Der iranische Präsident Hassan Rohani war nach langen Jahren westlichen Boykotts zu Staatsbesuch in Italien und Frankreich. Das lief alles recht gut. Mit einer Ausnahme: in vorauseilendem Gehorsam wurden in Rom nackte antike Statuen verhüllt, damit die Staatsgäste aus dem Iran nicht erregt werden konnten.

Anscheinend wurde die Maßnahme von den Iranern noch nicht mal gewünscht oder gar gefordert. Selbst wenn dies der Fall gewesen wäre, stellt sich die Frage, welches Selbstverständnis Europa von sich selbst hat und inwiefern es vor anderen Ansichten als den eigenen einknickt.

 

Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran und deren wirtschaftliche Folgen

 

Mitte Januar wurden die Sanktionen der westlichen Staaten gegenüber dem Iran aufgehoben. Fragt sich, warum die überhaupt in Kraft traten.

Aus dem Dezember 2007: „"Mit großer Überzeugung urteilen wir, dass Teheran im Herbst 2003 sein Programm zur Produktion von Nuklearwaffen gestoppt hat": So lautet der erste und zentrale Satz in der Zusammenfassung des aktuellen "National Intelligence Estimate" (NIE). Die neun Seiten, von 16 US-Nachrichtendiensten gemeinsam verfasst, wurden gerade veröffentlicht. Sie haben ein weltweites politisches Erdbeben ausgelöst. Das ist kein Wunder, entziehen sie doch der Konfrontation zwischen Iran und westlicher Welt eine wichtige Prämisse: Teheran werkelt aktuell gar nicht an der Atombombe.

Das Szenario von der Gefahr im Verzug ist damit nicht mehr aufrecht zu erhalten. Die Apokalypse, von US-Präsident George W. Bush zuletzt noch in Form eines drohenden "Dritten Weltkriegs" beschworen, ist vorerst abgesagt.“

http://www.spiegel.de/politik/ausland/iran-die-apokalypse-ist-abgesagt-a-521318.html

Der Verdacht liegt also nahe, dass da ein Popanz aufgebaut wurde, um dem Iran Schaden zuzufügen. Wie dem auch immer sei: der Streit um ein eventuelles iranisches Atomwaffen-Programm scheint erst mal beigelegt zu sein:

„In einem historischen Schritt haben die internationale Gemeinschaft und der Iran ihren Streit um das Atomprogramm Teherans beigelegt. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) bescheinigte Teheran am späten Samstagabend, dass das Land sein Atomprogramm gemäß den Auflagen des Abkommens vom Sommer 2015 massiv zurückgebaut hat. Die internationale Gemeinschaft hatte große Sorgen, dass Teheran eine Atombombe bauen könnte.

"Die Beziehungen zwischen dem Iran und der IAEA treten in eine neue Phase. Das ist ein wichtiger Tag für die internationale Gemeinschaft", sagte IAEA-Chef Yukiya Amano nach den Gesprächen in Wien. Er will bereits heute in den Iran reisen, um mit dem iranischen Präsidenten Hassan Ruhani sowie Vizepräsident und Atomchef Ali Akbar Salehi zu sprechen …

Diese Punkte waren Voraussetzung dafür, dass die UN, die USA und die EU die Wirtschaftssanktionen gegen den Iran fallen lassen - was ebenfalls in Wien verkündet wurde. Damit hat der Iran wieder Zugriff auf rund 100 Milliarden Dollar, die auf ausländischen Konten eingefroren waren.

Und es eröffnen sich für ihn neue Perspektiven für eine politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem Westen. So kann er wieder internationale Verträge im Öl-, Handels- und Finanzsektor abschließen. Verkehrsminister Abbas Achondi kündigte bereits den Kauf von 114 Passagierflugzeugen von Airbus an.

https://www.tagesschau.de/ausland/iran-sanktionen-109.html

„Jetzt gibt es Länder, denen ist selbst mit jahrzehntelangem Embargo nicht beizukommen. Sie knicken nicht ein, sie kriechen nicht und sie haben Zeit. Der Iran ist so ein Land …

Washington und Jerusalem unterstellten Teheran, an einer Atombombe zu bauen. Die Beweise wurden nie erbracht. Der Iran hielt sich an das unterzeichnete Abkommen des Atomwaffensperrvertrages. Darin ist die kommerzielle Nutzung der Kernspaltung ausdrücklich erlaubt.

Nach Jahren des Embargos wurde jetzt in Wien eine Einigung mit den USA erzielt. Die Mitarbeiter der IAEA dürfen jederzeit in jede Anlage und der Iran hat einen großen Teil seiner Zentrifugen stillgelegt.

Und jetzt? Jetzt haben die Iraner erst einmal über 100 Airbus-Maschinen bestellt, und auch sonst hat das Land volle Kassen. Iran verfügt über die größten Erdölvorkommen der Welt und hatte in seiner langen Geschichte immer extrem gute Verbindungen nach Deutschland. Welche Chancen ergeben sich aus der aktuellen Situation für Deutschland?

KenFM spricht mit Willy Wimmer, der den Iran und seine Diplomatie sehr gut kennt. Wimmer nimmt kein Blatt vor den Mund und hat eindeutige Empfehlungen für die deutsche Wirtschaft. Ganz gleich, ob Berlin mitgeht oder erst auf Washington wartet.“

https://www.youtube.com/watch?v=vwUTiOBLks8

 

 

Siehe auch http://www.edwin-grub-media.de/reiseberichte/asien/iran/menschen-im-iran.html und http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/182-taxi-teheran.html

„Iran bietet, da sich das Wachstum weltweit bedrohlich verlangsamt, unvergleichliche Chancen: ein zu erschließender Markt mit 80 Millionen überwiegend gut ausgebildeten Kunden; ein Staat, der nach Ende der Sanktionen Zugriff auf 100 Milliarden Dollar bekommt; ein Land, das einen Investitionsstau von geschätzt einer Billion Dollar hat - und im Gegensatz zu den Öl-Monarchien auf der anderen Seite des Golfs über eine breite industrielle Basis verfügt. Die ersten Aufträge für mehr als 100 neue Airbus-Flugzeuge könnte Rohani schon in Paris unterzeichnen.“

http://www.sueddeutsche.de/politik/iran-unsichere-geschaefte-1.2833270

„In Italien hatte Rohanis Delegation laut italienischen Regierungsvertretern Verträge im Wert von 17 Milliarden Euro unterzeichnet. Unter anderem wurde mit dem Konzern Saipem der Bau einer 2.000 Kilometer langen Gaspipeline für 4,5 Milliarden vereinbart.

Inzwischen ist Rohani nach Frankreich weitergereist. Bei seinem Besuch in Paris sollen Verträge zum Kauf von 14 Airbus-Flugzeugen unterzeichnet werden. Rohani hofft außerdem auf "wichtige Verträge" mit Peugeot und Renault. Das Handelsvolumen zwischen Paris und Teheran war von vier Milliarden Euro im Jahr 2004 auf 500 Millionen im Jahr 2013 geschrumpft. Die iranische Wirtschaft war wegen des seit Jahren andauernden Atomstreits und den damit verbundenen Finanz- und Handelssanktionen in die Krise geraten. Die meisten Sanktionen waren Mitte Januar jedoch mit der Umsetzung des Atomdeals vom Juli aufgehoben worden.“

http://www.deutschlandfunk.de/europareise-des-iranischen-praesidenten-rohani-geht-auf-usa.1818.de.html?dram:article_id=343745

 

Verstecken der eigenen Kultur

 

„Präsident Hassan Rohani hatte sich am Montagabend mit dem italienischen Ministerpräsidenten Matteo Renzi auf dem Kapitolshügel in Rom getroffen und war später gemeinsam mit seinem Gastgeber in den Kapitolinischen Museen vor die Presse getreten. In der riesigen Antikensammlung des Museums finden sich zahlreiche kunsthistorisch bedeutende Statuen aus dem Römischen Reich und dem antiken Griechenland, vielfach unbekleidet.

