„Mit schwerem Herzen habe ich meine Armee gegen einen Nachbarn mobilisieren müssen, mit dem sie auf so vielen Schlachtfeldern gemeinsam gefochten hat. Mit aufrichtigem Leid sah ich eine von Deutschland treu bewahrte Freundschaft zerbrechen. Die Kaiserlich Russische Regierung hat sich, dem Drängen eines unersättlichen Nationalismus nachgebend, für einen Staat eingesetzt, der durch Begünstigung verbrecherischer Anschläge das Unheil dieses Krieges veranlaßte.“

Vor 100 Jahren, am 4. August 1914, hielt Kaiser Wilhelm II. eine Thronrede zum Kriegseintritt Deutschlands.

Der Wurm möchte noch zwei Zitate daraus bringen, auf die er später eingehen wird:

„Die Feindseligkeit, die im Osten und im Westen seit langer Zeit um sich gegriffen hat, ist nun zu hellen Flammen aufgelodert. Die gegenwärtige Lage ging nicht aus vorübergehenden Interessenkonflikten oder diplomatischen Konstellationen hervor, sie ist das Ergebnis eines seit langen Jahren tätigen Übelwollens gegen Macht und Gedeihen des Deutschen Reiches.

Uns treibt nicht Eroberungslust, uns beseelt der unbeugsame Wille, den Platz zu bewahren, auf den uns Gott gestellt hat, für uns und alle kommenden Geschlechter.

Hier wiederhole ich: Ich kenne keine Partei mehr, ich kenne nur Deutsche! Zum Zeichen dessen, daß Sie fest entschlossen sind, ohne Parteiunterschied, ohne Stammesunterschiede, ohne Konfessionsunterschied durchzuhalten mit mir durch dick und dünn, durch Not und Tod, fordere ich die Vorstände der Parteien auf, vorzutreten und mir das in die Hand zu geloben.“

Hier ist der Link zur Thronrede mit einer guten geschichtlichen und politischen Einordnung:

http://www.1000dokumente.de/index.html?c=dokument_de&dokument=0081_kwi&object=translation&st=&l=de

Kriegsvorbereitungen

„Der Krieg bricht aus“ sagen da die Menschen. Der Wurm fragt: „In welchem Gefängnis war er denn eingesperrt?“ Kriege brechen nicht aus, sie werden geplant. Hierzu gibt es zwei schöne Dokumente. Das eine ist der Kriegsrat vom 8. Dezember 1912:

„Der Kriegsrat vom 8. Dezember 1912 war eine Besprechung Kaiser Wilhelms II. mit der militärischen Führungsspitze im Berliner Stadtschloss. Einige Historiker sehen hier die Entscheidung zum Ersten Weltkrieg oder zumindest einen wichtigen Beitrag zu einem solchen Entscheidungsprozess schon vor der Julikrise, so Fritz Fischer und John C.G. Röhl …

Über diesen Kriegsrat existieren eine Reihe von Aufzeichnungen, die zwar in einzelnen Punkten voneinander abweichen, im Wesentlichen jedoch übereinstimmen. Von Müller fasste noch am selben Abend in seinem Tagebuch den Verlauf des Gesprächs zusammen: Der Kaiser habe mitgeteilt, dass „England, wenn wir Frankreich angriffen, unbedingt Frankreich beispringen würde, denn England könne nicht dulden, daß die balance of power in Europa gestört werde“. Mit deutlicher Spitze gegen Bethmann Hollweg begrüßte der Kaiser „diese Mitteilung als erwünschte Klärung der Situation denjenigen gegenüber, die sich von Pressefreundlichkeiten der letzten Zeit Englands sicher fühlten. Österreich müsse den auswärtigen Slaven (den Serben) gegenüber kraftvoll auftreten, sonst verliere es die Macht über die Slaven der österr.-ung. Monarchie. Wenn Rußland die Serben stütze, was es offenbar tue (Sasonows Erklärung, Rußland werde sofort in Galizien einrücken, wenn Österreich in Serbien) wäre der Krieg auch für uns unvermeidlich. Wir könnten aber hoffen, Bulgarien u. Rumänien u. auch Albanien, auch vielleicht die Türkei auf unserer Seite zu haben. […] Treten diese Mächte auf Österreichs Seite, dann seien wir soweit frei, um den Krieg mit ganzer Wucht gegen Frankreich zu führen. Die Flotte müsse sich natürlich auf den Krieg gegen England einrichten. Der […] Fall eines Krieges gegen Rußland allein, werde nach der Haldane'schen Erklärung außer Betracht bleiben. Also gleich Unterseebootskrieg gegen englische Truppentransporte in der Schelde bezw. bei Dünkirchen, Minenkrieg in Themse.“

Tirpitz wurde durch Wilhelm II. zu schleunigem Bau zusätzlicher U-Boote aufgefordert. General von Moltke äußerte laut den Aufzeichnungen von Müller: „Ich halte einen Krieg für unvermeidbar u. je eher je besser. Wir sollten aber durch die Presse besser die Volkstümlichkeit eines Krieges gegen Rußland im Sinne der Kaiserl. Ausführungen vorbereiten.“ Wilhelm II. stimmte zu und forderte Tirpitz aufgrund seiner bekanntermaßen guten Pressekontakte auf, mit seinen „Pressemitteln nach dieser Richtung hin zu wirken“. Tirpitz machte darauf aufmerksam, „daß die Marine gern das Hinausschieben des großen Kampfes um 1½ Jahre sehen würde“. Heeringen zufolge habe Tirpitz wörtlich ausgeführt, „unsere Chancen sind zur Zeit sehr ungünstig. Aber 1914, wenn der [Nordostsee-] Kanal und [der U-Boothafen] Helgoland fertig seien, läge die Sache anders“. Moltke widersprach laut Müller, „die Marine würde auch dann nicht fertig sein u. die Armee käme in immer ungünstigere Lage, denn die Gegner rüsteten stärker als wir, die wir mit dem Gelde sehr gebunden seien.“

Müller kritisierte die Haltung Moltkes in seinen Aufzeichnungen als inkonsequent: „Krieg je eher je besser aber er zieht nicht die Konsequenz daraus, welche wäre, Rußland oder Frankreich oder beide vor ein Ultimatum zu stellen.“ Das Ergebnis der Besprechung sei deswegen laut Müller „so ziemlich gleich Null“ gewesen, da dem Kriegesentschluss keine konkreten Überlegungen über die diplomatischen Voraussetzungen einer erfolgreichen Eröffnung des Krieges folgten.

