„Das Hauptinteresse der US-Außenpolitik während des letzten Jahrhunderts, im Ersten und Zweiten Weltkrieg und im Kalten Krieg waren die Beziehungen zwischen Deutschland und Russland. Vereint sind sie die einzige Macht, die uns bedrohen kann. Unser Hauptinteresse war sicherzustellen, dass dieser Fall nicht eintritt …

 

Die Aufrechterhaltung der Kontrolle über die Ozeane und im Weltall ist die Grundlage unserer Macht. Der beste Weg, eine feindliche Flotte zu besiegen ist zu verhindern, dass diese gebaut wird. Der Weg, den die Briten gegangen sind, um sicherzustellen, dass keine europäische Macht die Flotte bauen konnte, ist, dass die Europäer einander bekämpften. Die Politik, die ich empfehlen würde, ist die, die Ronald Reagan angewendet hat, im Iran und Irak (Iran-Irak-Krieg 1980-88). Er finanzierte beide Seiten, sodass sie gegeneinander kämpften und nicht gegen uns. Es war zynisch, bestimmt nicht moralisch, aber es funktionierte …

 

Die Urangst der USA ist, dass deutsches Kapital und deutsche Technologien sich mit russischen Rohstoffen und russischer Arbeitskraft verbinden – eine einzigartige Kombination, vor der die USA seit Jahrhunderten eine Höllenangst haben.“

 

 

 

 

Vor einer Woche wurde ein Teil des Vortrages, den George Friedman bei „The Chicago Council on Global Affairs“ hielt, mit deutschen Untertiteln versehen und auf YouTube hochgeladen (der ganze Original-Vortrag stand bereits Anfang Februar im Netz).

Hier der gesamte Vortrag und die korrekte Übersetzung des Ausschnittes (die Untertitelung des Videos ist nicht ganz korrekt):

https://www.youtube.com/watch?v=QeLu_yyz3tc

http://www.nachdenkseiten.de/?p=25405#more-25405

Während die deutschen Staatsmedien den Vortrag verschweigen, herrscht bei den freien Medien und deren Nutzern helle Empörung.

Denn der Vortrag bringt das auf den Punkt, was alle, die es wissen wollten, wussten oder zumindest ahnten: zum Wohl der USA werden Deutschland und Russland aufeinander gehetzt. Gerade im aktuellen Fall der Ukraine-Krise. Wer genau dieses vorher behauptete, lief Gefahr, als „Verschwörungs-Theoretiker“ dargestellt zu werden. Jetzt kann er sich auf George Friedman berufen.

George Friedman und „Stratfor“

Willy Wimmer, ehemaliger Staatssekretär im Verteidigungs-Ministerium, sagt zu George Friedman Folgendes:

„Wir haben ja in den Vereinigten Staaten zur Durchsetzung ihrer Ziele eine Vielzahl von sogenannten Think Tanks oder Interessen-gesteuerten Organisationen, und STRATFOR ist eine davon, die sich mit global-strategischen Fragen auf einem sehr hohen Niveau beschäftigt und wegen der Herkunft der meisten Mitarbeiter dieser Organisationen dieses Think Tanks haben sie eine große Wirkung für Leute aus den militärischen Bereichen oder aus den Sicherheitsdiensten, und zwar auf dem ganzen Globus. Die werden gehört …

Ja, entsetzt kann man nicht sein, weil das ja eine seit vielen Jahren sich abzeichnende amerikanische Politik gewesen ist. Das, was in Chicago da präsentiert worden ist über diesen Think Tank, das hat ja das amerikanische Außenministerium im Mai 2000 bei einer wichtigen Konferenz in Bratislava Regierungs-öffentlich vorgestellt. Das ist nur das Durchziehen einer seit langem offenkundig erklärten Politik.“

https://free21.org/sites/free21.org/files/article_pdf/high_resolution/free21_transcript_wimmermullerganser2.pdf

„George Friedman (* 1949 in Budapest, Ungarn) ist ein US-amerikanischer Politologe, Publizist und Direktor der privaten Denkfabrik "Stratfor" …

Danach lehrte Friedman zwei Jahrzehnte als Professor für Politikwissenschaft am Dickinson College in Carlisle, Pennsylvania, wo er sich mit dem Marxismus und der Frankfurter Schule beschäftigte. Während dieser Zeit schulte er auch Kommandeure der US-Streitkräfte, des Office of Net Assessments, SHAPE Technical Center, des US Army War College, der National Defense University und der renommierten RAND Corporation in Fragen der Sicherheit und nationalen Verteidigung.

Im Jahr 1996 gründete Friedman die private „Intelligence Corporation“ Stratfor, die sich mit Sicherheitsfragen, Geopolitik und strategischen Voraussagen ("Strategic forecasting" = Stratfor) befasst. Die Firma "Stratfor" hat ihren Sitz in Austin, Texas.

Er hat mehrere Bücher verfasst, darunter „The Next 100 Years“, „America's Secret War“, „The Edge Intelligence“ und „The Future of War.“ Zu seiner Arbeit äußerte Friedman einmal in einem Videoclip auf der Stratfor-Webseite: „Journalisten erklären, was in der Welt passiert, wir bei Stratfor erklären, was passieren wird.“

Seine Prophezeiungen sind nach dem Urteil seiner Kritiker allerdings oft nicht nur gewagt. 1991 erläuterte Friedman in seinem Buch „Der kommende Krieg mit Japan“, warum nach dem Zusammenbruch des Kommunismus die USA mit neuen Rivalen um die Weltherrschaft kämpfen würden.“

http://de.wikipedia.org/wiki/George_Friedman

Prophezeiungen sind oft gewagt. Je nachdem, wie mensch den Ausdruck „Krieg“ definiert, wird George Friedman mit seinem „Krieg mit Japan“ gar nicht so Unrecht gehabt haben. Hierzu hat der Wurm Aussagen des späteren Gouverneurs von Tokio, Shintaro Ishihara, aus dem Jahr 1998 rausgekramt:

„SPIEGEL: Herr Ishihara, in Ihrem Buch "Kriegserklärung" fordern Sie die "Befreiung Japans von der finanziellen Versklavung durch die USA". Sind die USA schuld an Japans Abstieg?

Ishihara: Was die Bankenkrise betrifft, hat unser Land schwere Fehler gemacht - kein Zweifel. Kläglich versagt hat vor allem das Finanzministerium. Man stelle sich vor: Dort gibt es höchstens drei Beamte, die sich mit den sogenannten Derivativen - also hochspekulativen Finanzprodukten - auskennen. Wahr ist aber auch, daß wir der globalen Finanzstrategie der Amerikaner zum Opfer gefallen sind.

SPIEGEL: Japans Banken haben acht Jahre Zeit gehabt, ihren Berg an faulen Krediten abzubauen. Nun sollen die Amerikaner schuld sein?

Ishihara: Nicht einmal Ex-Premier Ryutaro Hashimoto wurde von der Bürokratie in das wahre Ausmaß der faulen Kredite eingeweiht. Doch am schlimmsten ist: Japan hat sich von den USA drängen lassen, das bisher behütete Finanzwesen im Zuge des "Big Bang" - der großen Reform - bis zum Jahre 2001 abrupt zu öffnen. Auf diese Weise will das größte Schuldnerland der Welt USA das größte Gläubigerland der Welt Japan unterjochen.

SPIEGEL: Angeschlagene japanische Institute flüchten in Fusionen mit US-Banken. Fällt Japans Finanzsektor am Ende völlig in amerikanische Hände?

Ishihara: Wenn wir uns das gefallen lassen, ja. Im Zuge der Globalisierung der Finanzmärkte und mit der Macht des Dollar bestimmen ja die USA, was als "fair und frei" zu gelten hat. Klar, daß beim Kasino-Kapitalismus die Amerikaner, die früh ihre Finanzmärkte liberalisierten, überlegen sind. Wenn man den profitorientierten "amerikanischen Standard" in Asien einführt, strauchelt unsere Wirtschaft wie eine Konkubine, der die Füße gefesselt sind.

SPIEGEL: Ist es nicht legitim, daß ausländische Investoren durchsichtige Spielregeln verlangen?

Ishihara: Auch ich bin für faire Regeln. Aber daß die Amerikaner nicht fair sind, haben wir doch im November 1997 beim Zusammenbruch von Yamaichi, Japans viertgrößtem Brokerhaus, erlebt: Zuerst verhandelten US-Investmenthäuser wie Merrill Lynch mit Yamaichi über eine Übernahme. Als Yamaichi dann über seine Schulden aufklärte, dachten die Amerikaner sich: Wir können Yamaichi auch billiger schlucken - wir machen es einfach kaputt. Als die US-Rating-Agenturen Standard & Poor's und Moody's Yamaichis Rating senkten, haben sie dessen Untergang besiegelt. Später hat Merrill Lynch dann einen großen Teil des Filialnetzes von Yamaichi öffentlich übernommen. Daß der Chef von Yamaichi, Shohei Nozawa, öffentlich geweint hat, geschah in Wirklichkeit aus purer Verzweiflung über das eiskalte, brutale Vorgehen der Amerikaner.

SPIEGEL: Washington verlangt, Japan solle endlich seine Wirtschaft in Ordnung bringen.

Ishihara: Die Amerikaner geben uns nur Ratschläge, die ihnen selbst nützen. Wir Japaner haben als einzige farbige Rasse einen modernen Staat aufgebaut. Aber Amerika prügelt uns wie einen Vasallen. Unser Premier Keizo Obuchi benimmt sich wie ein Filialleiter der Amerikaner.

SPIEGEL: Dagegen drohen Sie den USA damit, Japan könne seine US-Staatsanleihen, rund 300 Milliarden Dollar, abziehen. Wollen Sie die Weltfinanzen ins Chaos stürzen?

Ishihara: Nein. Aber schon die Drohung mit dem Abzug der US-Anleihen ist für Japan ein wertvoller Trumpf. Irgendwie müssen wir uns ja wehren: Die USA wollen auf dem Weg über die Finanzen in Asien die Führung übernehmen, weil sie in der realen Wirtschaft nicht gegen die japanische Konkurrenz ankommen.

SPIEGEL: Führen Sie die Asienkrise also auf Intrigen der Amerikaner zurück?

