Das gibt es auch nicht oft im deutschen Fernsehen: eine Dokumentation wird in Auftrag gegeben, aber später wg. schwerer Mängel nicht gezeigt.

Daraufhin wird eine mediale Kampagne entfacht, die BILD-Zeitung stellt illegalerweise für 24 Stunden den Film online und der WDR sieht sich gezwungen, „Auserwählt und ausgegrenzt – Der Hass auf Juden in Europa“ doch noch zu zeigen. Bis zum 21.06.2018 ist die Dokumentation noch in der Mediathek zu sehen:

http://mediathek.daserste.de/Reportage-Dokumentation/Auserw%C3%A4hlt-und-ausgegrenzt-Der-Hass-au/Video?bcastId=799280&documentId=43708284

Hinterher gab’s die sehenswerte Diskussions-Runde bei „Maischberger“ (ab der 20. Minute):

http://www.ardmediathek.de/tv/Maischberger/Israelhetze-und-Judenhass-Gibt-es-einen/Das-Erste/Video?bcastId=311210&documentId=43710046

Der Film war tatsächlich extrem daneben. Kaveh Ahangar bringt das folgendermaßen auf den Punkt: „Das ist ungefähr so, wie wenn ein Film zum Verhältnis zwischen TürkInnen und KurdInnen für das öffentlich-rechtliche Fernsehen in Auftrag gegeben, aber letztendlich ein Loblied auf Erdogan und die AKP eingereicht werden würde.“

https://kenfm.de/die-einseitige-doku-auserwaehlt-und-ausgegrenzt-der-hass-auf-juden-in-europa/

Vorab: Der Begriff „Antisemitismus“ ist natürlich falsch; eigentlich müsste es „Antijudaismus“ heissen. In der Umgangssprache hat sich aber nun mal der Begriff „Antisemitismus“ eingebürgert, weshalb der Wurm dabei bleiben möchte. Es weiss ohnehin jeder, was damit gemeint ist.

 

Worum es geht

 

In einem früheren Beitrag ist der Wurm bereits auf die Thematik eingegangen. Eigentlich wäre dem nichts hinzuzufügen, denn es handelt sich um exakt dieselbe Sache:

„Jegliche Regierung der Erde darf mensch kritisieren – außer der von Israel. Was sie auch immer gerade macht. Wer eigentlich ein Freund Israels ist, aber auch nur leicht die aktuelle Regierungs-Politik Israels kritisiert, kann zu 100% davon ausgehen, als „Antisemit“ bezeichnet zu werden.

Zum Buch „Antisemitismus als politische Waffe“ von Norman Finkelstein: „Schonungslos und mit einer gehörigen Portion Wut prangert der amerikanische Jude und Nachkomme von Überlebenden des Holocausts ein weiteres Mal die Palästinapolitik Israels und seiner amerikanischen Unterstützer an. Wie bereits in seinem umstrittenen Bestseller "Die Holocaust-Industrie" beklagt der Autor mit dem ihm eigenen Furor, Israel versuche seine völkerrechtswidrige Politik gegen die Palästinenser mit postwendenden Antisemitismus-Vorwürfen gegen jede Kritik zu immunisieren.

"Israels Apologeten reden immer dann von einem 'neuen Antisemitismus'", schreibt Finkelstein in seiner Vorbemerkung zur deutschen Ausgabe, "wenn Israel sich mit einem größeren Public-Relations-Debakel konfrontiert sieht oder wenn der internationale Druck auf Israel wächst, den Konflikt mit den Palästinensern auf diplomatischem Wege zu lösen." Der in den letzten Jahren erhobene Antisemitismusvorwurf falle dabei zeitlich mit einer Politik der brutalen Unterdrückung in den Gebieten im Westjordanland zusammen, die Israel durch seinen völkerrechtswidrigen Mauer-Bau annektiere. Nicht nur gegen Israel richtet sich Finkelsteins Zorn, sondern auch gegen all jene, die sich moralisch einschüchtern lassen. So habe die EU "moralische Feigheit" bewiesen, als sie die Veröffentlichung einer von ihr selbst in Auftrag gegebenen Studie zurückgehalten habe, die zeige, dass "die illegale israelische Mauer jede Hoffnung auf eine Zwei-Staaten-Lösung zunichte macht".

Ohne Frage gibt es sowohl in Deutschland als auch anderen europäischen Staaten nach wie vor Antisemitismus. Dies stellt Finkelstein, dem man dies in Reaktion auf dieses Buch aber zweifellos vorwerfen wird, auch keineswegs in Abrede. Das Ausmaß dieses Antisemitismus werde aber bewusst stark übertrieben, um so die Kritik an Israel im Keim zu ersticken. Wie gerechtfertigt diese Kritik (und die Kritik an den USA, die Israel gewähren lässt) tatsächlich ist, versucht Finkelstein im zweiten Teil des Bandes nachzuweisen. Und angesichts der hier ausgebreiteten Fakten tut man sich schwer, ihm zu widersprechen.“

http://www.amazon.de/Antisemitismus-als-politische-Waffe-Geschichte/dp/3492249590

Wer auch immer auf der ganzen Welt es wagen sollte, die israelische Regierung zu kritisieren, über den fallen die teilweise bezahlten Schreibtischtäter her. Der prominenteste deutsche Schreibtischtäter ist Henryk M. Broder.

Ein Opfer solch einer Verleumdungs-Kampagne ist Dieter Hallervorden. Henryk M. Broder im August 2014 …

Also absolut nichts Negatives, schon gar nichts Antisemitisches, sondern zutiefst Humanes. Dafür muss sich Dieter Hallervorden in aller Öffentlichkeit als „Antisemit“ und „Abschaum“ beschimpfen lassen.

Wenigstens ist er nicht allein: selbst Juden wie Evelyn Hecht-Galinski, Alfred Grosser oder Avi Primor mussten sich schon anhören, „Antisemiten“ oder „sich selbst hassende Juden“ zu sein:

http://henryk-broder.com/hmb.php/blog/article/907

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/avi/

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/rede-zur-reichspogromnacht-wenn-grosser-die-anti-israel-keule-schwingt-a-726836.html

Es gibt also auch prominente Juden, die anders drauf sind. „Der Semit – die andere jüdische Stimme“ äußert sich äußerst negativ zu Henryk M. Broder:

http://der-semit.de/das-schweigen-der-laemmer/

„Die Jüdische Allgemeine lässt das Mausen nicht. Sie kann nicht anders. Sie ist vom Zentralrat der Juden so programmiert, wie die Abgaskontrollen bei VW. Auf die leiseste und tausendfach berechtigte Kritik an Israels Politik schaltet sich das Programm ein und reagiert wie ein Pawlowscher Hund.

Gestern war es der Oberbürgermeister von Jena und heute ist es wieder der Komiker Dieter Hallervorden, der ein „selbst geschriebenes“ Dankeslied an seine Fans auf YouTube vorträgt. Für die Jüdische Allgemeine war das Lied vor allem „Israelkritikern und Verschwörungstheoretikern“ gewidmet, die ihren Spaß daran hatten. Dabei hatte auch ich meinen Spaß daran, obwohl ich kein „Israelkritiker“ und kein „Verschwörungstheoretiker“ bin. Ich kritisiere nicht Israel, sondern Israels Politik. So viel Zeit, um diesen kleinen Unterschied zu merken, muss man sich schon nehmen.

Wenn „Didi“ die Banken kritisiert und die Börse, dann streckt die Jüdische Allgemeine wieder ihre Antennen raus und schaltet auf „Antisemitismus-Empfang“. Und wenn man Spekulanten kritisiert, dann meint man damit nur jüdische Spekulanten und die Jüdische Zeitung merkt vor lautem Autismus nicht, dass sie damit den Antisemitismus schürt, wenn sie dem Leser suggeriert, es gäbe nur jüdische Spekulanten. Und ganz besonders verwerflich ist die Erwähnung von Netanjahu: „Magst du Netanjahu nit,/bist du schnell Antisemit!“.

Es folgt die Schlussfolgerung, dass das Lied ein Beweis für Paranoia sei. „In diesen eingängigen Verslein ist alles enthalten, was zur paranoiden ideologischen Grundausstattung von Antisemiten einst und heute gehört: Banken- und Medienmacht (jüdisch natürlich, das muss der Dichter gar nicht erst benennen, es versteht sich von selbst). Paranoid ist für mich die Jüdische Zeitung und manche Juden, die in jedem kritischen Husten gleich Antisemitismus sehen und in jeder Kritik gegen Israels Politik gleich das Dritte Reich und einen neuen Holocaust auf die Juden zukommen sieht.

Natürlich darf man nicht in diesem Zusammenhang auch Günter Grass vergessen, der 2012 gesagt hat, was gesagt werden musste. Es hat nur manchen Juden nicht gefallen und manchen widerlichen Philosemiten, die uns Juden zeigen wollten, wie sehr sie uns Juden mögen.

Und die Jüdische Zeitung fährt mit ihrer dummen Häme fort. „Einen Extremisten, gar von rechts, wird Hallervorden sich deshalb jedoch nicht nennen lassen. Da sei Gott (und notfalls Didis Anwalt) vor“. Da sind aber auch aufrechte und klardenkende jüdische Intellektuelle davor, für die Didi Hallervorden alles andere ist, als ein Extremist von rechts. Ein solcher ist der jüdische Komiker Henryk M. Broder, der das auch ganz offen zugibt und notfalls seinen Anwalt bemüht, wenn man ihn oder, noch schlimmer, Netanjahu beleidigt.

„Auf YouTube ist der echte Hallervorden zu sehen“, meint die Jüdische Allgemeine hämisch und zynisch und unterstellt, er sei ein Antisemit. Es gibt nun mal Juden, die die Welt in zwei Sorten von Menschen unterscheiden: In solche, die die Juden hassen und solche, die die Juden lieben. Erstere sind für sie Antisemiten und letztere Philosemiten. Allein, jeder weiß doch, dass Philosemiten auch Antisemiten sind, nur dass sie vorgeben die Juden zu lieben.“

http://der-semit.de/die-juedische-allgemeine-laesst-das-mausen-nicht/

Dankenswerterweise gibt es diese „aufrechten und klardenkenden jüdische Intellektuelle“, die in „Der Semit“ schreiben. Es lohnt sich, dort mal rumzustöbern …

„Wenn „Didi“ die Banken kritisiert und die Börse, dann streckt die Jüdische Allgemeine wieder ihre Antennen raus und schaltet auf „Antisemitismus-Empfang“. Und wenn man Spekulanten kritisiert, dann meint man damit nur jüdische Spekulanten“ – was für ein genialer Trick: Banken, Börse und Spekulanten dürfen nicht kritisiert werden, da das antisemitisch sei.

