Auch wenn es nur eine Wiederholung war: mit der 177. Folge endete letzte Woche mit „Dr. House“ die erfolgreichste Fernseh-Serie der letzten Jahre.

In Deutschland wurde die erste Folge zuerst Mitte 2006 ausgestrahlt, die letzte Folge zuerst Ende 2012.

Die Serie ist außergewöhnlich, da sie den Zuschauer nicht mit dem üblichen (und meistens auch gewünschten) emotionalen Trallala beruhigt, sondern ihn vor den Kopf stößt.

Warum war und ist „Dr. House“ dermaßen erfolgreich?

 

 

Der Wurm hatte sich in einem früheren Beitrag kurz mit der Serie beschäftigt:

„Hugh Laurie ist auch Hauptdarsteller der US-Serie “Dr. House”:

„Die Serie bricht mit dem Grundsatz, demzufolge Hauptfiguren einer Serie Sympathieträger sein müssen. Gregory House ist ein Misanthrop, sarkastisch, barsch und tablettenabhängig. Ein früherer Muskelinfarkt bereitet ihm dauerhaft Schmerzen im Bein, weshalb er hinkt und am Stock geht. Der sonnige Serienheld sieht anders aus. Und dann ist er auch noch schonungslos ehrlich und direkt. Kein Wunder, daß ihn kaum jemand ausstehen kann. Doch während man Dr. House nicht unbedingt begegnen möchte, sieht man ihm gern zu. Das mag mit Schadenfreude oder Voyeurismus zu tun haben, doch hierfür muß sich niemand schämen, denn es ist ja nur Fiktion. Ein echter Arzt wäre längst nicht mehr im Dienst, denn House probiert gern mal am lebenden Objekt herum, bis er die richtige Therapie gefunden hat. Dazu überschreitet er natürlich Kompetenzen, Richtlinien und notfalls Gesetze …

Der Serienerfinder David Shore war in den ersten Produktionswochen überrascht, daß der amerikanische Sender Fox ihn zu keinem Zeitpunkt zurückpfiff, daß keine Aufforderung kam, die Figur versöhnlicher zu machen. Zumal die Einschaltquoten zunächst eher durchschnittlich waren. Doch die Zuschauer freundeten sich mit dem mürrischen Arzt an, und inzwischen sehen in Amerika, wo in diesem Monat bereits die zweite Staffel endet, bis zu 25 Millionen Menschen zu. Zugleich lief die Serie immer mehr zu Hochform auf, das Ensemble wurde eingespielter und die Autoren mutiger.“

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kino/fernsehen-halten-sie-mir-bloss-die-patienten-vom-leib-1328218.html

Im deutschen Film sind Ärzte mehr oder weniger „Halbgötter in weiss“ – unvorstellbar, dass hier der Mut da wäre, einen erfolgreichen Arzt als Misanthropen darzustellen. Dann doch lieber eine Wiederholung der „Schwarzwaldklinik“. Alles heile Welt! Keine Experimente!“

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/207-donald-trump-als-witzbold-trottel-rassist-und-hassprediger.html

 

 

Das Konzept der Serie

 

Typische Folge

 

Eine typische Folge sieht so aus:

1. Glückliche Menschen in ihrem entsprechenden Umfeld. Aus unerklärlichen Gründen bricht einer von ihnen zusammen, spuckt Blut oder es passiert sonst etwas Furchtbares mit ihm.

2. Dieser Mensch wird ins Krankenhaus eingeliefert, wo sich das Rate-Team um Dr. House um ihn kümmert.

3. Es ist nicht klar, was die Ursache für den Zustand des Patienten ist. Die Lösung des Problems scheint gefunden, der Patient wird behandelt und fühlt sich besser. Danach ein böser Rückfall und der Tod ist nahe.

4. 10 Minuten vor Schluss hat Dr. House die Eingebung: es handelt sich um eine mehr oder wenige absurde Ursache, die die entsprechenden Folgen hatte. Der Patient wird behandelt und (meistens) geheilt.

 

Aufforderung zum Denken

 

Die Serie verfolgt keine pädagogischen Ziele und bietet keine Lösungen an – stellt aber Fragen. In jeder Folge geht es um ethische Fragen, die aufgeworfen werden. Es gibt keine endgültige Lösung nach dem Motto „Ja, so ist es“. Wenn Dr. House seine Meinung kund tut, bleibt diese weder alleine im Raum stehen, noch widerspricht ihm ein Dummkopf mit schwachen Argumenten: der Widerspruch kommt immer von einem intelligenten Menschen, der starke Argumente hat.

Der Zuschauer ist aufgefordert, sich sein eigenes Urteil zu bilden.

 

Jeder Mensch lügt

 

Dr. House behandelt keine Patienten – er behandelt Krankheiten. Es gibt für alles einen Grund und oft wird dieser Grund von den Patienten verschwiegen oder sie lügen. Diesen Lügen versucht Dr. House auf den Grund zu kommen (siehe weiter unten).

 

Nicht-Reales

 

Ab und zu geht es zwar mal um Großspender des Krankenhauses, aber so gut wie nie um die Bezahlung der Kosten im einzelnen Fall bzw. ob der Patient überhaupt in der Lage ist, die teuren Kosten zu bezahlen.

Auch kommen relativ wenige Krankenschwestern oder Krankenpfleger vor – die Ärzte erledigen das meiste selbst.

Das kann mensch noch unter dem Thema „Vereinfachung“ zusammenfassen. Was aber tatsächlich irreal ist, dass sich das Ärzte-Team bei seinen Recherchen auch um das private und geschäftliche Umfeld des Patienten kümmert. Das geht hin bis zum Einbruch in dessen Privat-Wohnung.

 

Die Lösung des medizinischen Rätsels - Dr. House und die Diagnosen

 

Melanie Wolff von „myFanbase“: „Für Dr. Gregory House sind Patienten und ihre Symptome nichts weiter als medizinische Puzzles, die es zu lösen gilt. Dabei ist vollkommen uninteressant, wer der Patient ist oder welche Wehwehchen sich in seiner Anamnese finden lassen, denn nach House' Meinung lügt jeder Mensch. Krankheiten und ihre Symptome sind das einzige, was zählt.