Ishihara: Der amerikanische Angriff auf Asien begann nach einer Rede des US-Spekulanten George Soros in Tokio im November 1996. Dabei agierte Soros aber nur als Vorhut der US-Regierung. Als Thailand, Indonesien und Südkorea vor dem Kollaps standen, marschierte der IWF als Besatzungsgruppe der Amerikaner ein. Kurz nach Ausbruch der Krise hat Japan die Bildung eines Asienfonds vorgeschlagen. Doch die USA fürchteten - und zwar zu Recht -, daß ein von Japan finanzierter Fonds bedrohte Firmen in den Tiger-Ländern am Leben erhalten würde, statt sie einfach zu zerstören. Daher hat US-Finanzminister Robert Rubin Japans Vorstoß mit chinesischer Hilfe abgeblockt. Damals ist unsere Regierung eingeknickt, aber künftig dürfen wir vor einer Konfrontation mit den USA nicht zurückschrecken - auch im Interesse der übrigen Ostasiaten.“

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-8030822.html

Zurück zu „Stratfor“:

„Strategic Forecasting, Inc (abgekürzt Stratfor) ist ein führender privater US-amerikanischer Think Tank, der Analysen, Berichte und Zukunftsprojektionen zur Geopolitik, zu Sicherheitsfragen und Konflikten in aller Welt anbietet. Täglich veröffentlicht Stratfor Länderberichte sowie Analysen zu globalen und regionalen Konflikten. In seinen Analysen bringt Stratfor nicht nur Hintergrundinformationen zu aktuellen politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen, sondern erschließt aus den Bestimmungsfaktoren einer Konfliktlage oder Ländersituation zugleich Voraussagen für die Zukunft. Dabei sind die Berichte knapp und präzise und kommen schnell auf den „Punkt“. Die Stratfor-Analysen sind als tiefgründige Schnellinformation zu Konfliktlagen, regionalen und Länderentwicklungen nicht nur in journalistischen Kreisen beliebt, sondern auch bei Regierungsinstitutionen, Firmen und wissenschaftlichen Instituten.

Das Expertenteam des Unternehmens besteht aus Politologen, Ökonomen und Sicherheitsexperten, die über „Informanten“ in allen Regionen der Welt verfügen und eine Vielzahl von allgemein zugänglichen und verdeckten Quellen auswerten. Das US-Magazin Barron’s bezeichnete Stratfor aufgrund seiner nachrichtendienstlichen Eigenschaften 2010 als „Schatten-CIA“.

http://de.wikipedia.org/wiki/Stratfor

Die Aufgabe ist also, gute Informationen einzuholen und gute Informationen weiterzugeben. Mensch kann durchaus eine andere Meinung als George Friedman haben, sollte sich aber im Klaren sein, dass er seine Informationen nicht aus der Glaskugel bekommt und dass viele andere wichtige Menschen seine Meinung teilen oder sich von ihm beeinflussen lassen.

Zynisch?

Gerne wird im Zusammenhang mit George Friedman der Ausdruck „zynisch“ gebraucht.

Was ist ein Zyniker? Um James Bacon zu zitieren: „Zyniker sind Realisten, die sich trauen, die Wahrheit zu sagen“.

Das Gegenteil sind Träumer, die sich im Wolkenkuckucksheim befinden und glauben, dass alles gut sei und gut bliebe.

Mit den Aussagen von Träumern lassen sich allerdings keine Planungen machen.

Es ist nicht verwerflich, wenn ein Verein, ein Unternehmen, ein Staat seine langfristigen Ziele definiert und sich fragt, wie er sie erreichen kann. Und sich dabei von Stiftungen oder „Denkfabriken“ helfen lässt.

Nichts anderes tun George Friedman und „Stratfor“.

Rainer Rupp schreibt zu „Stratfor“ Folgendes:

„»Stratfor« verdient mit politischen, ökonomischen und militärischen Risikoeinschätzungen sein Geld. Was die Berichte von westlichen Medien und Regierungsstellen unterscheidet, ist, dass sie die Lage weitaus weniger ideologisch verzerrt und manipuliert wiedergeben, denn die Kunden sind hauptsächlich die Abteilungen in den Großkonzernen, die strategische Investitionsentscheidungen zu fällen haben und deshalb eine realistische Grundlage für ihre Planung brauchen und keine nach politischem Gutdünken gefärbte.“

Entsprechend realistisch fällt auch George Friedmans Bericht über seinen Moskau-Besuch aus:

„Dreh- und Angelpunkt unserer Gespräche waren die Sanktionen, und die Absicht meiner Gesprächspartner war es, zu zeigen, dass Russland dadurch nicht zu einem Politikwechsel gegenüber der Ukraine genötigt werden wird. Die Stärke der Russen liegt darin, dass sie Dinge ertragen, die andere Nationen brechen würden. Und wenn die Russen sich bedroht fühlen, neigen sie dazu, ihre Regierung vorbehaltlos zu unterstützen, egal wie kompetent sie ist. Daher sollte niemand erwarten, dass Sanktionen, egal wie hart sie auch sind, zu einer Kapitulation Moskaus führen werden. Wenn dem so ist, dann geben sich Amerikaner und Europäer über die Auswirkungen ihrer Sanktionen Illusionen hin …

Die Russen werden sich mit einem bestimmten Grad an Autonomie in Teilen der Ostukraine zufrieden geben. Wie viel Autonomie, weiß ich nicht. Sie brauchen eine deutliche Geste, um ihre Interessen zu schützen und ihre Bedeutung zu unterstreichen. Ihr Argument, dass regionale Autonomie in vielen Ländern existiert, ist überzeugend. Aber in der Geschichte geht es um Macht, und der Westen nutzt seine Macht, Russland in die Enge zu drängen. Doch jeder weiß, dass es nichts Gefährlicheres gibt, als einen Bären zu verwunden. Ihn zu töten, ist besser, aber Russland zu töten, hat sich in der Geschichte nicht als einfach erwiesen.

Ich kam mit zwei Erkenntnissen zurück. Eine war, dass Putin in seinem Amt sicherer ist, als ich dachte. Das hat nicht viel zu bedeuten. Präsidenten kommen und gehen. Aber es ist eine Erinnerung daran, dass Entwicklungen, die einen westlichen Führer zu Fall bringen würden, einen russischen möglicherweise unberührt lassen. Zweitens, die Russen planen keine Aggression.

Gleichzeitig hat sich meine allgemeine Analyse bestätigt. Was auch immer Russland an anderen Orten der Welt tun mag, für Russland ist die Ukraine von grundlegender strategischer Bedeutung. Selbst wenn der Osten einen Grad an Autonomie erhielte, würde Russland weiterhin zutiefst besorgt bleiben über die Beziehung der übrigen Ukraine zum Westen. So schwierig dies für Westler zu ergründen ist, die russische Geschichte ist eine Geschichte von »Puffern«. Pufferstaaten bewahren Russland vor westlichen Eindringlingen. Russland will ein Arrangement, in dem die Ukraine zumindest neutral ist.“

https://www.jungewelt.de/2014/12-29/001.php

Um noch mal Rainer Rupp wiederzugeben: „Was die Berichte von westlichen Medien und Regierungsstellen unterscheidet, ist, dass sie die Lage weitaus weniger ideologisch verzerrt und manipuliert wiedergeben“.

Im selben Bericht schreibt George Friedman:

„Ich versuchte, die strategische Perspektive der Vereinigten Staaten zu erklären, die das vergangene Jahrhundert mit der Verfolgung eines einzigen Ziels verbracht haben: In Europa den Aufstieg eines Hegemons zu verhindern, der in der Lage gewesen wäre, westeuropäische Technologie und Kapital mit russischen Ressourcen und Arbeitskräften zu paaren. Um eine entsprechende deutsche Hegemonie zu blockieren, intervenierten die USA 1917 im Ersten Weltkrieg und später wieder im Zweiten Weltkrieg. Im Kalten Krieg war es das Ziel, eine russische Hegemonie in Europa zu verhindern.“

Das geht schon ziemlich stark in die Richtung jener Worte, die momentan für die große Aufregung sorgen.

Deutsche Ziele

Über die Parteigrenzen hinweg werden Ziele definiert. Die Ideengeber sind vorrangig parteinahe und private Stiftungen wie die Bertelsmann-Stiftung ( https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/startseite/ ); die ausführenden Organe sind auch hier die Stiftungen, Parteien, die Regierung, staatsnahe Medien und die jeweiligen „Experten“.

Dem Wurm ist nicht bekannt, dass die Bundesregierung ihre Langfrist-Ziele bekannt gibt, einige dürften aber offensichtlich sein wie diese vier:

Natürliche Ausdehnungsräume

Der Begriff „natürliche Ausdehnungsräume“ stammt von einem Experten (in diesem Fall Historiker). Gemeint sind die Gebiete östlich von Deutschland, siehe http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/110-go-east.html

Deutschland will Kontrolle über die dort liegenden Rohstoffe, eigene Produkte dorthin exportieren und billige Arbeitskräfte für einheimische Firmen – entweder als „verlängerte Werkbank“ oder als Zuwanderer nach Deutschland, um hier die Löhne drücken zu können.

In der Ukraine haben so etwa die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung und die Grünen-nahe Heinrich-Böll-Stiftung massiv am Regime-Wechsel mitgewirkt, siehe

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/57-boxer-aufstand.html

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/143-gipfel-der-dreistigkeit.html

Weltweites Engagement

„Weltweites Engagement“ ist nicht friedlich gemeint, sondern militärisch.

Um Jakob Augstein zu zitieren:

„Aber vor kurzem hat Außenminister Steinmeier gesagt, Deutschland sei "zu groß, um die Weltpolitik nur zu kommentieren". Und Verteidigungsministerin von der Leyen fand: "Wir können nicht zur Seite schauen, wenn Mord und Vergewaltigung an der Tagesordnung sind." Jetzt hat Bundespräsident Gauck auf der Münchner Sicherheitskonferenz noch einen drauf gesetzt und verkündet, Deutschland solle sich "früher, entschiedener und substantieller einbringen". Diese Politiker gebrauchen das Wort Krieg nicht. Aber nichts anderes ist gemeint, wenn Steinmeier von "tätiger Außenpolitik" spricht und Gauck die Deutschen auffordert, "sich der Welt zuzuwenden".

