Dies ist ein merkwürdiges Land: einerseits ist den meisten alles egal, was nicht sie selbst betrifft; andererseits regen sie sich über Leute auf, denen nicht alles egal ist und die Missstände klar beim Namen nennen oder Themen satirisch überspitzen.

Gerade in den letzten Wochen war dies wieder deutlich zu sehen.

Meinungs- oder Pressefreiheit gilt nur für diejenigen, die festlegen, was politisch korrekt zu sein hat. Wehe dem, wer da nicht mitmacht.

 

Shitstorm über Innenminister

 

Thomas de Maizière

„Wegen umstrittener Äußerungen in Bezug auf Flüchtlinge hagelt es für Bundesinnenminister Thomas de Maizière aktuell Kritik in den sozialen Netzwerken. De Maizière sieht die große Zahl nicht registrierter Flüchtlinge in Deutschland als "ernstes" Problem. Im ZDF-"heute journal" sagte der CDU-Politiker am Donnerstagabend: "Bis zum Sommer waren die Flüchtlinge dankbar, bei uns zu sein. Sie haben gefragt, wo ist die Polizei, wo ist das Bundesamt. Wo verteilt Ihr uns hin." Das habe sich seither geändert.“

http://web.de/magazine/politik/fluechtlingskrise-in-europa/kritik-fluechtlingen-shitstorm-thomas-de-maiziere-30970132

„Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) verschärft die Tonlage gegenüber Flüchtlingen in Deutschland. Es gebe Asylbewerber, die sich prügelten, über ihre Unterkünfte und das Essen beklagten oder meinten, sie könnten sich selbst aussuchen, wo sie in Deutschland unterkämen, sagte de Maizière am Donnerstagabend im ZDF-„heute journal“. Wer in die Bundesrepublik komme, müsse sich an Regeln halten. Einer aktuellen Umfrage nach bereitet der große Zuzug von Flüchtlingen einer wachsenden Zahl von Bürgern Sorge. Auch in der SPD mehren sich Stimmen, wonach dem Land eine Überlastung droht. Die Linke warnte vor Stimmungsmache.

Die Asylzahlen wachsen seit vielen Monaten rasant und erreichen immer neue Rekordwerte. Laut Innenressort entziehen sich Flüchtlinge zunehmend der Registrierung oder verlassen Erstaufnahmestellen eigenmächtig. In Baden-Württemberg etwa kamen nach Behördenangaben im September fast 28 700 Flüchtlinge an, nur knapp 16 400 blieben zur Registrierung und für einen Asylantrag in den Erstaufnahmen.

De Maizière sagte dazu, viele Flüchtlinge meinten, sie könnten sich selbst irgendwohin zuweisen. „Sie gehen aus Einrichtungen raus, sie bestellen sich ein Taxi, haben erstaunlicherweise das Geld, um Hunderte von Kilometern durch Deutschland zu fahren. Sie streiken, weil ihnen die Unterkunft nicht gefällt, sie machen Ärger, weil ihnen das Essen nicht gefällt, sie prügeln in Asylbewerbereinrichtungen.“ Dies sei zwar noch eine Minderheit. Aber wer nach Deutschland komme, müsse sich hier an die Regeln und die Rechtsordnung halten. Auf die Frage, ob Deutschland an der Grenze des Machbaren angelangt sei, antwortete er: „Wir schaffen das nicht ohne weiteres - das ist schon eine große Anstrengung.““

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.fluechtlingskrise-de-maizi-re-kritisiert-verhalten-von-fluechtlingen.7e998694-f2ca-447a-a4ab-3ad09999bed6.html

Noch mal kurz zusammengefasst: „Es gebe Asylbewerber, die sich prügelten, über ihre Unterkünfte und das Essen beklagten oder meinten, sie könnten sich selbst aussuchen, wo sie in Deutschland unterkämen, sagte de Maizière am Donnerstagabend im ZDF-„heute journal“. Wer in die Bundesrepublik komme, müsse sich an Regeln halten.“

Dies sagt der Bundes-Innenminister, zu dessen Aufgabe es gehört, für ankommende Flüchtlinge zu sorgen und anfallende Probleme in den Griff zu bekommen.

Der Wurm kann nicht beurteilen, ob der shitstorm gegen Thomas de Maizière tatsächlich so stark war wie behauptet. Weiss aber, dass es viele gibt, die es nicht gerne hören, dass etwas Schlechtes über Menschen berichtet wird, über die mensch nur Gutes hören will. Auch, wenn die Behauptungen noch so sehr stimmen.

Über die Politik von Thomas de Maizière regt sich kaum einer auf. Auch in den letzten Jahren nicht, als die deutsche Politik gegen die Flüchtlinge gerichtet war. – Aber wehe, er sagt, dass sich Flüchtlinge in Deutschland beklagen, sich gegenseitig verprügeln oder schlichtweg untertauchen – das geht gar nicht, das ist böse!

Joachim Herrmann

Was für ein Fauxpas von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (58)!

In der WDR-Talkshow „Hart aber fair“ zum Thema „800 000 Flüchtlinge – schafft Deutschland das?“ nannte der CSU-Politiker Schlagerstar Roberto Blanco (78) einen „wunderbaren Neger“ – und hat damit einen gewaltigen Shitstorm in den sozialen Medien ausgelöst …

Mehr als fünf Minuten später dann die Entgleisung: Als Chefredakteur Reitz über Erfolgsgeschichten von Einwanderern berichtet, fällt Herrmann ihm ins Wort und gibt ein eigenes Beispiel zum Besten: „Roberto Blanco war immer ein wunderbarer Neger, der den meisten Deutschen wunderbar gefallen hat.“ Beim FC Bayern München spielten auch eine ganze Menge mit schwarzer Hautfarbe mit, und das fänden die Fans des Fußballvereins auch gut, fügte er hinzu.

Der „Focus“-Chef stutzt, lacht. Auch Moderator Frank Plasberg bringt bis auf ein verdutztes „Holla!“ erst einmal wenig heraus.“

http://www.bild.de/politik/inland/hart-aber-fair/joachim-herrmann-bezeichnet-roberto-blanco-als-wunderbaren-neger-42405080.bild.html

Aus dem, was Joachim Herrmann sagt, ist eindeutig erkennbar, dass es sich um nichts Negatives handelt. In seinen ersten Lebens-Jahrzehnten hat sich kein Mensch über das Wort „Neger“ erregt. Mittlerweile gibt es Menschen, die sagen, dass das Wort „Neger“ ganz, ganz böse ist und es kein Mensch mehr sagen darf. Wehe dem, der es dennoch tut!. Wenn er in der Öffentlichkeit steht, wird er mit Sicherheit „einen gewaltigen Shitstorm in den sozialen Medien“ auslösen.

