Zur Zeit läuft in den Kinos der 5. Teil der „Terminator“-Reihe. Zusammen mit dem Film-Experten Hans Has hat sich der Wurm diesen angesehen.

„Terminator: Genisys“ wurde von der Kritik eher unfreundlich aufgenommen. Und alle, die Arnold Schwarzenegger nicht leiden können und sowieso nicht ins Kino gehen, erzählen rund herum „ich habe gehört, dass der neue ‚Terminator‘ nicht gut sein soll“.

Gut, die Geschichte ist nicht so gut wie die der ersten beiden Teile – aber bei den Zuschauern handelt es sich zumeist nicht gerade um Intellektuelle, die sich einen „Terminator“-Film wg. der inspirierenden Geschichte ansehen würden.

Ansonsten steht der „Terminator“ für zwei Sachen: reichlich Action und (vor allem ab dem 2. Teil) großartige Augenblicke voller Selbstironie. Die wird mensch in „Terminator: Genisys“ zur Genüge finden.

Wer trockenen Humor mag, wird hier voll auf seine Kosten kommen und wer auf anregende Ideen kommen will, kann dies auch tun.

 

Der „Terminator“

 

„Mit seinen Filmen "Terminator 1" und "2" revolutionierte Regisseur James Cameron ab Mitte der 80er Jahre das Science Fiction-Genre. Seine raffiniert erzählte Zeitreise verband intelligente Technologiekritik mit eindrucksvollen Action-Szenen, Special Effects und einem Schuss Ironie. Für letztere war vor allem Arnold Schwarzenegger als Cyborg mit wenig Text und vielen Muskeln zuständig. Seine Sprüche "Hasta la vista, baby" oder "I’ll be back" gingen in den Zitate-Fundus der Popkultur ein. Seitdem hat die Terminator-Saga einige Fortsetzungen erlebt. An die ersten beiden Teile konnte jedoch keine mehr heranreichen. Diese Woche startet Teil 5, "Terminator Genisys", in den Kinos, und anders als im Vorgängerfilm ist auch Arnold Schwarzenegger wieder mit von der Partie.“

http://www.swr.de/swr2/kultur-info/filmkritik-neuer-terminator-blockbuster-im-kino-vernetzter-horror-weggeballert/-/id=9597116/did=15796808/nid=9597116/1cbgcmu/index.html

 

Hier der Trailer zum Film:

 

 

„Das Jahr 1984, in dem, wie wir von James Cameron wissen, ein Terminator, gefolgt vom Soldaten Reese, die ahnungslose Sarah Connor heimsucht, hätte auch anders ablaufen können. In "Genisys" entdeckt Reese, dass sich der Terminator in einer anderen Zeitlinie bereits Jahre vorher um Sarah gekümmert, und sie als Vaterersatz zu einer zünftigen Kampfmaschine erzogen hat. Sarah und Reese machen sich auf, um das böse Betriebssystem "Genisys" herunterzufahren, müssen dabei aber feststellen, dass sich ihr Sohn auch nicht so entwickelt hat wie erhofft.

Neben überflüssigen Gags mit Arnold Schwarzeneggers Mimik und Steiermark-Akzent sind die Ideen im fünften Teil der SciFi-Utopie gar nicht mal so schlecht. Der Plot mit dem krakenartigen Betriebssystem, dem die Menschheit ihre Daten freiwillig in den Rachen schmeißt, ist zwar offensichtlich, trägt die Geschichte aber anständig. "Terminator: Genisys" ist nicht das schwächste Sequel eines außergewöhnlichen Originals.“

http://www.spiegel.de/kultur/kino/arnold-schwarzenegger-in-terminator-5-wir-bodybuilder-sind-kuenstler-a-1042278.html

