Zur Zeit läuft der Film „Taxi Teheran“ in den Kinos und der Wurm hat ihn sich zusammen mit Hans Has angesehen.

http://www.taxi.weltkino.de/#home

„Jafar Panahi ist einer der besten iranischen Regisseure, gilt aber bei seiner klerikal-puritanischen Regierung so wenig wie der sprichwörtliche Prophet im eigenen Land. Man hat ihn gemaßregelt, eingesperrt, nicht ausreisen lassen, diverse Betätigungsverbote über ihn verhängt. Nötig gewesen wären alle diese Kunstförderungsmaßnahmen aus dem Züchtigungsarsenal der tough love eigentlich nicht gewesen; ein Melancholiker mit vor keinem satirischen Detail versagenden Blick war er zuvor auch schon.

In „Taxi“ lädt er sich während knapp achtzig Minuten ausgesucht unlösbare Probleme seiner leidenden Heimat in den Wagen, die nach ein paar Kreuzungen dann stets tatsächlich komplett ungelöst wieder aussteigen müssen, um weiteren Sorgen Platz zu machen: Mitläuferstumpfsinn, frauenfeindliches Erbrecht, Kleinkriminalität, Armut, Aberglauben und die Rechtsunsicherheit nicht nur der Opposition treten auf und ab. Die kleine Nichte des Autors darf schließlich zusammenfassend davon erzählen, welche Stoffe, Themen und Erzählhaltungen nach Auskunft ihrer Lehrerin aus dem schulischen Filmunterricht auf keine iranische Kinoverbreitungslizenz hoffen dürfen – nämlich alle, die unter die Generalklausel gegen „sordid realism“ fallen, wie das Verbotene in den englischen Untertiteln bei der Berlinale-Wettbewerbsvorführung von „Taxi“ heißt oder wie die deutschen sagen: „Schwarzmalerei“.“

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/jafar-panahis-taxi-wahrheit-als-mitfahrer-13413962.html

 

Kritik an den derzeitigen Zuständen im Iran

 

„TAXI TEHERAN ist ein Politikum. Regisseur Jafar Panahi, ein prominenter Gegner des iranischen Regimes, darf in seinem Heimatland seit 2010 keine Filme mehr machen, Interviews geben oder ins Ausland reisen. Daher kann er seither bei der Aufführung seiner Filme auf internationalen Filmfestivals nicht mehr anwesend sein. Bei der diesjährigen Berlinale, bei der Panahi für TAXI TEHERAN mit dem Goldenen Bären für den Besten Film ausgezeichnet wurde, nahm seine Nichte Hana Saeidi den Preis stellvertretend für ihren Onkel entgegen.

TAXI TEHERAN ist ein außerordentlich politischer Film eines mutigen Filmemachers, der trotz Berufsverbots nicht aufhört, die Missstände und Menschenrechtsverletzungen in seinem Heimatland zu kritisieren.“

http://www.taxi.weltkino.de/download/Schulmaterial_FINAL.pdf

Das „Institut für Kino und Filmkultur“ hat die Kritikpunkte von „Taxi Teheran“ aufgegriffen; auch als Anregungen für den Schulunterricht. Der Wurm möchte daraus zitieren.

Todesstrafe

„Gleich die ersten beiden Fahrgäste diskutieren die Frage der Todesstrafe. Der Mann auf dem Beifahrersitz ist der Meinung, Hinrichtungen hätten abschreckenden Charakter: „Wenn ich was zu sagen hätte, würde ich solche Typen ‘n Kopf kürzer machen. Dann kämen andere überhaupt nicht erst auf solche Gedanken“. Im Gespräch bezieht sich das auf Menschen, die Autoreifen stehlen. Die Frau im Fond, die Lehrerin, ist dagegen. Sie sieht keinen Sinn in den Hinrichtungen. Niemand lasse sich abschrecken, da hinter den Diebstählen Verzweiflung und Not stünden. 

Der Film selbst nimmt die Position der Frau ein. Einmal auf eine witzige Weise, da der Hinrichtungsbefürworter beim Aussteigen als Beruf „Straßenräuber“ mit dem „Fachgebiet Taschendiebstahl“ angibt. Dann in der Szene mit dem ehemaligen Nachbarn, in der die Frage der Hinrichtungen ebenfalls die entscheidende Rolle spielt. Der Nachbar erzählt von einem Überfall auf ihn. Er wurde brutal zusammengeschlagen und ausgeraubt. Und dennoch will er die Täter, die er als gute Bekannte erkannt hat, nicht anzeigen, weil er nicht möchte, dass sie hingerichtet werden. Er weiß, dass sie aus finanzieller Not gehandelt haben und er sagt: Es kann jeden treffen.“