Auch wenn House brillant ist, so gleicht seine Diagnosefindung mit Hilfe seiner Kollegen oftmals eher einem Rätselraten. Durch das Ausschlussprinzip werden die üblichen Verdächtigen eliminiert, Diagnosen gestellt und wieder verworfen, Laborbefunde ignoriert und Behandlungen eingeleitet, die die wahrscheinlichste Ursache eliminieren könnten.

In Episode #1.01 Schmerzensgrenzen beispielsweise präsentiert das Team House den Fall einer Grundschullehrerin, die plötzlich vor der Klasse mit einem Krampfanfall zusammenbricht. Zunächst vermuten House und sein Team einen Hirntumor, der jedoch ebenso ausgeschlossen werden kann wie eine Entzündung der Gefäße im Gehirn. Erst nach einigem Kombinationsgeschick, sowie dem Einbruch in die Wohnung des Opfers, stellt sich heraus, dass sie einen Bandwurm im Gehirn hat, der ihre Symptome verursacht.

Oft handelt es sich bei den Diagnosen am Ende um durchaus banale Erkrankungen wie Hepatitis C, Masern oder allergischen Reaktionen auf bestimmte Stoffe, die sich jedoch mit ungewöhnlichen Symptomen präsentieren.

In Episode #2.16 Sicher genug? bricht eine junge Patientin nach überstandener Herztransplantation mit einer allergischen Reaktion zusammen. Es wird alles mögliche vermutet. Am Ende deutet alles auf einen Zeckenbiss hin, doch bis die Zecke zwischen den Zehen der Frau gefunden wird, dauert es fast die gesamten 45 Minuten der Episode.

Eine mögliche Erkrankung, die bis zu Beginn der vierten Staffel immer wieder auftaucht, ist Lupus erythematodes, auch Schmetterlingsflechte genannt. Hierbei handelt es sich um eine seltene Autoimmunerkrankung, die jedoch so gut wie in jeder Episode als mögliche Diagnose im Raum steht, irgendwann jedoch verworfen werden muss. Die Autoren machten sich einen Spaß daraus, auf der DVD der zweiten Staffel sogar ein Special mit dem Titel "Vielleicht ist es Lupus?" unterzubringen und ein T-Shirt mit der Aufschrift "It's Not Lupus" in den Verkauf zu bringen. In Episode #4.01 Allein schlägt sogar eine Reinigungsangestellte, die House als Sparringspartner dient, die Diagnose "Lupus" vor, woraufhin House genervt antwortet, dass es nie Lupus ist. Erst in #4.08 Blut und Spiele ist es tatsächlich einmal die Schmetterlingsflechte, die die Symptome eines Patienten erklärt. David Shore erhielt von der Lupus Stiftung in Los Angeles sogar den Loop Award dafür, dass er die Erkrankung ins Licht der Öffentlichkeit rückte.

Erst in der achten Staffel kehrt die Erkrankung in das Blickfeld der Ärzte zurück, wird dann jedoch stets sofort wieder verworfen, da es eine schier absurde Diagnose darstelle. Als Ersatz-Falschdiagnose dient zwischen Staffel vier und acht meist die Sarkoidose, eine Erkrankung des Bindegewebes, die in fast jeder Episode in Betracht gezogen, aber stets verworfen wird. Nur in #5.22 Grenzen verschwimmen liegt das Team am Ende mit dieser Diagnose goldrichtig.

Auch wenn sich die Erkrankungen meist eher mit seltenen Symptomen präsentieren und sich hinter anderen Dingen verstecken, so bewerten Kritiker die medizinischen Fälle an sich überwiegend positiv. Einige Lehrstühle, wie die der Philipps-Universität Marburg, nahmen die Serie bzw. einige Fälle darin sogar in den Lehrplan auf, da die meisten Erkrankungen sorgfältig recherchiert waren und selbst für langjährige Mediziner interessante neue Dinge zu Tage brachten.

Vor allem die Tatsache, dass zwischen banalen Dingen auch seltene Krankheiten einen Raum bekamen, um diskutiert zu werden, wurde positiv gewertet, da so das Bewusstsein für die wenig erforschten und teilweise nicht heilbaren Erkrankungen geschärft werden konnte.

Nur selten gab es Episoden, in denen das Team am Ende die Segel streichen musste, weil sie nicht schnell genug auf die richtige Diagnose gekommen waren. So muss Foreman in #6.04 Tyrannen beispielsweise den afrikanischen Despoten Dibala sterben lassen, da er nicht erkannte, dass er unter Pilzinfektion litt und stattdessen eine Behandlung gegen Sklerodermie einleitete. Dass dahinter jedoch etwas ganz anderes steckt, das wird an dieser Stelle nicht verraten.

Wer jetzt neugierig geworden ist, noch einmal nachzulesen, welche endgültigen Diagnosen in "Dr. House" gestellt wurden oder wer beim Ansehen einer Episode nicht bis zum Ende warten will, um zu erfahren, was hinter den Symptomen des Patienten steht, findet in unserem Episodenguide alle Informationen. Für jede Episode findet ihr in der rechten Spalte, direkt unter den Links eine Auflistung der Diagnose, die am Ende vom Team als die richtige identifiziert wird. ("Enddiagnose")“

https://www.myfanbase.de/dr-house/house-und-die-diagnosen/

 

 

Brüder im Geiste: Dr. House und Sherlock Holmes

 

Maret Hosemann: „Wenn man den Titel "Weltbekanntester Detektiv" verleihen müsste, würde einem wohl als erstes der Name Sherlock Holmes in den Sinn kommen. Die Detektivfigur wurde von dem britischen Autor Sir Arthur Conan Doyle erfunden und ist der Held zahlreicher Filme, Serien und Romane. Wenn man eine Serienfigur benennen soll, die Ähnlichkeit mit dem legendären Sherlock Holmes hat, fällt einem dagegen nicht sofort der Name Dr. Gregory House ein, doch tatsächlich bestehen zwischen dem berühmten Detektiv Sherlock Holmes und dem ungewöhnlichen Serienarzt Dr. House viele Ähnlichkeiten, die in dieser Kolumne vorgestellt werden sollen.

