Kein Wurm könnte behaupten, er lebe in einer langweiligen Zeit. Wurm könnte sogar sagen, die Welt sei aus den Fugen geraten. Allerdings ist sie das ja schon, seitdem es Menschen auf der Erde gibt.

Nichtsdestotrotz nimmt sich der Wurm die Muße, sich Gedanken über ein Ereignis zu machen, das genau 2000 Jahre zurück liegt und gleichzeitig über den Kalender zu sinnieren. Warum heisst der Monat „August“ August? Hätte er nicht etwa Rosel oder Bartholomäus heissen können? Und was soll an einem Ereignis interessant sein, das vor 2000 Jahren statt gefunden hat?

Das Ereignis war der Tod des ersten römischen Imperators Octavian, der den Ehrennamen Augustus verliehen bekam („augere“ = mehren, wachsen lassen). Und nachdem der Monat August benannt worden ist. Wer es noch nicht wissen sollte: bis auf den heutigen Tag werden im deutschen Sprachraum (und nicht nur da) Monatsnamen aus der Zeit der Römer verwendet:

- Januar: nach Janus, dem Beschützer der Stadttore, dargestellt mit den zwei Gesichtern, die vorwärts und rückwärts blicken

- Februar: nach dem Fest Februa zur Reinigung der Lebenden und der Sühnung der Verstorbenen zum Jahresende

- März: nach Mars, dem Gott des Krieges und der Vegetation

- April: von „aperire“ (öffnen) – der Monat der Öffnung bzw. des Aufblühens

- Mai: nach der Göttin Maia, deren jährliches Fest im Mai begangen wurde

- Juni: nach der Göttin Juno

- Juli: nach Gaius Julius Caesar (ursprünglich „Quintilis“, der 5. Monat)

- August: nach Kaiser Augustus (ursprünglich „Sextilis“, der 6. Monat

- September: der 7. Monat

- Oktober: der 8. Monat

- November: der 9. Monat

- Dezember: der 10. Monat

Wie mensch sieht, hat das römische Jahr ursprünglich mit dem Monat März begonnen. Da seit 153 vor unserer Zeitrechnung die für ein Jahr gewählten Konsuln ihr Amt jeweils am 1. Januar antraten, hatte sich bald dieses Datum als Jahresbeginn eingebürgert.

http://de.wikipedia.org/wiki/Monat

Kaum zu glauben, aber wahr: heutige Menschen bezeichnen ihre Monate nach Namen und Gottheiten, wie sie vor über 2000 Jahren festgelegt wurden. Und würden heute noch jeglichen Unfug nachreden, wenn er damals schon gegolten hätte. Etwa den Monat „September“ als „Tiber“ bezeichnen. Das ist jetzt keine Erfindung eines kranken Wurmhirns, um die Menschen zu verunglimpfen – es hätte nicht viel dazu gefehlt.

Aus dem vielbändigen und überragend guten „Kulturgeschichte der Menschheit“ von Will und Ariel Durant: „Tiberius scheint ein ehrlicher Gegner der Monarchie gewesen zu sein und sich nur als Haupt und Arm des Senates betrachtet zu haben. Er wehrte sich gegen alle Titel, die nach Königtum rochen, gab sich mit dem Titel princeps senatus zufrieden, erstickte alle Versuche, ihn zu vergotten oder seinem genius göttliche Verehrung darzubringen, und gab deutlich zu erkennen, daß er jeder Schmeichelei abhold war. Als der Senat einen Monat nach ihm benennen wollte, wie er es bereits mit Caesar und Augustus getan hatte, bog er das Kompliment mit trockenem Humor ab: ‚Was fangt ihr aber an, wenn es ihrer einmal dreizehn Caesaren sind?‘“

Wer glaubt, wesentlich länger als 2000 Jahre gibt es nichts, was auf die heutigen Menschen noch Auswirkungen hätte, der täuscht sich. Jede Sekunde.