Wenn der Direktor der lokalen Stadtsparkasse Geld veruntreut oder sonstigen Blödsinn bzw. Verbrechen begeht, darf das nicht kritisiert werden, weil das antisemitisch sei (auch, wenn es keinen einzigen Juden in der Stadtsparkasse geben sollte). Werden für hunderte Milliarden Euro Banken oder Spekulanten „gerettet“, die vorher ganze Staaten in den Abgrund getrieben haben, darf das nicht kritisiert werden, weil sonst „antisemitisch“.

Auch „Wikipedia“ frönt diesem Unfug:

„Als strukturell antisemitisch werden Ideologien bezeichnet, die sich nicht ausdrücklich gegen Juden richten, aber dem „klassischen“ Antisemitismus von ihrer Begrifflichkeit und Argumentationsstruktur her ähneln. Gemeint ist vor allem die aus dem Frühsozialismus stammende Unterscheidung von Finanzkapital und Produktivkapital, wobei Ersteres mit seinen Repräsentanten identifiziert wird. Diese werden für die Armut und das Leiden des „kleinen Mannes“ verantwortlich gemacht. Oft kommt der Vorwurf dazu, die „reichen Bonzen“ würden nur von der Arbeit der ehrlichen Arbeiter leben, während sie selbst nicht arbeiteten.

Durch diese Personalisierung und Verkürzung einer marxistischen Gesellschaftskritik ähneln Ideologien, die das Finanzkapital und seine Vertreter ablehnen, strukturell dem Antisemitismus und können in Judenhass übergehen oder diesen fördern …

Auch Ideologien, die eine Neue Weltordnung heraufziehen sehen, in welcher bestimmte Gruppen insgeheim die Weltherrschaft an sich zu reißen versuchen (z. B. Antiamerikanismus), werden als struktureller Antisemitismus gedeutet.“

https://de.wikipedia.org/wiki/Antisemitismusforschung#Struktureller_Antisemitismus

Nach diesem Muster wäre es für jede Gruppe von Menschen einfach, gegen jegliche Kritik gefeit zu sein: mensch gibt vor, Juden wären in der Gegenwart oder in der Vergangenheit Mitglieder dieser Gruppe gewesen – keine Partei, kein Unternehmen müsste sich mehr kritisieren lassen, da dies ja ein Zeichen von Antisemitismus wäre.

Gezielter Rufmord

Ken Jebsen bei einem Vortrag in Überlingen (ab der 15. Minute):

„Wenn Sie in Deutschland einen kritischen Journalisten mundtot machen wollen, dann müssen Sie ihm etwas anhängen, das ihn so unappetitlich macht, dass die anderen sagen ‚mit dem wollen wir nichts zu tun haben‘. Da gibt es verschiedene Möglichkeiten, das zu machen. Also, relativ schwach ist „Steuerhinterzieher“, weil da erkennen sich viele wieder. Härter wird schon „Verschwörungs-Theoretiker“. Man weiss nicht genau, was das ist, aber mit dem lieber nicht. Dann „Kinderschänder“ – ganz schwierig, „Antisemit“ – lieber weg und zum Schluss „Holocaust-Leugner“. Das sind so die „Tools“, mit denen gearbeitet wird …

„Antisemitismus als politische Waffe“, geschrieben von Norman Finkelstein, amerikanischer Intellektueller. Seine Eltern haben die Shoa überlebt. Er ist Opfer, weil er Israels Kriegsverbrechen in Gaza, die er selbst miterlebt hat, weil er sie anprangert, weil es Menschenrechts-Verletzungen sind. Aber – auch er ist ein „Antisemit“.

Moshe Zuckermann, der Vorzeige-Intellektuelle in Israel, der an der Uni in Tel Aviv lehrt, Geschichte, Philosophie, er ist Soziologe, ich habe mit ihm ein langes Interview gemacht, (hält Buch hoch) „Antisemit – ein Vorwurf als Herrschafts-Instrument“ – was ist das?

Wenn Sie jemanden los werden wollen, wenn Sie ihn mundtot machen wollen, wenn Sie ihn isolieren wollen, weil er über Themen spricht, die damit zwar gar nichts zu tun haben, aber von denen Sie nicht wollen, dass sie in der Öffentlichkeit stattfinden, dann sind sie am allereffektivsten in Deutschland, wenn Sie sagen „Antisemit“!

Ich möchte was zu „Monsanto“ machen, das betrifft Sie; ich möchte was zu „TTIP“ machen; das mache ich auch; ich möchte was zur NATO-Propagandapresse machen, zu NATO-Manövern in der Ukraine, zu MH17 – aber wenn ich ein „Antisemit“ bin, hören Sie mir nicht mehr zu. Und das ist der entscheidende Punkt: Sie sollen mir nicht zuhören, weil einem Antisemiten hört man nicht zu.““

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/189-ein-gutmensch-ist-ein-schlechter-mensch.html

 

Der Auftrag und der Umgang damit

 

Kaveh Ahangar: „Der Arte-Programmdirektor Diberder entgegnet den Vorwürfen: „Die gelieferte Sendung konzentriert sich (…) hauptsächlich auf den Nahen Osten. Damit entsprach sie nicht dem von der Programmkonferenz formulierten Auftrag, sodass sie nicht akzeptiert werden konnte. Dieser Standpunkt enthält keine Wertung über die Qualität des Films oder über die darin vertretenen Thesen.“ Zudem mangele es an „Ausgewogenheit“. Dabei hätte ihm und seinen KollegInnen auch vorher schon klar sein müssen, dass es sich bei dem Projekt um einen pro-zionistischen Propagandafilm handeln sollte. Ahmad Mansour ist bekannt für seine islamophoben Thesen und Produzent Schröder macht in einem Interview im Deutschlandfunk (13.6.17) deutlich, dass er von vornherein nicht zwischen Antizionismus und Antisemitismus unterschied: ‚‚Wir haben schon (…) in dem Exposé, was abgesegnet wurde, geschrieben, dass wir uns im Wesentlichen auf Antizionismus, auf die moderne Form des Antisemitismus, der sich heute antizionistisch ausdrückt, kaprizieren und dass wir den untersuchen.“ Aber scheinbar war die rechte Propaganda ARTE zu viel und der Programmdirektor konnte die Ausstrahlung nicht verantworten.“

https://kenfm.de/die-einseitige-doku-auserwaehlt-und-ausgegrenzt-der-hass-auf-juden-in-europa/

Rüdiger Suchsland: „Wie gesagt, mehr müsste man nicht über diesen Film sagen, der ganz zu Recht von den auftraggebenden Redaktionen des WDR und ARTE auch nach einer Reihe abverlangter Änderungen für nicht sendefähig erklärt worden ist, wären nicht fast alle Feuilletons auf eine wie es scheint, geschickt eingefädelte Kampagne der beleidigten Filmemacher reingefallen.

Nachdem - wie eigentlich? - bekannt wurde, der Film würde nicht in dieser Form gesendet werden, war er bald - wie eigentlich? - der BILD-Zeitung zugespielt worden und durch deren Website in der Welt (siehe BILD gegen Arte). Dann las man in der selben taz, in der Küppersbusch zum fraglichen Film feststellt, dieser würde "Judenhass und Kritik an der Politik Israels nebensatzweise suggestiv zu einer hässlichen Pampe ... vermischen" und behaupten, "Montagsirre und Globalisierungskritiker" seien "eine, nun ja, Mischpoke. ... 'Die Gegenseite verallgemeinert unzulässig!', ruft es, während es die Gegenseite unzulässig verallgemeinert", in derselben taz also liest man unter der dusseligen Titelzeile "wehrhafte Juden sieht man nicht gern" (als hätte es nicht letzte Woche erst an gleicher Stelle einen Themenabend zum Sechs-Tage-Krieg gegeben) und den Vorwurf der Zensur.

Die Filmemacher bekommen nun in FAZ, Tagesspiegel und taz viel Platz, um sich als Opfer der Zensur durch böse Gremien zu präsentieren: Da fallen dann neben viel Selbstmitleid - "Mit uns spricht seit sechs Monaten keiner" - und ein paar paranoiden Behauptungen - "Schautribunal ... kommentiert senden. ... Die Maischberger-Runde hält ihre Gästeliste geheim" - die bekannten Phrasen: "Debatte anstoßen".“

https://www.heise.de/tp/features/Ein-neuer-Historikerstreit-3753577.html

Kaveh Ahangar: „Der Chefredakteur dieses rechtskonservativen Schmierblatts Julian Reichelt schreibt konsequenterweise: ‚‚Der Verdacht liegt bitter nah, dass diese Dokumentation nicht gezeigt wird, weil sie politisch nicht genehm ist, weil sie ein antisemitisches Weltbild in weiten Teilen der Gesellschaft belegt, das erschütternd ist‘‘. Dabei kommt ihm nicht in den Sinn, dass es nicht um die tatsächlich richtige Feststellung geht, dass weite Teile der deutschen Gesellschaft antisemitisch sind, sondern darum, dass der Film die Ursachen des von ihm behandelten Antisemitismus oftmals verdreht und an vielen Stellen bewusst auf Falschdarstellungen zurückgreift um seine Argumentation zu stützen.“

https://kenfm.de/die-einseitige-doku-auserwaehlt-und-ausgegrenzt-der-hass-auf-juden-in-europa/

 

Zu deutliche Propaganda

 

Kaveh Ahangar: „Aber nun zum Inhalt des Films. Natürlich werden auch in einem Propagandawerk wie diesem, einige richtige Tatsachen und Probleme angesprochen wie die Korruption und Diskriminierung auf Seiten der Fatah und Hamas sowie die Unterdrückung von JüdInnen und PalästinenserInnen durch arabische Staaten. Der Film ist allerdings abgesehen von ‚‚handwerklichen Mängeln‘‘ (WDR) so dermaßen propagandistisch produziert, dass ich nur einige wenige Aspekte ansprechen kann. Was die Doku zur Propaganda macht, ist der zielgerichtete Versuch, die Sichtweise des Zuschauers mit selektiv ausgewählten Fakten zu beeinflussen und zu manipulieren, indem Tatsachen unerwähnt oder verdreht werden, um auf demagogische Art und Weise eine konkrete politische Agenda zu verfolgen. Der gröbste Fehler, der den Film wie ein roter Faden durchzieht, ist dabei bezeichnenderweise die Gleichsetzung von Antizionismus und Antisemitismus. Das war von vornherein das erklärte Ziel des Produzenten (siehe unten).