Obwohl der Detektiv Sherlock Holmes und der Arzt Dr. Gregory House verschiedenen Berufen nachgehen, wenden sie doch vergleichbare Methoden an. In seinen Filmen und Romanen wird Sherlock Holmes stets von Klienten damit beauftragt, Kriminalfälle zu lösen, wobei er immer zu anderen Schlussfolgerungen kommt als die Polizei und die Lösung findet, wenn die übrigen Ermittler längst nicht mehr weiter kommen.

Vergleichbar verfährt Dr. House. Zu ihm kommen Patienten mit mysteriösen Krankheiten, deren Ursachen aufgeklärt werden müssen, um eine Heilung zu finden. Das Ärzteteam um Dr. House beißt sich an den kniffligen Fällen zumeist die Zähne aus, bis Dr. House höchstpersönlich alle bisherigen Schlussfolgerungen seiner jungen Kollegen widerlegt und die Lösung findet.

Zwei brillante Ermittler, ein Drogenproblem! Der Meisterdetektiv Sherlock Holmes und das medizinische Genie Dr. House sind Drogen alles andere als abgeneigt. So konsumiert Sherlock Holmes in großen Mengen Kokain und Morphin, während Dr. House von Schmerzmitteln abhängig ist und offen zugibt, dass er die Tabletten schluckt "weil sie gut schmecken".

Sherlock Holmes und Dr. House sind beide sehr eigenwillige Charaktere, die andere Menschen ganz gerne mal vor den Kopf stoßen und daher keinen besonders großen Freundeskreis haben. Doch beide besitzen immerhin einen treuen Freund an ihrer Seite. Bei Sherlock Holmes ist dies der berühmte Dr. Watson, während Dr. House in dem Arzt Dr. Wilson seinen einzigen richtigen Freund hat.

Wenn man genau hinsieht, entdeckt man eine Reihe von Details, die auf eine geistige Verwandtschaft zwischen Sherlock Holmes und Dr. House hindeuten. Den Nachnamen des Detektivs Sherlock spricht man "Homes" aus, zu Deutsch "Eigenheime" oder "Haushalte". Dr. Gregory House heißt bekanntlich "House" mit Nachnamen, zu Deutsch "Haus". Zudem haben die einzigen richtigen Freunde von Sherlock Holmes und Dr. House jeweils den gleichen Anfangsbuchstaben: Watson und Wilson und das von Dr. House bevorzugte Schmerzmittel Hydrocodon wird in den "Watson Labors" hergestellt.

In einer Episode erfährt man außerdem, dass das Apartment von Dr. House die Nummer 221B trägt und wer sich ein bisschen mit Sherlock Holmes auskennt, weiß, dass dieser die Adresse 221B, Baker Street (London) hat.

Kann das alles wirklich nur Zufall sein? Wohl eher nicht, denn David Shore, der Creator der Serie Dr. House, hat zugegeben, dass ihm Sherlock Holmes als Inspiration dient.“

https://www.myfanbase.de/dr-house/house-und-holmes/

 

 

Die Person des Dr. House

 

Maret Hosemann & Melanie Wolff: „Dr. Gregory House ist kein typischer Arzt. Zwar arbeitet er im Krankenhaus, trägt allerdings niemals entsprechende Kleidung, die ihn als Mediziner ausweisen würde. Seit einem zu spät diagnostizierten Muskelinfarkt in seinem rechten Oberschenkel ist er auf eine Gehhilfe und das starke Schmerzmedikament Vicodin angewiesen, von dem er längst abhängig ist.

Sein Umgang mit Patienten entspricht nicht unbedingt dem eines engagierten Arztes. Wenn er überhaupt einmal bei einem Patienten auftaucht, ist er direkt, unhöflich und respektlos. Er ist sogar der Meinung, dass alle Patienten lügen und ihm seine Arbeit somit erschweren. Wenn er die Möglichkeit dazu hätte, würde er lieber von seinem Büro aus praktizieren und niemals einem Patienten gegenübertreten. Das jedoch lässt Klinikchefin Lisa Cuddy nicht zu und zwingt ihn, auch seinem Dienst im Krankenhaus als Allgemeinmediziner nachzukommen, selbst wenn er es nur widerwillig tut und während der Arbeitszeit lieber Seifenopern anschaut oder Videospiele spielt.

Was House an Einfühlungsvermögen fehlt, macht er durch sein umfangreiches Wissen wieder wett. Er gilt als begnadeter Diagnostiker mit untrüglichem Instinkt und unkonventioneller Denkweise, die bei seinen Kollegen oft auf Skepsis oder gar Unverständnis stößt. Doch seine Erfolge geben ihm Recht. Daher respektieren die Kollegen ihn zutiefst und stecken auch seine vielen Unhöflichkeiten weg.

Im Laufe der Serie erfährt man die einen oder anderen Details aus dem Leben des Dr. Gregory House. Er studierte zunächst an der John Hopkins School of Medicine, musste diese jedoch verlassen, nachdem er beim Abschreiben erwischt wurde. Seinen Abschluss machte er schließlich an der University of Michigan.

Er ist Atheist, beherrscht mehrere Fremdsprachen und ist musikalisch begabt. Er spielt Klavier und Gitarre. Er hat keine Geschwister und sein Verhältnis zu seinem Vater ist sehr angespannt. Es wird angedeutet, dass House in seiner Kindheit misshandelt wurde. Als sein Vater stirbt, entnimmt House der Leiche eine DNS-Probe, um eine Vermutung, die er seit seinem 12. Lebensjahr hegt, bestätigt zu bekommen: dass sein Vater nicht sein leiblicher Vater ist. Dies stimmt tatsächlich, ändert für House aber nichts, was ihn wiederum deprimiert. House war längere Zeit mit Stacy Warner liiert, doch die Beziehung ist einst an Houses Erkrankung und der Entscheidungen, die Stacy in dieser Zeit für House getroffen hat, zerbrochen.

