„Die Veröffentlichung einer umfangreichen Sammlung von CIA-Dokumenten durch WikiLeaks überschattete am Dienstag die erbitterten Fraktionskämpfe im US-Staatsapparat, in dem die eine Seite behauptet, russische Hackerangriffe hätten Trumps Wahlsieg ermöglicht, und die andere Seite Obama vorwirft, er habe Trump abhören lassen.

WikiLeaks hat insgesamt 8.761 Dokumente veröffentlicht, nach eigenen Angaben die „größte Veröffentlichung von Geheimdienstdaten der Geschichte.“ Die Dokumente enthüllen ein riesiges System von Überwachung, Hacking und Cyberkriegsführung, das sich gegen die Bevölkerung der USA und der ganzen Welt richtet.

Die Enthüllungsplattform bezeichnet den ersten Teil der Veröffentlichungen als „Year Zero“ und erklärt, sie werde im Rahmen eines größeren Projekts namens „Vault 7“ noch weitere CIA-Daten veröffentlichen.

Die Daten stammen aus dem Center for Cyber Intelligence der CIA. Diese riesige und weitgehend unbekannte Abteilung des US-Geheimdienstes beschäftigt etwa 5.000 Hacker, teils CIA-Agenten, teils Mitarbeiter von Fremdfirmen. Ähnlich wie im Fall von Edward Snowden, der 2013 Geheimdokumente über die weltweiten Spionageaktivitäten der NSA enthüllt hatte, stammen auch die CIA-Dokumente offenbar von einem ehemaligen Hacker der CIA oder dem Mitarbeiter einer Fremdfirma, der über das Ausmaß und den Zweck der Cyberkriegsmaßnahmen der CIA erschrocken ist.“

https://www.wsws.org/de/articles/2017/03/09/pers-m09.html

„Dass es wieder einmal einen US-Dienst „erwischt“ hat, ist natürlich kein Zufall. Mit Sicherheit versuchen auch französische, deutsche, russische, chinesische, indische oder albanische Dienste an derlei Techniken zu kommen … offenbar sind die USA da aber tatsächlich eine Klasse für sich, was freilich auch etwas mit den unglaublichen Mitteln zu tun hat, die den US-Diensten zur Verfügung stehen.“

http://www.nachdenkseiten.de/?p=37327

„WikiLeaks will vor allem auf die Probleme hinweisen, die mit bislang nicht kontrollierbaren Cyberwaffen-Programmen verbunden sind. Cyberwaffen seien, wenn sie einmal entwickelt wurden, schwer unter Kontrolle zu halten. Sie könnten von jedem entwendet oder kopiert werden, zumal die Menschen, die sie entwickeln, auch wissen, wie sie Kopien herstellen können, ohne Spuren zu hinterlassen. Das sei auch deswegen ein gefährliches Problem, weil es einen Schwarzmarkt gibt, auf dem Kriminelle, Militärs oder Geheimdienste viel Geld für Cyberwaffen zahlen. Es habe bei den Geheimdiensten und Auftragnehmern wie Booz Allan Hamilton durch Insider bereits einige Datendiebstähle gegeben (was auch der eigene Leak beweist). Im Februar wurde Harold Martin angeklagt, 50.000 Gigabytes von geheimen CIA- und NSA-Programmen gesammelt zu haben.“

https://www.heise.de/tp/features/WikiLeaks-stellt-CIA-wegen-umfangreicher-Hackprogramme-an-den-Pranger-3646552.html

 

WikiLeaks

 

Aus „Wikipedia“: „Die Website WikiLeaks (häufig auch Wikileaks; von hawaiisch wiki „schnell“ und englisch leaks „Lecks“, „Löcher“, „undichte Stellen“) ist eine Enthüllungsplattform, auf der Dokumente anonym veröffentlicht werden (Whistleblowing), die durch Geheimhaltung als Verschlusssache, Vertraulichkeit, Zensur oder auf sonstige Weise in ihrer Zugänglichkeit beschränkt sind. WikiLeaks setzt dabei ein grundsätzliches öffentliches Interesse an den Informationen voraus.

Das Projekt gibt an, denen zur Seite stehen zu wollen, „die unethisches Verhalten in ihren eigenen Regierungen und Unternehmen enthüllen wollen“. Dazu wurde nach eigenen Angaben ein System „für die massenweise und nicht auf den Absender zurückzuführende Veröffentlichung von geheimen Informationen und Analysen“ geschaffen. Das System, welches das Hochladen von Dateien ermöglicht, wird über das Anonymisierungsnetzwerk Tor realisiert.“

https://de.wikipedia.org/wiki/WikiLeaks

Hier geht’s zur Seite von „WikiLeaks“:

https://wikileaks.org/

 

Das Treiben der CIA

 

Gegen Einzelpersonen

 

„Aus den Beschreibungen der Programme in den Dokumenten geht laut WikiLeaks hervor, dass die CIA „mehr als eintausend Hacker-Systeme, Trojaner, Viren und andere Arten von 'als Waffen eingesetzter' Malware“ entwickelt hat. Mit diesen Schadprogrammen kann die CIA die Kontrolle über elektronische Geräte übernehmen, u.a. über iPhones und andere Apple-Produkte sowie Geräte, die mit dem Google-Betriebssystem Android (das von 85 Prozent aller Smartphones benutzt wird) und Microsoft Windows laufen. Bei derartigen Hackerangriffen kann die CIA auch Daten abfangen, bevor sie in Social-Media-Plattformen wie WhatsApp, Signal, Telegram, Wiebo, Confide oder Cloackman verschlüsselt werden.

Scheinbar hat die CIA außerdem als Waffen genutzte „Zero Day-Exploits“ gesammelt, mit denen sie nicht identifizierte Schwachstellen in einer ganzen Reihe von Geräten ausnutzen kann, bevor diese von den Herstellern entdeckt und korrigiert werden. Die Obama-Regierung hat offenbar ein Prüfverfahren etabliert, in dessen Rahmen die Geheimdienste Hersteller über einen Großteil der Schwächen in ihrer Software informieren, aber einige gezielt verschweigen, um diese selbst auszunutzen. Diese Praxis sollte vorgeblich die amerikanischen Unternehmen vor dem Verlust von Marktanteilen im Ausland schützen. Doch das Ausmaß der CIA-Cyberwaffensammlung macht deutlich, dass dieses Programm von Anfang an eine Mogelpackung war.

