Aus einem Beitrag des Wurms aus dem Jahr 2013: „Die Menschen sind schon merkwürdige Wesen: Über 100.000 Tote und mehrere Millionen Flüchtlinge interessieren die meisten nicht. Erst nachdem ein Einsatz von Giftgas bekannt wird, bei dem es etwa 1% zusätzliche Tote gibt, die Massenmedien aber groß damit aufmachen, weiss jetzt jeder, dass es in Syrien einen Bürgerkrieg gibt.“

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/34-feinde-syriens.html

Es hat mal wieder einen Giftgas-Anschlag in Syrien gegeben.

Wem nutzt es?

Besser gefragt: wem schadet es?

Auf jeden Fall schadet es der syrischen Regierung, die drauf und dran ist, militärisch den Bürgerkrieg zu gewinnen.

Die Art und Weise, wie der gesamte westliche politisch-mediale Komplex aufgejault, auf die emotionale Tränendrüse gedrückt und massive Konsequenzen für die syrische Regierung gefordert hat, macht deutlich, wem der Anschlag nutzt und wer ihn mit größter Wahrscheinlichkeit durchgeführt hat.

Wohlgemerkt: ohne die geringsten Beweise zu haben, wurde sofort von allen führenden westlichen Medien mit aller Macht drauf los gehauen.

Da die Sache sehr klar zu sein scheint, legt der Wurm deshalb keinen Wert darauf, näher darauf einzugehen.

Was ihn allerdings näher interessiert, sind die Reaktionen speziell in Deutschland und den USA.

 

Geopolitik

 

Der Historiker Hans-Christof Kraus im Jahr 2012:

„Und ihr denkt, es geht um einen Diktator ...

Die Reaktionen auf den Syrien-Konflikt offenbaren die geopolitische Ahnungslosigkeit mancher deutscher Kommentatoren: Zehn Minuten Nachhilfe aus gegebenem Anlass können nicht schaden …

Man kann nur staunen über das Ausmaß an fast schon sträflicher Naivität oder auch nur schlichter Ignoranz, das viele Beurteiler der Syrien-Krise an den Tag legen, vor allem, wenn es darum geht, die Hintergründe für das zähe Tauziehen im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen zwischen Amerika und den westlichen Mächten einerseits, Russland und China andererseits aufzuhellen. Folgt man der Darstellung des Konflikts in weiten Teilen der westlichen Welt, dann scheint es sich lediglich um die Frage zu handeln, ob es gelingt, die syrische Bevölkerung von einem blutigen Diktator zu befreien. Vor allem in Deutschland scheint die Unkenntnis, mit der diese Auseinandersetzung derzeit diskutiert wird, grenzenlos zu sein - bis hin zu einer angeblichen, allerdings nicht bestätigten Anfrage an die russische Regierung, ob sie bereit wäre, Assad im Falle seines Sturzes in Russland Asyl zu gewähren.

Dabei geht es um vollkommen andere Probleme. Die Konfliktlinien verlaufen dort, wo sie von fast allen deutschen Beobachtern nicht einmal mehr wahrgenommen werden, und zwar vor allem deshalb, weil man in unserem Land verlernt hat, in weltpolitischen und geostrategischen Kategorien zu denken. Ob die Syrer, in weltpolitischer Sicht gesehen, derzeit oder künftig von einem Diktator aus dem Hause Assad, von einer demokratischen oder sich als demokratisch inszenierenden Regierung oder auch von einem radikal muslimischen Regime regiert werden, ist aus der Perspektive geostrategischer Erwägungen zuerst einmal gleichgültig …

Der aktuelle Konflikt um ein Eingreifen oder Nicht-Eingreifen in den syrischen Bürgerkrieg ist deshalb so brisant, weil sich in dieser Frage der Gegensatz zwischen zwei radikal unterschiedlichen geostrategischen und weltpolitischen Konzeptionen manifestiert. Den Amerikanern und der westlichen Seite geht es nicht oder nicht vorrangig darum, der bedauernswerten syrischen Bevölkerung zu helfen, sondern um Einflussnahme auf die Neugestaltung des Landes nach einem voraussichtlichen Sturz des derzeitigen Regimes, obwohl man mit diesem bisher stets gut zusammenarbeiten konnte. Mehrere, seit längerem geplante, für den Westen wichtige Öl- und Gaspipelines stehen auf dem Spiel, die Saudi-Arabien und Qatar mit dem östlichen Mittelmeerraum und der Türkei verbinden und deshalb partiell durch syrisches Gebiet führen sollen.“

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/syrien-und-ihr-denkt-es-geht-um-einen-diktator-11830492.html

Ja klar, möchte wurm sagen. Um was sollte es denn sonst gehen?

Falls Hans-Christof Kraus es mit seiner Einschätzung der (oft hochbezahlten) deutschen Kommentatoren ernst gemeint haben sollte, dann fallen die „geopolitische Ahnungslosigkeit“, „sträfliche Naivität“ und „schlichte Ignoranz“ auf ihn selbst zurück.

Für den Wurm handelt es sich eindeutig um Bösartigkeit und Verarschung der Medien-Konsumenten. Entweder sind die deutschen Kommentatoren gnadenlos dumm oder sie lügen. Wahrscheinlich ist beides der Fall.

 

Michael Lüders

 

Aus „Wikipedia“: „Michael Lüders studierte zwei Semester arabische Literatur an der Universität Damaskus sowie Publizistik, Islam- und Politikwissenschaft an der Freien Universität Berlin. Er wurde mit einer Arbeit über das ägyptische Kino zum Dr. phil. promoviert.

Anschließend arbeitete Lüders zunächst als Dokumentarfilmer und Hörspielautor für den SWR und WDR und war von 1993 bis 2002 Nahost-Redakteur bei der ZEIT. Von 2002 bis 2003 war er als Berater für die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) tätig.

Seit Januar 2004 ist Lüders als Mitinhaber der Middle East Consulting Group in Berlin freiberuflicher Politik- und Wirtschaftsberater sowie Publizist und Autor. Er hält nach eigenen Angaben Vorträge über „das Spannungsverhältnis zwischen dem Westen und der arabisch-islamischen Welt“ und „Investitionsmöglichkeiten in der arabischen Welt“ und veröffentlicht „Expertisen zur Ursachenforschung islamistischer Gewalt“. Er berät unter anderem das Auswärtige Amt (AA) und erstellt Fachgutachten für die Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Darüber hinaus unterrichtet er im Lehrauftrag am Centrum für Nah- und Mittelost-Studien der Philipps-Universität Marburg und ist zur Zeit (2015/16) Gastdozent am Middle East Center der Sakarya Üniversitesi in der Türkei.“

https://de.wikipedia.org/wiki/Michael_L%C3%BCders

Michael Lüders berät also die deutsche Regierung.

Die Reaktionen auf sein neues Buch „Die den Sturm ernten – Wie der Westen Syrien ins Chaos stürzte“ machen deutlich, dass es in Deutschland unterschiedliche Kräfte gibt, die entweder „weiter so“ oder sich von den USA (zumindest wg. Syrien) absetzen wollen.

 

Markus Lanz

 

Aus der „Propagandaschau“: „Gestern, kurz vor Mitternacht, durften Spurenelemente syrischer Wahrheiten ins ZDF, als Michael Lüders bei einem bemerkenswert aufgeschlossenen Markus Lanz, der sichtlich unter dem Eindruck von Lüders‘ neuestem Buch stand, anlässlich des neuesten Giftgasvorfalls in Chan Scheichun Fakten erläuterte, die mit der westlichen Propaganda der letzten Jahre gründlich aufräumten. Propaganda, die auch Lanz fleißig verbreitet hatte.