Gauck, Steinmeier, von der Leyen reden vom Krieg. Seit 20 Jahren kämpfen - und sterben - deutsche Soldaten rund um den Globus. Reicht das immer noch nicht?“

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/jakob-augstein-ueber-den-einsatz-von-soldaten-der-bundeswehr-im-ausland-a-950725.html

Angefangen hatte die „tätige Außenpolitik“ mit dem Bruch des deutschen Grundgesetzes, des Völkerrechts und weiterer nationaler und internationaler Abkommen 1999 mit der Bombardierung Jugoslawiens und schon damals mit Hilfe massiv manipulierender Medien, siehe

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/88-bruch-des-voelkerrechts.html

Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft

Also geringere Löhne durch Zuzug von außen. Von innen durch Änderung von Gesetzen, die eine massive Ausweitung der Zeitarbeit zur Folge haben und mit Hilfe der Gewerkschaften, die dafür sorgen, dass es in den letzten 15 Jahren kaum Lohnerhöhungen gab. Wer sich dagegen wehrt, wird medial nieder gemacht, siehe http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/119-niedere-beweggruende.html

Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit des Staates

Massive Kürzungen im Sozialbereich und Erhöhung der Lebensarbeitszeit: kürzeres Abitur, kürzeres Studium, später in Rente gehen.

Mensch kann davon ausgehen, dass sich die Eliten des Landes auf diese und weitere Punkte geeinigt haben. Und braucht sich nicht zu wundern, wenn sämtliche Staatsmedien das Gleiche verbreiten. Egal, ob sie in früheren Zeiten „links“ oder „rechts“ waren.

Alles zum Wohle Deutschlands – aber nicht zum Wohle der Deutschen.

Angelsächsische Offenheit

Dass die USA ihre außenpolitische Ziele haben, ist ja in Ordnung, aber dass darüber öffentlich geredet wird, das finden die Deutschen dann doch etwas merkwürdig.

Mal davon abgesehen, dass eine realistische Einschätzung der Dinge und das Reden darüber das Geschäft von George Friedman ist, sind die angelsächsischen Länder weitaus offener als es hierzulande üblich ist.

Zwar wird dort auch nicht von einem Angriffskrieg geredet, wenn ein Land brutal überfallen wird und Hunderttausende Menschen getötet werden (statt dessen wird von Menschenrechten, Demokratie und Massenvernichtungswaffen gefaselt), aber es gibt dort eine Offenheit, die hier undenkbar ist.

Wenn in den angelsächsischen Ländern seriöse Printmedien falsche Nachrichten verbreiten, wird später in den selben Medien eingeräumt, dass es falsche Nachrichten waren und sie versuchen zu erklären, wie das zustande gekommen ist.

Der US-Senat hat einen Bericht über begangene Folter veröffentlicht. Auch, wenn das noch so inhuman war – es gibt nicht viele Länder, die so einen Bericht über ihre eigenen Machenschaften der Öffentlichkeit vorgelegt hätten.

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/128-reich-der-finsternis.html

Gerade in den USA gibt es gesellschaftlich relevante Gruppen und Einzelpersonen, die nach verdeckten Wahrheiten forschen, ihre Rechte nach Information erstreiten – und es gibt überhaupt diese Rechte auf Information. Hierzu ein paar Beispiele:

„9/11 Truth Movement („Wahrheitsbewegung zum 11. September“) ist eine Sammelbezeichnung für Gruppen und Organisationen in den USA, die die geschichts- und naturwissenschaftlichen Erklärungen der Terroranschläge am 11. September 2001 ganz oder in wesentlichen Teilen bestreiten und stattdessen verschwörungstheoretische Alternativerklärungen anbieten und verbreiten.

Die meisten dieser Gruppen und Organisationen behaupten, dass die US-Regierung und/oder mit ihr verbundene Geheimdienste von den Anschlägen vorher wussten und sie zugelassen (LIHOP: Let it happen on purpose) oder sie sogar aktiv geplant und durchgeführt haben (MIHOP: Make it happen on purpose). Sie präsentieren diese Szenarien als plausible, zum Teil bewiesene Ergebnisse eigener Forschung und verbreiten sie vor allem über das Internet durch professionell aufgemachte Webseiten. Die Initiatoren sind meist Akademiker und Autoren verschwörungstheoretischer Bücher. Als ihr Ziel gilt die Delegitimation sämtlicher offiziellen, amtlich erforschten Ursachen der Anschläge und der daraus abgeleiteten Politik. Dazu fordern sie eine neue, regierungsunabhängige Untersuchung, die ihre Thesen als mögliche Ursachen einbeziehen soll.

Die Anhänger dieser Thesen kommen aus allen Bevölkerungsteilen und organisieren sich in den USA als dezentrale Bürgerbewegung in lokalen und regionalen Untergruppen …

Mehrere Organisationen von Opferangehörigen fordern weiterhin eine unabhängige Untersuchung der Anschläge. Andere fordern eine Neueröffnung der Untersuchung durch den US-Kongress. 2009 appellierten die 9/11 Truth Movement-Aktivistin Lorie Van Auken und andere Opferangehörige an die Stadt New York, die Anschläge nochmals zu untersuchen. Die Organisation New York City Coalition for Accountability Now sammelte Unterschriften, um den Stadtrat von New York City zur Einrichtung einer Untersuchungskommission nach den Wahlen im November 2009 zu veranlassen.“

http://de.wikipedia.org/wiki/9/11_Truth_Movement

„Ein weiteres Beispiel war die Operation Northwoods des US-Militärs von 1962, bei der durch selbst inszenierte Terroranschläge vorgeblich kubanischer Terroristen gegen die USA ein Vorwand für die Invasion Kubas geschaffen werden sollte. Sie wurde jedoch wegen des Widerstands von Präsident John F. Kennedy nicht realisiert. Der Plan kam auf Antrag eines Journalisten auf Basis des Freedom of Information Act 1997 an die Öffentlichkeit. Der Journalist und Geheimdienstexperte James Bamford kommentierte dazu:

„Geheimen und lange unter Verschluss gehaltenen Dokumenten zufolge […] machte und verabschiedete der Vereinigte Generalstab Pläne, die vielleicht die schlimmsten waren, die je von einer US-amerikanischen Regierungsinstanz produziert worden sind. Im Namen des Antikommunismus schlugen die Militärs einen geheimen und blutigen Terrorkrieg gegen ihr eigenes Land vor, um die amerikanische Öffentlichkeit für den irrwitzigen Krieg zu gewinnen, den sie gegen Kuba führen wollten.““

http://de.wikipedia.org/wiki/Falsche_Flagge

„Der Freedom of Information Act (FOIA) gibt jedem das Recht, Zugang zu Dokumenten der Exekutive (der Regierung) der Vereinigten Staaten zu verlangen. Das Gesetz wurde am 4. Juli 1966 von Präsident Lyndon B. Johnson unterzeichnet und trat ein Jahr später in Kraft. Der Johnson-Regierung gelang es, die Gesetzesvorlage, über die seit langem diskutiert worden war, so weit zu verwässern, dass das Gesetz kaum praktische Auswirkungen hatte. Erst die Novellierung von 1974 machte das Gesetz zu einem wirksamen Instrument.

Trotz Einschränkungen verpflichtet der FOIA die staatlichen Einrichtungen, der Öffentlichkeit größtmöglichen und umfassenden Zugang zu den Informationen zu gewährleisten. Den Personen, denen der Zugang zu den Aufzeichnungen verweigert wird, stehen administrative und richterliche Rechtsmittel zur Verfügung.

Die verlangten Aufzeichnungen müssen dargelegt werden, es sei denn, sie fallen unter den Schutz einer oder mehrerer der befreiten Kategorien, die im FOIA enthalten sind.“

http://de.wikipedia.org/wiki/Freedom_of_Information_Act

http://www.diss.fu-berlin.de/diss/receive/FUDISS_thesis_000000000613

Bei allem kriminellen und inhumanen Scheiss, den die USA verzapfen: es gibt gerade dort Menschen, die sich darüber aufregen und sich dagegen wehren. Die müssen zwar damit rechnen, im Gefängnis zu landen, im ausländischen Asyl zu leben oder gesellschaftlich geächtet zu sein. Aber es gibt sie. Auch ehemalige Geheimdienst-Mitarbeiter, denen die Werte ihres Landes mehr bedeuten als die aktuelle Regierung. Siehe

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/136-wahre-patrioten.html

„„Es herrscht Klassenkrieg, richtig. Aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt. Und wir gewinnen.“ so der Multimilliardär Warren Buffett, Hedgefonds-Manager und drittreichster Mensch der Welt.“

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/120-reichtum-fuer-alle.html

Ein brutaler Satz, aber einer, der stimmt.

Bei aller Kritik: gibt es einen deutschen „Freedom of Information Act“? Wie viele Einzelpersonen und Gruppen gibt es in Deutschland, die auf der Suche nach Information bzw. Wahrheit sind? Welche ehemaligen deutschen Geheimdienst-Mitarbeiter gehen an die Öffentlichkeit und teilen mit, dass die aktuelle Regierung Lügen verbreitet? Welche deutsche Kapitalisten sagen offen, welches ihre Ziele gegenüber den Ärmeren sind?

Omertà

In den USA kann jeder wissen, welche Gehälter und Nebeneinnahmen ihre Politiker haben. Vor allem, über welches Vermögen sie verfügen. Dies wird in Deutschland verhindert unter den Stichworten „Datenschutz“ und „Neiddebatte“.

Mal davon abgesehen, dass auf den Datenschutz von den Parlamentariern ansonsten recht wenig Wert gelegt wird, zeigt die befürchtete „Neiddebatte“, um was für ein Volk von Neidern und Kleingeistern es sich hier handelt.

Auch im Privatleben wird über Einkommen und Vermögen kaum geredet. Mensch frage mal in seinem Bekanntenkreis, was die Leute denn verdienen oder sage selbst, was er verdient – meistens wird er ein betretenes Schweigen zu hören bekommen.

In Deutschland treiben sie die Nicht-Offenlegung der Gelder sogar so weit, dass ein Parlamentarier wg. Bestechlichkeit nicht belangt werden kann:

„In Deutschland ist die Abgeordnetenbestechung seit 1994 ein Straftatbestand, der in § 108e Strafgesetzbuch geregelt ist. Dabei wird vom Tatbestand sowohl die aktive als auch die passive Bestechung mit Strafe bedroht. Der Straftatbestand bezieht sich aber einzig auf den Kauf von Stimmen

Deutschland hat die UN-Konvention gegen Korruption 2003 unterzeichnet, aber bisher (2012) nicht ratifiziert. 2008 kam der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages für Zivil-, Straf- und Verfahrensrecht zu dem Schluss, dass eine Erweiterung und Verschärfung der bisherigen Regelung des Strafgesetzbuches notwendig ist.