Sein einziger wirklicher Freund ist Wilson, auf den er sich sehr stark verlässt und in dessen Leben er sich ständig einmischt. Nach dem Tod von Wilsons Freundin Amber, die mit einem Bus verunglückt ist, in dem sie saß, weil sie den betrunkenen House abgeholt hat, geht Wilson auf Abstand zu seinem besten Freund, hält dies jedoch nicht lange durch. Er braucht House ebenso als Gegenstück wie dieser ihn.

Zwischen House und Cuddy, die sich ständig kleine Kämpfe liefern, sowohl in verbaler Form wie auch mittels Streichen, gab es in der Vergangenheit romantische Begegnungen, über die beide jedoch den Mantel des Schweigens hüllen.

Der Tod seines Mitarbeiters Dr. Lawrence Kutner wirft House vollkommen aus der Bahn. Die Tatsache, dass er diese Tat weder vorhersehen und somit verhindern konnte, noch im Nachhinein erklären kann, macht ihm extrem zu schaffen. Sein psychischer Zustand verschlechtert sich rapide und er beginnt an Halluzinationen zu leiden, in denen er Amber sieht, die sein Unterbewusstsein verkörpert. Sie treibt ihn dazu, unterdrückte Gefühle auszuleben, so dass er Chase beinahe umbringt, da dieser gerade kurz vor seiner Hochzeit mit Cameron steht und ein Glück erfährt, zu dem House selbst nicht fähig ist.“

https://www.myfanbase.de/dr-house/charakterbeschreibungen/?pid=2474

„dass er Chase beinahe umbringt“: bei aller Sympathie – das Benehmen von House ist unter aller Sau. Nicht nur an dieser Stelle. Er beleidigt seine Mitmenschen, stellt sie bloß, hindert sie aus egoistischen Gründen an privatem wie beruflichem Fortkommen. Wenn er etwas weniger daneben gewesen wäre, wäre es auch kein Schaden gewesen.

 

 

House ist ein „einsamer Wolf“, ein menschenfeindlicher Einzelgänger, der krank und verletzlich ist, aber das Leben genießen kann. Er bevorzugt Rationalität und kann mit diesen emotionalen, aber unehrlichen Menschen nichts anfangen.

Er ist keine mitfühlende Seele. Ihn interessiert nicht, den Patienten zu heilen, sondern das Rätsel zu lösen. Das gelöste Rätsel verschafft ihm Befriedigung und dafür braucht er keinen Beifall.

House interessiert nicht, was andere über ihn denken. Deshalb muss er sich nicht verstellen, muss sich nicht beliebt machen – und kann sich auf seine Arbeit konzentrieren. Dadurch, dass ihm die Patienten als Personen egal sind, kann er sich auf ihre Krankheiten konzentrieren und ist so eher zu einem objektiven Urteil fähig. Es ist nicht seine Aufgabe, den Patienten ein gutes Gefühl zu geben, sondern sie zu heilen.

House hat kein blindes Vertrauen, sondern konzentriert sich auf die harten Fakten. Und ist brutal ehrlich. Nach dem ersten Schock wissen die Patienten zumindest, was Sache ist.

Regeln und Vorschriften: House bricht sie nicht – er ignoriert sie. Und er kann sehr dickköpfig sein.

Im Gegensatz zu allen Gutmenschen um ihn herum nimmt er alle Kleinigkeiten in Aussehen und Verhalten, alle Anzeichen von Problemen seiner Mitmenschen wahr, die die meisten derer Freunde nicht erkennen würden. Und er versucht, deren Probleme zu lösen. Das geht so weit, dass er ihnen erst mal Schaden zufügt, um das doch Unvermeidbare zu beschleunigen. Nach dem Motto „Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende“.

Der beste (und einzige) Freund von House ist Wilson, das genaue Gegenteil von House: Wilson will alles richtig und jeden glücklich machen. Einige der besten Szenen der Serien beruhen darauf, dass dieser Biedermann über die Stränge schlägt. Etwa dann, als House einer neuen attraktiven Nachbarin, die er rumkriegen will, die Lüge erzählt, er und Wilson seien ein schwules Paar, aber vielleicht könnte sie ihn „bekehren“. Wilson, der selbst ein Auge auf diese Frau geworfen hat, ärgert sich, kommt zum Restaurant, in dem sich beide befinden und macht House einen öffentlichen Heiratsantrag.

Verwaltungs-Chefin ist Cuddy, so ziemlich die Einzige ihrer Zunft, die es halbwegs schafft, mit House umgehen zu können und ihm verzweifelt zu erklären versucht, warum seine Wünsche oder Taten das Krankenhaus in Schwierigkeiten bringen könnten.

Shanna Swendson im Buch „Dr. House – Unautorisiert“:

„Dr. Gregory House ist einer der komplexesten und faszinierendsten Charaktere des heutigen Fernsehens. Er ist gleichermaßen brillant, klug, kreativ, ärgerlich, dickköpfig, arrogant, weise, neugierig und problembeladen. Die Erfinder der Serie House M.D. haben sich Raum gelassen, die Figur von House umfassend auszuschöpfen, indem sie um sie herum andere Figuren entwickelt haben, die verschiedene Aspekte seines Charakters widerspiegeln. Jeder der drei Mitarbeiter von House verkörpert ein wichtiges Element (oder zwei) von House' Charakter. Oder, und das ist eine Frage des Blickwinkels, das Team von House stellt eine Art Frankensteins Monster dar, einen anderen House, der sich aus verschiedenen Einzelteilen zusammensetzt. Das erlaubt ihnen, diese Kerneigenschaften zu isolieren und zu übertreiben oder sie einander sowie House gegenüberzustellen.

