser, der Staat sorgt für soziale Sicherheit, entsprechende Kinderbetreuung und gibt deutlich mehr Geld für die Bildung aus) geht das Selbstbewusstsein der Frauen einher: Mehr als die Hälfte der Geburten geschieht in „nicht-klassischen Familien“. Anders ausgedrückt: Die meisten Frauen sind aus wirtschaftlichen Gründen nicht auf einen Mann angewiesen und erziehen ihre Kinder mit Hilfe des Staates alleine.“

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/28-oh-it-can-speak.html

„Viele deutsche Frauen empfinden dies alles als „normal“. War ja schon immer so. Schockiert von den Zuständen in Sachen Gleichberechtigung waren jedoch die Frauen, die seit 1990 aus den ehemaligen sozialistischen Ländern nach Deutschland kamen. Dort war Sexismus jeglicher Art verboten: Frauen wurden weder in Zeitschriften noch in der Werbung entwürdigend dargestellt und es wurde darüber gewacht, dass es in den öffentlichen Medien keine frauenfeindliche Witze gab. Prostitution war an den Rand gedrängt und zumindest im Stadtbild nicht sichtbar.

Und in den Betrieben hatte der Staat ein strenges Auge darauf, dass hauptsächlich die Leistung zählte. So durfte es nicht vorkommen, dass etwa nationale Minderheiten benachteiligt werden und natürlich durften auch die Frauen nicht benachteiligt werden. Entsprechend gab es in diesen Ländern um ein Vielfaches mehr an weiblichen Führungskräften als in West-Deutschland. Und von Arbeitslosigkeit war dort auch keiner bedroht. In der Spitze konnten sich die Menschen nicht so viel leisten wie im Westen, aber die Grundversorgung war gewährleistet.

Im Kapitalismus hat sich allerdings mittlerweile auch dort einiges geändert: Frauen wurden als erste entlassen, und der Staat schaut nicht mehr drauf, wer die Führungspositionen bekommt mit der Folge, dass sich Männer gegenseitig die Posten zuschanzen.

Auch hat sich der Typ „weibliche Führungskraft“ dort geändert. War früher eher unvorteilhaftes Aussehen kein Problem, kommen solche Frauen heutzutage kaum noch weit. Statt Leistung wird mehr und mehr repräsentatives Aussehen honoriert.

In der Gesellschaft werden Frauen auf der einen Seite als Mütter „geehrt“ und in Familie, Küche und Religion abgeschoben; auf der anderen Seite werden in den öffentlichen Medien gerne Frauenwitze gemacht und in populären Liedern Frauen als „Schlampen“ bezeichnet. Und natürlich blüht die Prostitution mitten in den Städten.

Aber auch Frauen aus Frankreich oder Skandinavien mussten und müssen feststellen, dass Deutschland in Sachen Gleichberechtigung (und nicht nur da) ein hinterwäldlerisches Land ist. Das zeigte sich spätestens dann, wenn es darum ging, selbst zu arbeiten und die Frage auftauchte „wohin mit den Kindern“? Das war in der alten BRD ein massives Problem und erst seit dem Einigungsvertrag mit der DDR hat sich da etwas zum Positiven (jedoch nicht zum Idealen) geändert.“

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/103-heimat-grosser-soehne.html

 

Moderne Zeiten

 

Aus einem früheren Beitrag des Wurms: „Der überragende Erfolg der Bücher und des Filmes zeigt deutlich, in welche Richtung ein Großteil der modernen Frauen geht: sie wollen nicht die gleichen Rechte, sondern wollen den Männern gefallen.

Das zeigt sich schon am Äußeren: Mensch vergleiche die jungen Frauen von vor ca. 30 Jahren mit denen von heute: heute haben wesentlich mehr Frauen lange Haare und kleiden sich mehr feminin.

Das ist auch so im Film: mit Ausnahme der Schwester des Christian (die aber nur sehr kurz zu sehen ist), haben alle jungen Frauen langes Haar und tragen oft ein kurzes Röckchen.