Durant über die Babylonier: „Nachdem sie den Kreis in 360 Grade eingeteilt hatten, unterteilten sie die einzelnen Grade in je sechzig Minuten und die Minuten in sechzig Sekunden … Die Einteilung unseres Monats in vier Wochen, unserer Uhr in zwölf anstatt vierundzwanzig Stunden, unserer Stunde in sechzig Minuten und unserer Minute in sechzig Sekunden geht auf babylonische Einrichtungen zurück.“

Neben der Mathematik war die Spezialwissenschaft der Babylonier die Astronomie und da vor allem der Unfug der Astrologie. Sie legten die noch heute gültigen Tierkreiszeichen fest. Durant: „Jeder Planet galt als ein Gott, der an den Geschäften der Menschen interessiert und für sie lebenswichtig war … Jede Bewegung eines Sterns bewirkte oder verkündete irgendein irdisches Ereignis. Stand zum Beispiel der Mond tief, so bedeutete dies, daß sich ein fernes Volk einem König unterwarf; war die Mondsichel im Zunehmen begriffen, so verhieß sie dem Herrscher den Sieg über seinen Feind.“

Wir reden übrigens von einer Zeit von vor über 4000 Jahren.

Durant: „Nie war eine Kultur reicher an Aberglauben. Jeder Zufall, von den Anomalien der Geburt bis zur Verschiedenheit der Todesfälle, erhielt eine volkstümliche, zuweilen auch eine amtliche und priesterliche Auslegung vom magischen Blickfeld aus. Jede Bewegung der Ströme, jede Konstellation des Gestirns, jeder Traum, jedes ungewöhnliche Geschehen von Mensch und Tier enthüllte dem in die religiösen Praktiken eingeweihten Babylonier die Zukunft. So brachte man zum Beispiel das Schicksal eines Königs durch die Beobachtung der Bewegungen eines Hundes in Erfahrung. Der babylonische Aberglaube erscheint uns lächerlich, weil er von dem unseren so sehr verschieden ist. Doch gibt es kaum einen Unsinn der Vergangenheit, der nicht heute noch irgendwo in Blüte stünde. So breitete und breitet sich unter aller Kultur, der alten und der modernen, ein Meer von Magie und Aberglaube aus, die vielleicht weiterdauern, auch wenn die Werke unserer Vernunft längst vergangen sind.“

„Und doch war es Babylonien, das uns jene bezaubernden Sagen schenkte, die auf dem Weg über die Literatur der Juden zum Bestandteil der religiösen Überlieferung des Abendlandes geworden sind. Die vielgereisten Griechen brachten die Grundsteine der Mathematik, Astronomie, Medizin, Grammatik, Lexikographie, Archäologie, Geschichte und Philosophie eher aus Babylon als aus Ägypten nach ihren Stadtstaaten und von dort nach Rom und zu uns. Die griechischen Namen der Metalle und Konstellationen, der Gewichte und Maße, der Musikinstrumente und vieler Drogen sind Übersetzungen und manchmal nur Transkriptionen der babylonischen Bezeichnungen … Die Gesetze Hammurabis bildeten ein Vermächtnis für alle alten Völker, ein Vermächtnis, das etwa dem Beitrag vergleichbar ist, den Rom auf dem Gebiete der Ordnung und Regierungskunst der modernen Welt schenkte. Durch die assyrische Eroberung Babylons und die Aneignung und Verbreitung seiner Kultur durch die neuen Machthaber, durch den großen Einfluß babylonischen Geistes auf die gefangenen Juden und durch die Eroberungen der Perser und Griechen, die mit noch nie dagewesener Fülle und Freiheit alle Verkehrs- und Handelsstraßen zwischen Babylon und den erstehenden Städten Ioniens, Kleinasiens und Griechenlands öffneten – durch alle diese Kanäle menschlicher Fühlungnahme gelangte die Kultur des Zweistromlandes in den Besitz der abendländischen Völker. Am Ende geht nichts verloren; im Guten oder im Bösen bringt jedes Geschehen ewige Wirkungen hervor.“

Auch, wenn er es nicht weiss: in jedem einzelnen Menschen stecken Traditionen und Denkweisen, die andere Menschen schon vor Jahrtausenden gedacht und festgelegt haben. Bei formellen Festlegungen wie Monatsnamen oder Zeiteinteilungen mag das noch relativ unbedeutend erscheinen – allerdings kann jeder Mensch davon ausgehen, dass seine eigene innerste Denkweise nicht aus sich heraus kommt, sondern zum allergrößten Teil von anderen vorgedacht wurde.