Der nachträglich informierte Bayerische Militärbevollmächtigte Karl von Wenninger berichtete am 15. Dezember von der Haltung des Kaisers: „Ungern ließ sich der Kaiser zu dem Aufschub [des Krieges] bestimmen. Dem Kr[iegs]-M[inister] sagte er tags darauf nur, er solle sofort eine neue große Heeresvorlage vorbereiten. Tirpitz erhielt den gleichen Auftrag für die Flotte“.“

http://de.wikipedia.org/wiki/Kriegsrat_vom_8._Dezember_1912

Nummer zwei ist der Schlieffen-Plan:

„Der Schlieffen-Plan gilt bis heute als einer der kühnsten Operationspläne der Militärgeschichte. Entwickelt vom Chef des Großen Generalstabs der preußisch-deutschen Armee um die Jahrhundertwende, zielte er darauf ab, einen Zwei-Frontenkrieg gegen Frankreich und Russland zu führen und zu gewinnen. Das französische Heer sollte nach einem schnellen Vorstoß durch das neutrale Belgien von überlegenen deutschen Kräften umfasst und vernichtet werden, bevor die russische Armee vollständig mobilisiert und kampfbereit war. Dann sollten die siegreichen deutschen Armeen – falls Russland nach der französischen Niederlage nicht ohnehin zur Aufgabe bereit war – nach Osten verlegt werden, um dort weiter zu kämpfen.“

Auch hier wieder der Link mit einer guten Einordnung und dem ausführlichen Plan:

http://www.1000dokumente.de/index.html?c=dokument_de&dokument=0097_spl&object=context&st=&l=de

Aus „Wir Untertanen“ von Bernt Engelmann (siehe http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/38-fragen-eines-lesenden-kinogaengers.html ): „… Das war in groben Zügen der verwegene Plan einer völlig skrupellosen, größenwahnsinnigen und von deutscher Weltherrschaft träumenden Führung des Reiches. Er wäre schon äußerst riskant gewesen, wenn alle seine Voraussetzungen gestimmt hätten: Dies war indessen keineswegs der Fall …

Damit war jede Chance eines Blitzsieges in Frankreich vertan; der Schlieffen-Plan war gescheitert; der Krieg im Westen erstarrte zu einem Ringen auf der Stelle, und Moltke konnte bereits am 9. September 1914 Kaiser Wilhelm II. in diesmal völlig richtiger Erkenntnis der Lage melden: ‚Majestät, wir haben den Krieg verloren!‘“

Platz an der Sonne

„Die Wortprägung „Platz an der Sonne“ entstand durch eine Äußerung von Bernhard von Bülow (1849–1929) in einer Reichstagsdebatte am 6. Dezember 1897, wo er im Zusammenhang mit der deutschen Kolonialpolitik formulierte:

„Mit einem Worte: wir wollen niemand in den Schatten stellen, aber wir verlangen auch unseren Platz an der Sonne.“

v.Bülow war damals Staatssekretär des Auswärtigen Amtes des Deutschen Kaiserreiches; 1900 bis 1909 war er Reichskanzler.

Die Wortprägung ist später zum geflügelten Wort geworden. Sie gilt als anschauliche Metapher des deutschen Weltmachtstrebens in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg, als die bismarcksche Bündnispolitik aufgegeben wurde und die Außenpolitik des wilhelminischen Reiches das Flottenwettrüsten mit Großbritannien begünstigte.“

http://de.wikipedia.org/wiki/Platz_an_der_Sonne

Zur Planung und Realisierung des 1. Weltkriegs gibt es eine sehr schöne Quelle aus dem Jahre 1916: die „Junius“-Broschüre „Die Krise der Sozialdemokratie“ von Rosa Luxemburg, die Folgendes über den Imperialismus schreibt:

„Die Vorgänge und Triebkräfte, die zum 4. August 1914 führten, waren keine Geheimnisse. Der Weltkrieg wurde seit Jahrzehnten vorbereitet, in breitester Öffentlichkeit, im hellichten Tage, Schritt für Schritt und Stunde um Stunde …

Zwei Linien der Entwicklung in der jüngsten Geschichte führen schnurgerade zu dem heutigen Kriege. Eine leitet noch von der Periode der Konstituierung der sogenannten Nationalstaaten, das heißt der modernen kapitalistischen Staaten, vom Bismarckschen Kriege gegen Frankreich her. Der Krieg von 1870, der durch die Annexion Elsaß-Lothringens die französische Republik in die Arme Rußlands geworfen, die Spaltung Europas in zwei feindliche Lager und die Ära des wahnwitzigen Wettrüstens eröffnet hat, schleppte den ersten Zündstoff zum heutigen Weltbrande herbei. Noch während Bismarcks Truppen in Frankreich standen, schrieb Marx an den Braunschweiger Ausschuß:

‚Wer nicht ganz vom Geschrei des Augenblicks übertäubt ist, oder ein Interesse hat, das deutsche Volk zu übertäuben, muß einsehen, daß der Krieg von 1870 ganz so notwendig einen Krieg zwischen Deutschland und Rußland im Schoße trägt, wie der Krieg von 1866 den Krieg von 1870. Ich sage notwendig, unvermeidlich, außer im unwahrscheinlichen Falle eines vorherigen Ausbruchs einer Revolution in Rußland. Tritt dieser unwahrscheinliche Fall nicht ein, so muß der Krieg zwischen Deutschland und Rußland schon jetzt als un fait accompli (eine vollendete Tatsache) behandelt werden. Es hängt ganz vom jetzigen Verhalten der deutschen Sieger ab, ob dieser Krieg nützlich oder schädlich. Nehmen sie Elsaß und Lothringen, so wird Frankreich mit Rußland Deutschland bekriegen. Es ist überflüssig, die unheilvollen Folgen zu deuten.‘

Diese Prophezeiung wurde damals verlacht; man hielt das Band, das Preußen mit Rußland verknüpfte, für so stark, daß es als Wahnsinn galt, auch nur daran zu denken, das autokratische Rußland könnte sich mit dem republikanischen Frankreich verbünden. Die Vertreter dieser Auffassung wurden als reine Tollhäusler hingestellt. Und doch ist alles, was Marx vorausgesagt hat, bis zum letzten Buchstaben eingetroffen …

Die zweite Linie, die im heutigen Weltkrieg mündet und die Marxens Prophezeiung so glänzend bestätigt, rührt von Vorgängen internationaler Natur her, die Marx nicht mehr erlebt hat: von der imperialistischen Entwicklung der letzten 25 Jahre.

Der kapitalistische Aufschwung, der nach der Kriegsperiode der sechziger und siebziger Jahre in dem neukonstituierten Europa Platz gegriffen und der namentlich nach Überwindung der langen Depression, die dem Gründerfieber und dem Krach des Jahres 1873 gefolgt war, in der Hochkonjunktur der neunziger Jahre einen nie dagewesenen Höhepunkt erreicht hatte, eröffnete bekanntlich eine neue Sturm- und Drangperiode der europäischen Staaten: ihre Expansion um die Wette nach den nichtkapitalistischen Ländern und Zonen der Welt. Schon seit den achtziger Jahren macht sich ein neuer besonders energischer Drang nach Kolonialeroberungen geltend. England bemächtigt sich Ägyptens und schafft sich in Südafrika ein gewaltiges Kolonialreich, Frankreich besetzt Tunis in Nordafrika und Tonkin in Ostasien, Italien faßt Fuß in Abessinien, Rußland bringt in Zentralasien seine Eroberungen zum Abschluß und dringt in der Mandschurei vor, Deutschland erwirbt in Afrika und der Südsee die ersten Kolonien, endlich treten auch die Vereinigten Staaten in den Reigen und erwerben mit den Philippinen „Interessen“ in Ostasien. Diese Periode der fieberhaften Zerpflückung Afrikas und Asiens, die, von dem chinesisch-japanischen Krieg im Jahre 1895 an, fast eine ununterbrochene Kette blutiger Kriege entfesselte, gipfelt in dem großen Chinafeldzug und schließt mit dem russisch-japanischen Kriege des Jahres 1904 ab.

