„Der einzige, der einen Ozelotpelz wirklich braucht, ist der Ozelot.“

Bernhard Grzimek

„Und auch in Europa hat sich der Pelz wieder in der Mode etabliert: als Accessoire, als Kragen, Besatz oder Bommel auf den beliebten Strickmützen. Ein geschickter Schachzug der Industrie, finden Tierschützer. „Dadurch hat Pelz eine viel größere Zielgruppe bekommen, als der klassische Pelzmantel je hatte“, sagt Hendrik Haßel von der Tierrechtsgruppe Animal Equality. Inzwischen machen die Kleinteile mehr als die Hälfte des gesamten Umsatzes mit Pelzwaren aus.“

http://www.taz.de/!5014146/

Aus verständlichen Gründen sind die Bewohner des Erdreichs darüber entsetzt, wie die Menschen mit den Tieren umgehen.

Wobei die reine Lust am Töten noch am Harmlosesten ist (siehe auch http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/180-lust-am-toeten.html ).

Ohne Produkte tierischen Ursprungs würde kein Mensch verhungern. Dennoch ist es halbwegs nachvollziehbar, dass Menschen Tiere töten, um sie zu essen. Überhaupt nicht nachvollziehbar sind die Bedingungen, unter denen sie die bemitleidenswerten Tiere halten und töten.

In der heutigen Zeit müsste kein Mensch frieren ohne tierisches Fell. Die Wolle von Schafen oder notfalls Pelz als „Abfallprodukt“ von Schlachttieren wäre völlig ausreichend. Jeder Mensch, der Pelz trägt, trägt den Tod (der Tiere) am eigenen Körper. Und ist, je nach Pelz, für die Ausrottung bestimmter Tierarten verantwortlich. Oder für das lebenslange Leiden der Tiere.

Höhepunkt der Perversion ist jedoch das Tragen von Pelz als kleinteilige „Schmuckstücke“, die überhaupt keine wärmende Funktion mehr haben. In Deutschland werden mit diesen Kleinteilen mehr als 70% des Pelz-Umsatzes gemacht. Besonders Zoltan Zobel kann sich tierisch darüber aufregen.

Wer die Dummheit der Menschen und die Qualen der Tiere ertragen kann (Film-Ankündigung „Die nachfolgende Sendung ist für Zuschauer unter 16 Jahren nicht geeignet“), möge sich zum besseren Verständnis folgenden Film ansehen:

 

 

"Eine komplette Pelzjacke ist Tierquälerei - aber so ein Mantelkragen doch nicht." Viele Menschen denken, der Pelzbesatz an ihrer Kleidung oder Accessoires aus Fell seien nur Reste, die sowieso anfallen würden. Doch unter anderem genau für diese Fellteile werden jedes Jahr mehr als 85 Millionen Tiere gezüchtet und getötet. Rechnet man die Tiere hinzu, die in freier Wildbahn gefangen und getötet werden, sind es hundert Millionen insgesamt, deren Felle verarbeitet werden …

Das NDR Team konnte auf einer der Farmen filmen. Mit 500 Marderhunden ist es eher ein kleiner Betrieb. Zu sehen, wie die Tiere behandelt und vor allem wie sie getötet und gehäutet werden, sei schwer zu ertragen gewesen, berichtet die Autorin. Die Marderhunde leben in kleinen Käfigen und haben keinen festen Boden unter den Pfoten, sondern nur den Draht der Käfige.

Die Hunde sind etwa fünf Monate alt, wenn im November die sogenannte Ernte ansteht. Um diese Zeit im Jahr stellen die Farmen Arbeiter ein, die die Tiere töten und ihnen das Fell abziehen sollen. Die Männer bekommen pro Tier umgerechnet 70 Cent. Damit sich die Arbeit lohnt, arbeiten die Männer möglichst schnell. Deshalb wird offenbar nicht darauf geachtet, ob die Tiere wirklich tot sind.