Zum „Negerkönig“ in Pippi Langstrumpf und dem Verhältnis des Menschen zur Sprache siehe http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/43-romantische-kristall-nacht.html

 

Bericht aus Berlin: Fotomontage Angela Merkel im Tschador

 

„Der "Bericht aus Berlin" zeigt Fotomontagen von Merkel im Tschador und Minaretten auf dem Reichstag - und muss sich gegen den Vorwurf islamfeindlicher Propaganda wehren.

Der Beitrag läuft noch keine Minute, da ist ein Szenario zu sehen, das eine rechtspopulistische Partei kaum besser hätte entwerfen können: Der Reichstag ist bestückt mit Minaretten, auf der gläsernen Kuppel glänzt ein goldener Halbmond, ein Bild später wird Bundeskanzlerin Angela Merkel im Tschador gezeigt, kein Haar lugt unter dem schwarzen Kopftuch hervor – aber: es ist eben keine rechte Partei, die hier mit populistischen Mitteln Propaganda betreiben will, sondern der „Bericht aus Berlin“ in der ARD, der sich am Sonntagabend mit der Flüchtlingsdebatte beschäftigte.

„Was geschieht mit unseren Werten?“, fragte Moderator Rainald Becker besorgt, während die verhüllte Merkel und der umgebaute Reichstag im Hintergrund eingeblendet wurden. „Wir verändert sich das Leben? Ja, wie reagieren wir, wenn Flüchtlinge Probleme haben mit der Gleichstellung, mit Frauenrechten, mit Presse- und Meinungsfreiheit?“ Das seien Fragen, auf die es bisher noch keine Antwort gebe. „Und die deshalb Ängste schüren.“

Dass die ARD mit solchen Fotomontagen womöglich zuallererst selbst Ängste schürt, findet Becker, der stellvertretender Chefredakteur Fernsehen im ARD-Hauptstadtstudio ist und 2016 ARD-Chefredakteur wird, offensichtlich nicht. Er will sich weder zu seiner Anmoderation noch zu den Fotomontagen äußern, dennoch sieht sich die Redaktion nach der Sendung anscheinend unter Rechtfertigungszwang.

Auf ihrer Facebookseite veröffentlichte sie am Montag ein kurzes Statement: Es habe zwar „zahlreiche Kritik“ an der Grafik gegeben. „Wir halten jedoch auf Grund unseres journalistischen Selbstverständnisses diese zugespitzte Darstellungsform für legitim“. Die Redaktion weise „entschieden“ jegliche Unterstellung zurück, islamfeindliche Propaganda zu betreiben.

Die Grafik habe in direktem Zusammenhang mit der Moderation von Rainald Becker gestanden zu einem Bericht, in dem es um die Werte unserer Gesellschaft gegangen sei. Allerdings sei es „natürlich“ auch „das Ziel“ gewesen, „mit dieser Grafik Aufmerksamkeit zu schaffen und zu polarisieren“.“

http://www.tagesspiegel.de/medien/kritik-an-fotomontagen-im-bericht-aus-berlin-kanzlerin-mit-kopftuch/12408918.html

Eine Grafik hat die Aufgabe, vereinfacht auf den Punkt zu bringen, worum es geht. Diese Aufgabe wurde hier sehr gut erfüllt. Etwas zugespitzt, aber nicht daneben. Ebenso ist es nichts Schlimmes, ein Thema, das nicht abwegig ist, offen anzusprechen.

Der „Freeman“ schreibt dazu:

„Eine gesellschaftliche Veränderung erleben wir ja jetzt schon. Man gibt den Mädchen und Frauen, die in der Nähe von Flüchtlingsheimen wohnen, die Anweisung, sie sollen sich bedecken und sich nicht "provokativ" gegenüber den moslemischen Männern mit offener Bluse und kurzen Röcken zeigen. Es könnte sonst zu "Missverständnissen" kommen. Das heisst, man soll auf die "Moralvorstellung" der Neuzuzügler Rücksicht nehmen, die Einheimischen sollen sich gefälligst anpassen und nicht die Einwanderer. Verkehrte Welt!

Wisst ihr, was laut Migranten-Verstehern und Behörden das Wort "Missverständnis" überhaupt heute bedeutet? Im Neusprech bedeutet es "Vergewaltigung". Ja, die Vergewaltigung von Frauen und Mädchen ist so dramatisch gestiegen, es ist erschreckend, aber man darf kein Wort darüber sagen, sonst ist man ein Islamfeind. Der Anstieg wird auf alles geschoben, sogar aufs Wetter, nur nicht auf die wahre Ursache.

Ich frage mich, wo Alice Schwarzer und die ganzen Feministen sind, die sonst bei jeder Gelegenheit ihr Mundwerk aufreissen? Kein Wort hört man von ihnen über die Vergewaltigungs-Epidemie, die über Dänemark, Schweden, Norwegen, Holland und jetzt neu auch nach Deutschland schwappt. Diese Tatsache wird von der Polizei und den Medien totgeschwiegen.

Es läuft eine gezielte Kampagne gegen jede Kritik der Zustände. Nach der Sendung haben sofort all diejenigen, welche sonst "Pressefreiheit" lautstark fordern, wenn es um die beleidigenden Karikaturen von Charlie Hebdo und anderen Schmierfinken gegen Moslems und Christen geht, empört reagiert, über Provokation und Pervertierung der Pressefreiheit geschimpft

Klar, die Wahrheit zu sagen, wie die Zukunft Deutschlands bei 1,5 Millionen Migranten aus dem Nahen Osten pro Jahr aussehen könnte, ist anti-islamisch. Was viele nicht realisieren, mit dem Familiennachzug können aus 1,5 Millionen dann 8 Millionen werden. Jeder anerkannte Flüchtling in Deutschland kann vier bis acht Familienmitglieder nachziehen lassen.