Die CIA hat u.a. ein Programm mit dem Codenamen „Weeping Angel“ entwickelt, das Smart-TVs von Samsung in Geräte verwandelt, die aus George Orwells 1984 stammen könnten. In dem Roman dienen „Teleschirme“ als Fernseher, um die Reden des „Großen Bruders“ zu übertragen, und als Sicherheitskameras, mit denen die „Gedankenpolizei“ jedes Wort und jede Bewegung des Zuschauers überwacht. Aktuell können die Samsung Smart-TVs durch die Überwachungstechnik in einen „fake off“- Modus geschaltet werden, in dem sie scheinbar ausgeschaltet sind, tatsächlich aber die Gespräche im Raum über das Internet an einen verborgenen CIA-Server übermitteln.“

https://www.wsws.org/de/articles/2017/03/09/pers-m09.html

„In Zeiten von Skype, iPhone, Alexa, Siri, Bordcomputern im Auto und internetfähigen Fernsehgeräten, Waschmaschinen und Mikrowellen sind wir von Geräten umgeben, die man mit einem kleinen Hack zu Überwachungstechnik umfunktionieren kann, mit der jeder unserer Schritte, jede unserer Gesten und jedes unserer Worte protokolliert werden kann. Ach ja – nebenbei hat Wikileaks auch veröffentlicht, dass das US-Konsulat in Frankfurt am Main offenbar eine verdeckte Hacker-Basis betreibt. Und wo bleibt der Aufschrei? Keine 12 Stunden nach der Veröffentlichung auf Wikileaks haben die Medien schon wieder auf Alltag umgeschaltet. SPON berichtet von russischen Verschwörungstheorien, die Süddeutsche echauffiert sich über das Frauenbild der „Populisten“ und die WELT lobt Ungarns Umgang mit den Flüchtlingen. Anders die NZZ, die sich mächtig aufregt … und zwar über das böse Wikileaks, das sich „erneut in russische Pläne hat einspannen lassen“ und „die USA und ihre Verbündeten“ attackiert. Nicht die Verantwortlichen, sondern die Überbringer der schlechten Nachrichten stehen mal wieder im Fokus des medialen Zorns. Wahnsinn.

Das Smartphone, das gerade eben neben ihnen liegt, könnte theoretisch auch eine sehr smarte Wanze sein. Es hat ein Mikrofon, eine Kamera, einen GPS-Empfänger, es kann ihre Mails und ihre Chatnachrichten lesen, ihre Schritte tracken und ein lückenloses Bewegungsprofil von ihnen erstellen. Über Funk und WLan lassen sich diese Daten auch mühelos auslesen, wenn man denn Zugriff auf die Technik hat. Und Hand aufs Herz – würden sie einen größeren Betrag darauf wetten, dass die US-Dienste keinen Zugriff auf diese Informationen und keinen Zugriff auf die Hardware in ihrem Smartphone haben? Wenn ja, dann schauen Sie sich doch bitte vorher noch einmal die Dokumente von Wikileaks an. Das Apple-Smartphone- und –Tablett-Betriebssystem iOS steht bei der CIA mit zahlreichen Schwachstellen auf der Geräteliste und der große Konkurrent Android sieht mit seinen zahlreichen Zero-Days , Exploits und weiteren Schwachstellen kaum besser aus. Laut Wikileaks setzt sich das Hacker-Arsenal der CIA dabei sowohl aus Eigenentwicklungen als auch aus Zukäufen und Zulieferungen vom GCHQ, von der NSA, vom FBI oder von privaten Entwicklern von Hacking-Tools zusammen. Und dieses Arsenal ist durchaus beeindruckend. Es ist übrigens davon auszugehen, dass nicht nur das CIA über diese Techniken verfügt. Die NSA dürfte über ein mindestens genau so großes Arsenal verfügen und auch das britische GCHQ wird sicher beim großen Lauschangriff nicht außen vor bleiben.

Es sind dabei keinesfalls „nur“ die Smartphones, die bei CIA und Co. auf der Liste der Ziele stehen. Wenig überraschend dürfte sein, dass der Großteil der verfügbaren Tools immer noch auf Software für Windows, Mac OS und Linux basiert – angefangen bei Programmen für die Steuererklärung, über Browser, Mail- und Konferenzprogramme, bis hin zu Spielen, Sicherheits- und Anti-Viren-Lösungen. Überraschender ist da schon, dass auch die Software, die auf einigen Fernsehgeräten und in zahlreichen Autos läuft, von der CIA vorsätzlich manipuliert wird. Dass sie in ihrem eigenen Auto von der CIA abgehört werden und die Software ihres Autos (VSEP) auch auf Befehl von CIA-Hackern ihr Auto gegen einen Baum steuern könnte, war bislang nur in Spionage-Thrillern, wie Michael Lüders prophetischen „Never Say Anything“ zu lesen. Wenn die Techniken, die Wikileaks in seinem „Vault 7“ aufdeckt, wirklich existieren und funktionieren, ist genau dies schon heute möglich.

Im Zentrum der Hacking-Aktivitäten scheint jedoch die smarte Unterhaltungselektronik zu stehen. Über das Projekt „Weeping Angel“ hat die CIA eine Software entwickelt, die smarte Fernsehgeräte von Samsung in einen „Fake-Off-Modus“ versetzt, dem Nutzer also vorgaukelt, dass das Gerät ausgeschaltet sei. In Wirklichkeit zeichnet Samsungs Fernseher jedoch über die Mikrofone auf, was sie sagen, und kann sie mit den implementierten Kameras, die für Videokonferenzen gedacht sind, auch filmen. Wie war das noch mit der abgeklebten Kamera und der Paranoia?

Genau diese Technik ist es auch, die uns besonders beunruhigen sollte. Und dies aus gleich mehreren Gründen. Zum Einen ist die Updatefrequenz der Software auf smarten Elektrogeräten wesentlich langsamer als auf Computern oder Smartphones. Schwachstellen wie Zero-Days oder Exploits bleiben so mitunter jahrelang erhalten, sodass die Dienste es besonders einfach haben, auf diese Geräte zuzugreifen. Zum Anderen sind derlei smarte kleine Helfer absolut im Trend. Vor allem die Stimmerkennung gilt als eine Zukunftstechnik mit großem Potential. Was heute als Siri, Alexa, Google Assistant oder Cortana auch bereits auf TV-Boxen, Fernbedienungen, Lautsprechern und anderen Home-Elektronik-Geräten läuft, wird schon bald in unzählige Geräte des Alltags implementiert sein. Ein Albtraum für Datenschützer, ein Traum für Hacker im Dienst der Dienste.“

http://www.nachdenkseiten.de/?p=37327

 

Illegal in den USA

 

„Laut WikiLeaks sind zahlreiche Angaben in den veröffentlichten Dokumenten geschwärzt worden, darunter Computercodes für Cyberwaffen und die Identitäten von „zehntausenden CIA-Zielen und Angriffsmaschinen in Lateinamerika, Europa und den USA“.