Für regelmäßige Leser dieses Blogs gab es zwar wenig Neues, aber für den durchschnittlichen ZDF-Zuschauer präsentierte Lüders das diametrale Gegenteil dessen, was ARD, DLF, ZDF und transatlantische Konzernmedien in den letzten Jahren der Öffentlichkeit über den Krieg in Syrien eintrichtern wollten.“

https://propagandaschau.wordpress.com/2017/04/06/michael-lueders-bei-markus-lanz-syrische-wahrheiten-troepfeln-in-den-mainstream-um-mitternacht/

„Ja, es ist natürlich furchtbar. Wieder einmal sind Dutzende Menschen gestorben durch einen Giftgaseinsatz. Die genauen Hintergründe kennen wir noch nicht; es gibt unterschiedliche Darstellungen des Herganges. Aber klar ist: es sind erneut Menschen gestorben, es ist natürlich grausam, es ist furchtbar und es ist vor allem, wenn man sich in der Geschichte einmal im Rückblick anschaut, festzustellen, dass solche Giftgasangriffe eigentlich regelmäßig erfolgen im Umfeld von großen Syrien-Konferenzen, wie sie jetzt in diesen Tagen auch geführt werden. Und es ist offenbar so, dass die verschiedenen Konfliktparteien Giftgas einsetzen, um den internationalen Druck auf den Machthaber Assad, aber auch das Interesse an Syrien wieder in die Öffentlichkeit zu bringen …

In der westlichen Wahrnehmung ist uns von Anfang an suggeriert worden, es gebe hier das syrische Volk, das gegen den Diktator Assad aufstehe und wir im Westen müssten, um unsere Werte zu verteidigen, an der Seite des syrischen Volkes gegen die Unterdrücker unsere Stimme erheben und sie auch mit Waffen unterstützen. Das mag menschlich verständlich sein, diese Sichtweise, aber sie hat mit der Realität relativ wenig zu tun: es war immer nur ein Teil der syrischen Bevölkerung, der sich gegen das Regime von Baschar al-Assad erhoben hat – nie die gesamte syrische Bevölkerung, vor allem nicht die religiösen Minderheiten. Nicht, weil sie ihn lieben würden, sondern weil sie wissen: wenn der stürzt, kommen nicht die Guten an die Macht, sondern die Dschihadisten. Das, was wir im Westen immer übersehen, ist, dass die sogenannten Aufständischen keine lieben, netten Demokraten sind, sondern Dschihadisten entweder vom Schlage von der al-Nusra-Front oder des Islamischen Staates …

Mittlerweile wissen wir, dass es mit einer sehr großen Wahrscheinlichkeit nicht das Regime war, das für diesen Giftgasangriff verantwortlich war – nicht, dass es ihm nicht zuzutrauen wäre, aber ein Verdacht ist eben noch kein Beweis – und heute gehen eigentlich die Indizien in die Richtung, dass dieser Angriff ein sogenannter „Angriff unter falscher Flagge“ war. Nach allem, was wir bislang vermuten dürfen, und was als gesichert wohl zu gelten hat, war dies eine Zusammenarbeit der Nusra-Front, also einer der übelsten dschihadistischen Gruppierungen, al Qaida-Ableger in Syrien, mit dem türkischen Geheimdienst MIT …

Wir haben dort Oppositionelle unterstützt, die zu 90% aus Dschihadisten bestehen, aus Leuten, die, wenn sie nach Deutschland kämen, sofort sämtliche Sicherheitsorgane auf den Plan rufen würden.“

 

 

Das, was Michael Lüders da sagt und Markus Lanz ihn sagen lässt, ist tatsächlich nichts Neues – aber wie schon die „Propagandaschau“ anmerkt, das genaue Gegenteil dessen, was bislang vom politisch-medialen Komplex verbreitet wurde.

 

Anne Will

 

Das genaue Gegenteil bei der Sendung „Anne Will“. Hier tritt der Mechanismus in Kraft, den der Wurm unter anderem in http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/267-mediale-hinrichtung.html beschrieben hatte.

Aus der „Propagandaschau“: „Die zunehmende Plumpheit, mit der die Propaganda der Staatssender ARD und ZDF die deutsche Öffentlichkeit in die Lügenblase der Bundesregierung zwingen will, verweist auf eine zunehmende Panik hinter den Kulissen. Anne Will hat sich gestern eine besonders perfide Masche ausgedacht, um einen so unbequemen wie fachlich versierten und deshalb inhaltlich kaum angreifbaren Michael Lüders zur besten Sendezeit zu attackieren.

Die wahre Geschichte hinter dem westlichen Krieg tröpfelt auch dank Michael Lüders langsam in die öffentliche Wahrnehmung und entlarvt damit die jahrelange Kriegspropaganda, die von den Staats- und Konzernmedien verbreitet wurde und bis heute hauptsächlich verbreitet wird. Für die ARD hat sich Anne Will etwas Besonderes einfallen lassen, um den Syrienexperten zur besten Sendezeit zu diskreditieren.

Da man Lüders Fakten nicht widerlegen kann und seine schlüssige und plausible Geschichte über die seit Jahrzehnten andauernden Attacken des Westens gegen Syrien der Wahrheit entsprechen, bleibt nur der persönliche Angriff auf den Überbringer der unbequemen Nachrichten und der fiel bei Anne Will so denkbar plump und primitiv aus, dass er vielen Zuschauern die Augen dafür geöffnet haben dürfte, worum es am Sonntag Abend in der ARD zur besten Sendezeit tatsächlich geht.

Schon die Vorstellung der Gäste zu Beginn der Sendung war ein Schaustück der Doppelstandards. Während John Kornblum wie immer als „der ehemalige US-Botschafter in Deutschland“ vorgestellt wurde, hatte sich die Edelpresstituierte der ARD für Michael Lüders etwas ganz besonderes einfallen lassen: „Autor, Politik- und Wirtschaftsberater“ sei er „der behauptet, der Westen habe Syrien ins Chaos gestürzt“.

Die Fokussierung weg vom ‚Experten für Syrien und den Nahen Osten‘, die übliche Vorstellungen für jemanden wie Lüders, hin zum „Wirtschaftsberater“ war kein Zufall, sondern ein Vorgeschmack, der eine Viertelstunde später vertieft werden sollte. Dass Kornblum lediglich 4 Jahre Botschafter war und seit mittlerweile 16 Jahren seine pensionsaufpeppenden Brötchen von der Finanz- und Großindustrie belegen lässt…

…kehrte die Propagandistin Will genauso routiniert unter den Teppich wie Lüders Tätigkeiten als Hochschul-Dozent oder die Tatsache, dass er unter anderem die Bundesregierung berät, was seinen regierungskritischen Darstellungen in den Augen der breiten Öffentlichkeit zusätzliche Seriösität verleihen würde…

Das Ziel war also schon gleich zu Beginn der Sendung, Kornblum als seriösen Diplomaten – der er schon lange nicht mehr ist und vielleicht niemals war – und Lüders als käuflichen „Geschäftemacher“ zu framen, um ihren im Verlauf der Sendung verkündeten unterschiedlichen Botschaften den jeweils gewünschten Beigeschmack zu geben. Als Lüders dann nach knapp einer Viertelstunde erstmalig und als letzter in der Runde zu Wort kommen darf, beginnt Will nicht mit einer Frage an den Experten zur Sache, sondern schüttet ihm zunächst in Form einer Suggestivfrage einen Kübel Propaganda über den Kopf, damit die Zuschauer „wissen“, was sie von Lüders zu halten haben…

