Völlig unvorbereitet traf das Establishment der Wahlsieg Donald Trumps bei den US-Präsidentschaftswahlen, siehe http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/251-zeitenwende.html

Wer ist schuldig, wer hat ihn gewählt? Überdurchschnittlich wurde Donald Trump in folgender Schicht gewählt: weiss, männlich, geringe Bildung.

Kurzum: die Dummen wären für das Wahlergebnis verantwortlich. Die schon vorher und gerade in den letzten Wochen übliche Bezeichnung für jene Menschen lautet „white trash“ (weisser Müll).

 

Wer hat Angst vor‘m dummen Mann?

 

„Also, auch wenn der Satz, glaube ich, nach wie vor gilt, nicht das Volk in seiner Gesamtheit, aber es gibt große Teile des Volkes, die sind nicht besonders informiert, geben sich auch keine Mühe, glauben aber dafür umso besser genau zu wissen, was der Fall ist. Also: sie sind dumm, wenn ich das mal so zusammenfassen darf.“

So der Politikwissenschaftler Herfried Münkler, der große Teile des Volkes für dumm hält. Wobei ihm der Großteil der Elite zustimmt und sogar der Wurm. Allerdings: wer bestimmt unter anderem die Schul- und die Medien-Politik? Wer erzieht sich die Dummen, wie er sie haben will?

„Dummheit“ hat bislang das Establishment noch nie gestört – Parteien und Medien förderten Primitivität und die niedrigsten Instinkte und kreierten Sündenböcke, um von eigenem Versagen abzulenken. Und solange die Dummen brav ihre Stimmzettel an den richtigen Stellen ankreuzten, war das eine schöne Sache.

Wie weit Herfried Münkler und die Eliten tatsächlich vom Volk weg sind, zeigt folgende Passage desselben Gesprächs:

„Selbstverständlich ist Politik Tag und Nacht damit beschäftigt, die sogenannten Sorgen und Nöte der Bürger ernst zu nehmen. Dafür haben sie die Demoskopen, die tagein, tagaus bei der Politik vorsprechen und denen das erläutern und Grundstimmungen darlegen usw.“

http://www.deutschlandradiokultur.de/politikwissenschaftler-herfried-muenkler-grosse-teile-des.990.de.html?dram:article_id=371845

Nun sind sich aber selbst die Demoskopen zu fein, die „sogenannten Sorgen und Nöte der Bürger ernst zu nehmen“:

Geoff Garin, ein altgedienter Meinungsforscher der Demokraten, sagte gegenüber „Politico“: „Viele Umfragen haben Weiße mit geringer Bildung zu wenig berücksichtigt, eine Gruppe, die Trump nahesteht“

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/251-zeitenwende.html

Albrecht Müller äußert sich zu Herfried Münkler folgendermaßen: „Deutschlandradio Kultur brachte am 19. November ein langes Gespräch mit dem Berliner Politikwissenschaftler Herfried Münkler. Die arrogante Einlassung passt zu Münkler. Er ist einer der großen Nachplapperer und dennoch davon überzeugt, die Eliten würden sich vorteilhaft vom Volk abheben und könnten diesem Wissen vermitteln. Ein kluger Politikwissenschaftler könnte heute beobachten, dass die Eliten, ähnlich wie Münkler selbst, genauso Opfer der gängigen Manipulation geworden sind wie die weniger gut ausgebildeten Menschen …

Der Text des Interviews von Münkler ist unten als Anlage wiedergegeben. Dort sind Passagen mit Ziffern in Klammern versehen, die als Belege seiner Irrungen und Wirrungen passen:

1. Münkler wärmt die in seinen Kreisen offensichtlich beliebte These auf, Angela Merkel und die CDU seien nach links gerückt, sozialdemokratisiert, wie es üblicherweise heißt. Das ist ein Phantom bzw. eine agitatorische Formel, die uns jene einreden wollen, die verhindern wollen, dass der neoliberale Rechtsruck aufgerollt wird.

2. Münkler gebraucht die jetzt gängigen Allerweltsbegriffe „Populismus“, „Rechtspopulisten“, „Linkspopulisten“. Das zeigt, dass er zu einer kritischen Reflexion nicht willens und nicht fähig ist. Andernfalls hätte er gemerkt, dass diese Begriffe heute verwandt werden, um sich selbst zu erheben und andere zu diffamieren. Diese Gewohnheit geht übrigens weit in Bereiche hinein, die man sonst gerne dem kritischen Teil der Zeitbeobachter zugeordnet hätte.

3. Wer auch nur andeutungsweise mitbekommen hat, dass die Eliten genauso wie das sogenannte Volk Opfer der Agitation geworden sind, zum Beispiel zum demographischen Wandel, dass sie Opfer des neuen Feindbildaufbaus Russland geworden sind, dass sie schlimmer als das Volk geglaubt haben, es gehe uns allen gut, dass sie genauso der Propaganda zum Sparen, zur Schuldenbremse usw. erlegen sind wie die weniger gut ausgebildeten Menschen. Die Arroganz des Professors ist unangebracht. Und die Hoffnung, dass diese hoch manipulierten Eliten geeignet wären, das Volk zu erziehen, ist schlicht eitel.

4. Münkler glaubt an die Weisheit der Demoskopen und ihre Bedeutung für politische Entscheidungen.“

http://www.nachdenkseiten.de/?p=35911

Herfried Münkler spielt eine wichtige Rolle in Deutschland. Auch der Wurm hatte sich schon mit ihm beschäftigt. Unter anderem hier:

„Eine zentrale Rolle spielen dabei heftige Attacken auf den Hamburger Historiker Fritz Fischer (1908–1999), der seit den 1960er Jahren das Verständnis der deutschen Kriegspolitik maßgeblich geprägt hat. An der Spitze dieser Attacken steht Herfried Münkler, der an der Berliner Humboldt-Universität politische Theorie lehrt.

Münkler führt einen regelrechten Feldzug gegen Fischer. Er veröffentlicht seine Angriffe auf den renommierten Historiker in einem breiten Spektrum von Publikationen, das von den in der Tradition der Frankfurter Schule stehenden Blättern für deutsche und internationale Politik über den Spiegel und die Süddeutsche Zeitung bis hin zum elitären Rotary Magazin reicht. Er tritt regelmäßig in öffentlichen Diskussionen auf, spricht auf offiziellen Veranstaltungen des Bundespräsidenten und berät politische Parteien, die Bundesregierung sowie die Bundeswehr.

Münklers Attacken auf Fischer zeichnen sich durch ihren gehässigen Ton und ihren Mangel an inhaltlicher Substanz aus …

Zu Beginn des Jahres verkündeten der Bundespräsident, der Außenminister und die Verteidigungsministerin, die Zeit der militärischen Zurückhaltung sei vorbei, Deutschland werde künftig wieder selbstbewusst und eigenständig in den Krisenregionen der Welt eingreifen. Münkler hat diesen außenpolitischen Kurswechsel mit vorbereitet und wirbt seither in zahlreichen Vorträgen und Artikeln dafür …

Münklers Angriffe auf Fritz Fischer und sein Eintreten für eine aggressivere imperialistische Außenpolitik hängen inhaltlich eng zusammen. Um neue Verbrechen des deutschen Imperialismus vorzubereiten, müssen seine historischen Verbrechen, zu deren Verständnis Fischer maßgeblich beigetragen hat, verharmlost und beschönigt werden.“

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/110-go-east.html

Dann lieber 100 Dumme als solch einen Intelligenten wie Herfried Münkler.

 

Wirtschaftliche Korruption

 

Matthias Weik und Marc Friedrich: „Der Brexit und die Wahl Donald Trumps kamen keineswegs überraschend und sind offensichtlich der Beginn einer radikalen Zeitenwende, wenn bei den Eliten nicht sofort ein Umdenken stattfindet. Ein "weiter so und immer mehr vom Gleichen" ist nicht mehr möglich. Es ist an der Zeit für eine drastische Kehrtwende. Ansonsten werden Extreme die Welt verändern und Wohlstand und Demokratie werden langfristig auf dem Spiel stehen …

Wie kann das sein? Weder in den USA noch in Großbritannien hat ausschließlich die weiße Unterschicht – von den "Oberen“ verächtlich "white trash“ genannt - entgegen den Erwartungen abgestimmt. Insbesondere in den USA hat sich auch die US-Mittelschicht nicht für Trump sondern oftmals gegen Clinton und das damit verbundene sogenannte "Establishment" entschieden. Trump wurde nicht zum Präsidenten gewählt, weil er so ein toller Hecht ist, sondern weil die Menschen es satt haben, dass sich das oberste Prozent der Bevölkerung ausschließlich um sich kümmert und sich gnadenlos bereichert, während der Rest auf der Strecke bleibt und obendrein für dumm verkauft wird.

Einerseits sind die Vermögen der Superreichen in den letzten 15 Jahren explodiert, andererseits sind die Einkommen der Mittel- und Unterschicht kaum gestiegen. Amerika ist nicht nur New York, Kalifornien und Miami. Es leben nicht nur an der Ost- und Westküste der USA Menschen, sondern auch dazwischen - und zwar verdammt viele. Dieses "Dazwischen", das ist das andere, das abgewirtschaftete Amerika. Amerikas Mittel- und Unterschicht sind zweifellos die Verlierer der Globalisierung. Eine Reise in die Mitte Amerikas hätte den Eliten gut getan. Genauso ist es ratsam für unsere Eliten in Europa, dorthin zu gehen wo ebenfalls viele Menschen wohnen – in den Vororten der großen Städte, in den vergessenen Städten und Regionen und auf dem tiefen Land.