House ist arrogant und direkt, ohne Rücksicht auf Dienstgrad öder Position - eine Eigenschaft, die von. Dr. Eric Foreman widergespiegelt wird, dem Neurologen aus dem Team. House ist unendlich neugierig und gibt nicht auf, bis er die benötigte Antwort findet - etwas, das wir auch bei Dr. Allison Cameron finden, der Immunologin der Gruppe. House hat Schwierigkeiten, er hat körperliche Schmerzen, ist abhängig von Schmerztabletten und schleppt eine Menge emotionalen Ballast mit sich herum. Dr. Roberf Chase, Spezialist für Intensivmedizin, ist eine verlorene Seele; der etwas von House' Ballast und seiner schwierigen Vergangenheit widerspiegelt.“

 

 

Menschenbild der Serie

 

Bewältigungs-Strategien: irrational

 

Zu den Bewältigungs-Strategien der Menschen gehören solche Sprüche wie „Es gibt doch eine ausgleichende Gerechtigkeit“ oder „Jeder bekommt das, was er verdient“.

Ärzte wissen, dass es in Bezug auf Gesundheit oder Krankheit weder „Gerechtigkeit“ noch eine „ausgleichende Gerechtigkeit“ gibt. Und auch nicht jeder das bekommt, was er verdient.

Bei dieser rationalen Serie wird das natürlich auch dargestellt.

 

Es gibt für alles einen Grund

 

Nichts kommt aus dem Nichts – jede Wirkung hat ihre Ursache. Ob im medizinischen Bereich oder bei privaten Verhaltensweisen.

 

Beiläufiges

 

Immer wieder kommen Menschen vorbei, die es auf die eine oder andere Art übertreiben und sich nicht behandeln lassen wollen: übertrieben religiös, übertrieben „natürlich“ lebend, die Schulmedizin ablehnend.

Oder es gibt beiläufige Bemerkungen wie die von Foreman, dass die Polizei sehr wohl Menschen schikanieren kann (Foreman hat schwarze Hautfarbe und hatte in seiner Jugend wohl mehrere Kontakte mit der Polizei).

 

Es ist kaum möglich, sich zu ändern

 

Es werden Einzelfälle gezeigt, bei denen es tatsächlich geht, aber im Großteil der Fälle werden die Menschen rückfällig. Egal, ob es um Verhaltensweisen oder Suchtverhalten geht – früher oder später werden die Menschen in die alten Zustände zurück fallen. Auch wenn sie sich noch so sehr bessern wollten.

 

 

Jeder Mensch lügt

 

Die folgenden Passagen stammen aus dem Buch „Dr. House – Das offizielle Handbuch zur Serie“ von Ian Jackman:

„Ein echter House-Fall wird in „Hemmungslos“ präsentiert: Nick Greenwald, ein Lektor, bei dem eine Enthemmung des Frontallappens dazu führt, dass er wie der Moderator einer Morgensendung im Radio genau das ausspricht, was ihm gerade in den Sinn kommt. Er macht einen Kommentar zu Taubs Nase und sagt, wie gerne er es mit Dreizehn und Cuddy treiben würde. Anders gesagt: Er ist genau wie House, der Taub in derselben Folge „Cyrano de Berkowitz“ nennt und wie üblich unangemessene Bemerkungen über seine Kolleginnen fallen lässt. House hat keine medizinische Entschuldigung, er ist einfach nur ein Arschloch, aber als Nicks verbale Tiefschläge immer mehr seine Familie gefährden, sagt House, er wisse, wie der Kerl sich fühle.

Als Nick sagt, seine entwicklungsverzögerte Tochter sei einfach nur unterdurchschnittlich begabt, und er bereue manchmal, seine Frau geheiratet zu haben (die auch nicht die Hellste ist), vertreibt er damit seine Familie. Das ist eine klassische House-Situation - kein Wunder, dass wir so viel lügen, wenn sonst so etwas dabei herauskommt. Erst als es schon so aussieht, als seien Nicks Leiden und die Entfremdung von seiner Familie dauerhaft, kommt House darauf, dass Nick das unglaublich rätselhafte Doege-Potter-Syndrom hat. Sein Körper reagiert übermäßig heftig auf ein kleines Fibrom. „Entfernt das Fibrom, und er ist wieder ein glücklicher Heuchler“, sagt House. Mit anderen Worten, genau wie wir.“

 

„Einige Lügen und die Lügner, die sie erzählen

- House führt heimlich einen Vaterschaftstest bei einer schwangeren Patientin durch, um herauszufinden, ob ihr Ehemann oder ihr Geliebter der Vater des Kindes ist. „Die erfolgreichsten Ehen beruhen auf Lügen. Sie haben einen glänzenden Start“, kommentiert House („Nichts hilft“).

- Ein Mann muss entscheiden, ob es möglich ist, dass seine kranke Ehefrau ihn belogen hat und eine Affäre hatte, bevor er in die Behandlung ihrer Schlafkrankheit einwilligt. Die Behandlung schlägt an, und sie wird wieder gesund, was beweist, dass sie gelogen hat („Fremd- und nicht gut gegangen“).

- Der Baseball-Spieler, der die Wahrheit sagt, als er behauptete, nicht wissentlich Steroide genommen zu haben, lügt seine Frau über seinen Marihuana-Konsum an („Schlechter Boden“).

- Ein Mann belügt seine Familie, indem er behauptet, er habe in den achtziger Jahren als Testpilot gearbeitet, dabei war er in Wahrheit in einem indischen Ashram und steckte sich dort mit Lepra an („Vaterfluch“).

- Der Rennradfahrer kann, was sein Blutdoping angeht, so viel lügen, wie er möchte, weil die Bluttransfusionen, die er zur Behandlung seines Thymoms braucht, seinen Betrug verdecken („Tanz ums Feuer“).

- Eine Frau, die sich einer Fruchtbarkeitsbehandlung unterzieht, nimmt gleichzeitig die Antibabypille, um nicht schwanger zu werden. Sie wird operiert, weil ein Tumor entfernt werden muss, so wird ihr erspart, ihren Mann über ihre Krankheit anzulügen. Sie bittet Foreman, ihm zu sagen, sie müsse die Fruchtbarkeitsbehandlung nach der OP beenden. „Die Schweigepflicht verbietet mir, Ihrem Mann die Wahrheit zu sagen. Aber das bedeutet nicht, dass ich ihn anlügen werde“, weist er sie zurück („Absagen“).