Alljährlich besuchen Hunderttausende Menschen die Museen eigens, um diese Kunstwerke zu sehen. Dem Staatsgast aus Teheran wollte man nackte Statuen mit Rücksicht auf seinen muslimischen Glauben dann wohl doch nicht zeigen. Die römischen Behörden ließen mehrere Statuen in den Museen verhüllen. Zahlreiche Nachrichtenseiten veröffentlichten im Internet Fotos von schrankähnlichen Konstruktionen, hinter denen die Skulpturen verschwanden.

Aus Respekt für die iranische Kultur und den Glauben des Präsidenten wurden aber nicht nur Kunstwerke verhüllt. Auch beim Staatsbankett mit Rohani ließen die Italiener größte Vorsicht walten. Es sei kein Wein serviert worden, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa.

Ob es auch bei der Privataudienz bei Papst Franziskus besondere Regelungen gab, um Rohani den Anblick der auch im Vatikan reichlich vorhandenen freizügigen antiken Kunst zu ersparen, ist nicht bekannt.“

http://www.dw.com/de/r%C3%BCcksicht-auf-rohani-in-rom-nacktstatuen-verh%C3%BCllt/a-19005226

„Was hätte Rohani auch alles zu sehen bekommen können auf seinem Weg vom Gespräch mit dem italienischen Ministerpräsidenten Matteo Renzi, in dem es um Milliardengeschäfte für die Wirtschaft ging, zur Pressekonferenz: die steinernen Brüste der Statuen zweier junger Frauen aus dem 4. Jahrhundert vor Christus etwa, eine nur spärlich bekleidete Faunskulptur, den nackten Genius des Kaisers Domitian, die römische Kopie einer Hirtenstatue aus alexandrinischer Zeit, die zwar jede Menge faltiges Gewand, aber eben auch eine faltige männliche Brust zeigt, von der man offenbar fürchtete, sie könnte vom unkundigen Betrachter für den Oberkörper einer Greisin gehalten werden, das Fragment eines Eros-Standbildes und schließlich, hinter einer Stellwand den Blicken entzogen, die Kapitolinische Venus in ihrer ganzen idealen Schönheit.

Es wirkt fast wie ein Treppenwitz der Geschichte, dass ebenjene Darstellung der Liebesgöttin aus dem ersten nachchristlichen Jahrhundert dem Typus der „Venus pudica“ angehört, der schamhaften Venus, die mit ihren Händen ihre Blöße schützt. Für Scham allerdings besteht angesichts der antiken Bildkonvention der idealen Nacktheit, die als geistiges Prinzip das Gegenteil eines Pin-ups ist, nicht der geringste Grund. Das hat die Renaissance verstanden und solche Standbilder zurück auf öffentliche Plätze geholt.“

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/italien-raetselt-warum-antike-statuen-vor-dem-iranischen-praesidenten-versteckt-wurden-14037839.html

Das war nicht das erste Mal, dass so etwas passiert ist:

„Während sich alle Italiener in den Kaffeebars und Restaurants aufregten, mussten sie feststellen, dass es nicht einmal der erste vorauseilende Kotau vor den Moral- und Religionsaposteln anderer Kulturkreise war: Schon beim vorigen Besuch einer Iran-Delegation stand auf deren Wunsch beim großen Festbankett kein Wein auf den Tischen. Weil die muslimischen Gäste Alkohol nicht mögen, durften auch die Italiener nicht zu ihrem geliebten Vino greifen. Ist das Gastfreundschaft oder Dämlichkeit, diskutieren die Menschen nun beim Friseur und an der Supermarktkasse. Gibt es denn, umgekehrt, beim Staatsbankett in Teheran Wein für westliche Gäste und nicht etwa Tee oder Trinkjoghurt?

Noch schlimmer trifft die Nachricht über ein Ereignis in Florenz vom Oktober das angeheizte italienische Gemüt. Damals, und da nahm es kaum jemand zur Kenntis, hatte Regierungschef Renzi den Scheich Mohammed Bin Zayed al-Nahyan empfangen. Der ist ein einflussreicher Prinz aus den Arabischen Emiraten und hatte gerade geholfen, die italienischen Fluglinie Alitalia vor der Pleite zu retten. Ein netter und wichtiger Mann also - der aber offenbar auch, wie sein iranischer Glaubenskollege, nichts Nacktes verträgt. Oder von dem die Florenzbesuch-Organisatoren das jedenfalls annahmen. Deshalb musste ein Kunstwerk von Jeff Koons hinter einem Paravent verschwinden, als der nette Scheich im Palazzo Vecchio an dessen Position vorbeikam. Das Werk zeigt einen nackten, antik erscheinenden Faun, der in der Hand eine blaue Kugel hält und ansonsten breitbeinig sein Gemächt präsentiert. Will man dergleichen Gästen aus dem Orient zumuten?“

http://www.spiegel.de/politik/ausland/rohani-in-rom-aufregung-um-verhuellte-statuen-a-1074776.html

Frank Patalong mit einem treffenden Kommentar:

„Auch ein Gast muss es ertragen, wenn er mit Dingen konfrontiert wird, die anders sind als daheim. Auch europäische Kultur hat einen Wesenskern, der zu respektieren ist.“

http://www.spiegel.de/politik/ausland/hassan-rohani-in-rom-antike-genitale-kulturelle-kulanzen-a-1074059.html

Die Satiriker vom SPAM werden gleich richtig böse und lassen die Franzosen aus Rücksichtnahme gegenüber den Staatsgästen aus dem Iran ihre Hauptkirche zerstören:

„Wo sich in der Stadt der Liebe gestern noch die Kathedrale Notre-Dame erhob, prangt heute ein gigantischer Trümmerhaufen.

Erfreulicherweise handelt es sich nicht um das Ergebnis eines islamistischen Anschlags, sondern um ein Meisterstück französischer Diplomatie. Die Regierung hat den ohnehin überalterten Sakralbau in der vergangenen Nacht sprengen lassen.

Wie SPAM aus dem Élysée-Palast erfuhr, steht die Maßnahme im Zusammenhang mit dem heutigen Paris-Besuch des iranischen Präsidenten Hassan Rohani. Aus Respekt für dessen Glauben und die iranische Kultur sei das "offensiv religiöse Symbol" aus dem Stadtbild entfernt worden.

Unser Gewährsmann versichert, dass die Entscheidung nicht durch eine vergleichbare Aktion gestern in Rom beeinflusst worden sei: "Rücksichtnahme und Toleranz sind für uns selbstverständlich. Auf die Idee sind wir - Ehrenwort! - von ganz allein gekommen."