Wer jedoch jeden Andersdenkenden als dumm oder als etwas noch schlimmeres und jeden sozial schlechter Gestellten als faul bezeichnet und sich parallel völlig realitätsfern zumeist auf dem Parkett schicker Hotels und Wohngegenden, exklusiver Events und Businessclubs, hipper Bars und Nobelrestaurants oder auf Golf- beziehungsweise Tennisplätzen bewegt (und vorzugsweise in der Business oder First Class eincheckt) wird auch zukünftig von den kommenden demokratischen Wahlen in der westlichen Welt "überrascht“ werden.

Nicht nur in Großbritannien und den USA, sondern auch in den Niederlanden, Italien, Frankreich, Österreich … und auch bei uns haben viele Menschen die Bevormundung, die Meinungsindoktrination , die Lügen und leeren Versprechen der oftmals von Lobbyisten gesteuerten weltfremden Berufspolitiker in Berlin, Brüssel, Washington, Paris, London …, die einseitige Berichterstattung, die Wall Street, die EZB, die korrupte FIFA, die betrügerischen VW-Manager (die Boni kassieren, während tausende von Arbeitern ihren Job verlieren werden), die kriminellen Handlungen der Deutschen Bank, das lächerliche Geschacher um den Posten des Bundespräsidenten … - oder summa summarum: ihre Eliten - absolut satt.

Was wir erleben ist ein Wandel. Die Lawine ist ins Rollen gekommen und sie ist mächtig groß und kann nicht mehr gestoppt werden. Das spüren die Protagonisten in der Politik. Ihre sichere und privilegierte Welt gerät ins Wanken und "die da unten“ agieren anders als zuvor und als gewollt. In vielen Auftritten nach der Wahl in Großbritannien und in den USA spürte man regelrecht die Unsicherheit und die Angst der Damen und Herren. Anstatt zu reflektieren, wurde man trotzig. Das wird die Sache nicht verbessern, sondern lediglich verschlimmern.

Warum ist das so, wie konnte es soweit kommen und warum werden Populisten in Zukunft noch viel stärker an Zuwachs gewinnen?

Im Zuge der Finanzkrise wurden Banken mit Milliarden von Steuergeldern gerettet. Die Verantwortlichen aus Finanzwirtschaft und Politik wurden jedoch nicht zur Rechenschaft gezogen. Spätestens seit der Finanzkrise 2008 mit ihren zahlreichen Bankenrettungen auf Kosten der Steuerzahler ist es offensichtlich, dass global eine gigantische Umverteilung von Unten, aus der Mitte und von Oben nach ganz ganz Oben stattfindet.

Während zahlreiche kleine Unternehmen im Zuge der Krise bankrott gegangen sind, wurden "systemrelevante“ Banken gerettet. Wichtig zu wissen ist: Banken sind niemals systemrelevant – sie sind das System und sonst gar nichts. Sollten einmal unsere Ärzte, die Damen und Herren von Polizei, Feuerwehr und Müllabfuhr eine Woche nicht zur Arbeit erscheinen, dann wird auch den Politikern in Berlin und Brüssel dämmern, wer oder was tatsächlich systemrelevant ist.

Trotz Exportweltmeistertitel und Rekordsteuereinnahmen besteht unserer Ansicht nach kein besonderer Grund für Jubelarien. Während einerseits die sozialversicherungspflichtigen Jobs in Vollzeit in Deutschland seit 1992 um 18 Prozent zurückgegangen sind, sind die Teilzeitjobs um 139 Prozent gestiegen. Andererseits haben die realen Nettolöhne seit 1992 nur um 0,4 Prozent zugenommen, während die Unternehmenseinkommen und die Einkommen der Supereichen um 70 Prozent gestiegen sind.

In Deutschland arbeiten bereits über 8 Millionen Menschen (in Voll- und Teilzeit) im Niedriglohnsektor. Sie können von ihrer Hände Arbeit nicht Leben - geschweige denn etwas für das Alter ansparen. Folglich ist eine gewaltige Altersarmutswelle vorprogrammiert. Nicht zu verkennen ist, dass jene, die in Vollzeit arbeiten, unser Sozial- und Rentensystem am Leben erhalten. Wenn dann vollkommen realitätsferne Politiker heute über das Jobwunder jubeln und uns erzählen, wir alle profitierten vom Euro, dann sorgt dies gelinde gesagt mindestens für Kopfschütteln in der Bevölkerung - und für eine weitere "Überraschung“ bei den nächsten Wahlen.

Das Epizentrum des Kapitalismus ist in seiner Verzweiflung und mangels Lösungen zur Planwirtschaft übergegangen. Mittlerweile hat die EZB mit ihrem fragwürdigen Aufkaufprogramm unvorstellbare 1,15 Billionen Euro in die Märkte gepumpt und unser Finanzsystem ad absurdum geführt.

Niemand hat den EZB-Chef und ehemaligen Goldman-Sachs-Banker Mario Draghi gewählt. Er wurde eingesetzt. Seine Politik ist ganz klar gegen die Kleinen und für die Großen gerichtet. Heute wird derjenige belohnt, der Schulden macht, und derjenige bestraft, der gesund wirtschaftet. Die Bundesrepublik Deutschland (aber auch einige Konzerne wie beispielsweise Henkel und Sanofi) verdienen Geld mit Schuldenmachen. Dass dies weder sinnvoll noch nachhaltig ist, ist nicht von der Hand zu weisen.

Mit ihrer wahnwitzigen Notenbankpolitik enteignet die EZB die Sparer, sorgt für immer höhere Bankgebühren, beraubt junge Menschen der Altersvorsorge, zerstört solide wirtschaftende Banken (Volksbanken, Spar- und Bausparkassen), zerstört Pensions- und Krankenkassen. Zusätzlich sorgt sie für eine gigantische Blase nach der anderen an den Aktien- und Immobilienmärkten. Der Wohnraum wird dadurch für immer mehr Menschen in vielen Regionen unerschwinglich gemacht, da die Löhne keinesfalls mit den kontinuierlichen Preissteigerungen am Immobilienmarkt mitziehen.

Zukünftig wird die EZB Negativzinsen einführen. Diese Politik wird zu massiven Bargeldabhebungsbeschränkungen führen. Ein komplettes Verbot ist im Extremfall nicht ausgeschlossen. Dies wird uns verträglich häppchenweise präsentiert. Lassen Sie sich nicht blenden! Sollte schlussendlich die von der EZB herbeigesehnte Inflation in ihrer vollen Härte kommen, dann werden wir uns alle warm anziehen müssen und bei der nächsten Wahl auf eine "Überraschung“ gefasst machen …

Während der Bürger Europas seit vielen Jahren unter einer immensen Steuer- und Abgabenlast leidet, parken Konzerne und Superreiche nach wie vor ihr Geld rund um den Globus in Steueroasen. Ein gewisser Herr Juncker hat seine Heimat (als damaliger Finanz- und Premierminister) zu einer der größten Steueroasen der Welt für Großkonzerne wie Ikea, Amazon, Google, Fiat, Deutsche Bank, Starbucks, Apple, FedEx, PepsiCo, Heinz, Procter&Gamble … gemacht.

Die in Luxemburg ansässige Firma Inter IKEA Holding hat beispielsweise im Jahre 2010 auf einen Gewinn von 2,5 Milliarden Euro knapp 48.000 Euro Steuern bezahlt. Dies entspricht einem Steuersatz von 0,002 Prozent!

Die Personen, welche den Steuerskandal im Jahr 2014 an das Licht der Öffentlichkeit gebracht haben, wurden keinesfalls für ihren Dienst am Gemeinwohl ausgezeichnet. Nein, Sie wurden rechtskräftig zu einer Haft- und Geldstrafe verurteilt. Trotz dieses Skandals wurde eben dieser Mann zum EU-Kommissionspräsidenten gemacht. Wenn Herr Juncker heute behauptet, dass er sich für Steuergerechtigkeit einsetzt, dann darf man nicht über Verdrossenheit seitens der EU irritiert sein und sich abermals nicht über eine "Überraschung" bei der nächsten Wahl wundern.