- In „Böses Spiel“ beschuldigt sich ein Ehepaar, das bei House in Behandlung ist, gegenseitig, sich zuerst Herpes eingefangen zu haben - hat einer es sich vielleicht auf der Toilette geholt? Wenn nicht, lügt einer von beiden.

- Ein Maler belügt seine Freundin über die Anzahl der Bilder, die er verkauft hat. In Wirklichkeit nimmt er an drei verschiedenen Arzneimittelstudien teil, um über die Runden zu kommen („Anders als erhofft“).

- Ein Mädchen, das behauptet, schon früh selbstständig gewesen und von zu Hause ausgezogen zu sein, weil der Vater es vergewaltigt habe, ging in Wahrheit fort, weil sein Bruder starb, als es auf ihn aufpasste („Vorsicht vor Geschwistern“).

- Mos Defs Figur mit dem Locked-In-Syndrom belog seine Frau, er sei nach St. Louis gereist. In Wahrheit nahm er einen befristeten Job als Hausmeister in einer Batterie-Fabrik an und wurde dadurch krank („Eingeschlossen“).

- Charlotte verschweigt ihrem Mann, dass sie ohne ihn in Brasilien war. Ihre von Sandfliegen übertragene viszerale Leishmaniose wird zu spät diagnostiziert („Der größte Schritt“).

- Als die Psychopathin Valerie von Morbus Wilson geheilt ist, kann sie ihrem Mann nicht länger vormachen, dass sie ihn liebt. Ade Treuhandfonds, willkommen verletzte Gefühle. „Es tut weh“, merkt Valerie. „Das kommt vor“, sagt Dreizehn („Reue“).

- Mickey, ein Undercover-Cop, wartet darauf, dass ein großer Deal hochgeht, bevor er dem Team seine ganze Geschichte erzählt. Der Drogendealer Eddie riskiert sein Leben, um seinen Partner Mickey zu retten. Als er verhaftet wird, wird ihm klar, dass Mickey, der schließlich am Hughes-Stovin-Syndrom stirbt, ihn verraten hat („Menschenbilder“).

- Die Highschool-Schülerin Abby stirbt beinahe an einer rätselhaften Allergie auf Sperma, allerdings nicht auf das ihres Freundes, sondern das des Vaters ihres Freundes. Der Vater muss nun zugeben, was er getan hat, oder Abby stirbt. House gesteht ihm zu, dass Lügen unter diesen Umständen einfacher wäre. „Angesichts dessen ist die Wahrheit, nun ja, heftig“ („Abby im Sünderland“).

- Der Mittelalter-Rollenspieler Sir William lebt nach einem Ritterkodex, was bedeutet, dass er zwar nicht beim König um die Hand eines Mädchens, das er liebt, anhalten kann. Anabolika zu nehmen, um beim Schwertkampf zu betrügen, ist für ihn allerdings kein Problem. Ein altes Gift, Schierling, reagiert mit einem modernen, den Steroiden, und beendet beinahe das Märchen vom edlen Ritter („In Not ist dieser Rittersmann“).

- Tom und Julia führen eine offene Ehe. Wenn seine Frau Julia andere Partner hat, erzählt ihr Tom, auch er habe welche, weil er möchte, dass sie glücklich ist. Tom verheimlicht seiner Frau auch, dass er all ihre Ersparnisse verloren hat. Als sie sich offenbar wieder versöhnen, sagt House: „Ist das nicht herzergreifend? Außer, dass Sie natürlich weiter Sex mit anderen Kerlen haben wollen. Inzwischen wird er die Familie ruinieren. Ich denke, ihr habt das Gröbste überstanden" („Offene Ehe“).

- Eine Mutter und ihre Tochter belügen einander nie - außer in dem Punkt, dass die Tochter adoptiert und eigentlich die leibliche Tochter einer Drogensüchtigen ist („Ist das Lügen nicht schön?“).“

 

„Wilsons Freund Tucker taucht auf. Tucker war einmal sein Patient, Wilson rettete ihm vor fünf Jahren das Leben, und sie freundeten sich an. Tucker nennt Wilson „Jim“ - ein Grund mehr für House, ihn nicht zu mögen (jeder weiß, dass Wilsons Name James ist). Tucker hat eine junge Freundin, aber als seine Prognose sich verschlechtert, sucht er Trost bei seiner Ex-Frau und seiner Tochter. Mit einer Aggressivität, die eigentlich eher House ähnlich sieht, probiert Wilson an Tucker eine sehr riskante Behandlung aus. House warnt Wilson: Er müsse in der Lage sein, die Konsequenzen zu tragen, falls er scheitere. Die doppelte Chemo-Dosis bekämpft zwar erfolgreich den Krebs, zerstört aber auch die Leber.

Mit House zusammen versucht Wilson, eine neue Leber für seinen Freund zu bekommen. In letzter Verzweiflung bittet Tucker Wilson, ihm einen Teil seiner Leber zu spenden, um sein Leben zu retten. Wilson reagiert auf sein Scheitern wie Wilson, nicht wie House. Als House feststellt, dass Wilson die Spende auch nur in Erwägung zieht, nennt er ihn einen Fußabtreter. Aber Wilson sagt, er werde es tun, der Mann sei sein Freund. „Sie gehen alle ex. Und alle sind deine Freunde.“ Trotz der Einwände von House bittet Wilson ihn, an der OP teilzunehmen.

HOUSE: „Nein.“

WILSON: „Wieso nicht?“

HOUSE: „Wenn du stirbst, dann bin ich allein.“

House beobachtet die Operation vom Zuschauerbereich aus. Wilson rettet Tucker. Als es ihm besser geht, sagt Tucker, er werde zu seiner Freundin zurückkehren. „Der Mensch, den du brauchst, wenn du todkrank bist, ist nicht unbedingt der, mit dem du dein Leben verbringen möchtest“, meint er. Das kann Wilson nicht akzeptieren, man kann sich nicht einfach nur die Rosinen herauspicken. Als Tuckers Freundin hereinkommt und ihn mit „Jim“ anspricht, korrigiert er sie: „Richtig heiße ich James“.“

 

 

Erfolg der Serie

 

Warum ist „Dr. House“ dermaßen erfolgreich?