Ein schönes Beispiel ist der Umgang mit der Naturwissenschaft und das dazu gehörige Denken. Warum „modernes“ naturwissenschaftliches Denken weitest gehend nur in Europa und seinen „Ablegern“ in Übersee zum allgemeinen Gedankengut gehört, hat mit der Entwicklung des Denkens seit ca. 1000 Jahren zu tun  - und nicht mit so etwas wie „Logik“ (siehe http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/53-die-meme-des-eriugena.html )

Zurück zu Augustus: aus populären Filmen, Theaterstücken, Büchern ist er doch recht vielen Menschen bekannt im Zusammenhang mit solchen Personen wie Julius Caesar, Kleopatra, Marcus Antonius. Wenn Menschen befragt würden, was ihnen spontan zu ihm einfällt, wäre das erste wahrscheinlich eine lange Zeit des Friedens, die „Pax Romana“, auch „Pax Augusta“ genannt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Pax_Romana

http://www.comedix.de/lexikon/db/pax_romana.php

Mal davon abgesehen, dass die Römer zum Frieden gezwungen waren, nachdem es bedeutende militärische Niederlagen wie vor allem die Varusschlacht im Teutoburger Wald im Jahre 9 gegeben hatte, http://de.wikipedia.org/wiki/Varusschlacht und das Römische Reich zu Octavians Anfangszeiten erhebliche Eroberungen wie Ägypten gemacht hatte, musste das Römische Reich zwingend konsolidiert werden.

Durant: „Innerhalb eines Jahrzehnts nach Actium erlebte der Mittelmeerraum einen wirtschaftlichen Aufschwung ohnegleichen. Allein schon die Wiederherstellung der Ordnung war ein Antrieb zum wirtschaftlichen Aufschwung. Die wiederhergestellte Sicherheit der Seewege, die Stabilität der Regierung, der Konservativismus des Augustus, der Einsatz der gehorteten Reichtümer Ägyptens, die Eröffnung neuer Minen und Prägestätten, die Verläßlichkeit der Währung und der beschleunigte Geldumlauf, der Abfluß des Bevölkerungsüberschusses in ländlichen Grundbesitz und koloniale Siedlungen – das alles wirkte zusammen; wie hätte das wirtschaftliche Gedeihen einer so einmütigen Aufforderung widerstehen können?  Eine Gruppe alexandrinischer Seeleute, die in Puteoli, in dessen Nähe sich Augustus aufhielt, an Land ging, näherte sich ihm in Festgewändern und brachte ihm als einer Gottheit Weihrauch dar. Es war seinetwegen, wie sie sagten, daß sie in Sicherheit zur See fahren, vertrauensvoll Handelsgeschäfte abschließen und in Frieden leben konnten.

Wie es dem Enkel eines Bankiers wohl anstand, war Augustus der Überzeugung, die beste Wirtschaftsform sei jene, die Freiheit mit Sicherheit verbindet. Er gab allen Klassen und Ständen mit gut angewandten Gesetzen Schutz, sicherte die großen Handelswege, gab an verantwortungsbewußte Grundbesitzer zinsfreie Darlehen und besänftigte die Armen mit staatlichen Kornverteilungen, Lotterien und gelegentlichen Geschenken; im übrigen waren Unternehmen, Erzeugung und Austausch freier als zuvor. Auch so nahmen die Arbeiten, die der Staat unternahm, einen bislang ungekannten Umfang an und hatten einigen Anteil an der Genesung des Wirtschaftslebens …

Gegen Ende seines Lebens bemerkte er, er habe Rom als eine Stadt aus Backsteinen übernommen und als eine Stadt aus Marmor hinterlassen. Es war eine verzeihliche Übertreibung: Es hatte auch vor ihm Marmor gegeben, und viel Ziegelstein blieb noch übrig. Selten aber hatte ein Mensch so viel für eine Stadt getan.“