Alle diese Schlag auf Schlag erfolgten Vorgänge schufen neue außereuropäische Gegensätze nach allen Seiten: zwischen Italien und Frankreich in Nordafrika, zwischen Frankreich und England in Ägypten, zwischen England und Rußland in Zentralasien, zwischen Rußland und Japan in Ostasien, zwischen Japan und England in China, zwischen den Vereinigten Staaten und Japan im Stillen Ozean – ein bewegliches Meer, ein Hin- und Herwogen von scharfen Gegensätzen und vorübergehenden Allianzen, von Spannungen und Entspannungen, bei denen alle paar Jahre ein partieller Krieg zwischen den europäischen Mächten auszubrechen drohte, aber immer wieder hinausgeschoben wurde. Es war daraus für jedermann klar: 1. daß der heimliche, im stillen arbeitende Krieg aller kapitalistischen Staaten gegen alle auf dem Rücken asiatischer und afrikanischer Völker früher oder später zu einer Generalabrechnung führen, daß der in Afrika und Asien gesäte Wind einmal nach Europa als fürchterlicher Sturm zurückschlagen mußte, um so mehr, als der ständige Niederschlag der asiatischen und afrikanischen Vorgänge die steigenden Rüstungen in Europa waren, 2. daß der europäische Weltkrieg zur Entladung kommen würde, sobald die partiellen und abwechselnden Gegensätze zwischen den imperialistischen Staaten eine Zentralisationsachse, einen überwiegenden starken Gegensatz finden würden, um den sie sich zeitweilig gruppieren können. Diese Lage wurde geschaffen mit dem Auftreten des deutschen Imperialismus.

In Deutschland kann das Aufkommen des Imperialismus, das auf die kürzeste Zeitspanne zusammengedrängt ist, in Reinkultur beobachtet werden. Der beispiellose Aufschwung der Großindustrie und des Handels seit der Reichsgründung hat hier in den achtziger Jahren zwei charakteristische eigenartige Formen der Kapitalakkumulation hervorgebracht: die stärkste Kartellentwicklung Europas und die größte Ausbildung sowie Konzentration des Bankwesens in der ganzen Welt. Jene hat die Schwerindustrie, das heißt gerade den an Staatslieferungen, an militärischen Rüstungen wie an imperialistischen Unternehmungen (Eisenbahnbau, Ausbeutung von Erzlagern usw.) unmittelbar interessierten Kapitalzweig zum einflußreichsten Faktor im Staate organisiert. Dieses hat das Finanzkapital zu einer geschlossenen Macht von größter, stets gespannter Energie zusammengepreßt, zu einer Macht, die gebieterisch schaltend und waltend in Industrie, Handel und Kredit des Landes, gleich ausschlaggebend in Privat- wie in Staatswirtschaft, schrankenlos und sprunghaft ausdehnungsfähig, immer nach Profit und Betätigung hungernd, unpersönlich, daher großzügig, wagemutig und rücksichtslos, international von Hause aus, ihrer ganzen Anlage nach auf die Weltbühne als den Schauplatz ihrer Taten zugeschnitten war.

Fügt man hierzu das stärkste, in seinen politischen Initiativen sprunghafteste persönliche Regiment und den schwächsten, jeder Opposition unfähigen Parlamentarismus, dazu alle bürgerlichen Schichten im schroffen Gegensatz zur Arbeiterklasse zusammengeschlossen und hinter der Regierung verschanzt, so konnte man voraussehen, daß dieser junge, kraftstrotzende, von keinerlei Hemmungen beschwerte Imperialismus, der auf die Weltbühne mit ungeheuren Appetiten trat, als die Welt bereits so gut wie verteilt war, sehr rasch zum unberechenbaren Faktor der allgemeinen Beunruhigung werden mußte.

Dies kündigte sich bereits durch den radikalen Umschwung in der militärischen Politik des Reiches Ende der neunziger Jahre an, mit den beiden einander überstürzenden Flottenvorlagen der Jahre 1898 und 1899, die in beispielloser Weise auf plötzliche Verdoppelung der Schlachtflotte, einen gewaltigen, nahezu auf zwei Jahrzehnte berechneten Bauplan der Seerüstungen bedeuteten. Dies war nicht bloß eine weitgreifende Umgestaltung der Finanzpolitik und der Handelspolitik des Reiches – der Zolltarif des Jahres 1902 war nur der Schatten, der den beiden Flottenvorlagen folgte – in weiterer logischer Konsequenz der Sozialpolitik und der ganzen inneren Klassen- und Parteiverhältnisse. Die Flottenvorlagen bedeuteten vor allem einen demonstrativen Wechsel im Kurs der auswärtigen Politik des Reiches, wie sie seit der Reichsgründung maßgebend war …

Gegen wen sich diese Provokationen in erster Linie richteten, war allen klar: die neue aggressive Flottenpolitik sollte Deutschland zum Konkurrenten der ersten Seemacht, Englands, machen. Und sie ist auch nicht anders in England verstanden worden. Die Flottenreform und die Programmreden, die sie begleiteten, riefen in England die größte Beunruhigung hervor, die seitdem nicht nachgelassen hat. Im März 1910 sagte im englischen Unterhause Lord Robert Cecil bei der Flottendebatte wieder: er fordere jedermann heraus, irgendeinen denkbaren Grund dafür anzugeben, daß Deutschland eine riesige Flotte baue, es sei denn, daß damit beabsichtigt werde, einen Kampf mit England aufzunehmen. Der Wettkampf zur See, der auf beiden Seiten seit anderthalb Jahrzehnten dauerte, zuletzt der fieberhafte Bau von Dreadnoughts und Überdreadnoughts, das war bereits der Krieg zwischen Deutschland und England. Die Flottenvorlage vom 11. Dezember 1899 war eine Kriegserklärung Deutschlands, die England am 4. August 1914 quittierte …

Die Entfaltung der Seemacht und des weltpolitischen Paniers auf deutscher Seite kündigte also neue und großartige Streifzüge des deutschen Imperialismus in der Welt an. Es wurde mit der erstklassigen aggressiven Flotte und mit den parallel zu ihrem Ausbau einander überstürzenden Heeresvergrößerungen erst ein Apparat für künftige Politik geschaffen, deren Richtung und Ziele unberechenbaren Möglichkeiten Tür und Tor öffneten. Der Flottenbau und die Rüstungen wurden an sich zum grandiosen Geschäft der deutschen Großindustrie, sie eröffneten zugleich unbegrenzte Perspektiven für die weitere Operationslust des Kartell- und Bankkapitals in der weiten Welt. Damit war das Einschwenken sämtlicher bürgerlicher Parteien unter die Fahne des Imperialismus gesichert …