Die ARD stieg in ihrer Sendung "Bericht aus Berlin" am Sonntag nämlich mit diesem Hintergrundbild ein, das für Aufregung sorgte. Dabei fragte der Moderator Rainald Becker: "Was geschieht mit unseren Werten?" Oder: "Wie reagieren wir, wenn Flüchtlinge Probleme haben mit Frauenrechten, mit Presse- und Meinungsfreiheit?"

Das sind doch völlig berechtigte Fragen, welche viele besorgte deutsche Bürger sich stellen? …

Die Redaktion der ARD-Sendung reagierte inzwischen auf die Kritik mit der Aussage: "Wir halten auf Grund unseres journalistischen Selbstverständnisses diese zugespitzte Darstellungsform für legitim. Jegliche Unterstellung, wir würden islamfeindliche Propaganda betreiben, weisen wir entschieden zurück.“

Das tue ich hiermit auch. Diejenigen die meinen, wenn man auf die gesellschaftlichen und kulturellen Konsequenzen aus der Flut an Migranten hinweist, dann wäre man ein ganz böser Mensch und gehört beschimpft und verurteilt, der ist ein intoleranter Gedankenkontrolleur, ein doppelzüngiger Heuchler und Unterdrücker der Presse-und Meinungsfreiheit.“

http://alles-schallundrauch.blogspot.de/2015/10/merkel-wir-schaffen-das.html

 

Antisemitismus

 

Bizarre Blüten treibt der „Antisemitismus“ bzw. der Vorwurf, ein Antisemit zu sein. Wem einmal der Zettel des „Antisemiten“ auf der Stirn klebt, bekommt ihn wohl den Rest seines Lebens nicht mehr los.

Kritik an der aktuellen Regierung Israels

„Ken Jebsen als „Antisemiten“ zu bezeichnen ist bösartig mit dem Ziel, ihn auszugrenzen. Nach dem Motto „mit so einem spricht mensch nicht“. Ken Jebsen ist ein Kritiker der Politik der Regierung Israels. Deswegen ist mensch kein Antisemit.

Genausowenig wie ein Kritiker der Politik der Regierungen von Ungarn oder Griechenland ein „Anti-Ungar“ oder „Anti-Grieche“ ist.“

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/184-querfront.html

Jegliche Regierung der Erde darf mensch kritisieren – außer der von Israel. Was sie auch immer gerade macht. Wer eigentlich ein Freund Israels ist, aber auch nur leicht die aktuelle Regierungs-Politik Israels kritisiert, kann zu 100% davon ausgehen, als „Antisemit“ bezeichnet zu werden.

Zum Buch „Antisemitismus als politische Waffe“ von Norman Finkelstein: „Schonungslos und mit einer gehörigen Portion Wut prangert der amerikanische Jude und Nachkomme von Überlebenden des Holocausts ein weiteres Mal die Palästinapolitik Israels und seiner amerikanischen Unterstützer an. Wie bereits in seinem umstrittenen Bestseller "Die Holocaust-Industrie" beklagt der Autor mit dem ihm eigenen Furor, Israel versuche seine völkerrechtswidrige Politik gegen die Palästinenser mit postwendenden Antisemitismus-Vorwürfen gegen jede Kritik zu immunisieren.

"Israels Apologeten reden immer dann von einem 'neuen Antisemitismus'", schreibt Finkelstein in seiner Vorbemerkung zur deutschen Ausgabe, "wenn Israel sich mit einem größeren Public-Relations-Debakel konfrontiert sieht oder wenn der internationale Druck auf Israel wächst, den Konflikt mit den Palästinensern auf diplomatischem Wege zu lösen." Der in den letzten Jahren erhobene Antisemitismusvorwurf falle dabei zeitlich mit einer Politik der brutalen Unterdrückung in den Gebieten im Westjordanland zusammen, die Israel durch seinen völkerrechtswidrigen Mauer-Bau annektiere. Nicht nur gegen Israel richtet sich Finkelsteins Zorn, sondern auch gegen all jene, die sich moralisch einschüchtern lassen. So habe die EU "moralische Feigheit" bewiesen, als sie die Veröffentlichung einer von ihr selbst in Auftrag gegebenen Studie zurückgehalten habe, die zeige, dass "die illegale israelische Mauer jede Hoffnung auf eine Zwei-Staaten-Lösung zunichte macht".

Ohne Frage gibt es sowohl in Deutschland als auch anderen europäischen Staaten nach wie vor Antisemitismus. Dies stellt Finkelstein, dem man dies in Reaktion auf dieses Buch aber zweifellos vorwerfen wird, auch keineswegs in Abrede. Das Ausmaß dieses Antisemitismus werde aber bewusst stark übertrieben, um so die Kritik an Israel im Keim zu ersticken. Wie gerechtfertigt diese Kritik (und die Kritik an den USA, die Israel gewähren lässt) tatsächlich ist, versucht Finkelstein im zweiten Teil des Bandes nachzuweisen. Und angesichts der hier ausgebreiteten Fakten tut man sich schwer, ihm zu widersprechen.“

http://www.amazon.de/Antisemitismus-als-politische-Waffe-Geschichte/dp/3492249590

Wer auch immer auf der ganzen Welt es wagen sollte, die israelische Regierung zu kritisieren, über den fallen die teilweise bezahlten Schreibtischtäter her. Der prominenteste deutsche Schreibtischtäter ist Henryk M. Broder.

Ein Opfer solch einer Verleumdungs-Kampagne ist Dieter Hallervorden. Henryk M. Broder im August 2014:

„Was Didi auf dem Herzen liegt

Nach geltender Rechtsprechung darf man einen Antisemiten bzw. eine Antisemitin nur dann einen Antisemiten oder eine Antisemitin nennen, wenn man das begründen kann. Das ist im Prinzip auch richtig so. Man darf einen Kinderficker nur dann einen Kinderficker nennen, wenn er Kinder sexuell missbraucht.

Während aber im Falle des Kindesmissbrauchs der Tatbestand ziemlich klar ist, gibt es im Falle des Antisemitismus einen relativ großen Interpretationsraum. Was dem einen Antisemitismus ist, ist dem anderen legitime Israelkritik bzw. Antizionismus. Also wird von Fall zu Fall entschieden, was im Prinzip auch richtig ist. Jürgen Elsässer geht zur Zeit gegen Jutta Ditfurth vor, die ihn einen “glühenden Antisemiten” genannt hat. Wäre “Antisemit” ohne ein Adjektiv ok gewesen? Wäre “lendenlahmer Antisemit” auch eine Beleidigung? Und wie steht es um die Kombo “intelligenter Antisemit”? Ist das nicht eher ein Kompliment, da Antisemiten normalerweise als dumm gelten?