„Er ist in der Filmhandlung, die von 1984 bis 2017 reicht, über 30 Jahre unter den Menschen: Eine altgewordene Maschine, die sich in den neuen hypermodernen Zeiten zwischen all der neuen Technik nicht mehr wirklich gut zurecht findet. Und die Sprüche sagt, wie heute jeder zweite "Silver Surfer": "I'm old, not obsolete."“

http://www.heise.de/tp/artikel/45/45390/1.html

„Arnold Schwarzeneggers Cyborg T800 ist das Schlimmste passiert, was einem Actionhelden passieren kann: Er ist alt geworden. Die schier unbesiegbare Kampfmaschine mit dem gruseligen roten Laser-Auge ist jetzt "Pops": ein rüstiger Rentner unter den Terminatoren mit verwitterten Gesichtszügen, grauem Haar und Vatergefühlen – "alt, nicht überflüssig" lautet sein neues Credo. Das kommt nicht ganz so cool rüber wie einst "Hasta la vista, baby", aber immerhin steht er den Protagonisten Sarah Connor und Kyle Reese mit Rat und Tat zur Seite. Ihre Mission: im Jahr 2017 das Computersystem "Skynet" zu zerstören, bevor es online gehen kann. Denn wenn "Skynet" erst einmal alle Handys, Tablets und Computer miteinander vernetzt hat, dann werden die Maschinen die Weltherrschaft übernehmen. Und wie unerfreulich das für die Menschheit ist, haben die Vorgängerfilme ausführlich ausgemalt.“

http://www.swr.de/swr2/kultur-info/filmkritik-neuer-terminator-blockbuster-im-kino-vernetzter-horror-weggeballert/-/id=9597116/did=15796808/nid=9597116/1cbgcmu/index.html

Das „krakenartige Betriebssystem, dem die Menschheit ihre Daten freiwillig in den Rachen schmeißt“ und „wenn "Skynet" erst einmal alle Handys, Tablets und Computer miteinander vernetzt hat, dann werden die Maschinen die Weltherrschaft übernehmen“ sind keine fernen Zukunfts-Utopien, sondern quasi Teil der Gegenwart. Das ist kein Zufall – die Außendarstellung von „Skynet“ im Film und die Auswirkungen der Werbung auf die Menschen erinnern sehr an die Firma „Apple“ der Gegenwart.

Es ist beliebt, unbeliebte Personen als „Terminator“ darzustellen. Als Beispiele hat der Wurm Angela Merkel, Yanis Varoufakis und Wladimir Putin ausgewählt:

https://www.google.de/search?q=angela+merkel+terminator&biw=1280&bih=676&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=0CAYQ_AUoAWoVChMIl9D6pdWKxwIVw0oUCh0_PQY6

https://www.google.de/search?q=varoufakis+terminator&biw=1280&bih=676&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=0CAYQ_AUoAWoVChMIzrWB0daKxwIVS_FyCh1cywmD

https://www.google.de/search?q=putin+terminator&biw=1280&bih=676&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=0CAYQ_AUoAWoVChMIhamf4taKxwIVRY9yCh2OHgBV

 

Arnold Schwarzenegger

 

Mensch frage mal in seiner näheren Umgebung, was die Leute von Arnold Schwarzenegger halten – positiv ist die Reaktion in den seltensten Fällen. Je intelligenter sich der jeweilige Gesprächspartner wähnt, umso häufiger wird die Meinung kommen, dass Arnold Schwarzenegger „dumm“ sei. Wahrscheinlich kommt dann noch das Argument, dass er ein schlechter Schauspieler sei.

Der Wurm stimmt beidem nicht zu.

https://www.youtube.com/watch?v=Yd0WkW5tUog

Ehrgeiz

„Schwarzenegger: Ich wollte unbedingt in die USA und habe mir darum einen Sport gesucht, der das Ticket dorthin sein könnte. Der andere Grund war, dass ich immer anders sein wollte. Vielleicht lag es an der Konkurrenzsituation mit meinem Bruder, vielleicht daran, dass ich aus einem so kleinen Kaff komme - aber ich wollte unbedingt etwas machen was auffällt, nicht Fußball spielen wie die anderen. Ich würde mir auch nie ein normales Auto kaufen, dann lieber gleich einen Panzer.“

http://www.spiegel.de/kultur/kino/arnold-schwarzenegger-in-terminator-5-wir-bodybuilder-sind-kuenstler-a-1042278.html

Sehr ehrgeizige Menschen werden im deutschen Sprachraum meistens nicht positiv gesehen und deren Erfolg wird ihnen oft geneidet. In ihrem eigenen Gebiet ja, aber nicht außerhalb. Ein Oliver Kahn wird für seine Leistungen auf dem Fußballplatz vielleicht respektiert – das war es dann aber auch schon.