2012 forderten 26 der 30 DAX-Unternehmen die Ratifizierung der Konvention. Die Regierungskoalition lehnt dies ab, da mit der Ratifizierung des Antikorruptionsabkommens die freie Mandatsausübung in Gefahr wäre. Im Januar 2013 forderte die Rechtswissenschaftlerin Elisa Hoven in der Zeitschrift für Internationale Strafrechtsdogmatik, „das bislang symbolische Korruptionsstrafrecht durch eine rechtlich überzeugende und praktisch nutzbare Regelung zu ersetzen“.

Nachdem am 1. März 2013 Siegfried Kauder (CDU/CSU), Burkhard Lischka (SPD), Raju Sharma (Die Linke) und Jerzy Montag (Bündnis 90/Die Grünen) einen interfraktionellen Vorschlag präsentierten, und sich aus den Reihen der Regierungsfraktion einige weitere Abgeordnete wie Ernst Hinsken (CSU), Siegfried Kauder (CDU), Norbert Lammert (CDU), Ruprecht Polenz (CDU) und Uwe Schummer (CDU) für die Notwendigkeit einer Gesetzesänderung ausgesprochen hatten, wurde ein von SPD und Grüne eingebrachter Vorschlag vom Bundestag in namentlicher Abstimmung mehrheitlich von CDU und FDP am 27. Juni 2013 abgelehnt. SPD und Grüne wollten eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren für Abgeordnetenkorruption.

In der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gab es auch im August 2013 bislang keinen Konsens zur Unterstützung der Raftifizierung. Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer warb um eine Ratifizierung und hat die aktuelle Situation als „nicht imagefördernd“' bezeichnet, dass Deutschland die Konvention bislang nicht ratifiziert hat und sich damit in Gesellschaft mit Ländern wie Syrien, Sudan und Nordkorea befindet. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Bundestagsfraktion Michael Grosse-Brömer (CDU) erklärte am 10. August 2013, es bestünden „nach wie vor erhebliche verfassungsrechtliche Bedenken“.

Der Straftatbestand der Abgeordnetenbestechung ist in der jetzigen Fassung praktisch weitgehend bedeutungslos.“

http://de.wikipedia.org/wiki/Abgeordnetenbestechung

„Omertà bezeichnet im engeren Sinne die Schweigepflicht der Mitglieder der Mafia und ähnlicher krimineller Organisationen gegenüber Außenstehenden und ist Teil des Ehrenkodex der Organisation …

Die Omertà verbietet es Mitgliedern der Vereinigung, mit Nicht-Angehörigen über interne Angelegenheiten zu sprechen. Der in der Öffentlichkeit wahrgenommene Teil dieser Regel bezieht sich auf die beobachtbare Aussageverweigerung gegenüber staatlichen Organen, insbesondere Polizei und Justiz, d. h., es werden nicht nur keine Aussagen über die Aktivitäten der Organisation gemacht, sondern die Existenz der Gruppe oder die Zugehörigkeit wird verschwiegen oder sogar aktiv verleugnet …

Das Schweigeprinzip der Omertà geht aber über diese Abschottung nach außen hinaus und ist auch eine Abschottung nach innen, d. h., auch innerhalb der Organisation verfügen rangniedrige Mitglieder nie über vollständige Informationen. Da die Kommunikationswege streng hierarchisch sind, d. h. die Befehlskette grundsätzlich nicht umgangen wird, unterstützt die Omertà diese Abschottung nach oben.“

http://de.wikipedia.org/wiki/Omert%C3%A0

Die „Omertà“ ist nicht nur typisch für die Mafia, sondern auch für die Deutschen. Es gibt Themen, über die wird nicht ernsthaft geredet. Dazu gehören etwa Vermögen, Religion oder Sex. Selbst dann, wenn etwas offensichtlich ist, wollen die nichts davon wissen.

Ein schönes Beispiel liefert der „Bild“-Kommentator Franz Josef Wagner, ohnehin nicht der Hellste im großen Lampenladen. Er kommentiert das „Geständnis“ von Helmut Schmidt, jahrelang seine mittlerweile verstorbene Frau betrogen zu haben. Nachdem das schon ein paar Wochen vorher von anderer Seite öffentlich gemacht wurde, sah sich Helmut Schmidt wohl gezwungen, seine eigene Sicht der Dinge darzulegen. Hier ist der Kommentar von Franz Josef Wagner:

„Lieber Helmut Schmidt,

für Kinder sind Eltern Helden.

Dass Eltern Sex haben, wollen die Kinder nicht hören und wissen. Ich hasse Ihre Bekenntnisse, dass Sie Ihre Ehefrau Loki betrogen haben.

Eltern sind makellos, heilig in der Liebe.

Ich will Ihr Geständnis nicht lesen, dass Sie Loki betrogen haben, jahrelang. Dass Sie einer anderen Frau Ihre Liebe geschenkt haben.

Was für eine tapfere Frau war Loki Schmidt, dass sie das alles ertrug.“

http://www.bild.de/news/standards/franz-josef-wagner/lieber-helmut-schmidt-40025382.bild.html

Meistens sind sie oberflächlich, vermeiden für sie unangenehme Themen und wenn mensch ihnen eine ihrer Frage entsprechend ernsthafte Antwort gibt, kommt gleich „so genau wollte ich das jetzt auch nicht wissen“. Nicht wenige haben kein Problem, auf sozial Schwächeren herumzuhacken und sie fertigzumachen, aber konkret eine Frage zu stellen (und wenn es um noch so banale Dinge geht), das überfordert oft schon ihren Mut. Siehe auch http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/23-big-brother-is-watching-you.html

Ein typisches Beispiel dafür, ja nichts zu sagen und ja nicht anzuecken, bietet das beliebte Volkslied „Die Gedanken sind frei“. Hier ist der Text:

„1. Die Gedanken sind frei,

 wer kann sie erraten,

 sie fliehen vorbei

 wie nächtliche Schatten.

 Kein Mensch kann sie wissen,

 kein Jäger erschießen,

 es bleibet dabei:

 die Gedanken sind frei.

 

 2. Ich denke, was ich will,

 und was mich beglücket,

 doch alles in der Still,

 und wie es sich schicket.

 Mein Wunsch und Begehren

 kann niemand verwehren,

 es bleibet dabei:

 die Gedanken sind frei.

 

 3. Ich liebe den Wein,

 mein Mädchen vor allen,

 sie tut mir allein

 am besten gefallen.

 Ich bin nicht alleine

 bei meinem Glas Weine,

 mein Mädchen dabei:

 die Gedanken sind frei.

 

 4. Und sperrt man mich ein

 im finsteren Kerker,

 das alles sind rein

 vergebliche Werke;

 denn meine Gedanken

 zerreißen die Schranken

 und Mauern entzwei:

 die Gedanken sind frei.

 

 5. Drum will ich auf immer

 den Sorgen entsagen

 und will mich auch nimmer

 mit Grillen mehr plagen.

 Man kann ja im Herzen

 stets lachen und scherzen

 und denken dabei:

 die Gedanken sind frei.“

http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Gedanken_sind_frei

https://www.youtube.com/watch?v=ue6Fch0fMCs

Das gilt bei denen allen Ernstes als „Revolutions-Lied“!

Ein Deutscher sollte einem Franzosen lieber nicht erzählen, welche Zeilen in Deutschland als so richtig revolutionär gelten:

„Ich denke, was ich will,

und was mich beglücket,

doch alles in der Still,

und wie es sich schicket.“

Ein viel besseres Beispiel für die schafsmäßige Ergebenheit der Deutschen lässt sich kaum finden.

Die Österreicher gehören da aber auch dazu. Der Wurm hat eine richtig gute Rede des Schauspielers Stephan Bartunek während einer Montagsdemo vor dem österreichischen Parlament in Wien vom letzten Jahr entdeckt. Richtig gut. Da hält der gute Mann eine aufmüpfige Rede. Und womit endet er? Er singt „Die Gedanken sind frei“ und ein Teil der Demonstranten singt mit. Das sind wahre Revoluzzer!

https://www.youtube.com/watch?v=LuJAmCD8VPA

Wenn es nicht so traurig wäre, wäre es zum Lachen. Der Kabarettist Alfons macht das Revolutionäre im Deutschen deutlich:

„Ihr solltet vielleicht ein bisschen mehr protestieren. Sehen Sie, wie das in Frankreich geht, zum Beispiel in Frankreich die Bauern, wenn die richtig genervt sind, dann die kippen ihr Gemüse vor das Finanzamt. Aber das kann man in Deutschland nicht wirklich machen, dann würde man sofort Ärger kriegen, nein, das ist keine Ausladezone und so, aber machen Sie was wie Molotow-Cocktail auf das Finanzamt, auf die Behörden. Na, Molotow-Cocktail ist schwierig in Deutschland, weil da muss man schnell hin rennen und das Ding wieder holen, na, wegen dem Flaschenpfand.

In Deutschland, wenn man demonstrieren will, es gibt Vorschriften. Also wirklich, in Deutschland viele Dinge sind vorgeschrieben. Ich habe die Vorschriften gelesen, das ist lustig: Zum Beispiel, wenn man eine Demonstration machen will und man will Transparente hoch halten, ist es vorgeschrieben, wie lange die Stöcke der Transparente sein sollen.