Meine Definition des Antisemiten ist einfach, kompakt und überprüfbar: Antisemit ist, wer Juden etwas übel nimmt, das er Nichtjuden nicht übelnimmt. Wer sich über das Gemetzel in Syrien nicht aufregt, es nicht mal zu Kenntnis nimmt oder gar rechtfertigt, im Falle von Gaza aber von einem “Völkermord” spricht, der ist ein Antisemit.

Nehmen Sie zum Beispiel den Komiker Dieter Hallervorden. Der hat neulich zusammen mit seinem Sohn eine “offene Stellungnahme” auf seiner FB-Seite gepostet. “... wir träumen davon, dass es in Deutschland möglich ist, der israelischen Regierung einen ständigen Verstoß gegen UN-Resolutionen und die Menschenrechte vorzuwerfen, ohne gleich in den Verdacht zu geraten, Antisemit zu sein!”

Wenn Sie grade ein paar Minuten Zeit haben, dann versuchen Sie bitte eine “offene” oder verdeckte “Stellungnahme” von Hallervorden und seinem Sohn zu Syrien, zu den Massakern an Christen in Nigeria oder zu der Lage der Baha’i im Iran zu finden. Es wird Ihnen nicht gelingen. Was in Syrien, in Nigeria und im Iran passiert, geht den Hallervordens an ihren Komikerärschen vorbei. Ein klassischer Fall von selektiver Wahrnehnung - und von Antisemitismus. Auch die Palästinenser sind diesen Betroffenheits-Simulanten wurscht, so lange sie von anderen Arabern massakriert werden, wie z.B. in Jarmouk bei Damaskus oder Naher al-Bard bei Tripoli. Diese Pali-Freunde haben nur einen Traum. Sie wollen einfach “Judenschweine” rufen können, ohne gleich in den Verdacht zu geraten, Antisemit zu sein! Das ist alles.

Und das Schönste daran ist, dass sie es selber bestätigen. Nachdem eine Mara Müller eine höfliche Anfrage auf Hallervordens FB-Seite gepostet hatte, was er denn so von Syrien, Nigeria, Sudan und anderen Konfliktherden halten würde, antwortete der Komiker: “Das ist alles richtig, was Sie sagen. Ich persönlich setze aber trotzdem meinen Schwerpunkt, so wie ich das für richtig halte. Und zwar nicht danach, was gerade populär ist, sondern danach, was MIR auf dem Herzen liegt.”

Eben. Was IHM auf dem Herzen liegt. Eine Kanaille, wer dabei an die Juden denkt.

Wenig später postete er eine weitere Stellungnahme: “All denen, die mir auf meinen Post damit geantwortet haben, dass ich ein Antisemit sei, muss ich sagen, dass ich mich seit Jahren in Organisationen gegen Rechts engagiere. Das ist wirklich das Letzte, was man mir vorwerfen kann!...”

Was für ein lobotomierter Dummbatz! Er engagiert sich gegen Rechts und kann deswegen kein Antisemit sein! Und ich bin Vegetarier und hab deswegen nix gegen Blondinen!

Didi, du Knallcharge, du bist der Prototyp des postnazistischen Antisemiten. Komm, verklag mich. Ich kann dir sogar einen Anwalt empfehlen, der sich auf die Verteidigung von Antisemiten spezialisiert hat. Make my day, you scumbag!”

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/was_didi_auf_dem_herzen_liegt

„Scumbag“ bedeutet übrigens „Abschaum“.

Hier ist das, was Dieter und Johannes Hallervorden geschrieben haben:

„Eine offene Stellungnahme von Dieter und Johannes Hallervorden:

Israel hat eine Fläche von 20.770 Quadratkilometern.

Gaza hat eine Fläche von 360 Quadratkilometern.

Allein schon daran erkennt man, wie asymmetrisch der menschenverachtende Krieg Israels ist: Goliath gegen David, 10.000 Mann gegen Einen!

Wir halten die israelische Regierung für blind und borniert, denn sie erkennt seit Jahrzehnten nicht, dass nur ein fairer Interessenausgleich zwischen Israel und Palästina – gleichberechtigt und auf Augenhöhe – die anhaltende Eskalation stoppen kann.

Israel muss endlich begreifen, dass man die Siedlungspolitik in den besetzten Palästinensergebieten beenden und den Palästinensern das Recht auf einen eigenen Staat zugestehen muss.

Wir träumen davon, dass es den Palästinensern gelingt, ihre gerechten Interessen ausschließlich mit Diplomatie und der längst überfälligen Unterstützung der zivilisierten Völkergemeinschaft durchzusetzen.

Dabei hat nirgendwo auf der Welt Rechtsextremismus und Judenhass einen Platz.

Und wir träumen davon, dass es in Deutschland möglich ist, der israelischen Regierung einen ständigen Verstoß gegen UN-Resolutionen und die Menschenrechte vorzuwerfen, ohne gleich in den Verdacht zu geraten, Antisemit zu sein!“

https://de-de.facebook.com/DieterHallervordenOffizielleSeite/posts/271261423060582

Also absolut nichts Negatives, schon gar nichts Antisemitisches, sondern zutiefst Humanes. Dafür muss sich Dieter Hallervorden in aller Öffentlichkeit als „Antisemit“ und „Abschaum“ beschimpfen lassen.

Wenigstens ist er nicht allein: selbst Juden wie Evelyn Hecht-Galinski, Alfred Grosser oder Avi Primor mussten sich schon anhören, „Antisemiten“ oder „sich selbst hassende Juden“ zu sein:

http://henryk-broder.com/hmb.php/blog/article/907

http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/avi/

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/rede-zur-reichspogromnacht-wenn-grosser-die-anti-israel-keule-schwingt-a-726836.html

Es gibt also auch prominente Juden, die anders drauf sind. „Der Semit – die andere jüdische Stimme“ äußert sich äußerst negativ zu Henryk M. Broder:

http://der-semit.de/das-schweigen-der-laemmer/

Aus einem weiteren Artikel, der sich zu den Reaktionen auf Dieter Hallervordens Lied „Ihr macht mir Mut“ äußert. Zuerst ein paar Textzeilen aus dem Lied:

“Israel macht Mauerbau,

 SED-Ideenklau!”