Die Reichstagswahlen von 1907, die sogenannten Hottentottenwahlen, enthüllten das ganze bürgerliche Deutschland in einem Paroxismus der imperialistischen Begeisterung unter einer Fahne fest zusammengeschlossen, das Deutschland von Bülows, das sich berufen fühlt, als Hammer der Welt aufzutreten. Und auch diese Wahlen – mit ihrer geistigen Pogromatmosphäre – ein Vorspiel zu dem Deutschland des 4. August – waren eine Herausforderung nicht bloß an die deutsche Arbeiterklasse, sondern an die übrigen kapitalistischen Staaten, eine gegen niemand im besonderen, aber gegen alle insgesamt ausgestreckte geballte Faust …

Türkei (immer noch Rosa Luxemburg)

Das wichtigste Operationsfeld des deutschen Imperialismus wurde die Türkei, sein Schrittmacher hier die Deutsche Bank und ihre Riesengeschäfte in Asien, die im Mittelpunkt der deutschen Orientpolitik stehen …

Es ist nach alledem klar, daß im Interesse des deutschen Imperialismus die Stärkung der türkischen Staatsmacht liegt, soweit, daß ihr vorzeitiger Zerfall verhütet wird. Eine beschleunigte Liquidation der Türkei würde zu ihrer Verteilung unter England, Rußland, Italien, Griechenland und anderen führen, womit für die großen Operationen des deutschen Kapitals die einzigartige Basis verschwinden müßte. Zugleich würde ein außerordentlicher Machtzuwachs Rußlands und Englands sowie der Mittelmeerstaaten erfolgen. Es gilt also für den deutschen Imperialismus, den bequemen Apparat des „selbständigen türkischen Staates“, die „Integrität“ der Türkei zu erhalten, so lange, bis sie, vom deutschen Kapital von innen heraus zerfressen, wie früher Ägypten von den Engländern oder neuerdings Marokko von den Franzosen, als reife Frucht Deutschland in den Schoß fallen wird. Sagt doch zum Beispiel der bekannte Wortführer des deutschen Imperialismus, Paul Rohrbach, ganz offen und ehrlich:

‚Es liegt in der Natur der Verhältnisse begründet, daß die Türkei, auf allen Seiten von begehrlichen Nachbarn umgeben, ihren Rückhalt bei einer Macht findet, die möglichst keine territorialen Interessen im Orient hat. Das ist Deutschland. Wir wiederum würden beim Verschwinden der Türkei großen Schaden erleiden. Sind Rußland und England die Haupterben der Türken, so liegt es auf der Hand, daß jene beiden Staaten dadurch einen bedeutenden Machtzuwachs erhalten würden. Aber auch wenn die Türkei so geteilt würde, daß ein erhebliches Stück auf uns entfällt, so bedeutet das für uns Schwierigkeiten ohne Ende, denn Rußland, England und in gewissem Sinne auch Frankreich und Italien sind Nachbarn des jetzigen türkischen Besitzes und entweder zu Lande oder zur See oder auf beiden Wegen imstande, ihren Anteil zu besetzen und zu verteidigen. Wir dagegen stehen außer jeder direkten Verbindung mit dem Orient ... Ein deutsches Kleinasien oder Mesopotamien könnte nur Wirklichkeit werden, wenn vorher zum mindesten Rußland und damit auch Frankreich zum Verzicht auf ihre gegenwärtigen politischen Ziele und Ideale gezwungen wären, d. h., wenn vorher der Weltkrieg seinen Ausgang entschieden im Sinne der deutschen Interessen genommen hätte.‘ …

Die Position des deutschen Imperialismus – und in dessen Kern: das Interesse der Deutschen Bank – hat das Deutsche Reich im Orient in Gegensatz zu allen anderen Staaten gebracht. Vor allem zu England. Dieses hatte nicht bloß konkurrierende Geschäfte und damit fette Kapitalprofite in Anatolien und Mesopotamien an den deutschen Rivalen abtreten müssen, womit es sich schließlich abfand. Die Errichtung strategischer Bahnen und die Stärkung des türkischen Militarismus unter deutschem Einfluß wurde aber hier an einem der weltpolitisch empfindlichsten Punkte für England vorgenommen: in einem Kreuzungspunkt zwischen Zentralasien, Persien, Indien einerseits und Ägypten andererseits …

Zugleich setzte sich Deutschland mit seinem Programm der Integrität der Türkei in Gegensatz zu den Balkanstaaten, deren historischer Abschluß und innerer Aufschwung mit der Liquidierung der europäischen Türkei identisch ist. Endlich geriet es in Gegensatz zu Italien, dessen imperialistische Appetite sich in erster Linie auf türkische Besitzungen richten. Auf der Marokkanischen Konferenz in Algeciras 1906 stand denn auch Italien bereits auf seiten Englands und Frankreichs. Und sechs Jahre später war die Tripolitanische Expedition Italiens, die sich an die österreichische Annexion Bosniens anschloß und ihrerseits zu dem ersten Balkankrieg den Auftakt gab, schon die Absage Italiens, die Sprengung des Dreibunds und Isolierung der deutschen Politik auch von dieser Seite …

Frankreich (immer noch Rosa Luxemburg)

Die zweite Richtung der deutschen Expansionsbestrebungen kam im Westen zum Vorschein, in der Marokkoaffäre. Nirgends zeigte sich die Abkehr von der Bismarckschen Politik schroffer. Bismarck begünstigte bekanntlich mit Absicht die kolonialen Bestrebungen Frankreichs, um es von den kontinentalen Brennpunkten, von Elsaß-Lothringen abzulenken. Der neueste Kurs in Deutschland zielte umgekehrt direkt gegen die französische Kolonialexpansion. Die Sachlage in Marokko war nun bedeutend anders gestaltet als in der asiatischen Türkei. An berechtigten Kapitalinteressen Deutschlands in Marokko war sehr wenig vorhanden. Zwar wurden von deutschen Imperialisten während der Marokkokrise zur Not die Ansprüche der Remscheider Kapitalistenfirma Mannesmann, die dem marokkanischen Sultan Geld geliehen und dafür Konzessionen auf Erzgruben erhalten hatte, als „vaterländisches Lebensinteresse“ nach Kräften aufgebauscht. Doch hinderte die offenkundige Tatsache, daß jede der beiden konkurrierenden Kapitalgruppen in Marokko: sowohl die Mannesmanngruppe wie die Krupp-Schneider-Gesellschaft, ein ganz internationales Gemisch von deutschen, französischen und spanischen Unternehmern darstellte, im Ernst und mit einigem Erfolg von einer „deutschen Interessensphäre“ zu sprechen. Um so symptomatischer war die Entschlossenheit und der Nachdruck, mit denen das Deutsche Reich im Jahre 1905 plötzlich seinen Anspruch auf Mitwirkung bei der Regelung der Marokko-Angelegenheit und seinen Protest gegen die französische Herrschaft in Marokko anmeldete. Es war dies der erste weltpolitische Zusammenstoß mit Frankreich. Im Jahre 1895 war Deutschland noch zusammen mit Frankreich und Rußland dem siegreichen Japan in den Arm gefallen, um es an der Ausnutzung des Sieges über China in Schimonoseki zu hindern. Fünf Jahre später zog es Arm in Arm mit Frankreich in der ganzen internationalen Phalanx auf den Plünderungszug gegen China. Jetzt, in Marokko, kam eine radikale Neuorientierung der deutschen Politik in ihrem Verhältnis zu Frankreich zum Vorschein. In der Marokkokrise, die in den sieben Jahren ihrer Dauer zweimal dicht an den Rand eines Krieges zwischen Deutschland und Frankreich geführt hatte, handelte es sich nicht mehr um die „Revanche“, um irgendwelche kontinentale Gegensätze zwischen den beiden Staaten. Hier äußerte sich ein ganz neuer Gegensatz, der dadurch geschaffen wurde, daß der deutsche Imperialismus dem französischen ins Gehege kam. Im Schlußergebnis der Krise ließ sich Deutschland durch das französische Kongogebiet abfinden und gab damit selbst zu, daß es in Marokko keine eigenen Interessen besaß und zu schützen hatte. Gerade dadurch bekam aber der deutsche Vorstoß in der Marokkosache eine weittragende politische Bedeutung. Gerade in der Unbestimmtheit ihrer greifbaren Ziele und Ansprüche verriet die ganze deutsche Marokkopolitik die unbegrenzten Appetite, das Tasten und Suchen nach Beute – sie war eine ganz allgemein gehaltene imperialistische Kriegserklärung gegen Frankreich …