Dieser Trend ist auch deutlich im Erfolg der Farbe Rosa und deren Folgen bei jungen Mädchen zu sehen. Siehe http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/18-rosa-stinkt.html

Auf kleine Jungs und große Männer hat das die Wirkung, dass sie solche Frauen nicht ernst nehmen. Sie begegnen ihnen nicht als gleichberechtigte Partner, sondern (etwas übertrieben ausgedrückt) als merkwürdige Sexualobjekte, die von einem anderen Stern kommen.

Wenn einem solchen Mann dann doch eine selbstbewusste Frau gegenüber tritt, die auf ihre Rechte pocht, gilt diese gleich als „zickig“. Schließlich sind die anderen ja nicht so.“

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/147-die-schoene-und-das-tier.html

 

Vor, während und nach Weinstein

 

Heidi Klum: „Es wäre sicher schwer, eine Frau zu finden – mich eingeschlossen –, die sich noch nie eingeschüchtert oder bedroht gefühlt hat von einem Mann, der seine Macht, Position oder körperliche Statur ausnutzt“.

Dass und wie Harvey Weinstein gegenüber Frauen agiert hat, war in der gesamten Branche bekannt. Auch bei denjenigen, die jetzt so tun, als hätten sie gar nichts davon gewusst.

Dass manche Männer gegenüber Frauen genauso agieren – das dürften die meisten auf die eine oder andere Weise in ihrem persönlichen Umfeld selbst miterlebt haben.

 

Diffamierung von Männern

 

Männer, die ihre Macht gegenüber Frauen gegen deren Willen ausgenutzt haben, sollten sich nicht darüber beschweren, wenn ihr Verhalten öffentlich gemacht wird.

Ärgerlich ist es allerdings, wenn das vermeintliche Opfer lügt und seine persönliche Rechnung mit den entsprechenden Männern begleicht. So im Fall Gina-Lisa Lohfink (siehe http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/241-wann-ist-ein-nein-ein-nein.html ) und sehr wahrscheinlich auch im Fall Jörg Kachelmann: https://de.wikipedia.org/wiki/Kachelmann-Prozess#Schlussplädoyers_und_Urteil. Trotz Freispruchs ist die Karriere von Jörg Kachelmann beendet.

Wer auch immer an den Pranger gestellt wird: es ist Vorsicht geboten, das alles zu glauben, was gesagt wird. Auch sollten nicht alle Männer unter General-Verdacht gestellt werden – die Mehrheit unter ihnen ist nicht so drauf.

 

Die Rache der Entehrten

 

Wer als Frau wg. seines Frau-Seins sein ganzes Leben lang benachteiligt, gepiesackt, unterdrückt wird, wer Angst hat, alleine auf dem Gehweg zu gehen und sich überlegen muss, die Straßenseite zu wechseln, wenn ihr ein oder mehrere Männer entgegen kommen – der will nicht immer nur Gerechtigkeit, sondern auch Rache üben, wenn sich die Gelegenheit dazu bietet.

Manche Aktionen, manche Forderungen schießen deshalb auch über’s Ziel hinaus. Das ist nicht immer schön, aber menschlich verständlich.

 

Offener Brief

 

Martina Meister: „Catherine Deneuve und andere prominente Französinnen warnen in einem offenen Brief vor einer „puritanischen Säuberungswelle“ als Folge der MeToo-Debatte. Sie fürchten den Verlust sexueller Freiheiten in einem „totalitären Klima“.

„Wir fordern die Freiheit, aufdringlich werden zu dürfen“, unter diesem Titel hat ein Kollektiv französischer Frauen am Dienstag eine Kampfschrift veröffentlicht, in der sie die Folgen der MeToo-Debatte für das Verhältnis der Geschlechter beklagen. Es ist ein empörter Aufschrei gegen ein „totalitäres Klima“ in Sachen Sexualität, der vermutlich nur aus Frankreich kommen konnte, wo die Libertinage erfunden wurde. Wollte man ihn in einem Slogan zusammenfassen, so müsste er vermutlich „Nicht mit mir“ lauten.