Die Doku verbreitet also Lügen und Unwahrheiten und relativiert sogar den Holocaust, indem z.B. die problematischen Aussagen von Mahmud Abbas über das vermeintliche Ende jeglichen Terrors nach der Befreiung Palästinas sowie die Brunnenvergiftung mit Nazipropaganda verglichen werden. Im Allgemeinen sind Pauschalisierungen und Schwarz-Weiß-Malerei das Markenzeichen des Films. Es wird beispielsweise in essentialistischer Manier von einer „christlichen Kultur“ gesprochen, die per se als ‚‚die Mutter allen Judenhasses‘‘ bezeichnet wird, ohne zwischen unterschiedlichen Strömungen zu unterscheiden. Die Neue Rechte wird als anti-zionistisch dargestellt, ohne die vielen rechten und rechtsradikalen Strömungen von Medienplattformen wie Pi News bis zu bedeutenden Teilen von AfD und Pegida zu erwähnen, die eindeutig pro-zionistisch gesinnt sind, pro-israelische SprecherInnen öffentlich ein Podium gaben sowie die israelische Flagge auf Demonstrationen hissen.

Es wird nicht nur linker und rechter Antizionismus gleichgestellt und dadurch der Antisemitismus von Rechts verharmlost. Der zum Boykott Irans aufrufende Politikwissenschaftler Stephan Grigat darf sogar behaupten, dass das Bedürfnis, den Nationalsozialismus zu relativieren, bei Linken teilweise noch ausgeprägter sei als bei Rechten. Somit wird auch gleich am Anfang des Films deutlich gemacht, wer die Hauptzielscheibe sein soll; die alte bzw. anti-imperialistische Linke Deutschlands und Frankreichs. Es wird sogar suggeriert, dass die Demonstranten von Nuit Debout großenteils antisemitisch wären, um im Geiste Adornos und Horkheimers das Bild gefährlicher Massenproteste zu zeichnen.“

https://kenfm.de/die-einseitige-doku-auserwaehlt-und-ausgegrenzt-der-hass-auf-juden-in-europa/

Evelyn Hecht-Galinski: „Ja, dieses Machwerk ist eine völlig unhistorische Aneinanderreihung von Hassparolen gegen die Palästinenser, NGO`S, sowie Aktivisten und Politiker/innen wie Annette Groth, die sich schon seit langem als mehr oder wenig einsame Ruferin der Linken als Menschenrechtsbeauftragte für Gerechtigkeit für Palästina einsetzt. Wie diese couragierte Abgeordnete jedoch in diesem Film dargestellt wird, ist eine bisher nie dagewesene Infamität, die man von der Reichsfilmkammer der Nazis oder Filmemachern wie Veit Harlan und Leni Riefenstahl kennt.

Dieser Film ist das philosemitische Machwerk der „Nazi-Enkel“, die meinen, ihr schlechtes Gewissen mit übersteigerter Judenliebe auf Zelluloid bringen zu müssen, empörend allerdings mit UNSER ALLER öffentlich-rechtlichen Zwangsabgaben. Auch deshalb habe ich mir diesen „philosemitischen Schund“ mit anschließender Diskussion angetan. Allerdings, war ich danach noch empörter als zuvor.“

http://sicht-vom-hochblauen.de/und-immer-wieder-die-israel-lobby/

Evelyn Hecht-Galinski: „Der filmische Vergleich „In Gaza leben 5.000 Menschen auf einem Quadratkilometer, in Paris 21.000“ kommt mir so vor, als ob er aus dem Propagandafilm der Nazis über Theresienstadt stammt!“

http://sicht-vom-hochblauen.de/frei-sind-wir-nur-wenn-wir-uns-fuer-die-freiheit-einsetzen/

 

Antisemitismus der Linken

 

Rüdiger Suchsland: „Vor allem hat der Film sein Thema verfehlt. Statt wie der Untertitel suggeriert, geht es nicht um den "Hass auf Juden in Europa", sondern im Nahen Osten, wo ein großer Teil des Films spielt. Das Europa, das er zeigt, besteht dann auch zu nicht geringen Teilen aus arabisch-stämmigen Migranten; räumlich reduziert es sich vor allem auf Frankreich und Deutschland - so als ob es Judenhass nicht auch in Ungarn gäbe, in Polen, in der Slowakei und in Österreich.

Nur ist es da ein dezidiert rechtsextremistischer Judenhass. Und das passt den Machern anscheinend nicht ins Konzept. Denn offensichtlich will der Film gar nicht vom Hass auf Juden als solchem erzählen, sondern vom sehr speziellen Antisemitismus der Linken. Dagegen ist zunächst einmal nichts zu sagen, auch wenn dies offenbar nicht der Senderauftrag war, denn das Thema ist natürlich wichtig. Aber auch hier wird manches ausgeblendet, und vieles in einen Topf geworfen: Denn nicht jede Kritik an Banken oder der US-Außenpolitik ist verkappter Antisemitismus, wie es der Film darstellen will.

Weiterhin ist die Erkenntnis, dass es linken Antisemitismus gibt, keineswegs neu. Die "Antideutschen" haben die Diskussion darüber schon vor über 20 Jahren geführt. Allerdings haben Linke, das darf man dann auch mal sagen, in Europa keine Vernichtungslager für Juden gebaut. Im Effekt verharmlost der Film den rechten Antisemitismus durch die Verlagerung der Gewichte. Als ob Antisemitismus vor allem ein Problem der Linken und der Mitte wäre.

A propos Mitte: "Auserwählt und ausgegrenzt" lässt seine Kamera zwar ausgiebig auf Kirchentagen flanieren, bei "Brot für die Welt", zeigt ahnungslose Sozis und krude Verschwörungstheorien bei Abgeordneten der Linken. Was aber vollkommen ausgeblendet wird: Der Judenhass in Nadelstreifen, der Antisemitismus der braven Bürger.“

https://www.heise.de/tp/features/Ein-neuer-Historikerstreit-3753577.html

 

Geschichts-Fälschung

 

Jens Berger: „Ein weiterer Experte der Doku ist Rafi Eitan, der als „Kronzeuge“ über die Entstehungsgeschichte des Staates Israel berichtet. Und wenn man Eitan Glauben schenkt, waren die Israelis da wahre Unschuldslämmer. „Man habe nichts gegen die Araber unternommen“, nur gegen die Briten. Aber auch das war (außer dem Anschlag auf das King David Hotel) „rein symbolisch“, es gab „keine Opfer“. Das würde der britische Politiker Walter Guinness, der der Gründung eines israelischen Staates ablehnend gegenüberstand, aber anders sehen. Guinness wurde im November 1944 von Terroristen der zionistischen Terrororganisation Lehi umgebracht und dieses Attentat war kein Einzelfall. Eitans Aussagen sind nicht nur in diesem Punkt schlicht unwahr.

Im Skript der Dokumentation steht freilich nicht der zionistische Terrorismus gegen die Briten, sondern die Vertreibung der Palästinenser im Mittelpunkt. Kronzeuge Eitan geht hier geschickt vor, indem er seine Unschuldsverlautbarungen in einem kleinen Nebensatz auf den Zeitraum „bis November 1947“ begrenzt. Das hat natürlich seinen Grund, da die UN-Resolution, die den Weg zur Staatsgründung freigemacht hat, erst im November 1947 beschlossen wurde und die Massaker gegen die Palästinenser erst danach angefangen haben. Seriöse Experten gehen heute von 700.000 Vertriebenen und bis zu 70 Massakern aus, die von zionistischen bzw. israelischen Organisationen an palästinensischen Zivilisten durchgeführt wurden und je nach Schätzung bis zu 800 Todesopfer mit sich brachten. Eitan spricht hingegen von einer „freiwilligen Auswanderung der Palästinenser“, „wir haben sie nicht umgebracht“ – na ja, hier und da vielleicht doch. Das ist Zynismus und darf von einem ordentlichen Journalisten nicht so im Raum stehen gelassen werden. Gegenargumente sucht man in diesem Film jedoch vergebens.

Es sind solche Aussagen, die dem Dokumentarfilm jeden Anspruch auf Ausgewogenheit nehmen. Rafi Eitan war selbst zionistischer Widerstandskämpfer – heute würde man das wohl „Terrorist“ nennen – und später eine Größe bei den diversen israelischen Geheimdiensten. Eitan, der schon im Zusammenhang mit der Eichmann-Entführung eine zwielichtige Rolle gespielt hat, ist kein neutraler Experte, sondern Partei. Von den Filmemachern wird er jedoch als „lebende Legende“ vorgeführt, die über jeden Zweifel erhaben ist. Geht es noch einseitiger?“

http://www.nachdenkseiten.de/?p=38750

 

Palästinensischer Lebensstandard

 

Kaveh Ahangar: „Natürlich darf auch die Mär des angeblich hohen palästinensischen Lebensstandards nicht fehlen. Dabei wurde 2015, also lange vor dem Erscheinen des Films von zahlreichen Mainstream-Medien darüber berichtet, dass aufgrund der israelischen Blockade erstmals seit mehr als einem halben Jahrhundert die Kindersterblichkeitsrate im Gazastreifen gestiegen und Medikamente sowie medizinische Geräte zunehmend knapp seien. Nach 1948 hat sich die jüdische Bevölkerung in Israel fast verzehnfacht, die arabischen Einwohner hingegen haben sich nur verdreifacht. Laut dem zentralen israelischen Amt für Statistik ist die Zahl der jüdischen Geburten in Israel pro Jahr zwischen 1995 und 2008 um 45% gestiegen, während die Zahl der muslimischen Bevölkerung stagnierte. Die Geburtenrate in Palästina ist seit 2000 sogar gesunken. Die Weltbank sieht den Grund für den Rückgang der palästinensischen Geburtenrate bei der sinkenden Fruchtbarkeitsrate und den steigenden Emigrationszahlen. Die Säuglingssterblichkeit ist in Palästina vier Mal so hoch wie in Israel. Außerdem war laut Weltbank die Arbeitslosenquote in Gaza 2015 die höchste der Welt. Über 40% der Bevölkerung Gazas, etwa 60% der Jugendlichen und mehr als 80% der jungen Frauen haben keine Arbeit. 72% aller Haushalte in Gaza haben mit Nahrungsmittelunsicherheit zu kämpfen. Der Gazastreifen könnte laut UN ab 2020 sogar „unbewohnbar“ sein.