Zensur

„Am Beispiel von Omid, der mit illegalen Filmkopien handelt, thematisiert der Film die Verbote, die in Iran ausgesprochen werden für Filme, für Musik und Kunst. Der DVD-Händler macht deutlich, dass es einen Bedarf gibt, auch was die Ausbildung iranischer Künstler angeht, die ohne die Kenntnis der internationalen Kunst, ohne jeden Vergleich und ohne Anschluss sind und sich wie auf einer Insel befinden. Was wäre aus dem Regisseur Jafar Panahi geworden, hätte er die Filme von Woody Allen nicht sehen können?“

Filmzensur

„Hana, die Nichte des Taxifahrers, muss für den Film- und Fotounterricht in der Schule einen Kurzfilm drehen und spricht vor allem die Frage der Filmzensur an. Was ist ein „vorzeigbarer“ Film? Was kann (darf) aus Gründen der Zensur nicht gezeigt werden? Die Lehrerin hat den Kindern Regeln mitgegeben, nach denen man einen „vorzeigbaren“ Film herstellen kann. Die Regeln sind absurd und dazu geeignet, die Realität völlig zu entstellen. Und da es offenbar trotz der Regeln nicht ganz sicher ist, dass man einen „vorzeigbaren“ Film herstellt, soll der Filmemacher selbst die Rolle der Zensurbehörde übernehmen. Er soll sich selbst zensieren. Die Kinder, so berichtet das Mädchen von seiner Lehrerin, sollen ein Gefühl dafür entwickeln, was „nicht ganz in Ordnung“ ist im Sinne der Zensur. So wie die Szene mit dem armen Jungen, der Flaschen sammelt und einen Geldschein findet. Opferbereitschaft, Edelmut, Heldentum: Das ist Quatsch, sagt der Junge. Realität ist das Flaschensammeln und das macht den Film, den Hana vom Brautpaar drehen wollte, „unzeigbar“. „Schwarzmalerei“, das ist der Vorwurf, ist verboten und d.h. die Darstellung der Wahrheit ist verboten, die Darstellung der Realität, wie sie ist. Ein Thema, das auch im späteren Gespräch mit der Anwältin und dem Gespräch über die Schwarzmalerei aufgegriffen wird.“

„Die Nichte erzählt von den wichtigsten Regeln für einen „vorzeigbaren“ Film:

Nichte: Meine Lehrerin hat gemeint, wenn wir einen vorzeigbaren Film machen wollen, müssen wir uns an einige Regeln halten. Folgende: Es ist wichtig, dass wir die islamische Kleiderordnung beachten. Keine Berührung zwischen Mann und Frau. Vermeidung von Schwarzmalerei. Vermeidung von Gewaltdarstellung. Berücksichtigung des Krawattenverbots für die positiven Figuren. Berücksichtigung des Verbotes persischer Namen für die positiven Figuren. Besser: Man verwendet die Namen der heiligen Imame. Das sind die wichtigsten Regeln. […] Vermeidung von Themen, die mit Politik oder Wirtschaft zu tun haben. […]

Das anschließende Gespräch über die Regeln:

Taxifahrer: Tja, also ich frage mich, wenn ich das von dir höre: Was tu‘ ich denn jetzt mit dem Nachbarn von früher? Ist er ein guter Mensch oder ein böser Mensch? Er trägt einen persischen Namen und eine Krawatte. – Nichte: Onkel Jafar, der existiert doch in echt. Die Regeln, die ich dir vorgelesen habe, sind nur für Filme. –Taxifahrer: Was sollten wir denn tun, wenn wir den Nachbarn im Film als positive Figur darstellen wollten? – Nichte: Wir sollten ihn auf jeden Fall von Kopf bis Fuß verändern. – Taxifahrer: Du sagst, wir sollten den Menschen völlig verändern? – Nichte: Ja. Er bräuchte einen anderen Namen. Einen islamischen Namen. Als nächstes müsste die Krawatte weg. Und einen Bart hatte er nicht. Er bräuchte einen kleinen Bart. […] Sie hat noch viel mehr gesagt. Sie hat zum Beispiel gesagt, wir sollen uns auch auf unser Gefühl verlassen. Wenn ihr fühlt, dass irgendetwas nicht ganz in Ordnung sein könnte, solltet ihr es selber zensieren. Genauer hat sie das nich‘ erklärt. Außer, dass wir das schon selber merken würden.

Das Gespräch über die Schwarzmalerei:

Nichte: Was heißt eigentlich Schwarzmalerei, Onkel? – Taxifahrer: Was fragst du? Das steht doch in deinem Schulheft. – Nichte: Ja, ich weiß. Aber was unsere Lehrerin im Unterricht dazu erklärt hat, hab‘ ich irgendwie nicht so richtig kapiert. Sie ist nich‘ so gut im Erklären. Sie hat nur immer wieder gemeint, wir sollen im Film die Realität zeigen. Aber auf keinen Fall etwas Unwirkliches. Und wenn die Realität unschön und düster ist, dann sollen wir sie doch lieber nicht zeigen. Ich verstehe echt nicht so richtig, was der Unterschied zwischen der Realität und der Unwirklichkeit sein soll. Also das will mir nicht ganz in meinen Kopf gehen. Das ist mir zu hoch. – Taxifahrer: Naja, das heißt zum Beispiel, was du von der Rosenfrau gehört hast, dass solltest du nicht zeigen, wenn du einen Film machen willst. – Nichte: Wieso? Nein, das stimmt nicht, was du sagst. Das ist doch alles wahr gewesen. – Taxifahrer: Aber über solche Wahrheiten darf man nicht sprechen. Und man darf sie nicht zeigen. – Nichte: Aha. Sie tun solche Sachen, aber man darf hinterher nicht darüber reden. Versteh‘ ich nich‘. Was soll so was?“