Anne Will (atmet tief durch und schaut nochmal auf ihre schriftlich vorbereitete Attacke; ab 14:33min): „Herr Lüders, bevor wir das diskutieren, ob Sie mitgehen oder Sie alle mitgehen bei der Analyse von Herrn Wolffsohn und bei der von Herrn Kornblum, dass ein solcher Schlag [US-Luftangriff auf Syrien] auch was freibrechen kann, möchte ich Sie erst nochmal vorstellen. Wir haben Sie heute bewusst NCHT als einen neutralen Nahost-Experten vorgestellt, sondern als Autor und als Politik- und Wirtschaftsberater. Sie sind – muss man sagen, erklären – ein Geschäftsmann, der sein Wissen an Firmen verkauft, die im Nahen und Mittleren Osten ihre Geschäfte machen wollen. Spielt für Ihre wirtschaftlichen Interessen, oder spielen Ihre wirtschaftlichen Interesssen da ’ne Rolle wenn Sie sagen oder behaupten, dass es der Westen sei, der Syrien ins Chaos gestürzt hat?

Michael Lüders (ist natürlich nicht blöd und erkennt den schmierigen Versuch der Diskreditierung): „Also ich würde ganz gerne auf der sachlichen Ebene analysieren wollen und vor allem darauf abzielen, dass ich vor allem als Autor und Nahost-Experte bestimmte Analysen geleistet habe über die Region, die insofern sicherlich nicht mainstreamkonform sind, als sie eben doch – gerade was Syrien anbelangt – ein bisschen in eine andere Richtung gehen…“

Anne Will „Kurz nochmal nachgefragt, es war nicht falsch, was ich gesagt hatte? Weil Sie sagen, wir wollen sachlich bleiben?“

Michael Lüders „Genau, absolut, natürlich…“

Dieser hinterfotzige Versuch der Diskreditierung ist nicht nur wegen der offenkundigen Doppelmoral im Umgang mit dem Geschäftemacher Kornblum entlarvend, sondern vor allem, weil es sich bei Will selbst um eine Geschäftlemacherin in eigener Sache handelt, die mit ihrer Produktionsfirma Will Media GmbH eine systemkonforme Talkshow für den Staatssender ARD herstellt, für die sie ganz ordentliche Summen einstreicht und den Gästen im Studio, die selbstverständlich alle bereits GEZ-Gebühren zahlen müssen, noch einmal Eintrittsgelder in Höhe von 12 Euro abknöpft.

In welcher Weise für Michael Lüders „geschäftliche Interessen eine Rolle spielen sollen“, wenn er „behauptet, dass es der Westen sei, der Syrien ins Chaos gestürzt hat“, wird wohl Wills Geheimnis bleiben. Hinter der suggestiven Frage steckt auch kein Sachverstand oder das Interesse, die politischen Hintergründe des Syrienkonflikts aufzuklären, sondern einzig der Versuch, Lüders unbequeme Fakten und Thesen zu delegitimieren. Dass ein Berater der Bundesregierung oder westlicher Firmen ein „wirtschaftliche Interesse“ haben könnte, das „eigene Nest zu beschmutzen“, ist darüberhinaus gelinde gesagt eine steile These.

Dass andererseits hinter Wills schmieriger Attacke eigene handfeste Wirtschaftsinteressen stecken, ist offenkundig, denn der verbale Angriff auf den unbequemen Kritiker ist ganz im Sinne ihres Geschäftspartners und Staatssenders ARD. Wills schamhaftes Nesteln mit den eigenen Notizen lässt vielleicht sogar erahnen, dass dieser Angriff nicht auf ihrem Mist gewachsen ist, sondern von ihrem Auftraggeber ARD eingefordert wurde.“

https://propagandaschau.wordpress.com/2017/04/10/ard-vergifteter-angriff-gegen-michael-lueders-durch-anne-will/

Jens Berger: „Das war TV-Talk von seiner allerschlimmsten Sorte. Bereits in der Kurzvorstellung der Gäste der gestrigen Anne-Will-Sendung achtete die ARD darauf, die Glaubwürdigkeit des kritischen Nahostexperten Michael Lüders zu beschädigen. Anstatt als Experte wurde er schlicht als Politik- und Wirtschaftsberater vorgestellt. In der Sendung selbst wurde er dann auch gleich zum „Verschwörungstheoretiker“ erklärt und von den drei geladenen Transatlantikern mit tatkräftiger Unterstützung der Talkmasterin unfair vorgeführt. Währenddessen plauderte sich Verteidigungsministerin von der Leyen mit ihren seltsamen Interpretationen zum Völkerrecht und dreisten Lügen zu Giftgasvorfällen in Syrien um Kopf und Kragen. Dies wurde ihr – wie kaum anders zu erwarten – nicht von der schlecht vorbereiteten und ohnehin komplett derangiert wirkenden Anne Will, sondern vom Linken-Politiker Jan van Aken vorgehalten. Der Rest: Desinformation in Reinkultur …

So gut hat es Michael Lüders nicht. Der Politik- und Islamwissenschaftler war zehn Jahre lang Nahost-Redakteur der ZEIT und gilt als ausgewiesener Experte für diese Region. In dieser Funktion ist er auch als Berater tätig – u.a. für das Auswärtige Amt, für die GTZ und das ehemalige Entwicklungshilfeministerium. Auch wenn es da sicher Interessenkonflikte geben könnte, ist die Spannung zwischen inhaltlicher Positionierung und wirtschaftlicher Tätigkeit bei Lüders viel geringer als bei den allermeisten Gästen deutscher Talkshows. Nichtsdestotrotz wurde Lüders bereits im Vorspann nicht als Nahostexperte, sondern als „Autor, Politik- und Wirtschaftsberater“ vorgestellt. Gastgeberin Will setzte noch einen drauf und versuchte sich bei der persönlichen Vorstellung ihres Gastes mit folgender – von der Karte abgelesener – Erklärung:

„Wir haben Sie bewusst nicht als einen neutralen Nahostexperten vorgestellt, sondern als Autor, als Politik- und Wirtschaftsberater. Sie sind ein Geschäftsmann, der sein Wissen an Firmen weiterverkaufen will, die im Nahen Osten Geschäfte machen wollen. Spielen ihre wirtschaftlichen Interessen da eine Rolle, wenn Sie behaupten, dass es der Westen sei, der Syrien ins Chaos gestürzt hat“.

Kritisch, kritisch, Frau Will. Wann hat man eine solche Frage je von einem deutschen Talkmaster gehört? Aber warum stellt man diese Frage ausgerechnet Michael Lüders? Es wäre ja durchaus auch mal interessant zu wissen, welche persönliche wirtschaftliche Interessen John Kornblum und dessen Auftraggeber und Geschäftspartner haben. Und wenn es schon mal um die „Experten“ geht. Warum entzieht Frau Will nicht den zahlreichen Renten-, Finanz- und Wirtschaftsexperten, die oft direkt in Diensten von Unternehmen mit klar definierten wirtschaftlichen Interessen stehen, ihren „Expertenstatus“? Warum weist man ansonsten nicht darauf hin, dass der vermeintlich neutrale und objektive Herr Professor sein Geld von Unternehmen bekommt, die ganz und gar eigennützige Interessen verfolgen? Das Problem der Interessenkonflikte bei Experten ausgerechnet an Michael Lüders öffentlich abzuhandeln, ist geradezu grotesk … und genau deshalb so erfolgreich. Medien wie SPIEGEL Online übernehmen bereits den Terminus.