Der Verlust eines Touristenmagneten sei angesichts der zu erwartenden Vertragsabschlüsse mit Teheran locker zu verschmerzen. Außerdem wolle man die Notre-Dame-Trümmer als Kulturdenkmal liegen lassen: "Künftige Generationen erhalten so einen beredten Einblick in die Verfasstheit der westlichen Welt zu Beginn des 21. Jahrhunderts."

http://www.spiegel.de/spam/satire-spiegel-online-unterwerfung-rohani-paris-rom-a-1074105.html

 

Empörung in Italien und europäisches Selbstverständnis

 

Glücklicherweise regen sich aber auch die Italiener selbst über das Verstecken ihrer Kultur auf:

„Abgeordnete fast aller italienischen Parteien und Medien von links bis rechts haben die Verhüllungen kritisiert. Für die will nun - darauf zielt der im Ton bittere Ich-bin-die-Schachtel-Kommentar in „L’Espresso“ - keiner mehr verantwortlich sein. Sein Ministerium habe mit der Sache nichts zu tun, sagt der italienische Kultusminister Dario Franceschini vom Partito Democratico; weder er noch sein Parteikollege, der Ministerpräsident Matteo Renzi, hätten etwas von der Entscheidung gewusst, die in Stein gemeißelte Nacktheit hinter Kästen und Wänden verschwinden zu lassen. Um auf die Empfindlichkeiten des Gastes Rücksicht zu nehmen, hätte man andere Wege gehen sollen, meint Franceschini. Auch Renzi distanzierte sich: Er habe die Maßnahmen nicht angeordnet und heiße sie nicht gut, ließ er wissen. Italienische Medien zitieren ihn mit der Aussage, ein Protokollchef habe da im „Exzess des Eifers“ gehandelt.“

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/italien-raetselt-warum-antike-statuen-vor-dem-iranischen-praesidenten-versteckt-wurden-14037839.html

„Aus Rücksicht auf den iranischen Präsidenten Rohani ließ man in Rom antike Statuen abdecken. Die Opposition warf Ministerpräsident Matteo Renzi Verrat an der italienischen Kultur vor. Auch im Netz herrscht Empörung.

Nun bekämen schon Kunstwerke den Hijab, den islamischen Schleier, verpasst, erregte sich Barbara Saltamartini von der rechten Lega Nord und verurteilte die Maßnahme als "x-ten Akt der Unterwerfung unter eine Kultur, die nicht zu uns gehört." Der Fraktionsvorsitzende der Partei Fratelli d'Italia, sprach von "einer Schande und Beleidigung der westlichen Kultur". Die Entscheidung sei Wasser auf die Mühlen islamistischer Terroristen. Und Luca Squeri, Regionalkoordinator der Forza Italia in der Provinz Mailand, kritisierte: "Das ist übertriebener Eifer und deshalb nicht akzeptabel. Respekt für die anderen Kulturen kann und darf nicht auf die Leugnung der eigenen hinauslaufen. Das ist kein Respekt, sondern Eliminierung der Unterschiede oder sogar Unterwerfung."“

http://www.dw.com/de/r%C3%BCcksicht-auf-rohani-in-rom-nacktstatuen-verh%C3%BCllt/a-19005226

„Scham ist vielmehr das Wort, das so oft wie kein anderes in den italienischen Kommentaren zu der Verhüllungs-Aktion für Rohani fällt, ganz gleich, ob in den sozialen Netzwerken oder den klassischen Medien. Es ist die Scham darüber, dass diese Form des Verbergens Scham über die eigene Kulturgeschichte ausstellt und auf das antike Erbe, welches zu Europas Identität gehört, die Blickregeln des politischen Islams angewandt wurden, woraufhin es als vermeintlich anstößig unsichtbar gemacht wurde

Das sind Scherze, die aber treffsicher ins Bild setzen, dass Sichtbarkeit einer der wunden Punkte ist, wenn es um das Aufeinandertreffen von westlicher und arabischer Welt geht: die Bildwürdigkeit des Menschen, des nackten zumal, die Darstellbarkeit Mohammeds, die Sichtbarkeit der Frau im öffentlichen Raum. Die „verhüllten“ Statuen hätten nicht solche Empörung hervorgerufen, wären nicht Karikaturisten von „Charlie Hebdo“ in Paris von Islamisten ermordet worden und würde der IS nicht eine antike Stätte nach der anderen dem Erdboden gleichmachen. Der Präsident des islamischen Gottesstaats Iran soll, so die Hoffnung, ein strategischer Partner gegen den Terror werden. Aber muss sich Rom deshalb vorauseilend den Moralvorstellungen des Gastes anpassen?“

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/italien-raetselt-warum-antike-statuen-vor-dem-iranischen-praesidenten-versteckt-wurden-14037839.html

 

Fehlende europäische Identität und Einknicken vor dem organisierten Islam

 

Zumindest kennen die Italiener noch ihre geistigen und kulturellen Wurzeln. Und wollen ihre Werte behalten. Da dies in Deutschland kaum noch der Fall ist, ist dieses Land besonders anfällig gegenüber einem organisierten Ansturm. In Deutschland hätten sich über den gleichen Fall nur wenige aufgeregt.

Da braucht es nur eine fest organisierte Gruppe zu geben, die schnell beleidigt ist, lauthals krakeelt und massiv ihre Regeln durchsetzen will. Wie es beim politischen Islam der Fall ist. Der größte Teil der Muslime in Europa ist friedlich und will in Ruhe seine Religion ausüben. Aber es gibt auch den organisierten Islam, der Stück für Stück seine Regeln in den europäischen Ländern durchsetzen will. Und zu einem nicht geringen Teil auch durchsetzt.

Das fängt in alltäglichen Dingen an. Der Wurm hatte im November 2013 über einen Frauenarzt berichtet, der heimlich Fotos von den Genitalien seiner Patientinnen gemacht hat:

„Interessant ist auch folgender Auszug: „Hierbei handle es sich also nicht um einen einfachen Tabubruch, so der Richter. Der Gynäkologe habe die Patientinnen - darunter auch viele Muslima - vielmehr zutiefst erniedrigt, sie in ihrer Körperlichkeit missachtet und zu sexuellen Objekten degradiert mit den entsprechenden psychischen Folgen für die Frauen.“

Das mag ja alles so sein. Warum jetzt aber Mitglieder einer bestimmten Religions-Gemeinschaft ausdrücklich erwähnt werden müssen, erschließt sich dem Wurm nicht unbedingt. Früher galt einmal der Grundsatz vor einem deutschen Gericht, dass alle Menschen gleich vor dem Gesetz seien. Mittlerweile scheint es welche zu geben, die „gleicher“ sind.

Während des Verfahrens gab es Folgendes zu lesen (mit „er“ ist der Ermittlungsbeamte gemeint): „Im Gespräch mit der Ausländerbeauftragten, an die sich die muslimischen Patientinnen gewandt hatten, habe er erfahren, dass deren Ehemänner drohten, sie umzubringen oder in die Türkei zu schicken, wenn sie unter den fotografierten Patientinnen seien.“

Bei allem, was der Frauenarzt begangen haben mag – Drohungen oder gar Morddrohungen hat er keine ausgestoßen. Bezeichnend für diesen Fall, dass weder Justiz noch Medien sich für diese Morddrohungen interessieren.“

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/44-alles-in-allem-ein-durchschnittsleben.html

Es ist also selbstverständlich, dass Muslime als besonders schützenswert wahr genommen werden und ihnen besonderes Verständnis entgegen gebracht wird. Im Gegensatz zu Asiaten. Da diese nicht laut schreien und kaum Forderungen stellen, werden sie nicht wahr genommen. Dabei stehen asiatische Frauen im Ruf, besonders schamvoll zu sein. Interessiert hierzulande aber keinen.