Der Film behauptet zudem, dass niemand so viel pro Kopf an Entwicklungshilfe bekomme wie die PalästinenserInnen, ohne aufzuführen, dass etwa 70% der Entwicklungshilfe in israelischen Händen landet, da aufgrund der Blockade die Mehrheit der Produkte von israelischen Unternehmen gekauft werden müssen und somit die Entwicklungshilfe auch die israelische Besatzung und Annexion fördert.“

https://kenfm.de/die-einseitige-doku-auserwaehlt-und-ausgegrenzt-der-hass-auf-juden-in-europa/

 

Nichtregierungs-Organisationen

 

Evelyn Hecht-Galinski: „Nichtregierungsorganisationen, die sich im abgeriegelten und jetzt auch noch verdunkelten Gazastreifen in Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser und Suppenküchen einsetzen und versuchen, den eingesperrten Menschen in diesem dunklen Elend etwas „Normalität“ zu geben, werden als Antisemiten und Hamas-Helfer verunglimpft. Gerade in Gaza erleben wir doch seit Jahren ein solches unbeschreibliches Elend gemeinsamer Repressalien von der „Vichy-Abbas-Behörde“, gesteuert zum eigenen Machterhalt und unterstützt durch das Netanjahu-Regime. Das Kraftwerk ist ausgefallen, weil die gewählte Hamas Regierung den Treibstoff nicht mehr bezahlen kann, da momentan die Qatar Hilfsgelder ausbleiben und Präsident Abbas, der Präsident ohne Mandat, hält die Gelder zurück und auf seine Bitte hin reduziert Israel die Stromversorgung in den Elendsstreifen. Er, der Besatzer-Kollaborateur will die Hamas in die Knie zwingen, ganz im Sinne der Saudis, die als neue Alleinherrscher agieren wollen und so ihren immer stärker werdenden Machteinfluss, der von Indonesien bis nach Jemen reicht und im Konzentrationslager Gazastreifen den Hass auf die Hamas hochtreiben soll. Aber da haben sich diese „Führer“ mehr als verrechnet. Die Bevölkerung Gazas und mittlerweile auch große Teile der Besetzten im Westjordanland haben die Nase voll von solchen „gemäßigten“ Palästinensern, der angepassten und gekauften Führung. Gäbe es heute endlich freie Wahlen, dann würde die Hamas haushoch gewinnen.

Aber solche „Feinheiten“, d.h. Elend, Besatzung, Abriegelung, Demütigung zeigt dieser „künstlerisch wertvolle“ Film natürlich nicht! Ganz nach dem Motto: „Die Palästinenser sind schuld an ihrem Unglück“, während die „Auserwählten und Ausgegrenzten“ von Judenhass gepeinigt werden!

In diesem Film versucht man pauschalisierend, gerade auch kirchliche Gruppen abzuwerten, die sich im Gazastreifen unter elenden Bedingungen für die notleidende Bevölkerung einsetzen und Krankenhäuser, Kindergärten, Suppenküchen, aufrecht zu erhalten versuchen, im Dunkel dieses Notstands. Es ist dies ein unglaublicher Zustand, der von der heuchlerischen „Wertegemeinschaft“ nicht zur Kenntnis genommen wird …

„Ausgegrenzt“ durch Philosemitismus werden in diesem schrecklichen Film all die anständigen Personen und Gruppen, die mit Palästina solidarisch sind, die für die Freiheit kämpfen und dafür „öffentlich-rechtlich“ mit unseren Gebührengeldern propagandistisch verunglimpft werden.“

http://sicht-vom-hochblauen.de/frei-sind-wir-nur-wenn-wir-uns-fuer-die-freiheit-einsetzen/

Jens Berger: „Mehr als die Hälfte der Dokumentation soll angeblich die „Wurzeln“ des modernen Antisemitismus erforschen. Das Gegenteil ist jedoch der Fall. Es wird munter jegliche Kritik an der israelischen Politik mit Antisemitismus gleichgesetzt. Dabei nimmt der Film eine eindeutige antipalästinensische Linie ein. Palästina = Hamas. Hamas = Antisemitismus. Daraus folgt für die Filmemacher auch, dass jeder, der sich – egal in welchem Kontext – für die Interessen der Palästinenser stark macht, mindestens ein latenter Antisemit ist. Der Rundumschlag ist dabei gewaltig. Angefangen bei den NGOs Amnesty International, Pax Christi, Oxfam, Medico und Brot für die Welt, geht es weiter mit Steven Hawking, Naomi Klein, Arundhati Roy, Mike Leigh, Desmond Tutu bis zur Pink-Floyd-Legende Roger Waters. Wer sich an „israelfeindlichen Kampagnen“ (sic!) beteiligt, gehört in eine Schublade mit den Antisemiten. Und die Lösung des Problems liegt auch schon auf der Hand: Man solle den Palästinensern doch jede Form der Entwicklungshilfe streichen und gemeinnützige Organisationen und NGOs sollten sich aus Gaza und dem Westjordanland verabschieden. Eine derart holzschnittartige Sicht auf den Nahostkonflikt können wirklich nur Antideutsche haben.“

http://www.nachdenkseiten.de/?p=38750

 

Fundierte Israel-Kritiker kommen nicht zu Wort

 

Evelyn Hecht-Galinski: „Was ist bloß aus dem Öffentlich-Rechtlichen Fernsehen und deutschen Diskussionsrunden geworden? Fundierte, vor allem auch jüdische Israel-Kritiker werden nicht mehr eingeladen oder angehört bzw. mitunter antisemitisch ausgegrenzt. In der Tat ist das doch in höchstem Maße antisemitisch, wenn jüdische Nachfahren von Holocaustüberlebenden als „Antisemiten“ diffamiert und ausgegrenzt werden. Moshe Zuckerman hat zu Recht kritisiert und sehr richtig festgestellt, dass er, der ehemalige in Frankfurt geborene und aufs Gymnasium gegangene deutsch-jüdische Bürger, der heute in Israel lebt, sich von nachgeborenen „Nazienkeln“ einen Maulkorb und Auftrittsverbot bieten lassen muss. Ja, das ist eine antisemitische Schande, wenn sich philosemitische Deutsche als Hüter des „Antisemitismus-Gral“ aufspielen, verbunden in übler Nibelungentreue zu der Israel-Lobby.“

http://sicht-vom-hochblauen.de/und-immer-wieder-die-israel-lobby/

Evelyn Hecht-Galinski: „Ebenso breitet sich in Deutschland im Jahr 2017 ein gefährlicher neuer politischer Antisemitismus aus, der es doch tatsächlich zulässt, dass man Auftritte jüdischer Israelis zu verhindern trachtet. Der angesehene Haaretz-Journalist Gideon Levy, der gerade in Deutschland ist, fordert ganz klar, „dass die EU nicht mehr die Augen vor den Verbrechen Israels schließen darf und kritisierte, dass Deutschland das Erbe der Vergangenheit verrät, wenn es die Besatzung nicht kritisiert. Levy unterstützt die BDS-Bewegung als „ein wichtiges gewaltloses Mittel des Widerstands“. Und obwohl er einer der renommiertesten Haaretz-Journalisten weltweit ist, gilt er hier in Deutschland als „umstritten“, dem Lieblingswort der Israel-Lobby und ihrer willigen medialen und politischen Helfer!

Jüdisch-israelische Professoren wie Moshe Zuckerman, Moshe Zimmermann und andere kritische Juden werden zu „antisemitischen Parias“ gemacht, deren Auftritte mit aller Lobbyarbeit verhindert werden sollen, indem Räume und Tagungsstätten gekündigt werden und erst deutsche Gerichte einschreiten müssen, um die Meinungsfreiheit zu garantieren. In einem Aufsehen erregenden offenen Brief fragte Moshe Zimmermann: „Ob sich unsere deutschen Gastgeber an die Haltung der offiziellen israelischen Politik angepasst haben, die die Befürworter des Friedens für illegitim hält“. http://www.jourfixe-muenchen-ev.de/Bilder2017/2017_04_19_Prof-Dr_Moshe-Zimmermann-Richard_Koeber_Minerva_Centre_Hebrew-University-Jerusalem.pdf   …

Ich allerdings kann nur feststellen, dass sich ein antisemitischer Philosemitismus ausbreitet, der Verbrechen des „Jüdischen Staates“ legalisieren will, die durch nichts zu legalisieren sind und der gerade auch jüdische Israel-Kritiker als Antisemiten verunglimpft, und das 72 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz! Da meinen doch gewisse „Nazi-Enkel“ jüdischen Bürgern erklären zu wollen, was Antisemitismus ist und was antisemitischer Judenhass ist! Nein, es ist heute eine Pflicht gerade auch als jüdischer Diaspora-Bürger, sich von den zionistischen Verbrechen des „Jüdischen Staates“ zu distanzieren! Wer das nicht tut, der macht sich schuldig! Ich kann und will es nicht dulden, dass 50 Jahre israelische Besatzung in „Israel-Tagen“ gefeiert wird und deutsche Politiker aller Parteien als willige Helfer sich aktiv an diesen Völkerrechtsverbrechen beteiligen. Nicht in unserem Namen!“

http://sicht-vom-hochblauen.de/das-schweigen-der-philosemitischen-antisemiten-zu-den-zionistischen-verbrechen-in-palaestina/

 

Unterstützer des Films

 

Antisemiten sind Dummköpfe. Antisemitische Denkweisen und Tendenzen aufzuzeigen, ist eine notwendige Sache.

Allerdings: dieser Film ist dermaßen daneben, dass die Fans dessen entweder zutiefst dumm sind oder bewusst massive Propaganda betreiben. Oder beides. Wer sind diese Leute?

Jens Berger: „Wer diesen Film für journalistisch ausgewogen hält, verwechselt Journalismus mit Propaganda. Der Kreis der Verteidiger ist groß und die Zusammensetzung nicht sonderlich überraschend: Da geben sich die proisraelischen Historiker Michael Wolffsohn und Götz Aly dann mit den Rechtsaußen-Publizisten Henryk M. Broder und Leon Winter die Hand und ausgerechnet die BILD nutzt die Gelegenheit, um sich selbst als Speerspitze gegen den Antisemitismus zu inszenieren und die von Arte abgelehnte Doku („Zensur!“) für 24 Stunden auf der eigenen Seite zu zeigen. Jeder Andere hätte dafür eine gepfefferte Abmahnung bekommen, BILD bekommt für diese Aktion paradoxerweise sogar von Arte Applaus.