In Deutschland, wenn du eine Demonstration machen willst, das musst du fristgerecht vorher anmelden. Ja, für euch ist das normal, aber in Frankreich wäre das eine Riesen-Pointe. Fristgerecht anmelden – wie macht ihr das? Ihr geht zum Ordnungsamt und ihr sagt „guten Tag, an dem Tag soundso ab 14.00 Uhr möchte ich sehr wütend sein und sehr aufgebracht“? Und dann sagen sie „ja, das wär‘ kein Problem, dafür haben wir ein Formular, bitte schön“.“

Ab Minute 42: https://www.youtube.com/watch?v=wvAYTOSFhRU

Geopolitik

Zbigniew Brzezinski

George Friedman ist nicht der einzige, der kein Blatt vor den Mund nimmt. Zbigniew Brzezinski gehört auch dazu:

„Zbigniew Kazimierz Brzeziński (* 28. März 1928 in Warschau) ist ein polnisch-US-amerikanischer Politikwissenschaftler und zählt mit Henry Kissinger und Samuel Phillips Huntington (2008 verstorben) zu den grauen Eminenzen unter den US-amerikanischen Globalstrategen. Er war 1966-1968 Berater Lyndon B. Johnsons und von 1977 bis 1981 Sicherheitsberater von US-Präsident Jimmy Carter. Sein Einfluss auf die Außenpolitik Barack Obamas ist umstritten. Er ist Professor für US-amerikanische Außenpolitik an der School of Advanced International Studies (SAIS) der John Hopkins University in Washington, D.C., Berater am „Zentrum für Strategische und Internationale Studien“ (CSIS) in Washington, D.C. und Autor renommierter politischer Analysen. Daneben betätigt er sich als Berater für mehrere große US-amerikanische und internationale Unternehmen.“

http://de.wikipedia.org/wiki/Zbigniew_Brzezi%C5%84ski

Zbigniew Brzezinski kann mit Fug und Recht behaupten, die Welt zu kennen und dass ohne ihn diese Welt wesentlich anders aussehen würde. Unter anderem dadurch, dass er die Sowjetunion in die Afghanistan-Falle lockte und al Qaida mit aufbauen half. Ein Video zeigt ihn im Trainingscamp von islamistischen Milizen (bevor die säkulare Regierung Afghanistans die Sowjetunion bat, ihr gegen diese zu helfen) und Fotos zeigen ihn zusammen mit Osama bin Laden:

https://www.youtube.com/watch?v=iGgPTFzZFxI

https://www.google.de/search?q=brzezinski+osama+bin+laden&biw=1280&bih=676&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ei=TwUPVebzJoOyUa2mgVg&ved=0CAYQ_AUoAQ

Wer verstehen will, was gerade in der Ukraine passiert bzw. die letzten Jahre über passiert ist, sollte sein Buch „Die einzige Weltmacht - Amerikas Strategie der Vorherrschaft“ aus dem Jahr 1997 lesen. Etwa folgende Zitate:

»Weder Frankreich noch Deutschland ist stark genug, um Europa nach seinen Vorstellungen zu bauen oder mit Russland die strittigen Probleme zu lösen, die eine Festlegung der geographischen Reichweite Europas zwangsläufig aufwirft. Dies erfordert ein energisches, konzentriertes und entschlossenes Einwirken Amerikas besonders auf die Deutschen, um die Ausdehnung Europas zu bestimmen und um mit – vor allem für Russland – derart heiklen Angelegenheiten wie dem etwaigen Status der baltischen Staaten und der Ukraine innerhalb des europäischen Staatenbundes fertigzuwerden.«

»Folgerichtig ist die politische und wirtschaftliche Unterstützung der neuen unabhängigen Schlüsselstaaten ein fester Bestandteil einer umfassenderen Strategie für Eurasien. Die Konsolidierung einer souveränen Ukraine, die sich inzwischen als mitteleuropäischer Staat versteht und sich an einer engeren Integration mit Mitteleuropa beteiligt, ist eine ganz wesentliche Komponente einer solchen Politik.«

Die Partei Die Linke hat die wichtigsten Zitate Zbigniew Brzezinskis wg. Ukraine hier aufgeführt:

http://www.die-linke.de/partei/zusammenschluesse/kommunistische-plattform-der-partei-die-linke/mitteilungen-der-kommunistischen-plattform/detail/artikel/die-einzige-weltmacht-amerikas-strategie-der-vorherrschaft/

Die Bedeutung dieses Werkes ist auch in diesem kurzen Video zu sehen, in dem sich Egon Bahr, Sahra Wagenknecht und Dirk Müller dazu äußern:

https://www.youtube.com/watch?v=FPt1DFSDquQ

Ein Artikel von „Wikipedia“ beschäftigt sich ausführlich mit dem Buch:

http://de.wikipedia.org/wiki/Die_einzige_Weltmacht:_Amerikas_Strategie_der_Vorherrschaft

Es ist auch ganz als pdf zu lesen:

http://www.attac-leipzig.de/allg/material/2014/Die%20einzige%20Weltmacht.pdf

Und in einem längeren Video werden Teile des Buches zitiert:

https://www.youtube.com/watch?v=W9rr1S5RDpo

Es wird nicht jedem gefallen, was strategische Denker wie Zbigniew Brzezinski oder George Friedman von sich geben – aber diese (wie auch andere) gehen mit den Dingen weitest gehend offen um, bieten Diskussions-Grundlagen und stellen sich der Kritik.

Wo bitte werden die deutschen Ziele definiert, wo sind sie nieder geschrieben, wo werden sie diskutiert?

In ihrer Dokumentation „Schachmatt - Strategie einer Revolution oder Fallstudie amerikanischer Politik“ beleuchtet Susanne Brandstätter, wie die Rumänische Revolution von 1989 über viele Jahre hinweg von ausländischen Geheimdiensten vorbereitet wurde. Die Gesprächspartner (aktive, verantwortliche Menschen wie der damalige ungarische Ministerpräsident Miklos Nemeth) sind sehr offen bis dahin, dass sie zugeben, „eigene“ Leute getötet zu haben, um diese Aktion der rumänischen Regierung in die Schuhe schieben zu können.

Bezeichnend ist, dass diese Gesprächspartner weder aus Deutschland noch aus Österreich kamen (sie kamen aus den USA, Frankreich, Ungarn und Rumänien), obwohl beide Länder an der Vorbereitung der Revolution beteiligt waren.

https://www.youtube.com/watch?v=m7BEenUr6ZQ

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/129-sir-ceausescu.html

Um mit den Worten Franz Josef Wagners zu schreiben: Dass Eltern Sex haben, wollen die Deutschen nicht hören und wissen. Dass der deutsche Geheimdienst Taten vollbringt, wollen sie auch nicht hören und wissen, ja, sie wollen noch nicht mal davon wissen, dass es den überhaupt gibt.

Wer nichts sieht, hört und weiss, braucht sich auch keine Gedanken über etwas zu machen. Mit der Folge, dass die Ansicht vorherrscht, dass „wir“ „die Guten“ sind und ausschließlich das Gute, Wahre, Edle, Schöne wollen.

Außenpolitisch will Deutschland entsprechend auch nur das Gute: Frieden in der Welt und friedlich seinen Handel treiben.

Für Händel und Menschenrechts-Verletzungen in der Welt werden gerne die USA verantwortlich gemacht. Das ist nicht falsch; auch der Wurm hat sich mehrfach seine Gedanken darüber gemacht, etwa hier:

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/34-feinde-syriens.html

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/100-das-gute-an-der-boesen-diktatur.html

Aber: was die USA auch immer gemacht haben – immer waren die westlichen Staaten dabei und immer war Deutschland dabei.

„Eu-nuchen“ von Ken Jebsen

Zbigniew Brzezinski ist ein mit altem Denken behafteter klassischer Kalter Krieger, der wichtige nicht-konventionelle Sachen nicht sieht bzw. nicht darüber schreibt. Dazu gehört die für die USA äußerst wichtige Dollar-Öl-Bindung. Wer in der Vergangenheit daran rüttelte, konnte von kriegerischen Aktionen und baldigem Ableben rechnen wie Saddam Hussein und Muammar al-Gaddafi.

Einer, der sich in seinen Beiträgen über Geo-Politik Gedanken macht, ist Ken Jebsen. Hier ein Beitrag zum Anhören vom März 2014 über den Krim- und Ukraine-Konflikt:

https://www.youtube.com/watch?v=Y661vJDREnI

Und hier ist der gesamte Beitrag zum Lesen:

„Wer nicht ausschließlich NATO-Propaganda-Presse konsumiert weiß, dass das alles nur Teil einer perfiden Hetze ist. Diese Hetze soll die Ukraine gegen Russland aufbringen. Diese Hetze soll dafür sorgen, dass es zwischen Russland und der Ukraine zu einer militärischen Auseinandersetzung kommt. Diese Auseinandersetzung soll dafür sorgen, dass die NATO einschreiten „muss“. Dieses „Einschreiten“ soll dafür sorgen, dass die Ukraine vom eunuchischen Teil Europas geschluckt werden kann.

Dieser EU-nuchische Teil steht unter der Kontrolle seines Herren USA.

Die USA mögen keine Konkurrenz. Schon gar nicht auf dem geopolitischen Schachbrett der Macht. Lange schien es so, als hätten sie das Spiel gewonnen, nur dieser Eindruck täuschte.

Die UDSSR gibt es nicht mehr. Aber es gibt die Russische Föderation. Diese Föderation solo kann mit den USA auf kaum einem Gebiet mithalten, aber sie ist nicht allein. Die Russische Föderation hat gute Freunde. China, um nur den wichtigsten Player zu nennen.

Zwischen Peking und Moskau gibt es zahlreiche Beziehungen und Verträge. Der verheerendste für die USA ist dann aber der Deal, russisches Gas und russisches Öl nicht - wie weltweit üblich - in US-Dollar abzurechnen, sondern in Rubel oder Yuan, oder durch Tausch.

Die Rohstoffbörse in St. Petersburg ist der Wallstreet ein Dorn im Auge, denn hier wird die Dollar-Öl-Bindung, die seit 1971 existiert und von den USA mit der OPEC, allen voran den Saudis, festgezurrt wurde, missachtet.

Das ist eine Kriegserklärung an den Dollar, und damit an das gesamte System USA. Dieses System lebt davon, die Währungen fast aller Länder der Welt über den Dollar zu manipulieren.

Der Dollar selber ist schon lange nicht mehr das Papier wert, auf dem er gedruckt wird. Nur, ohne Dollar war es bisher fast unmöglich, sich auf dem Rohöl- und Gasmarkt mit beiden Rohstoffen einzudecken. Ohne Öl und Gas gehen aber bei allen Volkswirtschaften nicht nur die Lichter aus - die ganze Volkswirtschaft bricht zusammen.

Putin hat also das Dollarmonopol gebrochen. Das kann er, denn die Russische Föderation ist militärisch stark und kann sich und ihre Handelsrouten verteidigen.

Noch!

Die russische Marine ist dabei der Backbone. Sie wird vor allem über die Marinebasen Tartus in Syrien und Sewastopol auf der noch ukrainischen Krim versorgt.

http://www.dw.de/marine-experte-krim-ist-russlands-sprungbrett-ins-mittelmeer/a-17463353

Syrien befindet sich im Ausnahmezustand. Aber auch erst seit Bashar al-Assad begann, das Angebt Putins anzunehmen und syrisches Öl an Russland gegen Rubel zu verkaufen. Mit diesem Schritt wurde Syrien zum Ziel der USA, das es galt, auszuschalten.