In anderen Gesellschaften, etwa der US-amerikanischen, werden ehrgeizige und erfolgreiche Menschen auch außerhalb ihres eigenen Bereiches respektiert und kaum beneidet. Für jemanden, der aus bescheidenen Verhältnissen aus einem Dorf in der Steiermark kommt und dessen Name weltweit bekannt ist, muss Arnold Schwarzenegger vieles richtig gemacht haben. Ohne starken Ehrgeiz hätte er es nicht geschafft. Der Wurm zollt ihm dafür seinen Respekt.

Bodybuilding

Arnold Schwarzenegger wurde der erfolgreichste Bodybuilder aller Zeiten. „Viel Muskel, wenig Hirn“ lauten die weitläufigen Vorurteile gegenüber Bodybuildern. „In Maßen“ wird das vielleicht noch akzeptiert, aber kaum, wenn es professionell betrieben wird.

Wie dem auch immer sei – in allen Kulturen der Menschheit wurde zu allen Zeiten versucht, seinen Körper entweder zu vervollkommnen oder durch künstliche Mittel schöner zu machen, als er eigentlich ist.

Die Bewohner des Erdreichs sehen staunend zu, wie sich viele Menschen ihr Gesicht anmalen oder sonstige Maßnahmen treffen, um die Außenwelt zu beeindrucken. Auf Kosten von viel Zeit und viel Geld.

Wenn Arnold Schwarzenegger durch harte Arbeit sich den Körper antrainiert hat, den er wollte, damit viel Geld verdient hat und der ihm als Sprungbrett für eine noch größere Karriere diente, kann der Wurm darin nichts Negatives sehen.

Unternehmer

In seiner eigenen Vermarktung als Bodybuilder kam er zu Erfolg und Reichtum und nicht nur das:

“Mit Büchern wie The Encyclopedia of Modern Bodybuilding, Arnold: The Education of a Bodybuilder und Arnold’s Bodybuilding for Men wurde er zum Bestsellerautor. Bereits Ende der 1960er Jahre verdiente er seine erste Million mit Fitnessartikeln und -nahrung.“

„1968 wanderte Schwarzenegger in die USA aus, wo er sich in den 1970er Jahren ein Millionenvermögen als Immobilienmakler erwirtschaftete.“

„Zuvor schon als Besitzer des Restaurants Schatzi on Main in Santa Monica erfolgreich, eröffnete Schwarzenegger im Jahr 1991 zusammen mit seinen Schauspielerkollegen Bruce Willis, Demi Moore, Jackie Chan und Sylvester Stallone in New York die Fast-Food-Kette Planet Hollywood.“

https://de.wikipedia.org/wiki/Arnold_Schwarzenegger

Arnold Schwarzenegger war als Unternehmer erfolgreich und hat sein Geld auf ehrliche Weise verdient. Der Wurm gönnt ihm das.

Schauspieler

Arnold Schwarzenegger gehört mit Sicherheit nicht zu den besten Schauspielern – aber das muss er auch nicht. Für die Rollen, die er verkörpert, ist er oft die Ideal-Besetzung. Ein „Terminator“-Film ohne ihn ist noch nicht mal halb so interessant.

Und er versteht es, wie kaum ein anderer, sich selbst auf die Schippe zu nehmen („Selbstironie“ lautet dafür der offizielle Begriff). Neben den „Terminator“-Filmen vor allem in „Twins – Zwillinge“ oder im „Kindergarten Cop“. Ohne Schwarzenegger wären diese Filme kaum denkbar.