Mit der Marokkopolitik kam Deutschland jedoch nicht nur in Gegensatz zu Frankreich, sondern mittelbar wiederum zu England. Hier in Marokko, in nächster Nähe Gibraltars, wo sich der zweite wichtigste Kreuzungspunkt der weltpolitischen Straßen des britischen Reiches befindet, mußte das plötzliche Auftauchen des deutschen Imperialismus mit seinem Anspruch und mit dem drastischen Nachdruck, der dieser Aktion gegeben wurde, als eine Kundgebung gegen England aufgefaßt werden. Auch formell richtete sich der erste Protest Deutschlands direkt gegen die Abmachung zwischen England und Frankreich über Marokko und Ägypten vom Jahre 1904, und die deutsche Forderung ging klipp und klar dahin, England bei der Regelung der Marokkoaffäre auszuschalten. Die unvermeidliche Wirkung dieser Stellung auf die deutsch-englischen Beziehungen konnte für niemanden ein Geheimnis sein …

Russland (immer noch Rosa Luxemburg)

In dem heutigen Kriege handelt es sich überhaupt um die Existenz nur für zwei Staaten: Belgien und Serbien. Gegen beide wurden die deutschen Kanonen gerichtet unter dem Geschrei, es handle sich um die Existenz Deutschlands. Mit Ritualmordgläubigen ist bekanntlich jede Diskussion ausgeschlossen. Für Leute jedoch, die nicht die Pöbelinstinkte und die auf den Pöbel berechneten grobkalibrigen Schlagworte der nationalistischen Hetzpresse, sondern politische Gesichtspunkte zu Rate ziehen, muß es klar sein, daß der russische Zarimus so gut das Ziel der Annexion Deutschlands verfolgen konnte wie die des Mondes. An der Spitze der russischen Politik stehen abgefeimte Schurken, aber keine Irrsinnigen, und die Politik des Absolutismus hat bei aller Eigenart das mit jeder anderen gemein, daß sie sich nicht in der blauen Luft, sondern in der Welt der realen Möglichkeiten bewegt, wo sich die Dinge hart im Raume stoßen …

In Wirklichkeit waren zwischen Rußland und Deutschland ganz andere Gegensätze im Spiel. Nicht auf dem Gebiete der inneren Politik, die im Gegenteil durch ihre gemeinsame Tendenz und innere Verwandtschaft eine Jahrhundert alte traditionelle Freundschaft zwischen den beiden Staaten begründet hat, stießen sie zusammen, sondern entgegen und trotz der Solidarität der inneren Politik – auf dem Gebiete der auswärtigen, in den weltpolitischen Jagdgründen.

Der Imperialismus in Rußland ist ebenso wie in den westlichen Staaten aus verschiedenartigen Elementen zusammengeflochten. Seinen stärksten Strang bildet jedoch nicht wie in Deutschland oder in England die ökonomische Expansion des akkumulationshungrigen Kapitals, sondern das politische Interesse des Staates. Freilich hat die russische Industrie, wie das für die kapitalistische Produktion überhaupt typisch ist, bei aller Unfertigkeit des inneren Marktes, seit längerer Zeit auch schon einen Export nach dem Orient, nach China, Persien, Mittelasien aufzuweisen, und die zarische Regierung sucht diese Ausfuhr als erwünschte Grundlage für ihre „Interessensphäre“ mit allen Mitteln zu fördern. Aber die Staatspolitik ist hier der schiebende, nicht der geschobene Teil …

Der Weg zu den Dardanellen führt über die Leiche der Türkei, Deutschland betrachtete aber seit einem Jahrzehnt die Integrität dieser Leiche für seine vornehmste weltpolitische Aufgabe. Freilich hat die Methode in der russischen Balkanpolitik schon verschiedentlich gewechselt, und auch Rußland hat eine Zeitlang – erbittert durch den „Undank“ der befreiten Balkanslaven, die sich der Vasallität beim Zarenreich zu entwinden suchten – das Programm der „Integrität“ der Türkei vertreten, auch mit demselben stillschweigenden Vorbehalt, daß die Aufteilung auf günstigere Zeiten verschoben werden müsse. Jetzt aber paßte die endliche Liquidation der Türkei in die Pläne Rußlands sowohl wie der englischen Politik, die ihrerseits zur Stärkung der eigenen Position in Indien und Ägypten die dazwischen liegenden türkischen Gebiete – Arabien und Mesopotamien – zu einem großen mohammedanischen Reich unter britischem Zepter zu vereinigen strebt. So geriet im Orient der russische Imperialismus, wie früher schon der englische, auf den deutschen, der in der Rolle des privilegierten Nutznießers der türkischen Zersetzung als ihre Schildwache am Bosporus Posto gefaßt hatte …

Österreich-Ungarn (immer noch Rosa Luxemburg)

So wurde die imperialistische Politik Österreichs im letzten Jahrzehnt zum Hemmschuh für eine normale fortschrittliche Entwicklung auf dem Balkan und führte von selbst zu dem unausweichlichen Dilemma: entweder die habsburgische Monarchie oder die kapitalistische Entwicklung der Balkanstaaten! Der Balkan, der sich von der türkischen Herrschaft emanzipiert hatte, sah sich vor die weitere Aufgabe gestellt, noch das Hindernis Österreich aus dem Wege zu räumen. Die Liquidierung Österreich-Ungarns ist historisch nur die Fortsetzung des Zerfalls der Türkei und zusammen mit ihm ein Erfordernis des geschichtlichen Entwicklungsprozesses.