Auch FR-Kampagnero Christian Bommarius findet diese Aktion ganz hervorragend. Stellvertretend für den Rest der Claqueure kann man an Bommarius´ Kommentar sehr gut die Argumentation der Verteidiger des Filmes transparent machen. Ein Film über den Antisemitismus muss schließlich, so Bommarius, „eine Provokation für alle Antisemiten sein, die als Israel-Kritiker, als um das Wohl der Palästinenser besorgte Unterstützer der Hamas oder als Kritiker des internationalen Finanzkapitals in die Öffentlichkeit treten“. So, da haben Sie´s. Wenn Sie den Film auch unausgewogen finden, gehören Sie sicher auch einer dieser Gruppen an und damit wahrscheinlich selbst zu den Antisemiten, die provoziert werden sollen.“

http://www.nachdenkseiten.de/?p=38750

Kaveh Ahangar: „Die Filmemacher erhielten für die Doku viel Lob von wichtigen Teilen der liberalen und konservativen Eliten. Darunter Israels Botschafter, Politiker von Union und FDP, Akademiker wie Götz Aly und Matthias Küntzel, Schriftsteller wie Leon de Winter und natürlich Henryk M. Broder. Prof. Dr. Michael Wolffsohn schreibt sogar folgende Lobhymne: „Glückwunsch! Das ist die mit Abstand beste und klügste und historisch tiefste, zugleich leider hochaktuelle und wahre Doku zu diesem Thema.“ Und der sogenannte Nahost-Experte und Publizist Ahmad Mansour, der am Anfang Koautor sein sollte, letztendlich aber ‘‘nur‘‘ als Berater fungierte, schreibt: „Inhaltlich ist der Film großartig und überfällig…Ich finde es merkwürdig, dass ausgerechnet ein renommierter öffentlich-rechtlicher Sender wie ARTE Probleme mit der Realität hat.““

https://kenfm.de/die-einseitige-doku-auserwaehlt-und-ausgegrenzt-der-hass-auf-juden-in-europa/

Evelyn Hecht-Galinski: „Wenn also am Mittwoch, dem 21. Juni, die ARD dieses verfälschende Machwerk der Filmemacher Joachim Schroeder und Sophie Hafner nun doch ausstrahlt, muss man natürlich die Frage stellen, wie groß letztendlich der Druck auf den WDR und Tom Buhrow gewesen ist, so dass dieser jetzt einknickte und um fiel. Im Gegensatz zum standhaften Arte-Programmdirektor Alain Le Diberderder, der sogar dann noch standhaft blieb, als sich die ganze Armada der palästinafeindlichen Israel-Lobby in Bewegung setzte und einen bisher zuvor nie da gewesenen Medien-Tsunami in Gang setzte, der von Süd bis Nord und von West bis Ost durch den Blätterwald zog. Da mochte kein Blatt beiseite stehen, und es schien mir wie ein Wettlauf um den eifrigsten Unterstützer einer doch mehr als fragwürdigen „Meinungsfreiheit“ im ganzen Land. Da wollte keiner ausscheren, wo es doch um den vermeintlichen „Hass auf Juden in Europa“ ging.

Es wundert einen nicht, dass der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, der immer an vorderster Front steht, wenn es darum geht, „einseitige“ und angeblich Israel delegitimierende Artikel, Konferenzen und Referenten zu verhindern versucht, die Ausstrahlung dieser von Arte und WDR wegen „Einseitigkeit“ und mangelnder im WDR geltenden handwerklichen Standards abgelehnte Doku forderte! Und Charlotte Knobloch, Ex-Präsidentin und Münchener Gemeindevorsitzende, schaffte es nicht, Arte „von einem gefährlichen Irrweg“ abzubringen und auf den rechten „zionistischen “ Kurs zu führen, sowie die SPD-Bundestagsabgeordnete Michaela Engelmeier, der Philosemit Volker Beck und Zentralratspreisträger des Leo Baeck Preises, der immer zur Stelle ist, wenn es darum geht, die „Davidsternflagge“ zu hissen, Michael Wolffsohn, Götz Aly, und nicht zu vergessen „IM-Victoria“, Annetta Kahane, waren zur Stelle, um die Ausstrahlung dieses Films zu erzwingen. Dieses Machwerk hat, wie ein Journalist doch tatsächlich schrieb, „eine deutlich künstlerische Handschrift“, eigentlich ein mehr als treffender Hinweis darauf, dass dieser Film ein verzerrendes, perverses „Phantasiegebilde“ der Filmemacher ist, und nicht das, was man von einer objektiven Dokumentation zu erwarten hat.“

http://sicht-vom-hochblauen.de/frei-sind-wir-nur-wenn-wir-uns-fuer-die-freiheit-einsetzen/

 

Zum Schluss

 

Evelyn Hecht-Galinski: „Keine aussichtsreiche Perspektive haben dagegen die Israel-Kritiker. Die gibt es offiziell nämlich gar nicht mehr, da nämlich „Israel-Hasser“ oder gleich, Judenhasser oder Antisemiten verunglimpft werden …

Was steckt tatsächlich hinter der aktuellen Israel-Lobby-Kampagne, die immer wieder versucht, muslimische Flüchtlinge und Schüler in die antisemitische Ecke zu drängen, und die überall Antisemitismus wittert. Nichts liegt mir ferner, als tatsächlichen Antisemitismus zu verharmlosen, aber Anti-Zionismus und Antisemitismus als Judenhass in einen Topf zu werfen, darf nicht ohne Widerspruch hingenommen werden. Diese ungerechtfertigte Gleichsetzung hilft nur Leuten wie Lagodinsky, Volker Beck, Jutta Ditfurth, Deutschland als eine Antisemitismus-Hochburg zu diffamieren und couragierte Menschen, die es wagen, den „Jüdischen Staat“ und seine illegale Besatzungspolitik zu kritisieren, ebenfalls diese in die antisemitische Ecke zu stellen. Das darf nicht sein! Weder sollen Juden einen Sonderstatus, einen Sonder-Schutz oder gar eine falsche Solidarität bekommen, noch eine Extrawurst. Ein Zusammenleben kann nur gelingen auf gleicher Augenhöhe und ohne schlechtes Gewissen für nicht begangenes Unrecht der heutigen Generation!

Niemals kann man mit neuem Unrecht altes vertuschen, verschweigen, tolerieren oder schlimmer noch, sich damit solidarisieren …

Es geht um das politische Totschlagargument des Antisemitismusvorwurfs, was natürlich gerade in Deutschland auf fruchtbaren Boden fällt, erreicht mit schmutzigen Unwahrheiten und Diffamierungen gegen aufrechte Menschen, die sich nicht einschüchtern lassen wollen. Das Resultat ist immer das gleiche: Die Pseudo-Zionisten erreichen sofort Gehör und die Medienhoheit, während die Kritiker der israelischen Politik an den Pranger gestellt, ja nicht einmal „öffentlich-rechtlich“ gehört werden …

Und wieder einmal sind wir bei der deutschen „Sonderbehandlung“, wenn es um den „Jüdischen Staat“ und das Besatzerregime geht. Der lange Arm von Netanjahu und der Israel-Lobby hat sich inzwischen zu einer Medien-Medusa ausgeweitet, die sich immer mehr ausbreitet und machtvoll agiert. Der Philosemitismus hat inzwischen Züge angenommen, die jede Israel-Kritik zu Judenhass umdeuten und so die Bevölkerungsmeinung in Schach zu halten. Zumal sich jetzt ein neues zusätzliches ergiebiges Feld für die Israel-Lobby ergeben hat, nämlich die muslimischen Flüchtlinge. Vor diesen wird jetzt als „antisemitisch unterwandert“ gewarnt. Was das bedeutet und welcher Schaden damit angerichtet wird, sehen wir jetzt, wo große Teile der deutschen Bevölkerung immer mehr Vorurteile gegen den Islam und Muslime hegen. Das schleichende Gift der Vorurteile wirkt, verstärkt durch Politik und Medien …

Während kritische Stimmen, wenn es um den „Jüdischen Staat“ geht, überhaupt keine Chance mehr haben in den wichtigen Medien gehört zu werden, da hat die Israel-Lobby ganze Arbeit geleistet, es wird unterstützenden Stimmen zur Russland-oder Türkei Berichterstattung auch immer mehr erschwert, Gehör zu finden.“

http://sicht-vom-hochblauen.de/niemand-hat-das-recht-und-die-pflicht-zu-gehorchen-wenn-in-unserem-namen-unrecht-geschieht/

Kaveh Ahangar: „Abschließend kann man also feststellen, dass der Film keinen Beitrag dazu leistet Antisemitismus kritisch zu thematisieren und Aufklärungsarbeit zu leisten. Ganz im Gegenteil: durch die einseitige Aufarbeitung und scheinbar bewusst gewählten Falschaussagen werden Gräueltaten gegenüber den PalästinenserInnen gerechtfertigt und das israelische Regime verteidigt, welches aufgrund der rechtsradikalen Politik der derzeitigen Regierung den Antisemitismus auf der ganzen Welt weiter anheizt. Es ist traurig, dass ein so wichtiges Thema wie Antisemitismus durch äußerst mangelhafte wissenschaftliche und journalistische Sorgfalt in ein schlechtes Licht gerät. Und es ist ein Skandal, dass ein Film über Antisemitismus so dermaßen undifferenziert daherkommt und sogar gezielt Fakten verdreht, um Menschen in den Dreck zu ziehen, die den Antisemitismus nicht nur theoretisch, sondern auch aktiv und praktisch bekämpfen.“

https://kenfm.de/die-einseitige-doku-auserwaehlt-und-ausgegrenzt-der-hass-auf-juden-in-europa/

 

Christlicher Antisemitismus

 

Kaveh Ahangar schreibt „Es wird beispielsweise in essentialistischer Manier von einer „christlichen Kultur“ gesprochen, die per se als ‚‚die Mutter allen Judenhasses‘‘ bezeichnet wird, ohne zwischen unterschiedlichen Strömungen zu unterscheiden.“

Der Wurm möchte an dieser Stelle eine einzige Strömung zitieren – die einzige, die relevant ist und auf die sich jeder Christ in jeder Zeit berufen kann: das Wort Gottes.

