„Die US-Streitkräfte haben in Jemen "mehrere Bodenoperationen und mehr als 120 Luftschläge im Jahr 2017 durchgeführt", heißt es in einer Erklärung des US Central Command in Tampa, Florida. Das US-Militär hoffe, al-Qaida auf der arabischen Halbinsel [AQAP] und den Islamischen Staat daran zu hindern, den Jemen "als Drehscheibe für terroristische Rekrutierung, Ausbildung und Operationsbasis für den weltweiten Export von Terror zu nutzen", heißt es in der Erklärung.

Die Anzahl von 120 Luftangriffen im Jemen würden eine Verdreifachung im Vergleich zum Vorjahr bedeuten. Vor der Erklärung vom Mittwoch gab es nur wenige offizielle Enthüllungen über das Ausmaß der militärischen Beteiligung der USA im Jemen. Im Gegensatz zum Kampf gegen den IS in Syrien und dem Irak hat das Pentagon es vermieden, regelmäßige Briefings über Boden- oder Luftoperationen im Jemen abzuhalten.

Es gab bisher sporadische Berichte über US-Militäraktivitäten im Land. Das US-Central-Command gab Anfang des Monats an, dass fünf al-Qaida-Militaristen bei einem US-Luftangriff am 20. November im Gouvernement al-Baida’ im Jemen getötet wurden.

Zuvor herrschte weitgehend Unklarheit, das Pentagon hatte lediglich eingeräumt, dass die USA im Jemen "Leute vor Ort" haben. Medienberichten zufolge haben die US-Sondereinsatzkräfte die Bodenoperationen im Jemen im April intensiviert, aber Militärbeamte haben die Angelegenheit nicht weiter ausgeführt. Weiterhin bleibt unklar, wie viele US-Truppen auf jemenitischem Boden im Einsatz sind. Ein Bericht des Weißen Hauses, der dem Kongress letzte Woche vorgelegt wurde, in dem die US-Militäroperationen weltweit detailliert beschrieben wurden, konnte die Anzahl der im Jemen stationierten US-Truppen nicht offenlegen.

Im Februar wurde bekannt, dass bei einem verpfuschten US-Angriff im Land mindestens 25 Zivilisten und ein Navy SEAL ums Leben kamen. Untersuchungen zur Katastrophe ergaben, dass der Überfall keine nennenswerten geheimdienstlichen Erkenntnisse erbrachte, aber die Trump-Administration lobte die Mission dennoch als Erfolg. Abgesehen von den Todesfällen wurde auch ein 70 Millionen Dollar teurer Militärhubschrauber zerstört.“

https://deutsch.rt.com/international/62581-pentagon-usa-hat-2017-zahlreiche-bodenoperationen-ueber-120-luftschlaege-rechtmaessigkeit-fraglich/

Eine indirekte Beteiligung der USA an der Bombardierung Jemens war zwar klar, aber nicht die direkte. Nun ist auch das erwiesen. Wahrscheinlich wird das mit Menschenrechten, Demokratie oder dem Verhindern eines jemenitischen Hitler begründet.

 

Kriegsgründe

 

Bill Van Auken: „Saudi-Arabien führt diesen Krieg im Jemen seit März 2014. Es geht ihm darum, seinen Marionettenherrscher Rabbu Mansur Hadi an die Macht zurückzubringen und damit eine Regierung zu verhindern, die bessere Beziehungen zum Iran anknüpfen würde.“

https://www.wsws.org/de/articles/2017/12/27/jeme-d27.html

Dominik Peters und Christoph Sydow im September 2017: „Der Jemen war schon immer das mit Abstand ärmste Land der Arabischen Halbinsel, doch seit der Eskalation des Bürgerkriegs 2014 hat sich die Lage dramatisch verschlechtert. Damals eroberten die von Iran unterstützten Huthi-Rebellen die Hauptstadt Sanaa und trieben Präsident Abd Rabbuh Mansur Hadi außer Landes. Seit 2015 versucht eine von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition, die Huthis zu entmachten und Hadi wiedereinzusetzen. Seit zwei Jahren verkünden die Saudis, der Sieg sei nahe.