Offenbar soll an Michael Lüders ein Exempel statuiert werden. Lüders hat sich in den letzten Jahren immer wieder klar kritisch positioniert und verfolgt in seinen beiden letzten Büchern „Wer den Wind sät“ und „Die den Sturm ernten“ eine klare Linie. Lüders hinterfragt dabei die von den Transatlantikern erzählten Erklärungen über den Nahen und Mittleren Osten und deckt deren Widersprüche auf. Seine Version der Geschichte klingt klar anders und sollte vor allem für kritische Geister ein aufklärender Weckruf sein.

Wer die Wahrheit sagt, braucht ein verdammt schnelles Pferd. Es ist sicher nicht wirklich überraschend, dass das Meinungsmacher-Establishment nun versucht, Michael Lüders´ Ruf zu desavouieren. Die Richtung gab bei Anne Will der bullige John Kornblum vor: „Verschwörungstheorien“ seien es, die Lüders da verbreite, so Kornblum. Eine Begründung dafür blieb freilich aus. Und wer nun denkt, Anne Will hätte ihren Gast gegen diese Attacke unterhalb der Gürtellinie in Schutz genommen, der täuscht sich. Ganz im Gegenteil. Nicht das Opfer, sondern Täter Kornblum bekam von der ARD-Journalistin verbale Rückendeckung. Das nutzte der amerikanische Talkshow-Troll natürlich aus und erklärte dem Publikum dann auch gleich sein Glaubensbekenntnis: „Ihre Version, was im Nahen Osten passiert ist, ist natürlich so wunderbar geschliffen und so wunderbar antiamerikanisch und antiwestlich, dass sie gar nicht stimmen kann“. Anstatt eines Tuschs und eines Narrhallamarschs bekam Kornblum für derlei bemerkenswerten Unsinn von einigen wenigen, dafür umso lautstärkeren Zuschauern donnernden Applaus. Dass die Transatlantiker ihre Claqueure im Studio positioniert hatten, ist sicher auch nur so eine Verschwörungstheorie.

Und so ging es weiter. Vor allem das transatlantische Gästetrio von der Leyen, Kornblum und Wolffsohn spielte sich bei dem Generalangriff auf Lüders´ Glaubwürdigkeit immer wieder geschickt die Bälle zu. Er vertrete „eine Einzelmeinung“, mal hieß es, man „kenne ja seine Thesen“, mal kannte man gleich „seine Methoden“. Und überhaupt – das seien ja die altbekannten Argumente „Syriens und Irans“. Gern baute man dabei verbale Strohmänner auf, auf die man dann gemeinsam mit der Moderatorin einschlug. Dass Lüders diese Dinge nie behauptet hat, spielte dabei gar keine Rolle. In 1:4-Unterzahl konnte Lüders wenig ausrichten.“

http://www.nachdenkseiten.de/?p=37774

 

 

Michael Lüders im Jahr 2013

 

Rupert Neudeck in seinem Buch „Es gibt ein Leben nach Assad – Syrisches Tagebuch“ aus dem Jahr 2013:

„Michael Lüders, mit dem ich mich immer wieder über Syrien unterhalten habe, hat es schon länger vermutet: Assad hat sich in den letzten Monaten auf seine Kerngebiete zurückgezogen und versucht den Küstenstreifen zu sichern, während er den von den Rebellen gehaltenen Teil des Landes aus der Luft bombardiert und damit destabilisiert hat. Assad hat damit nicht den Fehler Ghaddafis begangen und seine Kräfte in einem impulsiven Angriff überdehnt.“

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/230-menschen-fischer.html

Dazu ist zu schreiben, dass Rupert Neudeck in seinem Syrischen Tagebuch über Baschar al-Assad unentwegt schimpft, die Opposition für gut und edel hält (von den später bei ihm auftauchenden Kriminellen mal abgesehen) und auf jene schimpft, die die syrische Regierung verteidigen und beschreiben, dass es sich von Anfang an um einen geplanten Regime-Wechsel des Westens handelt.

Michael Lüders scheint in die letztere Kategorie nicht zu gehören.

Ein paar Monate später ist er zu besserer Einsicht gelangt:

Jasinna in ihrem Video „Die USA, Assad und DIE ROTE LINIE“ aus dem Jahr 2013 zeigt ab Minute 34 (mit Michael Lüders in der Sendung „Beckmann“), dass der Regime-Wechsel in Syrien vom Westen lange vorher geplant war und ab Minute 43 einen „Aktivisten“, der viele Aktivisten ist und in den westlichen Staatsmedien quasi eine Dauerpräsenz hatte. Michael Lüders tritt vernünftig auf und tritt den Bellizisten entgegen:

 

 

„Die den Sturm ernten – Wie der Westen Syrien ins Chaos stürzte“

 

Udo Brandes: „Auch wenn man nicht jede einzelne These von Michael Lüders teilen sollte: Nach der Lektüre seines Buches wird man nur noch milde lächeln können, wenn Ursula von der Leyen oder Angela Merkel mal wieder von der „westlichen Wertegemeinschaft“ sprechen. Und der Öffentlichkeit weismachen wollen, diese „Wertegemeinschaft“ würde in Syrien oder anderswo Freiheit, Demokratie oder Menschenrechte militärisch verteidigen. Es geht immer um knallharte Interessen. Wenn wirklich die genannten Werte eine Rolle spielten, würden westliche Länder nicht ein Land wie Saudi Arabien mit Waffen beliefern. Ein Land, auch das beschreibt Michael Lüders in seinem Buch, das einen grausamen Krieg gegen Jemen führt und dort bewusst zivile Strukturen wie Schulen, Krankenhäuser oder die Wasserversorgung zerstört. Dort habe es bis Ende 2016 schon mehr als 10.000 Todesopfer gegeben. Humanitär sei die Lage vergleichbar katastrophal wie in Syrien. 14 Millionen Menschen litten unter Mangelernährung. Warum wird dieser Krieg in westlichen Medien kaum zur Kenntnis genommen? Vielleicht weil die „westliche Wertegemeinschaft“ dort das Gegenteil von Freiheit, Demokratie und Menschenrechten unterstützt?

Ich kann Michael Lüders Fazit nur zustimmen:

„Der ‚Islamische Staat’ und andere dschihadistische Gewalttäter sind nichts weniger als die Fratze, die uns ein Spiegelbild vorhält, die Quittung präsentiert für ein Jahrhundert Unterwerfung. Baschar al-Assad darf sicherlich als Schwerverbrecher gelten. Aber sind George W. Bush, Dick Cheney, Paul Wolfowitz, Tony Blair oder Nicolas Sarkozy, um eine beliebige Auswahl zu treffen, so viel besser? Wer andere Länder systematisch und gezielt zerstört, der sollte sich nicht wundern, wenn eines Tages die Bomben auch im eigenen Vorgarten hochgehen. Auf diesen Zusammenhang hinzuweisen rechtfertigt keinen Terror, aber es hilft, ihn zu verstehen.“ (S. 166/167)

Was also tun? Diese Frage stellt auch Michael Lüders und empfiehlt, Medien, Politiker und sogenannte Denkfabriken immer wieder kritisch zu hinterfragen. Und verweist auf ein Zitat von Albert Camus: „Ich empöre mich, also sind wir.“

Wer sich nicht von dem moralisierenden Gut/Böse-Schema des medialen und politischen Mainstreams den Blick vernebeln lassen will und sich ein differenziertes Bild vom Syrienkrieg machen möchte, für den ist dieses Buch eine unverzichtbare Lektüre. Es informiert umfassend über die Hintergründe des Syrienkrieges sowie über historische, politische und soziale Entwicklungen der Staaten im Nahen und Mittleren Osten. Ich kann es nur empfehlen.“

http://www.nachdenkseiten.de/?p=37914

 

Machtkampf in Deutschland

 

Michael Lüders hat die Gabe, komplexe Zusammenhänge kurz und verständlich zu beschreiben. Unter anderem beschreibt er in seinem neuen Buch die verhängnisvolle Rolle der USA der letzten Jahrzehnte in der Region und den Jahre vorher geplanten Regime-Wechsel in Syrien.