 

Islam in Europa

 

Im Januar 2015 hatte sich der Wurm zum „Islam in Europa“ seine Gedanken gemacht. Hier die Kurzform:

„Attentat auf die Redaktion des Satiremagazins "Charlie Hebdo" in Paris

- die meisten Opfer islamistischer Gewalt sind Moslems

- egal wer es war, das französische Regime ist am Anschlag hauptsächlich schuld, entweder weil es ein Angriff unter falscher Flagge war, um es den Moslems in die Schuhe zu schieben, oder wenn es wirklich militante Islamisten waren, wer hat sie denn seit Jahren rekrutiert, ausgebildet und bewaffnet, um in Libyen und Syrien gegen die Regierungen dort zu kämpfen? Diese Tragödie in Paris ist das direkte Resultat der französischen Politik des "Regimewechsels", um Gaddafi und Assad mit Hilfe der radikal islamischen Terroristen zu stürzen. Was die Menschen in Paris erlebt haben, passiert schon seit Jahren tagtäglich in Libyen und Syrien, nur dort sind es "unsere Terroristen" die in "unserem Namen" das tausendfache Morden und Töten von Zivilisten durchführen

- "Der Deutsche“ will keine Integration – er will Unterwerfung. Diese Erfahrung wird jeder machen, der von außen in eine halbwegs homogene Gruppe kommt. Da reicht schon, wenn er aus dem Nachbardorf kommend in eine Familie einheiratet oder beruflich eine neue Stelle antritt. Wenn er sich „unterwirft“, also sein Verhalten exakt dem der anderen Gruppen-Mitglieder gleicht, ist das in Ordnung. Wenn sein Verhalten nur minimal unterschiedlich ist, ist er schon „der Andere“ und wird es sein Leben lang bleiben. Das kann mal mehr, mal weniger tragisch sein. Angenehm ist das nie

- Kritik am Islam: Ibn Warraq

- Bassam Tibi und sein Konzept des Euro-Islam

- die meisten Moslems sind friedlich, mehr oder weniger integriert und wollen in Ruhe ihren Glauben leben

- es gibt aber einflussreiche Moslems, die nach ihrer eigenen Tradition leben und die Gesellschaft, in der sie leben, entsprechend ändern wollen

- Probleme werden seitens der europäischen Länder oft ignoriert oder verharmlost

- seriöse Menschen, die die Probleme beim Namen benennen und zur Lösung beitragen wollen, werden in den Medien mehr oder weniger „totgeschwiegen“, teilweise sogar beschimpft

- die heutigen Europäer haben kaum noch gemeinsame Werte – wer seine Werte nicht kennt, kann sie auch nicht verteidigen

- Gutmenschen und Jünger des Multikulti leben im Wolkenkuckucksheim, Konservative sind inexistent

- das „normale Volk“ fühlt sich von der Politik und den Medien im Stich gelassen bis verarscht, regt sich aber vorrangig über Sachen auf, die dem Islam nicht speziell anzulasten sind

- es herrscht eine sehr große Unkenntnis des Islam auf allen Ebenen

- Religion ist die Wurzel allen Übels. Ohne die Deckung der Moderaten könnten die Radikalen nicht agieren"

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/wurm-in-kurzform.html

Und hier einige Auszüge:

Kritik an Moslems

„Dass Kritik an den real in Europa existierenden Moslems nötig ist – darauf wird der Wurm später noch eingehen. Jedoch wird die Islam-Diskussion im Wesentlichen von drei Gruppen bestimmt, die überhaupt keine Ahnung vom Islam haben und auch keine Ahnung haben wollen.

Die erste Gruppe sind die Islam-Hasser. In erster Linie der Blog „politically incorrect“ …

Die zweite Gruppe sind die Gutmenschen. Islam und Moslems sind ausnahmslos gut. Alles gut, alles schön, alles negative Gerede ist Panikmache.

Die dritte Gruppe sind die Politik und die offiziellen Medien. Mit zwei Tendenzen. Die eine Tendenz ist der erzieherische Aspekt. Wie bei allen anderen Themen auch, wollen die Medien ihre Konsumenten in eine bestimmte Richtung bringen. In diesem Fall sollen sie nicht schlecht über Moslems oder andere Randgruppen denken. Eigentlich ist das positiv gedacht, da die Menschen sehr leicht gegen „andere“ aufzuhetzen sind. Es ist ein Dilemma: entweder wahrheitsgetreue Berichterstattung und die Menschen sind aufgehetzt oder Verschweigen von negativen und Hervorheben von positiven Dingen. Die Medien sollten allerdings der Wahrheit verpflichtet sein und nicht der Verbreitung von Ideologie. Über den Ausdruck „Lügenpresse“ dürfen sie sich dann nicht wundern.

Die andere Tendenz ist, ein Feindbild namens „Islam“ zu schaffen. Wenn Kriminelle am Werk sind, ist der Islam schuld. Wenn in Europa etwa Bürokraten, Medien, Satiriker oder Kunstschaffende vor Durchgeknallten einknicken, ist „der Islam“ schuld …

Die Folgen sind, dass Probleme ignoriert werden und auf der anderen Seite in vielen Köpfen ein Feindbild „Islam“ und „Moslem“ existiert. Ein sehr diffuses Feindbild: irgend etwas hat mensch gehört, was ihm nicht so richtig passt. Was das aber genau ist, kann er aber auch nicht genau sagen. Aber schlimm ist das …

Kritik am Islam: Ibn Warraq

Wer sich kurz über den Islam informieren will, sollte sich “Der Islam auf den Punkt gebracht“ ansehen. Leicht erkennbar ist, dass der Islam mit seinen politischen Auswirkungen negativ gesehen wird. Zum Beispiel hier:

"- Wenn die Muslime in der Minderheit in ihrem Gastland sind, sind sie friedlich.

- Wenn die Muslimische Bevölkerung wächst und ihre Zahl größer wird, werden ihre friedlichen Methoden zu Gunsten gewalttätiger Methoden abgelöst.“

http://europenews.dk/de/node/47303

Hier ist der „Zentralrat der Ex-Muslime“, der vor einer Islamisierung Europas warnt:

http://exmuslime.com/

Sinnvoll ist, sich das „Manifest der 12“ anzusehen. Auch hier ein kleiner Auszug:

„Wir lehnen den "kulturellen Relativismus” ab, der im Namen der Achtung der Kulturen und der Traditionen hinnimmt, daß den Frauen und Männern der muslimischen Kultur das Recht auf Gleichheit, Freiheit und Laizität vorenthalten wird.

Wir weigern uns, wegen der Befürchtung, die "Islamophobie” zu fördern, auf den kritischen Geist zu verzichten.“

http://europenews.dk/de/node/88650

„Das Manifest der 12 ist ein Manifest von zwölf überwiegend aus dem islamischen Kulturkreis stammenden Intellektuellen, das sich gegen den Islamismus als „neue weltweite totalitäre Bedrohung“ richtet und am 1. März 2006 in der französischen Satirezeitschrift Charlie Hebdo in Reaktion auf die Kontroverse um die Mohammed-Karikaturen veröffentlicht wurde.“

http://de.wikipedia.org/wiki/Manifest_der_12

Zu den Unterzeichnern des Manifests gehört Ibn Warraq, der zu den schärfsten Kritikern des Islam zählt:

http://de.wikipedia.org/wiki/Ibn_Warraq

http://europenews.dk/de/node/27526

Hier ein Auszug aus einem Kommentar aus dem Jahr 2010 zum Gerichtsverfahren gegen Geert Wilders :

Es ist jetzt 17 Jahre her, seit ich das erste Mal darüber geschrieben habe, was es bedeutet, wenn man sich auf die Forderungen von Muslimen einlässt, die im Westen leben; inzwischen ist offensichtlich, dass viele nicht vorhaben, sich an die sie empfangende Gesellschaft zu assimilieren. Stattdessen beharren sie darauf, dass sich das Gastland anpassen muss, indem es ihnen Sonderrechte und Privilegien gewährt.