All die oben genannten Punkte zeigen eindeutig auf, warum es eine Elitenverdrossenheit und keine Politikverdrossenheit gibt. Die Leute haben die Doppelmoral, die Arroganz, die Bevormundung und versuchte Beeinflussung und Steuerung der Eliten satt. Sie lassen sich nicht mehr für dumm verkaufen. Sollten die Eliten nicht ganz schnell anfangen umzudenken, dann werden die Bürger mit einer urdemokratischen Waffe gnadenlos zurückschlagen – mit ihrem Wahlzettel. Dann werden in Zukunft noch ganz andere Personen als Donald Trump das Zepter der Macht ergattern. Der Ball liegt jetzt bei denen oben. Wenn sie nicht beginnen, etwas zugunsten aller Menschen (anstatt nur ihresgleichen) zu verändern, dann werden sie abgewählt werden.“

https://www.heise.de/tp/features/Elitenversagen-3538485.html

 

„Globalisiserungs-Verlierer“

 

Jens Berger: „Angela Merkel hat ihr Herz fürs Volk entdeckt. Die CDU müsse nun endlich auf Menschen zugehen, die „sich als Modernisierungsverlierer“ sehen und bei „Populisten von rechts und links ihre Zuflucht suchen“, so die Kanzlerin. Dabei tritt die Uckermärkerin zielsicher in Fußstapfen, die Andere hinterlassen haben. Seit dem Brexit ist es für die westlichen Eliten beispielsweise ausgemachte Sache, dass es vor allem „Globalisierungsverlierer“ sind, die nicht mehr die Vertreter der klassischen Politik wählen. Es ist schon zum verrückt werden. Da verfolgen die westlichen Eliten jahrzehntelang eine Politik der Ausgrenzung und Verarmung, die sich gegen weite Teile ihrer eigenen Bevölkerung richtet und nun verhöhnen sie ihre Opfer auch noch dadurch, dass sie sie zu „Verlierern“ erklären; was übrigens faktisch noch nicht einmal zutreffend ist …

Wann immer die Politik die „Globalisierung“ ins Spiel bringt, geht es meist überhaupt nicht um die Globalisierung, sondern um hausgemachte Entscheidungen, die mit der Globalisierung gar nichts zu tun haben. Nehmen wir den Niedriglohnsektor als Beispiel. Worum es bei „Reformen“ wie der Agenda 2010 ging, hatte Gerhard Schröder ja 2005 auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos sehr gut zusammengefasst:

„Wir müssen und wir haben unseren Arbeitsmarkt liberalisiert. Wir haben einen der besten Niedriglohnsektoren aufgebaut, den es in Europa gibt“ …

Wer Niedriglöhne sucht, der findet sie stattdessen im Dienstleistungsbereich: In der Alten- und Krankenpflege, im Sicherheitsgewerbe, bei den Raumpflegerinnen, im Einzelhandel und in der Gastronomie sind schlechte Löhne bekanntlich alles andere als selten. Aber die Altenpflegerin aus Wuppertal steht ja gerade eben nicht mit ihrer Kollegin aus Sofia im Wettbewerb. Der Wachmann aus Passau kann nicht durch einen kostengünstigen Ersatz aus Thailand ausgetauscht werden, die Raumpflegerin und die Kassiererin nicht nach Mexiko ausgelagert und der Kellner gegen einen effizienteren Chinesen ersetzt werden. Die niedrigen Löhne dieser Menschen haben nichts mit der Globalisierung zu tun!

Auch mit Angela Merkels „Modernisierung“ haben die niedrigen Löhne nichts zu tun. Mir wäre zumindest nicht bekannt, dass unsere Altenpflegerin so wenig bekommt, weil sie sonst gegen einen Pflegeroboter eingetauscht würde oder unser Wachmann im Wettbewerb mit einem Telearbeiter aus Bangalore steht, der dank der IT-Revolution nun in Passau Streife gehen kann. Putzroboter mag es ja geben; dass eine Raumpflegerin gegen einen Roboter ausgetauscht wurde, habe ich aber noch nicht gehört und auch unser Kellner steht nun nicht eben im Verdacht, ein Opfer der Modernisierung zu sein. Leider sind unsere Medien doch bereits so denkfaul, dass sie derlei Dummheiten unkommentiert durchgehen lassen.

Und auch in anderen Bereichen sieht es so aus: Ist die Verödung der ostdeutschen Regionen eine Folge der Modernisierung? Umgekehrt wird ein Schuh draus! Dank IT und dank der Möglichkeit, über einen „Telearbeitsplatz“ auch aus der brandenburgischen Pampa heraus in vielen modernen Jobs gut arbeiten zu können, haben diese Regionen wieder einen Lichtstreif am Horizont.

Die politisch gewollte Zerstörung der gesetzlichen Rente hat doch auch nichts, aber auch gar nichts, mit der Globalisierung zu tun. Oder stehen unsere Rentner jetzt schon im Wettbewerb mit alten Indern, die schon für viel weniger Geld in Rente gehen würden? Ist an der katastrophalen Bildungspolitik etwa das Internet schuld? Sind Pisa und Bologna also direkte Folgen der Modernisierung? Aber nicht doch. Ist der steigende wirtschaftliche Erfolg der Tigerstaaten in Südostasien dafür verantwortlich, dass die deutschen Landesregierungen keinen ordentlichen sozialen Wohnungsbau mehr unternehmen und die Bestände an Heuschrecken verscherbeln, die gleich erst mal die Mieten erhöhen?

Unsere zahlreichen Probleme haben viele Ursachen, unter denen ich die politische Korruption als die schwerwiegendste bezeichnen würde. Die Globalisierung oder gar die Modernisierung gehört jedoch ganz sicher nicht dazu. Insofern können es auch nicht die „Globalisierungs- oder Modernisierungsverlierer“ sein, die nun auf die Straße gehen, den Medien und der Politik nichts mehr glauben und böse rechts- und linkspopulistische Parteien und Politiker wählen. Wer so etwas erzählt, ist nicht nur unehrlich, sondern zudem im höchsten Maße zynisch.

Natürlich gibt es unter diesen Menschen auch „Verlierer“. Werfen Sie doch mal einen Blick auf die Metropolen des Ruhrgebiets. Wer heute über 50 Jahre alt ist, einen klassischen Industriejob gelernt hat und in Duisburg, Gelsenkirchen oder Bochum lebt und arbeitslos wird, hat nun einmal realistisch betrachtet kaum Chancen, wieder in Lohn und Brot zu kommen und sein gewohntes Leben fortzuführen. Und das geht ja weit über die reine „Jobfrage“ hinaus. Kann ich meiner Tochter dann noch das Studium finanzieren? Kriegen die Enkel jetzt keine Weihnachtsgeschenke mehr? Was wird aus dem Fußballverein, was denken die Kumpel in der Nachbarschaft; werden sie mich noch respektieren und akzeptieren? Und vor allem – was verdammt noch mal, stelle ich künftig mit dem langen Tag an? Haben wir es hier wirklich mit einem Globalisierungsverlierer zu tun? Nein! Die Globalisierung hat nichts damit zu tun. Es wäre Aufgabe der Politik, die Lebensperspektive dieses „Verlierers“ zu verbessern. Das tut sie aber nicht.

Und wie sieht es mit dem Rentner aus Frankfurt/Oder aus? Seine Stadt hatte mal fast 90.000 Einwohner. 90.000 Menschen, für die eine moderne 3-Zimmer-Wohnung mit Zentralheizung „in der Platte“ ein kleiner Lebenstraum war. 90.000 Menschen – spielende Kinder, junge Paare, das pralle Leben. Und heute? Bis 2020 soll jeder zweite Frankfurter die Stadt verlassen haben. Unter den heute rund 50.000 Frankfurtern sind viele Rentner. Wer jung ist und sein Leben noch aktiv in die Hand nehmen kann, zieht weg. Dorthin, wo es Jobs und Hoffnung gibt. Die einst so stolzen Plattenbauwohnungen stehen derweil leer und da mit den Jungen auch die Kinder wegzogen, ist die Stadt trist und still geworden. Ja, auch die Rentner aus Frankfurt könnte man als Verlierer der Entwicklungen der letzten zwei Jahrzehnte bezeichnen. Aber sind sie Modernisierungsverlierer? Das zu behaupten, wäre zynisch. Immer wieder gibt es Entwicklungen, die Menschen zwingen, in andere Regionen zu ziehen, ihr Glück fern der Heimat zu suchen. Aufgabe der Politik ist es, diese Entwicklungen zu begleiten und deren Folgen zu meistern. Wenn die Politik in diesem Punkt versagt, sind doch nicht die Menschen daran schuld, die ohnehin an den Fehlern leiden?

Verlierer; das sind zum Beispiel Boxer, die ihre Deckung nicht oben halten können oder Läufer, denen die Puste ausgeht. Die Menschen, die ihr Vertrauen in die Politik verloren haben, sind keine solchen Verlierer sondern Opfer! Da wir es nicht mit unabwendbaren Entwicklungen zu tun haben, gibt es – selbst wenn das Wort „Täter“ zu hart sein mag – Verantwortliche; Verantwortliche, die versagt haben und dabei Opfer produziert haben. Diese Opfer nun als Verlierer zu bezeichnen, die halt irgendwie zu langsam, zu unflexibel, ja zu blöde sind, um sich den modernen, globalisierten Zeiten anzupassen, ist eine Verhöhnung. Weder die Altenpflegerin, der Wachmann oder die Kassiererin sind langsam oder blöde … sie haben halt „nur“ das Pech, keine starke Lobby zu haben und von der Politik verkauft worden zu sein. Auch den arbeitslosen Industriearbeiter aus dem Ruhrgebiet und den Rentner aus Frankfurt/Oder trifft keine persönliche Schuld.

Wir haben es hier wie bereits erwähnt vielmehr mit einer Form des Zynismus zu tun, die wahrlich menschenverachtend ist. Inwieweit unterscheidet sich Merkel denn in diesem Punkt von einem korrupten Kleptokraten aus Afrika, der Gelder, die für einen Dammbau bestimmt waren, veruntreut hat und nun die Flutopfer tränenreich als Verlierer des Klimawandels beweint?

So unterscheiden sich dann wohl die Lesarten. Vielleicht werden Sie sich jetzt zusammen mit mir über derlei zynische Äußerungen aufregen? In der Sprachregelung der Eliten sind Sie dann jedoch auch nur ein Modernisierungsverlierer, der in einem linkspopulistischen Blog postfaktische Verschwörungstheorien liest. Willkommen im Klub!“

http://www.nachdenkseiten.de/?p=36067#more-36067

Jens Berger sei verziehen, dass er sich bei den Verlierern auf die Dienstleistungs-Berufe konzentriert. Auch in Handwerk und Industrie gibt es genügend sehr schlecht bezahlte Stellen; unter anderem durch das Auslagern von Arbeitsplätzen an Drittfirmen, die wesentlich schlechter bezahlen.