Alles gut, alles schön. Es gibt allerdings zwei Dinge, die auffallen. Das erste ist, dass er nicht den letzten Schritt geht und somit sich noch innerhalb des politisch-medialen Komplexes befindet.

Den Beginn des Aufstandes beschreibt Michael Lüders folgendermaßen: „Doch es kam, inspiriert von den Revolten in Nordafrika, bereits im Januar und Februar 2011 zu ersten spontanen Protesten in Syrien, zumeist organisiert von kleinen Gruppen junger, überwiegend unerfahrener städtischer Aktivisten, die etwa auf soziale Probleme und die grassierende Korruption aufmerksam machten.“

Da wird also Jahre lang auf einen Regime-Wechsel hingearbeitet und dann kommt es zu „spontanen Protesten“? Sollten die „unerfahrenen städtischen Aktivisten“ etwa nicht von den Experten der westlich gestarteten „Farb-Revolutionen“ (siehe http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/57-boxer-aufstand.html ) instruiert worden sein?

Später schreibt er: „Hätten die ausländischen Assad-Gegner nicht massiv in die innersyrischen Entwicklungen eingegriffen, wäre der Aufstand wohl niedergeschlagen worden. Den Syrienkrieg mit all seinen dramatischen Folgen, den Hunderttausenden Toten, der beispiellosen Flüchtlingsbewegung und dem Terror radikaler Islamisten auch in Europa hätte es in dem Fall nicht gegeben.“

Ähnlich verhält es sich bei dem, was Michael Lüders mit der Überschrift „Chemiewaffen in Syrien: Wäre Washington beinahe Aufständischen auf den Leim gegangen?“ schreibt.

Da tobt also ein Bürgerkrieg mit über 100.000 Toten und mehreren Millionen Flüchtlingen mit massiver Einmischung des Westens.

Dann kommt die „rote Linie“ des US-Präsidenten Barack Obama: wenn die syrische Regierung Giftgas einsetzt, dann, ja dann, werden wir offiziell Syrien angreifen.

Was wird darauf wohl passieren? Wird die syrische Regierung sagen: „ja, nachdem wir die ganze Zeit kein Giftgas eingesetzt haben, dann tun wir es jetzt, damit uns die USA angreifen können?“ Oder werden jene Kopf-Abschneider, die die syrische Regierung bekämpfen, selbst einen Giftgas-Einsatz machen, um ihn der Regierung in die Schuhe schieben zu können?

Oder war diese „rote Linie“ von vorneherein darauf angelegt, einen Vorwand zu liefern, um selbst offiziell für Demokratie und Menschenrechte Syrien bombardieren zu können?

Die syrische Regierung hat gegen ihr eigenes Volk Giftgas eingesetzt? Drei Dinge sprechen dagegen: Brutkastenbabys, Brutkastenbabys, Brutkastenbabys! (siehe http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/190-die-luege-aller-luegen.html ).

Michael Lüders lässt die US-Regierung beim „Überschreiten“ der „roten Linie“ viel zu gut wegkommen.

Er beschreibt zwar die Kooperation des Westens mit den übelsten Dschihadisten, äußert sich aber nicht dazu, dass der „Islamische Staat“ quasi von den USA gegründet wurde. Siehe dazu Rainer Rupp im Interview mit Ken Jebsen: https://www.youtube.com/watch?v=Gj7UuqBK_L8

Das zweite, was auffällt, ist das, das fehlt. Oder nur ganz, ganz am Rande mehr oder weniger unauffällig platziert ist: die Rolle Deutschlands.

Seit 2011 ist Deutschland an Sanktionen gegenüber Syrien beteiligt mit dem ausdrücklichen Ziel, Syrien Schaden zuzufügen. Wer dort etwa Verwandte oder Bekannte hat, hat nicht die Möglichkeit, jenen Geld überweisen zu können. Siehe http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/bericht-aus-der-wirtschaft/172-folge-2.html

Dass Deutschland mittendrin statt nur dabei ist – und das auch noch völkerrechtswidrig – wird von Michael Lüders erst gar nicht erwähnt.

Der Wurm hatte bereits vorher aus dem Syrien-Kapitel von Daniele Gansers Buch „Illegale Kriege“ zitiert:

„Während andere NATO-Länder Syrien schon bombardierten, zögerte Deutschland noch, in den Krieg einzugreifen. Erst nach dem Terroranschlag von Paris kippte die Stimmung. In der Debatte im Bundestag am 4. Dezember 2015 warb der SPD-Abgeordnete Rolf Mützenich für den Krieg und erklärte: „Die Anschläge von Paris werden sich ins europäische Gedächtnis einbrennen“, daher müsse man nun dem Islamischen Staat militärisch entgegentreten. Mützenich zitierte die Resolution 2249 des UNO-Sicherheitsrates und erklärte, die Staatengemeinschaft werde darin aufgefordert, die Bedrohung „mit allen Mitteln zu bekämpfen“, das sei der „Bezug zur Charta der Vereinten Nationen.“ Diese Aussage von Mützenich war irreführend. Denn wer die Resolution 2249 genau durchliest, sieht klar, dass sie Deutschland kein Recht gibt, gegen Syrien Krieg zu führen. Auch die CDU warb für den Krieg im Nahen Osten. Die Europäer müssten „endlich die politische Verantwortung für diese Region, auch im Namen und Interesse unserer eigenen nationalen Sicherheit, annehmen“, forderte der Abgeordnete Norbert Röttgen unter dem Applaus von CDU und SPD …

Willy Wimmer, ehemaliger Staatssekretär im Verteidigungsministerium, langjähriger CDU-Politiker und ehemaliger Vize-Präsident der OSZE, kritisierte die Politik von CDU-Bundeskanzlerin Angela Merkel scharf. Die Entsendung der Bundeswehr in den Krieg nach Syrien sei völlig falsch. Im Gespräch mit dem Berliner Journalisten Ken Jebsen mahnte Wimmer: „Es interessiert die Bundesregierung weder, was in der eigenen Verfassung im Zusammenhang mit dem Verbot des Angriffskrieges steht, noch interessiert die Bundesregierung die Charta der Vereinten Nationen und das Gewaltmonopol. Man muss heute davon ausgehen, dass der Einsatz der Bundeswehr in Syrien nur das Ziel hat, die Charta der Vereinten Nationen in Grund und Boden zu stampfen und den Rest davon zu beseitigen.“ Wimmer erklärte, er sei sehr besorgt und vor allem „erstaunt, dass das Volk so still ist.“