Aber das ist Wunschdenken.

Vielmehr hat sich das Königreich Saudi-Arabien in seinem Nachbarland heillos verstrickt. Kritische Beobachter sprechen bereits von einem saudi-arabischen Vietnam, das sich im Jemen abzeichne.“

http://www.spiegel.de/politik/ausland/jemen-krieg-die-schlimmste-aller-krisen-a-1165255.html

Aktham Suliman im März 2015 über den Beginn der Bombardierungen:

https://ru-clip.com/video/uCuaPQhlTaY/der-fehlende-part-syrien-20-%E2%80%93-saudi-arabien-er%C3%B6ffnet-neuen-stellvertreterkrieg-im-jemen-94.html

Jürgen Todenhöfer im Dezember 2017: „Ja, das ist seltsam. Alles, was ich Ihnen sage, wird widersprüchlich klingen, weil es ein Krieg voller Widersprüche ist. Mir haben Jemeniten gesagt, wer ihnen erzählt, dass er diesen Konflikt total versteht, sagt ihnen nicht die Wahrheit. Der Konflikt ist sehr kompliziert, und zu den komplizierten Auswirkungen gehört auch, dass das Alltagsleben, das Leben in den Basaren, auf den Straßen völlig normal zu sein scheint, abgesehen von den bettelnden Menschen, abgesehen vom Hunger, abgesehen davon, dass in dieser Welttouristenstadt kein einziger Tourist mehr ist …

Aber das Bild, dass das eine extrem fundamentalistische Gruppe ist, ist nach meinen Dutzenden Gesprächen, die ich mit Huthis, einfachen in den Straßen oder auch mit führenden Huthis geführt hatte, völlig falsch. Und das ist auch nicht eine schiitische Organisation - Saidis nennt sich diese Sekte, sondern in der Huthi-Bewegung - die bei Wahlen vielleicht im ganzen Land von 35 Prozent gewählt würde, also ähnlich wie die CDU ist sie die stärkste Bewegung im Lande. In der Huthi-Bewegung sind 15 bis 20 Prozent Sunniten, also es kann schon deswegen gar nicht diese Radikalität haben.

Also dann stimmt das nicht, was wir lesen?

Nein, ja, aber das ist ja normal, weder der Süden lässt Menschen ins Land noch der Norden. Ich hab das oft bei meinen Reisen in den Mittleren Osten erlebt, dass es anders ist, als ich dachte. Es gibt auch diesen Konflikt, oder dieser Konflikt: Schiiten, Konfession der Schiiten oder Saidis hier, gegen Sunniten spielt überhaupt keine Rolle. Ich war vorgestern abends um sechs in einer der ältesten Moscheen der Welt, über 1.200 Jahre alt, beten, und da haben Sunniten und Schiiten zusammen gebetet. Da sind wir einfach nicht richtig informiert. Das ist die Propaganda des Südens, und Propaganda gehört zum Krieg dazu. Der Konflikt zwischen Nord und Süd ...

Zwischen Rebellen und Regierungstruppen.

Ja, die Regierungstruppen haben auch Rebellen, das sind auch Milizen inzwischen, da kämpfen Milizen gegeneinander. Ich sagte ja, das ist so kompliziert, dass keiner das völlig durchschaut, aber …

Das können wir auch nicht mehr lösen jetzt, Herr Todenhöfer.

Aber das Schlimmste ist Saudi-Arabien gegen Iran, dieser Konflikt, der das Land zerstört und der auch Saudi-Arabien und Iran schwächt. Und da muss man eine Lösung finden. Dieses Land braucht Frieden!“

http://www.deutschlandfunk.de/krieg-im-jemen-todenhoefer-die-schlimmste-hungersnot-der.694.de.html?dram:article_id=406206

Es ist also alles sehr kompliziert. Irgendwie hat der Iran damit zu tun, weil er die eine Seite zumindest finanziell unterstützt. Und auf der anderen Seite eine Koalition der Willigen mit westlichen Staaten bzw. von ihnen unterstützten Ländern.