Das erste, was wir erleben werden, wenn Syrien fällt und der NOCH-Marinehafen der Russen, das syrische Tartus, fällt, ist, dass die US-Navy dort vor Anker gehen wird. Und dass Schluss sein wird mit dem Rubel-Spuk. Dann wird wieder, wie im Rest des Mittleren Ostens, der US-Dollar als einzige Währung, mit der es möglich ist, Öl und Gas zu kaufen, durchgesetzt.

Tartus (Syrien) im Mittelmeer und Sewastopol (Ukraine) im Schwarzen Meer, gehören zusammen.

Sie sind die Hauptversorgungsposten der russischen Marine. Wenn sie wegfallen, muss Moskau geopolitisch nicht einpacken, aber es wäre erheblich schwerer, den USA Paroli zu bieten. Der russische Handel mit Europa, dem Mittleren Osten, China und anderen Regionen wäre erheblich behindert oder aber unmöglich, da andere russische Häfen nicht das ganze Jahr über genutzt werden können. Sie sind über mehrere Monate im Jahr zugefroren.

Darum, NUR DARUM, geht es auf der Krim. Russland und die Russische Föderation soll zurückgedrängt werden. Und wenn dazu ein Krieg vom Zaun gebrochen werden muss.

Die aus Übersee gelenkte EUnuchen-Presse in Europa agiert dann entsprechend, und unternimmt in den letzen Wochen alles, wirklich alles, um DEN Russen als solches, und Putin im Speziellen, als Barbaren, als Untermenschen darzustellen.

Der Vergleich Putin/Hitler wurde von Ex-US-Außenministerin Hillary Clinton bereits getätigt. Öffentlich.

https://www.youtube.com/watch?v=c2rbqCda3A0

Was noch aussteht, ist Russen mit Ungeziefer gleichzusetzen. Joseph Goebbels war nie weg.

Kommen wir zu Hillarys Hitlervergleich. Was die Dame zu erwähnen vergessen hat ist, dass ihr ab-und-zu-Gatte, der ehemalige US-Präsident Bill Clinton, als Lobbyist bei Noble Energy arbeitet.

http://972mag.com/bill-clinton-tried-to-dismantle-israeli-natural-gas-revenue-committee/69394/

Die US-Firma Noble Energie ist ein direkter Konkurrent zum russischen Energieriesen Gazprom.

http://www.nobleenergyinc.com/

http://www.gazprom.de/

Dämmert es, wer bei diesem ganzen Krim-Krimi die Strippen zieht?

Und ganz vorne mit dabei: Die DEUTSCHE PRESSE.“

https://www.facebook.com/KenFM.de/posts/10151935958616583:0

Die Fünfte Kolonne

„Als Fünfte Kolonne werden heimliche, subversiv tätige oder der Subversion verdächtige Gruppierungen bezeichnet, deren Ziel der Umsturz einer bestehenden Ordnung im Interesse einer fremden aggressiven Macht ist.

Der Begriff Fünfte Kolonne wurde 1936 im spanischen Bürgerkrieg geprägt, als er Anhänger der Aufständischen bezeichnete, die nach dem Putsch in den von der Regierung kontrollierten Gebieten verblieben waren, um dort bei Bedarf in Aktion zu treten. Der spanische General Emilio Mola, einer der militärischen Führer des Militärputsches gegen die Republik, hatte verkündet, er werde vier Kolonnen gegen Madrid führen; die Offensive einleiten werde jedoch „die fünfte Kolonne“, nämlich jene Schar in Madrid lauernder Anhänger Francos.“

http://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%BCnfte_Kolonne

Um George Friedman zu zitieren: „Die alten Römer haben auch keine riesigen Armeen in entlegene Regionen entsandt, sondern sie haben pro-römische Könige dort eingesetzt. Und diese Könige waren verantwortlich für die Aufrechterhaltung des Friedens, z. B. Pontius Pilatus. Also Imperien, die versuche, das ganze Imperium selbst zu regieren, scheitern, wie es mit dem Nazi Imperium der Fall war. Niemand hat soviel Macht. Da muss man schon klug vorgehen.“

Und wie geht mensch klug vor, wenn er die Politik der USA bestimmen könnte? Er sorgt dafür, dass die Politik in den „Vasallen-Staaten“ (wie sie Zbigniew Brzezinski bezeichnet) von pro-amerikanischen Politikern und pro-amerikanischen Medienleuten bestimmt wird.

Wie so etwas in der Praxis abläuft, schreibt Alexandra Bader in ihrer Beschreibung des Buches "Das waren die Grünen" von Jutta Ditfurth:

„Schritt für Schritt kamen aber auch Opportunisten - je mehr Eintreten für die Partei auch bedeutete, Karriere machen zu können. Dieser Gefahr waren sich die GründerInnen durchaus bewusst, konnten aber nicht ahnen, dass der Anpassungsprozess wesentlich schneller als befürchtet erfolgen würde. Was vielleicht auch andere Ursachen hat, wie Ditfurth andeutet: so gab ihr als Parteisprecherin nach erfolgreicher Bundestagswahl 1987 das US-Außenministerium zu verstehen, man wolle sie "näher kennenlernen", was sie als eine ihrerseits "äußerst unerwünschte" Kontaktaufnahme der CIA verstand. Schließlich wurde eine Vortragsreise Ditfurths in den USA genützt, bei der sie einmal vor einem "sonderbaren Publikum" referierte - unter anderem VertreterInnen der Deutschland-Abteilung der CIA, von NATO- und US-Militär, von republikanischen Think-Tanks und State Department. Sie sprach NATO-kritisch über deutsche und US-Außenpolitik und wurde dann von einem hohen Offizier "angebrüllt": "ohne Zustimmung der USA hätte es die Grünen nie gegeben!" …

Ditfurth und die anderen, medial und seitens der "Realos" als "Fundis" titulierten Vorstandsgrünen wurden dann im nächsten Jahr durch einen angeblichen Finanzskandal zu Fall gebracht. Tatsächlich hatte sich niemand etwas zuschulden kommen lassen, aber die Medien machten bei der Skandalisierung mit. Nach dem Motto "Wo Rauch ist, muss Feuer sein" …

Von den zentralen Forderungen der BürgerInneninitiativen und der aus ihnen 1980 entstandenen Grünen ist nahezu nichts übriggeblieben …

Ditfurth beschreibt auch, dass sich deutsche Medien wundern, ob Washington einen "Ex-Revoluzzer" als Außenminister akzeptieren würde. Was wiederum US-Medien amüsierte, denn eine Sprecherin des State Department meinte, die Grünen seien für "uns" keine unbekannte Größe, und Fischer keine Überraschung. Man hat ihn also, folgert Ditfurth, längst durchleuchtet - was man mit ihr ja auch versucht hatte - wobei sie es als "Sache der linken Überzeugung und der persönlichen Würde" sieht, "sich dieser Anmaßung nicht zu unterwerfen".“

http://www.ceiberweiber.at/index.php?type=review&area=1&p=articles&id=215

Wie sehr die deutschen Leitmedien von den USA unterwandert sind, zeigte der Medien-Wissenschaftler Uwe Krüger in seinen Werken, vor allem in „Meinungsmacht. Der Einfluss von Eliten auf Leitmedien und Alpha-Journalisten – eine kritische Netzwerkanalyse“.

„Ausgangsthese Krügers ist „dass eine konsensuell geeinte Elite in wichtigen Fragen (Krieg und Frieden, makroökonomische Ordnung) gegen die Interessen eines Großteils der Bevölkerung regieren kann und dass journalistische Eliten zu stark in das Elitenmilieu eingebunden sein könnten, um noch als Anwälte des öffentlichen Interesses kritisch-kontrollierend zu wirken.““

http://de.wikipedia.org/wiki/Uwe_Kr%C3%BCger

Uwe Krüger im Video bei einem Vortrag zum Thema:

https://www.youtube.com/watch?v=xzGb7tyzaCM

Im April 2014 visualisierte die Sendung „Die Anstalt“ Uwe Krügers Forschungs-Ergebnisse, was der Wurm damals als „Sternstunde“ beschrieb:

https://www.youtube.com/watch?v=5_c2-Yg5spU

http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/95-kriegshetzer.html

Peter Scholl-Latour im September 2013:

“So lupenrein ist unsere Demokratie auch nicht mehr….wenn man  allein die Herrschaft der Medien betrachtet, da gibts eben doch sehr  starke Beeinflussungen…die Einseitigkeit, die Irreführung der öffentlichen Meinung, hat man ja am Beispiel Syrien gesehen, das ist  ein konzentrierter Beschuss….”

https://propagandaschau.wordpress.com/2013/09/05/peter-scholl-latour-beklagt-westliche-desinformation/

Aus der „Zeit“ vom Dezember 2014:

„Mehr als 60 Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Medien warnen in einem Aufruf eindringlich vor einem Krieg mit Russland und fordern eine neue Entspannungspolitik für Europa. Ihren Appell richten sie an die Bundesregierung, die Bundestagsabgeordneten und die Medien …

Wir appellieren an die Medien, ihrer Pflicht zur vorurteilsfreien Berichterstattung überzeugender nachzukommen als bisher. Leitartikler und Kommentatoren dämonisieren ganze Völker, ohne deren Geschichte ausreichend zu würdigen. Jeder außenpolitisch versierte Journalist wird die Furcht der Russen verstehen, seit NATO-Mitglieder 2008 Georgien und die Ukraine einluden, Mitglieder im Bündnis zu werden. Es geht nicht um Putin. Staatenlenker kommen und gehen. Es geht um Europa. Es geht darum, den Menschen wieder die Angst vor Krieg zu nehmen. Dazu kann eine verantwortungsvolle, auf soliden Recherchen basierende Berichterstattung eine Menge beitragen.“

http://www.zeit.de/politik/2014-12/aufruf-russland-Dialog

Von der „Zeit“ mal abgesehen, in der dieser Appell zuerst abgedruckt wurde, werden die Leser, Seher und Hörer der Staats-Medien davon recht wenig mitbekommen haben. Gar nichts dürften sie davon mitbekommen haben, dass die USA die Europäer zu Sanktionen gegen Russland gezwungen hatten:

„Bei einer Rede an der Kennedy School of Government an der Universität Harvard hat US-Vizepräsident Joe Biden erstmals die Wahrheit über die Sanktionen gegen Russland gesagt: Demnach wollte die EU keine Sanktionen verhängen und wurde von Obama gezwungen, dem Kurs der Amerikaner zu folgen. Das Weiße Haus dokumentiert die Rede stolz im vollen Wortlaut.