Der offene Brief, der am Dienstag in der französischen Tageszeitung „Le Monde“ erschienen ist und den unter anderem die Schauspielerin Catherine Deneuve, die Schriftstellerinnen Catherine Millet und Catherine Robbe-Grillet unterzeichnet haben, hebt die Debatte um sexuelle Aggression auf eine neue Ebene.

Im Wissen, dass sich jeder auf Glatteis begibt, der die Folgen des Weinstein-Skandals differenzierter zu sehen versucht, wollen die unterzeichnenden Frauen offensichtlich Missverständnissen vorbeugen. „Vergewaltigung ist ein Verbrechen“, lautet der erste Satz ihres Gastbeitrags.

Auch räumen sie ein, dass die MeToo-Debatte und der kollektive Erkenntnisprozess nötig und sinnvoll gewesen seien, weil Männer ihre Stellung oder Macht ausgenutzt hätten. „Aber eine hartnäckige oder unbeholfene Anmache ist kein Verbrechen, Galanterie nicht zwangsläufig Machismo oder ein Angriff“, führen sie weiter aus.

Als Frauen verweigern sie sich, die ewige Opferrolle einzunehmen, und kritisieren eine „Welle der Säuberung, die keine Grenzen kennt“. Die Freiheit der Belästigung ist in ihren Augen Ausdruck der „sexuellen Freiheit“, ohne die jede Gesellschaft in den Puritanismus zurückfällt. „Wir sind heutzutage ausreichend gut informiert, um einzuräumen, dass sexuelle Triebe von Natur aus offensiv und wild sind, aber wir sind gleichermaßen auch klarsichtig genug, um unbeholfene Anmache von sexueller Aggression zu unterscheiden“, schreiben die Frauen in ihrem offenen Brief.

Die Autorinnen kritisieren ein „Fieber“ in den sozialen Netzwerken, in dessen ungezügeltem Verlauf viele Männer als „Schweine“ gebrandmarkt worden seien, ohne dass sie eine Chance der Verteidigung gehabt hätten: „Männer wurden in der Ausübung ihrer Berufe sanktioniert, sie mussten zurücktreten, obwohl ihr einziges Vergehen war, ein Knie berührt, einen Kuss zu ergattern versucht oder ‚Intimes‘ während eines professionellen Abendessens angesprochen zu haben oder auch Nachrichten mit sexueller Konnotation an eine Frau geschickt zu haben, bei der die Anziehung nicht auf Gegenseitigkeit beruhte.“

Sinngemäß klagen die Frauen ein Klima an, in dem man vorher Verträge unterzeichnen muss, bevor man miteinander ins Bett geht. Obwohl Präsident Emmanuel Macron aus dem Kampf für die Gleichstellung der Frauen eine Staatsangelegenheit machen will, ist es kein Wunder, dass die Debatte um sexuelle Belästigung ausgehend von Frankreich diese neue Wende nimmt.

In einem Land, dessen Kultur und Literatur seit Jahrhunderten von Libertinage, Galanterie und freier Sexualität geprägt ist, das Autoren wie den Marquis de Sade und Philosophen wie Michel Foucault hervorgebracht hat, konnte der puritanischen Polizei, die aus jeder plumpen Anmache ein Verbrechen macht, nicht dauerhaft kein Widerspruch entgegengebracht werden.

Catherine Millet, eine der prominenten Unterzeichnerinnen, hat 2001 mit ihrem autobiografischen Buch „Das sexuelle Leben der Catherine M.“ Tabus gebrochen, eines der schonungslosesten Dokumente weiblicher Lust vorgelegt und damit einen internationalen Bestseller gelandet. Die Schriftstellerin, die auch Herausgeberin des Kunstmagazins „Art Press“ ist, hat ihr Leben lang sexuelle und künstlerische Freiheit auf eine Stufe gestellt und gegen Moralapostel jedweder Couleur verteidigt.