Während der Iran militärisch gar nichts macht, wird von der Gegenseite den Menschen im Jemen eine humanitäre Katastrophe sondergleichen bereitet. Auch mit Hilfe deutscher Waffen. Deshalb hört mensch relativ wenig darüber in den westlichen Staatsmedien.

 

Humanitäre Katastrophe

 

Dominik Peters und Christoph Sydow im September 2017: „Im Jemen ereignet sich nach Angaben der Vereinten Nationen derzeit die größte humanitäre Katastrophe der Welt. Eine Katastrophe, die nicht schicksalhaft wie ein Naturereignis über das Land hereinbrach, sondern die allein von Menschen gemacht wurde. Doch die Welt ignoriert sie. Dabei sind schon die nackten Zahlen erschreckend:

- Fast 18 der 27 Millionen Jemeniten hängen von humanitärer Hilfe ab. Mehr als sieben Millionen Menschen sind akut von einer Hungersnot bedroht.

- Mehr als drei Millionen Menschen sind innerhalb des Landes auf der Flucht.

- 14,5 Millionen Menschen, also mehr als die Hälfte aller Bürger, haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Die Folge ist die schlimmste Choleraepidemie, die es je gegeben hat. Rund 600.000 Menschen sind seit April dieses Jahres im Jemen an Cholera erkrankt, mindestens 2.000 Jemeniten sind bislang an den Folgen der Krankheit gestorben …

Seit Beginn der Offensive wurden nach Zählungen des Uno-Menschenrechtsrats mehr als 5.000 Zivilisten getötet, darunter etwa 1.200 Kinder. Für die meisten Opfer machen die Vereinten Nationen Saudi-Arabien und seine Verbündeten verantwortlich. "Die Luftangriffe der Militärkoalition sind die Hauptursache für Opfer unter der Zivilbevölkerung und den Kindern in dem Konflikt", teilt die Uno mit.“

http://www.spiegel.de/politik/ausland/jemen-krieg-die-schlimmste-aller-krisen-a-1165255.html

Bill Van Auken im Dezember 2017: „Mehrere Hilfsorganisationen weisen darauf hin, dass die Todesopfer bald die Millionengrenze erreicht. Der Krieg fordert nicht nur immer neue Opfer, sondern setzt auch große Teile der Bevölkerung der Gefahr von Hungersnot und Krankheit aus.

Wie schwer die humanitäre Krise in dem Land ist, zeigt eine Meldung, die das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) vor einigen Tagen über die Ausdehnung der Cholera veröffentlichte. Demnach wird die Zahl der gemeldeten Cholera-Fälle bald eine Million erreicht haben, was bedeutet, dass der Jemen die schlimmste jemals dokumentierte Epidemie erlebt.

Seit April sind über 2.200 Menschen an der Krankheit gestorben, ein Drittel davon waren Kinder. Die schnelle Cholera-Ausbreitung ist ein unverkennbares Anzeichen dafür, dass die soziale Infrastruktur durch den saudischen Luftkrieg des Landes weitgehend zerstört ist. Dazu hat auch die ununterbrochene Blockade des Landes seit fast drei Jahren beigetragen.

Cholera lässt sich leicht verhindern und behandeln, solange sauberes Wasser vorhanden ist. Allerdings hat Saudi-Arabien mit den Bomben und Raketen der USA einen Großteil der Wasser- und Abwasserinfrastruktur des Jemen zerstört. Durch die Blockade des Luft-, See- und Landverkehrs kann das Land außerdem keinen Treibstoff importieren, um die wenigen bisher noch unzerstörten Systeme am Laufen zu halten. Zudem wurden mindestens 50 Prozent der Krankenhäuser und ähnlichen Einrichtungen zerstört.

Laut dem IKRK haben mittlerweile 80 Prozent der jemenitischen Bevölkerung keinen Zugang mehr zu Nahrung, Treibstoff, sauberem Wasser und medizinischer Versorgung. Diese Lage schafft nicht nur die Bedingungen für die Ausbreitung von Krankheiten, sondern auch für eine Hungersnot.

Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) veröffentlichte am 22. Dezember in Kairo einen Bericht, laut dem 25 Prozent der jemenitischen Bevölkerung, d.h. etwa sieben Millionen Menschen, unter schwerer Ernährungsunsicherheit leiden und vom Hungertod bedroht sind. Für weitere 36 Prozent der Bevölkerung ist laut der Organisation die Ernährungssicherheit „angespannt“.

Die Preise für die noch verbliebenen Nahrungsmittel sind alleine im November um 28 Prozent gestiegen, sodass die große Mehrheit der Bevölkerung ihre grundlegenden Bedürfnisse nicht mehr befriedigen kann.

Seit Beginn des Kriegs wurden nachweislich 12.000 Zivilisten getötet. Diese Zahl wird jedoch deutlich in den Schatten gestellt durch die Zahl der Toten infolge Hunger und Krankheit, die der Krieg ebenfalls hauptsächlich verursacht. Letzten Monat hatte die Hilfsorganisation Save the Children davor gewarnt, dass bis zum Jahresende 50.000 Kinder sterben könnten. Aufgrund der Informationen der Vereinten Nationen stirbt im Jemen alle zehn Minuten ein Kind einen eigentlich vermeidbaren Tod.

Oxfam bezeichnete die Lage im Jemen als „apokalyptisch“ und erklärte: „Seit 1000 Tagen werden riesige Mengen von hochmodernen Waffen gegen den Jemen entfesselt. Dazu erleben wir dort eine wirklich mittelalterliche Belagerung, bei der die Hungerkatastrophe als Waffe eingesetzt wird.

Saudi-Arabien und seine Verbündeten und Waffenlieferanten, vor allem die USA und Großbritannien, begehen im Jemen offensichtlich ein Kriegsverbrechen von welthistorischer Tragweite. Die Methoden, die sie gegen die jemenitische Bevölkerung einsetzen, sind mit denen Hitler-Deutschlands vergleichbar.“

https://www.wsws.org/de/articles/2017/12/27/jeme-d27.html

 

Die USA und die Koalition der Willigen

 

Bill Van Auken: „Die Intervention von US-Bodentruppen und ihre Luftangriffe, die das Central Command des Pentagon am 21. Dezember zugegeben hat, richten sich vorgeblich gegen al-Qaida auf der arabischen Halbinsel und den Islamischen Staat im Jemen. Diese sunnitischen Milizen sind aber erbitterte Feinde der Huthi. Diese rekrutieren sich aus der Sekte der Zaiditen, die historisch aus dem schiitischen Islam hervorgegangen ist.

Viele Opfer der amerikanischen Militäroperationen sind Zivilisten, die bei Luftangriffen und Zerstörungseinsätzen von Spezialeinheiten getötet wurden. Im vergangenen Januar haben Spezialeinheiten, Drohnen und Kampfhubschrauber bei einem Angriff, über den ausnahmsweise berichtet wurde, in der zentraljemenitischen Provinz Al Baydah 57 Menschen getötet. Mindestens sechzehn von ihnen waren Zivilisten. Die US-Truppen verloren nur einen Soldaten.

Die USA führen seit dem Jahr 2002 einen verdeckten Drohnenkrieg gegen den Jemen. Laut dem Bureau of Investigative Journalism wurden bis 2017 schätzungsweise 1.500 Jemeniten durch Drohnenangriffe getötet.

In der gleichen Stellungnahme, in der das Pentagon seine Bodenoperationen und die Eskalation seines Luftkriegs bekanntgab, erklärte es auch, dass sich die Zahl der IS-Kämpfer seit Beginn des Jahres verdoppelt habe. Diese Schätzung legt nahe, dass die US-Intervention wenig mehr bewirkt als weitere tote Zivilisten. Sie ist nur ein Nebenschauplatz des Krieges, den Saudi-Arabien mit Washingtons Unterstützung führt.“