 

Kulturelle Verachtung

 

Aus der päpstlichen Enzyklika „Laudato si“ vom Jahr 2015:

„49. Ich möchte darauf hinweisen, dass man gewöhnlich keine klare Vorstellung von den Problemen hat, die besonders die Ausgeschlossenen heimsuchen. Sie sind der größte Teil des Planeten, Milliarden von Menschen. Heute kommen sie in den internationalen politischen und wirtschaftlichen Debatten vor, doch oft scheint es, dass ihre Probleme gleichsam als ein Anhängsel angegangen werden, wie eine Frage, die man fast pflichtgemäß oder ganz am Rande anfügt, wenn man sie nicht als bloßen Kollateralschaden betrachtet. Tatsächlich bleiben sie im Moment der konkreten Verwirklichung oft auf dem letzten Platz. Das ist zum Teil darauf zurückzuführen, dass viele Akademiker, Meinungsmacher, Medien- und Machtzentren weit von ihnen entfernt angesiedelt sind, in abgeschlossenen Stadtbereichen, ohne in direkten Kontakt mit ihren Problemen zu kommen. Sie leben und denken von der Annehmlichkeit einer Entwicklungsstufe und einer Lebensqualität aus, die für die Mehrheit der Weltbevölkerung unerreichbar sind. Dieser Mangel an physischem Kontakt und an Begegnung, der manchmal durch die Desintegration unserer Städte begünstigt wird, trägt dazu bei, das Gewissen zu „kauterisieren“ und einen Teil der Realität in tendenziösen Analysen zu ignorieren. Das geht zuweilen Hand in Hand mit „grünen“ Reden. Wir kommen jedoch heute nicht umhin anzuerkennen, dass ein wirklich ökologischer Ansatz sich immer in einen sozialen Ansatz verwandelt, der die Gerechtigkeit in die Umweltdiskussionen aufnehmen muss, um die Klage der Armen ebenso zu hören wie die Klage der Erde.“

http://www.kab-bamberg.de/bildung-digital/2016/04/29/v-weltweite-soziale-ungerechtigkeit/

 

US-Analyse von Richard Rorty aus 1997

 

Wolf Lepenies: „Als der amerikanische Philosoph Richard Rorty 1997 sein Buch „Achieving Our Country“ publizierte, ging die erste Präsidentschaft Bill Clintons zu Ende. In der Clinton-Ära machte Rorty eine Prophezeiung, von der wir fürchten müssen, dass sie jetzt Wirklichkeit wird:

„Eines Tages wird es einen Riss in Amerika geben. Ein beträchtlicher Teil der Wählerschaft wird zu dem Schluss kommen, dass das ‚System‘ gescheitert ist, und wird sich nach dem starken Mann umsehen, den es wählen kann. Der wird ihnen versichern, dass nach seiner Wahl die schmierigen Bürokraten, die Winkeladvokaten, die überbezahlten Fondsmanager und die postmodernen Professoren nichts mehr zu sagen haben werden. Ist ein solcher ‚Strongman‘ einmal gewählt, vermag niemand zu sagen, was passieren wird. 1932 erwiesen sich alle Voraussagen, was passieren würde, wenn Hindenburg Hitler zum Kanzler machte, als unglaublich optimistisch.“

Eines aber, so Rorty, ließ sich voraussehen: Nach der Wahl des ‚starken Mannes‘ würden die Fortschritte im Umgang mit Schwarzen, Latinos und Homosexuellen wieder verloren gehen: „Die als Scherz getarnte Verachtung von Frauen wird wieder Mode werden, am Arbeitsplatz wird man wieder das Wort ‚Nigger‘ hören. Der Sadismus, den die akademische Linke ihren Studenten austreiben wollte, wird wiederkehren.“

„Achieving Our Country“ war das Buch eines Linken, Rorty hätte sich nicht dagegen gewehrt, Sozialist genannt zu werden. Zugleich war er ein Patriot, der sein Land liebte und sich – in der Nachfolge Walt Whitmans und John Deweys – darum sorgte, wie die Amerikaner auch künftig mit Stolz auf ihr Land blicken konnten. Es galt, weiter an der „Vervollkommnung“ der Vereinigten Staaten zu arbeiten. Ökonomie und Moral spielten dabei zusammen.

In der Verantwortung von Politik und Wirtschaft lag es, das von Tocqueville so genannte „schöpferische Prinzip“ aufrechtzuerhalten, das den Erfolgen Amerikas zugrunde lag: die „Gleichheit der gesellschaftlichen Bedingungen“. Aufgabe der Zivilgesellschaft war es, eine „decent society“ zu stärken und weiterzuentwickeln, ein Gemeinwesen des Anstands, in dem man anderen, Minoritäten und Randgruppen, mit Toleranz und Respekt begegnete. Ökonomie und Moral gehörten zusammen: Menschen, die sich als Verlierer der wirtschaftlichen Entwicklung fühlten, würden ihr Bemühen um Anstand aufgeben, Sündenböcke suchen und ihren Ressentiments freien Lauf lassen. Die Amerikaner würden in einer tief gespaltenen Gesellschaft leben.

Rorty schilderte die Entwicklung, die zu dieser Konstellation führen konnte, am Beispiel der amerikanischen Linken. „Linke“ war dabei ein Sammelbegriff. Er hatte nichts mit parteipolitischen Orientierungen zu tun, sondern bezeichnete Gruppen, die von der Notwendigkeit überzeugt waren, die amerikanische Gesellschaft weiterzuentwickeln: „Achieving Our Country“. Diese Linke konzentrierte sich ursprünglich auf die Wirtschaft und versuchte – anders als in Europa ohne marxistisches Vokabular –, Reformen im Rahmen einer konstitutionellen Demokratie umzusetzen. Es war eine Partei weißer Männer, die sich um die Benachteiligung von Frauen oder Schwarzen wenig kümmerte, überzeugt davon, dass kulturelle Vorurteile in dem Maße verschwinden würden, wie sich die soziale Ungleichheit verringerte.

Dann kam es in den Sechzigerjahren zu einer Wende: Die Linke gab die Zusammenarbeit mit den Gewerkschaften auf, interessierte sich kaum noch für die Wirtschaft und sah ihre Hauptaufgabe in der Durchsetzung einer Identitätspolitik, die „andere“ in ihrer Eigenart anerkannte. Dazu zählten Frauen, ethnische Minoritäten, Behinderte, Lesben und Homosexuelle. Die kulturelle Linke war für den Siegeszug der Political Correctness verantwortlich, von der Rorty zu Recht sagt, sie habe in Amerika zu einem Zivilisierungsschub geführt und das Land auf dem Weg, eine „anständige Gesellschaft“ zu werden, vorangebracht.

Während die Linke für die Einhaltung der Political Correctness sorgte, nahmen im Zentrum der amerikanischen Arbeitsgesellschaft soziale Ungleichheit und ökonomische Unsicherheit zu. Schon zu Zeiten der Präsidentschaft Clintons schwand die Zuversicht der Amerikaner, ihre Kinder würden es einmal besser haben als sie. An die Stelle einer Verbürgerlichung des Proletariats trat die Proletarisierung der Mittelklasse. Unfähig, zwei Initiativen gleichzeitig zu verfolgen, hatte die Linke in ihrem Eifer, Minoritäten und Randgruppen gerecht zu werden, die Mitte und die Mehrheit aus dem Auge verloren.“

https://www.welt.de/kultur/article159316646/US-Philosoph-sah-schon-1997-das-Szenario-Trump-voraus.html

 

USA: Verachtung und Mindfuck

 

Hans Ulrich Gumbrecht: „Wir, die Elite des Landes, waren uns sicher, ganz Amerika müsse denken wie wir: pluralistisch, liberal, optimistisch. Trumps Anhänger haben wir nur als White Trash verachtet. Wir sollten uns schämen …

Frustriert und ressentimentgeladen von ihrer Existenz nicht nur in wirtschaftlicher Ungleichheit, sondern auch und vor allem in einer Ungleichheit gesellschaftlicher Anerkennung, zu der wir Intellektuelle täglich beitragen, haben uns Trumps Wähler gezeigt, dass die von uns erfundene und voll blinder Überzeugung durchgesetzte Welt der Gleichheit der Geschlechter und Kulturen, der Pluralität der Meinungen und der Lebensformen nicht ihre Welt ist.

Und für einige Tage wenigstens sollten wir uns Beschämung und auch die Frage nicht ersparen, mit welcher demokratischen Berechtigung wir denn eigentlich glaubten, diese Welt unserer eigenen Werte jenen Mitbürgern auferlegen zu dürfen, die wir im besten Fall nicht ernst nehmen. Und gemeinhin als „white trash“ verachten (obwohl wir natürlich als politisch korrekte Aufklärer solche Worte nie in den Mund – oder unsere schreibenden Hände – nähmen) …

Eine ganz andere Hoffnung könnte für uns selbsternannte ehemalige Vordenker der Nation in der Vermutung liegen, dass uns der neue Präsident ebenso ignorieren wird, wie wir es mit seinen Anhängern getan haben. Bis es dann am Dienstag zu spät war.“

https://www.welt.de/kultur/article159389903/Wir-haben-Trumps-Anhaenger-zu-lange-verachtet.html

Michael Streitberg: „Gleichwohl haben auch viele jener, die nun mit selbstgerechter Empörung auf die angeblich dummen und ungebildeten Trump-Wähler zeigen, ihren eigenen großen Beitrag zum Ausgang der Wahlen geleistet.