Der Syrienkrieg, das sehe ich genauso wie Willy Wimmer, beschädigt die UNO-Charta ganz erheblich. Mit dem Argument der Terrorbekämpfung ziehen derart viele Staaten in den Krieg, dass es schwierig ist, den Überblick zu behalten. „Was die Bundeskanzlerin macht, nachdem die Vereinigten Staaten mit den völkerrechtswidrigen Kriegen gegen Afghanistan, Irak, Libyen und Syrien angefangen haben, ist doch, die Vereinten Nationen, die als Ergebnis des Zweiten Weltkrieges und des Elends in Europa geschaffen wurden, in Schutt und Asche zu legen“, kritisierte Wimmer. „Von den Vereinten Nationen bleibt dann nichts mehr übrig!“ …

Auf der Website der Bundesregierung wird als Rechtsgrundlage für die deutsche Beteiligung am Syrienkrieg das Recht auf kollektive Selbstverteidigung und Artikel 51 der UN-Charta genannt. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen habe „alle Nationen dazu aufgerufen, die notwendigen Maßnahmen zur Bekämpfung des sogenannten IS in Syrien zu ergreifen (Resolution 2249 vom 20. November 2015).“ Die Webseite führt die Bürger in die Irre. Es entsteht der Eindruck, der Syrienkrieg sei ein legaler Krieg, weil durch die UNO abgesegnet. Doch genau das ist nicht der Fall.

Willy Wimmer erkannte schnell, dass die Resolution 2249 des UNO-Sicherheitsrates einen Kriegseinsatz von Deutschland gegen Syrien nicht rechtfertigt. „Es gibt ja den Begriff des Winkeladvokaten, der offensichtlich eine stringente juristische Argumentation benutzt, um Dinge zu legitimieren, die man unter diesem Himmel nicht legitimieren kann“, so Wimmer im Gespräch mit Ken Jebsen. „Und das, was die Bundesregierung da gemacht hat und was der Bundestag mit großer Mehrheit abgesegnet hat, hat genau diese Qualität ... Das kann man machen, wenn es eine Entscheidung des UNO-Sicherheitsrates gibt, die zur Gewaltanwendung und zum militärischen Einsatz legitimiert. Aber alles, was die Vereinten Nationen im Zusammenhang mit dem IS oder mit der Situation in Syrien und mit den Anschlägen in Paris zu Papier gebracht haben, gibt nichts, gar nichts her für diesen Militäreinsatz. Die Bundesregierung geht hin sehenden Auges und belügt die deutsche Öffentlichkeit... Wir können doch alle lesen und wissen doch, was in diesen Resolutionen drinsteht. Da steht nichts drin, was die Anwendung der militärischen Gewalt durch die Bundesrepublik Deutschland legitimiert!“ …

Indem auch Merkel den Regime Change in Syrien forderte, stellte sie sich hinter die Kriegstreiber USA, Großbritannien, Türkei, Saudi-Arabien und Katar. Das ist illegal. Kein Land darf die Regierung eines anderen Landes stürzen.“

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/253-illegale-kriege.html

Zusammenfassend ist zu sagen: Michael Lüders ist Berater der deutschen Regierung, kritisiert deutlich die USA (aber nicht zu sehr), kritisiert die deutsche Regierung gar nicht bzw. nur sehr am Rande und dann als Bestandteil „des Westens“ oder „der EU“.

Markus Lanz, der all die Jahre das genaue Gegenteil verkündet hat, ist jetzt auf einmal vollkommen auf Michael Lüders Seite.

Zufall? Panne? Ein geläuterter Markus Lanz?

Der Wurm glaubt eher daran, dass es in Deutschland einen Machtkampf gibt wg. des Umgangs mit dem Thema Syrien.

Und geht davon aus, dass es sich bei Michael Lüders um folgendes Muster handelt:

1. Anfangs, als alles nach einem leichten Regime-Wechsel ausgesehen hat, war noch alles dafür (dafür sprechen unter anderem Rupert Neudecks Notizen zu Michael Lüders)

2. Als absehbar ist, dass es doch nicht so einfach ist, kann im einen oder anderen Fall die Wahrheit gesagt werden, je schwieriger es wird, umso mehr

3. Wenn es immer mehr Zweifler an der offiziellen (gelogenen) Position gibt, gibt es immerhin diese eine Person (oder auch mehrere), der die Menschen vertrauen

4. Wenn dann alles schief geht, ist genau diese Person obenauf und genießt das Vertrauen des Volkes – aber nicht diejenigen, die schon von Anfang an gesagt haben, was Sache ist.

In diese Richtung geht das Ganze jetzt. Auch, wenn Michael Lüders von der gegnerischen Seite wie bei „Anne Will“ übelst angegangen wird und aus dieser Ecke das Wort „umstritten“ angehängt bekommt – Michael Lüders ist nach wie vor Teil des politisch-medialen Komplexes und kommt häufig in den offiziellen Medien vor.

Wer von Anfang an sagte, was Sache ist, ist etwa Karin Leukefeld, die deshalb auch von Rupert Neudeck scharf kritisiert wurde. Deshalb ist sie auch kein Bestandteil des politisch-medialen Komplexes und ist weitaus weniger Menschen bekannt.

Hier ist sie im Gespräch mit Ken Jebsen:

 

 

https://www.youtube.com/watch?v=U5Tx_Ua2YpA

https://www.youtube.com/watch?v=UoREOBBDl4s

https://www.youtube.com/watch?v=FGnwqAbCKcs

 

Aktionen der USA

 

Raketen-Angriff

 

Bill Van Auken: „Mit dem Raketenangriff auf Syrien beginnen die USA ein neues Kapitel im Kampf um globale Hegemonie, der vor einem Vierteljahrhundert mit dem Einmarsch in den Irak begann.

Die Behauptung, dieser Angriff sei eine Reaktion auf den angeblichen Giftgasangriff der syrischen Regierung, ist eine durchschaubare Lüge. Die USA haben wieder einmal einen Vorwand geschaffen, um die Souveränität eines fremden Landes zu verletzen. So geschah es bereits 1999 beim Luftkrieg gegen Serbien, beim Einmarsch in Afghanistan 2001 und im Irak 2003 oder beim Angriff auf Libyen im Jahr 2011.

Mit dem Angriff auf Syrien setzen sich die USA einseitig über das Abkommen hinweg, das sie mit Russland im Jahr 2013 ausgehandelt hatten. Damals hatten die USA eine seit langem geplante direkte Militärintervention in letzter Sekunde abgebrochen …

Die Angriffe deuten darüber hinaus an, dass der erbitterte Konflikt über den außenpolitischen Kurs, der seit der Präsidentschaftswahl vom letzten November auf den höchsten Ebenen tobt, zumindest teilweise beigelegt ist. Die Demokraten haben sich, mithilfe mächtiger Akteure in Pentagon und CIA, mit der Forderung nach einem Krieg gegen Syrien und einer verschärften Konfrontation mit Russland durchgesetzt. Die Trump-Regierung musste eine verblüffende Kehrtwende weg von einer Politik vollziehen, die sie nur wenige Tage zuvor öffentlich verkündet hatte.

Besonders beachtlich ist die Geschwindigkeit, mit der diese Entwicklungen vonstatten gegangen sind. Der Raketenangriff auf Syrien begann kaum 48 Stunden nachdem die ersten Meldungen über einen Vorfall in der nordwestsyrischen Provinz Idlib veröffentlicht wurden. In diesem Gebiet, das größtenteils von einem syrischen Ableger der Terrorgruppe al-Qaida kontrolliert wird, sollen etwa 70 Menschen durch Giftgas getötet worden sein.