Politik und Meinung

Von 2003 bis 2011 war Arnold Schwarzenegger Gouverneur des US-Bundesstaates Kalifornien. Sein Politik-Stil nach dem Motto „Hoppla, jetzt komm‘ ich und hol‘ mir ein paar gute Berater“ war allerdings nicht so erfolgreich, wie er sich das vorgestellt hatte (ganz daneben war es allerdings auch nicht). Mensch muss ihm zumindest zugute halten, dass er seinen eigenen Willen hatte und nicht immer den Vorgaben aus Partei und Regierung gefolgt ist.

Immerhin: er hat etwas gemacht. Er hätte auch sein Leben genießen können anstatt sich der öffentlichen Kritik auszusetzen.

Auch heute gibt er zu vielen Sachen seinen Kommentar ab. Da wird so ziemlich jeder etwas finden, mit dem er nicht einverstanden ist (auch der Wurm ist nicht mit allem von ihm glücklich) – aber auch hier gilt: Arnold Schwarzenegger hat eine eigenständige Meinung, die er vertritt. Das ist bei vielen Menschen nicht so.

http://www.schwarzenegger.com/

https://www.facebook.com/arnold

 

„I’ll be back“

 

Im ersten Teil des „Terminator“ fragt derselbe den Menschen an der Rezeption einer Polizei-Station nach den Menschen, die er sucht. Der gelangweilte Polizist will ihm keine Auskunft geben und daraufhin kommt der Spruch „I’ll be back“ („ich komme wieder“). Kurz darauf kommt der Terminator zurück und zerlegt die gesamte Polizei-Station.

Heute gehört „I’ll be back“ zu den bekanntesten Sprüchen der Filmgeschichte und ist Teil der Alltags-Kultur.

„Wenn es nach dem Willen von Arnold Schwarzenegger gegangen wäre, hätte die Kinowelt heute ein berühmtes Filmzitat weniger. Während der Dreharbeiten zu "Terminator" habe er sich mit Händen und Füßen gegen den Spruch "I'll be back" gewehrt, gestand der Schauspieler und Ex-Gouverneur von Kalifornien in seinen am Montag in den USA erschienenen Memoiren "Total Recall".

Er sei in heftigen Streit mit Regisseur James Cameron geraten, weil er lieber "I will be back" sagen wollte. "Ich fand, dieses zusammengezogene 'I'll' klang zu feminin, nicht hart genug". Weder er noch Cameron hätten nachgegeben, schließlich hätte ihn der Filmemacher angeschrien: "Hör einfach auf mich. Ich schreibe Dir nicht vor, wie Du zu schauspielern hast, und Du sagst mir nicht, wie ich schreiben soll", erinnert sich Schwarzenegger. "Wir hielten uns dann an das Drehbuch."

In seinem Buch gibt der Action-Held nun endlich klein bei: "Die Wahrheit ist - auch nach all den Jahren mit Englisch hatte ich keinen Sinn für Verkürzungen." Schwarzeneggers Memoiren kommen am Donnerstag in Deutschland auf den Markt. Ob es sein umständlicheres "I will be back" in den Zitatenschatz geschafft hätte, ist fraglich.“

http://www.augsburger-allgemeine.de/panorama/Schwarzenegger-fand-I-ll-be-back-zu-feminin-id22161596.html

„I’ll be back“ ist also laut Arnold Schwarzenegger zu „feminin“. Den Wurm würde es nicht überraschen, wenn alles, was als halbwegs feminin gilt, von vielen Männern nicht ernst genommen wird.

Mensch sehe sich mal typische Vornamen von Frauen und Männern an. Schon anhand der Buchstaben klingen weibliche Vornamen weicher als männliche. Besonders deutlich wird das bei gleichen Namen: was denkt mensch sich, wenn er den Namen „Andrea“ hört im Gegensatz zu „Andre“ oder „Andreas“.

Mensch sehe sich mal die Vornamen aus Disney-Trickfilmen an und versuche, sich Assoziationen dazu zu machen: was denkt er sich etwa bei „Feline“ oder „Jasmin“ im Gegensatz zu „Elliot“ oder „Roger“?

http://www.vorname.com/namen-disney-filme.html

Allein aufgrund ihres Vornamens werden Mädchen oder Frauen von manchen Jungs oder Männern nicht für voll genommen.