Dass es in den USA „Ziele“ gibt, deutet darauf hin, dass die CIA eine umfassende Überwachung der Bevölkerung betreibt und damit gegen ihre eigenen Statuten verstößt.“

https://www.wsws.org/de/articles/2017/03/09/pers-m09.html

„WikiLeaks berichtet über ein weiteres Handlungsfeld, das aus den Dokumenten hervorgeht: „Im Oktober 2014 arbeitet die CIA außerdem an der Infizierung von Steuersystemen, die in modernen Autos und Lastwagen benutzt werden.“ Hierzu heißt es bei WikiLeaks: „Der Zweck einer derartigen Kontrolle wird zwar nicht näher geschildert, aber die CIA könnte damit fast unentdeckt Morde verüben.“

WikiLeaks erwähnt diesen Fall zwar nicht, aber nach dem tödlichen Unfall des Journalisten Michael Hastings im Jahr 2013 in Los Angeles gab es zahlreiche Spekulationen über ein derartiges Szenario. Hastings arbeitete kurz vor seinem Tod an einem Bericht über Obamas CIA-Direktor John Brennan und hatte zuvor einen Artikel veröffentlicht, wegen dem Stanley McChrystal als Oberbefehlshaber in Afghanistan abgesetzt wurde. Vor dem Unfall hatte er seinen Kollegen mitgeteilt, er werde von der Regierung überwacht. Er hatte außerdem eine Nachbarin gebeten, ihm ihr Auto zu leihen, da er fürchtete, sein eigenes Fahrzeug könnte manipuliert worden sein.“

https://www.wsws.org/de/articles/2017/03/09/pers-m09.html

„Ähnlich äußerte sich die New York Times spöttisch, das Weiße Haus mache sich „Sorgen, dass ein 'Staat im Staate' am Sturz von Präsident Trump arbeitet“. Damit spielt die Zeitung auf Trumps Vorwurf an, er sei während des Wahlkampfs überwacht worden.

Die Times behauptet, ein solcher Verdacht sei vielleicht mit Blick auf Länder wie Ägypten, die Türkei oder Pakistan angemessen, aber nicht für die USA. Er deute auf „ein undemokratisches Land hin, in der rechtliche und moralische Normen ignoriert werden“.

In Wirklichkeit ist der „Staat im Staate“ in den USA größer und mächtiger als irgendwo sonst auf der Welt und Schirmherr für ähnliche Militär- und Geheimdienstkomplexe in Ländern wie Ägypten, der Türkei und Pakistan. Und was die „rechtlichen und moralischen Normen“ angeht, so bieten die jüngsten Enthüllungen über die CIA einen Einblick in die tatsächlichen Methoden des amerikanischen Staates.“

https://www.wsws.org/de/articles/2017/03/09/pers-m09.html

„Die Demokraten fordern die Einsetzung eines Sonderermittlers, der die angebliche russische „Einflussnahme“ auf die Wahl untersuchen soll. Diese Forderung soll die USA auf ihrem Kriegskurs gegen Russland halten und den Widerstand der Massen gegen Trump in reaktionäre Kanäle lenken. Trump hingegen fordert eine Untersuchung der angeblichen Überwachung seiner Telefon- und Internetkommunikation. Doch keine der beiden Seiten fordert Ermittlungen wegen der Spionageoperationen der CIA. Demokraten und Republikaner sind sich darin einig, dass solche Polizeistaatsmaßnahmen notwendig sind, um das krisengeschüttelte kapitalistische System gegen die Gefahr einer sozialen Revolution der Arbeiterklasse zu verteidigen.“

https://www.wsws.org/de/articles/2017/03/09/pers-m09.html

 

Falsche Flagge

 

„Das absolute Albtraum-Szenario, bei dem die Dienste ohne großen Aufwand in jedem Auto, jedem Gebäude und via Smartphone sogar in der freien Wildnis jeden Menschen nach freiem Belieben abhören können, ist vielleicht gar nicht mehr so weit und in einzelnen Fällen sicher bereits Realität. Die Wikileaks-Enthüllungen gehen jedoch noch einen Schritt weiter. Nach Aussagen ehemaliger CIA-Mitarbeiter zeigen die Dokumente auch auf, dass die Software in der Lage ist, falsche Fährten zu legen. „Wenn man einen Cyberangriff durchführt, möchte man nicht, dass draufsteht ‚Made in USA´“, so der ehemalige CIA-Arbeiter Philipp Mudd gegenüber tagesschau.de. Die ARD-Nachrichtenmacher lassen dieses Zitat so im Raum stehen. Was aber bedeutet diese – nicht unbedingt neue – Erkenntnis im Kontext zur aktuellen Debatte rund um die angeblichen Hacking-Aktivitäten der Russen? Wir befinden uns offenbar noch ganz am Anfang einer viel größeren Debatte über digitale Forensik und die Unmöglichkeit, digitale Beweise abseits der allmächtigen Geheimdienste zu bewerten.“

http://www.nachdenkseiten.de/?p=37327

„Eine weitere politisch relevante Enthüllung durch WikiLeaks betrifft ein CIA-Programm namens „Umbrage“. Im Rahmen dieses Programms hat die CIA eine umfangreiche Sammlung von Schadsoftware und Techniken für Cyberangriffe angelegt, die in anderen Ländern entwickelt wurden, u.a. in Russland. Mit diesen „gestohlenen“ Werkzeugen kann die CIA ihre eigenen Angriffe so aussehen lassen, als hätten andere Länder sie verübt. Die Existenz eines solchen Programms entzieht der hysterischen Kampagne um angebliche russische Hackerangriffe auf die US-Demokraten den Boden.

Die Demokratische Partei konzentriert ihre Kritik an Trump weiterhin auf seine angeblichen Beziehungen zu Russland – keineswegs reibt sie sich an der reaktionären Politik der Regierung gegen Immigranten und die Arbeiterklasse als Ganzes. Gleichzeitig werden die Enthüllungen von WikiLeaks von Teilen der Medien als ein weiteres russisches Komplott abgetan.“

https://www.wsws.org/de/articles/2017/03/09/pers-m09.html

„Zu den sicher wichtigsten Erkenntnissen einer ersten Analyse gehört nach einhelliger Meinung von Experten auch die Bestätigung einer seit langem gehegten Vermutung. Die Leaks offenbaren, dass die CIA sich systematisch die Fähigkeit zugelegt hat, Cyberangriffe unter falscher Flagge durchzuführen.

Natürlich können die US-Geheimdienste, die mit Hochtechnologie und IT-Genies bestens ausgestattet sind, schon lange rund um die Welt Computersysteme ausspionieren. Dies tun sie entweder unbemerkt oder zumindest unerkannt. Das ist die eine Seite der Medaille.

Die andere ist, dass die CIA es für genauso wichtig hält, in bestimmten Fällen Cyberangriffe zu lancieren, die mit veralteten Methoden oder obsoleter Technologie derart ungeschickt durchgeführt werden, dass der Angegriffene es bemerkt und lauthals Alarm schlägt.

Wenn dann der Angegriffene die Attacken analysiert, dann soll er die vom CIA gelegten Spuren finden und daraus die beabsichtigten falschen Schlüsse ziehen. Das heißt: Mithilfe eines solchen Cyberangriffs unter, wie man sagt, falscher Flagge sollen die gefundenen Indizien genau dorthin führen, wo die CIA Misstrauen wecken und Zwietracht säen will, um Staaten gegeneinander auszuspielen.

Die Tatsache, dass es Cyberangriffe unter falscher Flagge gibt, ist an sich nichts Neues. Sensationell und neu ist hingegen, dass WikiLeaks mit der Veröffentlichung von Vault-7 den Beweis erbringt, dass die CIA im Rahmen einer als UMBRAGE bezeichneten Gruppe systematisch Cyberangriffe unter falscher Flagge vorbereitet.

Dazu legt der Dienst so genannte Bibliotheken an, in denen er nach Ländern getrennt Methoden und Vorgehensweisen von Cyberangriffen aus aller Welt und jeder Art sammelt – von Professionellen und Amateuren. Alles mit dem Zweck, diese eventuell später zu verwenden.