Wenn wir nicht wachsamer sind, ist es wahrscheinlich, dass die europäische Gesellschaft stark verarmt, und all die hart erkämpften Errungenschaften und Freiheiten, soziale wie politische, in einer Orgie multikulturellen Liberalismus' verschleudert werden. Es könnte sogar die Gefahr bestehen, dass sich die europäischen Gesellschaften in religiöse und kulturelle Gettos aufspalten, jedes mit seinen eigenen Gesetzen. Zwei Dinge sollten wir dabei sorgfältig im Auge behalten: die Scharia und die Meinungsfreiheit.

Im Februar 2008 stellte der Erzbischof von Canterbury, Rowan Williams, zustimmend fest, dass "die Anwendung der Scharia unter bestimmten Umständen" in Großbritannien "unvermeidbar" sei. In mehreren Interviews ließ er keinen Zweifel daran, dass er die Vorstellung "ein Recht für alle" gefährlich fand – ein Eckpfeiler der westlichen Zivilisation, Gleichheit vor dem Gesetz: eine Gefahr!

Im Juli 2008 sah der Oberste Richter von England und Wales, Lord Phillips, keinen Hinderungsgrund, in Streitfällen die Scharia als Grundlage einer Vermittlung einzusetzen.

In Großbritannien arbeiten heute bereits 85 Scharia-Gerichte, sie wenden islamisches Recht an, um häusliche, familiäre und geschäftliche Streitfälle zu lösen …

Das islamische Recht beziehungsweise die Scharia, zum Teil aus dem Koran abgeleitet und aus den Taten und Worten des Propheten, wird als gottgegeben angesehen, als unveränderlich und unfehlbar. Das ist eine totalitäre Konstruktion, die darauf abzielt, jeden einzelnen Aspekt des Lebens eines Muslims zu kontrollieren, selbst eines Nicht-Muslims – und deshalb ist dies vollkommen unvereinbar mit westlichen, liberalen Demokratien und den Menschenrechten.

Das islamische Recht diskriminiert Frauen; sie dürfen nur die Hälfte dessen erben, was Männer erben; Männer dürfen Frauen schlagen; vor Gericht zählt die Aussage einer Frau nur halb so viel wie die eines Mannes; muslimische Frauen dürfen keine Nicht-Muslime heiraten; die Scharia schreibt bei Ehebruch Steinigung bis zum Tode vor; Amputation der Hände bei Diebstahl; Kreuzigung für den, der Unruhe stiftet; Homosexuelle und Apostaten gehören hingerichtet.

In anderen Worten: Muslime wollen Praktiken einführen, die wir im Westen vor vielen Jahren als barbarisch verworfen haben und die vor allem Frauen Menschenrechte verweigern. Das englische Recht, eines der Fundamente der britischen Gesellschaft, ist im Gegensatz zum festgeschriebenen islamischen Recht eng verbunden mit den Realitäten des menschlichen Lebens und Streitens und entwickelt sich deshalb immer weiter.

Eine der größten Errungenschaften der westlichen Zivilisation ist außerdem die Meinungs- und Redefreiheit. Auch sie wird bedroht durch die Forderungen des radikalen Islam. Die Freiheit, alles zu hinterfragen, ohne Tabus und politische Korrektheit, ist essenziell für sozialen, politischen, religiösen und wissenschaftlichen Fortschritt, um Irrtümer zu erkennen und näher zur Wahrheit vorzudringen. Deshalb ist Meinungsfreiheit für eine Demokratie unverzichtbar, sie ist ein Mittel, um die Exzesse jener zu korrigieren, die an der Macht sind, und um Vernunft in die öffentlichen Angelegenheiten zu bringen.

Vielen im Westen scheint entgangen zu sein, dass es schon beim Menschenrechtsrat in Genf den islamischen Staaten gelungen ist, Resolutionen durchzubringen, die das Wesen der Meinungsfreiheit unterminieren, ein Prinzip, das in Artikel 18 der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 festgeschrieben wurde. Die Scharia und den Islam zu kritisieren, ja sie nur zu erwähnen, ist künftig verboten

So wie die Bibelkritik die europäische Aufklärung einleitete, kann nur die Korankritik, die bisher so weit hinterherhinkt, zu einer islamischen Aufklärung führen.

Geert Wilders verdient Applaus, man sollte ihn als Helden feiern, nicht nur dafür, dass er die richtigen Schritte unternimmt, um Muslimen zu helfen, eine eigene Aufklärung zu schaffen, sondern auch für seinen mutigen Kampf zur Verteidigung der westlichen Werte. In den Worten von John Stuart Mill: "Ein Mensch, der nichts hat, für das er bereit wäre zu kämpfen, und dem nichts wichtiger ist als seine persönliche Sicherheit, ist eine armselige Kreatur ohne die Chance, frei zu sein; außer er wird es und bleibt es durch die Anstrengung jener, die größer sind als er selbst." Wilders ist weitaus größer als diejenigen, die ihn vor Gericht brachten und die kollektiv entschlossen zu sein scheinen, einen Selbstmord an ihrer Zivilisation zu verüben.“

http://www.welt.de/debatte/kommentare/article6731962/Der-Westen-muss-islamische-Barbarei-abwehren.html

Und hier aus einem Interview mit „qantara“:

"Die Ungleichbehandlung der Frau, die Unterdrückung von Nicht-Muslimen, das Vermischen von religiöser und staatlicher Macht, die Geringschätzung der Meinungsfreiheit. Für all das können sie sich auf die wichtigsten Quellen des Islam, den Koran und die Sunna, berufen

In England habe ich dann Islamwissenschaften studiert. Einer der Dozenten war ein sehr islamfreundlicher Christ. Er hat selbst für militante Ausprägungen des Islam noch großes Verständnis gehabt. Da fing ich an nachzudenken …

Man muss auf der strikten Trennung von Staat und Religion bestehen. Darauf, dass alle Menschen vor dem Rechtssystem gleich sind. Die Muslime müssen akzeptieren, dass Religion eine Privatsache ist. Sie müssen den Wunsch aufgeben, die Scharia anzuwenden. Sobald die Religion aus der öffentlichen Sphäre genommen wird, hat man die Möglichkeit zu Kompromissen. Politik besteht aus Kompromissen. Aber die Religion ist eine unverhandelbare, absolute Forderung

Und das geschieht nicht, wenn man so tut, als gäbe es kein Problem – wie es viele westliche Intellektuelle machen. Ich habe wirklich die Nase voll von Medien, die bedauern, dass es im Islam nie eine Reformation gegeben hat. Und die gleichzeitig Menschen wie Ayan Hirsi Ali oder mich kritisieren, weil wir den Islam kritisieren. Es wird in der islamischen Welt keine Aufklärung geben ohne Menschen, die kritisieren.

Die Säkularisation in Europa fand statt dank verschiedener historischer Strömungen, eine von ihnen war die Bibelkritik, in der vor allem Deutsche eine wichtige Rolle spielten: Albert Schweitzer etwa betrachtete das Alte und das Neue Testament als menschliche Schriften, die wissenschaftlich analysiert werden können.