Bei der Gelegenheit möchte der Wurm die Farbe rosa erwähnen: kaum ein Junge nimmt ein Prinzesschen im rosa Kleidchen ernst und wird sich selbst weigern, etwas anzuziehen, das einen rosa Farbanteil hat. Siehe http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/18-rosa-stinkt.html

 

Die Mensch-Maschine

 

https://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%BCnstliche_Intelligenz

„Aber wie wäre es mit der drohenden "Weltherrschaft intelligenter Maschinen"?

Schmarrn, sagen Sie? Die gibt es doch gar nicht. Und wird es vielleicht nie geben. Kein Grund, sich keine Sorgen zu machen. Erst vor kurzem haben jedenfalls diverse führende Wissenschaftler in einem offenen Brief davor gewarnt, die KI-Forschung könne Systeme erschaffen, die außer Kontrolle geraten. Kein Scherz.

Unter den Unterzeichnern finden sich honorige, ernsthafte Leute wie die Entwicklungschefs von Google und Microsoft, Peter Norvig und Eric Horvitz, Jaan Tallinn, der Mitgründer von Skype, der Physiker Stephen Hawking und auch Elon Musk, der Chef von Tesla Motors …

Aber natürlich führt diese Diskussion auch zu der alten Frage, was Intelligenz eigentlich ist. Diese Frage wird ja nun grade, unter dem Eindruck massiver Fortschritte beim maschinellen Lernen neu gestellt: Ist Software, die Sprachen lernen kann, sind Programme, die lernen, Szenen in Bildern und Videos zu beschreiben, eine Vorstufe der Intelligenz?

Wenn ja, sollten wir vielleicht wirklich ein wenig besorgt sein. Denn was diese Programme immer besser können, ist Lernen durch Nachmachen. Sprich: Sie lernt, von menschlichen Vorbildern zu lernen. Um die menschliche Vernunft aber, das zeigen viele Beispiele der letzten Jahre, ist es nicht gut bestellt. Wenn eine echte Künstliche Intelligenz nur menschliche Vorbilder nachahmt, aber dabei schneller ist, cleverer, konsequenter und skrupelloser, dann haben wir allen Grund uns davor zu fürchten.“

http://www.heise.de/tr/blog/artikel/Das-Terminator-Syndrom-2520414.html

Unterschätzte Zukunft

Die Älteren unter den Wurm-Lesern werden sich an die 1980er erinnern können. Da hieß es, dass in letzter Konsequenz die Leistung des menschlichen Gehirns höher ist als es bei Computern je sein wird. Zeigbar am Schach-Spiel. Es hat nicht lange gedauert, bis der erste Computer den Schach-Weltmeister geschlagen hat.

Wie hoch technische Grenzen auch immer sein mögen – sie werden fallen. Eher früher als später.

Extended Phenotype

Welches ist das schnellste Tier der Erde? Welches kann am besten sehen, welches am besten hören?

Wer etwas anderes als „Mensch“ sagt, ist noch im alten Denken behaftet.

Der Gepard ist schneller als der Mensch? Dann schlägt der Wurm ein Wettrennen vor. Gepard gegen Mensch. Jeder Hannebambel von Mensch kann in einem beliebigen Mittelklassewagen dem Geparden davon fahren und diesem eine lange Nase drehen.

Mit Hilfe von Werkzeugen und Maschinen macht sich der Mensch besser, als er ist und dringt in Welten vor, die ansonsten lebensfeindlich für ihn wären.

Mitunter befinden sich Maschinen selbst im Körper eines Menschen und sorgen für dessen Überleben.

Der Begriff „Extended Phenotype“ (erweiterter Phänotyp) stammt vom Biologen Richard Dawkins und bezieht sich nicht nur auf den Menschen (Vogelnester oder Termitenhügel sind Beispiele dafür).

https://de.wikipedia.org/wiki/The_Extended_Phenotype

Künstliche Intelligenzen und der maschinelle Fortschritt können als nächste Stufe der Evolution des Menschen gesehen werden. Fragt sich nur, ob bzw. wann es keine richtigen Menschen mehr geben wird.