In dieser Bibliothek sind fein säuberlich die unterschiedlichen Vorgehensweisen aufgelistet: z.B. Eigenarten und Redewendungen in den jeweiligen Programmiersprachen; die speziellen technischen Tricks für so genannte Abkürzungen, die bei der Suche nach Schwachstellen des zu hackenden Systems zum Einsatz kommen; oder die verwendeten Algorithmen und vieles, vieles mehr.

Letztlich hat jeder Cyberangriff so etwas wie einen einzigartigen elektronischen Fingerabdruck. Mit der Bibliothek hat sich die CIA bildlich gesprochen die Möglichkeit geschaffen, in jedes fremde Haus einzubrechen. Dabei kann sie in einer für den Eigentümer sofort erkennbaren Weise Dinge stehlen oder wie ein Vandale Sachen zerschlagen -, und zugleich überall die Fingerabdrücke einer vollkommen unbeteiligten Person hinterlassen. Das könnte theoretisch der des eigenen Nachbarn sein, wenn man gerade diesen in Schwierigkeiten bringen will.

Auf Grund des hohen technischen Niveaus der CIA-Cyber-Kriegsführung ist es so gut wie unmöglich, die Agency als Angreifer oder als Hintermann dieses meist mit primitiven Mitteln durchgeführten Angriffs zu identifizieren. Es sei denn, ein Whistleblower kommt zu Hilfe, wie Snowden und Wikileaks bereits im Fall des NSA-Angriffs auf das Handy von Kanzlerin Merkel.

Man kann getrost davon ausgehen, dass die Russen und Chinesen in Bezug auf Cyberangriffe zu reinen Spionagezwecken technisch nicht schlechter ausgestattet sind als die Amerikaner. Wenn also der russische Geheimdienst wie behauptet die Computer des Nationalen Wahlkonvents der Demokraten (DNC) gehackt hätte, hätte man dort höchst wahrscheinlich nichts davon gemerkt.

Wenn doch, hätte man die Spur aber ganz sicherlich nicht nach Russland zurückverfolgen können. Allerdings steht in dem FBI-Bericht vom Dezember 2016 genau das Gegenteil, dass nämlich die Spur eindeutig nach Russland weist, unter anderem wegen russischer Wörter und Begriffe im Programm der sichergestellten Hackersoftware.

Experten wie John McAfee, der Gründer der weltbekannten Sicherheitssoftware gleichen Namens, haben den technischen Anhang des FBI-Berichts analysiert und widersprechen der offiziellen Darstellung vehement. Sie verweisen unter anderem auf das stümperhafte und primitive Vorgehen der angeblichen Russenhacker. In deren Schadenssoftware findet man sogar bequemerweise russische Begriffe. Dümmer geht es nicht.

Auf Grund seiner jahrzehntelangen Erfahrung auf dem Gebiet der IT-Sicherheit kam McAfee in einem Interview daher zu dem überraschenden, aber absolut logischen Schluss:

Wenn es so aussieht, als wären es die Russen gewesen, dann kann ich garantieren, dass es nicht die Russen waren.

Aber auch hierzulande glauben viele Leute immer noch den offiziellen Märchenerzählern, dass die bösen Russen für die Cyberangriffe auf den Wahlkonvent der Demokraten verantwortlich sind. Mithilfe der gestohlenen Emails habe dann Moskau den Ausgang der US-Präsidentschaftswahlen zugunsten des Kreml-Vasallen Donald Trump manipuliert, heißt es weiter.

Viele Menschen können sich einfach nicht vorstellen, dass ihre Regierungen und Behörden, nicht zuletzt aber auch ihre ach so vertrauenswürdigen Qualitätsmedien nach Strich und Faden lügen, wenn sie damit ihre Agenda voranbringen können.

Allerdings müssten die jüngsten WikiLeaks-Enthüllungen über die UMBRAGE-Gruppe der CIA auch dem Gutgläubigsten Grund zum Zweifel geben. Denn der Fund angeblicher russischer Fingerabdrücke am DNC-Tatort passt eins zu eins in das CIA-Angriffsschema unter falscher Flagge. Aber was sollte dieser Angriff bezwecken?

Tatsächlich verfolgt der politisch-mediale Komplex mit der Behauptung "Die Russen waren es" zwei Ziele. Erstens wollen sie den Buhmann des neoliberalen Establishments, Donald Trump, trotz seines Wahlsieges delegitimieren und für ein Amtsenthebungsverfahren weichklopfen. Zweitens bleiben Wladimir Putin und Russland als resolute Gegner der neoliberalen US-Weltordnung dem militärisch-industriellen Komplex in den USA als Hauptfeind erhalten.“

https://deutsch.rt.com/international/47469-false-flag-cia-wikileaks-russland/

 

Reaktionen des politisch-medialen Komplexes

 

USA

 

„Auf einer Konferenz über Cybersicherheit in Boston stellte FBI-Direktor James Comey klar: „Eine absolute Privatsphäre gibt es in Amerika nicht.“ Ein Amerikaner befinde sich stets „in Reichweite der Justiz“, auch bei Gesprächen mit dem Ehepartner, dem Seelsorger oder dem Anwalt. „Wenn es die Umstände rechtfertigen, kann ein Richter jeden von uns zwingen, vor Gericht über solche höchst privaten Unterhaltungen auszusagen“, erklärte Comey.

Dass sich der Militär- und Geheimdienstapparat der USA problemlos über richterliche Anordnungen hinwegsetzen kann, ließ der FBI-Direktor unerwähnt. Und die US-Regierung ist auch nicht auf Aussagen vor Gericht angewiesen, um herauszufinden, was ihre Bürger denken und worüber sie reden – verfügt sie doch über hochmoderne Cyberwaffen. So enthüllte WikiLeaks am Dienstag, dass die CIA Tausende von Hacking-Tools entwickelt hat, mit denen sie Millionen alltägliche elektronische Geräte – von Mobiltelefonen bis zu Smart TVs und Computersystemen in Autos – zu Spionagezwecken nutzt.

Die Aussage des CIA-Direktors über die Nichtexistenz einer Privatsphäre wurde von den Medien mit Gähnen quittiert. Weder sie noch die Politiker der Demokraten und Republikaner gingen weiter darauf ein. Ebenso gleichgültig verhielten sie sich gegenüber den WikiLeaks-Enthüllungen insgesamt, die deutlich machen, in welchem Umfang die CIA mit ihrem Cyberwaffenarsenal demokratische Rechte bedroht.

Wer die Sorge äußert, dass der nationale Sicherheitsapparat den Datenschutz oder andere demokratische Rechte bedroht, kann in den Augen der US-Medien nur ein russischer Agent sein. Am grobschlächtigsten äußerte sich in dieser Hinsicht die Washington Post in ihrem Leitartikel vom Donnerstag unter der Überschrift: „WikiLeaks tut den Feinden Amerikas einen großen Gefallen“.