Mit Stangen wird den Hunden auf den Schädel geschlagen. Doch die Schläge sind nicht immer tödlich. Kontrolliert wird das nicht. Die Tiere werden in jedem Fall gehäutet. Das Filmteam beobachtet mehrere Hunde, die noch atmen, obwohl ihnen schon das Fell abzogen wurde. So sehe die gängige Fellernte in weiten Teilen Chinas aus, berichtet unsere Autorin. Gesetzliche Schutzregelungen für Pelztiere gibt es in China nicht. Die Kadaver werden als Tierfutter verwertet oder verbrannt.“

https://www.ndr.de/ratgeber/verbraucher/So-leben-und-sterben-Pelztiere,pelz128.html

http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/45_min/Die-Wahrheit-ueber-Pelz,sendung302420.html

 

Wirtschaft und Recht

 

Die Sendung „plusminus“ zum Thema:

http://www.daserste.de/information/wirtschaft-boerse/plusminus/sendung/br/18022015-1-100.html

„Der Welt-Jahresumsatz der gesamten Pelzwirtschaft wurde vom internationalen Pelzhandelsverband im Jahr 2012 mit 15,1 Milliarden US-Dollar angegeben, davon entfallen 4,5 Milliarden auf die Länder der Europäischen Union. Er erreichte damit ein neues Rekordhoch. Insgesamt werden pro Jahr etwa 90 Millionen Felle verarbeitet, davon 28 Millionen Nerzfelle und 4 Millionen Fuchsfelle. Die heute genutzten Fellarten kommen nach Angaben des deutschen Pelzinstituts zu 46,9 % aus Zucht und Farmhaltung (so Chinchilla, Nerz, Marderhund), zu 37,6 % aus Weide- und Stallhaltung (so Lamm, Ziege, Kalb) und zu 15,5 % aus Jagd und Hege (u. a. Bisam, Nutria, Rotfuchs, Waschbär und neuseeländisches Opossum).

In etwa 6500 Pelztierfarmen in der EU sind ungefähr 30.000 Mitarbeiter, in der gesamten europäischen Pelzbranche etwa 164.000 beschäftigt.“

https://de.wikipedia.org/wiki/Pelz

„Für den Bundesverband (der Tierversuchsgegner) ist nur ein Verbot der Pelzfarmen angemessen und mit den Forderungen des Paragrafen 2 Tierschutzgesetz sowie mit dem Staatsziel Tierschutz vereinbar. Schon der im Tierschutzgesetz verlangte »vernünftige Grund«, um Nerze, Iltisse, Füchse, Marderhunde, Sumpfbiber und Chinchillas für Modezwecke zu züchten und zu töten, fehlt.

Ein Pelztierzüchter, der diese Tiere tötet oder töten lässt, begeht nach unserer Überzeugung unverändert eine Straftat. Deutschlands Politik zeigt mit diesen Haltungsvorgaben wenig Selbstbewusstsein, denn andere EU-Länder haben weitergehende Vorgaben bis hin zu Verboten verabschiedet.

In Großbritannien und Österreich ist die Haltung von Tieren zur »Pelzgewinnung« verboten; Luxemburg und Malta haben keine Pelzfarmen. Schweden will langfristig die »Pelztier«-Haltung verbieten.“

https://www.tierrechte.de/themen/pelz

  

Aufklärung

 

Die Tierschutz-Organisation PETA beschreibt „Zehn schockierende Wahrheiten über Pelz“. Im Artikel sind mehrere kurze Filme eingebettet:

„Wenn man einen Pelzmantel in einem Hochglanzmagazin oder im Schaufenster sieht, wird einem nicht immer gleich klar, dass Tiere dafür erschlagen, mit Elektroschocks getötet oder lebendig gehäutet wurden. Sind Sie bereit herauszufinden, was hinter den Kulissen im Namen der Mode passiert? Hier finden Sie zehn schockierende Wahrheiten über Pelz, die Sie beim nächsten Einkauf wahrscheinlich zweimal nachdenken lassen, ob Sie wirklich eine Tierleiche in Form von Pelzbesatz, als Mantel oder „Accessoire“ tragen möchten:

Wahrheit 1:

Sogenannte Pelztiere durch anale und genitale Elektroschocks zu töten, ist eine grausame Tötungsmethode, die Pelzfarmer regelmäßig anwenden, um Schäden am Fell zu verhindern.

Wahrheit 2:

85 Prozent der Häute aus der Pelzindustrie stammen von Tieren, die auf Pelzfarmen gefangen gehalten werden. Dort verbringen sie ihr Leben in engen, dreckigen Drahtkäfigen und werden später oft lebendig gehäutet.

Wahrheit 3:

Etwa eine Milliarde Kaninchen werden jedes Jahr weltweit getötet, damit man ihr Fell zu Kleidung und Pelzbesätzen an unterschiedlichen Gegenständen verarbeiten kann.

Wahrheit 4:

Mangels Tierschutzgesetzen gibt es keine Strafen für Personen, die Tiere auf Pelzfarmen in China misshandeln – China ist der weltweit größte Pelzexporteur, verarbeitet und fertigt damit 80 Prozent aller Pelzprodukte.