Kulturell ging die Augusteische Zeit als „Das Goldene Zeitalter“ ein. Da die Wirtschaft „brummte“ und viel Geld da war, wurde die Kultur staatlich und privat gefördert. Unter anderem von Augustus‘ Kumpel Maecenas, der Namensgeber für den noch heute gültigen Begriff „Mäzen“ oder „Mäzenatentum“. Durant schreibt in seinem wunderbaren Humor „… und Maecenas büßte für seinen Reichtum und seine Dichtungen mit Geschenken an Vergil, Horaz und Properz.“

Weiter: „Der Bücherstrom schwoll nun in einem bisher ungekannten Ausmaß an. Jedermann, vom Narren bis zum Dichter, schrieb Gedichte. Da alle Dichtwerke und größtenteils auch die literarische Prosa zum Vorlesen bestimmt waren, bildeten sich Zusammenkünfte, an denen die Autoren einem geladenen oder allgemeinen Publikum oder in seltenen Augenblicken der Toleranz auch einander ihre Dichtwerke vorlasen. Juvenal war der Ansicht, ein zwingender Grund zum Landleben sei die Flucht vor den Poeten, die Rom verseuchten … Diese Blüte wandelte gleichzeitig die Literatur und die Gesellschaft um. Grammatiker hielten Vorlesungen über lebende Autoren; das Volk sang auf den Straßen Verse zeitgenössischer Dichter. Schriftsteller kamen mit Politikern und hochgeborenen Damen in Salons zusammen, wie sie die Geschichte erst wieder in der Blütezeit Frankreichs kennenlernen sollte.“

Alles gut, alles schön. Und wenn sie nicht gestorben wären, würden sie noch heute leben.

Allerdings kommt der Wurm jetzt zu dem einen Punkt, weshalb er sich hauptsächlich seine Gedanken zu Augustus macht. Letztendlich gibt es nämlich eine einzige Voraussetzung für die „Pax Romana“ und das „Goldene Zeitalter“: die Ausschaltung der Gegner.

Zum zweiten Triumvirat (Octavian (Augustus) - Marcus Antonius – Lepidus) im Jahre 43 vor unserer Zeitrechnung schreibt Durant: „Um ihre Truppen auszuzahlen, ihre Truhen wieder zu füllen und Caesar zu rächen, ließen die drei Männer nun die blutigste Schreckensherrschaft auf Rom los, die es je gekannt hatte. Sie ächteten 300 Senatoren und 2000 Angehörige des Ritterstandes und setzten 25000 Drachmen für jeden Freien und 10000 für jeden Sklaven aus, der ihnen den Kopf eines Proskribierten brachte.“

Dass die drei Männer sich hinterher gegenseitig bekriegten, ist wieder eine andere Sache. Allerdings waren mit der „blutigsten Schreckensherrschaft“, die Rom „je gekannt hatte“, die potentiellen Gegner vernichtet und konnten hinterher keine Versuche unternehmen, gegen das Herrschaftssystem des Augustus vorzugehen.

Das Gegenmodell dazu lieferte der Vorgänger Julius Caesar, der seinen Gegnern auch nach militärischen Kriegen und Aufständen immer wieder verzieh und dessen Politik auf Versöhnung abzielte. Sein Ende ist bekannt.

Einer dieser Gegner, der immer wieder gegen Caesar aufstachelte und dem Caesar immer wieder verzieh, war Marcus Tullius Cicero. Der stand jetzt ganz oben auf der Todesliste; Marcus Antonius ließ Ciceros Kopf und seine rechte Hand auf dem Forum aufhängen.