In der in „Le Monde“ veröffentlichten Kampfschrift weisen die Frauen deshalb auch auf ein neues kulturelles Klima hin, das Folge dieser „puritanischen Säuberungswelle“ sei: „Hier wird ein Nacktbild von Egon Schiele auf einem Plakat zensiert, dort fordert man, ein Gemälde von Balthus aus einem Museum zu entfernen unter dem Vorwand, dass es eine Apologie der Pädophilie sei.“

In Frankreich ist jüngst gefordert worden, eine Retrospektive des Filmemachers Roman Polanski zu verbieten. Im Rahmen dieses „Revisionismus“, so die Unterzeichnerinnen, verwechsele man Werk und Autor, und selbst Klassiker der Filmgeschichte wie „Blow up“ von Michelangelo Antonioni würden der neuen Sittenpolizei zum Opfer fallen und an Universitäten als „frauenfeindlich und inakzeptabel“ bezeichnet werden.

Im Namen eines „sogenannten Allgemeinwohls“ und unter dem Vorwand, die Frauen schützen und sie emanzipieren zu wollen, würden sie nur umso brutaler „an den Status des ewigen Opfers gekettet“. Es sei wie „in den guten alten Zeiten der Hexenjagd“, heißt es in dem Text weiter, wo die Frauen auf Objekte reduziert worden seien, die unter der Einwirkung „phallokratischer Dämonen“ standen. Unter dem Schlachtruf „Verpfeif dein Schwein“ seien viele Männer wie Tiere zum Schlachthof geführt worden. Das habe nicht den Frauen, sondern einzig und allein den „Feinden sexueller Freiheit, religiösen Extremisten und schlimmsten Reaktionären“ gedient.“

https://www.welt.de/politik/ausland/article172335715/Franzoesinnen-gegen-MeToo-Die-Freiheit-aufdringlich-zu-werden.html

So löblich es sein mag, gegen die „Feinde sexueller Freiheit, religiöse Extremisten und schlimmste Reaktionäre“ und gegen manche Übertreibungen vorzugehen: im Kern der Weinstein-Debatte geht es um die Ausübung männlicher Macht, das Wissen darum und dass nichts dagegen getan wird. Aggression und sexueller Missbrauch sind nicht das gleiche wie „unbeholfene Anmache“.

Die Zeit, „wo die Frauen auf Objekte reduziert worden seien“, ist die Gegenwart – da werden keine Finsterlinge der Vergangenheit benötigt.

Und das kapieren die unterzeichnenden Frauen wohl nicht. Bei ihnen könnte mensch auf die Idee kommen, dass sie selbst noch das alte Rollenbild vertreten würden. Schließlich ist es ja kein Problem für die Frauen, selbst aktiv zu werden.

Oder sollten die unterzeichnenden Frauen selbst ihre Vorteile davon gehabt haben, die „Waffen der Frau“ für sich selbst eingesetzt zu haben und wollen diese Vorteile weiterhin haben?

Wo soll bitte die sexuelle Freiheit gefährdet sein? Wer als Frau Sex in welcher Form auch immer mit einem Mann haben will, wird bei nur wenigen Männern Probleme haben.

 

Vom Objekt zum Subjekt

 

Nichts „ist halt so“. Weder die gesellschaftlichen Bedingungen des Arm-Seins noch die des Frau-Seins. Beides ist menschen-gemacht und durch Menschen änderbar.