Ein Großteil des Erfolges besteht aus seinen erstklassigen Dialogen und seinem Wortwitz. Dazu eine wunderbare Situations-Komik. Der anspruchsvolle Zuschauer kommt hier voll auf seine Kosten, aber auch der typische Schenkel-Klopfer.

Die Rätsel-Rater, die wissen wollen, um welchen Fall es diesmal wieder geht und wie er gelöst wird, haben auch ihre Freude. Rätsel werden auch in anderen Serien aufgeklärt, aber die Lösungen sind nicht so selten und unerwartet wie hier.

Die Person des Dr. House sagt, was sie denkt. Das wollen viele andere auch, trauen sich aber nicht. Auch nicht, sich wie ein trotziges, egoistisches, kleines Kind zu benehmen. Für jeden kleinen Anarchisten dürfte House das große Vorbild sein.

Diejenigen, die sich an Politischer Korrektheit stören, freuen sich, dass die Dinge beim Namen genannt werden; Rationalisten darüber, dass es jemanden bzw. eine ganze Serie gibt, die rational denkt und das ganze emotionale Trallala beiseite schiebt.

Selbst diejenigen, die es mit dem Trallala haben (also die überwiegende Mehrheit), würden es vorziehen, bei einer rätselhaften Krankheit vom miesepetrigen House behandelt (und geheilt) zu werden als von einem mitfühlenden Arzt beim Sterben die Hand getätschelt zu bekommen.

Durch ihre Hauptaussage „Jeder Mensch lügt“, ihre Rationalität gegenüber jeder herkömmlichen Betonung der Emotionen und ihrer nicht zum Vorbild taugenden Hauptfigur, ist die Serie „etwas anderes“ als alles andere.

Sie bringt es auch fertig, die einzige Krankenhaus-Serie mit nennenswertem männlichem Publikum zu sein. Nichtsdestotrotz sehen „Dr. House“ mehr Frauen als Männer. Da braucht mensch keine Statistiken, um das zu erkennen – die Werbung ist vollkommen auf Frauen zugeschnitten.

Der Wurm tippt auf das Helfer-Syndrom: „ach, was für ein armer Kerl, was der leiden muss. Der hat zwar eine raue Schale, dafür aber einen weichen Kern. Ich wüsste schon, wie frau mit dem umgehen muss“.

Vom Großen bis zum Kleinsten ist die Serie von erstklassigen Leuten gemacht. Das merkt mensch unter anderem an kleinen, eher unspektakulären Sachen. Unter anderemm hatte der Wurm seine Freude an einem sehr schönen neuen Arrangement von „Midnight Train to Georgia“ (im Original gesungen von Gladys Knight). Chase, Foreman und House in der Karaoke-Bar:

 

  

Auswirkungen der Serie

 

Bei Filmen oder Fernseh-Serien ist es oft nicht einfach, zu bestimmen, ob sie bestimmte gesellschaftliche Entwicklungen abbilden oder sie verstärken. Bei „Dr. House“ ist es nicht anders. Auf jeden Fall weckt die Serie Verständnis für bestimmte Krankheiten und regt an zum Nachdenken über ethische Fragen.

 

Realität und Rationalität

 

Die Serie steht definitiv für Realität und Rationalität: um Probleme lösen zu können, muss mensch wissen, was los ist und muss jene Methoden einsetzen, die am Sinnvollsten sind. Anderen Menschen etwas vorzumachen oder sich die Welt schönzureden, bringt nichts.

Damit steht „Dr. House“ auch gegen Politische Korrektheit, die lieber verschleiert als die Wahrheit sagt.

Zur Rationalität zählt auch, nur das zu glauben, was bewiesen werden kann. Sprich: Atheismus. House ist wohl die erste und einzige Hauptfigur einer großen Fernseh-Serie, die ausdrücklich Atheist ist.

Den Trend zum Atheismus gab es in den USA schon ein paar Jahre vor „Dr. House“, aber die Serie hat Verständnis dafür geweckt und den Trend verstärkt.

2009 kam dann auch erstmals die offizielle Anerkennung: „Auch US-Präsident Barack Obama legitimierte die Atheisten, als er bei seiner Amtseinführungsrede sagte, die USA seien „eine Nation von Christen und Muslimen, Juden und Hindus und Nicht-Gläubigen.““

https://www.welt.de/politik/ausland/article11741988/US-Atheisten-kaempfen-gegen-Mythos-Weihnachten.html

 

 

Selbstbewusste Frauen

 

Simone Schmollack aus dem Jahr 2010: "Dr. House, CSI und Greys Anatomy sind gut für junge Frauen und Mädchen: Die amerikanischen Krankenhaus- und Forensikserien fördern das weibliche Selbstverständnis und wecken Interesse an naturwissenschaftlichen und technischen Berufen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie, die die Technische Universität Berlin (TU) in den vergangenen anderthalb Jahren unter 14- bis 19-Jährigen durchgeführt hat. Deutsche Serien und Soaps wie Sachsenklinik, Marienhof und Verbotene Liebe leisten das nicht.

Die amerikanischen Serien zählen zu den Lieblingsfernsehformaten junger Frauen, hat die Studie herausgefunden. Ein wesentlicher Unterschied zwischen ihnen und den deutschen Soaps sei die Darstellung von Geschlechterrollen, sagt Studienleiterin Marion Esch. "In den amerikanischen Serien gibt es toughe Ärztinnen und Profilerinnen, die sich über ihren Beruf definieren. Die Frauen in den deutschen Serien sind zwar auch berufstätig, stehen aber vor allem mit ihren Beziehungen im Vordergrund. Ingenieurinnen kommen im deutschen Fernsehen nicht vor."“

http://www.taz.de/!5137467/

Asiatische Frauen sind oft sehr schüchtern und trauen sich nicht, gegen erlittenes Unrecht aufzubegehren. In der letzten Staffel spielt eine asiatische Ärztin, die vom Äußeren her den Klischees zu entsprechen scheint, sich aber nicht alles gefallen lässt und sich einiges zutraut. – Und somit ein Vorbild für (nicht nur) asiatische Frauen sein kann.