Große Teile des linksliberalen und linken Spektrums beschränken ihre politische Arbeit seit Jahrzehnten auf allerlei Kulturkämpfe und eine immer irrealer anmutende Identitätspolitik. Akademiker, die sich selbst für unglaublich tolerant und weltoffen halten, tragen ihre moralische Überlegenheit wie eine Monstranz vor sich her. Allzu viele Progressive verbringen ihre Tage in einer Filterblase aus Facebook, New York Times und »irgendwas mit Medien«. Sie kämpfen für »Triggerwarnungen« und Unisextoiletten und debattieren in Universitätsseminaren darüber, ob weiße Menschen Dreadlocks tragen dürfen. Für jene vielen Millionen Menschen, die sich derweil von einem prekären Arbeitsverhältnis zum nächsten hangeln und sich – trotz »Obamacare« und alledem – keine adäquate Gesundheitsversorgung für sich und ihre Kinder leisten können, wollen sie derweil kaum etwas wissen. Der von großen Teilen der Linken bereits in den 1980er Jahren vollzogene »Abschied vom Proletariat« hat es ihnen leicht gemacht, sich in der eigenen Parallelwelt gemütlich einzurichten.

Diejenigen, die in den deindustrialisierten »Rust Belts« oder in den Weiten des ländlichen Amerikas um ihr tägliches Überleben kämpfen, wissen sehr gut, dass sie von der linksliberalen Kultur- und Medienelite nichts zu erwarten haben – und von Hillary Clinton erst recht nicht.“

https://www.jungewelt.de/2016/11-10/071.php

 

Deutschland / Europa: Verachtung und Mindfuck

 

Elisabeth Raether: „Jahrelang haben die liberalen Eliten die da unten und ihre Sorgen heimlich verachtet. Jetzt wählen die Abgehängten die Rassisten, und der Schreck ist groß.

Es könnte sein, dass das an uns liegt. Wir haben die Hinweise gar nicht übersehen, wir haben sie ignoriert. Denn sie führen uns, auch uns Europäern, eine unangenehme Wahrheit über uns selbst vor Augen: Wir sind eine Gesellschaft der Klassen, in der die einen führen und die anderen folgen. Und wenn wir über Trump und seine Melania lachen, dann entlarven wir nicht sie, sondern uns.

Wer ist wir? Wir sind die, die führen. Wir sind die neue liberale Elite …

Wir haben dieselben Methoden wie alle Eliten überall: Wir definieren, was guter Geschmack ist, was sich gehört und was nicht, und wir verachten diejenigen, die sich daran nicht halten. Wir sorgen dafür, dass unsere Zirkel geschlossen bleiben. Doch wie ein Revolutionsregime sind wir über jeden Vorwurf erhaben, denn wir, oder zumindest die Generationen vor uns, haben für diesen Platz in der Gesellschaft kämpfen müssen. Wir haben die Toleranz sozusagen erfunden, deshalb definieren wir sie jetzt auch. Herausgekommen ist die unantastbare Herrschaft des Richtigen, also unsere Herrschaft. Es stimmt ja, wir haben viel Gutes in die Welt gebracht, Gerechtigkeit und Freiheit für Frauen, Migranten, Behinderte, Homosexuelle, das alles ist unsere Tradition. Doch die Klassen haben wir nicht abgeschafft. Wir haben uns nur an die Spitze der Klassengesellschaft gesetzt, und jetzt kommt es uns so vor, als hätten alle Schranken sich geöffnet. Von unten dürfte das Ganze anders aussehen …

Schwarze Männer und Frauen werden in den USA Opfer von Polizeigewalt, sie sind von Armut betroffen, sie müssen sich gegen zahlreiche Vorurteile wehren. Doch es gibt noch eine andere Gruppe von Ausgegrenzten. Über sie, die den Fortschritt nicht so schnell begreifen, kann man auch in Zeiten der inklusiven Sprache alles Verächtliche sagen: über die Unsicheren, die Unbegabten, die Ängstlichen, über die weißen Männer. Ihre Wünsche, ihre Bedürfnisse, ihre Ängste, ihre Biografien – alles ein Witz. Man kann sie white trash nennen, oder Arbeiter, Arbeitslose, Ungelernte. In jedem Fall sind sie die Unbeliebten, weder weltgewandt noch selbstironisch. Sie sind die Gekränkten …

Der Widerspruch, dass gerade Milliardäre die Ausgeschlossenen erreichen, löst sich aber schnell auf: Die sind nicht nur ökonomisch ausgeschlossen, sondern vor allem kulturell.

Die Front-National-Chefin Marine Le Pen verbrachte eine privilegierte Jugend in einem reichen Pariser Vorort, aber von den Marginalisierten wird sie geliebt. Während die Bessergestellten in ihr eine grobschlächtige Frau mit präfaschistischen Ansichten sehen, wärmen die verletzten Seelen sich an ihr. Denn sie haben dasselbe erlebt: die Verachtung der liberalen Elite. Le Pen hat jahrelang daran gearbeitet, endlich in die französischen Fernsehstudios vorgelassen zu werden, wo ihr Vater unerwünscht war. Jetzt kämpft sie mit einer Leidenschaft um das Amt des Präsidenten, als gehe es nicht um Politik, sondern darum, eine Rechnung zu begleichen.

Das ist die Heldengeschichte der Missachteten: Ihr, die angeblich so supertoleranten Besserverdienenden, habt uns jahrelang ignoriert. Wir durften im Reality-TV auftreten, zu eurem Amüsement, das ihr mit eurer ewigen Ironie genießt. Aber jetzt haben wir ins ernste Fach gewechselt. Jetzt wollen wir die Macht, und wir bekommen sie. Ihr habt euch doch immer beschwert, dass wir nicht wählen gehen – tja, aber genau das werden wir jetzt tun

Die Ausgeschlossenen kamen im politischen Leben schon lange nicht mehr vor, als sie so wütend wurden. Der französische Soziologe Didier Eribon sagt, dass die ehemals kommunistische Arbeiterklasse immer auch homophob und rassistisch war, aber heute wähle sie vor allem deshalb den Front National, weil die sozialistische Regierungspartei nichts mehr mit ihr zu haben wolle. Der PS unter François Hollande will eine neue Linke sein, repräsentiert von schnöseligen Männern wie Premier Manuel Valls und Wirtschaftsminister Emmanuel Macron, die keine Ahnung haben vom Kampf der Abgehängten gegen "die da oben". Über diejenigen, die gegen ein liberalisiertes Arbeitsmarktgesetz demonstrieren, sagte Valls neulich mit unverhohlener Überheblichkeit: Das ist die alte Linke. Die französischen Sozialisten, die deutsche SPD, die Demokraten in den USA, sie alle haben die Schmuddelherkunft hinter sich gelassen und sich auf die vornehmeren kulturellen Fragen konzentriert.

Eine Tragödie ist es, dass die Zurückgelassenen erst durch die Rassisten und Autoritären wieder eine Stimme gefunden haben. Denn natürlich haben auch Arbeiter und Arbeitslose Transgender-Kinder, schwule Söhne und Töchter, denen sie nur das Beste wünschen, und natürlich werden gerade die Ausgegrenzten unter den Folgen des Klimawandels leiden. Doch wir haben unsere Weltoffenheit zum Distinktionsmerkmal gemacht. Wir haben keine Gelegenheit ausgelassen, unsere Überlegenheit vorzuführen: So viel intelligenter, humorvoller, klarsichtiger sind wir. Wir trennen unseren Müll, und unsere Grammatik ist perfekt. Es mag nur ein Unterton sein, der unsere Arroganz verrät, doch wir sollten anfangen, ihn zu hören. Bei den Abgehängten ist die Botschaft nämlich längst angekommen. Für die Autoritären war es dann leicht, freiheitliches Denken und Verantwortungsgefühl als Luxus zu diskreditieren, den nur wenige sich leisten können. Toleranz sei die Ideologie der Macht, sagen sie. Das ist falsch und manipulativ, aber es offenbart unsere größte Schwäche.“

http://www.zeit.de/2016/33/demokratie-klassenduenkel-rassismus-populismus/komplettansicht

Hans-Dieter Rieveler: „Ob Arbeitslosigkeit, Obdachlosigkeit oder Wohnungsnot, soziale Probleme werden für das Zentralorgan der Grünen erst interessant, wenn sie Frauen, Menschen mit Migrationshintergrund oder LSBTTIQ (lesbische, schwule, bisexuelle, transgender, transsexuelle, intersexuelle und queere Menschen) betreffen. Denn die anderen, "alte weiße Männer" zum Beispiel, sind, der neoliberalen Logik gemäß, selbst schuld, wenn es ihnen nicht gut geht. Sie werden ja nicht diskriminiert

Während heterosexuelle weiße Männer ohne Migrationshintergrund also per definitionem keinen Grund zur Klage haben, ist kein Problem von Angehörigen anerkannter Opfergruppen zu gering, um nicht in epischer Breite diskutiert zu werden. Breiten Raum gibt die taz etwa immer wieder den Luxusproblemen von Frauen in der Filmbranche, ob diesseits oder jenseits des Atlantiks.