Schon jetzt denkbarer Einsatz im Alltag

Ein kleiner Auszug:

„Roboter erobern unseren Alltag. Nirgendwo ist die Entwicklung weiter gediehen als in Japan. Unser Autor hat sich in ihre Hände begeben. Hier schildert er einen fiktiven Tagesablauf – mit Modellen, die es heute schon gibt …

Ich lenke mein Roboterbett Richtung WC. Natürlich ist auch das keine normale Toilette. Für sein Roboterklo Ara Uno hat Panasonic die Schüssel nicht aus Keramik, sondern aus hochglattem organischen Glas hergestellt. Sie reinigt sich nun automatisch selbst, indem Düsen Reinigungsschaum auf die Schüssel spülen und die Wasserspülung den Dreck entfernt. Darüber hinaus beherrscht das Klo die üblichen Tricks einer japanischen Toilette: Der Klodeckel öffnet automatisch, die Klobrille heizt auf, und während des Geschäfts dudelt das Klo Musik von der Speicherkarte. Die üblen Düfte werden abgesaugt und geruchsgefiltert in die Raumluft abgegeben. Ein wohltemperierter Wasserstrahl reinigt mein Gesäß, ein Föhn trocknet es.

Theoretisch könnte mein Klo auch Körpergewicht und Fettgehalt bestimmen. Einen entsprechenden Prototyp hatte Panasonic vor einiger Zeit bereits vorgestellt, er schaffte es jedoch nie auf den Markt. Kein Problem wäre es auch, den Zuckergehalt im Urin oder die Stärke des Urinstrahls zu messen, um eine mögliche Diabetes-Erkrankung oder ein Blasenleiden zu entdecken. Geht es nach Kunio Harimoto, dem Chef des Toilettenherstellers Toto, würde das Klo die Befunde übers Internet dem Arzt berichten. Ich frage mich, ob ich dann genauso ungern auf Toilette gehen würde wie heute zum Arzt. Ich nehme mir vor, schon einmal prophylaktisch etwas für meine Gesundheit zu tun: Ich gehe in den Garten, um frische Luft zu tanken und frische Erde auf die Beete zu verteilen. Anstrengend ist die Arbeit nicht, denn auch dafür gibt es: Roboterhilfe.

Im Garten lege ich das anschnallbare Skelett HAL aus Stahl, Plastik und viel Technik an, das meine Muskelkraft vervielfacht. Ein Modul für die Beine, ein anderes für Oberkörper und Arme – und plötzlich wuchte ich dank dem "Hybrid Assistive Limb" 70 Kilogramm schwere Erdsäcke durch die Gegend. Ja, so macht die Verwandlung zum Cyborg Spaß. Oder sollte ich besser Terminator sagen? Der Entwickler des Exoskeletts, Yoshiyuki Sankai, hat seine Firma Cyberdyne genannt, ausgerechnet nach jenem Konzern aus den "Terminator"-Filmen, dessen Roboter die Menschheit auslöschen wollen. Dabei ist Sankai Pazifist, Aufträge des Militärs lehnt er ab.

Er ist jedoch überzeugt: "Die menschliche Rasse entwickelt sich weiter, aber sie tut es technisch, nicht biologisch." Seine Philosophie beruht jedoch im Unterschied zu anderen Cyborg-Visionären darauf, dass die Robotertechnik nicht operativ mit dem Menschen verbunden wird, sondern sich an- und vor allem wieder abschnallen lassen soll. "Ich kam zu dem Schluss, dass die Haut eine bedeutende Grenze ist", sagt Sankai. Pads auf Armen und Beinen messen daher die schwachen bioelektrischen Signale, die das Hirn über die Nervenbahn an die Muskeln sendet. Der Roboter analysiert die Impulse, schließt daraus auf die Intention des Menschen und führt die Bewegungen aus. Entwickelt wurde die Technik, um Alten und Schwachen länger ein eigenständiges Leben zu erlauben. Doch inzwischen wird HAL auch ausgiebig in der Rehabilitation genutzt, um Patienten mit Muskel- oder Nervenleiden wieder das Gehen oder das Bewegen der Arme anzutrainieren.