Wahrheit 5:

Im Jahr 2011 wurden schätzungsweise 54 Millionen Nerze weltweit von der Pelzindustrie vergast und erschlagen. Trauriger Spitzenreiter ist unser Nachbar Dänemark mit 15 Millionen getöteten Tieren.

Wahrheit 6:

In China werden mehr als 2 Millionen Katzen und hunderttausende Hunde erschlagen, erhängt und oft bei lebendigem Leib gehäutet, um ihre Felle verarbeiten zu können; viele Tiere lässt man ausbluten.

Wahrheit 7:

Nachdem ein Tier getötet wurde, behandelt man die Haut mit giftigen Chemikalien, wie Schwefelsäure, Ammoniumchlorid oder Bleiazetate, um ein Zersetzen oder Schimmeln zu verhindern.

Wahrheit 8:

Der Kot der Nerze trägt zur Verschmutzung des Wasserkreislaufs bei. Gefährliche Bestandteile dieser Ausscheidungen sind Nitrate und Phosphate, welche bei unsachgemäßem Betrieb in die Natur gelangen und verheerende Schäden in Bächen und Flüssen anrichten. Auch in Deutschland wurden wegen Gewässerverschmutzungen Pelzfarmen mit Auflagen belegt oder gar verurteilt.

Wahrheit 9:

Die Herstellung eines Mantels aus Tieren von Pelzfarmen benötigt 20-mal mehr Energie als die Produktion eines Kunstpelzes. Gesamtheitlich betrachtet fließen der Transport von Futtermitteln auf Farmen, die Müllverwertung, Elektrizität für Gebäude und Tötungsapparate, der Einsatz von Pestiziden, Impfstoffen und Antibiotika und der Abtransport von Kadavern in die mangelhafte Umweltbilanz von Echtpelz mit ein.

Wahrheit 10:

Weltweit werden Jahr für Jahr Millionen von Waschbären, Kojoten, Wölfe, Rotluchse, Biber, Otter und andere so genannte Pelztiere durch aufgestellte Fallen für die Pelzbekleidungsindustrie getötet. Beim Waldspaziergang geraten auch häufig Hunde in die hinterhältigen Tötungsapparate.“

http://www.peta.de/pelzwahrheiten#.VnmfNpDSmRs

Weitere Artikel und Filme zum Thema Pelz bei „PETA“:

http://pelz.peta.de/

http://www.peta.de/themen/Pelz

„Vier Pfoten“ zum Thema:

http://www.vier-pfoten.de/themen/wildtiere/pelz/

Der Deutsche Tierschutzbund schreibt:

„Pelze sind Produkte, die mit Tierquälerei erkauft werden. Daran hat sich nichts geändert - so sehr die Pelzindustrie ihre Werbung auch forciert. In großformatigen Anzeigen, mit PR-Berichten in Tageszeitungen und Zeitschriften versucht die Pelzindustrie alljährlich vor allem in den Wintermonaten den Eindruck zu vermitteln, Pelz sei "in" und das Leid der Tiere interessiere die Verbraucher heute nicht mehr …

In freier Wildbahn werden Pelz tragende Wildtiere auch heute noch in vielen Ländern mit Fangeisen gefangen. So gefangen kämpfen die Tiere oft Stunden oder gar Tage um ihr Leben, bevor sie an Erschöpfung, Hunger, Durst oder an ihren Verletzungen sterben. Bei ihren vergeblichen Befreiungsversuchen reißen sie sich tiefe Wunden ins Fleisch, verrenken oder brechen sich die Gliedmaßen. Manche Tiere beißen sich sogar die eingeklemmten Pfoten ab.

Regelmäßig behauptet die Pelzindustrie, dass die Jagd eine notwendige Bestandsregulierung sei. Doch die meisten Pelztiere sind Beutegreifer. Ihr Bestand wird durch das Beuteangebot reguliert. Jeder Eingriff von außen stört das natürliche Gleichgewicht. Der Mensch kann nur reduzierend in einen Tierbestand eingreifen, aber niemals Teile eines Ökosystems regulieren. Die Vergangenheit hat leider gezeigt, dass Tiere wie Tiger, Leoparden, Geparden, Schneeleoparden und Nebelparder aufgrund ihrer Felle fast ausgerottet worden sind. Internationale Artenschutzbestimmungen zum Schutz von vom Aussterben bedrohten bzw. gefährdeten Arten werden immer wieder umgangen.