https://www.wsws.org/de/articles/2017/12/27/jeme-d27.html

„Die saudische Monarchie könnte diesen verbrecherischen Krieg gar nicht führen, hätte sie nicht die Unterstützung der US-Regierung und ihres Militärs. Die amerikanische Rüstungsindustrie hat die saudische Luftwaffe in großem Stil mit Raketen, Streubomben und anderer Munition ausgerüstet, mit denen sie im Jemen Schulen, Krankenhäuser, Wohngebiete, Bauerndörfer, Fabriken und die grundlegendste Infrastruktur in Schutt und Asche legt. Die US-Luftwaffe fliegt Luftbetankungseinsätze, und ihre Geheimdienstoffiziere liefern Zieldaten, damit die Saudis ihre Bomberflüge rund um die Uhr fortsetzen können. Die US-Navy operiert vor der jemenitischen Küste und unterstützt damit gleichzeitig die saudische Blockade.

Die Trump-Regierung und die amerikanischen Mainstreammedien verlieren kaum ein Wort über die schlimmste humanitäre Krise der Welt, die sich laufend weiter verschärft. Sie erklären im Gegenteil immer wieder ihre Unterstützung für den beinahe völkermörderischen Angriffskrieg Saudi-Arabiens.“

https://www.wsws.org/de/articles/2017/12/27/jeme-d27.html

„Washington wird schon seit Langem von der saudischen Monarchie als Pfeiler der Reaktion in der arabischen Welt unterstützt und bis an die Zähne bewaffnet. Die US-Waffenhersteller machen dabei riesige Profite.

Bei seinem Besuch in Saudi-Arabien im Mai unterzeichnete US-Präsident Donald Trump mit dem saudischen Regime Waffenverkäufe im Wert von 110 Mrd. Dollar. Es war das größte einzelne Waffengeschäft in der US-Geschichte. Dabei stand es allerdings durchweg in der Kontinuität der Politik der Demokratischen Regierung unter Barack Obama. Diese hatte den Saudis F-15- Kampfflugzeuge im Wert von 29 Mrd. Dollar verkauft – der bis dahin ebenfalls größte je abgeschlossene Waffendeal der USA. Außerdem gab es Pläne für den Verkauf weiterer Waffen im Wert von 100 Mrd. Dollar an das Königreich.“

https://www.wsws.org/de/articles/2017/12/30/jeme-d30.html

„Die von den USA unterstützte saudische Monarchie und ihre verbündeten Ölscheichtümer am Golf haben ihre Bombenangriffe auf den Jemen, das ärmste Land im Nahen Osten, dramatisch verschärft. Allein in den letzten Tagen sind dutzende Zivilisten getötet worden.

Bei den blutigsten Luftschlägen zielten die saudischen Flugzeuge am Dienstag auf einen belebten Marktplatz in der südwestlichen Provinz Taiz. Bei diesem Angriff wurden 54 Zivilisten getötet.

Amerikanische und andere westliche Medien berichteten kaum über dieses Blutbad, doch der jemenitische Fernsehsender Al Masirah veröffentlichte auf seiner Website Fotos, die die ausgebombten Stände des Marktes und die zerfetzten Leichen abgeschlachteter Zivilisten zeigten. Der Sender berichtete über hunderte Meter verstreut liegende Leichenteile.

Unter den Toten befanden sich mindestens acht Kinder. Weitere 32 Menschen wurden verletzt, darunter sechs Kinder.

Am gleichen Tag griffen Kampfflugzeuge einen Bauernhof im Distrikt al-Tuhayta in der westlichen Provinz al-Hudeida an und töteten eine 14-köpfige Familie, darunter Frauen und Kinder.

Jemenitische Quellen berichteten, dass saudische und alliierte Kampfflugzeuge am Mittwoch mehr als 45 Angriffe flogen, mehrere jemenitische Städte angriffen und dabei mindestens weitere sechs Zivilisten töteten, darunter eine fünfköpfige Familie, deren Haus in der Hafenstadt al-Hudeida angegriffen wurde, der Hauptstadt der gleichnamigen Provinz.

Dem Sender Al Masirah zufolge war die Zahl der getöteten Jemeniten im gesamten Dezember schon vor den jüngsten Toten und Verletzten seit Dienstag auf 600 angestiegen.