Noch einmal die Alternativen:

1) Ausschaltung aller Gegner und es ist Ruhe

2) Nicht-Ausschaltung der Gegner und es ist dauernde Unruhe

Vor allem Diktaturen sind da recht rigoros. Im 20. Jahrhundert gibt es „schöne“ Beispiele für Ausschaltung der Gegner wie Hitler (gegen Kommunisten, Juden, Homosexuelle, innerparteiliche Opposition – siehe http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/104-nacht-der-langen-messer.html ), Stalin (Großbauern, innerparteiliche Opposition), Mao und Pol Pot (bürgerliche Intellektuelle), Pinochet (Sozialisten).

Dass da nicht nur potentielle Gegner die Opfer sind, sondern auch völlig „Unschuldige“ und das Ganze dann völlig ausartet, ist den jeweiligen Mördern und Auftraggebern relativ egal.

Bei den heutigen Menschen wird das Morden oder Massenmorden unterschiedlich bewertet. Wird es von konservativer Seite begangen, hält sich die Empörung in Grenzen. Wenn es von einer Seite begangen wird, die Ideale hat oder vorgibt, Ideale zu haben, kommt das gar nicht gut an.

Beispiel ist die Französische Revolution. Da sie in der Anfangszeit bis zu Robespierres Tod sehr stark bedroht war, waren die Revolutionäre gezwungen, ihre Gegner zu vernichten. Die Guillotine ist heute noch das Sinnbild dafür. Das regt heute noch viele Menschen auf. Dass in der Zeit nach Robespierre weitaus mehr Menschen in den Kerkern umkamen, wissen die meisten heutigen Menschen nicht und sie wollen es auch nicht wissen. Und dass in der Zeit der Militärdiktatur Napoleons in den Kriegen und durch die Auswirkungen der Kriege ein Vielfaches an Menschen zu Tode kam, interessiert schon keinen mehr.

Wenn es von „idealistischer“ oder „linker“ Seite zu Toten kommt, wird das äußerst übel genommen (für das Menschenwohl zu sein und dann Menschen schädigen oder gar umbringen, passt ja nicht so recht zusammen), während Massaker von „rechter“ Seite meistens als belanglos abgetan werden.

„Idealistische“ Vertreter und damit deren Ideen werden von konservativer Seite entsprechend massiv angegriffen. Beispiel dafür ist Che Guevara. „Ja, aber der hat doch Menschen umgebracht, deswegen ist er schlecht und die Ideen, für die er kämpfte, sind auch schlecht“. Dass seine Gegner wesentlich mehr Menschen umbrachten, interessiert kaum jemand und dass deren Ideen schlecht sein könnten, auch nicht.

Je nach Regierung, je nach Anlass, je nach Anzahl und Organisiertheit der Gegner, muss es nicht immer mit der physischen Liquidierung der Gegner enden. Ein Beispiel dafür sind die Berufsverbote in den 1970er Jahren in Deutschland gegenüber Menschen mit mehr oder weniger „linker“ Gesinnung (siehe http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/48-weniger-demokratie-wagen.html ). Das Ziel wurde auch so erreicht.

Wer glaubt, menschenfreundlich sein zu müssen, dem werden die Menschen zeigen, wie „freundlich“ sie tatsächlich sind. Und der Wurm hat für das Problem keine Lösung. Gewalt ist für uns Erdreichbewohner tabu. Gewaltlosigkeit heisst allerdings Machtverzicht. Deshalb sind diese skrupellosen Menschen ja auch die Beherrscher der Erde.

Auch, wenn es eine kleine Gruppe idealistischer Menschen gibt, die auf einmal an der Macht sind, werden diese sich früher oder später vor die Frage gestellt sehen, ob sie auf die eine oder andere Art und Weise „den Knüppel raus holen“ oder sich von der Macht verabschieden. Und auf welche Art und Weise ihre Gegner dafür sorgen würden, dass sie selbst nicht mehr an die Macht kommen können.

Augustus‘ blutige Schreckensherrschaft hat seinem Ansehen offensichtlich nicht geschadet. Weder zu seiner Regierungszeit noch heute, 2000 Jahre später. Da gilt er als Sinnbild des guten Herrschers. Die „Pax Romana“ kennen auch heute noch viele, das „Goldene Zeitalter“ einige, seine Massenmorde kennt und interessiert so gut wie niemand.