Buchstäblich Minuten nachdem dieser Vorfall bekannt wurde, gaben die amerikanischen Mainstreammedien der Regierung von Präsident Baschar al-Assad die Schuld. Die Autoren der Leitartikel der New York Times und anderer wichtiger Zeitungen sowie die Kommentatoren in den Nachrichtensendungen hielten sich alle an das gleiche Drehbuch. Sie äußerten moralische Empörung und forderten Vergeltung von Washington. Alles deutet darauf hin, dass die Medien bereits im Vorfeld gründlich auf eine sorgfältig ausgearbeitete Propagandakampagne vorbereitet wurden.

Am Mittwoch folgte Trump dem Narrativ der Medien und erklärte auf einer Pressekonferenz: „Die abscheulichen Taten des Assad-Regimes dürfen nicht toleriert werden.“ Seine UN-Botschafterin Nikki Haley drohte offen mit einer einseitigen Militäraktion der USA. Am Donnerstagabend bekräftigte Trump seine Äußerungen in einer Presseerklärung aus seinem Luxus-Anwesen Mar-a-Lago …

Es gibt keinen Zweifel daran, dass der Vorfall in Syrien ein konstruierter Vorwand ist, um eine seit langem geplante Militärintervention zu beginnen. Wenn man herausfinden will, was wirklich in Idlib passiert ist, muss man zuerst bei der entsprechenden CIA-Abteilung suchen, die für schmutzige Operationen in Syrien und die Koordination mit den amerikanischen Stellvertretertruppen rund um al-Qaida verantwortlich ist.

Man hat diese Vorgehensweise schon so oft erlebt, dass es kaum die Zeit wert ist, die offizielle Darstellung zu widerlegen. Vor 14 Jahren haben die USA ihren Einmarsch im Irak mit Lügen über Massenvernichtungswaffen gerechtfertigt. Dies war der Beginn eines schrecklichen Blutvergießens, das bisher mehr als eine Million Todesopfer gefordert und viele weitere Millionen Menschen zu Flüchtlingen gemacht hat. Im Jahr 2011 dienten ähnliche Lügen als Vorwand für den Nato-Krieg in Libyen.

Die Medien verlieren nicht eine Silbe über diese bekannten Präzedenzfälle. Auch die Tatsache, dass die USA in diesem neuen Krieg im Bündnis mit al-Qaida kämpfen, wird verschwiegen. Die Tage des „Embedded Journalism“ während des Irakkriegs müssen einem dagegen fast harmlos erscheinen. Die Medien haben nun jeden Anschein aufgegeben, unabhängigen Journalismus zu betreiben.

Amerikas herrschende Oligarchie hat einen weiteren Angriffskrieg gefordert, um ihre Hegemonie über den Nahen Osten zu sichern und seine regionalen und globalen Rivalen zurückzudrängen, insbesondere den Iran und Russland …

Der abrupte Kurswechsel der Trump-Regierung ist ein Ausdruck des immensen Drucks, mit dem die kapitalistische herrschende Klasse der USA auf Krieg drängt. Nur wenige Tage vor dem Vorfall in Idlib hatten Vertreter der Regierung erklärt, Assads Herrschaft in Syrien sei eine Tatsache, die man hinnehmen müsse. Trump selbst hat sich mehrfach gegen Obamas Syrienpolitik ausgesprochen und betont, das einzige Ziel der USA sollte der Kampf gegen den Islamischen Staat im Irak und Syrien (IS) sein.

Bei den erbitterten Vorwürfen der Demokraten und ihrer verbündeten Medien, wie der New York Times, gegen Trump ging es genau um diese Frage: seine angebliche Schwäche gegenüber der syrischen Regierung und – noch wichtiger – gegenüber deren wichtigstem Verbündeten Russland …

Weder im Kongress, noch in den Medien findet sich eine einzige kritische Stimme gegen den Krieg. Es findet nicht einmal der Anschein einer Debatte statt. Demokraten, die Trump noch gestern verteufelt haben, stellen sich jetzt zusammen mit den Republikanern hinter ihn und unterstützen ihren „Oberbefehlshaber“ und das Militär. Beispielhaft ist hierfür ein häufiger Kritiker Trumps, der demokratische Abgeordnete Adam Schiff aus Kalifornien. Er erklärte, er fühle sich „sicherer mit dem Wissen, dass sich Trump auf General Mattis und General McMaster verlässt“.

Der ehemalige demokratische Präsidentschaftskandidat, selbst ernannte „demokratische Sozialist“ und Anführer des angeblich „progressiven“ Flügels der Demokratischen Partei, sagte nichts über die Kriegspläne, weil er sie befürwortet.

Der gesamte Widerstand der Demokraten gegen Trump beruhte auf dieser Frage. Im Interesse einer einheitlichen Linie über die Kriegsfrage wird jede Kritik an Trumps Hetze gegen Immigranten, Abschiebungen und den umfassenden Angriffen auf demokratische Rechte schnell verstummen.“

https://www.wsws.org/de/articles/2017/04/08/pers-a08.html

 

Plötzlich Liebling der Medien

 

Franz Alt: „Der bisher bestgehasste US-Präsident ist plötzlich der Liebling auch der "kritischen" Journalisten.

Der alte Kriegsreflex funktioniert in den USA noch immer: Während in Deutschland die Mehrheit der Befragten Trumps Raketen-Beschuss eines syrischen Flughafens ablehnt, wird er in den USA von Freund und Feind dafür gelobt und geliebt. Jetzt erst sei er "Präsident der Vereinigten Staaten" - lautet das Echo.

Präsident wird erst, wer beweist, dass er Krieg führen kann. So zum Beispiel der bisherige Trump-Kritiker Brian Williams vom Fernsehsender MSNBC: Die 59 Marschflugkörper seien "wunderschön" gewesen - so "wunderschön" wie Trump zuvor die vom Giftgas getöteten Babys fand. Oder auch die sonst Trump-kritische "New York Times", die durch den Raketen-Einsatz "eine Wende seiner Präsidentschaft" sieht. Trump als Friedensengel, der "wunderschöne Babys" rächt.

Der bisher bestgehasste US-Präsident ist plötzlich der Liebling auch der "kritischen" Journalisten. Auf dieselbe wundersame Weise wurde schon George H. W. Bush sen. zum Liebling der US-Journalisten als er 1991 den Irak-Krieg begann, und ebenso sein Sohn George W. Bush jun., der seinen Irak-Krieg 2003 mit einer Lüge rechtfertigte. 99% der US-Journalisten applaudierten, anstatt kritische Fragen zu stellen.

Bush hatte sich bei seinem Krieg sogar auf seinen "Freund Jesus" berufen. Dass durch die jüngste Trumpsche Raketen-Aktion 15 Menschen starben, ist in den US-Medien so gut wie kein Thema. Der Giftgas-Angriff war natürlich "böse", aber "unsere" Rache mit 59 Tomahawk-Raketen ist natürlich "gut". Die möglichen Folgen dieser Aktion werden verdrängt.

Der Kolumnist Sam Sacks twitterte: "Er musste einen Krieg anfangen." Über einen Präsidenten, der komplett von seinen Stimmungen abhängig ist, macht sich kaum ein US-Journalist Gedanken. Und schon gar nicht, dass diese Stimmungskanone Trump auch über einen Einsatz von Atombomben verfügen kann.