Biden sagte wörtlich:

„Wir haben Putin vor die einfache Wahl gestellt: Respektieren Sie die Souveränität der Ukraine oder Sie werden sich steigender Konsequenzen gegenübersehen. Dadurch waren wir in der Lage, die größeren der entwickelten Staaten dazu zu bringen, dass Russland zahlen werde müssen.

Es ist wahr, dass sie das nicht tun wollten. Aber wiederum war es die Führungsrolle Amerikas und die Tatsache, dass der Präsident der Vereinigten Staaten darauf bestanden hat – ja Europa des Öfteren fast sagen musste, dass ihre Haltung eine Schande sei – sich zu erheben und wirtschaftliche Nachteile einzustecken, um dafür zu sorgen, dass die Russen dafür bezahlen müssen. Und die Folgen waren eine massive Kapitalflucht aus Russland, ein regelrechtes Einfrieren von ausländischen Direktinvestitionen, der Rubel auf einem historischen Tiefststand gegenüber dem Dollar, und die russische Wirtschaft an der Kippe zu einer Rezession.“

Diese Darstellung belegt, dass die Staats- und Regierungschefs demnach gegen ihren Willen und im Wissen, dass sie ihren eigenen Bürgern Schaden zufügen werden, sich einem amerikanischen Diktat unterworfen haben.

Die Rede Bidens ist in mehrfacher Hinsicht von historischer Bedeutung: Der Vizepräsident, der durch das berufliche Engagement seines Sohnes bei einem ukrainischen Energiekonzern seit langen mit dem Vorwurf leben muss, private eigene Interessen in der Ukraine-Politik zu vertreten, hat ganz klar zum Ausdruck gebracht, dass er die EU als Organisation von Vasallen der US-Außenpolitik sieht. Diese Haltung war bisher zwar in informellen Veranstaltungen deutlich geworden – wie etwa bei einem War Game, über das Jack Rickards in seinem Buch „Currency Wars“ berichtet: Dort hatte die EU nicht einmal eine eigene Rolle zugewiesen bekommen. Es ist allerdings neu, dass Washington kein Geheimnis mehr daraus macht, dass der Präsident darauf „bestehen“ kann, dass die EU-Staaten in ihrer Außenpolitik tun, was er befiehlt. Dass er die EU offenbar mehrmals beschimpft habe, ihre Feigheit vor dem Feind der USA sei „beschämend“ (embarrass) zeigt: Die Amerikaner schrecken auch vor einer glatten Erpressung ihrer „Verbündeten“ nicht zurück.

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/10/05/obama-vize-blamiert-merkel-usa-haben-eu-zu-sanktionen-gegen-russland-gezwungen/

https://www.youtube.com/watch?v=BZlhfmgagBg

Folgendes haben die Konsumenten der deutschen Staatsmedien auch nicht zu sehen bekommen:

„US-Präsident Barack Obama hat in einem CNN-Interview am Sonntag mit unverhohlenem Stolz verkündet, dass die USA einen Deal zur Machtübergabe in der Ukraine ausgehandelt und damit Putin überrascht hätten.“

https://www.youtube.com/watch?v=EzIiL2KiWIg

Von der Verleihung des nach dem CIA-Analysten benannten Sam-Adams-Awards, einer hochrangigen Veranstaltung, die in Berlin statt fand, werden die Wenigsten etwas mitbekommen haben (siehe http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/136-wahre-patrioten.html ).

Sehr wahrscheinlich auch nichts vom viel umjubelten Friedensappell des Theologen Eugen Drewermann vom Dezember 2014:

https://www.youtube.com/watch?v=Wz9Sv_iSv0w

In einem Interview danach sagt Eugen Drewermann Folgendes:

„Wir sollten aufhören, unseren Mainstream-Medien zu glauben. Sie sind NATO-eingekauft und sie reden uns seit Jahrzehnten scheibchenweise immer wieder in die Bereitschaft, Krieg zu akzeptieren als Notlösung. Eigentlich nur zur Durchsetzung von Wirtschafts-Interessen, aber das wird nicht dabei gesagt.“

FRAGE: Haben wir denn noch so etwas wie eine neutrale Presse aus ihrer Meinung?

„Ganz wenige Ausnahmen. Sie lügen wie gedruckt.“"

https://www.youtube.com/watch?v=sugXUF1canE

Der Vortrag von George Friedman, der gerade für Erregung sorgt, wurde in den offiziellen Staatsmedien auch nicht erwähnt. Wer also ausschließlich diese konsumiert, lebt quasi im „Tal der Ahnungslosen“.

Das allerdings freiwillig – es gäbe ja noch die (noch) zugänglichen freien Medien. Das wäre allerdings schon zu viel für die schafsmäßig Ergebenen, wenn sie dem, was allgemeiner Konsens in den deutschen Eliten ist, wenn sie dem auch noch misstrauen würden!

Wenn mensch betrachtet, dass wichtige Sachen, die die deutsche Gegenwart und die deutsche Zukunft betreffen, mit Eugen Drewermanns Worten „Sie lügen wie gedruckt“ oder gar nicht behandelt werden, dürfen sich der deutsche Staat und seine Staatsmedien nicht beschweren, wenn sich immer mehr intelligente Menschen von ihnen abwenden und diese wichtigen Diskussionen ohne und teilweise gegen sie geführt werden.

In einem insgesamt sehenswerten Beitrag beleuchtet Jasinna die Umstände, unter denen Journalisten heutzutage gegen ihren Willen berichten müssen und benennt diejenigen der deutschen Journalisten, die wirtschaftliche Probleme in Kauf nahmen, dafür aber problemlos in den Spiegel schauen konnten ohne von sich selbst angewidert zu sein (ab Minute 15 bzw. 22) Harald Schumann, Nicolaus Brender, Christoph Hörstel, Frieder Wagner, Gerhard Wisnewski. Namentlich vergessen hatte sie Ulrich Tilgner, der die Falsch-Berichterstattung auch nicht mehr mitmachen wollte:

https://www.youtube.com/watch?v=xVZRgKZefCk

Deutsch – Russisches Bündnis ?

George Friedman:

„Die Frage, auf die wir keine Antwort haben, ist, wie wird Deutschland sich verhalten. Die unbekannte Variable in Europa sind die Deutschen. Während die USA diesen Sicherheitsgürtel aufbauen, nicht in der Ukraine, sondern westlich davon und die Russen einen Weg suchen, den westlichen Einfluss in der Ukraine zurückzudrängen – wissen wir nicht wie die deutsche Haltung ausfallen wird.

Deutschland befindet sich in einer sehr eigenartigen Lage. Der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder sitzt im Aufsichtsrat von Gazprom. Die Deutschen haben eine sehr komplexe Beziehung zu den Russen. Die Deutschen wissen selbst nicht, was sie tun sollen. Sie müssen ihre Waren exportieren, die Russen können ihnen ihre Waren abnehmen. Andererseits, wenn sie die Freihandelszone verlieren, dann müssen sie etwas anderes aufbauen. Die Urangst der USA ist, dass deutsches Kapital und deutsche Technologien sich mit russischen Rohstoffen und russischer Arbeitskraft verbinden – eine einzigartige Kombination, vor der die USA seit Jahrhunderten eine Höllenangst haben.

Wie wird sich das also abspielen? Die USA haben ihre Karten bereits auf den Tisch gelegt: die Linie zwischen dem Baltikum und dem Schwarzen Meer. Die russischen Karten lagen schon immer auf dem Tisch: Das Mindeste was sie brauchen, ist eine neutrale Ukraine, keine pro-westliche. Weißrussland ist eine andere Frage.

Wer mir nun sagen kann, was die Deutschen tun werden, der kann mir auch sagen, wie die Geschichte der nächsten zwanzig Jahre aussehen wird. Aber leider haben sich die Deutschen noch nicht entschieden. Und das ist immer das Problem Deutschlands. Wirtschaftlich sehr mächtig, geopolitisch sehr fragil. Und es weiß nie, wie es beides versöhnen kann. Seit 1871 ist das die deutsche Frage, die Frage Europas. Denken Sie über die deutsche Frage nach, denn sie kommt jetzt wieder auf uns zu. Ihr müssen wir uns jetzt stellen und wir wissen nicht wie. Wir wissen nicht, was die Deutschen tun werden.“

Die Aufgabe von Analysten und Strategen ist, das Denkbare und das Undenkbare zu denken und auf sämtliche Unwägbarkeiten vorbereitet zu sein.

Dadurch, dass die deutsche Elite komplett eingebettet ist, sollten die USA eigentlich schon alles gemacht haben, um Deutschland von einem Bündnis mit Russland abzuhalten.

Es bestehen im Gegensatz zu den deutsch-russischen Verbindungen institutionell und personell sehr enge deutsch-amerikanische Verbindungen in den Bereichen Politik, Militär, Geheimdienste, Wirtschaft, Medien, Wissenschaft, Kultur. Selbst dann, wenn sich die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Russland drastisch verstärken würden, wäre der US-amerikanische Markt bei Weitem wichtiger.

Auch von der Bevölkerung sieht es nicht anders aus. Zum deutsch-italienischen Verhältnis gibt es das treffende Bonmot „Die Deutschen lieben die Italiener, aber sie respektieren sie nicht. Die Italiener respektieren die Deutschen, aber sie lieben sie nicht“.

Die Russen lieben und respektieren die Deutschen. Im Gegensatz dazu lieben die Deutschen die Russen nicht. Respekt ist teilweise da, teilweise nicht. Der früher propagierte russische „Untermensch“ ist immer noch in vielen Köpfen, was sich auch in der aktuellen Hetze gegen Russland bzw. seinem Präsidenten zeigt.

Es gibt zwar einen weit verbreiteten Anti-Amerikanismus in der deutschen Bevölkerung, aber der ist oft irrational, sehr oberflächlich, hat etwas mit deutscher Überheblichkeit zu tun und damit, dass den USA alle möglichen „Schweinereien“ angelastet werden (bei denen die Deutschen immer dabei sind).

Das US-Militär in Deutschland und dessen Auftreten in der Öffentlichkeit wurde zumindest in der Vergangenheit positiv gesehen, es bestehen zahlreiche private Verbindungen, die Deutschen sehen Filme und Fernsehserien aus den USA, hören deren Musik, sind in einem US-geprägten Internet aktiv, tragen US-Kleidung, essen deren Essen und trinken ihre Getränke. Für viele sind der „American Way of Life“ und eine längere Reise in die oder Arbeit in den USA immer noch ein Traum. Selbst deren Protest-Bewegungen werden bewundert.