Situation der Frau im Iran

„Im Film ist es eine komisch-dramatische Situation, die auf den ernsten Hintergrund der sozialen und rechtlichen Situation der Frauen in Iran verweist. Das Taxi wird angehalten und ein Mann mit einer Kopfverletzung wird auf die Rückbank gehoben. Die Frau des Verletzten setzt sich zu ihm und nimmt seinen Kopf in den Schoß. Es hat einen Motorradunfall gegeben. Die Frau jammert und klagt ununterbrochen. Der Verletzte meint, er müsse sterben und hat nur eine Sorge: sein Testament. Omid, der Film-Händler, soll alles mit dem Mobiltelefon aufnehmen. Es geht dem Verletzten darum, seinen Besitz seiner Frau zu vermachen. Er sagt, ohne Testament würde seine Frau nichts bekommen. Alles würden seine Brüder erhalten. Also macht er ein Testament zu Gunsten der Frau, setzt sie als Erbin seines Hauses ein und verlangt von seinen Brüdern, dass sie sein Testament anerkennen und der Frau das Erbe lassen. Die Frau vergewissert sich beim Taxifahrer, dass er ihr die Aufzeichnung geben wird. Er gibt ihr seine Telefonnummer und verspricht es. TAXI TEHERAN thematisiert hier am Beispiel des ungerechten Erbrechts die Diskriminierung von Frauen.“

Menschenrechte im Iran

„Als letzter Fahrgast steigt eine Frau mit einem Strauß roter Rosen in das Taxi. Sie möchte zu einem Gefängnis gefahren werden, um sich dort für Ghoncheh Ghavami einzusetzen, die dort in Untersuchungshaft sitzt. Was die Frau mit dem Blumenstrauß erzählt, entspricht den Tatsachen: Ghoncheh Ghavami ist eine reale Person. Die 25-jährige Studentin wurde zusammen mit anderen Aktivistinnen am 20. Juni 2014 verhaftet, als sie ein Volleyballspiel (Iran – Italien) anschauen wollte. Im Iran ist es Frauen nicht erlaubt, Männer in Sportkleidung anzusehen. Sie wurde im berüchtigten Evin-Gefängnis inhaftiert, sie kam in Einzelhaft, sie wurde endlosen Verhören ausgesetzt, sie bekam Besuchsverbot, sie ging in den Hungerstreik.

Bei der Frau mit dem Blumenstrauß, die sich für Ghoncheh Ghavami einsetzen will, handelt es sich um die iranische Rechtsanwältin Nasrin Sotoudeh, die auch Regisseur Jafar Panahi verteidigt hat. Die Menschenrechtsaktivistin wurde 2010 selbst wegen angeblicher „staatsfeindlicher Propaganda“ zu elf Jahren Haft verurteilt und erhielt ein zwanzigjähriges Berufs- und Ausreiseverbot. Internationale Proteste waren die Folge. So verurteilte das Europäische Parlament in seiner Entschließung „Iran und der Fall Nasrin Sotoudeh“ vom 20. Januar 2011 das außergewöhnlich harte Urteil auf das Schärfste und forderte die Regierung der Islamischen Republik Iran zur unverzüglichen und bedingungslosen Freilassung der Menschenrechtsaktivistin auf. 2012 wurde die Anwältin für ihr Engagement zusammen mit Filmemacher Jafar Panahi mit dem „Sacharow-Preis für geistige Freiheit“ des Europäischen Parlaments (EU-Menschenrechtspreis) ausgezeichnet. Der Preis wurde im Dezember 2012 stellvertretend u.a. von der befreundeten Nobelpreisträgerin und Kollegin Shirin Ebadi entgegengenommen. Erst im September 2013 wurde Nasrin Sotoudeh vorzeitig aus der Haft entlassen. Am Beispiel dieser beiden mutigen und engagierten Frauen thematisiert der Film die zahlreichen Menschenrechtsverletzungen im Iran: Gefangene sind rechtlos, Frauen werden diskriminiert.“

Das System: Überwachung und Einschüchterung

"Viele beiläufig klingende Bemerkungen im Gespräch des Taxifahrers mit der Anwältin verweisen auf die Repression in Iran. Als der Taxifahrer plötzlich nach hinten schaut, da er glaubt, die Stimme seines Vernehmungsbeamten gehört zu haben, antwortet die Anwältin: „Ja, das geht vielen meiner Klienten so. Sie hören besonders auf die Stimmen von Menschen. Die Folgen der Augenbinden.“ Hier thematisiert TAXI TEHERAN die Folter und Misshandlung von Gefangenen im Iran, wie sie zum Beispiel von der Menschenrechtsorganisation Amnesty International angeprangert wird.