Der Artikel beginnt mit einer uneingeschränkten Verteidigung der CIA: „Zu den Cyberhacking-Tools, die der CIA gestohlen und von WikiLeaks veröffentlicht wurden, muss man zunächst einmal feststellen, dass sie nicht der Massenüberwachung dienen, sondern dem Ausspähen einzelner Telefone, Computer und Fernseher. Es gibt keine Beweise dafür, dass sie gegen Amerikaner eingesetzt oder anderweitig unangemessen verwendet wurden ...“

Weiter heißt es: „Daraus folgt, dass IS-Terroristen, nordkoreanische Bombenbauer, iranische, chinesische und russische Spione und sonstige Gegner der USA, die mit diesen Hacking-Methoden überwacht werden, die wichtigsten Nutznießer ihrer Veröffentlichung sind.“ Dann beschimpft der Autor WikiLeaks als Werkzeug Russlands und verleumdet die „Datenschutzfanatiker“, die „de facto die einseitige Abrüstung der USA im Cyberspace verlangen“.

Warum, möchte man auf diese ungenierte Verteidigung der CIA hin ausrufen, erklärt die Washington Post nicht rundheraus, dass sie ein Propagandaorgan der US-Regierung ist, das die ideologische und politische Verteidigung des Militär- und Geheimdienstapparats übernimmt? Der Leitartikel lässt nicht die Spur einer unabhängigen, kritischen Haltung erkennen. Bereitwillig werden die Zusicherungen der CIA geschluckt, dass es ihren Agenten „gesetzlich untersagt“ sei, amerikanische Staatsbürger auszuspionieren. Die Zeitung wirft WikiLeaks vor, dass sich die Plattform so verhält, wie es sich für echte Journalisten gehört: Sie sammelt Informationen über das Fehlverhalten der Regierung und bringt sie an die Öffentlichkeit.

Vor 46 Jahren veröffentlichte die Washington Post gemeinsam mit der New York Times die Pentagon Papers, obwohl schon damals das Weiße Haus unter Nixon und die CIA im Chor wegen dieser angeblichen Verletzung der „nationalen Sicherheit“ aufheulten. Wenn diesen Zeitungen heute ähnliches Material wie die Pentagon Papers zugespielt würde, dann würden die Herausgeber wahrscheinlich auf der Stelle das FBI anrufen und ihren Informanten verhaften lassen.

Die von der Post ausgegebene Linie wurde in der Presse und im Fernsehen herauf und herunter dekliniert. Auf nahezu allen Kanälen wiederholte der ehemalige CIA- und NSA-Direktor Michael Hayden die offizielle Regierungslinie. Kein einziger großer Sender bezog eine kritische Haltung oder bemühte sich um ein Interview mit Anhängern von WikiLeaks oder Befürwortern der Enthüllung von CIA-Verbrechen.

Konkret zeigte sich die Beziehung zwischen den Medien und dem Militär- und Geheimdienstapparat in einem Bericht, der Anfang der Woche in der Online-Ausgabe der New York Times erschien. Der Verfasser war David Sanger, der bei der Zeitung für die Veröffentlichung von Informationen im Auftrag der CIA und des Pentagon zuständig ist.

Sanger berichtet, wie er und ein anderer Times-Reporter, William Broad, die Titelstory über Reaktionen der USA auf die nordkoreanischen Raketentests vom vergangenen Sonntag vorbereiteten. Darin wurde unter der Überschrift „Trump erbt einen geheimen Cyberkrieg gegen nordkoreanische Raketen“ behauptet, das US-Militär habe Methoden entwickelt, nordkoreanische Raketen zum Absturz zu bringen. Die Stoßrichtung des groß aufgemachten Artikels bestand in dem Vorwurf, die US-Gegenmaßnahmen würden nicht ausreichen und es müsse entschiedener gehandelt werden, um der Gefahr eines nordkoreanischen Atomschlags gegen die USA entgegenzutreten.

Mit erstaunlicher Offenheit beschreibt Sanger „den sensiblen Teil dieser Recherchen: die Regierung über unsere Beweise zu unterrichten, eine offizielle Stellungnahme einzufordern (es gab keine) und zu prüfen, ob unsere Enthüllungen Einfluss auf laufende Operationen haben könnten“. Sanger erläutert: „In den letzten Wochen der Obama-Regierung besuchten wir den Direktor der nationalen Geheimdienste“, denn es sei wichtig gewesen, „uns zu erkundigen, ob sie Einwände gegen die Veröffentlichung bestimmter Details hätten, damit wir dies mit unseren Herausgebern abwägen konnten“.

Weniger verklausuliert ausgedrückt: Der „Exklusivbericht“ auf der Titelseite der New York Times war in Wirklichkeit eine Pressemitteilung des Militär- und Geheimdienstapparats, mit der in der Leserschaft der Times aus der oberen Mittelklasse Angst vor den atomaren Kapazitäten Nordkoreas geweckt und der Ton für die entsprechende Medienberichterstattung vorgegeben werden sollte. Das politische Ziel bestand darin, die öffentliche Meinung auf einen militärischen Präventivschlag der USA gegen Nordkorea einzustimmen – ein verarmtes Land von der Größe des US-Bundesstaats Mississippi.

Die Medienreaktion auf WikiLeaks veranschaulicht die völlige Erosion demokratischer Vorstellungen in allen Institutionen der amerikanischen Eliten. Darin besteht ihre wesentliche Bedeutung. Bei jeder ernsthaften Einschätzung, woher der amerikanischen Demokratie Gefahr droht, wäre an erster Stelle die CIA zu nennen. Diese amerikanische Gestapo wurde selbst von Präsident Lyndon Johnson als „verdammte Mordfirma“ bezeichnet, weil sie in der gesamten Karibik und in Lateinamerika brutale Attentate und Provokationen organisierte.

Für die demokratischen Rechte der Bevölkerung in den USA gibt es keine größere Gefahr als den Militär- und Geheimdienstapparat der amerikanischen Regierung, mit dem sich die krisengeschüttelte herrschende Elite gegen ihren historischen Untergang wehrt.“

https://www.wsws.org/de/articles/2017/03/11/wiki-m11.html

 

Deutschland

 

„Wieder einmal sind die Amerikaner erwischt wurden; wieder einmal hält sich der Protest in Deutschland in sehr überschaubaren Grenzen. Dabei hat Wikileaks als kleines Schmankerl doch sogar die zweite CIA-Hacker-Zentrale, neben Langley/Virgina offenbart – und die liegt in der Gießener Straße in Frankfurt am Main, in einem Areal der US-Konsulats, das offenbar als „Sensitive Compartmented Information Facility“ (SCIF) bezeichnet wird. Die CIA spioniert also von Frankfurt aus. Interessant. Und wen spioniert man wo mit welcher Begründung aus? Ist das demokratisch legitimiert? Und juristisch? Fragen über Fragen … Fragen, die nicht gestellt werden und daher auch nicht beantwortet werden müssen. Denn vor allem die deutsche Regierung ist bei den Spionage-Aktivitäten der US-Dienste ja schon traditionell desinteressiert. Warum sollte das auch anders sein? Die Medien interessieren sich für solche Dinge ohnehin nur am Rande und in zwei Tagen ist der Spuk ohnehin vorbei und auch „das Netz“ treibt dann schon wieder die nächste Sau durchs Dorf. Erdogan? Trump? Oder diesmal Bernd Höcke? Irgendwer wird sich schon finden, der den nächsten Shitstorm auslöst und das Thema CIA endgültig von der Agenda verdrängt.