All dieses wird sich nicht ins Negative verkehren lassen. Und die privaten Beziehungen mit den Russen werden sich nicht dermaßen positiv gestalten lassen. Der Drang, nach Russland zur Arbeit oder zur Reise zu gehen, wird sich in Grenzen halten.

Bei allem Gegrummel über die Amis – wenn der Eindruck entstünde, dass die USA „die Kurve kriegen“ (wie er kurz vor und kurz nach dem Amtsantritt von Barack Obama bestand), wären wieder alle US-begeistert.

Kurzum: es ist zwar denkbar (und wünschenswert), dass sich das offizielle deutsch-russische Verhältnis intensiviert, aber die deutsche Bevölkerung und die deutschen Eliten blicken sehr stark in Richtung USA und würden sich nicht von den USA abwenden.

Albrecht Müller sieht das nicht viel anders:

„Mister Friedmann tut so, als sei Deutschland nicht kalkulierbar. Das ist vermutlich die gravierendste Fehleinschätzung dieses Politikberaters. Jedenfalls ist nicht erkennbar, woher die politischen und medialen Kräfte für eine eigenständige deutsche und europäische Politik gerade in Deutschland kommen sollten. Deutschlands Politiker von grün über schwarz und gelb bis rot wie auch Deutschlands Medien und Wissenschaft sind weitgehend eingebunden in US-amerikanisches Denken und in deren Interessen. Das haben wir auf den NachDenkSeiten und das haben andere unabhängige Autoren vielfach beschrieben. Die Schafsgeduld, mit der Politik und Wirtschaft und Medien in Deutschland die Zerstörung und Behinderung wirtschaftlicher Beziehungen zu Russland und die Entwertung der Investitionen in Russland durch Sanktionen und durch die Politik der USA und anderer europäischer Staaten hingenommen haben, ist ein fundierter Beleg für diese Einbindung in andere Interessen. Auch die Missachtung der Mahnungen älterer deutscher Politiker, mit dem erreichten Frieden und Verständnis zwischen Russland und Deutschland, zwischen Russland und dem Westen behutsam umzugehen, ist ein Beleg für die Dominanz der US-Interessen und -Ideologie in Deutschland. Das schätzt Friedman anders und falsch ein.“

http://www.nachdenkseiten.de/?p=25398

Es besteht also nicht der geringste Grund, Deutschland und Russland gegeneinander aufzuhetzen.

Aufeinander hetzen

George Friedman:

„Die Politik, die ich empfehlen würde, ist die, die Ronald Reagan angewendet hat, im Iran und Irak (Iran-Irak-Krieg 1980-88). Er finanzierte beide Seiten, sodass sie gegeneinander kämpften und nicht gegen uns. Es war zynisch, bestimmt nicht moralisch, aber es funktionierte.“

Es handelt sich um mindestens 367.000 Tote und Schäden von Infrastruktur und Industrie in Höhe von über einer Billion Dollar.

http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Erster_Golfkrieg&redirect=no

Das ist also die Politik, die George Friedman empfiehlt, wie Deutschland und Russland gegenseitig aufgehetzt werden sollen. Das ist alles andere als schön, aber bislang war die deutsche Regierung mit Begeisterung dabei. Mitsamt den deutschen Staatsmedien.

Unabhängig vom aktuellen Fall hat der Historiker Daniele Ganser ein Bild dafür, wie so ein die-Leute-gegeneinander-aufhetzen funktioniert:

„Stellen Sie sich das so vor. Sie haben eine Straße in einer Gemeinde und diese Straße entscheidet sich jetzt, wir wollen hier, sagen wir mal, Tempo 30, also hier darf man noch ganz langsam fahren, weil wir wollen eine Kinderspielstraße machen. Und dann kommt irgendwie ein Verkehrsplaner und sagt, ich will jetzt diese Straße nicht, dass die Leute alle das gemeinsame Interesse haben, ich schüre jetzt Zwietracht, ich schüre Hass unter den Gruppen. Und dann wirft er irgendwo, bei einem Haus wirft er einen Stein rein und sagt, das war der Nachbar, dann wissen die gar nicht mehr, wer es war, dann irgendwie plötzlich wird ein Kind überfahren auf der Straße. Dann heißt es, ja, das war genau diese Gruppe, die die Straße umbauen wollte. Und innerhalb von einem, ja, ich würde sagen, innerhalb von drei Monaten können sie eine ganze Straße in einer Gemeinde völlig destabilisieren, dass plötzlich Misstrauen da ist, dass die Leute mit Argwohn und auch kämpferisch, und sich vielleicht auch meiden, und das ist eben das Problem bei der menschlichen Struktur, dass man immer sehr, sehr schnell Feindbilder durchboxen kann. Also, wenn wir jetzt in Deutschland die Medienlandschaft anschauen, sehen wir, das Feindbild Putin wird in den letzten zwölf Monaten, sage ich mal, so intensiv bearbeitet, dass jetzt die meisten Leute auf den Straßen, nicht die meisten, aber doch viele haben den Eindruck irgendwie, Putin ist eine Gefahr. Und über einen strategischen Think Tank wie STRATFOR und George Friedman in den USA denkt niemand nach, weil die Leute haben noch nie von dem gehört?“

KenFM: Aber bei der Straße zu bleiben, indem man da intrigiert, sorgt man dafür, dass die sich nicht, wo sie sich eigentlich einig waren, diese Tempo-30-Zone durchsetzen können, damit man dort eine Schnellstraße durchbauen kann, weil man möchte den Auftrag für die Schnellstraße haben?

„Genau! Und das wird dann wirklich auch passieren, weil man wird, wenn man sagt, nun gut, wir bauen jetzt die Schnellstraße, und um das zu machen, sprechen wir mit allen Leuten an dieser Straße. Die sollten alle zusammen kommen, sollen alle zusammen ein rotes T-Shirt anziehen, wo da steht, Tempo-30-Straße, wir setzten uns auf dem langen Tisch auf die andere Seite, bei uns steht auf dem blauen T-Shirt Schnellstraße und dann diskutieren wir das aus. Das ist eine völlig idiotische Situation strategisch gesehen, weil dann würde man sehen, da sind ja 300 Leute, die wohnen da, also die haben ein genuines Interesse, was da passiert, und wir hätten einen Großkonzern, also Sie und ich würden jetzt sozusagen die Schnellstraßenleute repräsentieren, wir wären zu zweit in unseren blauen T-Shirt und wir würden sofort erkennen, also wir würden vermutlich mit Tomaten aus dem Raum geschmissen und wir hätten keine Chance gegen die Menge. Und darum ist es eben das, was die Amerikaner machen, ist, sie spalten, ja, sie spalten zuerst die Großgruppe in Kleingruppen, das heißt, sie schüren den Konflikt zwischen Haus 15 und Haus 21, aber ohne, dass die das überhaupt verstehen, und danach, wenn das alles sozusagen im Chaos ist, dann kann man die Straße auch bauen, weil dann die Leute überhaupt nicht mehr die Kraft haben, sich damit auseinander zu setzten. Wer weiß denn heute schon, ob jetzt amerikanische Militärberater in der Ukraine schon sind? Für das hat man fast keine Zeit mehr, weil man jetzt nach einem langen Tag hat man gearbeitet, ist man müde und dann sagt man, na, die Details kenne ich nicht, ich weiß nur, Putin ist böse, und in dieser Art wird eben sozusagen eine Mehrheit getäuscht und ins Chaos gestürzt.“

https://free21.org/sites/free21.org/files/article_pdf/high_resolution/free21_transcript_wimmermullerganser2.pdf

Wenn schon die deutsche Regierung nichts oder nur wenig gegen einen drohenden Konflikt mit Russland tut, ja, sogar lange Zeit selbst den Konflikt geschürt hat, wäre es schön, wenn sich die deutsche Bevölkerung sich ihrer schafsmäßigen Ergebenheit entledigen und gegenüber der eigenen Regierung den Wolf machen würde.

Wer die Welt nicht beherrschen kann, muss kooperieren

Wer ständig einen Hammer in der Hand hält, wird jedes Problem als einen Nagel betrachten. Nichtsdestotrotz gibt es internationale Organisationen und internationale Vereinbarungen. Anstatt diese zu schwächen oder zu zerstören, wäre es gut, altes Denken abzubauen, Vertrauen bildende Maßnahmen aufzubauen und die internationalen Organisationen und Vereinbarungen zu stärken. Mit ein bisschen gutem Willen, notfalls auch Druck, sollte das erreichbar sein.

Kai Ehlers schreibt unter dem Titel „Der umgestülpte Brzezinski – Betrachtungen zu einem historischen Irrtum“ Folgendes:

„Russlands Rolle als Herzland, als Integrationsknoten Eurasiens, wie Putin es bei seinem Amtsantritt 2000 nannte, ist nicht durch ein aus Brüssel, erst recht nicht aus den USA ferngesteuertes Protektorat zu ersetzen. Die Versuche, Russland auf den Stand einer Regionalmacht zu reduzieren, von außen zu kontrollieren und so ins westliche Bündnis als Junior-Partner einzubinden dürfen als gescheitert betrachtet werden. Eine neue Ostpolitik, die zukunftsweisende, lebensdienliche Konsequenzen hätte, die die Fehler der polarisierenden Assoziierungspolitik vermeiden, kann für die EU, besonders für Deutschland, nur darin bestehen, mit Russland zusammen einen neuen Raum der Kooperation zu öffnen, der auch die östlichen und südlichen Anrainer Eurasiens einbezieht – statt sich weiter gegen Russland in Stellung zu bringen oder im Interesse der USA bringen zu lassen.

Anders gesagt, um zum Eingang des Textes zurückzukehren: Wer die Ukraine nicht beherrschen kann, kann auch das eurasische Herzland, Russland nicht beherrschen. Wer Russland nicht beherrschen kann, kann die Welt nicht beherrschen. Das heißt, wer die Welt nicht beherrschen kann, muss kooperieren. An dieser Einsicht führt kein Waffengeklapper vorbei. Alles andere läuft direkt auf blanke Kriegstreiberei hinaus.“

http://www.nachdenkseiten.de/?p=25474

Dem ist nichts hinzuzufügen.