Ihre beiläufige Bemerkung („Wir sind ja auch schon mal alle selber im Hungerstreik gewesen“) verweist darauf, dass Nasrin Sotoudeh nach ihrer Verhaftung 2010 selbst mehrfach zum Mittel des Hungerstreiks gegriffen hat. Die Anwältin steht somit stellvertretend für die Behandlung von Menschenrechtsverteidigern im Iran: „Menschenrechtsverteidiger, Rechtsanwälte, Gewerkschafter, Personen, die sich für die Rechte von Minderheiten eingesetzt hatten, sowie Frauenrechtlerinnen wurden nach wie vor schikaniert, willkürlich festgenommen und inhaftiert oder erhielten nach unfairen Gerichtsverfahren Freiheitsstrafen.“

Doch auch nach der Freilassung aus dem Gefängnis erwartet die Menschen ein System, das seine Macht mit Verfolgung, Überwachung und Einschüchterung zu erhalten versucht. Die Anwältin spricht es deutlich aus:

„Du weißt doch, wie das System funktioniert? Wir sollen wissen, dass wir verfolgt werden und immer unter Beobachtung stehen. Das sind doch immer dieselben Tricks. Zuerst versuchen sie dir eine Weile Spionage für den Mossad, den MI6 oder die CIA zu unterstellen. Später versuchen sie dann auch noch, dir moralische Verfehlungen anzuhängen. Sie schaffen’s, dir dein Leben zur Hölle zu machen. Und wenn Sie dich dann eines Tages aus der Haft entlassen, wartet auf dich ein noch größeres Gefängnis. Sie schaffen es, dir deine engsten Freunde zu Feinden zu machen. Und irgendwann willst du nur noch weg von hier. Und du versuchst, aus dem Land zu kommen. Oder du wünschst dich wieder ins Gefängnis zurück. So weit geht es oft. Und das heißt, mein Rat ist: Lass es einfach. Das ist besser. Mein Gerede hier solltest du am besten rausschneiden. Denn sonst beschuldigen sie dich noch der Schwarzmalerei und versuchen dir bei deiner Arbeit noch mehr Steine in den Weg zu legen.““

 

Beiläufiges

 

Bei aller berechtigten Kritik bekommt der Zuschauer, der vom Iran keine Ahnung hat, durch die Fahrten mit dem Taxi beiläufig das eine oder andere mit:

- es gibt gute Straßenverhältnisse

- es gibt viele gute Autos und viele gute Häuser (das Land und seine Bewohner scheinen nicht gerade arm zu sein)

- es gibt viele selbstbewusste Frauen

Über die Zustände in der Islamischen Republik Iran lässt sich einiges Negative sagen und wird von den iranischen Filmschaffenden in ihren Filmen zumindest angedeutet.

Mensch vergleiche das allerdings mit den Verhältnissen in Saudi-Arabien: in welchen aus Saudi-Arabien stammenden Filmen wird irgend welche Kritik geübt?

Und vor allem: während dem Iran von den westlichen Medien häufig „Verletzung der Menschenrechte“ vorgeworfen wird (häufig zurecht) und das Land mehr oder weniger verteufelt wird, ist das bei Saudi-Arabien kaum der Fall – obwohl es dort weitaus derber zugeht, siehe auch http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/41-frau-am-steuer-ungeheuer.html

 

Fragwürdige Dissidenten

 

Jafar Panahi scheint ein ehrenwerter Mensch mit ehrenwerten Motiven zu sein. Dennoch möchte der Wurm auf einen Punkt eingehen, der auch im Umgang der Medien mit Jafar Panahi erfolgte.

1) „Befreundete“ Staaten wie Saudi-Arabien werden in den westlichen Staatsmedien entweder gar nicht kritisiert oder nur dann, wenn es sich nicht vermeiden lässt

2) Um ein schlechtes Bild von „nicht-befreundeten“ Staaten zu zeichnen, werden „Dissidenten“ aus diesen Ländern ausgesucht und bezahlt.

3) Diese „Dissidenten“ werden groß aufgebaut und mit allen möglichen Preisen bis hin zum Nobelpreis versehen.

Aus einem früheren Wurm:

„Herta Müller übersiedelte 1987 mit ihrem damaligen Mann Richard Wagner in den Westen. Wie wurde aus der eher unpolitischen Herta Müller jetzt ein Dissident und Kommunisten-Hasser? Aufschluss könnte Richard Wagner geben, der Folgendes schreibt:

„Wenn man sich detailreich zu etwas äußert, ist man schon Experte, sage ich … Meine fünfunddreißig Lebensjahre im Banat machten mich unversehens zum Experten … Ich kam in den Westen und wurde Dissident. Fast ohne mein Zutun, sage ich. Ich sage es wie mit Augenaufschlag. Überall wurde ich als Dissident vorgestellt. Schließlich war ich aus dem Osten gekommen. Was in den kurzen bibliographischen Notizen über mich stand, machte mich zum Dissidenten, der ich nicht war, sage ich. Ich wollte Schriftsteller sein …“ (aus „In der Hand der Frauen“ von 1995). Das war jetzt aus einem Roman mit sich selbst als Hauptperson. Aber auch in einem Roman hätte ein tatsächlicher Dissident so was wohl kaum geschrieben.