 

“Wenn die Börse wieder kracht,

 ewig bleibt die Bankenmacht.

 Willst’n offenes Wort riskieren,

 Spekulanten kritisieren,

 hängt’n Shitstorm gleich an Dir.

 Magst Du Netanjahu nit,

 bist Du schnell Antisemit!

 Super coole Rufmordprofis,

 für die sind wir alle Doofis.

 Immer eilen, nicht lang peilen,

 geil auf geile Totschlagzeilen.”

 

„Die Jüdische Allgemeine lässt das Mausen nicht. Sie kann nicht anders. Sie ist vom Zentralrat der Juden so programmiert, wie die Abgaskontrollen bei VW. Auf die leiseste und tausendfach berechtigte Kritik an Israels Politik schaltet sich das Programm ein und reagiert wie ein Pawlowscher Hund.

Gestern war es der Oberbürgermeister von Jena und heute ist es wieder der Komiker Dieter Hallervorden, der ein „selbst geschriebenes“ Dankeslied an seine Fans auf YouTube vorträgt. Für die Jüdische Allgemeine war das Lied vor allem „Israelkritikern und Verschwörungstheoretikern“ gewidmet, die ihren Spaß daran hatten. Dabei hatte auch ich meinen Spaß daran, obwohl ich kein „Israelkritiker“ und kein „Verschwörungstheoretiker“ bin. Ich kritisiere nicht Israel, sondern Israels Politik. So viel Zeit, um diesen kleinen Unterschied zu merken, muss man sich schon nehmen.

Wenn „Didi“ die Banken kritisiert und die Börse, dann streckt die Jüdische Allgemeine wieder ihre Antennen raus und schaltet auf „Antisemitismus-Empfang“. Und wenn man Spekulanten kritisiert, dann meint man damit nur jüdische Spekulanten und die Jüdische Zeitung merkt vor lautem Autismus nicht, dass sie damit den Antisemitismus schürt, wenn sie dem Leser suggeriert, es gäbe nur jüdische Spekulanten. Und ganz besonders verwerflich ist die Erwähnung von Netanjahu: „Magst du Netanjahu nit,/bist du schnell Antisemit!“.

Es folgt die Schlussfolgerung, dass das Lied ein Beweis für Paranoia sei. „In diesen eingängigen Verslein ist alles enthalten, was zur paranoiden ideologischen Grundausstattung von Antisemiten einst und heute gehört: Banken- und Medienmacht (jüdisch natürlich, das muss der Dichter gar nicht erst benennen, es versteht sich von selbst). Paranoid ist für mich die Jüdische Zeitung und manche Juden, die in jedem kritischen Husten gleich Antisemitismus sehen und in jeder Kritik gegen Israels Politik gleich das Dritte Reich und einen neuen Holocaust auf die Juden zukommen sieht.

Natürlich darf man nicht in diesem Zusammenhang auch Günter Grass vergessen, der 2012 gesagt hat, was gesagt werden musste. Es hat nur manchen Juden nicht gefallen und manchen widerlichen Philosemiten, die uns Juden zeigen wollten, wie sehr sie uns Juden mögen.

Und die Jüdische Zeitung fährt mit ihrer dummen Häme fort. „Einen Extremisten, gar von rechts, wird Hallervorden sich deshalb jedoch nicht nennen lassen. Da sei Gott (und notfalls Didis Anwalt) vor“. Da sind aber auch aufrechte und klardenkende jüdische Intellektuelle davor, für die Didi Hallervorden alles andere ist, als ein Extremist von rechts. Ein solcher ist der jüdische Komiker Henryk M. Broder, der das auch ganz offen zugibt und notfalls seinen Anwalt bemüht, wenn man ihn oder, noch schlimmer, Netanjahu beleidigt.

„Auf YouTube ist der echte Hallervorden zu sehen“, meint die Jüdische Allgemeine hämisch und zynisch und unterstellt, er sei ein Antisemit. Es gibt nun mal Juden, die die Welt in zwei Sorten von Menschen unterscheiden: In solche, die die Juden hassen und solche, die die Juden lieben. Erstere sind für sie Antisemiten und letztere Philosemiten. Allein, jeder weiß doch, dass Philosemiten auch Antisemiten sind, nur dass sie vorgeben die Juden zu lieben.“

http://der-semit.de/die-juedische-allgemeine-laesst-das-mausen-nicht/

Dankenswerterweise gibt es diese „aufrechten und klardenkenden jüdische Intellektuelle“, die in „Der Semit“ schreiben. Es lohnt sich, dort mal rumzustöbern.

Hier ist das bereits angesprochene „Ihr macht mir Mut“ von Dieter Hallervorden:

 

 

Finanz-Kapitalismus

 

„Wenn „Didi“ die Banken kritisiert und die Börse, dann streckt die Jüdische Allgemeine wieder ihre Antennen raus und schaltet auf „Antisemitismus-Empfang“. Und wenn man Spekulanten kritisiert, dann meint man damit nur jüdische Spekulanten“ – was für ein genialer Trick: Banken, Börse und Spekulanten dürfen nicht kritisiert werden, da das antisemitisch sei.

Wenn der Direktor der lokalen Stadtsparkasse Geld veruntreut oder sonstigen Blödsinn bzw. Verbrechen begeht, darf das nicht kritisiert werden, weil das antisemitisch sei (auch, wenn es keinen einzigen Juden in der Stadtsparkasse geben sollte). Werden für hunderte Milliarden Euro Banken oder Spekulanten „gerettet“, die vorher ganze Staaten in den Abgrund getrieben haben, darf das nicht kritisiert werden, weil sonst „antisemitisch“.

Auch „Wikipedia“ frönt diesem Unfug:

„Als strukturell antisemitisch werden Ideologien bezeichnet, die sich nicht ausdrücklich gegen Juden richten, aber dem „klassischen“ Antisemitismus von ihrer Begrifflichkeit und Argumentationsstruktur her ähneln. Gemeint ist vor allem die aus dem Frühsozialismus stammende Unterscheidung von Finanzkapital und Produktivkapital, wobei Ersteres mit seinen Repräsentanten identifiziert wird. Diese werden für die Armut und das Leiden des „kleinen Mannes“ verantwortlich gemacht. Oft kommt der Vorwurf dazu, die „reichen Bonzen“ würden nur von der Arbeit der ehrlichen Arbeiter leben, während sie selbst nicht arbeiteten.