Wäre es nicht die CIA, sondern der FSB gewesen … ja, dann sähe die Sache freilich anders aus. Dann hätten wir schon gestern einen ARD-Brennpunkt gehabt und alle Zeitungen würden Zeter und Mordio schreien. Dann gäbe es sicher auch schon morgen einen nationalen Sicherheitsplan zur Cyber-Abwehr und die SPIEGEL-Grafiker würden sich schon mal an den Entwurf eines lauschenden Russen machen, der in unserem Wohnzimmer sitzt und auf dem nächsten Cover des SPIEGEL verewigt werden soll.

Ja, ja, die Russen. Können Sie sich eigentlich noch an den „großen Hackerangriff“ auf die Telekom im November letzten Jahres erinnern? Der Angriff, der laut Medien mit den „Machenschaften russischer Gruppierungen“ in Verbindung stehen soll? Der Hauptverdächtige sitzt seit zwei Wochen in Großbritannien in Untersuchungshaft. Es ist ein britischer Staatsbürger … kein Wunder, dass Sie von dieser Meldung sicher noch nichts gehört haben. Auch die aktuellen Enthüllungen von Wikileaks werden sicher sehr schnell in Vergessenheit geraten.“

http://www.nachdenkseiten.de/?p=37327

Der etwas sarkastische Dirk Pohlmann schreibt:

„7. März 2017: Wikileaks veröffentlicht tausende Dokumente, die belegen, dass die CIA in ihrem Konsulat in Frankfurt eine Abteilung für Cyberspionage unterhält, um sich weltweit in elektronische Geräte zu hacken.

Die Reaktion unserer Qualitätsmedien hielt und hält sich in engen Grenzen. Zwei Tage lang gab es einige Zeitungs- und Internetartikel, Radiomeldungen, sowie schwer auffindbare Berichte auf der ARD und ZDF Webseite. Die deutsche Regierung schwieg und musste nicht einmal einen Sturm im Wasserglas abwettern. Es gab nur leichtes Sumpfgas-Geblubber in den kommunizierenden Röhren der Transatlantifa.

Schon am zweiten Tag sorgt man sich in Medienhausen vor allem um die nationale Sicherheit der USA. Der knuffige Leon Panetta, ehemaliger US Verteidigungsminister, durfte im ZDF sagen, dass diese Veröffentlichung „unglaublich schädlich für die Arbeit der Geheimdienste ist, die die Aufgabe haben, unser Land zu beschützen.“ Das ist ein wichtiger Kommentar für deutsche Fernsehzuschauer. Denn „unser Land“, dazu gehört ja allemal auch Deutschland. Genau genommen beschützt die CIA also durch ihre Tätigkeit in Frankfurt Deutsche davor, dass sie von fremden Geheimdiensten ausgeforscht werden!

Plötzlich ist unter der Atlantikbrücke sogar die seit 911 übel beleumdete Frage „cui bono -wem nützt es“ wieder erlaubt, denn im Anschluss daran lässt sich trefflich räsonieren, wer – eventuell, man wird ja noch mal fragen dürfen – hinter dieser Sache stecken könnte. Grübelgrübel – Wikileaks Chef Julian Assange ist ja nach der „Welt“Anschauung leitender Redakteure Einflussagent des Problembären Nr. 1, des abgefeimten Russland. Und wie gute Untertanen mittlerweile gelernt haben, ist Russland immer schuld. Russland ist schuld, dass Hillary verloren hat, dass auf der Krim und über Damaskus nicht das Sternenbanner flattert, dass Trump durch perfide Methoden wie Medienhype und Wahlen die Macht usurpieren konnte, dass die NATO in putativer Notwehr in Litauen aufmarschiert, einfach an allem.

Die Supermacht Russland ist durch ihre immensen Militärausgaben eine Bedrohung für die ganze Welt. Ja, sicher, Russland gibt für Rüstung umgerechnet 66 Milliarden Dollar aus, also etwa 11% des US Militärhaushaltes von 600 Milliarden, oder 7% der NATO Militärausgaben von mehr als 920 Milliarden. Oder etwas weniger, als die USA für ihre 17 Geheimdienste ausgeben: 70 Milliarden. Oder soviel wie Deutschland jetzt für seinen Militärhaushalt ausgeben soll, nämlich 2% des Bruttoinlandproduktes, was 60 Milliarden Dollar entspricht.

Aber das alles beweist ja nur, wie hinterhältig der Russe ist: Mit so geringen Ausgaben die ganze Welt militärisch in Geiselhaft zu nehmen, das ist doch einfach unglaublich. Wie gut, dass man von den oben genannten Zahlen nie etwas hört, sie würden ja auch nur verwirren und die transatlantische Urteilskraft trüben.

Wichtig ist, dass man weiß, dass Russlands Präsident Wladimir Putin früher KGB-Chef war. Das hat US-Präsident Obama gesagt. Wenn Sie jetzt besserwisserisch meinen, widersprechen zu müssen, oder diese Aussage als Fake-News bezeichnen, weil Putin nie KGB-Chef war, dann können wir Ihnen auch nicht mehr helfen. Sie haben es sich selbst zuzuschreiben, dass sich unsere Freunde im US-Konsulat in Frankfurt etwas genauer mit Ihnen befassen müssen. Was machen Sie sich auch unbeliebt durch Insubordination gegenüber einem US-Präsidenten? Ein deutscher Staatsbürger mit gefestigter transatlantischer Persönlichkeit weiß, wie weit er gehen darf beim selbstständigen Denken! Obama ist doch nicht Trump!

Um weiterem Unheil vorzubeugen – ruckzuck hat man eine Kapuze über dem Kopf, Kabelbinder um die Handgelenke und ist zum Foltern in einem weißlackierten Jet unterwegs nach nirgendwo – veröffentlichen wir hier ein Dokument, das uns aus dem Bundespropagandaministerium zugespielt wurde.

Lesen Sie es bitte aufmerksam. Es hilft gefährdeten Journalisten, aber auch unbedarften Menschen, die schlimmsten Fehler bei der Nutzung der Meinungsfreiheit zu vermeiden. Die Meinungsfreiheit ist schließlich ein der US-Staatsräson und dem freien Finanzmarkt unterstelltes Grundrecht, von dem vorsichtig und verantwortungsbewusst Gebrauch gemacht werden muss! Auch wenn Verschwörungstheoretiker und Anti-Amerikaner im Bundesverfassungsgericht das seit Jahrzehnten immer wieder falsch darstellen!

Eifern Sie dem Vorbild unserer Medien nach! Die wichtigsten Medienschaffenden an den Laptops, den Aufzeichnungsgeräten und Kameras, im Schneideraum und in der Sprecherkabine haben sich die Vorschläge des Bundespropagandaministeriums zu Herzen genommen und eilen unter der glorreichen Führung von Großjournalisten wie Josef „Mord im Weißen Haus“ Joffe von Erfolg zu Erfolg! Vorwärts in der Planerfüllung der transatlantischen Aufgabenstellung!