Melanie Wolff: „Dr. Chi Park arbeitet als Assistenzärztin in der Neurologie. Als ihr Vorgesetzter Dr. Andrews ihr im angetrunkenen Zustand an den Hintern greift, schlägt sie ihn mit einem gezielten Faustschlag zu Boden. Park wird daraufhin aus der Neurologie abgezogen und bis zu ihrer Anhörung vor dem Vorstand House als Teammitglied unterstellt.

Park ist väterlicherseits halb Koreanerin, mütterlicherseits philippinischer Abstammung. Sie gilt als äußerst intelligent und schloss ihr Studium unter den besten 2% ihres Jahrgangs ab, was sie bewusst jedoch nie in den Vordergrund stellt. Sie ist sehr familienverbunden und wohnt auch noch Zuhause bei ihren Eltern, weswegen sie sich nicht traut, ihrem Vater von der vorübergehenden Suspendierung in der Neurologie zu erzählen.

Park ist sehr geradlinig und glaubt daran, mit harter Arbeit alles alleine, auch ohne fremde Hilfe schaffen zu können. Daher ist es für sie auch nicht akzeptabel, wenn jemand ihr Geschenke macht oder einen Gefallen tun will. Dennoch ist es ihr wichtig, wie andere Leute sie sehen, auch wenn sie ihr eigenes Temperament oft nicht unter Kontrolle hat und damit bei Vorgesetzten schon einmal aneckt.

Als es schließlich zur Anhörung vor dem Vorstand der Klinik kommt, will Park zunächst ihren Standpunkt klar machen und Foreman und den anderen mitteilen, dass Andrews damals betrunken zur Arbeit erschienen ist. Als House jedoch 100 Dollar darauf wettet, dass sie gefeuert wird und dann auch noch von Foreman erfährt, dass er von dieser Tatsache wusste, bettelt sie regelrecht um ihren Job, da sie nichts lieber ist als Ärztin. Der Vorstand vergibt Park schließlich ihren tätlichen Angriff auf Andrews, der sich mittlerweile selbst einem Kurs gegen sexuelle Belästigung unterziehen muss, und wird endgültig House' Abteilung unterstellt.

Das neue Team nimmt Park nur sehr vorsichtig in ihre Mitte auf, da sie mit ihrer Art ihre Mitstreiter eher auf Distanz hält. Erst als sie merkt, dass niemand mit ihr zusammen arbeiten will, beginnt sie, ihre eigene Wirkung nach außen auf andere Menschen zu hinterfragen. Sie beschließt, sich ihren Kollegen zu öffnen und lädt kurzerhand Chase auf einen Drink nach der Arbeit ein.

Chase ist sich nicht sicher, was Park vor hat, doch sie macht ihm klar, dass sie lediglich daran interessiert ist, neue Freundschaften zu schließen, was ihr bislang eher schwer gefallen ist. Chase ist daraufhin einverstanden.“

https://www.myfanbase.de/dr-house/charakterbeschreibungen/?pid=12987

 

 

Das Ende ist der Anfang

 

Wer sich ausführlicher informieren möchte, ist bei „myFanbase“ gut aufgehoben:

https://www.myfanbase.de/dr-house/basics/

Dort gibt es auch eine ausführliche Inhaltsangabe über jede einzelne Folge.

https://www.myfanbase.de/dr-house/episodenguide/

Und wer immer noch nicht genug hat: Super RTL sorgt für einen nahtlosen Übergang und wiederholt nach dem Ende der letzten Folge alle Folgen von Anfang an (jeden Mittwoch ab 20.15 Uhr mehrere Folgen hintereinander).

 

 

 

Dada

 

Dadaisten haben eine eigene Webseite gegründet: Realsatire

„Dies ist ein neues Satire-Portal, das seit dem 24. Mai 2016 beweist: Die Welt ist eine große Realsatire! Auf realsatire.de und über Social Media (Facebook, Twitter, Instagram, YouTube) wird all das präsentiert, was täglich an Verrücktem passiert – und zwar nicht nur Skurriles aus dem Netz, sondern vor allem auch aus der analogen Welt. Wir betreiben Humor-Journalismus – mit dem wichtigen Ziel, dem Ernst des Lebens den Kampf anzusagen. Lustig. Listig. Und lästig. All das wollen wir sein.

Wir – das sind die Gründer Jochen Markett und Andi Weiland. Aber das sind auch all die vielen Unterstützer, die durch ihr Crowdfunding auf Startnext im Frühjahr 2016 diesen Kampf erst möglich gemacht haben. DANKE an alle, die hier namentlich aufgeführt werden.

Und Wir – das sind auch all diejenigen, die durch ihre Fotos, Texte, Videos etc. dazu beitragen, die Welt hier aus einer satirischen Sicht zu zeigen … und sie dadurch zu einem besseren Ort zu machen!“

http://realsatire.de/ueber-realsatire/

http://realsatire.de/

 

 

 

 

Dadaisten konnten es sich nicht verkneifen, das „Einhorn“ zu erfinden:

„Im Christentum war das Einhorn früh Sinnbild der gewaltigen Kraft des Christus, später Bild der Keuschheit und der Jungfrau und Gottesmutter Maria zugeordnet. Hintergrund dieser Symbolik war die Vorstellung, das Einhorn könne von einer Jungfrau gezähmt werden und verliere seine Wildheit, wenn es seinen Kopf in deren Schoß lege.

Aus dem Jungfrauen-Wandlungsmythos leitet sich auch eine andere Fruchbarkeitssymbolik ab, die mit dem phallischen Horn in Verbindung steht und Unsterblichkeit verleiht. So galt auch die Kunde, dass das gemahlene Horn heilsame und aphrodisierende Wirkung habe.“

http://www.symbolonline.de/index.php?title=Einhorn

Ein etwas aufdringliches Einhorn ist in der Kirche Notre-Dame-des Anges in L’Isle-sur-la-Sorgue zu sehen.