Durch diese Personalisierung und Verkürzung einer marxistischen Gesellschaftskritik ähneln Ideologien, die das Finanzkapital und seine Vertreter ablehnen, strukturell dem Antisemitismus und können in Judenhass übergehen oder diesen fördern …

Auch Ideologien, die eine Neue Weltordnung heraufziehen sehen, in welcher bestimmte Gruppen insgeheim die Weltherrschaft an sich zu reißen versuchen (z. B. Antiamerikanismus), werden als struktureller Antisemitismus gedeutet.“

https://de.wikipedia.org/wiki/Antisemitismusforschung#Struktureller_Antisemitismus

Nach diesem Muster wäre es für jede Gruppe von Menschen einfach, gegen jegliche Kritik gefeit zu sein: mensch gibt vor, Juden wären in der Gegenwart oder in der Vergangenheit Mitglieder dieser Gruppe gewesen – keine Partei, kein Unternehmen müsste sich mehr kritisieren lassen, da dies ja ein Zeichen von Antisemitismus wäre.

Gezielter Rufmord

Ken Jebsen bei einem Vortrag in Überlingen (ab der 15. Minute):

„Wenn Sie in Deutschland einen kritischen Journalisten mundtot machen wollen, dann müssen Sie ihm etwas anhängen, das ihn so unappetitlich macht, dass die anderen sagen ‚mit dem wollen wir nichts zu tun haben‘. Da gibt es verschiedene Möglichkeiten, das zu machen. Also, relativ schwach ist „Steuerhinterzieher“, weil da erkennen sich viele wieder. Härter wird schon „Verschwörungs-Theoretiker“. Man weiss nicht genau, was das ist, aber mit dem lieber nicht. Dann „Kinderschänder“ – ganz schwierig, „Antisemit“ – lieber weg und zum Schluss „Holocaust-Leugner“. Das sind so die „Tools“, mit denen gearbeitet wird …

„Antisemitismus als politische Waffe“, geschrieben von Norman Finkelstein, amerikanischer Intellektueller. Seine Eltern haben die Shoa überlebt. Er ist Opfer, weil er Israels Kriegsverbrechen in Gaza, die er selbst miterlebt hat, weil er sie anprangert, weil es Menschenrechts-Verletzungen sind. Aber – auch er ist ein „Antisemit“.

Moshe Zuckermann, der Vorzeige-Intellektuelle in Israel, der an der Uni in Tel Aviv lehrt, Geschichte, Philosophie, er ist Soziologe, ich habe mit ihm ein langes Interview gemacht, (hält Buch hoch) „Antisemit – ein Vorwurf als Herrschafts-Instrument“ – was ist das?

Wenn Sie jemanden los werden wollen, wenn Sie ihn mundtot machen wollen, wenn Sie ihn isolieren wollen, weil er über Themen spricht, die damit zwar gar nichts zu tun haben, aber von denen Sie nicht wollen, dass sie in der Öffentlichkeit stattfinden, dann sind sie am allereffektivsten in Deutschland, wenn Sie sagen „Antisemit“!

Ich möchte was zu „Monsanto“ machen, das betrifft Sie; ich möchte was zu „TTIP“ machen; das mache ich auch; ich möchte was zur NATO-Propagandapresse machen, zu NATO-Manövern in der Ukraine, zu MH17 – aber wenn ich ein „Antisemit“ bin, hören Sie mir nicht mehr zu. Und das ist der entscheidende Punkt: Sie sollen mir nicht zuhören, weil einem Antisemiten hört man nicht zu.“

 

 

Querfront

 

Ein weiteres Denkverbot besteht darin, dass wenn es einen oder eine Gruppe von Menschen gibt (und die, warum auch immer, als „schlecht“ gelten), die etwas sagen oder wollen, dann darf mensch das nicht auch sagen oder wollen. Auch, wenn es noch so richtig sein mag. Der Wurm hat diesem Effekt einen ganzen Beitrag gewidmet und möchte sich selbst zitieren:

„Mensch 1) frage Mensch 2), den er nicht kennt, nach der Uhrzeit. Wahrscheinlich wird der eine die korrekte Uhrzeit nennen und der andere ihm das glauben.

Es kommt Mensch 3) des Weges und erzählt Mensch 1), dass es sich bei Mensch 2) um einen Abartigen handelt. Also um einen Kriminellen, Kinderschänder, politisch „rechts“ Stehenden, Antisemiten oder Verschwörungs-Theoretiker. Um mal ein paar Beispiele zu nennen.

Ist deswegen die genannte Uhrzeit falsch, wenn dem tatsächlich so wäre?

Als Nächstes kommt Mensch 4) und sagt, dass Mensch 2) Leute kennen würde, die Kriminelle, Kinderschänder, politisch „rechts“ Stehende, Antisemiten oder Verschwörungs-Theoretiker seien.

Hat sich an der Richtigkeit der Aussage zur Uhrzeit irgend etwas geändert?

Hat sich nicht, aber exakt das passiert, wenn etwas „nicht-Genehmes“ unterbunden werden soll. Und die meisten Menschen fallen drauf rein.

Wenn breite Schichten der Bevölkerung jenseits ihrer Weltanschauung in Einzelpunkten gemeinsame Interessen vertreten, ist das alles andere als schlimm.

Wenn aber eher „Linke“ etwas machen und ein eher „Rechter“ gesellt sich hinzu (= „Querfront“), ist das „schlimm“ (umgekehrt ist das anscheinend weniger problematisch).

Wenn also jemand was nicht mag, was eher „Linke“ machen (etwa der Geheimdienst), werden diese „Linken“ als „Rechte“ oder „Antisemiten“ oder sonstwie Unangenehmes bezeichnet. Die V-Leute in den Chef-Redaktionen werden da schon mitmachen. Oder die V-Leute in den „rechten“ Gruppen werden von der Leine gelassen, in dem sie erklären, dass sie bei den „linken“ Veranstaltungen auch mitmachen werden.

Reaktion ist meistens, dass die Aktion entweder gar nicht oder nur mit geringer Beteiligung statt findet und bei den Außenstehenden in schlechtem Licht da steht.