Diese neue blutige Phase in dem seit mehr als tausend Tagen andauernden Krieg der reichen, reaktionären arabischen Monarchien gegen den verarmten Jemen wird von der Frustration des Hauses Saud über seine Unfähigkeit angetrieben, das militärische Patt zu durchbrechen. Daran änderte auch die bedingungslose Unterstützung Riads durch seine westlichen Verbündeten nichts, besonders der USA und Großbritanniens.

Die Intensivierung der Bombenangriffe ist teilweise eine Reaktion auf das Scheitern eines von den Saudis unterstützten Putsches des ehemaligen jemenitischen Diktators Ali Abdullah Saleh gegen seine vormaligen Verbündeten, die Houthi-Rebellen. Der gescheiterte Versuch endete mit dem Tod Salehs und der Niederlage seiner Anhänger zu Beginn des Monats.“

https://www.wsws.org/de/articles/2017/12/30/jeme-d30.html

 

Vorbereitungen auf den großen Krieg

 

Bill Van Auken: „Trump sieht den Krieg nur unter dem Blickwinkel seines Projekts, mit Saudi-Arabien, den anderen sunnitischen Ölscheichtümern am Persischen Golf und Israel ein Militärbündnis gegen den Iran aufzubauen. Der Iran soll daran gehindert werden, die amerikanische Hegemonialstellung im ölreichen Nahen Osten zu blockieren.

Washingtons Unterstützung für Saudi-Arabien und seine Entschlossenheit, eine militärische Konfrontation mit dem Iran zu provozieren, zeigte sich letzte Woche bei einem abstoßenden Fernsehauftritt der amerikanischen UN-Botschafterin Nikki Haley. Sie präsentierte auf einer Militärbasis in Washington DC die Überreste einer angeblichen iranischen Rakete, die letzten Monat vom Jemen aus auf den internationalen Flughafen von Riad abgefeuert worden war. Niemand wurde beim Einschlag der Rakete verletzt.

Haley erklärte, die Trümmer seien ein „unwiderlegbarer“ Beweis dafür, dass der Iran die Huthi-Rebellen mit Waffen versorge und gegen das Atomabkommen mit den Großmächten von 2015 verstoße. Der Iran „gefährdet den Frieden und die Sicherheit der ganzen Welt“, so Haley.

Die Show rief die „unbestreitbaren“ Beweise für irakische „Massenvernichtungswaffen“ in Erinnerung, die der damalige US-Außenminister Colin Powell im Februar 2003, kaum einen Monat vor dem US-Einmarsch im Irak, dem UN-Sicherheitsrat vorgelegt hatte.

Im jetzigen Fall sind die „Beweise“ der USA genauso konstruiert. Dem Magazin Foreign Policy liegt ein Bericht vor, den die UN aufgrund einer Untersuchung von Teilen der angeblichen Raketenüberreste erstellt hat. Das Magazin schreibt, die UN-Ermittler hätten darin nicht nur iranische, sondern auch amerikanische Teile entdeckt. Dies könnte bedeuten, dass die Rakete erst im Jemen auf dilettantische Weise zusammengebaut worden war.

Haley erklärte in ihrer Präsentation nicht, wie der Iran Raketen durch die Seeblockade in den Jemen eingeschmuggelt haben soll. Die saudische und amerikanische Marine schickt sogar Schiffe mit Nahrungsmitteln, Medizin und Treibstoff zurück. Außerdem besitzt auch das jemenitische Militär, dessen Lagerbestände die Huthi-Regierung übernommen hat, zahlreiche eigene Raketen.

Der iranische Außenminister Javad Zarif bezeichnete die Vorwürfe der USA am Mittwoch als „provokant“ und „gefährlich“. In seiner Stellungnahme zu Haleys Auftritt erklärte er: „Sie versuchen, mit solchen Vorwürfen davon abzulenken, dass sie den Luftkrieg gegen die unschuldige Bevölkerung im Jemen unterstützen.“

Am 19. Dezember übernahm die Führung der Huthi die Verantwortung für einen weiteren Raketenangriff auf Riad und erklärte, sie habe den saudischen Königspalast treffen wollen. Genau wie die letzte Rakete, konnte auch diese Rakete abgeschossen werden, ohne dass sie ein einziges Todesopfer verursacht hatte.