Probiert man heute eine Korankritik, reagieren viele Muslime hysterisch. Weil sie keine Kritik an ihrer Religion akzeptieren wollen. Aber wir sollten zur Korankritik ermutigen. Wir müssen die Gelehrten schützen und unterstützen, die den Koran wissenschaftlich betrachten. Das ist der einzige Weg, eine Reformation im Islam anzustoßen. Oder Säkularisation in den Köpfen der Muslime.

Warum werden diese Dinge nicht auch so angesprochen?

Ibn Warraq: Die Leute wollen es einfach nicht besser wissen. Sie haben Angst, die muslimische Bevölkerung zu verärgern. Wir wollen ja nicht dem Rassismus Vorschub leisten. Wobei der Islam keine Rasse ist. Er ist eine Ideologie, die mit anderen rivalisiert und die ganze Welt beherrschen möchte. Er ist eine totalitäre Ideologie

Es wird den Menschen nicht erklärt, was den Westen für sie so attraktiv macht. Man muss ihnen sagen, dass die Stabilität, die wirtschaftliche Erfolgsgeschichte der letzten 50 Jahre unserem Rechtssystem zu verdanken ist, dem Bildungssystem, dem wissenschaftlichen Herangehen an Probleme. Und dass sie, wenn sie zum Beispiel darauf bestehen, eigene Gesetze anzuwenden, genau das zerstören, was den Westen für sie ursprünglich so attraktiv machte.

Und warum bestehen wir nicht selbst auf dieser Erziehung?

Ibn Warraq: Ich würde es eine Art Naivität nennen. Oder Appeasement. Wie Churchill gesagt hat: "Man füttert das Krokodil und hofft, dass es einen dann als Letzten frisst." Das ist Toleranz am falschen Ort. Man will die Kosten nicht in Kauf nehmen, die es mit sich bringt, die eigenen Werte zu verteidigen.

Wir machen uns mehr Sorgen darüber, Handelsverträge abzuschließen, wirtschaftliche Beziehungen zu pflegen und Öl von den Erdöl produzierenden Ländern zu beziehen. Auf diese Weise untergraben wir unsere eigenen Werte. Man könnte sagen, Nachgeben ist zu einem neuen Wert geworden …

http://de.qantara.de/inhalt/interview-mit-ibn-warraq-auf-korankritik-reagieren-viele-muslime-hysterisch

Bassam Tibi

Während sich Ibn Warraq komplett vom Islam gelöst hat und sich als Atheist bezeichnet, versteht sich Bassam Tibi als gläubiger Muslim, der säkular denkt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Bassam_Tibi

http://www.bassamtibi.de/start-2/

Er kennt den organisierten Islam und die daraus resultierenden Gefahren. Aus einem Vortrag mit dem Titel „Selig sind die Belogenen: Der christlich-islamische Dialog beruht auf Täuschungen – und fördert westliches Wunschdenken“:

„Im Mai 2000 nahm ich an einer Veranstaltung der "Kulturhauptstadt Europa" in Rotterdam teil. Genau zu diesem Zeitpunkt erregten heftige Attacken des Imams von Rotterdam gegen Homosexuelle die Gemüter. Der Imam - der sich übrigens ausdrücklich nicht als europäischer Bürger, sondern als marokkanischer Muslim versteht - erklärte unter anderem: "Die Schwulen müssen bekämpft werden; sie sind eine Gefahr für den Frieden." Von solchen Äußerungen alarmiert, schrieb der Soziologieprofessor Pim Fortuyn ein Buch mit dem Titel "Gegen die Islamisierung unserer Kultur".

Fortuyn, ein bekennender Homosexueller, ging in die Politik. Der Rest der Geschichte ist bekannt. Auch sie gehört zum Thema "Dialog mit dem Islam". Pim Fortuyn gebührt - was immer man ihm sonst vorwerfen kann - das Verdienst, ein Denkverbot durchbrochen zu haben. Er sprach eine Wahrheit aus, die von einer falsch verstandenen westlich-liberalen Toleranz nicht mehr zugelassen wird: Eine religiöse Kultur, die abweichendes Verhalten wie die Homosexualität verdammt und verfolgt, ist rückständig. Ich selbst bin Muslim. Mich kann man nicht, wie Fortuyn, verdächtigen, ich wolle Muslime ausgrenzen. Umso eindeutiger stelle ich fest: Die Islamisierung der Welt ist ein fester Bestandteil islamischer Weltanschauung.“

(Pim Fortuyn gründete eine „rechtspopulistische“ Partei, die vor allem gegen den Islamismus gerichtet war. Das Ziel war, die Liberalität der Niederlande gegen totalitäre Tendenzen zu verteidigen. Mit allem Nachdruck.)

Weiter mit Bassam Tibi:

„Christen müssen sich mit dieser feindseligen Einstellung offen auseinander setzen, statt sie weiterhin zu verdrängen. Warum geschieht dies nicht? Ich sehe dafür drei Gründe.

Erstens: die Schuldgefühle der Christen, vor allem der deutschen Protestanten, in Bezug auf die unrühmliche Vergangenheit ihrer Kirche im "Dritten Reich". Nie wieder will man in die Gefahr kommen, andere Religionen zu diskriminieren. Hier stellt sich freilich die Frage, warum es Islamisten, die ja militante Antisemiten sind, gestattet sein soll, moralisches Kapital aus dem vergangenen Leiden der Juden zu schlagen.

Zweitens: die gesinnungsethisch verordnete Fremdenliebe der Deutschen, die es ihnen verbietet, zwischen demokratischen und undemokratischen Ausländern und Kulturen zu unterscheiden.

Drittens: die Angst der christlichen Kirchen vor Machtverlust. Wenn nämlich der Anspruch des organisierten Islam, alle Muslime im Rahmen einer Körperschaft des öffentlichen Rechts zu vertreten, zurückgewiesen wird, bliebe dies im Sinne der Gleichbehandlung nicht ohne Folgen für die Kirchen. Wer den Monopolanspruch der orthodoxen Muslime bestreitet, gefährdet das entsprechende christliche Monopol.“

http://www.efg-hohenstaufenstr.de/downloads/texte/selig_sind_die_belogenen.html

Lohnenswert ist ein Gespräch mit Bassam Tibi im Hessischen Rundfunk. Auszüge daraus:

„… und der zweite Grund ist, dass Sie mir ein Forum geben, weil man mich in Deutschland totschweigt.“

„In Deutschland ist das unerwünscht … Die Herausforderung an Europa ist folgende: entweder gelingt es Europa, aus den Muslimen, die hier leben, europäische Bürger zu machen, und das erfordert auch Europäisierung des Islam, Muslime müssen dran beteiligt werden, also: Europäisierung des Islam, Europäisierung der Muslime, die hier leben, wir sind 20 Millionen inzwischen, oder: Europa wird islamisiert. Diejenigen, die Europa islamisieren wollen, das ist eine Minderheit unter den Muslimen, also unter den 20 Millionen sind vielleicht ein oder zwei Millionen, die sind sehr gut organisiert, sie kontrollieren die Moscheen, sie haben eine Infrastruktur und sie haben Geld.“

Wenn es den Europäern nicht gelingt, den Migranten, vor allem den Muslimen, eine europäische Identität zu geben, dann wird es sehr viele Probleme in Europa geben.“

 

 

https://www.youtube.com/watch?v=YZaYB_13_YA

Europäische Leitkultur

Der Begriff „Europäische Leitkultur“ (nicht zu verwechseln mit „Deutsche Leitkultur“) ist eine Schöpfung von Bassam Tibi. Aus einem weiteren Vortrag von ihm:

„Erstens und historisch gesehen, ist die Aufklärung ein Teil der Identität Europas. Die Aufklärung aufgeben hieße somit der Verzicht auf europäische Identität. Mein Buch „Europa ohne Identität?“, erschienen 1998, ist eine Verteidigung der Aufklärung …

Wenn Menschen aus verschiedenen Kulturen und Zivilisationen zusammenkommen, müssen sie etwas Gemeinsames haben. Haben sie nichts gemeinsam, reden sie nicht miteinander, sondern aneinander vorbei, wie – Sie erlauben mir die Spitze – bei der „Allianz der Zivilisationen“. Miteinander reden heißt über Probleme reden und wie sie gelöst werden. Wenn man das nicht darf, dann haben wir auch keinen Dialog. Aufklärung sollte die gemeinsame Grundlage des globalen Diskurses und des globalen Friedens sein …

Wir leben im Zeitalter des Nihilismus. Das meint, ohne eine allgemein verbindliche Werteorientierung. Es gibt Menschen mit einer Wertorientierung, deren Leben von dieser Orientierung her bestimmt oder doch wesentlich mitbestimmt ist. Allgemein aber leben – das ist meine Wahrnehmung – in einer Zeit des Nihilismus, in der die Aufklärung „under fire“ ist.

Die Richtung, aus der die Kritik an der Aufklärung kommt, heißt die Postmoderne. Die Postmoderne beansprucht im Namen eines kulturellen Werterelativismus einen relativ bedingungslosen Respekt vor anderen Kulturen. Dem wird das europäische Denken, soweit es einen Anspruch auf universelle Geltung erhebt, als Universalismus entgegenstellt, auch diskreditiert, den es zu relativieren gilt. Respekt vor anderen Kulturen heißt akzeptieren was sie hervorbringen, heißt relativieren, selbst die Menschenrechte.

In Europa bedeutet Foltern die Verletzung der Menschenrechte. In der Türkei – ich weiß das, ich habe dort gelebt – gehört das zum Verhör in der Polizeistation dazu. Schläge auf die Fußsohlen, das kenne ich aus Damaskus, tun unheimlich weh. Dann reden die Leute. Das soll dann keine Verletzung der Menschenrechte sein. Der Respekt vor anderen Kulturen scheint zu fordern, es hinzunehmen, über Verletzung der Menschenrechte nicht zu sprechen

Das Gegenteil von Absolutismus ist Relativismus. Die Europäer sind Relativisten geworden. Und Relativisten sind in der Auseinandersetzung mit Absolutisten die Verlierer. Das beste Buch über die Postmoderne hat Ernest Gellner geschrieben, mit dem Titel „Postmodernism, reason and religion“. Und auf Seite 85 können Sie lesen: „Their Attitude (of the culture relativists) is roughly that absolutism is to be tolerated“. Respekt vor anderen Kulturen ist etwas Hervorragendes. Aber eben nicht in der Art und Weise eines Blankoschecks. Das Problem Europas und der Europäer, allgemein zumindest: Andere Kulturen müssen respektiert werden, so wie sie sind. Europa denkt kulturrelativistisch. „Their attitude is roughly that absolutisms is to be tolerated if only it is sufficiently alien culturally”. Religiöse Fundamentalisten sind, so Gellner, absolutistisch und deswegen erfolgreich. Und was machen die Anhänger der Aufklärung? Ihnen wird Aufklärungsfundamentalismus, „fundamentallist rationalism“ vorgeworfen. Hier ist Gellner, den ich persönlich kannte und der für die Verteidigung der Aufklärung stritt, oft nicht verstanden worden. Er wollte damit die Verteidigung der Aufklärung nicht auf die Stufe des religiösen Fundamentalismus stellen, sondern zum Ausdruck bringen, wir müssen mit gleicher Kraft zur Aufklärung stehen wie die Fundamentalisten zu ihrer Religion.

Wenn Multikulturalität gelingt, das Zusammenleben von Menschen aus verschiedenen Kulturen gelingt, dann gäbe es nichts, was dagegen sprechen könnte. Aber Multikulturalismus hat eine andere Bedeutung, die Bedeutung des:„any thing goes“, der Wertebeliebigkeit. Danach hätte ich kein Recht, andere Kulturen zu kritisieren, ich müsste sie respektieren, wie sie sind. Das Wichtigste aber, was ich bei Max Horkheimer in Deutschland gelernt habe, ist Kritik, Kritik ohne Tabus

Aufklärung bleibt die Grundlage. Mit Fundamentalismus kann man so etwas nicht machen. Der Fundamentalismus kann viele Namen und viele Gesichter haben. Mit den großen amerikanischen Theologen, Martin Marty und Scott Apleby, der eine evangelisch, der andere katholisch, weiß ich mich einig: Die Religion kommt zurück. Aber nicht als Glaube, sondern mit den Anspruch, „remaking of the world”, die Welt neu gestalten, nach religiösen Prinzipien neu gestalten. Für den Augenblick einmal angenommen, hypothetisch, die Welt würde jetzt christlich organisiert, die Muslime könnten und würden das nicht akzeptieren, die Hindus nicht und auch die Sikhs nicht. – wie anders auch die Christen keine islamische Ordnung akzeptieren könnten und würden. Die Grundlage der Weltordnung kann daher nur religiös-neutral sein, also säkular. Die Aufklärung ist säkular. Natürlich, Europa ist christlich. Aber seit der Reformation, besonders seit der Renaissance, hat Europa die „sources of inspiration for the idea of Europe“ ausgetauscht, von Jerusalem nach Athen, vom Christentum zum Hellenismus.. Natürlich bleibt das Christentum als private Religion in Europa dominant, aber die kulturelle Moderne wird vom Hellenismus, nicht vom Christentum geprägt. Diesen Hellenismus haben auch die Muslime in ihren besseren Tagen gesehen. Und so haben wir doch eine gemeinsame Grundlage. Und die heißt: Aufklärung als Primat der Vernunft.

http://rollbrecht.eu/bt2/wp-content/uploads/2014/02/Vortrag-Wien_2012.pdf

Wertelosigkeit in Europa

Vor allem in den letzten Jahrzehnten gibt es zumindest im westlichen Europa die Tendenz, dass so ziemlich alles egal ist. Das hat den Vorteil, dass es extreme Positionen nicht mehr so einfach haben wie zu früheren Zeiten und mehr und mehr Menschen die Möglichkeit haben, nach ihrer eigenen Art und Weise leben zu können. Mehr oder weniger.

Im religiösen Bereich hat das die Folge, dass selbst gläubige Menschen entweder nicht wissen, was ihr Glauben beinhaltet oder sie sich schön reden. Hölle oder Teufel? Abgeschafft. „Frau hat in der Gemeinde zu schweigen“? In einigen christlichen Kirchen dürfen Frauen Priester werden und diejenigen, die das nicht erlauben, müssen sich scharfe Kritik anhören. Sex vor der Ehe, „wilde Ehe“, Scheidung, Homosexualität – gang und gäbe, kaum Kritik.

Einerseits ist das aus humanistischer Sicht ja erfreulich – andererseits hat das Treiben mit dem ursprünglichen Glauben nichts mehr zu tun und sie könnten’s dann gleich bleiben lassen.