 

Evangelien: die Juden

 

Durch und durch antisemitisch ist das Johannes-Evangelium. Gerne zitiert der Wurm daraus:

„Und deshalb verfolgten die Juden Jesus und suchten ihn zu töten, weil er solches am Sabbat getan hatte … Darum suchten die Juden noch mehr, ihn zu töten, weil er nicht nur den Sabbat brach, sondern auch Gott seinen eigenen Vater nannte, womit er sich selbst Gott gleichstellte.“  Evangelium nach Johannes  5; 16 - 18

http://www.bibel-online.net/buch/schlachter_1951/johannes/5/#1

 

„Darnach zog Jesus umher in Galiläa; denn er wollte nicht in Judäa umherziehen, weil die Juden ihn zu töten suchten.“  Evangelium nach Johannes  7; 1

http://www.bibel-online.net/buch/schlachter_1951/johannes/7/#1

 

„Doch redete niemand freimütig über ihn, aus Furcht vor den Juden.“  Evangelium nach Johannes  7; 13

http://www.bibel-online.net/buch/schlachter_1951/johannes/7/#1

 

„Das sagten seine Eltern deshalb, weil sie die Juden fürchteten; denn die Juden waren schon übereingekommen, daß, wenn einer ihn als den Christus anerkennen würde, er aus der Synagoge ausgestoßen werden solle.“  Evangelium nach Johannes  9; 22

http://www.bibel-online.net/buch/schlachter_1951/johannes/9/#1

 

„Da hoben die Juden wiederum Steine auf, um ihn zu steinigen. Jesus antwortete ihnen: Viele gute Werke habe ich euch gezeigt von meinem Vater; um welches dieser Werke willen steinigt ihr mich? Die Juden antworteten ihm: Wegen eines guten Werkes steinigen wir dich nicht, sondern wegen einer Lästerung und weil du, der du ein Mensch bist, dich selbst zu Gott machst!“  Evangelium nach Johannes  10; 31 - 33

http://www.bibel-online.net/buch/schlachter_1951/johannes/10/#1

 

„Die Jünger sprechen zu ihm: Rabbi, eben noch haben dich die Juden zu steinigen gesucht, und du begibst dich wieder dorthin?“  Evangelium nach Johannes  11; 8

http://www.bibel-online.net/buch/schlachter_1951/johannes/11/#1

 

Die Juden antworteten ihm: Wir haben ein Gesetz, und nach unserm Gesetz muß er sterben, weil er sich selbst zu Gottes Sohn gemacht hat.“  Evangelium nach Johannes  19; 7

http://www.bibel-online.net/buch/schlachter_1951/johannes/19/#1

 

„Von da an suchte Pilatus ihn freizugeben. Aber die Juden schrieen und sprachen: Lässest du diesen frei, so bist du nicht des Kaisers Freund; denn wer sich selbst zum König macht, der ist wider den Kaiser! Als nun Pilatus diese Worte hörte, führte er Jesus hinaus und setzte sich auf den Richterstuhl, an der Stätte, die Steinpflaster genannt wird, auf hebräisch aber Gabbatha. Es war aber Rüsttag für das Passah, um die sechste Stunde. Und er sprach zu den Juden: Seht, das ist euer König. Sie aber schrieen: Fort, fort mit ihm! Kreuzige ihn! Pilatus spricht zu ihnen: Euren König soll ich kreuzigen? Die Hohenpriester antworteten: Wir haben keinen König, als den Kaiser!“  Evangelium nach Johannes  19; 12 - 15

http://www.bibel-online.net/buch/schlachter_1951/johannes/19/#1

 

„Darnach bat Joseph von Arimathia (der ein Jünger Jesu war, doch heimlich, aus Furcht vor den Juden), den Pilatus, daß er den Leib Jesu abnehmen dürfe …“  Evangelium nach Johannes  19; 38

http://www.bibel-online.net/buch/schlachter_1951/johannes/19/#1

 

„Als es nun an jenem ersten Wochentag Abend geworden war und die Türen verschlossen waren an dem Ort, wo sich die Jünger versammelt hatten, aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch!“  Evangelium nach Johannes  20; 19

http://www.bibel-online.net/buch/schlachter_1951/johannes/20/#1

 

Die anderen drei halten sich aber auch nicht zurück:

 

„Als sie aber solches hörten, fuhr er fort und sagte ein Gleichnis, weil er nahe bei Jerusalem war und sie meinten, das Reich Gottes würde unverzüglich erscheinen. Er sprach nun: Ein Edelmann zog in ein fernes Land, um sich die Königswürde zu holen und alsdann wiederzukommen … Doch diese meine Feinde, die nicht wollten, daß ich König über sie werde, bringet her und erwürget sie vor mir!“  Evangelium nach Lukas  19; 11 - 27

http://www.bibel-online.net/buch/schlachter_1951/lukas/19/#1

 

„Und alles Volk antwortete und sprach: Sein Blut komme über uns und über unsere Kinder!“  Evangelium nach Matthäus  27; 25

http://www.bibel-online.net/buch/schlachter_1951/matthaeus/27/#1

 

Evangelien: Jerusalem

 

„Jerusalem, Jerusalem, die du die Propheten tötest und steinigst, die zu dir gesandt werden; wie oft habe ich deine Kinder sammeln wollen, wie eine Henne ihre Küchlein unter ihre Flügel, aber ihr habt nicht gewollt!“ Evangelium nach Lukas  13; 34

http://www.bibel-online.net/buch/schlachter_1951/lukas/13/#1

 

„Und als er näher kam und die Stadt sah, weinte er über sie und sprach: Wenn doch auch du erkannt hättest an diesem deinem Tage, was zu deinem Frieden dient! Nun aber ist es vor deinen Augen verborgen, daß Tage über dich kommen werden, da deine Feinde einen Wall gegen dich aufwerfen, dich ringsum einschließen und von allen Seiten ängstigen und dich dem Erdboden gleich machen werden, auch deine Kinder in dir, und in dir keinen Stein auf dem andern lassen werden, darum, weil du die Zeit deiner Heimsuchung nicht erkannt hast!“  Evangelium nach Lukas  19; 41 - 44

http://www.bibel-online.net/buch/schlachter_1951/lukas/19/#1

 

„Wehe aber den Schwangern und den Säugenden in jenen Tagen, denn es wird große Not im Lande sein und ein Zorn über dieses Volk! Und sie werden fallen durch die Schärfe des Schwerts und gefangen weggeführt werden unter alle Völker; und Jerusalem wird zertreten werden von den Heiden, bis die Zeiten der Heiden erfüllt sind.“ Evangelium nach Lukas  21; 23 - 24

http://www.bibel-online.net/buch/schlachter_1951/lukas/21/#1

 

Evangelien: „Verstockte“ Juden

 

„Als Jesus das hörte, verwunderte er sich und sprach zu denen, die ihm nachfolgten: Wahrlich, ich sage euch, bei niemand in Israel habe ich so großen Glauben gefunden! Ich sage euch aber: Viele werden kommen von Morgen und Abend und werden mit Abraham, Isaak und Jakob zu Tische sitzen im Himmelreich; aber die Kinder des Reiches werden in die äußerste Finsternis hinausgeworfen werden; dort wird Heulen und Zähneknirschen sein.“ Evangelium nach Matthäus  8; 10 - 12

http://www.bibel-online.net/buch/schlachter_1951/matthaeus/8/#1

 

„Darum habe ich euch gesagt, daß ihr in euren Sünden sterben werdet; denn wenn ihr nicht glaubet, daß ich es bin, so werdet ihr in euren Sünden sterben.“ Evangelium nach Johannes  8; 24

http://www.bibel-online.net/buch/schlachter_1951/johannes/8/#1

 

„Er sprach zu ihnen: Mose hat euch wegen der Härtigkeit eures Herzens erlaubt, eure Frauen zu entlassen …“ Evangelium nach Matthäus  19; 8

http://www.bibel-online.net/buch/schlachter_1951/matthaeus/19/#1

 

„Er aber sprach zu ihm: Wenn sie auf Mose und die Propheten nicht hören, so würden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn einer von den Toten auferstände.“ Evangelium nach Lukas  16; 31

http://www.bibel-online.net/buch/schlachter_1951/lukas/16/#1

 

„Denket nicht, daß ich euch bei dem Vater anklagen werde. Es ist einer, der euch anklagt: Mose, auf welchen ihr eure Hoffnung gesetzt habt. Denn wenn ihr Mose glaubtet, so würdet ihr auch mir glauben; denn von mir hat er geschrieben. Wenn ihr aber seinen Schriften nicht glaubet, wie werdet ihr meinen Worten glauben?“ Evangelium nach Johannes  5; 45 - 47

http://www.bibel-online.net/buch/schlachter_1951/johannes/5/#1

 

„So gebt ihr ja über euch selbst das Zeugnis, daß ihr Söhne der Prophetenmörder seid. Ja, machet nur das Maß eurer Väter voll! Ihr Schlangen! Ihr Otterngezüchte! Wie wollt ihr dem Gerichte der Hölle entgehen? Darum, siehe, ich sende zu euch Propheten und Weise und Schriftgelehrte; und etliche von ihnen werdet ihr töten und kreuzigen, und etliche werdet ihr in euren Synagogen geißeln und sie verfolgen von einer Stadt zur andern; auf daß über euch komme alles gerechte Blut, das auf Erden vergossen worden ist, vom Blute Abels, des Gerechten, an bis auf das Blut Zacharias, des Sohnes Barachias, welchen ihr zwischen dem Tempel und dem Altar getötet habt. Wahrlich, ich sage euch, dies alles wird über dieses Geschlecht kommen.“ Evangelium nach Matthäus  23; 31 - 36

http://www.bibel-online.net/buch/schlachter_1951/matthaeus/23/#1

 

„Denn das Herz dieses Volkes ist verstockt …“ Evangelium nach Matthäus  13; 15

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„Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Das böse und ehebrecherische Geschlecht begehrt ein Zeichen; aber es wird ihm kein Zeichen gegeben werden als das Zeichen des Propheten Jona. Denn gleichwie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauche des Riesenfisches war, also wird des Menschen Sohn drei Tage und drei Nächte im Schoße der Erde sein. Leute von Ninive werden auftreten im Gericht wider dieses Geschlecht und werden es verurteilen; denn sie taten Buße auf die Predigt des Jona hin. Und siehe, hier ist mehr als Jona! Die Königin von Mittag wird auftreten im Gerichte wider dieses Geschlecht und wird es verurteilen; denn sie kam vom Ende der Erde, um Salomos Weisheit zu hören. Und siehe, hier ist mehr als Salomo! … Alsdann geht er hin und nimmt sieben andere Geister mit sich, die schlimmer sind als er; und sie ziehen ein und wohnen daselbst, und es wird zuletzt mit diesem Menschen ärger als zuerst. So wird es auch sein mit diesem bösen Geschlecht.“ Evangelium nach Matthäus  12; 39 - 45

http://www.bibel-online.net/buch/schlachter_1951/matthaeus/12/#1

 