Darauf ein donnerndes Zicke Zacke Zicke Zacke Hoi Hoi Hoi!

BUNDESPROPAGANDAMINISTERIUM – DIENSTANWEISUNG

VS VERTRAULICH – 7. März 2017

Verteiler: Redaktionsleitung Qualitätsmedien und angeschlossene Funkhäuser

Betr.: Wikileaks veröffentlicht angebliche CIA Dokumente

Um nach den Snowden-Verleumdungen eine erneute Verunsicherung der Bevölkerung im Keim zu ersticken, ergeht folgender verbindlicher Vorschlag an leitende Journalisten aller Medien:

Die Berichterstattung über die CIA-Dokumente ist zu minimieren. Entsprechendes Handeln hat selbstständig zu erfolgen. Jeder leitende Journalist ist für sein direktes Umfeld verantwortlich.

UNBEDINGT ZU VERMEIDEN SIND FOLGENDE FRAGEN:

1. Wieso spioniert jetzt auch die CIA Kommunikationselektronik aus? Das war doch bisher Aufgabe der NSA? Gibt es jetzt in den USA einen Staat im Staat im Staat? Unterliegt die Aufgabenbeschreibung der US-Geheimdienste irgendeiner Aufsicht, oder bestimmen die Dienste selbst, wen sie wo mit welchen Mitteln ausspionieren? Unterliegen sie in den USA überhaupt irgendeiner Kontrolle?

2. Wieso arbeitet die CIA mit einer eigenen Abteilung in DEUTSCHLAND an Spionagesoftware? Warum geschieht das nicht in den USA? Nutzt die CIA den deutschen Standort, um in den USA illegale Abhöroperationen auszuführen? Ist Deutschland juristisch und politisch besonders lax? Was kann die CIA (und andere US-Dienste) in Deutschland unternehmen, was in den USA zu gefährlich wäre?

3. Wissen die deutschen Geheimdienste, was die CIA in Deutschland macht? Kooperieren sie dabei mit US-Diensten? Wird von der CIA (und NSA) auch Wirtschaftsspionage in Deutschland betrieben?

Wenn ja, haben die deutschen Dienste die Bundesregierung darüber informiert? Die entsprechenden parlamentarischen Einrichtungen? Wenn ja, wie rechtfertigen das die deutschen Regierungsstellen?

Wenn nein, wer übernimmt die Verantwortung für dieses Versagen? Welche Maßnahmen werden in Zukunft eine wirksame Spionageabwehr ermöglichen?

4. Wenn die CIA dezidiert daran arbeitet, Hacking-Angriffe beliebigen Gruppen oder Ländern in die Schuhe schieben zu können (False Flag), wie aus den Wikileak- Dokumenten hervorgeht, was bedeutet das für die Anschuldigungen gegen Russland, die emails der Führung der US-Demokraten gehackt zu haben und die gestohlenen Daten Wikileaks zugespielt zu haben? Wikileaks hatte ja immer darauf bestanden, diese Daten aus einer internen Quelle der US-Demokraten erhalten zu haben? Nutzt die CIA ihre Möglichkeiten, um Präsident Trump einerseits zu desavouieren und ihn andererseits dazu zu zwingen, eine aggressive Außenpolitik gegenüber Russland zu führen – also die CIA/Deep State konforme Politik der bisherigen Regierungen weiterzuführen und zu verschärfen? Bestimmt der Deep State mit diesen Mitteln die US-Außenpolitik?

5. Gibt es überhaupt irgendwelche rechtlichen Schranken für Aktivitäten von US-Geheimdiensten auf deutschem Boden, oder dürfen sie hier grundsätzlich alles tun, was sie technisch können, nach dem Motto: legal, illegal, scheißegal?

6. 90% der US-Geheimdienstüberwachung dient nach Schätzungen von Experten der Wirtschaftsspionage. Gehört in diesen Bereich z.B. auch der VW-Abgasskandal und der FIFA-Skandal, dessen juristische Verfolgung in den USA begann? In welchen Fällen handelt es sich um US-Geheimdienstaktivität mit dem Ziel selektiver Schädigung? Was gedenkt die Bundesregierung dagegen zu unternehmen? Gibt es annähernd Waffengleichheit? Spioniert der BND auch gegen US-Unternehmen?

7. Betreiben die US-Geheimdienste Terrorismusbekämpfung oder nutzen sie den Terrorismus als Begründung, um ihre macht- und wirtschaftspolitisch vordringlichen Spionageaktivitäten zu rechtfertigen? Fördern Sie auch Terrorismus zu diesem Zweck?

8. Haben die Aktivitäten der CIA in Deutschland irgendwelche Konsequenzen? Beabsichtigt die Bundesregierung US-Konsulatspersonal mit Diplomatenpässen, das offensichtlich Spionage betreibt, auszuweisen?

9. Wird der Tod des Investigativjournalisten Michael Hastings im Jahr 2013 jetzt wieder aufgerollt, vor allem von Journalistenkollegen?

Wikileaks hat jetzt Dokumente veröffentlicht, die zeigen, dass die CIA ab 2014 systematisch damit beschäftigt war, die Software von Autos zu manipulieren, um Mordanschläge verüben zu können.

Michael Hastings hatte durch einen Artikel im US-Magazin „Rolling Stone“ den Rücktritt des Kommandeurs der NATO-Truppen in Afghanistan General Stanley McChrystal bewirkt und war zum Zeitpunkt seines Todes mit einem Artikel über CIA-Chef John Brennan befasst. Er starb, weil sein Mercedes nachts auf menschenleerer Straße mit mehr als 165 km/h in eine Palme raste und drei mal explodierte. Kurz vor seinem Tod hatte Hastings Kollegen und Wikileaks (!) darüber informiert, dass er befürchte, dass sein Auto manipuliert worden sei, dass das FBI ihn verfolge und er untertauchen müsse. Richard Clarke, der ehemalige Terrorabwehrkoordinator der USA unter Präsident Clinton und Präsident George W. Bush sagte, Hastings Todesumstände trügen alle Merkmale eines Cyberangriffes auf sein Auto.“

https://kenfm.de/neues-aus-den-kolonien-wikileaks-tod-eines-journalisten/

 

Gegenstrategie

 

Paul Schreyer: „Am Rande bemerkt: Die Redaktion der Tagesschau sorgt derzeit dafür, dass unter jedem (!) ihrer Artikel, der sich mit Wikileaks befasst, zusätzlich gut sichtbar ein mehrere Monate alter Text verlinkt wird, in dem Assange und Wikileaks angegriffen und in schlechtes Licht gesetzt werden. Offenkundig soll verhindert werden, dass Assange und Wikileaks zu viele Sympathien gewinnen. Natürlich könnte man sagen, dass hier ein journalistischer Standard verfolgt wird, indem man auch den Gegenstandpunkt präsentiert. Nur passiert das bei anderen heiklen Themen, wo man eher auf Nato-Linie berichtet, eben leider sehr selten …“

http://www.nachdenkseiten.de/?p=37348

Norbert Häring: „So kann man es auch sehen. Über Wikileaks wird wieder einmal öffentlich, wie uns unsere amerikanischen Alliierten massenhaft, mit allen erdenklichen Mitteln ausspähen und dabei jede Menge ihnen bekannter gefährlicher Sicherheitslücken unserer digitalen Infrastruktur für Kriminelle zugänglich lassen, nur um sie selbst möglichst lange gebrauchen und missbrauchen zu können. Für den Digital-Chefredakteur der FAZ ist das ein Grund, Wikileaks zu verdammen.