Ich lege meine Cyborg-Rüstung ab, verstaue sie im Schuppen, gehe zurück in meine Wohnung und ziehe mich um. Duschen brauche ich nicht, denn ich habe nicht geschwitzt. Anschließend gebe ich noch meinem selbstfahrenden Auto den Befehl, mich vor der Haustür abzuholen. Ich möchte einkaufen gehen.“

http://www.heise.de/tr/artikel/Allein-unter-Maschinen-2300224.html

Algorithmen

Schon jetzt bestimmen Algorithmen das menschliche Leben. Mathematik ist die Sprache der Maschinen und Algorithmen (quasi die Kombination und Gewichtung von Daten) sind das Element, das die Entscheidungen fällt.

So ziemlich über jeden. Dass bei Partner-Vermittlungen Kaugummi kauende Frauen und sich nass rasierende Männer gut zusammen passen, mag noch belächelt werden.

Aber Unternehmen wie „Google“ und „Facebook“ oder Geheimdienste wissen oft schon vorher, was mensch tun wird – noch bevor dieser es selbst weiss. Kreditkarten-Unternehmen können schon jetzt mit hoher Sicherheit 6 Monate im voraus sagen, dass eine Scheidung bevorsteht

Dem entsprechend ist so ziemlich jeder von den Aussagen von Algorithmen betroffen: bei Einstellung und Kündigung, bei Wohnungs- und Kreditvergabe, bei der Partner-Suche, bei seinen Aktien-Werten, beim journalistischen Angebot, bei personalisierter Werbung sowieso. Demnächst wird er verhaftet, obwohl er keine Straftat begangen hat – weil die Algorithmen sagen, dass er eine Straftat begehen wird.

In zwei Teilen hat sich die Sendung „Quarks & Co.“ der Thematik angenommen. Vor allem der 2. Teil mit Frank Schirrmacher lohnt sich:

 

 

https://www.youtube.com/watch?v=25gEDhNcyH8

Eine winzige Elite bestimmt über die Algorithmen, die in unser aller Leben eingreifen. Dabei handelt es sich um in Zahlen gefasste Vorurteile. Die stimmen zu einem hohen Prozentsatz, aber wahrlich nicht immer.

Letztendlich entscheidet der Mensch, ob er etwa den Kredit vergibt oder nicht. Aber sehr wahrscheinlich wird er sich so verhalten, wie es ihm die Maschinen vorgeben.

Roboter im Krieg

„Während der Konsument Roboter wünscht, die ihm die Hausarbeit erleichtern, haben die Militär- bzw. Kampfroboter die Schlachtfelder der Welt bereits erobert und hier die Spielregeln der Kriegsführung völlig neu definiert. Die Kriege der Zukunft werden definitiv von Maschinen bestimmt werden, einzig der Grad der Autonomie bleibt die entscheidende Frage.

Militär bzw. Kampfroboter sind autonome, halb-autonome oder ferngelenkte Systeme, die der Zielbekämpfung Beobachtung, Aufklärung, Spionage, Minenräumung oder Wachaufgaben eingesetzt werden. In den letzten Jahren wurden immer mehr Kampfdrohnen eingesetzt und aktuelle Kriege wie die gegen ISIS scheinen den Amerikanern willkommen zu sein, um ihre jeweils neuesten Warbot-Technologien zu testen.