„Ihr seid von dem Vater, dem Teufel, und was euer Vater begehrt, wollt ihr tun; der war ein Menschenmörder von Anfang an und ist nicht bestanden in der Wahrheit, denn Wahrheit ist nicht in ihm … Wer aus Gott ist, der hört die Worte Gottes; darum höret ihr nicht, weil ihr nicht aus Gott seid.“ Evangelium nach Johannes  8; 44 - 47

http://www.bibel-online.net/buch/schlachter_1951/johannes/8/#1

 

„… Saget, seine Jünger sind des Nachts gekommen und haben ihn gestohlen, während wir schliefen ... Und so wurde diese Rede unter den Juden verbreitet bis auf den heutigen Tag.“ Evangelium nach Matthäus  28; 11 - 15

http://www.bibel-online.net/buch/schlachter_1951/matthaeus/28/#1

 

„Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird von euch genommen und einem Volke gegeben werden, das dessen Früchte bringt. Und als die Hohenpriester und die Pharisäer seine Gleichnisse hörten, merkten sie, daß er von ihnen redete. Und sie suchten ihn zu ergreifen, fürchteten aber das Volk, weil es ihn für einen Propheten hielt.“ Evangelium nach Matthäus  21; 43 - 46

http://www.bibel-online.net/buch/schlachter_1951/matthaeus/21/#1

 

Paulus: Alter Bund = veralteter Bund

 

„Denn wenn jener erste Bund tadellos gewesen wäre, so würde nicht Raum für einen zweiten gesucht.“ Brief an die Hebräer  8; 7

http://www.bibel-online.net/buch/schlachter_1951/hebraeer/8/#1

 

„Indem er sagt: «Einen neuen», hat er den ersten für veraltet erklärt; was aber veraltet ist und sich überlebt hat, das wird bald verschwinden.“ Brief an die Hebräer  8; 13

http://www.bibel-online.net/buch/schlachter_1951/hebraeer/8/#1

 

Paulus: die Juden

 

„Die ungläubig gebliebenen Juden aber erregten und erbitterten die Gemüter der Heiden gegen die Brüder.“ Apostelgeschichte  14; 2

http://www.bibel-online.net/buch/schlachter_1951/apostelgeschichte/14/#1

 

„Aber die ungläubigen Juden wurden voll Neid und gewannen etliche boshafte Leute vom Straßenpöbel, machten Lärm und brachten die Stadt in Aufruhr, drangen auf das Haus Jasons ein und suchten sie, um sie vor das Volk zu führen. Als sie sie aber nicht fanden, schleppten sie Jason und etliche Brüder vor die Obersten der Stadt und schrieen: Diese Leute, welche in der ganzen Welt Unruhe stiften, sind jetzt auch hier; Jason hat sie aufgenommen! Und doch handeln sie alle wider die Verordnungen des Kaisers, indem sie sagen, ein anderer sei König, nämlich Jesus! Sie brachten aber das Volk und die Stadtobersten, welche dies hörten, in Aufregung, so daß sie Jason und die übrigen nur gegen Bürgschaft freiließen.“  Apostelgeschichte  17; 5 - 9

http://www.bibel-online.net/buch/schlachter_1951/apostelgeschichte/17/#1

 

„Als aber die Juden von Thessalonich erfuhren, daß auch zu Beröa das Wort Gottes von Paulus verkündigt wurde, kamen sie auch dahin und erregten und bewegten das Volk.“  Apostelgeschichte  17; 13

http://www.bibel-online.net/buch/schlachter_1951/apostelgeschichte/17/#1

 

„Aber die Juden reizten die andächtigen und angesehenen Frauen und die Vornehmsten der Stadt auf und erregten eine Verfolgung gegen Paulus und Barnabas und vertrieben sie aus ihrem Gebiet.“  Apostelgeschichte  13; 50

http://www.bibel-online.net/buch/schlachter_1951/apostelgeschichte/13/#1

 

„Als aber Silas und Timotheus aus Mazedonien ankamen, war Paulus eifrig mit dem Wort beschäftigt, indem er den Juden bezeugte, daß Jesus der Christus sei. Als sie aber widerstrebten und lästerten, schüttelte er seine Kleider aus und sprach zu ihnen: Euer Blut komme über euer Haupt! Ich bin rein davon; von nun an gehe ich zu den Heiden!“  Apostelgeschichte  18; 5 - 6

http://www.bibel-online.net/buch/schlachter_1951/apostelgeschichte/18/#1

 

„Als aber Gallion Statthalter von Achaja war, traten die Juden einmütig wider Paulus auf und führten ihn vor den Richterstuhl und sprachen: Dieser überredet die Leute zu einem gesetzwidrigen Gottesdienst!“  Apostelgeschichte  18; 12 - 13

http://www.bibel-online.net/buch/schlachter_1951/apostelgeschichte/18/#1

 

„Nachdem sich aber der Tumult gelegt hatte, ließ Paulus die Jünger zu sich kommen und ermahnte sie; dann nahm er Abschied von ihnen und zog aus, um nach Mazedonien zu reisen. Und nachdem er jene Bezirke durchzogen und sie mit vielen Worten ermahnt hatte, kam er nach Griechenland. Und er brachte daselbst drei Monate zu; und da ihm die Juden, als er nach Syrien abfahren wollte, nachstellten, entschloß er sich, über Mazedonien zurückzukehren.“  Apostelgeschichte  20; 1 - 3

http://www.bibel-online.net/buch/schlachter_1951/apostelgeschichte/20/#1

 

„Diesen Mann (Paulus), den die Juden ergriffen haben und umbringen wollten, habe ich mit Hilfe der Truppe befreit, da ich vernahm, daß er ein Römer sei.“  Apostelgeschichte  23; 27

http://www.bibel-online.net/buch/schlachter_1951/apostelgeschichte/23/#1

 

„Und Festus sprach: König Agrippa und alle anwesenden Männer! Da seht ihr den (Paulus), um dessentwillen die ganze Menge der Juden in Jerusalem und hier mich anging, indem sie schrieen, er dürfe nicht länger leben.“  Apostelgeschichte  25; 24

http://www.bibel-online.net/buch/schlachter_1951/apostelgeschichte/25/#1

 

„Deswegen griffen mich die Juden im Tempel und suchten mich umzubringen.“  Apostelgeschichte  26; 21

http://www.bibel-online.net/buch/schlachter_1951/apostelgeschichte/26/#1

 

Paulus: „Verstockte Juden“

 

„Brüder, meines Herzens Wunsch und mein Flehen zu Gott für Israel ist auf ihr Heil gerichtet. Denn ich gebe ihnen das Zeugnis, daß sie eifern um Gott, aber mit Unverstand. Denn weil sie die Gerechtigkeit Gottes nicht erkennen und ihre eigene Gerechtigkeit aufzurichten trachten, sind sie der Gerechtigkeit Gottes nicht untertan.“ Brief an die Römer  10; 1 - 3

http://www.bibel-online.net/buch/schlachter_1951/roemer/10/#1

 

„Aber ich frage: Hat es Israel nicht gewußt? Schon Mose sagt: «Ich will euch zur Eifersucht reizen durch das, was kein Volk ist, durch ein unverständiges Volk will ich euch erzürnen.» Jesaja aber wagt sogar zu sagen: «Ich bin von denen gefunden worden, welche mich nicht suchten, bin denen offenbar geworden, die nicht nach mir fragten.» In bezug auf Israel aber spricht er: «Den ganzen Tag habe ich meine Hände ausgestreckt nach einem ungehorsamen und widerspenstigen Volk!»“ Brief an die Römer  10; 19 - 21

http://www.bibel-online.net/buch/schlachter_1951/roemer/10/#1

 

„Aber an der Mehrzahl von ihnen hatte Gott kein Wohlgefallen; denn sie wurden in der Wüste niedergestreckt. Diese Dinge aber sind zum Vorbild für uns geschehen, damit wir uns nicht des Bösen gelüsten lassen, gleichwie jene gelüstet hat.“ 1. Brief an die Korinther  10; 5 - 6

http://www.bibel-online.net/buch/schlachter_1951/1_korinther/10/#1

 

„Darum ward ich entrüstet über dieses Geschlecht und sprach: Immerdar irren sie mit ihrem Herzen! Sie aber erkannten meine Wege nicht, so daß ich schwur in meinem Zorn: Sie sollen nicht eingehen in meine Ruhe!»“ Brief an die Hebräer  3; 10 - 11

http://www.bibel-online.net/buch/schlachter_1951/hebraeer/3/#1

 

„Welchen zürnte er aber vierzig Jahre lang? Waren es nicht die, welche gesündigt hatten, deren Leiber in der Wüste fielen? Welchen schwur er aber, daß sie nicht in seine Ruhe eingehen sollten, als nur denen, die ungehorsam gewesen waren? Und wir sehen, daß sie nicht eingehen konnten wegen des Unglaubens.“ Brief an die Hebräer  3; 17 - 19

http://www.bibel-online.net/buch/schlachter_1951/hebraeer/3/#1

 

„Wie nun? Was Israel sucht, das hat es nicht erlangt; die Auswahl aber hat es erlangt, die übrigen aber wurden verstockt, wie geschrieben steht: «Gott hat ihnen einen Geist der Schlafsucht gegeben, Augen, um nicht zu sehen, und Ohren, um nicht zu hören, bis zum heutigen Tag.» Und David spricht: «Ihr Tisch werde ihnen zur Schlinge und zum Fallstrick und zum Anstoß und zur Vergeltung; ihre Augen sollen verfinstert werden, daß sie nicht sehen, und ihren Rücken beuge allezeit!» Ich frage nun: Sind sie denn darum gestrauchelt, damit sie fallen sollten? Das sei ferne! Sondern durch ihren Fall wurde das Heil den Heiden zuteil, damit sie diesen nacheifern möchten. Wenn aber ihr Fall der Reichtum der Welt und ihr Verlust der Reichtum der Heiden geworden ist, wieviel mehr ihre volle Zahl! Zu euch, den Heiden, rede ich (da ich nun eben Heidenapostel bin, rühme ich mein Amt, ob ich nicht etwa meine Volksgenossen zum Nacheifern reizen und etliche von ihnen erretten könnte); darum sage ich: Wenn ihre Verwerfung die Versöhnung der Welt geworden ist, was würde ihre Annahme anderes sein, als Leben aus den Toten?“ Brief an die Römer  11; 7 - 15

http://www.bibel-online.net/buch/schlachter_1951/roemer/11/#1

 