Matthias Müller von Blumencron schreibt:

In atemberaubender Geschwindigkeit hat sich Wikileaks zum größten Digital-Saboteur der westlichen Welt entwickelt. Längst folgt die Organisation nicht mehr klassischem Hacker-Idealismus, sondern einer antiwestlichen Agenda. Gezielt greifen die Aktivisten in demokratische Prozesse ein, sie beeinflussen Wahlen und schwächen die Sicherheitsstruktur. Fast immer richten sich die Aktionen gegen die Vereinigten Staaten und ihre Dienste. An deren digitaler Anti-Terror-Aufklärungsarbeit hängen allerdings die Sicherheitsbehörden der gesamten westlichen Welt, insbesondere auch die Deutschen. (...) Wer ist eigentlich Wikileaks heute? Ein geheimer Arm russischer Propaganda?

Ich bin beeindruckt. Jetzt fehlt nur noch der Aufruf, dass unsere amerikanischen Freunde zu unserem Schutz eine Datenbank für all unsere Passwörter und die unserer Unternehmen einrichten, und wir ihnen diese Passwörter freiwillig geben, damit wir endlich sicher sind. Der einzige Hinderungsgrund für diese finale Lösung aller Sicherheitsprobleme ist Wikileaks, das dafür verantwortlich ist, dass unsere Daten bei NSA und CIA nicht sicher sind.

P.S. (9.3): Unsere Social-Media-Nutzernamen dürfen wir ja bei Einreise in die USA schon freiwillig nennen und die Heimatschutzbehörde denkt auch darüber nach, uns das bald auch für unsere Passwörter von Facebook und Co. zu erlauben, damit wir die Chance auf eine Einreiseerlaubnis erhöhen können. Der Weg ist nicht mehr weit.“

http://norberthaering.de/de/27-german/news/793-haltet-den-dieb

„Sascha Lobo zu den Wikileaks CIA-Enthüllungen: Vergessen Sie Gut gegen Böse

Böse Geheimdienste? Guter Trump? Brave Russen? Die neuesten WikiLeaks-Enthüllungen können verwirren, wahrscheinlich sollen sie das auch. Die zentrale Erkenntnis: Manchmal gibt es keine „Guten“. (…) Seit einiger Zeit hatte sich WikiLeaks unter Julian Assange allerdings zu einer Propagandamaschine entwickelt, die mit großer Hingabe und interessantem Timing vor allem Leaks veröffentlicht, die Donald Trump und Wladimir Putin nützen. (…) Es gehe um ein Projekt namens UMBRAGE; WikiLeaks schreibt dazu, es gehe um „eine umfangreiche Sammlung ‚gestohlener‘ Malware [digitale Angriffsinstrumente], die in anderen Staaten produziert wurde, inklusive der Russischen Föderation. Mit UMBRAGE […] kann die die CIA […] digitale „Fingerabdrücke“ derjenigen Gruppen hinterlassen, von denen die Angriffsinstrumente gestohlen wurden“. (…) Die CIA hat ein Instrument, mit dem es beliebige, daher auch russisch anmutende falsche Fährten legen kann. Sämtliche Aktivitäten „russischer Hacker“ könnten also – theoretisch – „False-Flag-Operationen“ der CIA sein. Ein verwirrungspropagandistischer Geniestreich.“

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/wikileaks-enthuellungen-zur-cia-irgendjemand-muss-doch-gut-sein-a-1137813.html

Anmerkung Paul Schreyer: Nein, Herr Lobo, das ist kein „verwirrungspropagandistischer Geniestreich“ von Wikileaks, sondern schlicht Aufklärung über eine wichtige geheimdienstliche Fähigkeit. Dass es angesichts dieser Aufklärung fortan schwerer fallen dürfte, Hackerangriffe mit zweifelhaften Indizien Russland anzulasten, mag manchem nicht gefallen. Offenbar auch nicht Sascha Lobo, der im Artikel von einer „offensichtlichen Achse der Ego-Brüder Trump – Assange – Putin“ schreibt. Das muss man auch erst einmal schaffen: in der Überschrift „Vergessen Sie Gut gegen Böse“ zu verkünden und wenige Sätze später schon eine neue „Achse des Bösen“ zu konstruieren. Lobo ist am Ende wohl weitaus weniger reflektiert, als er selbst meint.“

http://www.nachdenkseiten.de/?p=37335

 

 

Dada

 

Ernst? Satire? Oder Dada – der Leser möge selbst entscheiden:

„Bundesregierung will CIA-Spionage erst verurteilen, wenn Merkel selbst betroffen ist

Wieder einmal sorgt ein Leak zu den Abhöraktivitäten der US-Geheimdienste für Wirbel. Doch von der Bundesregierung ist in absehbarer Zeit wohl keine Reaktion zu erwarten. Laut Regierungssprecher Steffen Seibert wolle man in traditioneller Manier erst dann die Abhörpraktiken verurteilen, wenn herauskommt, dass Bundeskanzlerin Merkel betroffen ist.

"Es ist spätestens seit dem NSA-Skandal eine gute alte Tradition, dass uns Überwachungsskandale - gelinde gesagt - am Arsch vorbeigehen", erklärte Seibert die Haltung der Regierung. "Zumindest, solange nur die deutschen Bürger von den Cyberattacken betroffen sind, die offenbar vom US-Generalkonsulat in Frankfurt aus orchestriert werden."

Erst falls sich herausstellen sollte, dass Merkels Smartphone oder Smart-TV abgehört wurde, werde man sich empört zeigen und die US-Regierung mit knallharten Maßnahmen wie der Aussage "Ausspähen unter Freunden – das geht gar nicht" in die Schranken weisen.

Ob es jemals soweit kommen wird, ist jedoch fraglich: Da ihr altes "Chromat"-Fernsehgerät (Baujahr 1987) immer noch tadellos läuft, besitzt die Kanzlerin laut Seibert kein Smart-TV. Auf ihrem Handy seien zudem bis auf 15 weggedrückte Anrufe des türkischen Präsidenten Recep Erdogan keine verdächtigen Aktivitäten festgestellt worden.

Wirklich viel könnte die Regierung ohnehin nicht gegen die Ausspähung durch die USA unternehmen, gibt Seibert zu bedenken. Immerhin arbeitet ihr fähigster Mann, Ronald Pofalla, der damals den NSA-Skandal im Alleingang beendete, inzwischen leider bei der Bahn.“

http://www.der-postillon.com/2017/03/cia-merkel.html

 

 

 

 

Im Höhlenkloster von Kiew werden von Dadaisten das ganze Jahr über Ostereier gehortet.

Der Wurm wünscht: Guten Appetit!