Anders ausgedrückt: als Dissident ist mensch interessant für die Medien (und für diejenigen, die hinter den Medien stehen) und kann sich mit diesem Image ein sehr viel besseres Leben leisten. Und je gruseligere Geschichten mensch schreibt, umso interessanter wird das Ganze.

Herta Müller hatte und hat ihre Vorteile durch ihr nachträgliches Dissidententum. Diejenigen, die sie bezahlen, hatten auch ihre Vorteile, indem sie jemanden nach vorne brachten, der immer und immer wieder zum Besten gibt, wie schlimm der Sozialismus ist, wie schlimm Russland ist und wie schlimm China ist.“

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/153-was-gesagt-werden-muss.html

4) Flankiert werden diese „Dissidenten“ durch einheimische „Künstler“ bzw. „Intellektuelle“, die oft keine Ahnung über das von ihnen Gesagte haben, aber Geld dafür bekommen.

Die Schauspielerin Anna Thalbach hat das auch offen zugegeben: das ZDF hätte ihr „sehr viel Geld“ dafür gegeben, dass sie sich positiv über „Pussy Riot“ äußert

 

 

Drei Beispiele für diese wohl bezahlten „Dissidenten“:

Herta Müller

Ein abstoßendes Beispiel ist Herta Müller, die bis hin zum Nobelpreis gefördert wurde. Und die dafür die gewünschte „Leistung“ erbrachte.

In ihrer Zeit im sozialistischen Rumänien hat sie kein schlechtes Wort über den Staat verlauten lassen. Sie bekam Staatspreise und hatte weitere Privilegien, so dass in der Bevölkerung der Eindruck vorhanden war, sie sei eine Nutznießerin des Systems. Erst nach ihrer Auswanderung in den Westen hat sie mit ihrer großen Hetze angefangen.

Es wäre sehr leicht, Herta Müller in mehreren Punkten der Unwahrheit zu überführen – allerdings ist dies nicht gewünscht. Kritische Stimmen, auch in der Literatur-Wissenschaft, werden mehr oder weniger mundtot gemacht.

Der Wurm hatte sich bereits 2x mit Herta Müller (die auch „sehr viel Geld“ für ihre Äußerungen zu „Pussy Riot“ vom ZDF bekommen haben dürfte) beschäftigt:

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/123-johannis-fest.html

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/153-was-gesagt-werden-muss.html

Pussy Riot

Im 2. Teil von „Hypnotisierte MASSEN + PROPAGANDA“ äußert sich Jasinna ab Minute 40 zu „Pussy Riot“ und wie sie vom Westen benutzt und bezahlt werden:

https://vimeo.com/80464796

Ansonsten hatte sich der Wurm auch schon mit ihnen beschäftigt im Zusammenhang mit deutschen Gesetzen, bei denen es für ein ähnliches Vergehen drei Jahre Gefängnis geben kann:

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/126-missachtung-von-frauenrechten.html

Ai Weiwei

Weiss mensch irgend etwas über chinesische Kunst der Gegenwart? Oder über Unterdrückung von Künstlern in China? Auch derjenige, der von chinesischer Kunst der Gegenwart nicht die geringste Ahnung hat, weiss eines: der chinesische Staat unterdrückt seine Künstler. Zumindest kennt er einen einzigen Namen, der beweist, wie böse der chinesische Staat ist: Ai Weiwei. Offensichtlich handelt es sich bei diesem auch um einen „Gekauften“:

Gerhard Wisnewski in seinem Jahrbuch 2012 „Verheimlicht - vertuscht - vergessen: Was 2011 nicht in der Zeitung stand“:

„Ai Weiweis Berühmtheit beruht denn auch nicht primär auf seinem Schaffen als vielmehr auf seiner ständigen Auseinandersetzung mit dem chinesischen Staat.“ Staat? Das ginge ja noch. In Wirklichkeit demonstriert Ai Weiwei eine primitive antichinesische Haltung, die sich gegen Staat, Volk und sogar Kultur richtet. Die Vase zum Beispiel, die er herunterfallen ließ, war eine 2000 Jahre alte Vase der Han-Dynastie. Andere wertvolle Vasen der Ming-Dynastie beschmierte er mit dem Coca-Cola-Schriftzug, was an Symbolik kaum zu übertreffen ist: Die uralte chinesische Kultur wird ausgelöscht durch amerikanische Talmi-Kultur …

Aber Anmaßung ist schließlich das eigentliche Geschäft des Ai und seiner Förderer. Und darin hat man es in dieser Disziplin wahrlich zur Meisterschaft gebracht …