Drohnen, die gezielt Raketen auf Bodenziele abschießen oder Aufklärungsbilder machen, sind allerdings keine intelligenten Systeme, da sie von Menschen gesteuert werden. Die ultimative Vision der Militärs sind vollautonome Kampfroboter, die ein Bewusstsein haben. Diese würde jedoch erhebliche Gefahren bergen, insbesondere wenn sich derartige Maschinen (siehe auch den Film, "I, Robot") selbst replizieren. Sie könnten in der Lage sein, die Menschheit innerhalb von Jahren oder sogar Monaten auszurotten …

Roboter, die sich selbst schützen, können gegen die Menschen revoltieren und werden zu Terminatoren. In den Terminator-Filmen fürchtet Skynet, von den Menschen abgeschaltet zu werden, und entschließt sich, diese zuerst zu terminieren. Sind wir nicht längst in der Matrix der Mensch-Maschine-Systeme derart eingefangen, dass wir gar nicht bemerken, wie Ego-Shooterspiele und Kampfroboter uns und unser Leben verändern?“

http://www.heise.de/tp/artikel/43/43117/1.html

In naher Zukunft werden es sich Einzelpersonen leisten können, Menschen tötende Roboter auf die Menschheit loszulassen. Nicht nur im Krieg. Wenn es jetzt schon Selbstmord-Attentäter gibt und Menschen, die wahllos in Menschen-Mengen schießen – diesen Job könnten auch weniger verletzliche Roboter übernehmen.

Fehler im System: Atomkrieg in Baunatal

Auch Maschinen können anders reagieren als erwartet. Durch

- Programmier-Fehler

- bewusste Fehl-Programmierung (etwa durch einen Menschen-Hasser)

- Kurzschluss oder Verschleiss

- Hackern gelingt es, ins Programm einzudringen und dieses umzuprogrammieren

Dies alles ist jetzt schon Realität, wie zwei Beispiele zeigen:

„Beim Einrichten einer Roboter-Anlage im VW-Werk Kassel in Baunatal ist am Montag ein 21-jähriger Mitarbeiter einer Fremdfirma aus Sachsen so schwer verletzt worden, dass er wenig später im Klinikum Kassel starb.

VW-Sprecher Heiko Hillwig teilte dies auf Nachfrage am Mittwoch erst mit. Der Mann sei von dem Roboter erfasst und gegen eine Metallplatte gedrückt worden. Dabei sei der Brustkorb des Mitarbeiters eingedrückt worden.

http://www.hna.de/kassel/kreis-kassel/baunatal-ort312516/roboter-toetet-arbeiter-vw-werk-5191637.html

„26. September 1983: Stanislaw Jewgrafowitsch Petrow, wachhabender Offizier der Luftüberwachung, erhielt vom Warnsystem Meldungen über anfliegende Raketen. Er entschied sich jedoch, den grundsätzlichen Befehl zum Gegenschlag nicht auszuführen und verhinderte so den nuklearen Gegenschlag der Sowjetunion. Der Alarm stellte sich als Falschalarm heraus; Verursacher waren von einem Satelliten als Raketenabschüsse fehlinterpretierte Reflexionen von Sonnenstrahlen in der Nähe einer amerikanischen Abschussbasis.“

https://de.wikipedia.org/wiki/Atomkrieg

https://de.wikipedia.org/wiki/Stanislaw_Jewgrafowitsch_Petrow

Die Maschinen in Russland und den USA sind so programmiert, dass nach einem womöglichen Angriff der Gegenseite und Vernichtung allen Lebens, die übrig gebliebenen Maschinen eigenständig das jeweils andere Land atomar vernichten. Jetzt schon und seit langer Zeit.

Dies ist im Grunde auch der Kern der „Terminator“-Filme: die Maschinen vernetzen sich und lösen einen Atomkrieg aus, der die Menschheit weitest gehend vernichtet.

Beseitigung des Hauptproblems

Die Menschen werden sich so oder so vernichten – da bedarf es keiner eigenständig denkender Maschinen dazu.

Mensch stelle sich aber mal vor, es gäbe tatsächlich solche Maschinen. Intelligente, rational denkende, Frieden liebende Maschinen, die Erde und Natur bewahren möchten. Wie würden diese auf die Menschen reagieren?

Welches wäre wohl das Haupthindernis ihrer Ziele?

Alle Probleme werden von Menschen verursacht. Keine Menschen – keine Probleme.