Weltweit werden Millionen Tiere jedes Jahr für den Handel mit Pelzen getötet, um ihre Felle zu Mänteln, Jacken oder Mützen zu verarbeiten. Für einen Pelzmantel sterben 30 bis 50 Waschbären oder 14 Luchse, 40 bis 60 Nerze, zwölf Wölfe, 110 Eichhörnchen oder 130 bis 200 Chinchillas.

Jeder, der sich mit Pelz kleidet, hat Blut an den Händen, egal ob Mann oder Frau. Und wer damit handelt, macht sich erst recht mitschuldig am millionenfachen Leid der Tiere. Also: Finger weg vom Pelz. Es gibt keinen vernünftigen Grund, dass Tiere leiden und sterben, um sich einen grausamen Luxus zu leisten.“

http://www.tierschutzbund.de/pelz.html

Wenn der Wurm ein Mensch wäre, würde er sich schämen für die Dummheit und Brutalität seiner Artgenossen. Zumindest gibt es ein paar, die zeigen, dass es auch anders geht:

 

Kampagnen gegen das Tragen von Pelz

 

Die älteren Wurm-Leser werden sich noch an Bernhard Grzimek erinnern können, der als einer der Ersten erfolgreich auf das Leiden von Tieren wg. Pelz-Gewinnung aufmerksam machte. Der „Spiegel“ schreibt 1967 über ihn:

„Im Vogelhaus seines Zoologischen Gartens in Frankfurt hat er das Schopenhauer-Zitat angeschlagen, daß die Menschen Teufel auf Erden, die Tiere hingegen geplagte Seelen seien …

"Bild"-Leser nehmen den Professor gegen "unsere großen Herren, die nur wehrlose Tiere abschießen wollen", in Schutz -- obwohl Grzimek Massen-Idole wie Gina Lollobrigida, 39, attackierte, weil der Star nicht abließ, Leoparden-Mäntel zu tragen.

Als der TV-Tierschützer sich im Dezember 1965 dann dem Schulz junger Robben zuwandte, spürte das die deutsche Pelzwirtschaft bald darauf am Umsatzrückgang. Grzimeks Aufrufe gegen das Abhäuten lebender Seehundbabys im St.-Lorenz-Golf brachten dem kanadischen Ministerpräsidenten Lester Pearson 15 000 Protestbriefe aus der Bundesrepublik und der Schweiz ein, in denen eine schärfere Überwachung der Robbenjagd gefordert wurde. Der deutsche Pelzhändler-Verband beteuerte, daß ein Umsatzverlust von vier Millionen Mark zu verzeichnen sei.

Grzimek hatte das Häuten lebender Seehundbabys so eindringlich geschildert, daß Damen auch die Felle erwachsener Robben nicht mehr leiden mochten. Der Frankfurter Pelzhändler Herbert Thierschmann stellte bei seinen Kunden "eine eindeutige Anti-Seehund-Tendenz" fest. In Zürich bespuckten rabiate Eidgenossen Damen, die sich im Seal-Mantel zeigten.

Verzweifelt erwirkte der Verband der deutschen Rauchwaren- und Pelzwirtschaft beim Frankfurter Landgericht eine einstweilige Verfügung, mit der dem Professor verboten wurde, im Fernsehen das Abhäuten junger Seehunde bei lebendigem Leibe so zu schildern, daß "Millionen potentieller Kunden der Pelz-Industrie durch diesen verdeckten Boykott-Aufruf erfaßt und angesprochen werden".“

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46353364.html

„Animals United“ mit ihrer Kampagne „Das Label Tod“:

http://www.gelabelt.de/kampagne.php

Und einem kurzen Kino-Spot:

 

 

 

„PETA“ hat hier die Geschichte und die Erfolge ihrer Anti-Pelz-Kampagnen aufgeführt:

http://www.peta.de/geschichte-unserer-anti-pelz-Kampagnen

Aufsehen erregend war (und ist) deren Kampagne „I’d rather go naked than wear fur“ ("Lieber gehe ich nackt, als dass ich Pelz trage"):

 

 

https://www.google.de/search?q=i'd+rather+go+naked+than+wear+fur&biw=1280&bih=676&tbm=isch&source=lnms&sa=X&ved=0ahUKEwihi5iKnPDJAhVDvhQKHfu_ANUQ_AUIBigB&dpr=1.5

https://www.google.de/search?q=i'd+rather+go+naked+than+wear+fur&biw=1280&bih=676&tbm=vid&source=lnms&sa=X&ved=0ahUKEwjbz-6WnfDJAhVCthQKHWLpAFwQ_AUICCgC&dpr=1.5