Ai Weiwei ist eigentlich Dadaist – also ein Kunstclown, der die Kunst eigentlich leugnet, verhöhnt und zerstört. Der Dadaismus führte das „anything goes“ und „nothing counts“ in die Kunst ein – alles geht, und nichts zählt. Man erhebt das Nichtskönnen zur Kunst und inszeniert sich als Rebell – und das ist auch Ai Weiweis eigentliches Geschäft.“

 

Mina Ahadi und die Auswirkungen der Islamischen Revolution

 

Über die Anfänge des derzeitigen iranischen Systems gibt es mit Mina Ahadi eine exzellente Augenzeugin:

„Nach Gründung der Islamischen Republik Iran durch Chomeini organisierte Ahadi Protestaktionen und Demonstrationen, durfte nicht mehr weiter studieren und arbeitete in einer Fabrik. Ende 1980 durchsuchte der iranische Geheimdienst VEVAK ihre Wohnung und verhaftete ihren damaligen Mann sowie fünf Gäste, die kurz darauf hingerichtet wurden. Die wegen ihrer politischen Aktivitäten gesuchte und später zum Tod verurteilte Ahadi verbrachte mehrere Monate im Untergrund in Teheran und floh 1981 in die Kurdenregion im Westen des Landes, wo sie zehn Jahre als Partisanin bei der kommunistischen Untergrundorganisation Komalah verbrachte.

1990 ging sie ins Exil nach Wien und zog 1996 nach Köln. Sie hat die österreichische Staatsbürgerschaft.

Ahadi versteht sich als Atheistin. Religionen – nicht nur der Islam, sondern auch das Christentum und andere Religionen – betrachtet sie als „Instrumente der Unterdrückung“, die „dumm mache“. Ahadi kämpft für die Rechte von Frauen und gegen die Todesstrafe, besonders die Steinigung. 2001 gründete sie das Internationale Komitee gegen Steinigung. Sie ist Vorsitzende des 2004 gegründeten Internationalen Komitees gegen Hinrichtungen (ICAE) und des 2007 gegründeten deutschen Zentralrats der Ex-Muslime.“

https://de.wikipedia.org/wiki/Mina_Ahadi

https://schariagegner.wordpress.com/tag/internationales-komitee-gegen-steinigung/

http://exmuslime.com/

Anbei einige Auszüge aus ihrem Buch „Ich habe abgeschworen – Warum ich für die Freiheit und gegen den Islam kämpfe“:

Religiöse und Säkulare

„Gefördert wurde Khomeini in dieser Zeit durch den Westen, wo man auf der Suche nach einem neuen Ansprechpartner für die Zeit nach dem Schah war. Man suchte jemanden, mit dem es möglich wäre, weiter eine verlässliche Politik und Öllieferungen zu bekommen. Zudem sahen die USA in Khomeini einen geeigneten Kandidaten, die linke Opposition niederzuschlagen – man befand sich noch mitten im sogenannten Kalten Krieg mit der Sowjetunion und ihren Verbündeten.

Was die Volksmudschaheddin und Khomeini und die Linke bis hin zu den Kommunisten vereint hat, war der Antiimperialismus, die Überzeugung, dass Fremde sich nicht in unsere, die iranische Politik einmischen sollten. Khomeini war ein charismatischer Führer, der die Gunst der Stunde geschickt für sich zu nutzen verstand … 1978 war die säkulare Opposition zunächst mindestens genauso an den Demonstrationen gegen das Regime beteiligt wie die islamischen Kräfte. Doch dann wurde ausgerechnet in Ghom eine Demonstration mit Khomeini-Anhängern niedergeschossen. Dadurch bekamen die Religiösen den Nimbus der alleinig Verfolgten und gewannen die Oberhand – sie riefen nach Khomeini, der sich inzwischen ins Exil nach Paris begeben hatte.“

Kopftuchzwang

„1980 kam der Kopftuchzwang – trag das Kopftuch oder wir prügeln dich, das war die Parole! Das islamische Regime setzte immer als Erstes den Kopftuchzwang durch, wen es eine noch nicht unterworfene Stadt eingenommen hatte. Denn in vielen Provinzen musste sich die neue Macht erst nach und nach festigen. Auch deshalb sind das Kopftuch und der Kampf gegen das Kopftuch so wichtig, es ist ein durch und durch politisches Symbol für die Macht des politischen Islam …

Ich kannte keine Frau, die das Kopftuch begrüßt hat. Es gab traditionelle Frauen wie meine Mutter, die trugen Kopftuch oder auch den Tschador. Das war eine Gewohnheit, das war Tradition. Aber nun hatte das Kopftuch so viel mehr Bedeutung. Denn nun hieß es: Entweder du trägst Kopftuch oder wir verprügeln dich. Meine jüngere Schwester Mahtab ist heute Ärztin im Iran, und sie muss mit Kopftuch und weiter Kleidung operieren, das ist absurd und kann sogar gefährlich werden, da das weite Gewand ungelenk macht. Sie darf zwar mit Männern arbeiten, aber es ist verboten, dass Männer und Frauen gemeinsam lachen! In all diese verqueren Vorschriften des Miteinanders passt auch der Zwang zur Kopfbedeckung. Das Kopftuch deckelt Frauen im wahrsten Sinne des Wortes, unter dem Schleier ist ihr Platz, nicht frei in der Welt.“