Erschüttert wird das grüne Weltbild nur, wenn sich zwei als schützenswert betrachtete Gruppen in die Quere kommen, Flüchtlinge und Frauen beispielsweise. Dann ertönt reflexartig der Ruf nach strengerer Beachtung der Political Correctness, um das Problem zumindest rhetorisch aus der Welt zu schaffen. Migranten und "People of Color" scheinen generell einen etwas höheren Schutzstatus zu genießen als Frauen.

Zwar wählten deutlich weniger Frauen als Männer Trump, doch unter den weißen Frauen bekam er mit 53 % immer noch die Mehrheit. Hengameh Yaghoobifarah schließt daraus messerscharf, die weißen Wählerinnen Trumps hätten "an erster Stelle als weiße Personen" agiert und es an Solidarität mit "Women of Color", "Schwarzen Frauen", "Frauen mit Behinderungen", mit Jüdinnen, Musliminnen etc. vermissen lassen. Fazit: "Das Misstrauen gegenüber weißen Frauen hat sich bewährt: Ihnen ist intersektionaler Feminismus scheißegal. Lieber machen sie sich zu Komplizinnen von Vergewaltigungskultur als von jenen Menschen, die ebenfalls von weißen Männern unterdrückt werden" …

Dass es nur an ihrer Dummheit liegen kann, lässt sich am einfachsten nachweisen, wenn man ihre finanziellen Sorgen und Zukunftsängste ignoriert. So wie Yaghoobifarah oder auch Ulrich Schulte, der den Wahlerfolg der AfD in Mecklenburg-Vorpommern mit Standardfloskeln kommentierte: "Wir befinden uns im postfaktischen Zeitalter. Wichtig ist für viele Menschen nicht mehr, was stimmt – sondern was ihr eigenes, von der Komplexität der Welt überfordertes Gemüt bewegt."

So lässt sich der Vorwurf, Linke würden die Probleme der Unterschicht und der vom Abstieg bedrohten Mittelschichtsangehörigen ignorieren, spielend kontern, gerade indem man sie ignoriert. Ausländerfeindlichkeit kann in dieser Sichtweise nur die Folge gefühlter Probleme sein, für die Prekariatsangehörige und "besorgte Bürger" einen Sündenbock suchen. Rechtsradikale, rechte Populisten, Arbeitslose und Leiharbeiter, vor dem inneren Auge verschwimmt das alles zu einer braunen Soße, bestehend aus durch und durch dummen und bis ins Mark rassistischen Menschen.

Ungefähr so liest sich die von Unterschichtsverachtung triefende Tirade in der Rubrik "Die Wahrheit", die Uli Hannemann wie folgt einleitet: "Wir sind schuld. 'Wir', das sind Linke oder Liberale mit Abitur, Freischwimmer und schmalem Vorstrafenregister. Wir sind schuld an Trump und an Petry, an Le Pen, Kaczyński und Orbán. Das liest man dieser Tage oft […]." Hannemann dagegen, der laut Wikipedia in Prien am Chiemsee aufwuchs und in Berlin sein Studium abbrach, verübelt offenbar den "Angsthasen", "Hirnverbrannten", "Arschlöchern" und "gesellschaftlich Abgehängten", dass sie ihre Wut über die eigentlich selbstverschuldeten Probleme an "noch Schwächeren" ausließen und "Intellektuelle" wie ihn beschimpften, statt sich "gegen die Mächtigen" zu verbünden.

Mit wem denn, möchte man fragen. Mit einer Linken, die so etwas wie gesamtgesellschaftliche Solidarität gar nicht mehr auf dem Schirm hat und stattdessen, ähnlich wie Margaret Thatcher – "There is no such thing as society" – und andere neoliberale Vordenker, nur Individuen kennt, die, wenn sie keiner anerkannten Problemgruppe angehören, ihre Probleme nur selbst verschuldet haben können? Einer Linken, die nach Auffassung von Reinecke "seit Hitler […] dem gemeinen Volk, das widerstandslos zum Komplizen eines alle Maße sprengenden Verbrechens wurde", misstraut? Die sich, ähnlich wie schon die Judäische Volksfront und die Volksfront von Judäa im Filmklassiker "Das Leben des Brian", vorwiegend gegenseitig bekämpft und sich statt mit realen Problemen lieber mit Mindfuck beschäftigt?

https://www.heise.de/tp/features/Wer-uns-nicht-versteht-ist-dumm-3528037.html?seite=3

http://www.taz.de/Wahlentscheidung-weisser-Frauen/!5353454/

 

Diskurs in den „NachDenkSeiten“

 

Jens Berger: „Populisten und dumme Wähler? Ihr habt nichts, aber auch rein gar nichts, verstanden

Während das politische Berlin und die Edelfedern letzte Woche mit einem bösen Kater erwacht sind und nun Gott und die Welt – oder um in ihrer Sprache zu bleiben, Populisten und die dummen Wähler – für den Sieg Donald Trumps verantwortlich machen, scharren Europas Trumps schon mit den Hufen. Im folgenden Jahr wird auch hier gewählt und ein Erfolg der Wilders, le Pens und Petrys sollte nun auch niemanden mehr so wirklich überraschen. Verblöden wir? Sind wir plötzlich alle zu Rassisten mutiert? Oder lässt sich die atemberaubende Erosion der traditionellen Politik nicht vielleicht auch durch eine angsterregende Entfremdung der „Eliten“ vom Volk und den kompletten Verlust von Empathie im linksliberalen Lager erklären? Trump, Wilders, le Pen und Petry sind nicht vom Himmel gefallen. Paradoxerweise wurde und wird ihnen gerade vom linksliberalen Lager der Weg geebnet.

Die Standardreaktion gebildeter, weltoffener deutscher Akademiker auf den Wahlsieg Donald Trumps war eine Mischung aus offen zur Schau getragener Ablehnung und Witzeleien über die amerikanischen Hinterwäldler, die sich von so jemanden hinter die Fichte führen lassen. Klar, so was könnte uns in Deutschland nie passieren … ok, Ausnahmen bestätigen die Regel. Aber Spaß beiseite. Muss man als aufgeklärter Mensch nicht förmlich über einen Unsympathen wie Trump herfallen? Und darf man sich nicht über Menschen lustig machen, die einen gelb toupierten Westentaschen-Macho wählen, der unter anderen Umständen nur als Persiflage seiner selbst durchgehen würde? Klar, so kann man auf das Phänomen reagieren. Geholfen ist dabei jedoch niemanden und schlauer wird man dadurch auch nicht.

Daher ist es im aufklärerischen Sinne auch nicht zielführend, nun empört festzustellen, dass in den USA ein Sexist, ein Betrüger, ein Rassist, ein Großmaul, ein Kapitalist und ein Demagoge gewählt wurde … obgleich all dies natürlich korrekt ist. Ein Trump verschwindet nicht dadurch, dass die linksliberale Bohéme nun verschnupft ist und pikiert das Näslein über diesen bösen „Populisten“ rümpft. Und selbst wenn; wer oder was sollte das Vakuum füllen? Etwa Hillary Clinton? Die Frau, die es noch nicht einmal geschafft hat, bei den weißen Frauen eine Mehrheit zu bekommen?

Derlei Gedankenspiele führen doch zu nichts. Dass Donald Trump die Wahl gewonnen hat, ist nun auch schon Geschichte. Interessanter ist da doch die Frage, warum er gewonnen hat. Warum haben so viele Amerikaner von der klassischen Politik die Nase derart voll, dass sie sogar einen Donald Trump wählen? Weil die Menschen plötzlich dumm geworden sind? Weil sie zu viel Zeit in den sozialen Netzwerken verbringen und die Segnungen des Qualitätsjournalismus nicht mehr zu schätzen wissen? Aber nicht doch!

Ist es wirklich so schwer, sich in einen ehemaligen Facharbeiter aus Flint, Michigan hineinzuversetzen, der früher ein stolzes und geachtetes Mitglied seiner Gemeinde war, der seine Familie durch die harte Arbeit ernähren konnte und es am Ende sogar geschafft hat, eines seiner Kinder an eine dieser teuren privaten Hochschulen zu bringen? Was mag in diesem Mann vorgehen, der heute von Glück reden kann, dass er noch einen Job im Supermarkt hat, wo er jungen Schnöseln ihre Einkäufe in Tüten verpacken darf und ansonsten nur sieht, wie „sein Amerika“ vor die Hunde geht? Der mitbekommen muss, wie seine Straße, sein Viertel, seine Stadt, sein ganzes County erst deindustrialisiert und dann desillusioniert wurde? Der mitbekommt, wie Hillary Clinton und Co. sich an die Konzerne verkaufen, die Flint den Rücken gekehrt haben? Haben wir Linksliberalen mit unserer tollen Bildung und Ausbildung wirklich nie auch nur den Hauch Empathie gelernt?

Die Fähigkeit, zu erahnen, was in anderen Menschen vorgeht, scheint vor allem dem linken Lager tatsächlich verloren gegangen zu sein …

Reden wir also lieber nicht mehr über die Symptome, sondern über die Ursachen. In der linksliberalen Lila-Launebär-Welt der Passivhäuser im Freiburger Stadtteil Vauban oder des hermetisch gentrifizierten Kiez auf dem Prenzlauer Berg in Berlin sind die Probleme und Sorgen des Volkes natürlich weit weit weg. Sollen sie doch veganen Dinkel-Kuchen essen! Uns geht´s doch gut – zumindest hier im Viertel. Klar, diesem selbstgerechten Bürgertum, dem offenbar die Deutungshoheit im rot-grünen Lager zugefallen ist, geht es in der Tat gut. Hier muss man sich keine Gedanken darüber machen, warum man trotz formal guter Ausbildung keinen Job bekommt. Hier sind Hartz IV und Grundsicherung sehr abstrakte Themen. Hier denkt man fortschrittlich, postmaterialistisch; und da es uns ja materiell ohnehin (zu) gut geht, stehen nun die weichen Themen auf der Agenda – genderneutrale Toiletten sind dann wichtiger als Chancengleichheit, die Frage, ob schwule Paare Kinder adoptieren können, ist wichtiger als die Frage, wie man Jobs in strukturschwache Regionen bringt. Das bedingungslose Grundeinkommen ist dabei die Antwort auf alle sozialpolitischen Fragen und Politik hat dann eine Politik für Minderheiten zu sein. Wer als weißer christlicher Mann gleich drei Mehrheiten angehört, hat da schon mal schlechte Karten.