Aber jenes Dilemma ließ keine andere Lösung zu als Krieg, und zwar den Weltkrieg. Hinter Serbien stand nämlich Rußland, das seinen Einfluß auf dem Balkan und seine „Beschützer“-Rolle nicht preisgeben konnte, ohne auf sein ganzes imperialistisches Programm im Orient zu verzichten. In direktem Gegensatz zur österreichischen ging die russische Politik darauf aus, die Balkanstaaten, natürlich unter Rußlands Protektorat, zusammenzuschließen. Der Balkanbund, dessen siegreicher Krieg im Jahre 1912 mit der europäischen Türkei fast ganz aufgeräumt hatte, war Rußlands Werk und hatte in dessen Intentionen die Hauptspitze gegen Österreich zu richten. Zwar zerschellte der Balkanbund entgegen allen Bemühungen Rußlands alsbald im zweiten Balkankrieg, aber das aus diesem Kriege siegreich hervorgegangene Serbien wurde nun in gleichem Maße auf die Bundesgenossenschaft Rußlands angewiesen, als Österreich sein Todfeind wurde. Deutschland, an die Schicksale der habsburgischen Monarchie gekoppelt, sah sich genötigt, deren stockreaktionäre Balkanpolitik auf Schritt und Tritt zu decken und nun in doppelt scharfen Gegensatz zu Rußland zu treten.

Die österreichische Balkanpolitik führte aber ferner zum Gegensatz mit Italien, das an der Liquidation sowohl Österreichs wie der Türkei lebhaft interessiert ist. Der Imperialismus Italiens findet in den italienischen Besitzungen Österreichs den nächstliegenden und bequemsten, weil populärsten Deckmantel seiner Expansionsgelüste, die sich bei der Neuordnung der Dinge auf dem Balkan vor allem auf die gegenüberliegende albanische Küste der Adria richten. Der Dreibund, der schon im Tripoliskrieg einen argen Stoß erlitten hatte, wurde durch die akute Krise auf dem Balkan seit den beiden Balkankriegen vollends ausgehöhlt und die beiden Zentralmächte in scharfen Gegensatz zu aller Welt gebracht. Deutschlands Imperialismus, gekettet an zwei verwesende Leichname, steuerte geraden Weges in den Weltkrieg.

Die Fahrt war übrigens ganz bewußt. Namentlich Österreich als treibende Kraft rannte mit fataler Blindheit schon seit Jahren ins Verderben. Seine herrschende klerikal-militärische Clique mit dem Erzherzog Franz Ferdinand und dessen Handlanger Baron von Chlumezki an der Spitze haschte förmlich nach Vorwänden, um loszuschlagen. Im Jahre 1909 ließ sie eigens zur Entfachung des nötigen Kriegsfurors in deutschen Landen von Prof. Friedmann die berühmten Dokumente fabrizieren, die eine weitverzweigte teuflische Verschwörung der Serben gegen die habsburgische Monarchie enthüllten und nur den kleinen Fehler hatten, daß sie von A bis Z gefälscht waren. Einige Jahre später sollte die tagelang kolportierte Nachricht vom entsetzlichen Martyrium des österreichischen Konsuls Prohaska in Üchsküb  wie der zündende Funke ins Pulverfaß fallen, unterdes Prohaska gesund und munter pfeifend in den Straßen von Üchsküb spazierte. Endlich kam das Attentat von Sarajewo, ein lang ersehntes veritables empörendes Verbrechen. „Wenn je ein Blutopfer eine befreiende, eine erlösende Wirkung gehabt hat, so war es dieses“, jubelten die Wortführer der deutschen Imperialisten. Die österreichischen Imperialisten jubelten noch lauter und beschlossen, die erzherzoglichen Leichen zu benutzen, solange sie frisch waren. Nach rascher Verständigung mit Berlin wurde der Krieg abgemacht und das Ultimatum als der Fidibus ausgesandt, der die kapitalistische Welt an allen Ecken anzünden sollte.

Der „Ausbruch“ (immer noch Rosa Luxemburg)

Aber der Zwischenfall in Sarajewo hatte nur den Vorwand geliefert. An Ursachen, an Gegensätzen war seit langer Zeit alles für den Krieg reif, die Konstellation, die wir heute erleben, war seit einem Jahrzehnt fertig. Jedes Jahr und jede politische Begebenheit der letzten Zeit brachten ihn einen Schritt näher: die türkische Revolution, die Annexion Bosniens, die Marokkokrise, die Tripolisexpedition, die beiden Balkankriege. Alle Militärvorlagen der letzten Jahre wurden direkt mit Hinblick auf diesen Krieg als bewußte Vorbereitung zur unvermeidlichen Generalabrechnung eingebracht. Fünfmal im Laufe der letzten Jahre wäre der heutige Krieg schon um ein Haar ausgebrochen: im Sommer 1905, als Deutschland zum ersten Male in entscheidender Form seine Ansprüche in der Marokkosache anmeldete. Im Sommer 1908, als England, Rußland und Frankreich nach der Monarchenbegegnung in Reval wegen der mazedonischen Frage ein Ultimatum an die Türkei stellen wollten und Deutschland sich bereitete, zum Schutz der Türkei sich in den Krieg zu stürzen, den nur der plötzliche Ausbruch der türkischen Revolution für diesmal verhindert hat. Im Anfang 1909, als Rußland die österreichische Annexion Bosniens mit einer Mobilmachung beantwortete, worauf Deutschland in Petersburg in aller Form erklärte, es sei bereit, auf Österreichs Seite in den Krieg zu ziehen. Im Sommer 1911, als der „Panther“ nach Agadir entsandt wurde, was unbedingt den Ausbruch des Krieges herbeigeführt hätte, wenn Deutschland auf den Marokkoanteil nicht verzichtet und sich mit Kongo nicht hätte abfinden lassen. Und endlich anfangs 1913, als Deutschland angesichts des beabsichtigten Einmarsches Rußlands in Armenien zum zweitenmal in Petersburg in aller Form erklärte, kriegsbereit zu sein.

Derart hing der heutige Weltkrieg seit acht Jahren in der Luft. Wenn er immer wieder verschoben wurde, so nur deshalb, weil jedesmal eine der beteiligten Seiten mit den militärischen Vorbereitungen noch nicht fertig war. Namentlich war in dem Panther-Abenteuer 1911 schon der heutige Weltkrieg reif – ohne das ermordete Erzherzogpaar, ohne französische Flieger über Nürnberg und ohne russische Invasion in Ostpreußen. Deutschland hat ihn bloß auf einen für sich gelegeneren Moment verschoben. Auch hier braucht man nur die offenherzige Darlegung der deutschen Imperialisten zu lesen: „Wenn von der sogenannten alldeutschen Seite her während der Marokkokrisis von 1911 gegen die deutsche Politik der Vorwurf der Schwäche gemacht worden ist, so erledigt sich diese falsche Idee schon allein dadurch daß, als wir den Panther nach Agadir schickten, der Umbau des Nordostseekanals noch mitten im Werk, der Ausbau von Helgoland zu einer großen Seefestung lange nicht vollendet und unsere Flotte an Dreadnoughts und Hilfswaffen gegenüber der englischen Seemacht ein bedeutend ungünstigeres Verhältnis aufwies als drei Jahre nachher. Sowohl der Kanal als auch Helgoland, als auch die Flottenstärke waren im Vergleich zum gegenwärtigen Jahre, 1914, teils stark zurück, teils überhaupt noch nicht kriegsbrauchbar. In einer solchen Lage, wo man weiß, daß man etwas später sehr viel günstigere Chancen haben wird, den Entscheidungskrieg provozieren zu wollen, wäre doch einfach töricht gewesen.“  Erst mußte die deutsche Flotte instand gesetzt und die große Militärvorlage im Reichstag  durchgedrückt werden. Im Sommer 1914 fühlte sich Deutschland kriegsbereit, während Frankreich noch an seiner dreijährigen Dienstzeit laborierte und Rußland weder mit dem Flottenprogramm noch mit dem Landheer fertig war. Es galt, die Lage energisch auszunutzen. „Für uns, das heißt für Deutschland und Österreich-Ungarn“ – schreibt über die Situation im Jahre 1914 derselbe Rohrbach, der nicht bloß der ernsteste Wortführer des Imperialismus in Deutschland, sondern auch in genauer Fühlung mit den leitenden Kreisen der deutschen Politik, halb und halb ihr offiziöses Mundstück ist –, „für uns bestand die Hauptsorge diesmal darin, daß wir durch eine vorübergehende und scheinbare Nachgiebigkeit Rußlands moralisch gezwungen werden könnten, zu warten, bis Rußland und Frankreich wirklich bereit waren.“ Mit anderen Worten: die Hauptsorge im Juli 1914 war, daß die „Friedensaktion“ der deutschen Regierung Erfolg haben, daß Rußland und Serbien nachgeben konnten. Es galt, sie diesmal zum Kriege zu zwingen. Und die Sache gelang. „Mit tiefem Schmerz sahen wir unsere auf die Erhaltung des Weltfriedens gerichteten unermüdlichen Bemühungen scheitern“ usw.