Repression und Hinrichtungen

„Sie hatte Schuldgefühle, dass sie überlebt hatte, etwas, was viele Folteropfer quält. Es war auch für mich eine sehr traurige und verzweifelte Zeit. Die tiefe Angst vor Verhaftung und Ermordung ist sehr schwer zu ertragen, und auch ich war oft so verzweifelt, dass ich überlegt habe, mich umzubringen. Das Regime hat viele Menschen in den Selbstmord getrieben, das war Teil der Strategie von Verfolgung und Terror. Massenverhaftungen, Folterungen und Hinrichtungen, so viele verlorene Familienangehörige in dieser ersten großen Verhaftungs- und Hinrichtungswelle unter dem neuen Regime. Eine Freundin von mir von der Universität, Ladan, wurde auch verhaftet und hingerichtet. Im Sommer 2007 traf ich eine Freundin ihrer Schwester, die heute in Kanada lebt, sie berichtete mir, was wir alle im Grunde wussten: Ladan wurde, wie alle Jungfrauen, vor ihrer Hinrichtung vergewaltigt. Nach islamischem Glauben kommen Jungfrauen direkt ins Paradies. Eine vor ihrem Tod vergewaltigte Frau aber kommt in die Hölle, denn sie hat unehelichen Sex gehabt. Ihre Vergewaltiger glaubten als Gotteskrieger, ihre Opfer direkt in die Hölle zu schicken.“

Anbei Mina Ahadi bei einem Vortrag:

 

 

Und hier die Teile 2 bis 5 des Vortrags:

 

https://www.youtube.com/watch?v=uAB3agEAmek

https://www.youtube.com/watch?v=Ygk5gM7F3Vo

https://www.youtube.com/watch?v=gh2Xo3fKgdM

https://www.youtube.com/watch?v=44dwA5wrLlA

  

 

Erfolge der Islamischen Revolution

 

So widerlich einem die Islamische Revolution auch immer vorkommen mag – auf der anderen Seite hat sie einige, teils überragende, Erfolge zu verzeichnen.

Aus dem Reisebericht „Menschen im Iran“:

Bevölkerungs-Politik

„Frage: Wie ist die aktuelle Geburtenrate im Iran, also die Anzahl der Kinder pro Frau im gebärfähigen Alter?

Antwort: 1,7

Zum Vergleich: Türkei 2,1, Ägypten 2,8, Saudi-Arabien 3,0, Pakistan 3,8, Afghanistan 6,4.

Als ich das gehört hatte, hat’s mich fast aus den Socken gehauen. Da ist das größte Problem der Menschheit, dass es ein paar Milliarden zu viel davon gibt – und ein islamisches, als äußerst konservativ dargestelltes Land schafft es tatsächlich, die Geburtenrate drastisch zu senken.

Mal davon abgesehen, dass ich mich auch hier von unseren Medien falsch informiert fühle, bleibt die Frage: Wie schaffen die das?

Der Iran betreibt eine aktive Bevölkerungspolitik. Das äußert sich darin, dass bei allen Studiengängen das Fach „family control and population“ vorgeschrieben ist. Und alle Heiratswilligen müssen einen Kurs belegen, in dem ausführlich über Verhütung geredet wird. Auf YouTube gibt’s ein Video, das die fassungslosen Gesichter bei einer solchen Veranstaltung zeigt. Hier der Link dazu (man muss dafür aber extra bei YouTube angemeldet sein):

http://www.youtube.com/watch?v=Xm_KLyi9W9U

(siehe auch http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/24-arabischer-winter.html )

Bildungspolitik

„In früheren Zeiten ließen bildungsfernere oder streng gläubige Schichten ihre Töchter wenig bis nichts lernen. Die religiösen Autoritäten redeten jedoch auf die Väter ein, dass die Töchter zur Schule oder sogar zur Hochschule gehen sollen. Sie würden auf sie aufpassen, dass ihnen nichts „passiert“.

Ergebnis: Mittlerweile studieren mehr Frauen als Männer und wollen natürlich immer weiter gehende Rechte. So war das bestimmt nicht gewollt; ohne die Islamische Revolution wäre es aber sicher nicht so weit gekommen.“

„Viele Iraner denken technokratisch, ergreifen technische Berufe, studieren technische Fächer, gründen kleine Firmen. Der Staat unterstützt und steuert das.“ – Das wäre ohne Islamische Revolution wohl nicht anders, ist aber deshalb erwähnenswert, weil es in den umliegenden Ländern meistens nicht so der Fall ist.