Exakt das ist mit den „Montagsmahnwachen“ und dem „Friedenswinter“ passiert.

Christel Bucher hat das sehr schön analysiert …“

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/184-querfront.html

 

Ein Gutmensch ist ein schlechter Mensch

 

Die Bewohner des Erdreichs erwarten von den Menschen, dass sie sich gut benehmen und sich für das Gute, Wahre, Schöne, Edle einsetzen.

Über Intellektuelle bzw. Akademiker schrieb der Wurm einst:

„All dies sehen die meisten Wissenschaftler nicht oder wollen es nicht sehen. Dabei handelt es sich noch nicht mal um Schlechtmenschen. Im Gegenteil: häufig sind es richtige Gutmenschen, die sich um den Erhalt der Regenwälder kümmern, um bedrohte Kinder, Tiere und Völker „hinten, weit, in der Türkei“, die Bio- und „Fair Trade“-Produkte kaufen, sich für die Umwelt und für regenerative Energien einsetzen und überhaupt die ganze Welt retten möchten.

Nur das Elend im eigenen Land sehen sie nicht. Im Grunde handelt es sich um eine abgeschottete Parallel-Gesellschaft, die um sich selbst kreist.“

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/39-leben-im-elfenbeinturm.html

Bei Beleidigungen und Hetzkampagnen mitten drin

Von jenen Gutmenschen, die aufpassen, dass ja nichts Böses oder Verletzendes gesagt wird, wäre zu erwarten, dass sie, auch wenn sie manchmal vielleicht über’s Ziel hinaus schießen, doch wahre Humanisten sind. Das Gegenteil ist der Fall.

Der Wurm über das Lied „10 nackte Friseusen“: „Wer diesen lustigen Text als frauenfeindlich einstuft, wird Recht haben. Sollte eine Frau bei einer dieser lustigen Parties dabei nur den Kopf schütteln oder „na ja“ sagen, kann sie davon ausgehen, als „Spaßbremse“ bezeichnet zu werden – ist doch „nur“ ein Witz.

Auf der einen Seite kommt es in der Gesellschaft manchmal zu Übertreibungen und Haarspaltereien in der „Political Correctness“ – aber gegenüber Frauen darf alles gesagt werden. Mensch stelle sich nur mal vor, was passieren würde, wenn es um „10 nackte Franzosen“, „10 nackte Neger“, „10 nackte Juden“ oder „10 nackte Schwule“ ginge. Das ginge natürlich nicht – aber bei Frauen geht das.

Da werden munter Frauenwitze in der Öffentlichkeit erzählt, auch dann, wenn Frauen dabei sind, und auch vor Millionen-Publikum – alles völlig normal.“

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/103-heimat-grosser-soehne.html

Nicht nur über Frauen, auch über andere, offiziell als Witzfiguren erklärte Gruppen darf gelacht werden, wie über Ostfriesen. Die freuen sich bestimmt nicht darüber. Das stört die Gutmenschen nicht.

Auch nicht, wenn auf einmal ein „Diktator“ zum „Bösen des Jahres“ ernannt wird. Bei der Beschimpfung dieses „Bösen“ sind sie gerne dabei.

Diejenigen, die Joachim Herrmanns „Neger“ als „Entgleisung“ betrachteten wie die „Bild“, haben nicht das geringste Problem damit, widerliche Hetzkampagnen gegen ein ganzes Volk wie die Griechen loszutreten (siehe http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/175-die-siechen-griechen.html ) - aber von den Gutmenschen ist kein großer Widerspruch zu hören.

Leid und Elend in der Welt: egal

„Hunderttausende Tote? Millionen Flüchtlinge? Durch die deutsche Regierung mitverursacht? Das alles interessiert die Deutschen nicht.

Die „Probleme“ müssen erst vor Ort in Deutschland auftauchen, damit sie überhaupt erst anfangen, sie wahrzunehmen.

„Die große Mehrheit der Deutschen, die sich derzeit kräftig selbst auf die Schulter klopfen ob ihrer Humanität und Großzügigkeit, haben sich erst für Flüchtlinge interessiert, als sie zu Tausenden nach Deutschland strömten. Solange sie in Italien oder Griechenland ankamen und dank des Dublin-Abkommens auch dort blieben, interessierte sich hierzulande kaum jemand für das Elend.““

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/186-kater-vor-der-tuer.html

Wenn es ein Land gibt, das einen hohen Prozentsatz seiner Bevölkerung systematisch unterdrückt und regelmäßig Beschlüsse und Proteste der Vereinten Nationen missachtet, dafür kritisiert wird, gilt das als schlecht.

Jemanden, der das kritisiert und dafür öffentlich als „lobotomierter Dummbatz“, „Knallcharge“ und „Abschaum“ bezeichnet wird, dem scheint Recht zu geschehen. Zumindest regen sich die Gutmenschen darüber nicht auf.

Sie regen sich auch nicht darüber auf, dass die Existenz von solchen Menschen wie Journalisten vernichtet oder zumindest massiv gestört wird, die für sie nach der Wahrheit suchen. - Wahrheit und Ehrlichkeit scheint die Gutmenschen nicht im Entferntesten zu interessieren.

Bei allen Bombardierungen dabei

Gerne sind die Gutmenschen dabei, wenn es darum geht, ganze Länder zu bombardieren. Vor allem dann, wenn sie politisch den Grünen nahe stehen.

Erst lassen sie sich gegen einen oder einige wenige Menschen aufhetzen und dann sind sie mit Begeisterung dabei, wenn ganze Länder bombardiert werden (wie Jugoslawien, Irak, Afghanistan, Libyen, Syrien). Wenn es "nur" diese einzelnen Personen wären, die getötet werden, wäre das ja noch halbwegs nachvollziehbar – aber dann, wenn –zig oder hunderttausende Menschen dabei umkommen, ist das keineswegs akzeptabel. Zumindest nicht für die Nicht-Gutmenschen. Die Gutmenschen selbst stört das weniger.

Jasinna dokumentiert, wie (mehr oder weniger) offen Daniel Cohn-Bendit 2011 zum Krieg gegen Libyen aufruft:

 

 

Es stört die Gutmenschen auch nicht im geringsten, wenn in einem vorher halbwegs gesitteten Land wie der Ukraine offene Faschisten die Macht übernehmen oder zumindest starken Einfluss ausüben. Die dürfen dann so oft „Neger“ sagen, wie sie wollen. Die dürfen auch Krieg gegen einen großen Teil der eigenen Bevölkerung führen (siehe unter anderem http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/143-gipfel-der-dreistigkeit.html).