Der Abschnitt über die ehemaligen sozialistischen oder die heutigen skandinavischen Länder zeigt das. Und da sind einige Lösungs-Ansätze zu sehen, wo der Staat eingreifen könnte:

 

wirtschaftlich

 

- soziale Sicherheit

- umfassende Kinderbetreuung

- deutlich mehr Geld für Bildung

 

gesellschaftlich

 

- keine (zumindest Einschränkung von) Idealisierung des weiblichen Aussehens

- keine frauenfeindliche Werbung

- keine frauenfeindliche Witze

 

Zumindest leichte Fortschritte ließen sich schnell realisieren. Eine Heidi Klum mit ihren Schönheits-Sendungen trägt mit zum gesellschaftlichen Klima bei, über das sie sich selbst beschwert. Ob mit oder ohne staatlichen Druck: das Ende solcher Sendungen wäre ein Fortschritt.

Dem Wurm ist noch keine Frau über den Weg gelaufen, die wg. dauernder medialer Darstellung weiblicher Idealisierung zufrieden mit ihrem Körper ist. So extrem dünn (und groß), wie die meisten Models sind, sind 99% der Frauen nicht – und es gibt kaum eine Möglichkeit, dieser Idealisierung aus dem Weg zu gehen: nicht im Fernsehen, nicht in Zeitschriften, nicht in Katalogen, nicht in der Straßen-Werbung.

Aus einem früheren Beitrag des Wurms: „Wie tief es in den Köpfen der Menschen (incl. vieler Frauen) verankert ist, dass Frauen lächerliche Geschöpfe sind, wird in einem Werbespot gezeigt. Hier der Eingangstext dazu:

„Always-Werbespot: Was mit diesen Mädchen in der Pubertät passiert, ist katastrophal

Wie rennt ein Mädchen? Wie kämpft ein Mädchen? Wie wirft ein Mädchen einen Ball? Ja, wie eigentlich? In einem neuen Werbespot prüft der Binden-Hersteller "Always" genau das. Und findet heraus: Das Bild, das wir von Mädchen haben, ist katastrophal.

Vor der Kamera sollen Erwachsene, Männer UND Frauen, vorführen, wie ein Mädchen rennt. Oder wie es kämpft. Natürlich sehen sie dabei total albern aus. Sie fuchteln mit den Händen, trippeln auf der Stelle. Eine traurige Vorstellung.

Dann stellen die Menschen hinter der Kamera kleinen Mädchen dieselben Fragen: Wie rennt ein Mädchen? Wie kämpft ein Mädchen? Wie wirft ein Mädchen? Sehen Sie, was dann passiert: - an dieser Stelle bitte das Video starten -

Irgendwo in der Pubertät verlieren Mädchen ihren Mut und ihr Selbstvertrauen. Sie lernen, dass Frauen schwach sind. Unsportlich und tussihaft. Liebe Eltern, Lehrer, große und kleine Brüder: Tut etwas dagegen!““

http://www.huffingtonpost.de/2014/07/01/always-werbespot-maedchen_n_5547822.html?utm_hp_ref=mostpopular

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/103-heimat-grosser-soehne.html

Allen Ernstes: es gibt Produkte, die „für Frauen“ und „für Männer“ aufgeteilt sind. Die für Männer sind auf die eine oder andere Weise extrem, die für Frauen lieblich. Dazu gehören unter anderem Gurken (!), Wurst (!) oder Salz (!). Es gibt auch Kloopapier für Frauen – da will sich der Wurm aber lieber nicht vorstellen, wie das Gegenstück für die harten Männer aussieht.

https://www.buzzfeed.com/philippjahner/komplett-uberflussig-gegenderte-produkte?utm_term=.dcoNoLmJE#.qeQ5dJnmW

http://ichkaufdasnicht.tumblr.com/archive

Wenn schon staatlicherseits nichts Großes passiert, sollten Frauen und Männer verstärkt gesellschaftlichen Druck aufbauen, dass frauenfeindliche Werbung, frauenfeindliche Witze, Reduzierung von Frauen auf ihr Äußerliches gesellschaftlich geächtet werden.

Wohlan!

 

 

Ich bin Philanthrop, Demokrat und Atheist. Rupert Regenwurm