Nationalitäten-Politik

„Der Iran ist ein Vielvölkerstaat und hat es geschafft, dass die verschiedenen Völker sich entweder als Iraner fühlen bzw. sich dem Staat gegenüber verpflichtet sehen. Selbst die dort lebenden Araber und Kurden. Auf jeden Fall ein großer Erfolg.“

Gemeinsinn

„Wir sind durch das halbe Land gefahren und überall waren die Straßen in sehr gutem Zustand. Auch in den Dörfern, auch in den Seitenstraßen. Man vergleiche das mal mit den arabischen Ländern. Da gibt es meistens eine Überland-Straße, die in Ordnung ist. Und schon die erste Seitenstraße ist nicht asphaltiert. Man läuft entweder durch den Staub oder durch den Matsch. Ist nicht überall so, aber häufig.

In jeder größeren Stadt im Iran gibt es öffentliche Parkanlagen – sehr häufig wird man das in den arabischen Ländern auch nicht antreffen.

Unseren iranischen Reise-Begleiter fragten wir, ob die religiösen Führer dem Volk nicht auf die Nerven gingen. Antwort: Nein, denn die sorgen dafür, dass es in jedem Dorf eine Turnhalle und kulturelle Einrichtungen gibt.“

http://www.edwin-grub-media.de/reiseberichte/asien/iran/menschen-im-iran.html

 

Gute und schlechte Aussichten

 

Ebenfalls aus „Menschen im Iran“:

Gute Aussichten

„Während ich die Zukunft in den meisten islamischen Ländern als nicht gut sehe (schon allein wg. der starken Überbevölkerung), hat der Iran gute Chancen auf eine gute Zukunft.

Die Gründe dafür sehe ich in der unterschiedlichen Bevölkerungspolitik, im technischen Denken und im Gemeinsinn. Und im Willen, anfallende Probleme zu lösen.

Nicht zu unterschätzen ist auch die immer stärker werdende Rolle der Frauen, die dem Land gut tun wird.

Der Wohlstand in der iranischen Bevölkerung ist jetzt schon deutlich größer und wird sich aller Wahrscheinlichkeit nach weiter vergrößern. Außer natürlich im Vergleich zu kleinen Ländern mit hohem Rohstoff-Vorkommen.“

Schlechte Aussichten

„Das Land ist gespalten in Modernisierer und Traditionalisten. Bevor wir in Ghom waren, hatten wir es zum überwiegenden Teil mit aufgeschlossenen, säkularen Menschen zu tun. In Ghom waren dann tatsächlich die Religiösen. Ich bin froh, dass wird dort waren, sonst hätte dieses Mosaiksteinchen zur Einschätzung noch gefehlt.

Das Land hat eine hanebüchene Verfassung, die dem religiösen Führer eine nahezu absolute Macht verleiht. Da der Iran jetzt aber nicht so religiös ist, immer mehr Jugendliche voran kommen, die mit der Islamischen Revolution nichts am Hut haben und die Medien, in erster Linie das Internet, Vergleiche mit dem Ausland ermöglichen, wird sich das jetzige System kaum die nächsten Jahrzehnte halten können.

Wie friedlich die Ablösung statt finden wird, wird die Frage sein. Dass es einen halbwegs stimmigen Ausgleich gibt, mit dem alle leben können, halte ich für unwahrscheinlich. Ich gehe davon aus, dass früher oder später die Säkularen siegen werden und die Traditionalisten vor den Kopf stoßen.

Ein anderer Punkt ist die Außenpolitik. Es gibt Länder, denen der Iran als Regionalmacht zu stark ist, solche, denen es nicht passt, dass der Iran eine eigenständige Politik betreibt. Und es gibt Hardliner in der iranischen Politik, die aggressiv auftreten, unter anderem gegenüber Israel.

Konfliktpotential ist also genügend vorhanden.“

Zuguterletzt

„Das, was ich im Iran gesehen habe, finde ich in der Berichterstattung in den großen Medien nicht wieder. In der Zwischenzeit habe ich auf anderen Reisen Menschen kennen gelernt, die ebenfalls im Iran waren und denen es genau so ging wie mir.

Was auch immer die Gründe für diese einseitige Berichterstattung sein mögen – eine Folge hat sie bei vielen Menschen. Bezüglich wirtschaftlicher Sanktionen oder eventueller kriegerischer Aktionen gegenüber dem Iran gibt es die Meinung, dass es „denen“ nicht anders gehöre und es um „die“ nicht schade wäre.

Was man auch immer von der großen Politik und der iranischen Regierung halten mag: Dass es um „die“ sehr wohl schade wäre, das sollte dieser Bericht zeigen.

Im Gegensatz zu Menschen anderer Herkunft, gibt es in Europa kaum Probleme mit Menschen aus dem Iran. Im Gegenteil: meistens sind sie voll integriert und bringen sich in die Gesellschaft ein. Unabhängig von der jeweiligen Regierung könnten die Menschen im Iran einen sinnvollen Beitrag in der Weltgemeinschaft leisten.“