Schade, wenn das jeweilige gegnerische Land sich wehren kann. Dann muss es zumindest Sanktionen geben (wie derzeit im Falle Russland) oder es darf überhaupt kein Handel mit ihm getrieben werden und mit Vertretern jenes Staates darf nicht geredet werden. Das war bei China der Fall: noch viele Jahre nach dem Massaker auf dem „Platz des Himmlischen Friedens“ 1989 in Peking vertraten Gutmenschen diese Meinung.

Hatten aber keine Probleme damit, dass Kuba viele Jahrzehnte unter einem Wirtschafts-Boykott seitens der USA zu leiden hatte (und immer noch zu leiden hat).

Hetze gegen Andersdenkende

 

Der Gesinnungs-Terror der Gutmenschen erstreckt sich natürlich auch in ihren Moral-Vorstellungen. Wehe, wenn da einer ausschert! Da reicht es nicht, wenn derjenige, der sich daneben benommen hat, seiner gerechten Strafe zugeführt wird. Nein, es wird gefordert, dass seine Existenz vernichtet wird – und sie wird vernichtet. Siehe http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/44-alles-in-allem-ein-durchschnittsleben.html

 

Auch, wenn ein Mensch gegen kein einziges Gesetz der Welt verstoßen hat, kann es ihm passieren, dass er sich im Lande kaum noch blicken lassen kann, siehe http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/58-respekt-vor-edathy.html

 

Es reicht auch schon aus, ein konservatives Weltbild zu haben. Da wird von den Gutmenschen nur darauf gewartet, dass der entsprechende Mensch sich angreifbar macht. Irgend etwas lässt sich dann schon konstruieren. Da schützt selbst die Position eines hochrangigen Bischofs nicht. Siehe http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/40-flug-lug-und-betrug.html

 

Die Meute der Gutmenschen stört auch schon, wenn sie sich in ihrem Tagesablauf gestört fühlt. In den passen Gewerkschaften, die ihre Arbeit machen und sich für ihre Mitglieder einsetzen, natürlich nicht hinein. Nur dank des starken Rückhalts seiner Gewerkschafts-Mitglieder konnte sich Klaus Weselsky der gegen ihn laufenden Hetze behaupten, siehe

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/119-niedere-beweggruende.html

Ein Gutmensch ist ein dummer Mensch

Es ist auffällig, dass zumindest außenpolitisch alles in eine bestimmte Richtung strömt und offensichtlich gelenkt ist.

Eine der widerlichsten Regierungen der Erde befindet sich in Saudi-Arabien, siehe http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/41-frau-am-steuer-ungeheuer.html . Gibt es irgend einen Gutmenschen, der etwas gegen diesen Handabhacker-Staat zu sagen hat? Zumindest scheint es nicht viele von denen zu geben.

Die Gutmenschen haben kein Problem damit, wenn ehemals halbwegs laizistische, halbwegs soziale, halbwegs tolerante, halbwegs frauenfreundliche, halbwegs menschenfreundliche Staaten wie Irak, Libyen oder Syrien platt gemacht werden (siehe http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/100-das-gute-an-der-boesen-diktatur.html ) und jetzt in diesen Ländern Terror und Intoleranz herrschen. In Saudi-Arabien ist das der Dauerzustand.

Allein das zeigt schon, wie sich die Gutmenschen benutzen lassen.

Auch fallen sie auf ausnahmslos jedes Lügen-Märchen herein. Während die Bewohner des Erdreichs nur müde lächeln und sich fragen „ist es schon wieder soweit?“, glauben die Gutmenschen alles, was ihnen vorgesetzt wird.

Die meisten von ihnen wären auch gar nicht in der Lage, zu erkennen, dass sie auf Lügen hereingefallen sind – denn irren können die sich ja nie. Meistens haben sie nicht die geringsten Zweifel an sich selbst und wähnen sich im Besitz der absoluten Wahrheit. Da ist ein Irrtum ausgeschlossen! 

Dazu kommt: wenn auf der Welt irgend ein Verbrechen geschieht, lautet die erste Frage: wer war es? Wenn es von einem der „Lieblinge“ der Gutmenschen verübt wurde, wird es entweder erst gar nicht gemeldet oder verharmlost oder es wird so getan, als ob es irgend ein „normaler“ Mensch gewesen wäre. Einerseits werden etwa Moslems gerne Terror-Taten in die Schuhe geschoben (siehe http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/131-islam-in-europa.html ), andererseits stehen sie unter dem Schutz der Gutmenschen, die nicht gerne hören, dass einer ihrer Lieblinge etwas Schlechtes gemacht hat (siehe weiter oben der Kommentar vom „Freeman“).

Mit fatalen Folgen für die Polizei, die Verbrechens-Prävention und die gesamte innere Sicherheit.

„Das Land wird brennen. Im wahrsten Sinne des Wortes“, lauteten die letzten zwei Sätze eines Wurm-Beitrags zur deutschen Flüchtlings-Politik (http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/186-kater-vor-der-tuer.html ) mit der entsprechenden vorherigen Begründung. Diese Gründe interessieren die Gutmenschen nicht – sie entsprechen nicht ihrem Weltbild. Deren Reich ist nicht von dieser Welt und dem entsprechend sind sie auch an nichts schuld. Mathematisch ausgedrückt, zählen sie 1 und 1 zusammen, sind aber am Ergebnis 2 nicht interessiert und wollen dafür auch nicht verantwortlich gemacht werden Dann ist diese schreckliche Zahl 2 passiert, aber sie selbst weisen jegliche Verantwortung dafür zurück.

 

Schlechtmenschen sind schlecht. Haben aber den Vorteil, dass bekannt ist, dass dem so ist. Somit wären diese von mensch und wurm leicht unter Kontrolle zu bringen.

Das eigentliche Problem sind die Gutmenschen. Denen ist ihre Schlechtigkeit nicht anzusehen und trotz ihrer Dummheit halten sie sich für intelligenter und besser als ihre Mitmenschen. Dennoch sind sie für sehr viel mehr Leid und Elend verantwortlich als die Schlechtmenschen.