Als die deutschen Bataillone in Belgien einmarschierten, als der Deutsche Reichstag vor die vollendete Tatsache des Krieges und des Belagerungszustandes gestellt war, war es nach alledem kein Blitz aus heiterem Himmel, keine neue unerhörte Situation, kein Ereignis, das in seinen politischen Zusammenhängen für die sozialdemokratische Fraktion eine Überraschung sein konnte. Der am 4. August offiziell begonnene Weltkrieg war derselbe, auf den die deutsche und die internationale imperialistische Politik seit Jahrzehnten unermüdlich hinarbeitete, derselbe, dessen Nahen die deutsche Sozialdemokratie ebenso unermüdlich seit einem Jahrzehnt fast jedes Jahr prophezeite, derselbe, den die sozialdemokratischen Parlamentarier, Zeitungen und Broschüren tausendmal als ein frivoles imperialistisches Verbrechen brandmarkten, das weder mit Kultur noch mit nationalen Interessen etwas zu tun hätte, vielmehr das direkte Gegenteil von beiden wäre.“

http://www.marxists.org/deutsch/archiv/luxemburg/1916/junius/

Im Großen und Ganzen können auch heutige bürgerliche Historiker den Analysen von Rosa Luxemburg zustimmen. Und wer trägt Schuld am Krieg? Dass Deutschland völlig schuldlos ist, wie viele Jahrzehnte von deutschen Politikern und Historikern behauptet, ist absurd. Allerdings war Deutschland im Verbund mit Österreich-Ungarn auch nicht das einzige Land, das den Krieg wollte.

Eine exzellente Quelle bilden die Glossen von Bertha von Suttner „Der Kampf um die Vermeidung des Weltkrieges“, in dem Monat für Monat die relevanten Themen bezüglich Frieden oder Krieg behandelt werden. In zwei Bänden (1892 – 1900 bzw. 1907 – 1914) wird alles kommentiert von den Gräueln in den Balkankriegen und dem Ausbruch der Seuchen bis hin zu militärischen Weiter-Entwicklungen der U-Boote und Flugzeuge. Ab und zu kommt es (in Friedenszeiten) zu Explosionen mit Hunderten bis Tausenden Toten (etwa bei Kriegsschiffen in Seehäfen), andauernd gibt es neue Vorlagen in den Parlamenten, das Militär-Budget zu erhöhen. Neben einiger Fortschritte bei Friedens-Konferenzen wird sehr deutlich der Wille bzw. Unwille der europäischen Regierungen zu internationaler Verständigung deutlich. Immer wieder wird aus national-konservativen Zeitungen und militärischen Zeitschriften zitiert, in denen sich die Schreiber enttäuscht zeigen, dass schon wieder die Chance zum Krieg führen verpasst wurde. Und es gab Krisen genug. Und einen Rüstungs-Wahnsinn, der dokumentiert wird genau so wie die dicken Gewinne der Kriegsindustrie.

Hier ein Gedicht von Rainer Maria Rilke (siehe http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/101-die-waffen-nieder.html ):

„Es galt den edlen Männern aller Zeiten

Als ihres Strebens schönster, höchster Lohn,

Fürs Vaterland zu kämpfen und zu streiten

Als ganzer Mann und als getreuer Sohn.

 

Und rief die Not sie alle auf zur Wehre

Da fehlte „keiner“ in den wackern Reih’n,

Sie waren stolz, sich auf dem Feld der Ehre

Mit Leib und Blut dem Vaterland zu weihn.

 

Doch heute sind verhallt die Kampfeslieder,

Herein bricht eine neue feige Zeit,

Erbärmlich murmeln sie „Die Waffen nieder“,

Genug, genug, wir wollen keinen Streit.

 

Ist das das Volk, das, wenn Geschütze krachten,

Im Pulverdampf oft frohen Mutes stand,

Und das, stets ungebeugt, in vielen Schlachten

Der Feinde Scharen siegreich überwand?

 

Ermannet Euch! Gefährten, Freunde, Brüder,

Die ihr doch stets das Vaterland geliebt,

Nun merket wohl: Es gibt kein Waffen nieder,

Weil’s keinen Frieden ohne Waffen gibt!

 

Drum haltet fest den Säbel in der Rechten,

Laßt nimmer ihn entsinken eurer Hand

Und ruft die Not, dann seid bereit zu fechten,

Bereit zu sterben für das Vaterland.“

Ebenfalls von dort: „1913 traf Stefan Zweig sie auf der Straße und überliefert, wie die sonst leise redende Suttner ihn ohne Rücksicht auf Passanten erregt anschrie, die ‚Kriegsmaschine‘ sei schon im Gang: ‚Warum tut ihr nichts, ihr jungen Leute? Euch geht es vor allem an! Wehrt euch, schließt euch zusammen! Lasst nicht immer alles uns paar alte Frauen tun, auf die niemand hört!‘““

Hier ein Zitat von Bertha von Suttner vom Juni 1912 (siehe http://www.ansichten-eines-regenwurms.de/108-humanitaet.html ):

„Es ist in der Tat erschreckend, welche Dimensionen gegenwärtig der Chauvinismus in Frankreich annimmt. Ob in den Herzen der Bevölkerung – das weiß ich nicht und bezweifle es, aber auf der Gasse und in der Presse. Der Mob, der dem Musikzapfenstreich nachmarschiert und dabei ‚vive l’armée‘ und mitunter auch ‚à bas l’Allemagne‘ brüllt, der jeden, der nicht mitbrüllt, krumm zu prügeln droht – dieser Mob erinnert an die ärgsten Zeiten des Zolaprozesses. Und die Zeitungen! Außer Loysons ‚Droit de l’homme‘ und Jaurès‘ ‚Humanité‘ blasen die gesamten gelesensten Zeitungen (‚Figaro‘, ‚Journal‘, ‚Echo de Paris‘, ‚Matin‘) förmliche Kriegsfanfaren. In jeder Spalte – sei es als Leitartikel, als Tagesanekdote, als Bericht – überall dieselbe Note: der Krieg kommt – es lebe die Armee …“ 