„Da wir nun solche Hoffnung haben, so gebrauchen wir große Freimütigkeit und tun nicht wie Mose, der eine Decke auf sein Angesicht legte, damit die Kinder Israel nicht auf das Ende dessen, was aufhören sollte, schauen möchten. Aber ihre Sinne wurden verhärtet; denn bis zum heutigen Tage bleibt dieselbe Decke beim Lesen des Alten Testamentes, so daß sie nicht entdecken, daß es in Christus aufhört; sondern bis zum heutigen Tage, so oft Mose gelesen wird, liegt die Decke auf ihrem Herzen. Sobald es sich aber zum Herrn bekehrt, wird die Decke weggenommen.“ 2. Brief an die Korinther  3; 12 - 16

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„Da sprachen Paulus und Barnabas freimütig: Euch mußte das Wort Gottes zuerst gepredigt werden; da ihr es aber von euch stoßet und euch selbst des ewigen Lebens nicht würdig achtet, siehe, so wenden wir uns zu den Heiden.“ Apostelgeschichte  13; 46

http://www.bibel-online.net/buch/schlachter_1951/apostelgeschichte/13/#1

 

„Und da sie sich nicht einigen konnten, trennten sie sich, nachdem Paulus den Ausspruch getan hatte: Wie trefflich hat der heilige Geist durch den Propheten Jesaja zu unsern Vätern geredet, als er sprach: «Gehe hin zu diesem Volke und sprich: Mit den Ohren werdet ihr hören und nicht verstehen, und mit den Augen werdet ihr sehen und nicht erkennen; denn das Herz dieses Volkes ist verstockt, und mit den Ohren hören sie schwer, und ihre Augen haben sie zugeschlossen, damit sie nicht etwa mit den Augen sehen und mit den Ohren hören und mit dem Herzen verstehen und sich bekehren und ich sie heile!» So sei euch nun kund, daß den Heiden dieses Heil Gottes gesandt ist; sie werden auch hören!“  Apostelgeschichte  28; 25 - 28

http://www.bibel-online.net/buch/schlachter_1951/apostelgeschichte/28/#1

 

„Darum steht in der Schrift: «Siehe, ich lege in Zion einen auserwählten, wertvollen Eckstein; und wer an ihn glaubt, soll nicht zuschanden werden.» Für euch nun, die ihr glaubet, hat er Wert; für die Ungläubigen aber ist der Stein, den die Bauleute verworfen haben und der zum Eckstein geworden ist, ein Stein des Anstoßens und ein Fels des Ärgernisses. Sie stoßen sich, weil sie dem Wort nicht glauben, wozu sie auch gesetzt sind.“ 1. Petrusbrief  2; 6 - 8

http://www.bibel-online.net/buch/schlachter_1951/1_petrus/2/#1

 

Paulus: Synagoge des Satans

 

„Ihr Halsstarrigen und Unbeschnittenen an Herzen und Ohren! Ihr widerstrebet allezeit dem heiligen Geiste; wie eure Väter, also auch ihr! Welchen Propheten haben eure Väter nicht verfolgt? Und sie haben die getötet, welche von dem Kommen des Gerechten vorher verkündigten, dessen Verräter und Mörder ihr nun geworden seid; ihr, die ihr das Gesetz auf Anordnung von Engeln empfangen und es nicht gehalten habt!“ Apostelgeschichte  7; 51 - 53

http://www.bibel-online.net/buch/schlachter_1951/apostelgeschichte/7/#1

 

„Denn ihr, Brüder, seid Nachahmer der Gemeinden Gottes geworden, die in Judäa in Christus Jesus sind, weil ihr von euren eigenen Volksgenossen dasselbe erlitten habt, wie sie von den Juden, welche auch den Herrn Jesus getötet und die Propheten und uns verfolgt haben und Gott nicht gefallen und allen Menschen zuwider sind; sie wehren uns, zu den Heiden zu reden, damit diese gerettet werden, womit sie das Maß ihrer Sünden allezeit voll machen; das Zorngericht setzte ihnen nun aber schnell ein Ziel!“ 1. Brief an die Thessalonicher  2; 14 - 16

http://www.bibel-online.net/buch/schlachter_1951/1_thessalonicher/2/#1

 

„… und die Lästerung von denen, die sagen, sie seien Juden und sind es nicht, sondern eine Synagoge des Satans.“ Offenbarung  2; 9

http://www.bibel-online.net/buch/schlachter_1951/offenbarung/2/#1

 

„Siehe, ich verschaffe, daß solche aus der Synagoge des Satans, die sich Juden nennen und es nicht sind, sondern lügen, siehe, ich will sie dazu bringen, daß sie kommen und vor deinen Füßen niederfallen und erkennen, daß ich dich geliebt habe.“ Offenbarung  3; 9

http://www.bibel-online.net/buch/schlachter_1951/offenbarung/3/#1

 

Wer es noch nicht gewusst haben sollte, wird jetzt wissen, wo der Ursprung liegt, dass Juden in der ganzen christlichen Welt zwei Jahrtausende lang zutiefst gedemütigt bis getötet wurden. Auschwitz war nur noch das i-Tüpfelchen. Die eigentliche Schuld tragen die Schreibtischtäter des „Neuen Testaments“ inclusive der 4 Evangelien bzw. Gott selbst (nach christlichem Verständnis ist die Bibel ja das „Wort Gottes“).

 

 

Dada

 

Dadaistische Polizisten gibt’s nicht nur in Karlsruhe-Rüppurr, sondern auch auf den Scilly Islands:

„Colin Taylor ist nicht nur eine Berühmtheit in seinem Revier, unter den 2.200 Bewohnern der Scilly-Inseln, diesem südwestlichsten Posten Großbritanniens. Dort, wo vor allem britische Familien und Paare hinreisen, die Ruhe suchen - und höchstens noch nach Tölpeln und Papageientauchern. Sein Name ist vielmehr bekannt rund um die Welt: für die Posts auf der Facebook-Seite von "Isle of Scilly Police", die inzwischen 58.000 Follower hat.

https://www.facebook.com/IslesofScillyPolice/?fref=ts

Mit Augenzwinkern, Sprachwitz und überraschenden Pointen berichtet Taylor dort von Vorfällen aus seinem Polizeialltag. Nicht von der häuslichen Gewalt oder den tödlichen Unfällen, die es auch hier gibt. Sondern von dem Spiegelei, das neben einem aufgebrochenen Schuppen lag, den auf der Straße herumwandernden Möwenjungen, die Touristen Sorgen bereiten. Oder den Goldfischen, die auf dem Trockenen zappelnd vor der Polizeistation gefunden wurden - die verdächtige Katze Rocky ist inzwischen verstorben, die Ermittlungen wurden eingestellt.

"Ich habe zusammen mit einem Kollegen den Facebook-Account gepflegt", sagt der 49-Jährige, "irgendwann fiel uns auf, dass die Leute viel häufiger auf die Posts reagierten, wenn sie humorvoll und nicht mit dem erhobenen Zeigefinger geschrieben sind." Die Einträge waren an die Insulaner gerichtet, aber auch ein "bisschen an die Festlandkollegen, damit die sehen, dass wir hier auch arbeiten".

Dann wurde "Isles of Scilly Police" Kult, zitiert auf den Facebook-Seiten des Los Angeles Police Departement, der Polizei in New York, Neuseeland und Australien. Die Kollegen in der Ferne forderten die Briten schon zu so mancher Challenge auf, wie zu diesem Tanz für einen guten Zweck ("Grauenhaft", meint Taylor): https://www.facebook.com/IslesofScillyPolice/videos/1167171933322030/

Es sind Anekdoten, oft mit großem Bogen und immer mit viel Selbstironie und einem freundlichen, britischen Humor erzählt, die viel über die Dynamik des Insellebens verraten. Damit kennt sich Colin Taylor aus, der im Gespräch viel ernster wirkt als vermutet. Als Biologe hatte er auf den Seychellen, Madagaskar, den Shetlandinseln gelebt. Bis er eine Familie gründen wollte und Polizist wurde, zuletzt Detective. "Die wichtigste Fähigkeit auf Inseln ist, mit Menschen auszukommen, die man nicht mag", sagt Taylor. "Anders als auf dem Festland kann man sich nicht aus dem Weg gehen."

Es gebe auf Scilly Familien, sagt er, die sich seit Generationen, seit Hunderten von Jahren hassen, aber sich dennoch nicht ständig in den Haaren liegen. Als Besucher könnte man hier eigentlich die völlige Idylle vermuten, ein Paradies, weit weg vom Brexit-Desaster, vergessen von der Welt und von den Kriminellen. Ein Kino gibt es nicht, die Highlights der Woche sind der Pub-Besuch, die Spiele der beiden Mannschaften der winzigen Insel-Fußballliga und die Gig-Rennen, bei denen die Rudermannschaften der Inseln in teils jahrhundertealten Booten gegeneinander antreten: mittwochs die Frauen, freitags die Männer …

Worauf sein Nachfolger sich vorbereiten muss, hat Colin Taylor schon früher in einer Stellenanzeige auf Facebook formuliert: für den "wohl beneidenswerteste Polizeiposten in Großbritannien oder sogar der Welt". Folgende Fähigkeiten seien Voraussetzung:

- Man muss die Entschlossenheit besitzen, der Ehefrau ein Strafticket fürs Parken auszustellen, und das so taktvoll tun, dass dein Abendessen sich nicht gleich im Hundenapf wiederfindet.

- ...um 2 Uhr nachts aus der Tiefschlafphase gerissen, noch im Pyjama unter der Uniform einen Streit zwischen zwei betrunkenen Köchen zu schlichten, der sich um die Vor- und Nachteile von Meersalz und Steinsalz dreht.

- ...genau wissen, was zu tun ist, wenn man wegen eines verlassenen Robbenbabys, das über die Hauptstraße robbt, alarmiert wird.

- ...akzeptieren, dass einem Fundstücke übergeben werden, wenn man nach Dienstschluss an der Supermarktkasse steht, beladen mit tauender Eiscreme und Fischstäbchen, und die Kinder noch vor der Judostunde mit einem Abendessen versorgen soll.

Der Post ging damals viral - aus der ganzen Welt prasselten Anfragen auf die Polizeidienstelle auf dem Festland ein. "Das war das einzige Mal, dass meine Vorgesetzten sich beschwert haben", sagt Colin Taylor. Und grinst. Dann muss er los. In einer Stunde beginnt sein Dienst, mit Bobby-Helm und Weste.“

http://www.spiegel.de/reise/europa/scilly-inseln-vor-cornwall-ein-polizist-als-facebook-star-a-1101292.html

 

 

 

Den Gang zur Unterwelt (sprich: in den Weinkeller) haben Dadaisten in Recanatis mit diesem Satyr gestaltet.