Man sollte die Geschichte nicht durch einen Mangel an Phantasie beleidigen. Die selbsternannten Parteien der Mitte haben die Empathie verloren und sich von den meisten ihrer Wähler entfremdet. Die Grünen dienen sich dem bürgerlichen Milieu an, dem sie entsprungen sind, die Sozialdemokratie existiert derweil nur noch auf dem Papier – verkauft von gierigen Parteikadern für ein Linsengericht. Und dies nicht nur in Deutschland. Wundern wir uns wirklich darüber, dass solch erbärmliche Karikaturen wie Hillary Clinton, Ed Miliband, François Hollande oder Sigmar Gabriel bei den Wählern durchfallen? Und ist es wirklich so verwunderlich, dass die Getäuschten und Enttäuschten dann sogenannten „Rechtspopulisten“ hinterherlaufen?

Kritiker aufgepasst: Wer es absolut plausibel findet, dass immer mehr Wähler „rechtspopulistisch“ wählen, sagt damit nicht, dass er dies auch gut findet. Im Gegenteil. Dass Trump, AfD und Co. keine Alternative sind, zeigen alleine schon ihre sozial-, wirtschafts- und finanzpolitischen Konzepte, die frisch braun lackiert aus dem neoliberalen Gruselkabinett stammen. Diese Erkenntnis ist aber auch nicht neu und hilft uns auch nicht weiter. Da die Menschen es leid sind, immer nur das kleinere Übel zu wählen, stehen sie nun vor der Wahl zwischen Pest und Cholera.

Gibt es denn gar keine Alternativen? Doch natürlich. Ein Bernie Sanders hat gezeigt, dass es anders geht. Ein Jeremy Corbyn und eine Sahra Wagenknecht zeigen, dass es anders geht. Doch interessanterweise werden die Sanders, Corbyns und Wagenknechts genau von denen torpediert, die dem linksliberalen Bürgertum angehören. Die Ausverkäufer der Sozialdemokratie machen sich so zu den eigentlichen Steigbügelhaltern der Rechten. Die entscheidende Frage dürfte da sein, ob dies volle Absicht ist oder ob unsere selbsternannten Eliten in und links der Mitte es wirklich nicht besser wissen?“

http://www.nachdenkseiten.de/?p=35828

Albrecht Müller: „Die sogenannten Linksliberalen sind bei zentralen Fragen schon lange nicht mehr linksliberal

Sie verdienen den Namen mit dem guten Klang nicht. Deshalb verdient der furiose Beitrag von Jens Berger von gestern über das „linksliberale Lager“ eine Ergänzung: Linksliberale gibt es nur noch wenige. Bei den Medien nicht. Bei den Parteien nicht. Im rot-grünen Milieu und bei den gut ausgebildeten Bürgern nicht. Unsere Gesellschaft hat einen gewaltigen Ruck nach rechts gemacht. Die dort Angekommenen immer noch linksliberal zu nennen, ist zu viel der Ehre. Sie sollten sich hinter diesem ehrwürdigen Etikett nicht weiter verstecken können.

SPD, FDP und Grüne und mit ihnen viele Medien und Menschen aus dem bürgerlichen Milieu haben sich den neoliberalen und von Rechtskonservativen geprägten Glaubenssätzen gebeugt.

Was ist linksliberal an der Agenda 2010? Was ist linksliberal an der Einführung von Leiharbeit und der Förderung prekärer Arbeitsverhältnisse? Und am Niedriglohnsektor?

Was soll linksliberal daran sein, die sogenannten Lohnnebenkosten zur großen Ursache der Arbeitslosigkeit hochzustilisieren? Das ist im Vorfeld der Agenda 2010 geschehen und daran war nicht nur die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft beteiligt, sondern die führenden Kräfte von Rot-Grün. In meinem 2004 erschienenen Buch „Die Reformlüge“ sind auf Seite 242/3 die Bekenntnisse dieser Damen und Herren dokumentiert: Krista Sager, Gerhard Schröder, Katrin Göring-Eckardt, das Memorandum der jungen Abgeordneten und – zentral für die Vorbereitung der Agenda 2010 – das sogenannte Kanzleramtspapier vom Dezember 2002, das unter der Federführung des damaligen Chefs des Bundeskanzleramtes und künftigen Bundespräsidenten Steinmeier entstanden ist. Dort wird die steigende Arbeitslosigkeit direkt mit den gestiegenen Lohnnebenkosten korreliert. Lauter „Linksliberale“ und lauter Unsinn.

Die Agenda 2010 ist auch von als links und liberal anerkannten Größen der Zeitgeschichte befördert worden – von Günter Grass zum Beispiel. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass die Flaggschiffe der als linksliberal geltenden Medien wie Spiegel und Stern und Zeit und Süddeutsche Zeitung und Frankfurter Rundschau wirkungsvoll dagegengehalten hätten.

Im Jahr 1971 habe ich eine, für unser Thema lehrreiche Geschichte erlebt: Damals tagte unter Vorsitz von Erhard Eppler eine SPD-Steuerreformkommission. Ich war als Mitarbeiter an der Arbeit beteiligt. Einer meiner Freunde in der Bonner Redaktion der Süddeutschen Zeitung rief mich eines Tages an und berichtete, dass er von einer leitenden, als linksliberal geltenden Person des Blattes aus München angerufen worden war. Dieser wollte wissen, ob es denn stimme, dass die SPD Steuerreformkommission die Sonderabschreibungen für Ein- und Zweifamilienhäuser/Eigentumswohnungen nach dem Paragrafen 7b EStG künftig nicht mehr für mehrere Objekte gelten lassen wolle. So habe man ja nicht gewettet, als man die Sozis im Wahlkampf 1969 unterstützt habe. – Die Information war richtig. Die Sonderabschreibung sollte nach der Vorstellung der SPD Steuerreformkommission künftig nur für eigengenutzte Objekte gelten.

Schon damals drehten Personen, die sich progressiv wähnten, ab. Das Sein bestimmt das Bewusstsein. Das kann man den Betroffenen nicht einmal übel nehmen, aber man sollte es beim Namen nennen. Und sie jedenfalls nicht mit dem schönen Wort linksliberal zieren.

Die angeblich linksliberalen Kräfte in Medien, Politik und Bürgertum haben sich im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrhunderts um die sogenannte Verteilungsfrage überhaupt nicht gekümmert. Sie war tabuisiert. Und wer die Steuerentlastungen der Regierungen Kohl und Schröder für die oberen Einkommen und Vermögen damals kritisierte, wurde bestenfalls missachtet, in der Regel kritisiert. Erst mit dem Erscheinen von Bestsellern zur Verteilungsfrage ist es wieder etwas geläufiger geworden, über Fragen der Einkommens- und Vermögensverteilung überhaupt zu sprechen. Aber dann ganz zart, wie man auf dem letzten Parteitag der Grünen sehen konnte. Die erst 1996 abgeschaffte Vermögensteuer, die bis dahin eine Selbstverständlichkeit war, wird von vielen aus dem grünen bürgerlichen Milieu offensichtlich als Fremdkörper betrachtet.

Was ist linksliberal an der Kampagne zum demographischen Wandel und dem nahegelegten Schluss, die staatlich geförderte Privatvorsorge würde das hochgespielte demographische Problem lösen?

Was ist linksliberal an der Privatisierung öffentlicher Unternehmen und an der Übereignung wichtiger Teile der Daseinsvorsorge an Investoren mit Interesse am Profit?

Was ist linksliberal an der deutschen Sparpolitik und an der aggressiven Politik des Exportweltmeisters Deutschland? Diese Politik ist geprägt von Egoismus, von Rücksichtslosigkeit und von Ignoranz. Die Wirkung auf die Menschen, denen wir auf diese Weise die kleine industrielle Basis nehmen, die Arbeitslosigkeit, der Anstieg der Selbstmordrate, die Perspektivlosigkeit für die Jugend dieser Völker interessiert uns nicht. Stattdessen sind wir scharf darauf, die gut ausgebildeten Arbeitskräfte dieser Völker hier bei uns einzusetzen und auszubeuten.

Was war linksliberal am Jugoslawien-Krieg und damit an der Einübung der Mitwirkung der Bundeswehr an militärischen Einsätzen außerhalb des NATO-Bereichs?

Dass Rudolf Scharping und Joschka Fischer daran tatkräftig und federführend mitgewirkt haben, ist sicher kein Beleg dafür. Im Gegenteil.

Daran wird sichtbar, wie nahe sich linke und rechtskonservative Politiker gekommen sind. Sie sind jetzt alle für Kriegseinsätze. Sie wirken jetzt alle mit beim neuen und erfolgreichen Versuch, das Feindbild Russland wieder aufzubauen.