Einige lassen’s tatsächlich bleiben und basteln sich ihre eigene Religion zusammen. Ein bisschen von hier, ein bisschen von da, ein bisschen von dort, wie es Einem halt so in den Kram passt. Esoterischer Blödsinn kommt dann auch noch dazu. Alles Irre.

Im säkularen Bereich gibt es die Aufklärung, zu deren Verteidigung Bassam Tibi aufruft. Jetzt frage mensch mal andere Menschen, etwa bei der Arbeit, was „Aufklärung“ bedeutet. Er kann sich sicher sein, dass das Wissen darüber erschreckend ist, nämlich kaum vorhanden …

Alle Religionen haben etwas gegen Aufklärung und Menschenrechte: zumindest Frauen und Nichtgläubige werden bei denen immer untergebuttert. Und nicht nur die. Selbst in angeblich „aufgeklärten“ Ländern der heutigen Zeit: da reicht es in Deutschland schon, einen Menschen zu heiraten, der geschieden ist. Wer in der Situation einen christlichen Arbeitgeber hat, kann, wenn er Pech hat und in der falschen Region lebt, mit lebenslangem Berufsverbot rechnen.

Für die Idee, dass alle Menschen die gleichen Rechte haben sollten, waren lange Kämpfe erforderlich und viele sind dafür gestorben. Jetzt gibt es kaum noch welche, die sich dafür interessieren, alles relativieren und für alles andere Verständnis haben. Wo ist da der Widerstand gegen solche Kräfte, die die Errungenschaften der Aufklärung abschaffen wollen?

Wenn Bassam Tibi sich beklagt, dass er in Deutschland „totgeschwiegen“ wird und sich wie ein kleines Kind freut, wenn er mal ein „Forum“ bekommt, spricht das Bände.

Euro-Islam

Von ihrem Selbstverständnis her fühlen sich die meisten Muslime den Nicht-Muslimen überlegen. Wie bei Religionen halt so üblich. Nun haben die Muslime eine große Vergangenheit, in der sie weltweit führend waren. Müssen aber mitansehen, dass die muslimischen Länder kulturell, wirtschaftlich und politisch weit hinten sind und empfinden dies als Demütigung …

Mensch frage heutzutage einen Moslem, warum die islamische Welt heute dermaßen hinten liegt. Die Antwort wird wohl immer die selbe sein: zu wenig Glaube.

Was macht die islamische Gemeinschaft mit solchen, die ein bisschen mehr glauben? Das gleiche, was andere Religions-Gemeinschaften auch machen: Verständnis dafür haben. Manches mag zwar weniger schön sein – aber es kommt ja aus dem Glauben heraus.

Moderate werden immer Verständnis für die Fanatiker haben und denen immer Hilfe gewähren.

Nun zu den übleren Zeitgenossen, deren erklärtes Ziel die Islamisierung Europas ist. Um noch mal Bassam Tibi zu zitieren: „Diejenigen, die Europa islamisieren wollen, das ist eine Minderheit unter den Muslimen, also unter den 20 Millionen sind vielleicht ein oder zwei Millionen, die sind sehr gut organisiert, sie kontrollieren die Moscheen, sie haben eine Infrastruktur und sie haben Geld.“

Aus einem Interview mit ihm in der österreichischen „Kleine Zeitung“:

„Auch in Österreich. Die Moslembrüder sind massiv präsent und haben viel Macht. Sie werden hier durch den Rechtsstaat geschützt.

Mit Moslembrüdern ist kein demokratischer Staat zu machen?

Sie spielen ein Doppelspiel: Nach außen reden sie liberal und demokratisch, in ihrem eigenen Kreis treten sie für einen Scharia-Staat ein

Sie haben vor 20 Jahren einen Euro-Islam beschworen, einen sekulären Islam der sich von der Scharia verabschiedet. Sind die europäischen Muslime diesem Ideal seither näher gekommen?

Ich habe Anhänger. Sie haben voriges Jahr in Deutschland eine Bewegung gegründet: Verband europäisch-demokratischer Muslime. Ich bin keine Ein-Mann-Sekte, aber ich muss offen sagen, dass Islamisten in Europa, auch hier bei Ihnen in Österreich, stärker sind als wir. Die haben mehr Geld, mehr Mittel. Die verstorbene Innenministerin Liese Prokop hat mich zu einem Dialog mit dem früheren Vorsitzenden der Islamischen Glaubensgemeinschaft eingeladen. Er hat erklärt, dass sein Verband zu dem Ergebnis gekommen sei, dass mein Modell eindeutig abzulehnen sei. Ich habe gesagt: “Wenn Sie keinen europäischen Islam haben wollen, dann sind sie nicht für Integration.“ Ich bin aus Protest aufgestanden und weggegangen. Mit diesen Leuten kann man nicht seriös diskutieren.“

http://www.pi-news.net/2011/05/bassam-tibi-aus-der-traum-vom-euroislam/

Da hat Bassam Tibi Recht: mit diesen Leuten kann mensch nicht seriös diskutieren. Er hat wenigstens den Vorteil, dass er diese Sorte kennt, weiss, was sie wollen und wie mit ihnen umzugehen ist.

Das wissen andere nicht bzw. wollen das nicht wissen. Noch mal Bassam Tibi: „Sie spielen ein Doppelspiel: Nach außen reden sie liberal und demokratisch, in ihrem eigenen Kreis treten sie für einen Scharia-Staat ein.“

Jeglicher Kompromiss, jegliches Zugeständnis wird von dieser Sorte als Schwäche verstanden. Und sie schicken ihre Leute vor, um Stück für Stück ihre Ziele weiter zu verwirklichen: Lehrerinnen und Schülerinnen dürfen im Schulunterricht Kopftuch tragen (was in manchen islamischen Ländern als Demonstration des militanten Islams verboten ist), ihre Töchter dürfen vom Sexualkunde-Unterricht, vom Sportunterricht und von Klassenfahrten freigestellt werden, den Söhnen dürfen Teile vom Körper abgeschnitten und Tiere dürfen geschächtet werden. In den letzten beiden Punkten sind sie sich wenigstens mit den Menschen jüdischen Glaubens einig. Das Ende aller Wünsche dürfte dies noch nicht sein.

Dass in deutschen Groß-Schlachthöfen Tiere in Richtung Mekka geschlachtet werden, ist noch ein Kuriosum, das außer den Tieren (meistens Geflügel, das ja sowieso geschlachtet würde) niemandem schadet. Auch, dass beim Tötungsvorgang ein Schild mit der Basmala ("Im Namen Gottes (Gott ist groß)") angebracht ist. Dokumentiert im Film „Unser täglich Tier – Morden für die Rendite“ in den Minuten 22 und 33:

https://www.youtube.com/watch?v=vsFfWoa32yc

Nein, diese Sorte versteht nur eine Sprache: klare Kante. Ibn Warraq zitiert John Howard, den ehemaligen Ministerpräsidenten von Australien: „Er hat den in Australien lebenden Muslimen klar gesagt: "Wer hier lebt, der muss sich an unsere Gesetze halten. Wenn ihr unter der Scharia leben wollt, dann müsst ihr Australien verlassen." So klar hat sich kein anderer Politiker geäußert.“

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/islamkritiker-ibn-warraq-dieser-kalte-krieg-kann-100-jahre-dauern-a-499223.html

Oder wie der Kabarettist Serdar Somuncu:

 

 

… Wenn noch nicht mal die Menschen für die Aufklärung und die Menschenrechte eintreten, ist das traurig. Nichtsdestotrotz: der Wurm und die Bewohner des Erdreiches tun dieses.“

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/131-islam-in-europa.html