Journalisten sollten Regierungen kritisieren und kontrollieren. Stattdessen geben sich die meisten US-Medien wieder einmal als einfallsloses Sprachrohr eines Kriegs-Präsidenten, der keine Idee hat, wie er zur Beendigung dieses Konflikts beitragen kann.

Wann je wurde durch noch mehr Raketen und Waffen ein Krieg beendet? Reicht es immer noch nicht, dass sich bisher in Syrien mehr als 20 Kriegsparteien gegenseitig bekämpfen? Seit wann ist Rache ein guter Ratgeber für eine bessere Zukunft?

Kritikloser Beifall statt kritischer Fragen und Kontrolle: Das ist der publizistische Skandal hinter dem Skandal-Präsidenten Donald Trump.“

https://www.heise.de/tp/features/Trump-Der-beliebte-Kriegspraesident-3681329.html

 

Eigene Anhänger sind verärgert

 

Nachdem Donald Trumps Anhänger als „Weisser Müll“ verunglimpft wurden (siehe http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/254-weisser-muell.html ), wird jetzt eine andere Seite von ihnen sichtbar und es wird deutlich, weshalb Donald Trump im Gegensatz zu Hillary Clinton gewählt wurde:

„Gleichzeitig hat sich Trump in eine riesige Glaubwürdigkeitsfalle manövriert, die vor allem außerhalb der professionellen Politikblase, im harten Kern seiner Anhängerschaft, Spuren hinterlässt. Trump-Fans wenden sich ab, reagieren empört auf Trumps radikalen Kurswechsel, werfen ihm Wortbruch vor.

Denn bis zu dem Angriff von Chan Scheichin, bei dem ganze Familien ausgelöscht wurden, galt Trump als Gegner einer militärischen Intervention in Syrien.

"Don't attack Syria", brüllte Trump jahrelang in jedes Mikrofon. "Wir müssen uns aus Syrien raushalten, und aus allen anderen Ländern, die uns hassen", twitterte Trump 2013, oder er warnte vor einer "globalen Hölle", die nach einem Syrieneinsatz drohe.

Trumps Leitspruch im Wahlkampf, "America First", propagierte auch eine Abkehr der USA von ihrer Rolle als militärische Schutz- und Eingriffsmacht. Der Luftschlag in Syrien bricht nun mit diesem zentralen Motiv.

Ein Teil von Trumps treuesten Anhängern, die im Wahlkampf aggressiv für ihn trommelten, fühlt sich deshalb getäuscht. Websites und Kommentatoren, die sonst stets als Parolenlautsprecher zur Seite standen, verurteilten den Luftschlag scharf.

"Mr. President, mutieren Sie nicht zu Bush III", schreibt die konservative Seite Daily Caller. "Radieren ein paar Bilder unschuldiger Toter wirklich alle Logik aus, die Sie im Wahlkampf an den Tag gelegt haben?"

Paul Joseph Watson, Autor für die ultrarechte Verschwörungstheorie-Seite Infowars, twitterte: "Ich bin offiziell RAUS aus dem Trump-Zug." Die rechtskonservative Publizistin und bisherige Trump-Unterstützerin Ann Coulter zeigte sich fassungslos, warf Trump eine Abkehr seiner Prinzipien vor.

Auf dem rechtspopulistischen Portal Breitbart kommentieren Zehntausende, darunter viele, die mit Trump brechen wollen. "Trump schuldet uns eine Erklärung. Das ist nicht, wofür ich ihn gewählt habe", schreibt einer, "90 Prozent von uns haben ihn nicht deshalb gewählt", antwortet ein anderer Nutzer, und an Trump gerichtet: "Ich möchte mein Geld zurück, du bescheuerter Idiot."

Es ist nicht das erste Mal, dass Trump seine Anhänger verprellt. Erste Ernüchterungstendenzen waren bereits zu beobachten, nachdem Details seiner Gesundheitsreform bekannt wurden. Das Gesetz sollte Bürger mit niedrigen Einkommen benachteiligen - jene Gruppe, in der Trump bei der US-Wahl besonders gepunktet hatte.

Der Luftschlag in Syrien ist jedoch um ein Vielfaches greifbarer als komplizierte Paragrafen. Er könnte nachhaltig an der Substanz der verbliebenen Trump-Euphorie kratzen.“

http://www.spiegel.de/politik/ausland/luftschlag-in-syrien-us-praesident-donald-trump-erzuernt-seine-anhaenger-a-1142406.html

Mensch beachte in dem Artikel die Wortwahl: „Aggressives Trommeln“, „Parolenlautsprecher“, „ultrarechte Verschwörungstheorie-Seite“, „rechtspopulistisch“.

Bei allem Respekt: dem Wurm sind rechte Spinner, die Frieden wollen, um einiges lieber als angenehme Menschen von links oder aus der Mitte, die Krieg und damit Menschen töten wollen.

 

Ablenkungs-Manöver?

 

Donald Trump bestreitet jedoch eine Änderung seiner Syrienpolitik: mit dem Raketen-Angriff soll es das erst mal gewesen sein und keine weiteren Folgen haben:

https://www.heise.de/tp/features/Trump-bestreitet-Aenderung-seiner-Syrienpolitik-3684027.html

Und Florian Rötzer fragt sich „Warum hat Russland die Tomahawks nicht mit dem in Syrien stationierten S-400 Luftabwehrsystem angegriffen?“

https://www.heise.de/tp/features/Warum-hat-Russland-die-Tomahawks-nicht-mit-dem-in-Syrien-stationierten-S-400-Luftabwehrsystem-3683280.html

Klar ist, dass Russland vorher vom Angriff seitens der USA informiert wurde.

Es sieht sehr danach aus, als ob aus innenpolitischen Gründen „etwas“ Militärisches unternommen werden „musste“. Tatkraft wird gezeigt, aber nur relativ geringer Schaden angerichtet.

Die Aktion war erfolgreich: wurde Donald Trump davor vom westlichen politisch-medialen Komplex einhellig verdammt, wird er jetzt einhellig gelobt.

Selbst wenn jetzt in Syrien halbwegs Ruhe sein sollte: sollte es in den USA eine massive innenpolitische Krise geben, ist der Ausweg vorgezeichnet: das Führen eines Krieges.

Das ist alles andere als beruhigend.

Zum Schluss noch Ausschnitte vom Film „Wag the Dog“ aus dem Jahr 1997:

 

 

 

 

Dada

 

„Zu viel Dünger auf dem

Feld geht erst ins Wasser,

dann ins Geld“

 

„Haut Ackergift die

Pflanzen um, bleiben auch

Die Vögel stumm“

 

Das waren die Bauernregeln Nr. 3 und 4 aus dem dadaistischen Bundesumwelt-Ministerium.

http://www.sueddeutsche.de/panorama/umweltministerium-streit-um-neue-bauernregeln-des-umweltministeriums-1.3363780

 

 

 

In Loreto befindet sich das „Heilige Haus der Muttergottes“, jenes Haus, in dem Maria geboren wurde, aufwuchs und die Verkündigung der Geburt Jesu durch den Erzengel empfing.

Im 13. Jahrhundert wurde das Haus von Engeln in die Luft gehoben, landete erst in Dalmatien, dann bei Recanati und schließlich im heutigen Loreto. Dort wurde das Haus mit Marmor ummantelt und eine Basilika drum herum gebaut.

Der Dadaist Papst Benedikt XV. ließ es sich nicht nehmen, im Jahr 1920 die Muttergottes zur Schutzpatronin aller Flugreisenden zu erklären.