Das Weiße Haus verurteilte den gescheiterten Raketenangriff und wies erneut ohne jeden Beweis dem Iran die Verantwortung dafür zu. Der US-Imperialismus unterstützt und benutzt den Völkermord im Jemen, um die Bedingungen für einen Krieg gegen den Iran zu schaffen. Ein solcher Krieg hätte unvorhersehbare Folgen für die ganze Welt.“

https://www.wsws.org/de/articles/2017/12/27/jeme-d27.html

„Der Koordinator für humanitäre Angelegenheiten bei den Vereinten Nationen, Jamie McGoldrick, wies auf die jüngste hohe Opferzahl infolge der Bombardierung der Saudis hin und verurteilte die „völlige Missachtung von Menschenleben auf Seiten aller beteiligten Parteien, die in diesem absurden Krieg an den Tag gelegt wird.“

Tatsache aber ist, dass die überwältigende Zahl der Toten der illegalen Aggression der Saudis anzulasten ist. Der Krieg ist vom Standpunkt Riads und Washingtons außerdem keineswegs „absurd“, sondern vielmehr Teil einer breiteren regionalen Strategie des US-Imperialismus, eine militärische Konfrontation mit dem Iran vorzubereiten, der sich zu einem Hindernis für die amerikanische Hegemonie über den ölreichen Nahen Osten entwickelt hat.

Schließlich veröffentlichte die New York Times am Donnerstag einen Leitartikel mit dem Titel „Schmelztiegel Jemen“, der von Heuchelei und Betrug troff. Er beschuldigt die Trump-Regierung, an die Katastrophe im Jemen mit einer „Doppelmoral heranzugehen“, wenn sie die angebliche Unterstützung der Houthi-Rebellen mit Waffen durch den Iran verurteilt, aber „nichts über die Bombardierung des Jemen durch die Saudis zu sagen hat“.

Die Times, ein Sprachrohr des Establishments der Demokratischen Partei, wirft die Möglichkeit auf, dass der Iran „möglicherweise eine Resolution des UN-Sicherheitsrats verletzt“, die ihm verbietet, Raketen und andere Waffen zu exportieren, und eine Resolution verletze, die ihm verbiete, „eine Krise zu verschärfen“, die zu einem Krieg mit Saudi-Arabien führen könne.

Die Zeitung geht dann auf einen Auftritt der US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Nikki Haley, ein. Sie erschien in einem militärischen Hangar in Washington mit den vermeintlichen Überresten einer vom Iran gelieferten Rakete, die angeblich von den Houthi-Rebellen auf Riad abgeschossen worden war. Sie gab zu, dass die Präsentation an die Rede des damaligen Außenministers Colin Powell über die „Massenvernichtungswaffen“ im UN-Sicherheitsrat in der Vorbereitung auf die US-Invasion im Irak erinnere.

Freilich unterstützte die Times diesen Angriffskrieg im Jahr 2003 und entwickelte sich zu einem der Hauptpropagandisten der Lüge über Massenvernichtungswaffen, mit der er gerechtfertigt wurde.

Der Leitartikel äußert kein Wort der Kritik an US-Waffenverkäufen an das saudische Regime, und noch viel weniger an der Unterstützung der Obama-Regierung für den Krieg gegen den Jemen. Er schließt mit der Behauptung, die Trump-Regierung scheine „konstruktiven Einfluss“ auf die Saudis auszuüben.

Diese Lügen und Auslassungen machen klar, dass das „Leitmedium“ erneut seine Dienste als Propagandaarm für den amerikanischen Militarismus zur Verfügung stellen wird, wenn Washington einen Krieg mit potentiell katastrophalen weltweiten Folgen gegen den Iran initiieren sollte.“

https://www.wsws.org/de/articles/2017/12/30/jeme-d30.html

 

Ich bin Philanthrop, Demokrat und Atheist. Rupert Regenwurm