Und ein Beitrag vom November 1913: „Wieder einmal knapp am  Abgrund vorbei! In der zweiten Hälfte Oktober (heute ist es beinahe schon vergessen, so rasch werden alte Sensationen von neuen abgelöst) wurde ganz plötzlich von Österreich-Ungarn an Serbien ein Ultimatum erlassen, des Inhalts, daß binnen zehn Tagen von sämtlichen Positionen, die Serbien jenseits seiner Grenzen in Albanien besetzt hielt, die Truppen zurückzuziehen seien. Widrigenfalls – nun, man weiß ja, was geschieht, oder was doch angedroht wird, wenn solch peremptorischen Befehl Widerstand geleistet wird. Es ist die alte Geste der an die Brust gesetzten Pistole. Nur daß, wenn Staaten – und nicht Straßenräuber – diese Geste machen, die Pistole mehrere hunderttausend Läufe hat. Dazu werden ja auch hauptsächlich die Heere und Flotten neuerdings zu immer größeren Dimensionen angeschwellt: als Drohinstrument, als begleitendes Orchester zum Text des stolzen Großstaatliedes: „Ich will“. Österreich-Ungarn singt dieses Lied gar so gern allein, und nicht im europäischen Chor. Serbien hat nachgegeben. Schön – aber wie, wenn dies nicht der Fall gewesen wäre? Dieser Eventualität verschloß sich auch der Leitartikler der Neuen Freien Presse nicht, der unterm 22. Oktober schrieb: ‚Vor einigen Tagen war die Monarchie von einem Kriege nicht viel weiter entfernt, als das Hemd von der Haut. Eine Welle der Volksleidenschaften in Belgrad, eine plötzliche Auflehnung der militärischen Gewalten und die Kanonen hätten zu sprechen begonnen.‘ Aber noch andere Chancen zum Losgehen der Kanonen hätte es gegeben. Ein so kleiner Staat wie der serbische kann natürlich den Befehlen eines so großen wie Österreich-Ungarn sich nicht widersetzen; aber was hätte z.B. Rußland daran gehindert, wenn es Krieg gewollt hätte, zu erklären, daß es sich an die Seite Serbiens stellt? Immer deutlicher und immer dringlicher zeigt es sich, daß nur eine Einigung des gesamten West- und Mitteleuropa die Zustände Osteuropas regeln und den Weltteil vor einem Universalbrand schützen kann.“

Eine Situation, die dem Beginn des 1. Weltkrieges sehr ähnlich ist. Und da gibt es Leute, die allen Ernstes behaupten, dass die Frieden liebenden europäischen Staaten gar keinen Krieg wollten, sondern „hineingeschlittert“ seien. Menschen tendieren dazu, je öfter sie einen vollkommenen Blödsinn hören, diesen umso mehr zu glauben. Ein Wurm kann jedoch logisch denken und geht davon aus, dass solche Menschen, die diesen Unfug mit dem „Hineinschlittern“ in den 1. Weltkrieg von sich geben, entweder dumm sind oder lügen. Aus welchen Gründen auch immer.

Den ersten Band von dem auch heute noch sehr lesenswerten „Der Kampf um die Vermeidung des Weltkrieges“ gibt es im Antiquariat und diversen Bibliotheken; den zweiten Band gibt es sogar online zu lesen:

http://reader.digitale-sammlungen.de/de/fs1/object/display/bsb11125370_00007.html?leftTab=toc

Jeder, der ein paar Seiten daraus gelesen hat, möge den „Hineinschlitterern“ eine virtuelle Ohrfeige verpassen.

Um noch mal Kaiser Wilhelm II. vom Anfang zu zitieren: „Die Feindseligkeit, die im Osten und im Westen seit langer Zeit um sich gegriffen hat, ist nun zu hellen Flammen aufgelodert. Die gegenwärtige Lage ging nicht aus vorübergehenden Interessenkonflikten oder diplomatischen Konstellationen hervor, sie ist das Ergebnis eines seit langen Jahren tätigen Übelwollens gegen Macht und Gedeihen des Deutschen Reiches.“

„Übel“ gewollt haben sich die verfeindeten Mächte gegenseitig. Auch Wilhelm II. geht nicht von einem „Hineinschlittern“ aus.

Wenigstens gibt es noch einige wenige Aufrechte, die sich dem „Hineinschlittern“ entgegen stellen wie Arno Klönne:

„Bei dem Versuch, den Trend derzeit dominierender Beschreibungen und Deutungen von "1914" zu erfassen, stößt man auf ein Problem: Ganz überwiegend erscheint der Erste Weltkrieg als Inferno, in das die beteiligten Staaten "hineingeschlittert" oder in das sie "schlafwandelnd" geraten sind; dessen Brutalität niemand voraussah; bei dem Täter und Opfer nicht mehr zu unterscheiden sind. Und wo eine besondere Verantwortung des Deutschen Reiches nicht gegeben war.

Angesichts dessen empfiehlt es sich, an diese Erinnerungskultur einige Fragen zu stellen:

- Gab es sie gar nicht - deutsche Programme und Pläne für eine gewalttätige Expansion nach Westen und Osten, für den Zugriff auf industrielle Ressourcen und agrarische Räume, dem Kalkül wirtschaftlicher Eliten entstammend?

- Lebte die wilhelminische Gesellschaft zivil vor sich hin - keine alltägliche Militarisierung, keine staatliche Erziehung der Jugend zum "Waffengang" und zum "Opfertod"? Keine Stigmatisierung derjenigen, die vor dem großen Krieg warnten, zu "Vaterlandsverrätern"?

- Existierten sie nicht, die profithungrigen Waffenfabrikanten, die auf Einsatz ihrer Produkte drängten? Die wirtschaftlich kalkulierend das Kriegswerkzeug auf den modernsten Stand brachten, in Kenntnis seiner massenmörderischen Fähigkeiten?

- Und andererseits: Hat vor dem Jahre 1914 niemand öffentlich informiert über die vernichtenden Eigenschaften eines Krieges im Industriezeitalter, über das kommende "Menschenschlachthaus"?

Wenn Erinnern an Geschichte selektiv geschieht, hat das Gründe. Zumeist aktuelle.

Es ist ja nicht so, als seien heutzutage militärische Instrumente zur Durchsetzung wirtschaftlicher Interessen out of area nicht mehr im Kalkül der Politik, und die Rüstungsindustrie braucht immer noch Gelegenheiten, ihre Produkte in der Anwendung vorzuführen. Da kann ein Rückblick in die Geschichte seine peinlichen Seiten haben.“

http://www.heise.de/tp/news/Die-sogenannte-Urkatastrophe-1914-2101461.html

Wie sehr die Geschichte um den 1. Weltkrieg heute aktuell ist – darüber möchte sich der Wurm in der nächsten Woche seine Gedanken machen. Die geistige Aufnahme-Fähigkeit der Menschen hält sich ja in Grenzen und da möchte der Wurm nicht zu viel auf einmal zumuten.