Willy Brandt und Egon Bahr konnten in den sechziger Jahren ihre neue Ostpolitik nur deshalb wagen, weil sie sich auf einen Teil der Medien und auf beachtliche Teile des sogenannten linksliberalen Bürgertums verlassen konnten. Sie würden heute scheitern, weil es diese aktive Gruppe der Unterstützer mit der notwendigen Dimension, Breite und Dichte, nicht mehr gibt. Heute sind hochgebildete und sich liberal und fortschrittlich wähnende Mitmenschen mit dabei beim Aufbau eines neuen Feindbildes.

Bei den Diskussionen mit manchen dieser aus dem linksliberalen Lager kommenden Personen werden die älteren Semester unter uns an den Streit und die Diskussionen mit Vertretern der Jungen Union und des RCDS, des Rings Christlich-demokratischer Studenten, erinnert. Ich muss aufgrund meiner Erfahrung von 1960 manchmal an den als reaktionär verschrieenen Jürgen Wohlrabe denken. Der war nicht schlimmer als manche Redakteure der Tagesschau oder von Deutschlandradio Kultur, die den Aufbau von Feindbildern schon in Kindersendungen betreiben.

Wichtige Medienorgane, die von Linksliberalen geführt und bestimmt waren, sind heute rechtskonservativ und vor allem Kampagnen verpflichtet und nicht der Aufklärung.

Der Spiegel und die Zeit und der Stern und die TAZ waren in der Vergangenheit, zumindest in den sechziger und siebziger Jahren überwiegend progressive und kritische Blätter. Das ist alles weg. Einzelne Linksliberale gibt es in den Redaktionen noch. Aber sie verschwinden hinter den neoliberal geprägten heutigen Machern.

Chefredakteur des Spiegel war mal in einer entscheidenden Phase der Entspannungspolitik und der damaligen Reformpolitik – einer Politik zugunsten der Mehrheit unseres Volkes – Günter Gaus. Unter dem später nachfolgenden Stefan Aust war das Organ nicht mehr wieder zu erkennen. Und heute sowieso nicht.

Dass die ehedem kritischen und linksliberalen Medienorgane ihre Linie maßgeblich, nahezu vollständig verändert haben, wird von vielen Mediennutzern verdrängt.

Ein Teil des sich als linksliberal verstehenden Bürgertums glaubt immer noch, der Spiegel sei ein kritisches Blatt. Oder die Zeit sei ein Organ der Aufklärung. Oder die TAZ sei verlässlich links. Immer wieder begegne ich alten Freunden, für die die Veränderung bei diesen Organen nicht stattgefunden hat, jedenfalls nicht nachhaltig. Das ist ja zu verstehen. Es gibt ja auch so etwas wie Treue.

Manche als linksliberal geltende Personen sind eine Symbiose mit den Konservativen eingegangen; sie haben dabei Schützenhilfe geleistet, diesen neoliberal gefärbten Konservativen das Mäntelchen des Fortschritts umzuhängen.

Das merkt man ganz besonders beim Umgang mit und bei der Bewertung der Person Merkel und der Union.

Da reden nicht nur rechtskonservative Gegner von Frau Merkel davon, sie hätte sich sozialdemokratisiert. Diesen Irrglauben haben auch Journalisten übernommen und genährt, die als liberal und fortschrittlich gelten.

Das von Jens Berger treffend skizzierte rot-grüne Milieu hat sich beeindrucken lassen von den offenen Armen der deutschen Bundeskanzlerin für die Flüchtlinge und dabei trefflich vergessen, welchen Inhalt der Deal mit Erdogan hat und dass die offenen Arme auch etwas mit dem Versuch der Imagekorrektur der deutschen Bundeskanzlerin zu tun haben könnten. Diese Imagekorrektur war dringend nötig, nachdem die deutsche Bundesregierung unter Merkels Führung in Griechenland und anderen südeuropäischen Ländern mit ihrer Austeritätspolitik soziales Elend und menschliche Tragödien verursacht hatten.

Die Konsequenz?

Aufklären. Vor allem aufklären über die Annäherung der ehedem linksliberalen Medien an den neoliberal geprägten und vom lockeren Umgang für militärische Aktionen bestimmten Hauptstrom.

Die NachDenkSeiten bieten viel Material dafür und wir setzen auf die Menschen, die das Wort mit dem guten Klang – linksliberal, sozialliberal – wirklich verdienen. Sie gibt es noch und vermutlich wächst diese Gruppe. Sie und nicht die Angepassten sind das Salz in der Suppe.“

http://www.nachdenkseiten.de/?p=35844

Jens Berger: „Am Ende meines Artikels „Populisten und dumme Wähler? Ihr habt nichts, aber auch rein gar nichts, verstanden“ stellte ich unseren Lesern die Frage, ob die beschriebenen Entwicklungen volle Absicht sind oder ob unsere selbsternannten Eliten in und links der Mitte es vielleicht nicht besser wissen. Würde ich nun schreiben, das Feedback unserer Leser sei erfreulich und zahlreich ausgefallen, so wäre dies eine glatte Untertreibung.

Ganze 100 Seiten umfasst die Zusammenstellung, die wir für Sie als PDF aufbereitet haben. Bis auf sehr wenige unflätige Zuschriften vom rechten Rand (schließlich habe ich Pegida ja kritisiert) waren fast alle Leserbriefe druckreif. Die Zuschriften bilden meines Erachtens die Debatte in unserer kritischen Leserschaft sehr gut ab und reichen von impulsiven Wutreden bis zu ausgefeilten politologischen Analysen. Ich ziehe den Hut vor diesen Lesern und habe fast alle Briefe mit großem Genuss gelesen. Selbstverständlich möchten wir auch unsere Leser an diesem Ideenpool teilhaben lassen und haben daher (fast) alle Mails streng chronologisch und anonymisiert für Sie zusammengestellt. Die Debatte ist losgetreten, nun müssen wir alle dafür sorgen, dass sie nicht mehr verstummt und vor allem auch diejenigen erreicht, die im Artikel und den Mails angesprochen sind.“

http://www.nachdenkseiten.de/?p=35862#more-35862

http://www.nachdenkseiten.de/upload/pdf/161118_Leserbriefe.pdf

 

Fazit und Wurm-Archiv

 

Ja, es gibt diesen „white trash“: er sitzt an den Hebeln der Macht. In Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Kultur, Medien.

Das alles und noch viel mehr hatte der Wurm in mehreren Beiträgen analysiert. Das Desinteresse der Eliten an den sozial unter ihnen Stehenden, die Entwicklungen in den Unternehmen, die Realitäten am mittleren bis unteren Ende der Gesellschaft, die Manipulation von Politik und Medien, die Maßnahmen, die ergriffen werden, das Volk ruhig zu halten bzw. sich gegen den erwarteten Volkszorn und Volksaufstand zu wehren.

Was mensch auch immer von Donald Trump halten mag: ohne ihn wäre es genauso weiter gegangen wie bisher. Jetzt besteht zumindest die Möglichkeit, dass zumindest ein kleiner Teil der Eliten zur Besinnung kommt.

 

 

Und hier interessante Beiträge aus dem Wurm-Archiv (zeitlich geordnet). Kurze jeweilige Inhalts-Angaben sind im „Wurm in Kurzform“ http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/wurm-in-kurzform.html zu sehen.

 

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/30-kein-schoener-zug-der-bahn.html

 

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/35-das-wir-entscheidet-vorbild-skandinavien.html

 

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/36-steinbrueck-und-der-typus-typ.html

 

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/39-leben-im-elfenbeinturm.html

 

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/42-mit-55-jahren-da-hoert-das-leben-auf.html

 

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/54-schuss-nach-hinten.html

 

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/91-nach-rechts-richtung-abgrund.html

 

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/98-geistige-abschottung-fuehrt-zu-verbloedung.html

 

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/115-unzufriedenheit-gegenueber-den-etablierten-verhaeltnissen.html

 

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/117-diebstahl-ungeheuren-ausmasses.html

 

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/119-niedere-beweggruende.html

 

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/120-reichtum-fuer-alle.html

 

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/145-schandfleck-des-jahres.html

 

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/165-vorbereitungen-fuer-groessere-auseinandersetzungen.html

 

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/176-personifizierter-drecksack.html

 

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/183-extremer-reichtum-unterwandert-die-demokratie.html

 

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/186-kater-vor-der-tuer.html

 

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/189-ein-gutmensch-ist-ein-schlechter-mensch.html

 

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/198-dystopie.html

 

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/199-milliarden-spenden.html

 

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/211-der-gefangene-von-landsberg.html

 

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/213-als-die-vergangenheit-noch-eine-zukunft-hatte.html

 

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/214-schlechte-alternative.html

 

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/218-oh-wie-schoen-ist-panama.html

 

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/227-allons-enfants-de-la-patrie.html

 

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/228-bedingungsloses-grundeinkommen.html

 

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/232-unvorhergesehener-ausgang-der-wahl.html

 

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/244-ein-prozent-ist-genug.html

 

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/251-zeitenwende.html

 

 

Dada

 

Von Rupert Regenwurm

 

Der Leningrader

 

Der Leningrader

Hat einen Krummen

Dem Pariser

Macht das nichts aus.

 

 

 

Dadaisten scheuen auch vor dem Tod nicht zurück und gestalten ihr Grabmal entsprechend. In der Kathedrale von Cavaillon dient das Grabmal des Bischofs Jean-Baptiste de Sade mit diesem lustigen Zeitgenossen als anschauliches Beispiel.